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Shawn's Schicksal

von Lona11
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Burton 'Gus' Guster Carlton Lassiter Henry Spencer Juliet O'Hara Shawn Spencer
06.07.2016
26.08.2016
24
42.041
6
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
22.07.2016 1.876
 
Halli hallo, ich melde mich mal wieder mit einem neuen Kapitel zurück. Den Titel hab ich frecherweise von der Serie geklaut, naja fast zumindest ;) Ich hoffe es gefällt euch, viel spaß beim lesen :)


Kapitel 11: A very Juliet Chapter

Eine Weile später klopfte es an Shawn’s Zimmertür. Als Gus keine Reaktion vernahm, öffnete er leise die Tür und spähte ins Zimmer hinein. Was er dort sah machte ihn irgendwie glücklich, denn er sah beide Spencers friedlich schlafen. Doch als er genauer hinsah, konnte er Shawn’s blasses Gesicht und die Spuckschüssel sehen, die er fest umklammert auf dem Schoß liegen hatte. Nun kamen auch Lassiter und Juliet ins Zimmer, die jedoch dank ihrer Beobachtungsgabe sofort Shawn’s Situation erkannt haben. Juliet war die erste, die etwas sagte.
„Der arme Shawn.. Er sieht so krank aus.“ sie versuchte krampfhaft, ihre Tränen zurückzuhalten, was ihr auch weitestgehend gelang. Selbst Lassie war etwas geschockt und legte eine Hand auf Juliet’s Schulter um sie etwas zu beruhigen.
„Der wird schon wieder, O’Hara. Spencer überlebt doch alles. Sehr zu meinem bedauern.“ fügte er hinzu, jedoch leicht schmunzelnd als ihm Juliet einen bösen Blick zuwarf.
Auch wenn die beiden Detectives flüsterten, wachte Henry sofort auf und stand von seinem Stuhl auf.
„Detectives. Gus.“ er nickte allen dreien zu und setzte sich wieder auf den Stuhl. Sie traten alle näher und beobachteten die schlafende Form von Shawn.
„Es ist wirklich erfrischend, ihn mal ruhig zu sehen.“ meinte Lassie und lehnte sich an der hellblau gestrichenen Wand an.
„Die Umstände sind allerdings weniger schön.“ fügte er schnell hinzu, als er dieses Mal nicht nur Juliet’s bösen Blick erhaschte, sondern den der anderen ebenfalls. Und er musste zugeben, dass Henry’s Blick den von Juliet um das 5-fache übertrumpfte.
„Wie geht es ihm?“ fragte nun Gus, der sich rechts neben Shawn’s Bett stellte und ihn besorgt ansah.
„Naja, er verträgt die Chemo anscheinend schlechter als erwartet.“ er seufzte laut und fuhr sich mit der flachen Hand über die Glatze.
„Er musste sich bereits 4 mal übergeben.“ Jules schnappte sich den letzten Stuhl im Zimmer und setzte sich rechts neben Henry. Ungemütliche Stille bereitete sich im Raum aus, bis sich Shawn plötzlich stöhnend im Bett hin und her bewegte und seine Augen sich weiteten
„Und es ist wieder so weit.“ Henry reagierte sofort und unterstützte Shawn am Rücken, sodass er eine aufrechte Position einnehmen konnte. Gerade noch rechtzeitig konnte sich Shawn über den Eimer beugen, ehe er sich erneut erbrach. Erst jetzt wurde ihm klar, dass er Gesellschaft bekommen hatte und es war ihm sichtlich unangenehm, doch er konnte nicht anders. Die Übelkeit war zu groß.
Die beiden Detectives waren sichtlich geschockt, ihren Chef-Hellseher so zu sehen und starrten mit offenen Mündern auf die leidende Person vor ihnen. Gus’ Reaktion war wie erwartet. Er drehte sich fast im gleichen Moment um, als Shawn zu würgen begann und lief seitdem unruhig hin und her während er versuchte, die Übelkeit zu überwinden. Lassie war der erste der merkte, dass ihm das nicht gelingen wird und reichte Gus eine saubere Spuckschüssel, die unberührt auf dem Tisch stand. Beide übergaben sich nun gleichzeitig in die Schüssel und versuchten währenddessen zu grinsen, was ziemlich seltsam aussah. Als Gus und Shawn fast gleichzeitig fertig waren, bot Juliet dem Afroamerikaner ihren Platz an und ging ins Badezimmer, um die Schüsseln zu reinigen.
„Man Kumpel, dass war krass. Du lässt mich nicht im Stich, was?“ Shawn konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und hielt Gus seine Faust hin, die er, ebenfalls lächelnd, zurück boxte.
„Ihr seit ja echt allerliebst.“ kam es kalt von Lassie, den Shawn erst jetzt bemerkt hatte.
„Lassie? Wow, dich hätte ich nicht erwartet.“ er grinste ihn freundlich ein, wohl wissen dass das den leitenden Detective zur Weißglut bringen würde. Lassiter rollte genervt mit den Augen, doch tief im inneren machte er sich große Sorgen um Shawn. Er versuchte es nur so gut es ging zu verbergen, sonst könnte er sich eine Ewigkeit lang anhören, dass er sich Sorgen und ihn machte.
Juliet kam ein paar Minuten später mit zwei sauberen Schüsseln zurück und stellte sie auf Shawn’s Nachtkästchen. Traurig sah sie Shawn in die Augen, der das nicht mit ansehen konnte. Er konnte sie nicht traurig sehen, dafür war sie ihm zu wichtig.
„Ich hol mir einen Kaffee, Detective Lassiter, Gus, begleitet ihr mich?“ fragte Henry, der die Situation sofort begriff und Juliet und Shawn einen Moment für sich lassen wollte. Beide verstanden sofort und folgten Henry aus der Tür. Shawn wusste, was sein Vater vorhatte und bedankte sich mental bei ihm.
„Wie geht es dir, Shawn? Und bitte sei ehrlich.“ fragte Jules traurig und legte ihm besorgt eine Hand aufs Knie.
„Abgesehen von der Übelkeit ganz gut eigentlich.“ meinte er und zuckte mit den Schultern. Juliet sah auf die Infusion, die schon zur Hälfte durchgelaufen war.
„Können die dir nicht etwas geben, damit es besser wird?“
„Das haben sie schon. Es hat nicht wirklich was geholfen“ Plötzlich spürte Shawn eine warme Hand auf seiner und stellte fest, dass es die von Juliet war.
„Shawn, wir schaffen das gemeinsam, hörst du?“ Shawn wusste nicht was er darauf antworten sollte. Er war sprachlos und konnte nur in die schönen Augen von Jules starren.
„Du wirst stark sein. Genauso wie wir. Wir müssen alle stark sein, damit du diese scheiße überstehst.“ Shawn konnte sich nicht erinnern, Jules jemals fluchen gehört zu haben und konnte sich deshalb ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Er war so vertieft, Juliet’s aufmunternden Worten zuzuhören, dass er gar nicht bemerkte wie seine Augen immer feuchter wurden und sein Sichtfeld plötzlich verschwommen wurde. Erst als er eine nasse Träne an seiner Wange spürte, musste er feststellen, dass er anfing zu weinen obwohl er das vor Jules unbedingt vermeiden wollte. Diesmal waren es aber keine Tränen vor Verzweiflung oder Trauer, sondern Tränen vor Glück und Freude und daraufhin zog ihn Jules in eine tiefe Umarmung.
„Ich bin so froh dass du da bist.“ meinte Shawn schluchzend und drückte Jules fest an sich.
„Dass du mir ja gesund wird.“ jetzt fing auch Jules an zu schluchzen und Shawn war überrascht, dass sie ihren Tränen freien lauf ließ. Er war fest davon überzeugt, dass sie versuchen würde, ihre Trauer zu verbergen, doch ihre Freundschaft war anscheinend glücklicherweise zu stark um etwas voneinander verbergen zu müssen. Sie verblieben eine Weile in der Umarmung, bis es wenig später erneut an der Tür klopfte. Beide wussten, dass es die anderen drei waren und wischten sich hastig die Tränen weg.
Die drei kamen langsam herein, jeder mit einer Tasse Kaffee in der Hand, Gus und Henry mit zwei, eine für Jules und eine für Shawn. Juliet nahm die Tasse dankend entgegen, während Shawn nur bei dem Gedanken an Kaffee anfing zu würgen und kopfschüttelnd ablehnte.
„Bist du dir sicher?“ meinte Gus und stellte die übrige Tasse auf dem Tisch ab.
„Sofern wir nicht beide wieder einen Kotz-Wettbewerb veranstalten wollen, ja.“ Gus und die anderen mussten lachen, doch waren irgendwie auch besorgt, dass selbst so etwas wie eine simple Tasse Kaffee zu viel für ihn war.
„Möchtest du was anderes? Wasser, Tee oder etwas zu essen?“ fragte Gus erneut.
„Nein, momentan nicht, danke.“ gab Shawn kurz zurück.
„Aber du musst doch irgendwas essen.“
„Gus, lass es einfach. Ich kann jetzt nichts essen.“ Shawn war genervt und wurde etwas lauter, was ihm auch gleich leid tat. Doch er hasste es, wenn sich alle Sorgen um ihn machten und ihn bemitleiden. Er war ja schließlich kein kleines Kind mehr.
„Tut mir leid, Gus..“ trotzdem entschuldigte er sich als er sah, wie gekränkt sein bester Freund war.
„Schon ok, Kumpel.“ wieder schlugen sie mit der Faust ein und grinsten sich an.
Alle saßen eine Weile still da und beobachteten Shawn, dessen Augenlider allem Anschein nach immer schwerer wurden und sich langsam schlossen. Als sie sicher waren, dass er eingeschlafen war, standen Lassiter und Jules auf um wieder zurück auf die Wache zu gehen. Lassiter verabschiedete sich von Henry und Gus, Shawn nur in seinen Gedanken, er konnte ihn ja sowieso nicht hören. Jules hingegen verabschiedete sich erst von Shawn, indem sie ihm einen Kuss auf die Stirn gab, unbeeindruckt von dem überraschten Blick ihres Partners und den zustimmenden Blicken von Gus und Henry, die schon immer wussten, dass zwischen den beiden mehr als nur Freundschaft herrschte. Auch von Henry und Gus verabschiedete sich sich kurz und beide Detectives gingen wieder ihrer Arbeit nach. Eine Stunde später fing das Gerät, der Infusiomat an zu piepsen und alle zuckten erschrocken zusammen. Shawn wachte ebenfalls davon auf und drückte den Schwestern-Ruf-Knopf, da seine Chemo anscheinend leer war. Keine Minute später kam Schwester Mary ins Zimmer und befreite Shawn von der gelben Flüssigkeit.
„Endlich geschafft, Shawn.“ sie grinste ihn freundlich an und er erwiderte das Lächeln obwohl er wusste, dass die nächsten Tage noch schlimmer werden würden als der heutige. Gus und Henry blieben beide noch bis es dunkel wurde, bis sie von Schwester Mary nachhause geschickt wurden, da die Besuchszeit zu ende war. Beide hofften, dass Shawn die Nacht gut überstehen würde und die nächsten Tage erträglich für ihn werden. Wenn sich die Befürchtung von Dr. Moran bestätigt und die nächsten Tage noch schlimmer werden würden, wussten sie nicht, wie Shawn’s Körper reagieren würde. Auch wenn er es selbst nicht zugab, war er doch selbst nach einem Tag Chemo extrem schwach. Während seine Freunde und sein Vater da waren, versuchte er den Drang zur Toilette zu gehen so gut es ging zu vermeiden, doch als sie weg waren konnte er nicht mehr anders. Er setzte sich an die Bettkante und wackelte bedrohlich. Er wusste, dass das wahrscheinlich nicht gut enden würde, da er erst vor einer Woche schon einmal auf dem Weg zurück ins Bett kollabiert ist. Dass wollte er dieses mal unbedingt vermeiden und rief erneut Schwester Mary.
„Tut mir wirklich leid, dass ich Sie wegen so etwas belästige, Mary. Aber ich muss wirklich dringend mal aufs Klo.“ Mary lachte kurz und half Shawn, seine Hausschuhe anzuziehen bevor sie versuchten aufzustehen. Shawn war überrascht, wie stark Mary war, da sie wirklich eine ausgezeichnete Stütze war. Mit ihrer Hilfe war es kein Problem für Shawn und in Null Komma nichts lag er auch schon wieder im Bett, sehr erschöpft zwar, aber er hatte es zumindest geschafft.
Mary beobachtete Shawn für einen Moment und entschied, ihm wieder eine Sauerstoffbrille anzulegen, die er für den Weg aufs Klo ablegte und gab ihm eine Urinflasche, damit er sich nicht immer aus dem Bett quälen musste. Shawn bedankte sich herzlich und schloss erschöpft die Augen, während er den ganzen Tag Revue passieren ließ. Er war etwas geschockt und enttäuscht, dass er es mittlerweile nicht mal mehr alleine auf die Toilette schaffte, obwohl er gerade mal einen Tag Chemo hinter sich hatte. Wieder einmal bekam er Zweifel, ob er das ganze überstehen würde, doch schüttelte den Gedanken schnell beiseite als er an Juliet, Gus, Lassie und natürlich seinen Vater dachte, die er nicht einfach so im Stich lassen konnte. Wie Jules davor schon zu ihm sagte, er müsse kämpfen und er würde das überstehen.


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Was meint ihr? Lasst es mich doch wissen, wie es euch bis jetzt gefällt. Das würde mir wirklich sehr weiterhelfen :)
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