Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Shawn's Schicksal

von Lona11
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Burton 'Gus' Guster Carlton Lassiter Henry Spencer Juliet O'Hara Shawn Spencer
06.07.2016
26.08.2016
24
42.041
6
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.07.2016 1.619
 
Wieder ein neues Kapitel :)
Ich hab nie gedacht dass meine Wrestling Kenntnisse irgendwann von Nutzen sein würden, aber siehe da, jetzt hab ich's auch mal ausgenutzt :D
Viel spaß beim lesen :)


Kapitel 12: Der neue Mitbewohner

„1, 2, 3! Gewonnen!“ schrie Shawn und warf beide Hände in die Höhe.
„Das war nur Glück!“ nörgelte Gus, der beleidigt den Kopf hängen ließ und aus Trotz erst einmal ein Bissen von seinem Nusshörnchen nahm.
„Glück? Ich kann mich nicht erinnern, dass du mich jemals bei Wrestling geschlagen hast, Gus. Kein Wunder, wie willst du mit Hornswoogle John Cena besiegen?“
„Hey, der kleine hat Power!“ versuchte sich Gus zu verteidigen und legte seinen Controller zur Seite.
Zwei Wochen waren vergangen, seit Shawn seine erste Chemo bekam und es ging ihm eindeutig besser als die erste Woche. Da Gus fast die ganze Zeit bei ihm war hat er mitgezählt und ist auf sage und schreibe 37 mal gekommen, wo sich Shawn übergeben musste. In einer Woche. Er hat seine Spuckschüssel sogar liebevoll Pukie getauft, da er keine Sekunde ohne sie sein konnte. Es war schrecklich ihn so zu sehen, denn er konnte die ganze Woche kein Essen und nur sehr wenig Flüssigkeit zu sich nehmen und musste sogar für drei Tage über eine Magensonde ernährt werden. Shawn war sehr erleichtert, als er wieder essen konnte und das Ding vor zwei Tagen entfernt werden konnte, denn dieser Schlauch in der Nase nervte ihn gewaltig. Trotz der starken Besserung, war auch die zweite Woche kein Kinderspiel. Er konnte zwar wieder etwas essen, doch auch keine großen Mengen und der eh schon dünne Shawn wurde immer dünner. Um seinen besten Freund ein wenig abzulenken, beschloss Gus, Shawn’s Playstation herzubringen und sie an dem Flachbildfernseher anzuschließen, der zum Glück schon im Zimmer vorhanden war. Das war das größte Geschenk, dass er in den zwei Wochen bekommen hatte und er freute sich riesig darüber.
Aufgrund seines schlechten Zustandes hat Shawn die letzte Woche noch keinen Nachbar bekommen, doch Schwester Mary kündigte für heute einen Neuzugang an, der anscheinend die gleiche Diagnose hatte wie er. Irgendwie war er froh darüber, da Gus ja nicht immer da war, andererseits war er mit diesem Mann 24/7 zusammen und hoffte schwer, dass er sich mit ihm verstehen würde. Außerdem konnte er mit Gus nicht mehr so reden, wie sie es taten wenn sie alleine waren.
Während Gus eine Revanche von Shawn verlangte, klopfte es an der Tür und Dr. Moran kam herein.
„Hallo Shawn, na wie geht’s dir?“ mittlerweile kannte Shawn jeden auf Station und jeder auf Station kannte Shawn, weshalb sie vor zwei Tagen beschlossen sich gegenseitig zu duzen, was Shawn viel angenehmer war.
„Oh Doc, schlechter Zeitpunkt.“ gerade als er den Satz zu Ende gesprochen hatte, gab Gus’ Hornswoogle Shawn’s John Cena einen kräftigen Tritt in seine besten Teile und er ging zu Boden.
„Was, ernsthaft?“ schrie Shawn entsetzt und Gus lachte hämisch vor sich hin als er den kleinwüchsigen Iren im Videospiel fröhlich tanzen ließ. Genervt legte Shawn den Controller weg und widmete sich Dr. Moran, der das Spektakel lachend mit ansah.
„Anscheinend geht’s dir etwas besser.“ meinte er schmunzelnd und Shawn nickte als Antwort.
„Was steht an Doc?“ Wollte Shawn gleich wissen, da der hohe Besuch ja etwas zu bedeuten haben musste.
„Wir haben beschlossen, dass es besser wäre, dir einen Zugang unter die Haut einzupflanzen, damit wir nicht immer einen Venenzugang für die Chemo oder andere Medikamente brauchen.“ erklärte Dr. Moran und wurde von Shawn unterbrochen, als er erneut ansetzten wollte.
„Ich bekomme einen Port?“ fragte er sofort, da er in den letzten Wochen eine Menge Zeit hatte, sich über seine Krankheit und die Therapie zu informieren.
„Ja genau, Shawn. Es wäre sehr viel angenehmer für dich, du müsstest nicht ständig aufpassen, dass du mit deiner Nadel irgendwo hängen bleibst. Außerdem müssen wir dann nicht immer eine neue legen, denn die kann ja auch nicht für immer drin bleiben. Bei einem Port wird wie gesagt ein Zugang unter die Haut genäht und wieder verschlossen. Wenn man etwas anschließen muss, muss man einfach mit einer kleinen Nadel durch die Haut in den Zugang stechen und schon ist man fertig.“ Shawn nickte nur, da er dass alles schon im Internet gelesen hatte und Dr. Moran eigentlich schon fragten wollte, ob er so etwas bekommen könnte. Abgesehen davon, dass man den Port unter der Haut sieht und er eine Narbe bekommen würde, war es doch viel praktischer als eine Nadel am Arm.
„Wann machen wir das?“ fragte er sofort eifrig.
„Wenn kein Notfall dazwischen kommt, noch heute. Ich habe noch etwas um 15:15 frei, Schwester Mary kommt dann zu dir rein um dich in den OP zu bringen. Das wird nicht lange dauern, nach spätestens 40 Minuten sind wir damit fertig.“ Shawn nickte erneut und bedankte sich bei Dr. Moran.
Nach einem erneuten Match mit Gus, diesmal The Undertaker (Shawn) gegen The Miz (Gus) klopfte es wieder an der Tür und Schwester Mary lugte durch die Tür. Ein Blick auf die Uhr verriet Shawn, dass es noch nicht Zeit für die OP war, also vermutete er, dass es sein neuer Nachbar war.
„Hi Shawn, du bekommst einen Nachbar.“ Sie drehte sich um und klopfte auf die Schulter eines jungen Mannes, der ihn freundlich angrinste.
„Das ist Mr. Baxter.“ fügte sie hinzu und der braunhaarige Mann stellte sich hastig mit Leo vor. Schwester Mary erklärte Leo das nötigste, was sie auch Shawn damals gesagt hatte und verschwand dann schnell wieder aus dem Zimmer.
„Wie lang bist du schon hier?“ fragte Leo, während er seine Klamotten in den freien Schrank legte.
„Seit zwei Wochen.“ gab Shawn zurück und schaltete aus Höflichkeit die Playstation aus.
„Ich geh mir kurz einen Kaffee holen“ sagte Gus, damit die beiden sich in Ruhe kennen lernen konnten.
„Ich bin übrigens Gus.“ stellte er sich kurz am Vorbeigehen vor. Leo nickte freundlich und wandte sich wieder seinen Klamotten zu.
„Was hast du? Mary sagte, du hast das gleiche wie ich.“ fragte Shawn den großen Mann. Er war schätzungsweise nur ein paar Jahre jünger, wenn nicht gleich alt wie Shawn und hatte einen Drei-Tage-Bart, der sehr gut zu ihm passte. Shawn musste zugeben, dass er ein ziemlich attraktiver Mann war. Seine Stahlblauen Augen bestätigten seine mentale Aussage.
„Ich hab ALL. Ziemliche Scheiße was?“ fragte er rhetorisch und Shawn nickte zustimmend und kratzte sich am Kopf. Seine Augen weiteten sich, als er einen ganzen Büschel Haare in seiner Hand fühlen konnte.
„Was ist los?“ fragte Leo, als er den geschockten Gesichtsausdruck seines Zimmernachbarn sah.
„Es geht los. Mir fallen die Haare aus.“ Shawn holte seine Hand wieder nach vorne und starrte auf den Büschel toter Haare.
„Ihr wart sehr gut zu mir. Ruhet in Frieden.“ murmelte er und schloss dabei die Augen.
„Alter, das sind nur Haare.“ meinte Leo und schüttelte dabei den Kopf.
„Nur Haare? Oh meine Haare bedeuten mir einiges.“ Er sah zu Leo und auf seine perfekt gegelten braunen Haare.
„Dir anscheinend auch.“ fügte er schmunzelnd hinzu und brachte Leo dabei zum lachen.
„Ja, da hast du recht.“ Beide unterhielten sich eine Zeit lang und lernten sich etwas kennen. Shawn erfuhr, dass Leo 33 Jahre war, also nur zwei Jahre jünger als er und single war, was Shawn überhaupt nicht verstehen konnte. Er war Autor vom Beruf, ein guter anscheinend, denn er kam offensichtlich gut über die Runden. Es stellte sich heraus, dass auch er ein begeisterter Wrestling Fan ist und die beiden kämpften gegeneinander, bis ein paar Minuten später Gus zurückkam und sie dann zu dritt gegeneinander kämpften. Alle drei hatten eine Menge spaß und auch Gus kam gut mit Leo aus. Shawn war sehr froh, dass Gus so gelassen reagierte, wo er doch sehr sensibel sein konnte und leicht eifersüchtig wurde. Doch anscheinend machte es seinen afroamerikanischen Freund sehr glücklich, dass Shawn einen Zeitgenossen gefunden hatte, mit dem er sich über seine Krankheit austauschen konnte, da er glücklicherweise wenig Erfahrung damit hatte und ihn deshalb nicht ganz so gut unterstützen konnte.
Um 15:20 Uhr kam Mary ins Zimmer um Shawn zur OP abzuholen. Auch wenn es nur eine örtliche Betäubung war und er bei vollem Bewusstsein sein würde, war er trotzdem aufgeregt. Doch es ging alles gut und nach nicht einmal 30 Minuten war Dr. Moran fertig mit seiner Arbeit und Schwester Mary brachte Shawn wieder in sein Zimmer zurück, wo Juliet und sein Vater auf ihn warteten. Beide hatten bereits Bekanntschaft mit Leo gemacht, der sich angeregt mit ihnen unterhielt.
„Hallo mein Junge. Ist alles gut gegangen?“ fragte sein Vater sofort als er mit seinem Bett reingefahren wurde.
„Ja, war alles halb so wild.“ Shawn hatte ein kleines Pflaster unter dem rechten Schlüsselbein kleben, dort wo der Port implantiert wurde und bekam von Mary einen Eisbeutel in die Hand gedrückt, den er sich auf die Wunde legte.
„Wann kann man den benutzten?“ fragte Juliet Shawn, nachdem sie ihm einen Ananassmoothie in die Hand gedrückt hat.
„Dr. Moran sieht sich die Wunde in ein paar Tagen an und wird dann die Fäden ziehen. Dann wird er ihn das erste mal anstechen schätze ich. Morgen krieg ich meine Chemo also noch über die Nadel im Arm.“ meinte Shawn genervt und kratzte sich am Verband, der um die Nadel gewickelt war.
„Lust auf eine Runde Wrestling?“ fragte Shawn hoffnungsvoll und grinste über beide Ohren als Jules und sein Vater nickten, da sie ihm keinen Wunsch abschlagen konnten. Auch Leo schnappte sich den letzten Controller und so saßen sie zu 4. im Krankenzimmer und spielten Wrestling auf Shawn’s Playstation.


___________________________________________________________________


Leider nicht sonderlich viel passiert in dem Kapitel aber ich hoffe, es gefällt euch trotzdem ;) Lasst mir doch ein Feedback zurück, dass würde ich sehr freuen :)
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast