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Shawn's Schicksal

von Lona11
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Burton 'Gus' Guster Carlton Lassiter Henry Spencer Juliet O'Hara Shawn Spencer
06.07.2016
26.08.2016
24
42.041
6
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
04.08.2016 2.258
 
Hey ho! I'm back ;)
Hab heute nicht viel zu sagen, nur dass ich das Wochenende frei bekommen habe, was euch aber vermutlich nicht interessiert :D Obwohl, dass heißt schnellere Updates ;)
Dann wünsch ich euch mal viel spaß beim lesen



Kapitel 17: Home sweet home

Heute war der Tag gekommen, den Shawn sehnsüchtig erwartet hatte. Es war Dienstag und Shawn lag seit sage und schreibe 6 Wochen im Krankenhaus. Doch dieser Dienstag war vorerst der letzte, den er darin verbringen musste, denn er durfte heute nach Hause gehen. Laut Dr. Moran hätte Shawn einen Monat Pause, bis sie mit der ambulanten Chemotherapie weitermachen würden. Seine Freunde und sein Dad hatten das alles nicht wirklich verstanden, da seine Krebszellen doch fast weg waren. Die Betonung lag auf „fast“, denn Shawn hatte noch immer einige Krebszellen in seinem Blut schwimmen und die würden sich wieder ausbreiten und vermehren, wenn man sie nicht endgültig vernichten würde.
Shawn konnte sich noch gut an den Moment erinnern, als er Gus, Lassie und seinem Vater die Nachricht, dass die Chemo gut anschlägt, überbracht hatte. Er fand den Witz von Dr. Moran ziemlich gut, also wandte er ihn bei seinen Freunden auch an, die ihn im Nachhinein allerdings nicht so witzig fanden. Gus fing fast zu weinen an, als Shawn ihn auf die falsche Fährte lenkte, während sein Vater einfach nur wütend den Boden anstarrte. Lassie hingegen blieb der Mund offen stehen, den er erst wieder schloss nachdem Shawn alles aufgeklärt hatte, gefolgt von einem wütenden „Spencer ich schwöre dir, wenn es der Krebs nicht tut bin ich derjenige der dich umbringt!“ Gus war einfach nur überglücklich und blinzelte die Tränen in seinen Augen beiseite und hielt ihm sein Faust hin, die der Fake-Hellseher mit Vergnügen boxte. Bei seinem Vater war das allerdings etwas anders als er gedacht hätte. Von ihm hätte er einen bösen Blick erwartet und etwas, das so ähnlich klang wie Lassie’s Satz vorhin. Doch er löste seinen Blick vom Boden, starrte stattdessen Shawn in die Augen und fing an zu weinen. Noch nie hatte Shawn seinen Vater weinen sehen und er wusste nicht recht, was er tun sollte. Also dachte er einfach an die Szene aus „Beim Leben meiner Schwester“, als die krebskranke Tochter ihre Mutter tröstete und er tat es ihr gleich. Lassie und Gus überforderte die Situation etwas und ließen die beiden alleine. Shawn bat Henry näher an sein Bett zu kommen um Platz zu nehmen. Er setzte sich neben ihn und nahm ihn einfach nur stumm in den Arm und küsste ihn auf die Stirn. Immer wieder flüsterte er ihm den Satz „Es wird alles wieder gut“ ins Ohr und streichelte ihm dabei sanft über die Schulter. Henry dachte sich in diesem Moment, dass er eigentlich derjenige sein sollte, der seinem Sohn diese Worte ins Ohr flüstern sollte, aber war froh, dass er es tat. Er war momentan einfach so von seinen Gefühlen überwältigt, dass er sie nicht mehr zurückhalten konnte und die aufmunternden Worte seines Sohnes taten ihm unglaublich gut. Nach einer Weile hatte er sich wieder beruhigt und Shawn schlug ihm vor, gemeinsam mit den Anderen einen Spaziergang zu machen, um den Kopf ein wenig frei zu kriegen. Das taten sie auch und bald lachten sie alle über den im Nachhinein ziemlich dummen Witz von Shawn und Dr. Moran.
Jules und Henry waren gekommen, um Shawn mit nach Hause zu nehmen und sie mussten nur noch auf den Arztbrief warten, den Dr. Moran fünf Minuten später auch vorbeibrachte.
„Denk daran, Shawn: wenn du raus gehst musst du immer deinen Mundschutz tragen. Achte auf deine Medikamenteneinnahme und eine gesunde Lebensweise. Iss keine rohen Speisen und trinke keine frische Milch, nur ultrahocherhitzte. Meide Haustiere und große Menschenmassen und…“
„Phil.“ Shawn legte verständnisvoll eine Hand auf die Schulter seines Arztes
„Ich weiß schon, danke. Ich werde aufpassen, versprochen.“ Dr. Moran seufzte und nickte als Antwort. Er hatte das Shawn schon zum fünften mal erzählt, doch er hatte trotzdem angst um ihn. Er wusste, dass eine solche Beziehung zu einem Patienten schwierig werden kann, ihm viel zu nahe gehen würde, doch er konnte sich nicht helfen. Shawn war ein wirklicher Freund geworden und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Sie umarmten sich zum Abschied, der ja nicht von langer Dauer sein würde und eilig schnappte sich Shawn seine Tasche und zog seinen Mundschutz über, ehe er aus der Station verschwand. Am Tag davor war er noch bei Leo vorbeigekommen um sich zu verabschieden, da der heute nicht im Krankenhaus war, da er einen Tag nach Hause durfte. So ein Glückspilz.
Henry und Juliet boten ihm ein paar mal an seine Tasche zu tragen, doch stur wie er ist, wollte er es selbst machen so gut er es konnte.
„Deine Sturheit wird dich irgendwann noch umbringen.“ meinte sein Vater ärgerlich und schüttelte den Kopf.
Endlich waren sie bei Henry zu Hause angekommen und das erste was er tat war sich in sein Bett zu legen und seinen schmerzenden Rücken auf seiner eigenen bequemen Matratze abzulegen. Erschöpft schloss er die Augen und wurde nur wenig später von Jules geweckt, die sich neben ihn aufs Bett gelegt hatte.
„Hey, Schlafmütze.“ sagte sie leise und küsste ihn liebevoll auf die Stirn.
„Bin wach!“ sagte er sofort und setzte sich im Bett auf. Jetzt da Shawn nicht mehr im Krankenhaus war, musste er sich nicht wie ein Kranker verhalten, oder? Das dachte zumindest er selbst und wollte von außen möglichst gesund wirken, dass heißt er durfte auch nicht mitten am Tag einschlafen.
„Ist doch nichts dabei, wenn du schläfst. Du hast ja schließlich auch die ganze Zeit deine Tasche getragen.“ sagte sie freundlich und streichelte ihm über die Glatze.
„Meine Tasche? Meine Tasche, Jules? Meine scheiß Tasche wiegt keine 5 kg und ich habe sie vom Krankenhaus ins Auto und von dort hier rein getragen! Ich bin ein Erwachsener Mann, ich sollte eine 5 kg Tasche tragen können!“ Shawn war sauer. Nicht auf Jules, ganz im Gegenteil, er liebte sie für ihre liebevolle und fürsorgliche Art. Doch er war sauer auf sich selbst. Wie konnte er so erschöpft sein, wenn er nichts weiter als seine Tasche getragen hatte? Jules wich zurück, da ihr Freund sie anscheinend etwas erschreckt hatte und Shawn tat es sofort wieder leid.
„Jules, es tut mir leid. Ich wollte dich nicht anschreien.“ Er sah ihr traurig in die Augen und Jules rückte wieder ein Stück näher.
„Ich kann verstehen, dass das hart für dich ist, Shawn. Aber denk bitte daran, dass du dich die letzten 6 Wochen vielleicht aktiv 5 Stunden bewegt hast. Wie also soll dein Körper jetzt darauf reagieren, wenn du auch noch Gewicht mit dir rumschleppst während du dich bewegst? Du bist doch der klügere von uns, dass muss dir doch klar sein, oder?“ Jules hatte vollkommen recht damit, daran hatte er noch gar nicht gedacht.
„Ich weiß, dass das eine ziemliche Umstellung für dich ist und noch sein wird aber du hast mich, Gus, deinen Vater und auch Carlton, die dich Unterstützen wo sie nur können. Und ein kleiner Rat von mir: Lass dir ab und zu auch mal helfen. Das mit der Tasche hätte nicht sein müssen und du hättest dir das ganze Gespräch hier erspart weil du nicht annähernd so müde gewesen wärst.“ Und schon wieder hatte sie recht. Wieso musste sie nur immer recht haben? Doch eigentlich war Shawn ihr mehr als dankbar für die Aussage, denn manchmal muss es erst jemand aussprechen bevor man es kapieren würde und dass war bei ihm definitiv der Fall.
„Ich danke dir, Jules. Für alles, dass du für mich getan hast und tust.“ er fasste mit seiner Hand an ihren Hinterkopf um sie an sich heranzuziehen und zu küssen. Er genoss die Zweisamkeit mit ihr und sie genauso mit ihm und beide wären jetzt in dem Augenblick bereit, mehr zu tun. Mehr als küssen oder kuscheln, doch beide wussten, dass das nicht möglich war. Noch nicht. Shawn’s Immunsystem war zwar besser als vor 3 Wochen, aber immer noch schwach und so einen intimen Kontakt konnte er sich noch nicht erlauben, also blieb es erstmal beim Küssen, bis sein Immunsystem wieder vollständig funktionieren würde.
„Shawn, Juliet, essen ist fertig!“ hörten sie Henry von unten brüllen und beide mussten kurz darüber lachen. Sie machten sich Hand-in-Hand auf den Weg nach unten und setzten sich an den bereits gedeckten Esstisch.
„Ich habe extra das beste Fleisch vom ganzen Supermarkt gekauft, du darfst ja nur abgepacktes essen. Und das Gemüse ist auch alles aus der Tiefkühltruhe. Ich muss schon sagen, frisch wäre mir das alles lieber.“ motzte Henry vor sich hin und stellte Shawn dass ziemlich überfüllte Teller auf den Tisch.
„Mir auch, Dad. Trotzdem muss ich da durch.“ gab Shawn zurück und starrte für eine Weile nur auf seinen Teller, da er gar nicht wusste, wo er anfangen sollte. Appetit hatte er auch keinen großen, der war ihm in den letzten 6 Wochen komplett vergangen. Also stocherte er für ein paar Minuten nur wahllos in seinem Essen herum, während Juliet und sein Vater schon fast fertig waren.
„Was ist los, Shawn? Schmeckt’s dir nicht?“ wollte sein Vater nach einer Weile wissen.
„Doch, schon. Ich weiß nur nicht recht, wo ich anfangen soll, wenn ich ehrlich bin.“ Henry fasste sich, von sich selbst enttäuscht an die Stirn und schüttelte unglaubwürdig den Kopf.
„Oh man, wie kann ich nur so dumm sein? Natürlich isst du das nicht alles.. Tut mir leid, warte ich leg etwas auf die Seite.“ Shawn sah dem ganzen Spektakel traurig zu, da ihm sein Vater irgendwie leid tat. Er versuchte alles, damit es ihm besser ging und er es zu Hause schön hatte, doch verkopfte sich zu sehr darin und machte es eher schlimmer, als besser. Das konnte ihm Shawn so natürlich nicht sagen und bedankte sich einfach bei seinem Vater so oft er konnte.
Als Henry fertig war, gab er Shawn das Teller zurück, dass nur noch zur Hälfte gefüllt war und somit schon viel besser aussah. Auch wenn er trotzdem noch keinen Hunger hatte, zwang er das ganze Teller in sich rein um seinen Vater glücklich zu machen. Danach ging es ihm ganz und gar nicht gut. Er konnte nur etwa fünf Minuten nach dem Essen sitzen bleiben, bis er sich in sein Zimmer verabschiedete. Zumindest sagte er das den Anderen. In Wahrheit lief er direkt ins Badezimmer um sich über der Toilette zu übergeben. Da er das Badezimmer im oberen Stockwerk nahm, konnten ihn Jules und sein Vater nicht hören, worüber er ziemlich froh war. Das konnte er seinem Vater jetzt wirklich nicht antun, da er sich doch solche Mühe gegeben hatte. Und er konnte nicht einmal sagen, dass es schlecht geschmeckt hatte, ganz im Gegenteil sogar. Er hatte nur einfach keinen Appetit auf irgendetwas. Als er fertig war, schleppte er sich in sein altes Kinderzimmer und zog sich ein graues Shirt an und zog seine Hose aus, sodass er nur noch seine Boxer anhatte. Erschöpft ließ er sich in sein Bett fallen und achtete gar nicht auf die Uhr, die gerade mal 19:36 anzeigte. Juliet klopfte an die Tür und Shawn war noch nicht eingeschlafen, weshalb er ein müdes „Herein“ von sich gab.
„Hey, ist alles in Ordnung? Du bist ja ziemlich schnell nach oben verschwunden.“ sie setzte sich auf seine Bettkante und streichelte ihm über den Rücken, da er auf dem Bauch lag.
„Ja, alles bestens. Nur müde, du weißt ja, das Übliche.“ Jules runzelte die Stirn, da sie ihm nicht so wirklich glaubte. Nicht um sonst war sie Detective geworden, dass musste Shawn schon ein paar mal feststellen.
„Shawn?“ meinte sie mit ihrer strengsten Stimme und dem bösesten Blick, den sie aufsetzten konnte.
„Ok ok, ist ja gut. Wenn du’s genau wissen willst, ich hab gekotzt.“ Shawn bewegte sich während der ganzen Konversation kein Stück, da er einfach zu schwach dazu war, also ging Jules neben seinem Kopf in die Hocke um ihm in die Augen zu sehen.
„Wieso sagst du deinem Dad nicht dass es zu viel ist oder du keinen Appetit hast? Der ist dir doch da nicht böse.“ Shawn schloss die Augen, da er genau wusste das es stimmte. Natürlich wäre er nicht sauer gewesen, aber er wollte ihn einfach nicht enttäuschen und endlich wieder anfangen, ein normales Leben zu führen.
„Außerdem merkt man dir an wenn du keinen Appetit hast. Jeder, vor allem dein Vater weiß, wie genüsslich du eigentlich isst. Denkst du, es fällt ihm nicht auf, wenn du erst 10 Minuten in deinem Gemüse rumstocherst, bevor du mal eine Gabel nimmst?“ Shawn nickte einfach nur, da er mittlerweile zu schwach und viel zu müde zum reden war.
„Ich geh dann nach Hause, ok?“ meinte Jules leise und küsste Shawn auf die Stirn der sofort nach ihrem Arm griff, als sie gehen wollte.
„Geh nicht.“ murmelte er in sein Kissen und ließ die Augen dabei geschlossen.
„Aber ich muss morgen früh raus und du brauchst deinen Schlaf. Außerdem ist mir Dreiviertel 7 etwas zu früh zum schlafen.“ Jules musste kichern und Shawn öffnete die Augen und sah auf die Uhr, die er noch gar nicht beachtet hatte.
„Oh… stimmt. Ok, dann sehen wir uns morgen?“
„Ja auf jeden Fall. Ich komme dich gleich nach der Arbeit besuchen.“ Shawn nickte und Jules küsste ihn erneut auf die Stirn und verabschiedete sich nun endgültig. Es dauerte nicht lange und Shawn war tief und fest eingeschlafen.


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Was denkt ihr über Shules? Ist es euch zu viel oder zu wenig oder passt das? Seid doch so lieb und lasst mir ein Review da :)
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