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Shawn's Schicksal

von Lona11
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Burton 'Gus' Guster Carlton Lassiter Henry Spencer Juliet O'Hara Shawn Spencer
06.07.2016
26.08.2016
24
42.041
6
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.08.2016 1.306
 
Wieder ein überpünktliches Update ;)
viel spaß!


Kapitel 21: Der erste Tag

Am nächsten Tag wachte Shawn als erstes auf und war bereits sehr aufgeregt, so wie ein 7-Jähriger an Weihnachten. Er war nicht so sanft mit Jules und weckte sie mit einem hektischen Rüttler auf.
„Jules, wach auf, Jules!“ Juliet schreckte sofort hoch und sah erschrocken zu Shawn.
„Was ist denn, Shawn?“ sichtlich erleichtert, dass nichts mit ihrem Freund passiert ist, legte sie sich wieder auf ihren Rücken und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht.
„Heute ist es soweit! Ich darf endlich wieder richtig arbeiten!“ Jules rollte mit den Augen aber lachte ihrem Freund freundlich entgegen.
„Ja, die Ablenkung tut dir bestimmt gut.“ meinte sie und beugte sich nun zur Seite um Shawn einen „Guten-Morgen-Kuss“ zu geben. Daraufhin stand er voller Elan auf und erledigte seine Morgenroutine. Als auch Juliet aufgestanden war und sich ein paar frische Klamotten angezogen hatte, liefen beide wie jeden morgen die Treppen hinunter und setzten sich an den Tisch, der wie so oft bereits gedeckt war.
„Guten morgen.“ sagte Henry freundlich und stellte Juliet ohne ein weiteres Wort eine Tasse Kaffee vor die Nase.
„Oh vielen Dank, Henry.“ dankend nahm sie die Tasse entgegen und trank einen Schluck.
„Ich möchte heute auch einen, Dad.“ verwundert aber eindeutig glücklich über Shawn’s überraschende Bitte, stellte Henry auch ihm eine Tasse hin.
„So gut drauf heute?“ fragte Henry gleich nach, nachdem auch Shawn den ersten Schluck nahm und ihn definitiv genoss.
„Ja. Ich bin heilfroh endlich wieder etwas vernünftiges machen zu können. Den ganzen Tag nur zuhause rumzusitzen verkrafte ich nicht.“ Henry musste schmunzeln, da er schon immer geahnt hatte, dass Shawn so etwas ähnliches wie ADHS hatte oder vielleicht sogar genau das.
„Pass aber auf dich auf da draußen, hörst du?“ Henry setzte sich neben Shawn und verschränkte die Arme auf dem Tisch. Shawn nickte und nahm noch einen Schluck Kaffee.
Sie frühstückten noch eine Weile zusammen, heute sogar Shawn, wenn auch nicht viel, und dann machten sich Juliet und Shawn auf den Weg ins Revier.
Dort angekommen packten sie alle nötigen Dinge, die Shawn in der Bank brauchen würde in einen Rucksack und verkabelten ihn anschließend, worüber er nicht gerade begeistert war.
„Muss das wirklich sein? Ich neige zum singen wenn mir langweilig wird.“ Lassiter rollte mit den Augen, als Shawn bereits begann „I get knocked down, but I get up again“ vor sich hinzugrölen. Der leitende Detective ließ sich aber nicht klein kriegen und verkabelte den Fake-Hellseher weiter.
Als sie alles Nötige erledigt und eingepackt hatten, machten sich Shawn und Juliet, die die erste Schicht übernahm, auf den Weg zur Wells Fargo Bank um sich dort einzuquartieren. Die Bank war recht groß, also würde es den Mitarbeitern vermutlich nicht sonderlich auffallen, wenn den ganzen Tag der gleiche Mann darin umherspaziert. Sie hatten überlegt, die Mitarbeiter oder zumindest den Filialleiter einzuweihen, doch entschieden sich dann dagegen, da das Risiko aufzufliegen somit um das 5-fache erhöht wäre.
Während der Autofahrt zur Bank war Shawn aber plötzlich nicht mehr so hibbelig und aufgedreht wie noch zuhause und im Revier.
„Ist alles in Ordnung, Shawn?“ fragte Juliet besorgt, als sie zu ihm auf die Beifahrerseite schaute. Shawn schien mit den Gedanken woanders gewesen zu sein und schreckte leicht hoch als er Juliet’s Stimme hörte.
„Ja klar, alles gut.“ Juliet wusste, dass Shawn nicht die Wahrheit sagte und hakte nach.
„Wie oft muss ich dir noch sagen dass ich es merke, wenn du mich anlügst?“ Shawn seufzte, da sie wie immer recht hatte und sagte ihr dann die Wahrheit.
„Naja, ich bekomme langsam Angst. Keine Ahnung wieso. Ich hab einfach auf einmal ein mulmiges Gefühl.“ Jules wusste, was das war und hatte sofort eine Antwort parat.
„Du bist nervös.“ sie musste leicht grinsen und bemerkte, dass Shawn tatsächlich darüber nachdachte.
„Ja, das auch. Aber ich glaube mir wird jetzt erst so richtig bewusst, dass ich das womöglich gar nicht schaffe.“ Juliet wurde wieder ernster und warf Shawn einen traurigen Blick zu.
„Wir alle glauben an dich, Shawn. Versuch du selbst auch an dich zu glauben.“ Shawn nickte und versuchte dem Rat seiner Freundin folge zu leisten.
Als sie endlich an der Bank ankamen, liefen sie Hand-in-Hand, um möglichst unauffällig zu wirken, hinein. Drinnen angekommen zog Shawn seine Beanie vom Kopf und packte sie in seinen Rucksack.
„Wieso lässt du deine Mütze nicht auf? Hier drin ist es kühl, nicht dass du dich erkältest.“ Shawn zog seinen Mundschutz ein Stück nach unten um Jules einen Kuss auf die Wange zu geben und setzte ihn danach wieder richtig auf.
„So seh ich kränker aus. Wenn schon, denn schon.“ Jules grinste aber war sich nicht sicher ob es das wert wäre, wenn er sich tatsächlich eine Erkältung holen würde.
Am ersten Tag in der Bank passierte nicht viel aufregendes. Hier und da wurde Shawn auf den einen oder anderen Typen aufmerksam, der seltsam nervös um sich schaute, doch war froh, dass es immer Fehlalarm war. Er wollte Ed Stewart zwar unbedingt fassen, doch trotzdem hatte er ein wenig angst vor dem Moment. Nach ungefähr 5 Stunden übernahm Lassiter die Schicht von Jules und setzte sich auf einen freien Stuhl am anderen Ende der Bank. Mittlerweile merkte Shawn, dass ziemlich viel Zeit verstrichen war, denn sein Körper begann langsam zu protestieren. Immer häufiger musste er sich hinsetzten, da seine Beine etwas zu zittern begannen oder ihm leicht schwummrig vom vielen Stehen wurde.  Er war sich sicher, dass er zuhause sofort einschlafen würde wenn er endlich im Bett war, doch im Großen und Ganzen ging es ihm den Umständen entsprechend gut. Ab und zu wurde er ernst von Lassiter beäugt, der seinen Zustand genauestens beobachtete und jede noch so kleine Veränderung bemerkte. Nach einer Weile lief er zu Shawn und setzte sich neben ihn.
„Noch alles frisch, Spencer?“ Lassie überschlug ein Bein und wippte nervös damit hin und her.
„Na klar, mir geht’s bestens.“ Shawn bestärkte seine Aussage mit einem breiten Grinsen und einer „Daumen nach oben“ Geste, trotzdem glaubte ihm der leitende Detective nicht aber beließ es dabei.
„Ich bin nicht deine Mutter die dir alles hinterherträgt, Spencer. Also denk bitte auch daran deine Medikamente zu nehmen und etwas zu essen und zu trinken.“ Shawn war gerührt von Lassie’s umspielter Sorge und kramte daraufhin gleich in seinem Rucksack herum und nahm seine Medikamente ein, da es ohnehin schon fast Zeit dafür gewesen wäre. Lassiter warf einen Blick in den noch geöffneten Rucksack und stellte fest, dass Shawn den ganzen Tag noch nichts von seinem Essen angerührt hatte.
„Du solltest etwas essen.“ seufzend sah Shawn Lassiter an und zog eine Augenbraue hoch.
„Ich dachte du bist nicht meine Mutter.“ Lassiter rollte daraufhin mit den Augen und bereute bereits, dass er etwas gesagt hatte.
„Zumindest trinkst du genug.“ fügte er noch hinzu, als er die 2 Liter Wasserflasche entdeckte, die schon bis zur Hälfte leer war. Shawn schmunzelte nur und verschwieg Lassie dabei, dass er alle 15 Minuten einen Wecker stellte, der ihn ans Trinken erinnerte, ansonsten wär die Flasche vermutlich noch voll.
So verging allmählich der erste Tag und um kurz vor 8 Uhr abends, bevor die Bank schloss, liefen die beiden zu Lassie’s Auto und fuhren zurück zum Revier. Allerdings beschloss Carlton bald, direkt zu Henry zu fahren, als der Fake-Hellseher nach nur zwei Minuten Fahrt auf dem Beifahrersitz eingeschlafen war. Auch Lassiter hoffte in diesem Moment sehr, dass er die nächsten Tage überstehen wird und betete, dass Ed Stewart schon morgen zuschlagen würde. Auch wenn Shawn sich von außen gesund und munter gab, war er innerlich zutiefst erschöpft und ausgelaugt und das würde seine Arbeit nach und nach immer mehr beeinträchtigen. Hoffentlich würde er am Ende noch stark genug sein, wenn es darauf ankommt.


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Leider etwas kürzer als sonst. Was haltet ihr davon?
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