Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Shawn's Schicksal

von Lona11
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Burton 'Gus' Guster Carlton Lassiter Henry Spencer Juliet O'Hara Shawn Spencer
06.07.2016
26.08.2016
24
42.041
6
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
28.07.2016 1.579
 
Hello back! Ich bedanke mich hier mal für die Leser, die fleißig meine Geschichte weiterlesen und mir immer mal wieder ein Feedback geben, dass hilft mir echt wahnsinnig! :)
Jetzt viel spaß beim lesen!


Kapitel 14: Ernste Lage

„Shawn, die Ergebnisse der Knochenmarksbiopsie sind da.“ meinte Dr. Moran, als er seinen Lieblingspatienten besuchte.
„Und, wie siehts aus?“ wollte Shawn sofort eifrig wissen. Im Moment besuchten ihn Buzz und Chief Vick, die ebenfalls gespannt zuhörten. Allerdings bemerkten alle den traurigen Blick von Shawn’s Arzt.
„Die Krebszellen haben sich leider noch mehr vermehrt. Die Chemo schlägt anscheinend nicht an und das Knochenszintigramm hat bereits Metastasen in Lunge und Gehirn gezeigt.“ Shawn blieb der Mund offen stehen als sie die schreckliche Nachricht hörten und er wusste im Moment nicht, was er sagen oder tun sollte.
„Es tut mir leid, Shawn. Aber wir können nichts mehr für dich tun.“ fügte er hinzu und verschwand aus dem Zimmer.
„Tja, dumm gelaufen, Mr. Spencer.“ sagte Chief Vick schroff und Shawn sah sie verdutzt an.
„Bitte was?“ fragte er erneut, da er nicht glauben konnte was er gerade hörte.
„Ja, Sie haben recht, Chief. Ziemlich bitter Shawn.“ mischte sich nun auch Buzz ein, der laut seufzte.
„Naja, sehen wir’s positiv. Ihnen geht’s im Himmel, oder Hölle je nach dem, irgendwann besser und wir haben Sie Nervensäge nicht mehr an der Backe. Das ist quasi eine Win-Win-Situation.“ Shawn war sprachlos. Was redeten die beiden da bloß?
„Wir könnten es doch auch eigentlich gleich beenden oder? Wäre besser für alle Beteiligten.“ Chief Vick war entzückt von Buzz’ Vorschlag und nickte ihm streng zu. Shawn lag hilflos in seinem Krankenbett und wusste nicht, was er tun sollte. Was ist nur mit seinen Freunden passiert?
„Seid ihr verrückt geworden? Was ist los mit euch!“ brüllte er und brachte beide damit zum staunen.
„Hat noch ganz schön viel Kraft der Gute.“ meinte Chief Vick und gab Shawn einen Daumen nach oben. McNab hatte nun genug gesehen und wollte seine Arbeit beenden. Shawn bemerkte den finsteren Gesichtsausdruck von Buzz und spürte ein paar Sekunden später ein Kissen, dass fest auf sein Gesicht gedrückt wurde. Sein geschwächter Körper versuchte sich noch etwa eine Minute zu wehren, ehe alle Energie verbraucht war. Sein ganzer Körper erschlaffte und es wurde alles schwarz um ihn…

________________________________________________________________________

„Shawn! Shawn, wach auf!“ schrie Henry und schüttelte seinen Sohn unsanft an der Schulter bis dieser schweißgebadet seine blutunterlaufenen Augen öffnete.
„Ganz ruhig, mein Junge. Du hast nur geträumt.“ Shawn sah verwirrt in seinem Zimmer umher, ehe er sich seiner Umgebung wieder bewusst war. Zwei Tage waren seit seiner Infektion vergangen und sie wurde nur schlimmer statt besser. Dr. Moran teilte ihnen gestern mit, dass Shawn sehr wahrscheinlich eine Lungenentzündung hatte, die lebensbedrohlich sein konnte. Sein Fieber stieg immer mal wieder auf über 40°C an, was der Grund war warum er so unruhig schlief und manchmal sogar halluzinierte. Ihm ging es wirklich schlecht und bekam nur noch mit der Sauerstoffmaske halbwegs gut Luft. Besucher waren momentan begrenzt erlaubt, nur alleine und nur für etwa eine halbe Stunde, was wirklich wenig war. Henry hatte schon alles versucht, dass er länger bei seinem Sohn bleiben durfte, aber in der Hinsicht waren sie sehr streng und machten keine Ausnahme.
Henry machte den Waschlappen auf Shawn’s Stirn erneut nass und legte ihn zurück. Shawn atmete erleichtert aus, als er den kalten Lappen spüren konnte und nickte seinem Dad als Dankeschön zu.
„Ich muss aufs Klo.“ sagte Shawn nach einer Weile und Henry half seinem Sohn, sich an die Bettkante zu setzen. Henry dachte, dass Shawn’s Körper nach den ersten Wochen Chemo schon extrem geschwächt war, aber der Zustand in dem er sich jetzt befand, war noch viel schlimmer als er es sich jemals hätte ausmalen können. Allein der Weg an die Bettkante strengte ihn wahnsinnig an und er brauchte erst mal ein paar Minuten, bis er wieder anständig Luft bekam. Immer wieder bekam er heftige Hustenanfälle, die in Kombination mit seiner Luftnot meist nicht wirklich gut endeten. Am Tag davor ist er sogar kollabiert, da er keine Luft mehr bekam und nicht zu Husten aufhören konnte. Hätte er sich nicht von selbst wieder gefangen, hätte ihn Dr. Moran intubieren müssen, aber Shawn war stark, auch wenn das seine äußerliche Erscheinung nicht vermuten ließ.
„Meinst du es geht?“ fragte Henry besorgt als er Shawn’s blasse Gesichtsfarbe sah, obwohl er immer noch 39,1°C Fieber hatte. Sein Sohn nickte und sie standen gemeinsam auf und liefen etwas wackelig auf die Toilette. Henry musste ihn schwer stützen, ansonsten würde er es nicht schaffen und umkippen. Nicht unbedingt wegen seinem Kreislauf, sondern weil sein Körper sein eigenes Gewicht nicht mehr tragen konnte, obwohl er mittlerweile nicht mehr als 65 kg wog.
Henry brachte seinen Sohn auf die Toilette und setzte sich auf den Stuhl neben Shawn’s Bett und wartete geduldig, bis er wieder gerufen wurde. Nie hätte er gedacht, dass er seinen Erwachsenen Sohn einmal zur Toilette begleiten müsste. Schon oft dachte er daran wie es anders herum wäre, wenn Shawn sich um seinen alten, dementen Vater kümmern müsste, doch wer hätte erwartet, dass es ganz anders kommen würde? Henry dachte oft darüber nach und es machte ihn sichtlich fertig. In den 3 1/2 Wochen, in denen Shawn im Krankenhaus war, hatte Henry ein paar Falten mehr bekommen und seine Augenringe wurden immer dunkler und größer. Es war schon so weit gekommen, dass Shawn sich Sorgen um ihn machte und ihn regelmäßig nach Hause schickte, damit er etwas Schlaf bekam. Die neuen Besucherregelungen kamen ihm, bzw. seinem Vater also recht gelegen. Nach ein paar Minuten kam ein schwaches „Bin Fertig“ vom Badezimmer und Henry half seinem Sohn wieder ins Bett zurück. Der Weg zurück war immer schlimmer, als der Weg zur Toilette hin. Im Rückweg ließ ihn nicht nur sein Körper im Stich, sondern dann auch sein Kreislauf und er war regelmäßig kurz vor der Bewusstlosigkeit, doch sein Vater schaffte es immer rechtzeitig mit ihm ins Bett zurück und legte sofort die Beine hoch.
„Du solltest hier als Pfleger anfangen.“ meinte Shawn lachend und nach luftringend zugleich und Henry boxte ihn leicht in den Oberarm.
„Werd ja nicht frech.“ gab er zurück, doch er war sehr froh, dass Shawn immer mal wieder ein paar Witze machte. Wenn das irgendwann aufhören würde wusste er, dass es jetzt dann zu Ende ging. Es dauerte nicht lange, dann war Shawn wieder eingeschlafen, denn es wurden ihm zusätzlich zur Chemo, starke Antibiotika verabreicht, um den Keim in seiner Lunge zu beseitigen. Vorsichtig steckte Henry seinem Sohn ein Thermometer ins Ohr, ganz langsam sodass er nicht aufwachte und seufzte laut als er das Ergebnis sah.
„40,2°C. Du machst mich fertig Shawn.“ murmelte Henry vor sich hin und rief nach einer Schwester, die ihm gleich ein fiebersenkendes Medikament anhängte. Doch trotz alledem zuckte Shawn und wälzte sich unruhig in seinem Bett hin und her. Immer wieder murmelte er unverständliche Worte vor sich hin, doch einen Satz konnte Henry immer raushören: „Ich will nicht sterben.“ Das trieb ihm jedes mal Tränen in die Augen. Nicht mal im Schlaf, während dem er sich eigentlich erholen sollte fand er Ruhe.
„Mein armer, armer Junge.“ flüsterte Henry weinerlich und streichelte seinem Sohn sanft über den haarlosen Kopf.
Er musste immer wieder an die Worte von Dr. Moran denken: „Eine Lungenentzündung endet bei Krebspatienten sehr oft tödlich, deshalb ist höchste Vorsicht geboten. Wenn es heikel wird, müssen wir ihn intubieren und auf die Intensivstation verlegen. Dann ist es Glück ob er es überstehen wird oder nicht. Das hängt ganz allein davon ab, ob es sein Körper mit Hilfe der Antibiotika schafft, den Keim zu besiegen. Schafft er das nicht, wird er nicht mehr aufwachen.“ Dass war eines dieser Gespräche, die Henry lieber vermieden hätte, aber natürlich wollte und musste er bescheid wissen. Das Gespräch fand selbstverständlich ohne die Anwesenheit von Shawn statt, obwohl Dr. Moran auch ihm gesagt hat, wie ernst die Lage war. Shawn war kein Idiot, er wusste ganz genau, warum Dr. Moran allein mit seinem Vater reden wollte und es nervte ihn. Er war kein kleines Kind mehr, dass man beschützen oder dem man etwas verschweigen musste. Er wusste selbst am besten, wie das ganze ausgehen könnte, dazu brauchte er keinen Arzt. Doch er wusste auch, wie wichtig es für seinen Vater war, die ganze Wahrheit zu hören, da Shawn ihm vermutlich die Hälfte verschweigen würde, um ihn zu schützen.
Shawn wusste bereits, dass aus den 4 Wochen Krankenhausaufenthalt nichts werden wird und bereitete sich schon mental darauf vor. Mit der Lungenentzündung würde sich das alles nach hinten verschieben, vielleicht mussten sie sogar die Chemo pausieren, wenn es ihm noch schlechter ging und dann würden aus den 4 Wochen 6 oder 8 werden. An den Gedanken daran versuchte er sich so langsam zu gewöhnen und mittlerweile fand er es auch gar nicht mehr so schlimm. Er bekam eine Menge Besuch, Essen und Trinken wurden ihm serviert und er durfte Playstation spielen so oft und so viel er wollte. Das einzig richtig nervige waren natürlich die Chemo und die harte Matratze, die ihm mittlerweile ziemliche Rückenschmerzen bereitete. Doch das war momentan sein kleinstes Problem, jetzt war es wichtig sich auf die Infektion zu konzentrieren und seinen Körper dazu zu zwingen, diesen Mist zu bekämpfen und auszurotten. Es würde viel Energie kosten, doch das war ein kleiner Preis den er zahlen musste, um am Leben zu bleiben und er würde es schaffen.


_____________________________________________________________________

Was denkt ihr? Wird Shawn überleben?
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast