Voyager - Virtuelle Staffel 8

GeschichteSci-Fi / P12
02.07.2016
11.10.2017
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Als ich mir damals das Projekt angesehen habe und beschlossen habe die Übersetzung zu übernehmen, habe ich übrigens übersehen, dass es einige so lange Folgen wie diese gibt. Das habe ich dann erst bei der Übersetzung bemerkt...^^

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To potential visitors of the VV8 project: Ten years ago you allowed me to translate VV8 to german.  At that time I posted it on a homepage belonging to the german virtual series project but that doesn´t exist anymore since years. The three producers I could reach - MaquisKat, SaRa and Thinkey - gave me the permission to repost it here. If you want to contact me you can do so by leaving a review here or speak to one of the producers on Twitter.
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! Disclaimer: Star Trek: Voyager, die Charaktere und alles, was dazu gehört, ist ein eingetragenes Warenzeichen von Paramount Pictures. Das Copyright von Paramount soll hiermit nicht verletzt werden, da mit der virtuellen 8. Staffel (Voyager Virtual Season 8 - VV8) kein Profit gemacht wird. Die hinzuerfundenen Charaktere und Umgebungen gehören den Produzenten von VV8 und den einzelnen Autoren. Diese Geschichte gehört dem Autor des englischen Originals (http://vv8.jetc.org) und eine Weiterverbreitung ohne Erlaubnis - betrifft das Original ebenso wie diese Übersetzung - ist nicht erwünscht. !



Episode 8-3 - Zwischen Himmel und Hölle

Autor: Katane
Übersetzung: OkuntinTenfeder



"Wir sind Sernaix, Verteidiger dieses Reiches."

Die Worte hallten durch die Brücke, eine implizierte Drohung schwang in der ruhigen Aussage mit. Die Brückencrew schwieg und stand bewegungslos da angesichts des kalten Horrors, denn die Kreatur rief Erinnerungen tausender Kindheitsgeschichten über Teufel und Dämonen wach; ein gehörnter Teufel mit blauer Haut starrte aus Augen, die eher schwarze Löcher waren. Eine Konstante in allen Kulturen, die Kreatur von Jenseits. Das Andere. Das Unbekannte.

Tuvok erholte sich als erster; die vulkanische Ausbildung war nützlich, auch wenn die vulkanische Mythologie den Horror beibehielt. "Nur die visuellen Sensoren nehmen ihre Präsenz wahr, Captain." Die Worte schienen Janeway aus ihrer Erstarrung zu reißen und sie drehte sich zur Ops.

"Harry, rufen Sie sie", sagte sie, "vielleicht sind sie jetzt, wo sie sich vorgestellt haben, empfänglicher dafür."

Harry arbeitete schnell daran den Standardgruß auf allen Frequenzen und einigen, die es eigentlich nicht geben sollte, zu schicken, wie er es beim ersten Erscheinen von Sernaix gemacht hatte. Nach einem Augenblick hob er den Kopf. "Nichts, Captain. Keine Antwort auf irgendeinem Kanal."

Das Bild auf dem Schirm wechselte plötzlich; das Gesicht des Außerirdischen verschwand und wurde durch die gewöhnliche, aber unbekannte Sternenlandschaft und ein noch unbekannteres Raumschiff ersetzt. Die nachtschwarze Hülle war nahtlos, ohne Bruchstellen oder irgendwelche Anzeichen von Eingängen. Es war selbst mit den visuellen Sensoren, mit denen sie es sehen durften,  kaum zu sehen. Es war, als würde es den Weltraum schlucken. Man konnte keine Reflektionen sehen; es war fast nur deshalb sichtbar, weil dort, wo es war, keine Sterne zu sehen waren.

Paris erschauerte am Steuer und schluckte die instinktive leichtsinnige Bemerkung herunter, die er im Kopf hatte, sobald die Erinnerung an den Außerirdischen ihn losließ. Chakotay wandte sich zu der Konsole zwischen den beiden Kommandosesseln und führte einige Diagnosen durch, wobei er aus Reflex die Position und den Status der Voyager überprüfte.

"Harry", begann Janeway und wollte um genauere Scans bitten. Sie kam nur bis zu seinem Namen, als ihre Worte von dem Donner der Bekanntmachung überrollt wurden. Sie war dieses Mal lauter.

"Wir sind Sernaix, Verteidiger dieses Reiches."

Dieses Mal wurde sie nicht von dem Bild des Außerirdischen begleitet, es war einfach das Bild von dem Schiff.

Paris seufzte und vertrieb so das Frösteln, das die Wiederholung des Satzes ausgelöst hatte, indem er grummelte: "Wir haben euch auch beim ersten Mal gehört."

"Entschuldigen Sie, Captain", durchbrach Harrys die Stille, "ich weiß nicht, wie sie das anstellen. Ich kann den Kanal, auf dem wir es empfangen, nicht isolieren. Es ist, als würden sie ihre Botschaft gleichzeitig auf allen Kanälen ausstrahlen und auf keinem. Es ergibt keinen Sinn."

Die Brückencrew war ungewöhnlich still, obwohl die Ruhe langsam wieder durch die normalen Geräusche von Konsolen, die bedient wurden, und von Crewmitgliedern, die, wenn nötig, von einer Station zu einer anderen gingen, durchbrochen wurde. Janeway starrte auf den Schirm, als sie sich wieder in ihren Sessel setzte. Das Schiff hing dort, bewegungslos, unleserlich im wahrsten Sinne des Wortes. "Was wollen sie?"

Sie hatte nicht bemerkt, dass sie laut gesprochen hatte und war überrascht von Chakotay eine Antwort zu bekommen. "Ich bin mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist hier zu bleiben und es heraus zu finden", sagte er leise genug, damit die restliche Brückencrew es nicht hörte, "wenn sie feuern können, während sie getarnt sind, und in unserem Kommunikationssystem ein und ausgehen können ohne eine Spur zu hinterlassen, aber nicht auf unsere Rufe antworten, bin ich mir nicht sicher, ob ich warten will, bis sie die Führung übernehmen. Wir haben gerade einen Kampf hinter uns; ich bin mir nicht sicher, ob wir in der Lage sind einen weiteren zu überstehen."

Janeway schüttelte den Kopf. "Sie haben für uns die Cardassianer zerstört. Ich dachte, Sie würden sie billigen."

Chakotay sah sie an. "Kathryn, hier fühlt sich etwas falsch an; sie können offensichtlich mit uns kommunizieren, warum sagen sie dann nicht etwas konstruktiveres?"

Janeway antwortete nicht direkt; sie wandte sich statt dessen an Harry. "Harry, versuchen Sie sie wieder zu rufen. Und versuchen sie es weiter. Sie wissen, dass wir hier sind, vielleicht bemerken sie einfach nicht, dass wir versuchen sie zu kontaktieren." Sie drehte sich wieder zu Chakotay. "Commander, ich möchte, dass Sie die Logbücher des Flyers checken - Tom war sehr nah, als das zweite cardassianische Schiff explodierte, vielleicht haben die Sensoren etwas bemerkt."

Chakotay nickte. Er hatte seine Lippen bei ihrem knappen Tonfall zusammen gepresst. Es war ihm klar, dass es ein Verweis war, dass sie ihn mit seinem Rang angesprochen hatte. Er wandte sich wieder seiner Konsole zu und rief die Logbücher auf, indem er mit den Fingern fest auf das Panel tippte und seine Frustration und Irritation an dem Gegenstand ausließ. Er fühlte sich immer noch unwohl, als wäre die Voyager gefährlich dem fremden Schiff ausgeliefert, das backbord über ihrem Bug hing - oder es so aussehen ließ, als würde es dort hängen. Nur die Geister wussten, wo es wirklich war oder wie es wirklich aussah - ein Schiff, das die Sensoren nur dann wahrnahmen, wenn es ihnen erlaubt war, sie wahrzunehmen. Eine Rasse, die nach ihren eigenen Regeln kommunizierte. Sein vorheriger Optimismus sank und er spürte, wie sich seine Nackenhaare aufrichteten; angstvoll bereitete ihn das Adrenalin auf das Schlimmste vor.

Das Schlimmste geschah.

Harry hob den Kopf um erneut über einige ergebnislose Scans und Rufe zu berichten; bevor er die Chance hatte mehr als "Captain", zu sagen, bebte das Schiff.Sofort kam B'Elannas Stimme über die Comm-Verbindung: "Captain, die neue Außenhülle funktioniert wieder. Die Treffer ließen Janeway fast von ihrem Sessel fallen; die Worte gaben ihr eine kurzlebige Hoffnung.

"Tuvok, erwidern Sie das Feuer. Paris, Ausweichmanöver - geben Sie Tuvok die Gelegenheit zu feuern. Jetzt."

Chakotay sah sie ungläubig an und verlor die Schadensberichte, die über den Bildschirm zwischen ihnen liefen, aus den Augen. "Sie wollen gegen sie kämpfen?" fragte er.

"Ja, das werde ich, Commander. Wir müssen wissen, was hier los ist und durch Weglaufen werden wir keine Antworten bekommen. Haben Sie damit ein Problem?" Die Frage war eindeutig rhetorisch und schnippig. Seine Meinung war offensichtlich nicht gefragt. Schon wieder. Chakotay schüttelte den Kopf - wenn auch nicht als Reaktion auf Janeways Worte. Wenn sie dieses Universum - welches Universum auch immer - auf sich nehmen wollte, würde er sie nicht aufhalten können. Wenigstens war er dieses Mal eingeweiht.

Das Schiff bebte wieder, die Schutzhülle gab ihnen mehr Schutz, als ihn die Cardassianer hatten, aber die Reaktion der Voyager, machte für die Sernaix offensichtlich keinen Unterschied. Die Crew wurde durchgeschüttelt und konnte bei jedem Schlag auf die Hülle kaum auf den Beinen oder ihren Stühlen halten. Die roten Entladungen durchdrangen ihre Schilde, als würden sie nicht existieren. Tuvok erschöpfte die Phaserbanken der Voyager, aber die Schüsse wurden ohne weiteren Effekt von den Schiff vor ihnen absorbiert - was Chakotay zu der Frage zurück führte, ob das Schiff überhaupt dort war.

"Harry, rufen Sie sie weiterhin", keuchte Janeway und hustete durch den Rauch von der brennenden Konsole in der Nähe. Sie schlug auf den Kommunikator und fügte hinzu: "Seven, wir brauchen Sie auf der Brücke." Nichts an diesem Ort schienen sie zu kennen, aber vielleicht waren die Borg den Sernaix schon begegnet. Vielleicht waren sie ihnen begegnet und hatten sie assimiliert, so dass in irgendeiner Nische von Sevens Gehirn das Wissen lag, wie man sie besiegen konnte.

***

Paris' wilde Drehungen, mit denen er das Schiff durch Ausweichmanöver flog, die weder die Sternenflotte noch der Maquis erkennen würde, machten keinen Unterschied - die Schüsse der Sernaix schienen ihnen zu folgen, jagten sie durch jede Drehung und Rolle. Der scharfe Geruch verbrannter Elektrik, überladenen Gelpacks und überbeanspruchten Schotts zog durch die Brücke.

"Tuvok - eine volle Ladung Photonentorpedos. Zielen Sie auf ... zielen Sie auf irgendetwas." Frustration war aus jedem von Janeways Worten heraus zu hören. Sie wurden überrannt, aber sie wussten nicht einmal, aus welcher Richtung sie überrannt wurden. Seven arbeitete nun an einer Konsole; die Sernaix waren ihr genauso unbekannt, wie dem Rest der Crew, aber sie hatte damit begonnen einige Scans durchzuführen. Die meisten waren dieselben, die auch schon Harry, Chakotay und Tuvok durchgeführt hatten, aber egal - eine neue Perspektive machte manchmal den Unterschied aus. Dies war aber offensichtlich nicht der Fall.

Chakotay behielt seinen Ratschlag für sich und fragte sich, wann Janeway die Voyager endlich umkehren ließ - falls sie das überhaupt tun würde. Tuvok gab die Statusberichte so monoton an, dass sie wie eine Totenglocke klangen: Schilde versagen, Phaser versagen, Torpedos ineffektiv. Tuvok sah zu Janeway und erwartete das Signal um aufzuhören. Paris schrie vor Schmerz auf, als die Steuerkonsole ihn mit Funken übergoss. Aber er winkte Hilfe ab, um seine verrückten Loopings und Ausweichmanöver fort zu setzen.

Schließlich sagte Chakotay eine kurze, scharfe Litanei über die Verletzten und Toten. Zudem ein Hüllenbruch auf einem unteren Deck. Mit jedem Wort hoffte er innerlich, dass Kathryn zum Rückzug rufen würde, indem er einen Teil ihres Stolzes zerstreuen würde, der sie an das Captainsein band, isoliert von der Crew und der Situation.

Ob seine stille Bitte Erfolg hatte oder ob sie einfach zu dem Ergebnis gekommen ist, dass sie überrannt wurden und technologisch unterlegen waren, würde er nie erfahren. Er spürte nur Erleichterung, als er endlich hörte, wie Janeway Tom den Rückzug befahl, sie so schnell wie möglich von den Sernaix fortzubringen.

Die Erleichterung war von kurzer Dauer; das Bild auf dem Schirm zeigte, dass die Sernaix mehr als fähig waren bei ihrer Geschwindigkeit mit zu halten. Die Voyager bebte weiterhin, als Tom sowohl dem fremden Schiff als auch dessen Waffen auswich; B'Elannas Wut über den Schaden, den die Voyager zugefügt bekam, war deutlich mit jedem Wort zu hören, als sie mit dem Heulen und Donnern des Maschinenraums im Hintergrund ihren Statusbericht abgab. "Die Schilde sind fast weg, die Warpenergie geht. Captain, es ist mir egal, wie Sie es machen, aber holen Sie uns verdammt noch mal hier heraus."

Paris wich einem Stern aus, der vor ihnen im Gegensatz zu dem blutroten Feuer, mit dem auf sie geschossen wurde stand, hell leuchtete. Janeway stand instabil da und war offensichtlich tief in Gedanken versunken. Chakotay starrte sie an, die restliche Brückencrew wurde still - alle konzentrierten sich auf sie. Nur das Rauschen der Maschinen und hin und wieder ein Krachen oder Zischen eines überbeanspruchten Systems durchbrach die Stille.

"Tom, fliegen sie uns zurück - wir fliegen in den Stern da vorne", befahl Janeway endlich in einem ruhigen Tonfall. Sie verlor die Balance, als das Schiff unter einem erneuten Treffer bebte und Chakotay fing sie instinktiv auf. Sie quittierte seine Hilfe mit einem schnellen Nicken, als er sie wieder auf die Beine brachte; dann ging sie vorsichtig hinter den Stuhl von Tom und hielt sich mit einer Hand an der Lehne fest.

"B'Elanna", sagte Janeway, während sie auf ihren Kommunikator drückte, "leiten sie alle Energie, die wir haben in die Hülle und den Warpkern. Wir werden etwas anderes versuchen."

"Habe verstanden", kam die kurze Erwiderung. Es gab eine kleine Geschwindigkeitsveränderung und die Voyager flog in Richtung Sonne. Die Sernaix flogen jetzt hinter ihnen, leise und tödlich umgeben von ihrem dunkelroten Feuer.

Chakotay glaubte zu verstehen, was Janeway plante; er traf Tuvoks Blick und der Vulkanier nickte und wandte sich dann zum Captain, als sie sagte: "Tuvok, beenden Sie das Phaserfeuer und geben sie alle Energie auf die Hülle. Paris fliegen Sie uns in die Corona der Sonne und dann durch sie hindurch. Wir werden ja sehen, ob sie uns da hinein folgen können."

B'Elanna, die vom Maschinenraum aus zugehört hatte, unterbrach sie. "Captain, unsere Hülle ist nicht metaphasisch - wir wissen nicht, ob sie die Corona aushält."

"Das ist egal. Wenn sie versagt, geht es uns auch nicht schlechter als jetzt, wo wir nur abwarten könnten, was die Sernaix mit uns vorhaben", sagte Janeway. Paris schloss seine Augen und fragte sich, wie es kommen konnte, dass sie wer weiß wo in einen Stern eintauchten und ein undurchschaubares fremdes Schiff ihnen auf den Fersen war. 'Das Wunderschiff', hatte Harry es genannt. Also, wenn sie jemals ein Wunder gebraucht hatten, dann war das jetzt.

Er gab einige Angleichungen ein und setzte den Kurs, wobei er die Zähne zusammen biss, da die Bearbeitung der Konsole mit seinen verletzten Fingern weh tat. Das ununterbrochene Feuer der Sernaix wurde weniger, als die Voyager sich der Sonne näherte.

Es dauerte einen Herzschlag lang, dann verließen sie das dunkle Weltall und die Corona umschloss sie. Eine Wolke von weißem Licht stach allen in die Augen, die auf den Schirm blickten - trotz der Schilde und der Bilddämpfung des Computers.

"Die Hülle hält", kam der Bericht aus dem Maschinenraum, auf den alle gewartet hatten. "Es sieht so aus, als wären wir in Sicherheit, aber ich werde es weiterhin im Auge behalten." Janeway bestätigte den Bericht, dann senkte sich wieder Stille über die Brücke. Die Sernaix hatten aufgehört zu feuern, aber es war noch fraglich, ob sie aufhören würden ihnen zu folgen. Harry hatte die visuellen Sensoren eingeschaltet, da es die einzige Möglichkeit war, die Sernaix wahrzunehmen.

Die Voyager pflügte durch die Corona. Schließlich sagte Harry: "Sie folgen uns hinein, zumindest sieht es so aus."

Janeway drehte sich schnell um um ihn anzusehen. "Behalten Sie sie im Auge. Tom fliegen sie uns weiter hinein - testen wir mal, ob sie es auch in die Chromosphäre schaffen. Und ja B'Elanna", fügte sie hinzu, bevor sie unterbrochen wurde, "wir wissen nicht, ob die Schilde das aushalten. Aber wir wissen, dass sie die Schüsse, die wir einstecken mussten, nicht aushalten."

Chakotay bestätigte Harrys Scans um seine Gedanken von dem stärker werdenden Licht und der näher kommenden Chromosphäre abzulenken. Die Schicht glühte durch die weiße Hitze der Corona in einem dunklen Pink und färbte die Brücke, als sie näher kamen. Die visuellen Sensoren der Rückseite zeigten immer noch, wie die Sernaix sich durch die Corona näherten; langsamer als zuvor, aber offensichtlich in der Lage mit der Hitze und der Strahlung fertig zu werden. Dann schien das Schiff plötzlich noch langsamer zu werden, als sie durch die Corona sanken, vielleicht wurden sie ja doch nicht so gut damit fertig.

Paris flog sie in die Chromosphäre; weißes Licht über ihnen, pinkfarbenes um sie herum und nur 2000 Kilometer unter ihnen lag die kochende Photosphäre. Chakotay fragte sich, ob jemals zuvor jemand so tief in einen Stern eingetaucht war. Der Gedanke schien seltsam, wie eine bizarre durch Stress ausgelöste Vorstellung. Von einem fremden Schiff, das sie nur sehen konnten, wenn es gesehen werden wollte, in die unermüdliche Hitze einer Sonne gejagt zu werden und alles, woran er denken konnte, war, ob das schon jemand zuvor gemacht hatte. Er lenkte sich ab, indem er die Position der Sernaix überprüfte; Harry tat dasselbe und sie kamen zu demselben Ergebnis.

"Sie fallen zurück." Zwei Stimmen, eine Aussage und das erleichterte Lachen hallten durch die steigende Hitze auf der Brücke. Chakotay grinste Harry an. Torres' Stimme kam wieder über das Kommunikationssystem: "Captain, wir haben nur etwa fünf Minuten - die Schilde werde uns nicht auf unbestimmte Zeit schützen."

"Verstanden, Lieutenant", war Janeways knappe Antwort, "Mr Paris, können sie uns durch die Chromosphäre um die Kurve der Sonne fliegen? Ich möchte so weit wie möglich von diesem Schiff entfernt sein, wenn wir wieder heraus kommen - und bringen Sie uns auf Warp, sobald es sicher genug dafür ist. Hoffentlich ist die Strahlung dieses Sterns genug um unsere Warpsignatur vor ihnen zu verbergen."

Chakotay hoffte, dass sie Recht hatte; er war sich immer noch nicht völlig sicher, ob sie von den Sernaix nicht das gezeigt bekamen, was sie sehen wollten - nämlich, dass die Fremden sich aus der Corona zurückzogen. Es sah so aus, als würden sie mit der Hitze nicht fertig werden, aber es konnte auch einfach nur der Anschein erweckt werden. Die Voyager bewegte sich wieder, als Tom sie der Chromosphäre folgend um den Stern flog. Die Hitze und stille Spannung auf der Brücke stieg, bis sie endlich auf Warp gehen konnten. Die unbekannte Sternenlandschaft schimmerte in bekannter Weise und die Sernaix wurden bei dem Stern zurück gelassen.

***

Tom schritt in die Krankenstation, griff nach einem Hautgenerator, als er an einem Rolltisch vorbei kam und begann seine verbrannte Hand zu heilen - Wunden von seiner protestierenden Konsole - die immer noch schmerzte. Die Male verschwanden und würde nicht mehr lange weh tun. Die Krankenstation war relativ voll, aber die medizinische Crew war Herr der Lage. Er sah sich nach dem Doktor um und erblickte ihn an einem Biobett am anderen Ende der Krankenstation.

Tom sah ein, dass der Doktor im Moment zu beschäftigt war um gestört zu werden und deshalb ging er auf die aufbegehrenden Laute seiner Tochter zu. Miral lag sicher in einem Bettchen und war unglücklich darüber, dass ihr keiner seine Aufmerksamkeit widmete oder vielleicht dass sie niemand fütterte. Egal weswegen, auf jeden Fall jammerte sie. Tom gähnte als er sie auf den Arm nahm; Schlaf war definitiv ein teurer Luxus geworden, seitdem sie auf der Welt war. Trotzdem war sie es wert. Ihr sanfter Babyduft beruhigte ihn schneller, als alles andere; er konnte fühlen, wie er sich trotz der ganzen Unruhe entspannte, als er sie im Arm hielt. Miral wurde langsam besänftigt und ihr Protestgeschrei ging in Murmeln über, als er sie auf den Arm nahm, auch wenn er wusste, dass das nicht lange andauern würde.

Tom sah auf und bemerkte, dass der Doktor auf ihn zukam.

"Ah, Mr Paris. Ich sehe, Sie sind gekommen um ihre Tochter abzuholen, danke. Auch wenn ich gerne babysitte, glaube ich nicht, dass jetzt die beste Zeit dazu ist. Und ich bin nicht sicher, ob ihre ... Begleitung ... zu den gewöhnlichen Geräuschen der Krankenstation hilfreich ist." Seine Worte abschwächend lächelte der Doktor. In Wirklichkeit hatten sich einige Patienten durch Mirals Geschrei unwohl gefühlt, da sie dadurch an ihre eigene Hilflosigkeit erinnert wurden.

Tom lächelte kläglich. "Nein, das glaube ich nicht. Brauchen Sie mich hier? Ich könnte versuchen jemand anderen zu finden, der auf sie aufpasst", bot er an. Der Doktor schüttelte den Kopf.

"Nein, ich habe die Situation hier unter Kontrolle. Ich denke, es wäre hilfreicher, wenn sie die junge Lady hier wieder mit nach Hause nehmen. Ist jetzt alles ruhig auf der Brücke?", fragte er.

"So ziemlich; es sieht so aus, als hätte der Captain Recht gehabt und die Sernaix hinter uns gelassen, als wir aus dem Stern gekommen sind." Tom senkte seine Stimme. "Obwohl wegen ihrer Tarntechnologie glaube ich, fühlt sich noch keiner so richtig wohl. Wir sind im Orbit eines M-Klasse Planeten, den wir gefunden haben, um die Reparaturen durchzuführen."

Der Doktor nickte. In diesem Moment wurde er von einem Techniker zu einem Biobett zurück gerufen. Tom sah ihm hinterher und richtete seinen Blick dann auf Miral. "Also ich denke, dass wir nach Hause gehen sollten, hmm?", sagte er immer noch ehrfürchtig zu ihr.

***

Die Voyager hing im Orbit über dem M-Klasse Planeten, den sie zum Glück in Sensorenreichweite gefunden hatten, als sie die Sonne verlassen hatten. Das Sternenlicht vom Zentrum des Systems glitzerte schwach auf ihrer Hülle. Der Schaden, den sie von den Sernaix davon getragen hatte, war durch die Schnitte und Verbrennungen sichtbar. Der Planet unter ihnen war jung und ohne etwas außer Protopflanzen und einfachen Organismen in Teichen von Ursuppe, das hätte als Leben bezeichnet werden können.Es gab vulkanische Aktivität auf dem südlichen Kontinent und einige Sensorenlücken, aber der Planet war hauptsächlich ruhig und friedlich - ein scharfer Kontrast zu den letzten Stunden.

Auf dem Schiff, die Brücke war eine Schlachtbank: verbrannte Konsolen, Leitungen, die aus den Öffnungen in den Panels an der Wand und an der Decke hingen, hin und wieder das Zischen von Gas und das unregelmäßige Summen des überbeanspruchten Schiffes. Chakotay überblickte den Schaden und bemerkte, wie viel Glück sie gehabt hatte. Keine Schilde, so gut wie keine Bewaffnung und außerdem keine Antriebsenergie. Kathryn war in den Maschinenraum gegangen um sich mit B'Elanna über ihre Situation zu beratschlagen. Seven war in die Astrometrie gegangen um weiter an dem Problem zu arbeiten, wo sie eigentlich waren. Sie hatte den Wunsch des Doktors, dass sie auf die Krankenstation zurückkehren soll, einfach ignoriert. Hier oben arbeitete die restliche Brückencrew sich durch die Schäden und sammelte Information für einen Stapel von Berichten, auf die Chakotay sich nicht freute.

Er hatte es geschafft nichts zu sagen, obwohl er sich jetzt fragte, ob er den Captain nicht mehr hätte drängen sollen sich zurück zu ziehen anstatt sich kopfüber den Sernaix zu stellen. Es hätte wahrscheinlich keinen Unterschied gemacht - nach den Cardassianern war sie auf Rache ausgewesen und dieser Kampf war der Vorwand gewesen, den sie gebraucht hatte. Sie würde das natürlich nicht zugeben; immerhin war es nicht ihr Stil zuzugeben, dass sie menschlich war.

Im Hinterkopf wusste Chakotay, dass er nicht fair war, aber er hatte genug davon zur Seite geschoben zu werden und dass sie ihm nicht vertraute. Kathryn zog sich wieder zurück und er spürte wie jede Mauer sich errichtete. Vielleicht fühlte sie sich schuldig dafür, dass sie wieder irgendwo gestrandet waren; nicht dass es dieses Mal im geringsten ihr Fehler gewesen war, aber er befürchtete, dass sie das nicht so sehen würde.

Die stille Wut, die er während des Angriffes in seinem Inneren verborgen hatte, kam wieder zum Vorschein; jetzt wo sie außer Gefahr waren kam die Erniedrigung darüber, dass er die Basisinformationen von Kathryns Plan an Bord des cardassianischen Schiffes vorenthalten bekommen hatte, und brodelte wieder hoch.Ihre Weigerung ihm zu zuhören, ihre Weigerung ihm zu vertrauen - er dachte, sie wären darüber weg gekommen, aber offensichtlich nicht. Vielleicht hätte er Kathryn von seiner neuen Beziehung erzählen sollen, anstatt sie von jemand anderem davon hören zu lassen. Aber warum wiederum hätte er das tun sollen - hätte sie ihm besser zugehört, als wenn er ihr erzählt hatte, dass es vorbei war?

Chakotay schüttelte sich und stand auf. Dies war nicht der Zeitpunkt um in Selbstmitleid zu versinken; es würde nicht dazu beitragen das Schiff zu reparieren oder der Kommando-Beziehung irgendwie zu helfen. Er konnte es nicht erlauben, dass die Tatsache, dass er Kathryn im Moment nicht mochte, seine Fähigkeit mit dem Captain zu arbeiten beeinträchtigte - schade nur, dass man das nicht über die Fähigkeit des Captains mit ihm zu arbeiten sagen konnte.

Die Stimme des Captains kam über den Kommunikator und holte ihn aus seiner Versunkenheit. "Janeway an Commander Chakotay."

"Chakotay hier."

"Commander, gehen sie mit einem Außenteam auf die Oberfläche - es gibt dort einige Vorräte, die wir im Maschinenraum für die Reparaturen benötigen. Lieutenant Torres wird ihn einen Liste von Dingen, die gebraucht werden, schicken. Janeway Ende."

Yes, Ma'am. Machte Chakotay in Gedanken Paris' freche Art der Bestätigung nach. Das war mehr als knapp; er war sich nicht sicher, wie er es beschreiben sollte. Es war ein Befehl, sicher, aber es gab bessere Arten sie auszudrücken. Er wandte sich an Harry.

"Harry, Sie gehen mit mir - wir müssen ein Außenteam mit auf die Oberfläche holen um Vorräte für B'Elanna zu bekommen. Können Sie zur ihr gehen um eine detaillierte Liste von allem, was wir brauchen zu bekommen? Außerdem teilen Sie bitte vier weitere Leute ein, die mit uns gehen." Harry nickte und verließ die Brücke, wobei er einem Crewman auswich, der ein Panel beim Turbolift reparierte. "Wir treffen uns in zwanzig Minuten in der Hauptshuttlerampe; die Transporter funktionieren immer noch nicht. Sagen Sie mir Bescheid, wenn sie mehr Zeit brauchen."Chakotay übergab Tuvok die Brücke und bat ihn einen Sicherheitsoffizier für das Außenteam vorzuschlagen.

Tuvok trat von der Sicherheitsstation und ging zu den Kommandosesseln. "Ich würde Lieutenant Baxter vorschlagen, Commander - er hat Erfahrungen im Wissenschaftsteam und sollte besser geeignet sein um bei Ihrer primären Mission zu helfen."

"Einverstanden." Chakotay verließ die Brücke, während er Baxter zur Shuttlerampe bestellte.

***

In den Korridoren war es ruhig; das gewöhnliche Summen des Schiffes war etwas unregelmäßig in dieser Nacht, verursacht von all den Schäden, die sie erlitten hatten. Sie hatten fast keine Warpenergie mehr - das letzte Bisschen hatte sie hierher gebracht, ein Stück entfernt von dem Stern und den Sernaix, nur ein Teil der Impulskraft war ihnen geblieben. Die Hülle hatte ihren Job etwas zu gut erledigt und ist durch die Reflektion der Schüsse von den Sernaix und der Hitze der Sonne fast völlig kollabiert. B'Elanna arbeitete momentan daran ihre einzige Hoffnung auf Schutz beim nächsten Angriff wieder herzustellen, obwohl sie eigentlich Mutterschaftsurlaub hatte.

Tom schwang Miral während dem Gehen leicht hin und her; sie hatte wieder begonnen einen Aufstand zu machen. Er hoffte, dass sie nur Hunger hatte - er war zu müde um mit ihrer Reizbarkeit fertig zu werden, obwohl er annahm, dass er keine Wahl hatte, als damit fertig zu werden, wenn sie wieder anfing. Er konnte ihr wohl kaum Vorwürfe dafür machen, dass sie sich beklagte - sie war kaum geboren und wurde schon mit ihnen in einen Kampf verwickelt. Sie hatte bestimmt das Beben des Schiffes wahrgenommen, auch wenn sie es nicht verstehen konnte. Er würde sich an ihrer Stelle auch beklagen. Mit jedem schwingenden Schritt wurde sie etwas ruhiger, aber sobald er anhielt um auf den Lift zu waren, begann sie wieder. Tom ging in kleinen Kreisen vor dem Turbolift und wiegte sie. Er würde alles tun um ihr drohendes Geschrei zu verhindern. Sobald der Lift ihr Deck erreicht hatte, rannte er fast in Richtung ihres Quartiers.

Die Tür öffnete sich, als er sich ihr näherte. Zu seiner Überraschung war B'Elanna da. "Ich dachte, du hättest im Maschinenraum zu tun?"

"Das hatte ich auch. Das habe ich auch. Aber es gab etwas, das nicht warten konnte", antwortete sie, ihre Stimme war undeutlich, weil sie ihr Uniform Top wechselte. "Miral hat Hunger, richtig?" fragte sie.

"Ja", sagte Tom etwas überrascht, "woher weißt du das - ich habe nicht bemerkt, dass sie schon regelmäßige Zeiten hat."

"Manche Dinge weiß man einfach - und es war nicht schwer zu erraten, als ich begann mich zu fühlen, als würde ich gleich platzen." B'Elanna deutete abwesend auf ihre Brust. "Die werden langsam unangenehm."

Tom konnte sich gerade so zurückhalten zu Grinsen - alte Angewohnheiten wurde man schwer los, aber er wollte nicht, dass seine Tochter damit aufwuchs regelmäßig zu hören, wie ihre Mutter ihren Vater ein 'Schwein' nannte. Entweder war er erfolgreich oder B'Elanna entschloss sich es zu ignorieren, als sie erklärte: "Ich habe mich darum gekümmert - in der Kühleinheit ist Milch für sie. Das müsste für eine Weile reichen."

B'Elanna durchquerte den Raum und küsste Miral auf die Stirn. "Entschuldige, Schatz, aber ich muss wieder zur Arbeit gehen. Daddy wird auf dich aufpassen - also sei brav." Sie grinste Tom an. "Ich schwöre, wenn du mir vor einem Jahr erzählt hättest, dass ich mit meiner Tochter in Babysprache rede, hätte ich dich geschlagen. Und wenn du jetzt deswegen über mich lachst, werde ich dich schlagen." Tom lachte und küsste sie.

"Benimm dich", ermahnte sie, als sie den Raum verließ. Toms Lächeln verschwand etwas, als Mirals Stimme lauter wurde.

"Scht, scht, holen wir dir etwas zum Essen. Wir werden ja sehen, ob das deine Laune verbessert, huh?" Ein verärgerter Schrei war die Antwort seiner Tochter.

***

Chakotay ging zur Astrometrie; die seltsamen Sensorenlücken, die sie auf dem Planeten entdeckt hatten, machten ihm etwas Sorgen und er wollte die Vorräte so schnell wie möglich an Bord haben. Die bleibende Sorge, dass die Sernaix ihren Aufenthaltsort herausfinden könnten, trieb ihn ebenfalls an die Mission so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Sevens Fähigkeit über das normale visuelle Spektrum des Menschen hinaus zu sehen, könnte nützlich sein um die besten Orte zur Suche zu finden.

Er hatte seit Tagen nicht mit Seven gesprochen und hatte sie kaum gesehen. Um genau zu sein nicht einmal bevor die Cardassianer sie gekidnappt hatten. Er fragte sich wie sie mit dieser einzigartigen Art der Begrüßung zurecht kam; sie hatte vorher auf der Brücke etwas blass gewirkt. Dennoch bezweifelte er, dass sein Mitgefühl bei ihr willkommen sein würde - und sein Leben war schon kompliziert genug, ohne dass er versuchte die Freundschaft aus der Asche einer Beziehung zu retten.

Die Tür glitt auf und er betrat die relativ unbeschädigt gebliebene Astrometrie. Wenn es Schäden gegeben hatte, dann hatte Seven sie bereits repariert. Icheb und sie arbeiteten an der Reihe von Konsolen vor dem Schirm am anderen Ende des Raums. Auf dem Schirm sah man die unbekannten Sterne, die sie umgaben und seltsame Aufzeichnungen liefen neben ihnen, als die beiden eine Kalkulation nach der anderen durchführten.

"Ich brauche Ihre Unterstützung, Seven", kündigte er an, als sie sich zu ihm umdrehte.

"Ich habe sehr wenig Zeit, Commander. Ich bin sicher, dass Sie jemand anderen finden können, der ihnen hilft", kam ihre knappe Antwort, als sie sich wieder zu der Konsole umdrehte, an der sie am arbeiten war.

"Nicht in diesem Fall - wir gehen mit einem Außenteam auf den Planeten um Mineralien für die Reparaturteams zu sammeln. Ihre erweiterte Sehschärfe wird uns helfen schneller zu sein."

"Ich muss ablehnen, Commander. Ich bin gerade damit beschäftigt die Position der Voyager heraus zu finden und habe keine Zeit zu entbehren."

"Wir können später herausfinden, wo wir sind, Seven; es ist wichtiger das Schiff so schnell wie möglich zu reparieren." Chakotay wurde langsam wütend über ihre weitere Weigerung sich dem Außenteam anzuschließen. Sein Kommentar wurde mit Schweigen erwidert und Icheb warf ihm einen Seitenblick zu. Er fühlte sich deutlich unwohl über die knappe Diskussion.

Nach einem Moment lenkte Chakotay ein. Wenn Seven stur war, konnte sie nichts bewegen, außer einem direkten Befehl des Captains. Manchmal nicht einmal das. Chakotay war sich so gut wie sicher, dass er Janeway nicht dazu bekommen würde, diesen Befehl zu erteilen und er hatte keine Lust sich selbst wieder zu erniedrigen, indem er sich das fragte.

"Also gut, Seven." Er verzog etwas das Gesicht, da er wusste, dass er etwas gereizt klang. "Ich werde Ihnen Fähnrich Kim schicken. Können Sie wenigstens dafür sorgen, dass die Trikorder auf ihr visuelles Spektrum kalibriert sind?" Das war besser, knapp und autoritär. Er nickte und wandte sich zum Gehen.

"Fähnrich Kim sollte hier bleiben und uns helfen. Es hat höchste Priorität heraus zu finden, wo wir sind und seine Fähigkeiten mit den Sensoren übertreffen die von jedem außer Icheb und mir."

Sevens Forderung ließ Chakotay anhalten und sich schnell umdrehen.

"Fähnrich Kim wurde der Mission zugeteilt und wird nicht zur Verfügung stehen um Ihnen zu helfen. Ihnen scheint nicht bewusst zu sein, in welchem Zustand sich die Voyager befindet; ich würde vorschlagen, dass sie diese Sensoren für einen Moment einen internen Check vom Status der Voyager machen lassen. Wir haben nicht den Luxus es jemandem zu erlauben mit jemand anderem Detektiv mit dem Kosmos zu spielen, Seven. Fähnrich Kim wird mit dem Rest des Teams mit auf den Planeten kommen; ich würde vorschlagen, Sie kalibrieren die Trikorder schnell." Er ging und unterdrückte die Wut, die angesichts Sevens einspuriger Denkweise aufgeflammt war.

***

Die Shuttlerampe war kalt wie immer. Chakotay erschauerte leicht - die Temperatur hier war immer niedriger als irgendwo sonst auf dem Schiff. Manchmal fühlte es sich an, als ob die Kälte des Vakuums mit jedem Shuttlestart und jeder Shuttlelandung herein gekommen war und nie ganz vertrieben worden war. Harry war immer noch in der Astronomie, obwohl er den Commander bis jetzt noch nicht kontaktiert hat um ihm mitzuteilen, dass Seven ihn nicht wegließ.

Die Crew führte die letzten Checks durch; die Shuttlerampe hatte kaum Schaden erlitten. Die Wartungsrampen in der Nähe hatten das meiste abbekommen und die Shuttles dort würden einige nähere Überprüfungen brauchen, bevor sie wieder fliegen konnten. Der Deltaflyer schien keinen Schaden davon getragen zu haben außer einigen Beulen durch herumfliegende Teile aus einem Kanister, der sich bei einem Aufprall geöffnet hatte.

Chakotay führte die Checks durch, die Tom für den Flyer als nötig erachtete; es dauerte doppelt so lange, wie die Checks für ein gewöhnliches Shuttle, aber dies war nicht gerade ein gewöhnliches Shuttle. Chakotay beobachtete wie die Schildinformationen über den Bildschirm liefen und überlegte still, ob sie die futuristischen Schilde nicht auch auf dem Shuttle installieren könnten. Es wäre auf jeden Fall nützlich.

Harry steckte seinen Kopf um die Ecke der Tür und Chakotay seufzte vor Erleichterung. Er war nicht in der Astrometrie festgehalten worden. "Alles geklärt, Commander - die Container sind verstaut und die Ausrüstung bereit. Sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie uns an Bord haben wollen."

"Kommen Sie hoch, Harry - sagen Sie den anderen, dass sie sich hinsetzen können, wo sie wollen und kommen Sie her. Ich werde sie vorne brauchen, bei den Sensoren."

Das Team war an Bord und schnallte sich an, als Chakotay hörte, wie Füße über das Deck marschierten, als jemand über den Boden der Shuttlerampe eilte. "Warte, Chakotay!" Es war B'Elanna, die ein PADD in den Händen hielt, als sie sich die Rampe zu dem kleinen Schiff hoch schwang. "Ich möchte, dass ihr so viel Rubidium und Terbium wie möglich holt. Es ist alles hier aufgelistet und wenn ihr kein Terbium bekommt, dann brauche ich mehr Xenotime." Sie redete so schnell wie möglich. "Ich weiß, ich habe Harry schon die Liste gegeben, aber die leitenden Feldgeneratoren im Rumpf haben mehr abbekommen, als wir angenommen hatten und wir brauchen das um das Warpfeld wieder richtig herzustellen und ... du hast den Faden verloren, oder, Chakotay?"

B'Elanna grinste, als Chakotay sie abwesend ansah. "Besorg einfach alles, was auf der Liste steht, okay? Dann bin ich zufrieden."

"Okay, verstanden. Warum konntest du das nicht von vorneherein sagen", fragte Chakotay lachend. Das Team grinste leicht hinter ihm - es war gut das zu hören; Chakotay war sich nicht sicher, ob er jemanden hatte lachen hören, seit sie durch die Subraummine hierher geraten waren.

"Weil es einfach zu viel Spaß macht, dich zu ärgern - geh jetzt besser, ich bräuchte das Zeug eigentlich gestern", erwiderte B'Elanna und verließ den Flyer. Chakotay beobachtete, wie sie den Raum durchquerte und als sich die Tür zum Korridor hinter ihr schloss, gab er dem Shuttlerampen-Operator ein Signal, dass sie bereit zum Abflug waren.

Mendez's Stimme kam über das Kommunikationssystem. "Die Shuttlerampe ist verschlossen. Sie können losfliegen, wann immer Sie wollen, Commander."

"Verstanden. Chakotay, Ende."

Die Hangertüren öffneten sich träge; es gab sie mehr aus Eitelkeit, als aus Notwendigkeit. Die Atmosphäre in der Shuttlerampe wurde durch ein Kraftfeld erhalten, nicht durch die Türen, vielzählige Studien hatten ergeben, dass die meisten Leute sich wohler fühlten, wenn sie wussten, dass sich einige Tonnen Metall zwischen ihnen und dem Weltall befanden. In der Shuttlerampe umher zu laufen, wenn man draußen die Sterne sehen konnte, würde in jedem außer den erfahrensten Weltraumgängern ein unwohles Gefühl hervorrufen.

Sobald die Türen ganz offen waren, drückte Chakotay auf die Kontrolltasten des Flyers. Die Maschinen flackerten leicht, als sie abhoben und drosselten sich dann, als das Shuttle sich von dem Hauptschiff entfernte - es war so klein verglichen mit der Voyager, dass es sich bald nicht mehr von dem Planeten abhob, falls jemand ihren Start beobachten sollte.

Das Team im Flyer machte es sich gemütlich für den Flug; Harry verteilte Kopien von B'Elannas Wunschliste, sobald er alle neuen Anfragen zu denen von zuvor hinzugefügt hatte. Dann kehrte er zu der Sensoren Konsole vorne zurück.

"Hier", er machte eine Geste zu Chakotay, "diese Gegend sieht stabil aus, aber es scheint, dass sie in den letzten paar hundert Jahren aktiv gewesen war. Das sollte es vereinfachen das zu sammeln, was wir brauchen. Hoffentlich haben Erdbeben es nach oben gebracht. Es gibt keine vulkanische Aktivität auf den nächsten paar hundert Kilometern. Wir sollten hier sicher genug sein.

"Sieht gut aus, Harry", sagte Chakotay, als er einen Blick auf den Planeten warf. Die Atmosphäre des Planeten war leicht turbulent und er brauchte seine volle Konzentration um den Flyer durch die Schichten zu lenken. Die Wolken unter ihnen warfen makrelenfarbene Schatten auf den Boden darunter. Diese Wolkenfetzen waren täuschend und verbargen Strömungen, die von der bebenden Erde kamen. Klare Luftturbulenzen waren selbst jetzt eine Plage; unvorhersehbar und nicht messbar. Zum Glück war es nicht mehr als eine Plage - der Flyer hielt alles aus, was die Atmosphäre ihm entgegenhielt; es war nur sehr unbequem für die, die innen herum geworfen wurden. Die Turbulenzen wichen genauso schnell wie sie gekommen waren. Der Horizont war jetzt stabil und dort, wo die Erde den Himmel traf, verschwommen.

***

Auf der Voyager ging Tom immer noch die Korridore auf und ab. Miral hatte gegessen und er hatte sie gebadet. Dann hatte er von ihnen beiden die Kleidung gewechselt. Miral hatte das Wasser offensichtlich genossen - oder vielleicht hat sie es auch nur genossen zu versuchen ihren Vater zu ertränken! Trotzdem war sie zufrieden und das Schreien hat für eine Weile aufgehört, aber sogar die Freude daran im Wasser zu spielen hatte seinen Reiz verloren.

Nichts schien für die ganze Zeit zu wirken, sie schrie weiter. Keine schrillen Schmerzensschreie oder das Theater, wenn sie Hunger hat oder sich unwohl fühlt, sondern ein anhaltendes Jammern, das dafür sorgte, das Tom sich fühlte, als sei er der schlechteste aller Väter. Er drückte sie näher an sich, wiegte sie und flüsterte ihr zu, wobei er wider aller Hoffnung hoffte, dass sie sich beruhigen würde. Das tat sie auch etwas, aber sie hatte immer noch Schluckauf und schluchzte. Verzweifelt rief er jetzt B'Elanna und hoffte, dass sie eine Idee hatte, was er tun könnte.

"Tut mir leid, Tom, ich weiß es nicht - alles, was ich getan habe, war mit ihr herum zu spazieren und sie ist endlich eingeschlafen. Möchtest du, dass ich hoch komme und versuche sie noch einmal zu füttern?" Tom schüttelte den Kopf, bis er bemerkt, dass sie sich über das Kommunikationssystem unterhielten.

"Nein, nein, lass das - es ist okay, ich komme schon klar. Das Schiff braucht dich im Moment mehr als ich. Ich werde mit ihr spazieren gehen oder so etwas."

"Bist du dir sicher?" B'Elanna klang besorgt und Tom versuchte sie zu beruhigen. Sie hatte sich im Moment um genug zu kümmern und außerdem war er Mirals Vater. Er musste - sich selbst - beweisen, dass er sich um sie kümmern konnte.

"Ja, ich bin mir sicher - wir werden klar kommen. Ich verspreche es." Das Versprechen klang für Tom hohl, da es von den Schluchzern seiner Tochter unterstrichen wurde, aber entweder überzeugte es B'Elanna oder der Kommunikator übertrug nicht Mirals Geräusche.

B'Elannas "Okay" beendete die Unterhaltung und Tom ging weiter durch die Korridore. Er erstattete Miral ständigen Bericht. Sie wirkte ruhiger, wenn er sprach, also redete er. Und redete.

"Hier, Miral - dies sind die Quartiere der Senioroffiziere. Sehr geräumig; dort drüben ist das des Captains - sie hat das größte Quartier des Schiffes. Dieses gehört Commander Chakotay - ich kann mich nicht erinnern, wie sie aussehen, ich war schon sehr lange nicht mehr dort drin. Dieses dort ist Tuvoks - er und T'Pel bewohnen sie nun gemeinsam."

Ein Signal des Doktors unterbrach Toms Monolog. "Mr Paris, ich brauche hier in der Krankenstation etwas Unterstützung - ein Teil der medizinischen Crew wird müde und wir kümmern uns gerade um den Kleinkram. Mit einem weiteren Paar Hände würden wir schneller fertig werden."

"Ich würde ja gern, Doc, aber ich habe Miral hier und sie jammert immer noch. B'Elanna hat im Maschinenraum zu tun und mir fällt niemand ein, der sich für uns um sie kümmern könnte." Nicht zum ersten Mal wünschte Tom sich, dass Neelix immer noch bei ihnen wäre; er wäre durch all seine Erfahrungen mit Naomi ein Naturtalent als Babysitter.

"Ich kann Miral hören - bringen Sie sie mit; jetzt wo wir nicht mitten in einem Kampf sind, ist sie eine gute Ablenkung für die Leute, die hier immer noch warten. Außerdem habe ich etwas für Sie, das helfen könnte."

Tom war neugierig, was der Doktor meinte - aber alles, was ihm half etwas gegen Mirals Tränen zu tun, war gut. "Okay, Doktor, ich bin unterwegs."Er ging schneller in Richtung Turbolift und sang dabei etwas schief Miral was vor. "Wir sind unterwegs zum Doc, dem wundervollen Doc der Voyager... Nein das reimt sich nicht. Daddy wird diesen Text überdenken müssen, Miral." Er sah auf, als der Lift ankam und sah plötzlich nach, ob niemand in der Nähe war, der ihn hörte. So sehr er auch Miral verehrte, er wollte später nicht deswegen aufgezogen werden. Sie hickte, als sie den Lift betraten; es klang auffällig nach Lachen und er grinste sie an.

"Das ist okay, dir ist es erlaubt über mich zu lachen. Gott weiß, dass du das später in deinem Leben oft genug machen wirst, also kannst du auch jetzt damit beginnen. Deine Mutter wird dir auf jeden Fall die feine und subtile Art deinen Vater aufzuziehen beibringen." Tom lehnte sich gegen die Wand des Lifts und fühlte sich wacher, als ansonsten in letzter Zeit.

Der Lift hielt wenige Augenblicke später und die Tür öffnete sich zu einem Korridor in der Nähe der Krankenstation. Die Schlange von verwundeten, die sich zuvor gebildet hatte, war verschwunden. Der Korridor war bis auf Toms Schritte und Mirals Grummeln ruhig, als sie zur Krankenstation gingen.

Die Tür glitt mit dem üblichen Zischen auf und die Geräusche des Doktors und seiner Patienten drang in die Stille. Ruhiges Murmeln, hin und wieder ein Keuchen oder Stöhnen und die Bitte um ein Hypospray. Das normale Geben und Nehmen. Die Köpfe drehten sich um zu sehen, wer gekommen war und einige Gesichter erhellten sich bei dem Anblick von Miral auf Toms Arm. Sie wählte diesen Moment um ihre Lautstärke zu erhöhen; ihr Jammern wurde beinahe zu einem Schreien. Tom wiegte sie und hielt sie etwas näher. Er passte die Art, wie er sie hielt, an und hob ihren Kopf etwas mehr.

Der Doktor kam lächelnd näher. "Hier, Mr Paris. Wir werden sehen, ob sie das bevorzugt - es wird Ihnen ebenfalls mehr Freiheit geben." Er hielt ihm ein hielt ihm ein seltsames Teil aus Stoff hin. Tom sah es verblüfft an.

"Danke, Doc. Denke ich. Was ist es?"

"Es ist eine Tragedecke - man trägt es wie einen Rucksack nur nach vorne. Miral wird so an Ihnen gehalten. Es soll sie beruhigen; sie kann so Ihren Herzschlag hören. Versuchen Sie es - es wird Ihnen auf jeden Fall die Hände freihalten und Sie können sich freier bewegen. Ich habe es in einer alten Datenbank gefunden und es repliziert. Ich wollte es Ihnen oder B'Elanna geben, aber ich war in letzter Zeit verhindert."

Tom nahm die Tragedecke, wobei er seine Hand vorsichtig ausstreckte.

"Lassen Sie mich Miral holen, während Sie es anziehen", sagte der Doktor. Er nahm Miral vorsichtig und gurrte, während er ihren Halt anpasste. Tom lächelte über das Bild, das sie abgaben. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit dem Teil zu, das der Doktor ihm gegeben hatte. Die Träger konnte man leicht überziehen und das Ganze am Rücken zusammenschnappen lassen. Er sah auf die Beule vor ihm und fragte sich, ob sich B'Elanna so gefühlt hatte, als sie mit Miral schwanger gewesen war. Es war sperrig, aber er nahm an, dass er etwas mehr Freiheit haben würde, als mit Miral im Arm.

Der Doktor hustete und Tom drehte sich um. Am Lächeln des Doktors erkannte er, dass der Doktor seine Aufmerksamkeit hatte erwecken wollen, weil er in Gedanken versunken gewesen war. Er wurde etwas rot, weil es ihm peinlich war beim Tagträumen erwischt worden zu sein.

"Hier, lassen Sie mich ihnen helfen, sie hinein zu manövrieren." Der Doktor hielt Miral hoch und stützte ihren Kopf, während Tom die Tragedecke öffnete. Das Kind wurde sanft hinein gelegt; Tom versicherte sich, dass sie es bequem hatte. Ihr Kopf rollte ein Stück zurück zur Kopfstütze und Tom sah den Doktor an.

"Ist das in Ordnung?" Der Doktor nickte.

"Ja, das ist in Ordnung - sie ist gut gestützt. Es wird ihr gut gehen - passen Sie nur auf ihre Beine auf, damit sie Sie nicht tritt. Das könnte schmerzhaft sein", riet der Doktor. Tom stöhnte bei dem Gedanken innerlich und überprüfte, wohin die Beine seiner Tochter reichten. Im Moment war es in Ordnung. Er musste nur aufpassen, wenn sie wuchs.

***

Unten auf dem Planeten landete der Flyer langsam und vorsichtig auf einer kleinen Ebene. Um sie herum erhob sich die Erde in abrupten zackigen Hügeln - sie waren offensichtlich von tektonischer Aktivität nach oben gedrückt worden, was in letzter Zeit passiert sein musste, da sie noch nicht im geringsten verwittert waren. Chakotay schaltete die Maschinen ab, ließ das Schiff aber in Bereitschaft um sie jeden Moment fortzufliegen.Erfahrung und Sternenflottenmethodik haben ihn dazu veranlasst bedacht die Flugkurvenparameter für den Rückflug zu programmieren, damit sie so mühelos wie möglich in den Orbit zurückkehren konnten. Während das Team die Bergausrüstung anlegte, den ersten Stoß Container stapelte und bereit war nach draußen zu gehen, checkte Harry die Sensorinformationen zweimal um zu bestätigen, dass die Atmosphäre des Planeten atembar war und es keine Reiz- oder Allergiemittel gab. Letzten Endes war er zufrieden damit, dass ihre ersten Diagnosen vom Orbit aus auf dem Boden bestätigt wurden und gab Baxter das Zeichen, dass er die Rampe des Flyers öffnen konnte.

Kühle Luft kam herein, als der Flyer sich öffnete; die Luft draußen war feucht und kühl und kondensierte etwas, als sie auf die etwas wärmere Luft des Flyers traf. Baxter ging als erster mit gezogenem Phaser hinaus. Der Mangel an Leben auf den Sensoren war keine absolute Garantie und er wollte darauf vorbereitet sein, falls sie auf das Unerwartete treffen sollten.Ihm folgte der Rest des Teams, Chakotay und Harry verließen als letzte das Schiff. Sie trafen auf nichts unerwartetes - nichts lebendes. Was unerwartet kam, waren die Farben; die dünne Atmosphäre des Planeten und die lichtdurchlässigen Wolkenschichten darüber ergaben einen überraschend schönen Effekt. Wo sich der Boden nach oben geschoben hatte, schimmerten die Mineralschichten in einem metallischen Spektrum; blendend weiß, silber, kupfer, jadegrün und bläulich gingen ineinander über in dem verschwommenen Licht. Die Teile auf dem Boden streuten Licht über die Seiten des Flyers und warfen Farben auf ihn.

Das Team stand still; nichts außer einer leichten Brise, die sich durch die Vegetation der Ebene kräuselte, bewegte sich. Für einem Moment beobachteten sie nur das Lichtspiel - alle mit aufgerissenen Augen - selbst Chakotay, der schon mehr Lichteffekte auf mehr Planeten gesehen hatte, als er zählen konnte. Er war der erste, der den Kopf schüttelte und sch selbst an ihre Aufgabe erinnerte.

"Chakotay an Voyager."

"Voyager hier. Bericht, Commander", antwortete Tuvoks Stimme.

"Wir sind sicher gelandet und es gab keine Überraschungen. Wir werden mit der Bergungsoperation beginnen und uns wie immer stündlich melden. Lassen Sie es uns wissen, falls sich dort oben etwas ändert."

"Verstanden, Commander. Voyager Ende."

Die Verbindung wurde getrennt und das Geräusch von der Brise davon getragen. Chakotay wandte sich an den Rest des Teams, das ihn anblickte. Der Austausch mit der Voyager hatte sie wieder in die Gegenwart geholt und an ihre Aufgabe erinnert.

"Also gut, Leute. Wir teilen uns auf. Harry, Sie gehen mit mir. Baxter, können Sie die erste Wache übernehmen?" Baxter nickte. "Der Rest teilt sich wie er will in Zweiergruppen auf. Hat jeder eine Liste mit Torres' Wünschen? Harry, haben sie die Pläne der Sensoren auch auf die PADDs geladen und die Trikorder nach Sevens Instruktionen rekonfiguriert?" Harry nickte ebenfalls. "Okay, dann verteilen wir uns und sehen wie schnell wir alles zusammen bekommen."

Harry übernahm. "Als erstes müssen wir die Überwachungsgeräte aufstellen - Ayala und Boylan, nehmen Sie sie und verteilen Sie sie. Wir müssen die Aktivität hier im Auge behalten, die Verschiebungen hier sind nicht im geringsten vorbei. Die Sensoren zeigen, dass sie im Moment stabil sind", sagte er, als er bemerkte, dass die anderen nervös wurden, "aber wir behalten sie besser im Auge. Stellen sie die Geräte in einem Dreieck auf - dort, dort und dort", er zeigte auf die Stellen, "ich werde sie mit dem Schiff verbinden, damit wir ein Warnsignal bekommen, lange bevor etwas passiert." Das Team nickte und begab sich zu den Stellen, die Harry ihnen gezeigt hatte.

Sie begannen mit der Arbeit, sobald die Geräte fertig gemacht worden waren. Chakotay und Harry gingen Richtung Sonne. Sie suchten einen Punkt aus, wo der Boden dreißig Meter in die Höhe geschoben worden war. Die Kristall- und Mineralablagerungen gingen schräg über die Oberfläche des Hügels; im Schatten der Sonne glitzerten sie nur matt. Chakotay nahm seinen Trikorder heraus und begann den Brocken zu scannen, der zerkrümelt war an der Stelle, wo er aus dem Boden gekommen war. Die Umwälzungen in dieser Gegend machten ihre Arbeit überraschend einfach - es sah so aus, als gäbe es wenig wonach sie graben müssten. Die meisten von B'Elannas Wünschen - sogar die esoterischeren - waren frei verfügbar oder zumindest freiliegend durch die Erdbrocken.

Für eine Weile arbeiteten sie ruhig und tauschten nur einige Kommentare aus. Chakotay begann sich zu fragen, ob mit Harry alles in Ordnung war; er war gewöhnlich etwas gesprächiger als jetzt. Er räusperte sich und Harry drehte sich um.

"Harry, ist mit Ihnen alles in Ordnung?" Die direkte Konfrontation schien der beste Weg zu sein; er war nicht in der Stimmung um zu versuchen zu erraten, was mit Harry los war. Es war ihm der Gedanke durch den Kopf gegangen, dass Harry vor einiger Zeit an Seven interessiert gewesen schien. Seine eigene kürzliche Beziehung könnte das Problem sein, aber er wollte nicht davon ausgehen - er war sich nicht einmal sicher, ob Seven mit Harry darüber geredet hatte. Er konnte ihn beruhigen, falls es das war, aber es war besser den jungen Mann das Thema ansprechen zu lassen.

"Ich... Ich denke schon. Commander, darf ich Sie etwas fragen?"

"Fahren Sie fort." Vielleicht war das Problem doch Seven. Chakotay bereitete sich auf Eifersucht oder nur Neugier vor.

"Hatten Sie jemals im Deltaquadranten Heimweh?" Die Frage kam unerwartet und Chakotay brauchte einen Moment um über seine Antwort nachzudenken.

"Nein, ich denke nicht", sagte er schließlich, "denken Sie daran, dass ich nicht viel hatte, zu dem ich zurückkehren konnte. Der Maquis hatte kein Zuhause und mein eigenes Zuhause existierte nicht mehr. Ich kann mich vernünftigerweise leicht an neue Situationen anpassen. Deswegen ist die Antwort 'nein'. Sie hatten Heimweh, oder?", fragte er und kannte die Antwort sehr gut. Das Heimweh des Fähnrichs in den ersten Jahren war legendär und Chakotay war sich nicht sicher, ob es ganz verschwunden war.

"Ich hatte auch keins, denke ich." Harrys Kommentar kam unvorbereitet und man konnte Chakotay die Überraschung ansehen. "Oh, ich weiß, dass es so aussah ... verglichen zu dem, was ich jetzt fühle, war das kein Heimweh. Dies ist schlimmer, als alles, was ich jemals gefühlt habe."

"Harry", sagte Chakotay, "ich denke, dass das nicht verwunderlich ist. Wir waren so nah an Zuhause nach allem, was wir durchgemacht haben."

Harry nickte. "Und der Deltaquadrant ... er war kein Zuhause, aber wenigstens wussten wir, wo wir waren. Hier können wir das nicht feststellen, es gibt nichts Bekanntes. Wussten Sie, dass wir innerhalb von Augenblicken, nachdem wir aus dem Strahl des Fürsorgers gekommen sind, wussten, dass wir im Deltaquadranten waren? Wir sind seit Tagen hier und haben immer noch nicht die geringste Ahnung, wo wir sind. Dadurch fühle ich mich weiter von Zuhause entfernt als zuvor ..." Harry sah sich um und seine Stimme wurde leiser, "es macht mich nervös wie ich es noch nie zuvor gewesen bin."

"Da sind Sie nicht der einzige, Harry. Ich denke, dass das vielen Leuten auf dem Schiff so geht. Vollkommen verloren zu sein, ist nie eine angenehme Situation. Wir wurden mit einer Situation konfrontiert, wo wir nicht wissen, wo wir sind und wer dir Leute hier sind. Es ist natürlich, dass man dadurch beeinflusst wird. Ich habe gehört, wie in der Messe Leute erwähnt haben, dass sie sich dadurch mehr unter Druck fühlen, als bei allem, was vorher passiert ist und die meisten von ihnen wissen nicht einmal wie schlimm unsere Situation wirklich ist. Die Leute bekommen Kopfschmerzen - und das nicht nur von Chell's farbigeren Menünamen -  und seltsame Träume und Schlaflosigkeit. Alles klassische Stress- Symptome."

Harry nickte. "Ich habe die seltsamsten Träume - wie etwas, was von Salvador Dali gemalt wurde. Nicht einmal richtig erschreckend, aber lebhaft. Farben werden betont und es scheint, als würde ich die seltsamste Kombination von historischen Figuren bekommen. Ich hatte letzte Nacht einen Traum mit Cochrane und Cleopatra." Harry wurde rot, als er sich die Details des Traums ins Gedächtnis rief und Chakotay bemühte sich bei dem Anblick nicht zu grinsen; aber Harry bemerkte es trotzdem und lachte. "Ich weiß, es klingt seltsam, nicht wahr? Sie wollen nicht wissen, was sie gemacht haben!"

Chakotay lachte offen. "Nein, ich glaube nicht, so wie sich das anhört", sagte er und grinste immer noch. Harry wirkte fröhlicher, das Lachen hatte einige Anspannung und Heimweh abgelassen. Sie hatten keine Ahnung, wo sie waren, aber wenigstens war er bei Leuten, die er kannte und denen er vertraute.

***

Sobald Miral sich daran gewöhnt hatte, wandte Tom seine Aufmerksamkeit der Schlange von Beulen, Kratzern und Quetschungen zu, die noch in der Krankenstation waren. Er grub einen Hautregenerator aus und verteilte eine Reihe von Hyposprays auf dem fahrbaren Tisch; das meiste waren Schmerzmittel. Sich um Miral herum manövrierend begann er damit die übrig gebliebenen Crewmen zu behandeln. Ein Teil war von der medizinischen Crew an den Schluss geschickt und einige Nachzügler waren erst gekommen, als die Krise vorüber gewesen ist.

Miral jammerte weiter, wenn auch etwas leiser und Tom amüsierte sich über den Strom von Vorschlägen, wie er sie beruhigen konnte, wenn sie weinte. Ein Fähnrich schlug etwas vor, das man Schnuller nannte - Tom war fasziniert von der Idee, aber der Doktor runzelte leicht die Stirn, als er das mitbekam. "Wenn es sein muss, Mr Paris, aber achten sie darauf das er angemessen geformt ist. Sie wollen ihren Zähnen doch nicht schaden - und wenn sie die Zähne aus den Genen ihrer Mutter geerbt hat, wird sie ihn ohnehin zerbeißen, sobald sie kommen."

Tom beendete das Schließen eines ohnehin schon heilenden Schnittes auf dem Arm eines Fähnrichs mit einer Dosis Schmerzmittel.

"Danke. Das wird mir vielleicht helfen besser zu schlafen", sagte der Crewman.

"Haben Sie Probleme beim Schlafen, Blain?" fragte Tom, "seit wann?"

"Oh, etwa seit der letzten Woche - ich wache von seltsamen Träumen auf. Nichts erschreckendes, aber sehr lebhaft."

Der Doktor hatte ihre Unterhaltung gehört und sagte. "Sie und der Rest des Schiffes. Machen Sie sich keine Sorgen darum, Mr Blain - es ist Stress. Nicht überraschend." Der Ton des Doktors wurde wie üblich sarkastisch und ging unter, als einige andere Crewmen ihre eigenen seltsamen und wundervollen Träume der letzten Wochen erzählten. Tom lächelte, als er sich dem nächsten Patienten zuwandte.

"Also darum muss ich mir keine Gedanken machen - Miral lässt mich nicht schlafen und erst recht nicht träumen!"

Lachen schallte durch den Raum und ein anderer Crewman verschrieb eine Aromatherapie gegen Mirals Jammern, während Tom eine tiefe Schürfwunde auf seiner Augenbraue behandelte. Seine Mutter hatte gesagt, dass es das einzige war, das seine Schwester beruhigt hatte. Sie hatte ein Duftöl verwendet und das Baby damit massiert - offensichtlich hatte es jedes Mal gewirkt. Tom grinste und sagte, dass er es versuchen würde, obwohl er für sich dachte, dass eine strampelnde Miral mit Öl einzureiben in einem Disaster enden würde.

Der Doktor kam gerade, als Tom fertig wurde, wieder vorbei. "Wissen Sie, Mr Paris, ich befürchte, dass es einfach nichts gibt, das Sie tun können. Alle Babys gehen durch Wachstumsschübe - Menschen mit drei Wochen, sechs Wochen und drei Monaten. Manchmal fühlt man sich dabei einfach unwohl. Das könnte es sein; es gibt in der Datenbank so wenige Informationen über menschlich/klingoniche Kindesentwicklung, dass ich es nicht voraussagen kann - klingonische Kinder wachsen schneller als menschliche, weshalb es nicht unwahrscheinlich ist, dass sie gerade einen durchläuft. Wenn es Ihnen zu viel wird, kommen sie hierher in die Krankenstation - ich würde gerne ihr helfen und hin und wieder müssen Sie sie einfach jemand anderem überlassen. Sie ist zudem eine gute Ablenkung für die Patienten - es wurde sehr viel weniger gestöhnt und gegrummelt, sobald Sie mit ihr herein gekommen sind."

Tom lachte. "Sind Sie sicher, dass es Miral war und nicht meine gewinnende Persönlichkeit?", scherzte er. Der Doktor sah ihn nur ernst an und lächelte dann den müden jungen Mann vor sich an. Die dunklen Ringe unter den Augen und seine wirren Haare bewiesen die schlaflosen Nächte und den Stress, den die alleinige Anwesenheit auf der Voyager im Moment hervor rief.

"Vielleicht war es das, Mr Paris. Vielleicht war es das." Er lächelte. "Bringen Sie sie trotzdem hierher wann immer Sie wollen."

Paris nickte dankbar und wandte sich zum Gehen. Miral grummelte immer noch vor sich hin, als er die Krankenstation verließ.

***

Auf dem Planet wuchs der Stapel an Mineralien an; B'Elannas Liste wurde kürzer, als sie nach und nach ihre Wünsche erfüllten. Chakotay schätzte, dass sie zur Hälfte fertig waren, als die Überwachungsgeräte um sie herum ein Warnsignal ausstießen.  Zu spät; der Boden um sie herum bebte, wandt und riss unter dem Druck. Löcher öffneten sich auf der Ebene und die Brocken bewegten sich weiter nach oben. Das Team legte sich auf den Boden, aber Chakotay hörte einen Schrei vom anderen Ende der Ebene.

Einen Augenblick später, war der Boden wieder ruhig und die Geräte hörten mit dem anhaltenden, nutzlosen Signal auf. Chakotay und Harry standen langsam auf und schätzten den Schaden um sich herum ein. Die Landschaft um sie herum war verändert und neue Mineralvenen glitzerten in der Sonne. Ein Stück von ihnen entfernt stand der Rest des Teams langsam wieder auf. Alle außer einem, Boylan. Er lag immer noch am Boden und stöhnte leise. Chakotay nahm an, dass er geschrieen hatte; die anderen schienen in Ordnung zu sein. Er gab Harry und den anderen ein Zeichen, dass sie wieder zum Flyer zurück sollten. Er selbst lief zu Boylan. Das Gesicht des Mannes war weiß, aber er war bei Bewusstsein.

"Ich bin in Ordnung", sagte er. Chakotay schnaubte.

"Seien Sie nicht albern, Heldentaten werden keinem helfen. Was tut weh, wo?"

"Alles. Ahh." Boylan zuckte zusammen. "Mein Bein, ich denke es ist am schlimmsten. Ich bin gefallen - eine dieser Spalten hat sich unter mir geöffnet und ich bin auf die Seite gefallen."

Chakotay begutachtete die Verletzung - das Bein war offensichtlich gebrochen, vielleicht sogar an einigen Stellen. Weiße Teile des Knochens gingen durch die Haut und die Uniform direkt unter dem Knie. Ansonsten - als wäre das nicht genug - wirkte er unverletzt.Chakotay scannte ihn schnell mit dem Tricorder; es war kein medizinischer, aber er reichte um seine Vermutung über das Bein zu bestätigen. An drei Stellen gebrochen, ziemlich schlimm. Der Tricorder zeigte keine anderen Verletzungen. Deshalb hob Chakotay Boylan hoch und trug ihn zum Flyer. Die Bewegung, als Chakotay ihn aufhob, reichte aus um den Crewman bewusstlos werden zu lassen. Wie Chakotay gehofft hatte - auch wenn er ihn immer noch sanft bewegte. Bewusstlos war er viel einfacher zu tragen und der Crewman brauchte die Schmerzen nicht weiter zu ertragen.

Im Flyer legte Chakotay Boylan auf das Biobett hinten im Schiff. "Baxter, sie haben eine medizinische Ausbildung, oder?"

"Ja, Sir."

"Gut, Sie werden sich dann um ihn kümmern. Drei Brücken, zwei glatte. Um den dritten muss der Doktor sich kümmern."Chakotay ging währenddessen zum Steuer und öffnete einen Kanal zur Voyager.

"Delta Flyer an Voyager."

Der Captain antwortete. "Ich höre, Commander."

"Captain, wir werden in den Orbit zurückkehren - wir haben die meisten Mineralien, aber wir haben einen Verletzten. Boylan wurde bei einem Erdbeben verletzt und der Doktor muss sich darum kümmern. Die seismischen Überwachungsgeräte müssen ebenfalls rekonfiguriert werden, bevor wir zurück kommen, sie haben uns nicht im geringsten vorgewarnt."

Im Hintergrund auf der Brücke konnte er Sevens Stimme hören, die dringend klang und er konnte das Wort 'Sernaix' hören. Die Stimme des Captains kam wieder über die Verbindung.

"Verzögern Sie das, Commander. Wir haben die Sernaix auf den visuellen Langstreckensensoren und müssen hier verschwinden um zu versuchen sie los zu werden. Wir sind nicht in der Verfassung es mit ihnen aufzunehmen; Sie müssen eine Weile alleine zurechtkommen. Wir werden sie von Ihnen ablenken. Janeway Ende." Chakotay lief es kalt über den Rücken bei dem Gedanken, dass sie mit den Sernaix zur Gesellschaft auf diesem Planeten gestrandet waren, aber er hatte die Entschuldigung in Kathryns Stimme gehört. Sie konnte wirklich nichts anderes tun - sie bräuchten eine halbe Stunde um zur Voyager im Orbit zurück zu kehren. Dadurch würde die Spanne um den Sernaix zu entkommen zu gering werden. Wenn sie sich nur verstecken könnten. Verstecken. Plötzlich erinnerte er sich an etwas und rief die Sensorinformationen auf, die sie zuvor aufgezeichnet hatten.

"Harry, ich brauche hier Ihren Rat", rief er und sah über die Schulter. Das Team sah etwas weiß aus, weil sie seine Unterhaltung mit der Voyager mit angehört hatten. Das Treffen mit den Sernaix war ihnen noch zu deutlich im Gedächtnis, als dass sie diese Neuigkeiten gleichmütig aufnehmen konnten.

Harry kam von hinten, wo er die letzten Container mit Mineralien, die sie vor dem Beben gesammelt hatten, verstaut hatte. Chakotay deutete auf die Sensorenlücken auf dem Schirm. "Ich werde den Flyer dorthin fliegen." Er deutete auf eines in der Nähe, das für sie gerade groß genug war um sich zu verstecken. "Haben Sie noch etwas anderes beim Scannen bemerkt, das ich wissen sollte, bevor wir das tun?"

Harry schüttelte den Kopf. "Nein, es sah alles klar aus. Die visuellen Daten, die wir von dieser Region bekommen haben, zeigen nur, dass es in der Nähe einer Klippe ist - es gibt vielleicht etwas in der Zusammensetzung der Klippe, dass die Sensoren abschwächt."

"Gut genug. Hoffen wir, dass es die Sensoren der Sernaix ebenfalls abschwächt."

***

"Fähnrich setzen Sie Kurs auf den Asteroidenring zwischen dem fünften und sechsten Planeten", befahl Janeway, sobald sie die Verbindung mit dem Außenteam beendet hatte, "fliegen Sie hinein und sehen Sie zu, dass sie etwas finden, das groß genug ist um die Voyager im Sensorenschatten zu verstecken. Voller Impuls. Tuvok halten Sie was immer wir als Verteidigung haben bereit. Nur für den Fall."

Tuvok sagte: "Aye, Captain. Darf ich vorschlagen, dass ich eine Sonde aussende, die sich von uns selbst und dem Planeten entfernt.  Bis wir wissen, ob die Sernaix uns hier aufgespürt haben oder lediglich vermuten, dass wir hier sein könnten, sollten wir so viele falsche Fährten legen wie möglich. Die Sonde könnte uns zudem weiter reichende Telemetrie für das Team in der Astrometrie senden."

"Tun Sie es." Janeway nickte. Wie von Tuvoks Kommentar herbei gerufen, kam Sevens Stimme über die Comm-Verbindung.

"Captain, melden Sie sich bitte in der Astrometrie."

Janeway verzog leicht das Gesicht. Sie musste mit jemandem reden. Irgendjemandem. Irgendjemandem, der Seven davon überzeugen konnte, dass eine entschiedene Vorladung des Captains nicht unbedingt angemessen war.

"Ich bin unterwegs, Seven." Jetzt war auf jeden Fall nicht die Zeit um darüber zu debattieren. Sie hatte genug damit zu tun, dass die Voyager wieder verloren war und dieses Mal gründlicher als zuvor. Janeway verbrachte den kurzen Weg von der Brücke zur Astrometrie damit, den Statusbericht des Schiffes auf einem PADD zu überfliegen.B'Elanna hatte es geschafft mit dem greifbaren Material einige kleine Wunder zu vollbringen; die Schilde waren wieder bei 60%. Die futuristischen Schilde würden erst wieder online gehen, sobald sie die Vorräte von dem Planeten hatten - sie unterdrückte die aufkommende Sorge um das Team dort unten - aber der Warpkern war wieder stabil und konnte innerhalb der nächsten zwölf Stunden wieder auf volle Energie gebracht werden. Um die restlichen Reparaturarbeiten - die Transporter und einige kleinere Probleme - würde man sich danach kümmern.

Janeway kam in der Astrometrie an und fand Seven, Icheb und eine der Delaney- Schwestern an den Konsolen vor; Seven drehte sich zu ihr um. "Captain, wir konnten unsere Position noch nicht herausfinden. Ich habe jede Sensorinformation geprüft und von einigen Crewmitgliedern Unterstützung erhalten, aber bis jetzt sind wir einer Lösung nicht näher gekommen." Die Frustration war fast greifbar; Seven mochte Verwirrung nicht und dies war nur Verwirrung.

Janeway wollte jetzt wirklich nicht darauf eingehen, aber sie war schon etwas fasziniert, dass es etwas gab, dass Seven derart verwirrte. "Dann schlage ich vor, Seven, dass Sie an der falschen Stelle nachsehen", sagte sie höflich, "versuchen Sie die Punkt-Ausdehnungs-Funktion für die isoplanatischen Punkte für jede Zone zu berechnen; haben Sie die Informationen auf die Hertzsprung-Russel bevorzugten Orte überprüft.

"Haben wir."

"Dann machen Sie den Gegencheck für die astroseismologischen Informationen auf der Helligkeitsfunktion für die lokalen Lichter. Das sollte uns wenigstens einen Anhaltspunkt darüber geben, ob wir überhaupt im richtigen Universum sind. Ich denke, wir können auf jeden Fall davon ausgehen, dass wir nicht in derselben Galaxie sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie das bis jetzt noch nicht herausgefunden haben." Janeway war Seven ebenbürtig wenn es darum ging knapp und streng zu sprechen.

Icheb nickte und seine Hände flogen wieder über die Konsole. Seven sah Janeway selbstsicher an.

"Captain, die Sensoren sind immer noch von unserer Begegnung mit den Sernaix beeinträchtigt. Die Crew aus dem Maschinenraum weigert sich im Moment daran zu arbeiten und ich war nicht in der Lage die Unterstützung zu bekommen, die ich brauche um die nötigen Scans durchzuführen."

"Sie werden damit zurechtkommen müssen; wir haben größere Probleme, um die wir uns kümmern müssen - microfeine Kalibration der Sensoren steht weit unten auf der Reparaturliste. In der Zwischenzeit würde ich vorschlagen, dass Sie mit dem zurecht kommen, was Ihnen zur Verfügung steht."

Janeway wandte sich zum gehen. Ein Teil von ihr wollte bleiben und selbst das Ganze untersuchen, aber ihr Hauptimpuls war fort zu kommen. Sie würde einige Zeit brauchen um angenehm mit Seven zu sprechen, aber diese Zeit war noch nicht vergangen. In der Zwischenzeit, würde sie die Ergebnisse in ihrem Bereitschaftsraum überprüfen. Sie fühlte sich nicht danach, sich jetzt um die Crew zu kümmern; ihre eigene Enttäuschung darüber, dass sie wieder gestrandet waren, lastete genug auf ihr.

***

Toms Beine schmerzten leicht; er war stundenlang sprechend und singend durch die Korridore gegangen, oder so fühlte es sich zumindest an. Miral war einige Male eingeschlafen, war aber wieder aufgewacht, sobald er stehen blieb. Gerade jetzt war sie wieder leise am Jammern.Er war müde, fühlte sich unwohl und kurz davor zu verzweifeln. B'Elanna hatte immer noch im Maschinenraum zu tun und er würde sie nicht stören - die Reparaturen hatten jetzt Vorrang; es war nicht so, dass sie beide beschäftigt waren.

Er fühlte, wie das Schiff aus dem Orbit schwang und überlegte einen Moment, ob er zur Brücke gehen sollte um das Steuer zu übernehmen - aber es gab keinen roten Alarm, nur den anhaltenden gelben Alarm wie schon seit Wochen. Er hatte keinen Grund zu gehen, außer Mirals offensichtliche Qualen hinter sich zu lassen. Und das war wiederum genug Grund zum bleiben. Er war jetzt Vater und konnte nicht einfach seine Verantwortung für sie dem Doktor oder jemand anderem überlassen, damit er auf die Brücke spielen gehen konnte. Außerdem war er im Elternschaftsurlaub  - es gab keine direkte Bedrohung, die seine Erfahrung beim Steuern des Schiffes nötig machte, also musste er mit seinen eigenen Problemen fertig werden.

Eine Ablenkung kam um die nächste Ecke; Naomi Wildman rannte mit wehenden Haaren durch den Korridor. Sie blieb abrupt stehen, als sie ihn und Miral sah.

"Tom!" rief sie, "oh, Sie haben das Baby! Kann ich sie bitte sehen?" Sie war kribbelig vor Aufregung und Tom erinnerte sich amüsiert an ihre helle Freude, als sie Miral zum ersten Mal in der Krankenstation gesehen hatte - sie war gleichzeitig begeistert und ängstlich, als sie sie in den Arm nehmen durfte. Er konnte das nachempfinden - er hatte sich so ziemlich genauso gefühlt.

"Natürlich kannst du das." Er ging etwas in die Hocke, damit Naomi in die Tragedecke hinein blicken konnte - das war einfacher, als zu versuchen Miral heraus zu holen. "Warum läuft du überhaupt hier herum? Bist du zu spät für den Unterricht?"

"Kein Unterricht", sagte Naomi und grinste darüber, dass Miral sich an ihren Finger klammerte. "Seven hat genug damit zu tun heraus zu finden, wo wir sind und alle anderen arbeiten entweder an den Reparaturen oder gehen Seven aus dem Weg, damit sie sie nicht zum helfen in die Astrometrie schleppt. Was tun Sie?"

"Ich versuche Miral bei Laune zu halten. Der Doktor denkt, dass sie einen Wachstumsschub hat und sich deshalb unwohl fühlt. Wenn sie sich nicht wohl fühlt, hat sie kein Problem damit uns das wissen zu lassen." Miral wählte diesen Moment um seinen Kommentar zu bekräftigen und gab einen verärgerten Schrei von sich. "Siehst du, was ich meine?"

"Kann ich helfen?" fragte Naomi, "ich möchte nämlich manchmal für Sie Babysitten - ich meine, B'Elanna und Sie müssen arbeiten und Sie werden jemanden brauchen, der sich um sie kümmert, oder? Auf diese Weise kann ich üben, während Sie dabei sind und sie sehen, dass ich es kann. Bitte, kann ich helfen?" Die Worte purzelten ihr aufgeregt aus dem Mund und Tom grinste.

"Sicher kannst du helfen. Fragen wir nur zuerst deine Mutter." Tom drückte auf seinen Kommunikator. "Tom Paris an Sam Wildman."

"Sam hier, Tom. Was hat meine Tochter jetzt angestellt", lachte Sam.

"Nichts", sagte Tom grinsend, "ich wollte nur nachfragen, ob es in Ordnung ist, wenn sie eine Weile bei Miral und mir bleibt - sie will lernen, wie man auf ein Baby aufpasst."

"Das ist in Ordnung, Tom, danke, dass du Bescheid sagst. Naomi, ich werde das Abendessen in ein paar Stunden vorbereitet haben - ich werde dich dann rufen, okay?"

"Danke, Mom."

Tom beendete die Verbindung. "Okay. Hast du irgendwelche Ideen, was wir jetzt machen könnten?" Tom hatte eigentlich keine Hoffnung, dass Naomi etwas anderes einfiel, aber das tat es.

"Wie wäre es mit dem Holodeck? Wir können Miral Flotter vorstellen!"

Tom lächelte. Es war ihm nicht in den Sinn gekommen das Holodeck auszuprobieren, was unter den gegebenen Umständen wirklich reine Ironie war."Gute Idee - gehen wir." Holodeck eins war in der Nähe und wie erwartet im Moment frei. Tom scrollte durch die möglichen Programme. "Naomi, wieviele Flotter-Programme hast du?" rief er, als er durch die Liste scrollte. Sie kicherte.

"Ich habe viele als Geburtstagsgeschenke bekommen. Versuchen wir es mit Flotter und der Befehl des Phoenix'. Es ist eines meiner Lieblingsprogramme - Harry hat es mir gegeben - er sagt, es sei eine alte Story die er in Flotter umgewandelt hat." Tom tippte einige Befehle ein, mit denen er das Programm startete. Dann ging er einen Schritt zurück um Naomi vorbei zu lassen, als sich die Tür öffnete. Er trat nach ihr ein und sah sich etwas verwirrt um.

Sie waren im Foyer eines alten Schlosses. Steinwände und Treppen umgaben sie. Über ihnen schwebte eine weiße Erscheinung. Naomi stieß ihn an und deutete darauf. "Das ist einer der Geister, die hier wohnen. Er ist wirklich nett, aber nicht so hilfreich wie er denkt."Die Erscheinung näherte sich und Tom sah sie sich genauer an; es sah aus wie ein Mann in altertümlicher Kleidung mit einem Schal um den Hals.

"Ein Geist?" fragte er Naomi.

"Ja, er ist fast geköpft worden", sagte sie. Alles andere, was sie sagen wollte wurde von Mirals Schreien abgebrochen - die Erscheinung war näher gekommen und dem Kind gefiel offensichtlich nicht, was es sah.

"Sssh, scht", beruhigte Tom sie, "es ist alles in Ordnung, Miral. Computer, Programm beenden. Ich glaube nicht, dass sie sehr begeistert davon ist. Entschuldige, Naomi. Vielleicht, wenn sie etwas älter ist." Das Schloss löste sich um sie herum auf und hinterließ das bekanntere Holodeck- Gitter. "Okay, sehen wir, was wir sonst noch finden können."

"Eine Programmliste erschien mitten in der Luft vor ihnen; Tom und Naomi sahen sie durch. "Sandrine's - nein, ich denke nicht. Deine Mutter wäre hinter mir her, wenn ich dich dorthin mitnähme ... Fairhaven - nein, definitiv nicht. Tomb Raider 47?" Tom sah sich die Parameter des Programmes an und zuckte. "Harry, Harry, Harry, das hast du mir verheimlicht ... wann hast du das denn zusammen gebastelt?"

"Was ist das? Können wir es auspropieren?" fragte Naomi.

"Uh, nein. Nein, ich denke nicht, dass das gerade das richtige für Miral ist - oder für dich. Vielleicht wenn du älter bist", Tom lächelte. Sie gingen weiter dir Programmliste durch.

***

Chakotay landete den Flyer wieder; sie machten den kleinen Sprung von der Ebene bis zu der Sensorenlücke so ruhig wie möglich um Boylans Bein nicht durchzurütteln. Baxters Erste Hilfe Fähigkeiten waren nur adequat genug um die Schmerzen zu lindern und die beiden kleineren Brüche zu heilen; sie würden den Doktor brauchen um sich um den schlimmsten Bruch zu kümmern.

Draußen war die Klippe vor ihnen und wölbte sich über den Flyer. Es war dunkler hier, weil die Sonne blockiert war und sie buchstäblich im Schatten saßen, nicht nur im Sensorenschatten. Chakotay streckte sich um durch den Ausblick vor dem Steuer zu sehen. Nichts bewegte sich. Der Boden unter ihnen war laut Sensoren genauso stabil. Sie hatten diese Stelle vorher genau aus diesem Grund zum Besteigen ausgeschlossen - sie hätten nach den Mineralien graben müssen, anstatt sie herum gestreut zum Einsammeln vorzufinden. Chakotay checkte noch einmal die Sensoren: mit so vielen Felsen über sich hängend wollte er keine unangenehmen seismischen Überraschungen erleben. Stabil; es gab hier kein Anzeichen für irgendwelche seismische Aktivität und auch keine visuellen Nachweise. Es gab keinen Schutt, keine Brocken, die in letzter Zeit aus dem Boden gerissen worden waren. Die Klippe schien ein wetterfestes Lavastück zu sein, zurückgelassen von einem längst inaktiven Vulkan.

"Harry, gehen Sie mit Ayala nach draußen und sehen Sie nach, ob sie einen Unterschlupf finden. Ich wäre lieber nicht im Flyer, falls die Sernaix ihn finden. Die Voyager will sie ablenken, aber ich ziehe es vor auf alles vorbereitet zu sein."

Harry nickte. Ayala und er steckten Phaser ein und holten sich Taschenlampen für ans Handgelenk und Tricorder, bevor sie die jetzt offene Rampe hinunterstiegen. Kühle Luft zog in die Kabine, als sich die Rampe öffnete, feucht und kühl mit dem leichten Geruch von verfaulter Vegetation. Draußen war die kalte Luft stärker. Harry fragte sich, ob die Sonne jemals hierher reichte unter die Klippe. Es fühlte sich auf jeden Fall nicht so an. Er sah zu Ayala und gab ihm ein Zeichen.

"Dort drüben ist eine Öffnung - es sieht aus wie eine Höhle." Harry ging vor und duckte sich unter dem Vorsprung. Die Öffnung war etwas mehr als ein vertikaler Schlitz in der Felswand, gerade breit genug um durch zu gehen. Dahinter, beleuchtet durch die Strahlen ihrer Taschenlampen, war eine fast perfekte hemisphärische Kuppel als Höhle. Harry ging vorsichtig hinein und suchte mit dem Licht und dem Tricorder nach nicht willkommenen Bewohnern. Die Informationen der Scans erwiesen sich als richtig - kein Lebenszeichen, nichts bewegte sich. Auf dem Boden lagen Staub und die Reste von toten Pflanzen, die der Wind in die Ecken geweht hatte. Er glühte leicht und Harry scannte ihn mit dem Tricorder; nichts bedrohlicheres als natürlich leuchtendes Fungi, das die hereingewehte Nahrungsquelle nutzte.

Harry winkte Ayala herein. "Es sieht in Ordnung aus - wollen Sie die anderen herein rufen?" Ayala blickte sich um und nickte dann, bevor er zum Schiff zurück eilte. Dasselbe, das ihre Sensoren blockierte, blockierte auch ihre Kommunikatoren und so wartete er auf die Rückkehr der anderen. Es dauerte nicht lange bis ein schwankendes Licht durch die Höhle ihre Ankunft ankündigte. "Willkommen im Hotel", bemerkte Chakotay, "Danke, Harry, das hier ist gut. Ayala, Baxter: können Sie Boylan dort drüben weg vom Eingang hinlegen? Es sieht so aus, als würde der Wind hier hereinwehen." Er hatte dieselben großen Stapel von vertrockneten Blättern entdeckt, die Harry zuvor untersucht hatte. "Harry können wir diese Stapel unter den Decken der Überlebensausrüstung gebrauchen?" fragte er.

Harry verstreute ein Teil der Blätter mit einem Stock; sie verteilten sich mit. Er hob einige auf und untersuchte sie näher; manche zerfielen in seiner Hand, andere blieben intakt.

"Ich denke schon, Commander. Es sieht so aus, als würden sie nicht zu sehr auseinander fallen. Sie sollten ganz gemütlich sein. Der Tricorder zeigt nichts Unangenehmes hier drinnen."

"Also gut, machen wir das fertig."

Das Team arbeitete eine Weile, wobei es von dem blassen Boylan beobachtet wurde. Die Schmerzmittel wirkten, aber es würde ihm nicht gut gehen, bis sie wieder auf die Voyager kamen. Das Licht in der Höhle wurde heller, als sie in einige Ecken Lampen stellten. Es wurde hell genug, dass sie genug sehen konnten und gleichzeitig das Licht nicht durch den Höhleneingang fiel. Harry und Ayala arbeiteten daran mit Sternenflottendecken und Blättern etwas gemütliches zu errichten; Chakotay sammelte Steine und häufte sie in der Nähe auf. Als es genug waren, feuerte er mit seinem Phaser so lange darauf, bis die Steine so rot wie Kohle glühten. Eine beruhigende Wärme breitete sich langsam in der Höhle aus und vertrieb die Kälte aus der etwas muffigen Luft. Baxter und Farley, die restlichen Mitglieder des Teams, gingen die Überlebensrationen, die sie vom Flyer mitgebracht hatten, durch und behielten den Eingang im Auge.

Innerhalb kürzester Zeit fanden sich alle um die glühenden Steine zusammen. Das einzige Geräusch an diesem Ort, was das leise Rauschen des Windes, der durch den Höhleneingang kam. Um sie herum leuchteten die Wände rot durch den Schein der Steine.Sie hatten die Notfall-Lichter ausgeschaltet, weil sie durch das Glühen des Feuers nicht gebraucht wurden. Der Eingang war eine Lichtspalte im starken Kontrast zu den schwarzen Höhlenwänden daneben. Das Licht des Feuers reichte nicht ganz bis dorthin.

Ayala stellte ein Gefäß auf den Steinhaufen und öffnete eine Ration. "Will jemand Kaffee?" Harry und Farley nickten. Chakotay wandte sich an Baxter.

"Was können wir Boylan geben? Nur Wasser oder haben sie ihm etwas milderes gegeben, so dass wir ihm Suppe geben können - oder das Äquivalent zu Suppe in diesen Rationen?"

Baxter sah zu Boylan; er fühlte sich jetzt, wo er auf dem Bett aus Blättern und Decken lag, etwas wohler und es schien ihm wärmer zu sein. "Alex, wonach fühlst du dich? Du könntest eine Suppe essen, wenn du willst."

Boylan hustete leise und seine Stimme war schläfrig. "Wie wäre es mit Makkaroni und Käse? Das hätte ich wirklich gerne. Gott, ich hatte mich so darauf gefreut..." Seine Stimme wurde leiser, als das vom Eingang kommende schwache Licht sich plötzlich verdunkelte. Alle sahen alarmiert dorthin. Chakotay bewegte sich langsam auf den Eingang zu und gab den anderen ein Zeichen zurück zu bleiben.

Von der Seite des Eingangs warf er einen Blick nach draußen. Die Dunkelheit in der Höhle würde verhindern, dass er gesehen wurde, aber er wollte kein Risiko eingehen.

Er konnte nicht direkt etwas sehen; nur eine dunkle Landschaft direkt vor ihnen und weiter hinten Licht, als wäre eine Wolke vor der Sonne. Chakotay erstarrte; das Schiff der Sernaix kam in Sichtweite. Der Schatten war das Schiff, das über der Klippe schwebte. Es kreiste langsam, als würde es nach etwas suchen.

Chakotay atmete seinen lang angehaltenen Atme aus. Es sah so aus, als hätte das Schiff den Flyer nicht gefunden. Er beobachtete dennoch vorsichtig, ob sie jemanden zur Suche zurück gelassen hatten. Das Schiff bewegte sich immer noch langsam in der Entfernung.

Chakotay sah sich zu den anderen um. Boylan war eingeschlafen, wofür er dankbar war. Die anderen standen mit gezogenen Phasern hinter ihm. Er schüttelte den Kopf. "Es sind die Sernaix, aber es sieht nicht so aus, als wüssten sie, dass wir hier sind. Es war nur der Schatten des Schiffes."Dann drehte er sich wieder um um nach den Sernaix zu sehen. Das Schiff kreiste umher. Von dieser Entfernung aus konnte er nicht sehen, ob die Sernaix das Gebiet gefunden hatten, wo sie die Vorräte gesammelt hatten. Er biss sich auf die Lippe und versuchte sich daran zu erinnern, ob sie beim Verlassen irgendetwas zurück gelassen hatten. Er glaubte nicht, es war Standardprozedur absolut nichts zurück  zu lassen, aber weil sie Boylan schnell medizinisch versorgen mussten, war er sich nicht absolut sicher.

Das schwarze Schiff schwebte langsam und warf einen schwarzen Schatten auf den Boden. Von hier aus, sah es so aus, als ob die visuellen Scanner der Voyager die richtigen Daten erhalten hatte - es war ein dunkles, mattes Schwarz. Es reflektierte kaum; es schien nur Licht zu absorbieren. Es gab keine Stellen, wo die Phaser der Voyager Spuren hinterlassen hatten - Chakotay fragte sich, ob es überhaupt getroffen wurde. Es war schwer irgendwelche Details zu erkennen; das Schiff war zwischen der Sonne und ihm und es war unmöglich etwas auf der ihm zugerichteten Unterseite zu erkennen.

Chakotay sah wieder zu seinem Team. Die Anspannung war offensichtlich, als sie darauf warteten, dass er eine Entscheidung traf. Er zog sich vom Eingang zurück. "Wir werden hier warten. Sie verhalten sich nicht, als ob sie uns gesehen hätten, also müssen wir für jetzt damit zufrieden sein. Wir können es nicht riskieren ihre Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen, indem wir nach draußen gehen.

Sie setzten sich wieder um das Feuer, immer noch angespannt. Niemand sprach und alle zuckten zusammen, als ein kleines Stück Moos auf einem der Steine durch die Hitze auseinander sprang. Ayala nahm schweigend die Kaffeekanne vom Feuer und verteilte die Tassen mit dem bitteren Trank.

Harry war der erste, der sprach, auch wenn er immer noch seinen Blick auf den Eingang gerichtet hatte. "Ich wünschte, Neelix wäre hier", sagte er, was keiner erwartet hätte, "er hätte den Kaffee fast richtig hinbekommen."

Der nutzlose Kommentar rief leises, etwas hysterisches Lachen bei Farley und Baxter hervor. Chakotay sah sie besorgt an. Diese Situation würde den ohnehin schon gestressten Crewmen auch nicht gerade helfen. Beiden hatten ihre Arbeit im Deltaquadranten gut gemacht aber dieser ... Ort ... hatte nicht einmal die magere Sicherheit des Deltaquadranten. Dort hatten sie wenigstens gewusst, wie Harry gesagt hatte, wo sie waren und in welcher Richtung das Zuhause lag.

***

Die Voyager blieb im Schatten eines Asteroiden; der Ring war relativ klar und es waren keine fantastischen Flugmanöver nötig gewesen. Janeway entspannte sich etwas. Sie hatten die Sernaix nur auf den visuellen Sensoren gehabt und - für den Moment - sah es so aus, als würden sie sie nicht verfolgen.Natürlich konnte das heißen, dass sie im Moment vielleicht den Planeten untersuchten. Dieser Gedanke ließ ihre Kopfschmerzen wieder schlimmer werden aber sie hatte kaum Zeit dafür. Ein weiterer Ruf aus der Astrometrie holte ihre Gedanken vom Außenteam zurück zum Schiff. Außerdem war Chakotay mehr als geeignet um auf sein Team aufzupassen. Wenn er das nicht war, dann verdiente er seinen eigenen Vorwurf, dass sie ihm nicht vertraute.

"Ich bin unterwegs, Seven", bestätigte sie und eilte wieder zum Turbolift.

Die Astrometrie war genauso kühl und dunkel wie immer, nur Seven und Icheb waren an den Konsolen zurückgeblieben. "Bericht", sagte Janeway, als sie eintrat.

"Captain. Icheb hat etwas interessantes gefunden", begann Seven. Janeway wandte sich an den jungen Mann.

"Was ist es, Icheb?" fragte sie und unterband damit Sevens Versuch selbst die Erklärung abzugeben. Icheb sah etwas unsicher auf Seven, begann dann aber mit seiner Erklärung.

"Captain, ich habe die Helligkeitsfunktionen für die Lichter überprüft - wie Sie es vorgeschlagen haben." Janeway nickte. "Also, während die Überprüfung lief, habe ich die spektralen Daten überprüft, die wir soweit bekommen haben - nur um die gesamte Helligkeit noch einmal gegen zu checken. Es gibt dort eine Anomalie und ich bin mir nicht sicher, warum wir sie vorher nicht bemerkt haben..." Seine Stimme wurde leise und Janeway schüttelte den Kopf.

"Es hat keinen Sinn im Nachhinein darüber zu diskutieren, was wir hätten bemerken oder nicht sollen - wir können später überprüfen, ob es an den Prozeduren gibt, das wir ändern sollten. Was ist es?"

"Die Rotverschiebungen, Captain - wenn Sie her sehen", er gab einige Befehle in die Konsole ein um eine Reihe von Grafiken und Iterationen aufzurufen. "Ich habe die roten Basisverschiebungen nach allem, was die Sensoren aufgezeichnet haben, überprüft, wobei ich Helium als Bezug genommen habe und die Daten sind seltsam. Sie sind zu niedrig, besonders die Daten über diesen Quasar, den die Sensoren gerade bemerkt haben. Deshalb habe ich mir die roten Basisverschiebungen für alles, was wir gefunden haben, angesehen - die Geschwindigkeit dieses Quasars sollte höher als Lichtgeschwindigkeit sein, aber er ist nicht einmal in der Nähe von Lichtgeschwindigkeit." Janeway sah zum Schirm auf, während er sprach und nickte.

"Du hast Recht - es gibt nichts, das über Lichtgeschwindigkeit ist, obwohl man es angenommen hat. Alles ist unter Lichtgeschwindigkeit - meistens sehr weit darunter. Es ist, als gäbe es keinen cosmologischen Verlagerungseffekt", überlegte sie, während sie die Zahlen und laufenden Tabelle vor sich betrachtete.

"Das ist es, was ich mir gedacht habe", sagte Icheb, "rein rechnerisch gesehen sind sie alle konstant nach dem Doppler-Effekt zur relativen Bewegung von uns alleine - ich habe einige Tests mit dem Stern, den wir gerade passiert haben, durchgeführt und basierend darauf, gibt es nur relative Bewegungen. Das ist alles, was wir sehen, es gibt keine cosmologische Verlagerungen, keine Geschwindigkeitszunahme, welche man erwartet, wenn es eine Verlängerungsfrequenz durch die Expansion der Raumzeit gäbe."

"Wie ist das möglich?" fragte Janeway, die ungläubig auf die Daten und deren Schlussfolgerungen sah.

"Ich bin nicht sicher", sagte Icheb vorsichtig, "es sei denn das Universum breitet sich nicht aus. Janeway drehte sich um und sah ihn an.

"Das ist unmöglich", sagte sie, "wie kann ... es gibt kein statisches Universum. Es ergibt einfach keinen Sinn. Entweder dehnt es sich aus oder zieht sich zusammen - die Theorie vom statischen Universum wurden vor 400 Jahren diskreditiert. Du kannst nicht ernsthaft annehmen, dass wir einen Ort im Universum gefunden haben, der sich nicht ausbreitet. Seven, Sie haben eben ein Problem mit den Sensoren erwähnt, könnte dies das Ergebnis davon sein?"

Seven schüttelte den Kopf. "Nein, Captain. Sie hatten Recht, als sie vermutet haben, dass die Sensoren nur eine Feinkalibrierung benötigten; sie sind mehr als geeignet um diese Art von Daten zu überprüfen."

"Was uns zu der Frage bringt, warum wir das nicht vorher bemerkt haben", sagte Janeway, während sie die Arme verschränkte und auf und ab ging. "Egal warum, wir haben es nicht bemerkt. Es war zu offensichtlich um es zu überprüfen, ich denke, wir haben es als feststehend vorausgesetzt. Gibt es Blauverschiebungen?", fragte sie.

"Mehr, als man annehmen würde", antwortete Icheb, "aber es kommt alles nur mit relativer Bewegung auf uns zu. Captain, es gibt in diesen Daten keinen Hinweis darauf, dass der Raum um uns in geringster Weise ausdehnt oder zusammenzieht. Er ist einfach ... vorhanden. Wir bewegen uns in ihm und alles andere bewegt sich, aber der Raum selbst existiert einfach. Es gibt keine Expansion und keine Kontraktion - er ist einfach statisch." Icheb hörte sich  genauso verwirrt an wie Janeway aussah.

"Ein statisches Universum - du meinst, dass wir an einem Ort sind, wo Einsteins Relativitätstheorie ohne Modifikation passt? Wenn wir hier nicht gefangen wären, fände ich es faszinierend", sagte Janeway, "lass mich nachdenken - was sonst könnte die roten Verlagerungen vermindern? Temperatur ... wie ist die Vakuumtemperatur da draußen - sind Sie sicher, dass wir nicht einfach durch etwas mit größerer Dichte fliegen ... nein, bestimmt nicht. Dann wäre es nur lokal."Sie ging auf und ab, während Icheb und Seven die Ergebnisse, die sie ausgerechnet hatten, noch einmal durchgingen.

Endlich hielt sie an und sah auf. "Naja, es ist ein Mysterium mehr bei all den anderen. Ein statisches Universum; wie viel komplizierter kann das werden? Nein, beantworten Sie das nicht; ich will es gar nicht wissen! Rein aus Neugier, wie hoch ist das Level der Hintergrundstrahlung? Gibt es irgend einen Hinweis darauf, dass das mit einer Singularität begonnen hat?"

Icheb überprüfte wieder die Daten. "Weniger als ein Kelvin, Captain. Es sollten ca. drei Kelvin sein..." Er verstummte, als Janeway ihm ein Zeichen gab und wieder auf und ab ging.

"Es ist statisch ... das wiederspricht allem, was wir wissen. Wie...?" Kathryn schüttelte den Kopf. "Ein statisches Universum, keine Ausdehnung und fast keine Strahlung."

Schließlich sagte Seven: "Es wiederspricht nicht völlig einigen der frühen Vereinheitlichungstheorien, Captain." Janeway hielt an und sah sie an. "In einigen der frühen Theorien vor etwa 400 Jahren wurde aufgestellt, dass eine Reihe von Universumsblasen in einem falschen Vakuum entstanden sind, als während das Universum unter explosivem Druck gestanden hat. Die Theorie ist nie vollständig wiederlegt worden."

"Nein ...", sagte Janeway langsam, "Sie haben Recht, das wurde es nicht. Es gab einige Vermutungen, dass in den verschiedenen Blasen, verschiedene physikalische Gesetze vorhanden sind - nicht dass uns das viel helfen würde. Gab es Theorien über Interaktionen zwischen den Blasen?"

"Es gab Theorien, dass die Blasen verschmelzen können und dabei dort Monopole bilden, wo die im Konflikt stehenden Higgsfelder sich treffen. Die Theorie war jedoch nicht weit genug entwickelt um festzustellen, ob es eine Verbindung zwischen zwei Blasen geben kann, bevor sie verschmelzen", erwiderte Seven.

"Was uns auch nicht näher an Zuhause bringt. Seven, Icheb, können sie daran weiter arbeiten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich akzeptieren möchte, dass wir von einer Subraummine in eine andere Universumsblase geworfen worden sind und von unserem Universum durch ein ursprünglich falsches Vakuum getrennt sind - Subraum ist seltsam, aber nicht so seltsam."

Tuvoks Stimme unterbrach sie. "Captain, die Sernaix scheinen sich von dem Planeten zu entfernen."

"Gab es irgendwelche Hinweise darauf, dass sie auf das Team gefeuert haben?"

"Nein, wir konnten feststellen, dass es auf dem Planeten zu keinen Energieentladungen gekommen ist. Die Sernaix bewegen sich nicht sehr schnell, aber sie bewegen sich fort aus der orbitalen Ellipse. Es sieht so aus, Captain, als hätten sie es aufgegeben hier nach uns zu suchen."

"Verstanden. Ich komme wieder auf die Brücke. Janeway Ende." Janeway seufzte erleichtert; wenigstens etwas richtete sich nach ihren Gunsten. Sie verließ Icheb und Seven, die weiter in der Astrometrie arbeiteten und versuchten das Rätsel zu entwirren, mit dem sie in den letzten Wochen konfrontiert worden waren.

***

Chakotay stand auf um wieder durch den Eingang zu blicken; er konnte die Sernaix nirgendwo sehen. Kein Schatten fiel auf sie und es gab kein Anzeichen von dem Schiff in der Ferne. Er versuchte krampfhaft etwas zu hören, das darauf hinweisen könnte, dass das Schiff immer noch in der Gegend war. Alles, was er hören konnte, war das leise Flüstern hinter ihm und das sanfte Rauschen des Windes über die Klippe. Ansonsten, Stille.Er drehte sich wieder zum Innenraum der Höhle. Ayala wärmte die Steine wieder auf um die Höhle zu heizen. Chakotay überlegte einen Moment lang, ob er ihn stoppen sollte, falls die Sernaix die Phaserenergie orten können. Aber dann wiederum, sie hatten offensichtlich nicht ihre Lebenszeichen oder den Flyer geortet - vielleicht verbargen die Klippen die Phaserenergie Signatur ebenfalls. Seine Gedanken wurden plötzlich von etwas auf der Höhlenwand links hinter Ayala abgelenkt. Das Licht des Phaser ließ dort einige Markierungen auf der Wand sehen. Chakotay warf einen schnellen Blick nach draußen, um sicher zu stellen, dass kein Sernaix dort war. Aber im Moment war niemand da.

Er durchquerte schnell die Höhle und versuchte die Stelle, wo er die Zeichen gesehen hatte, zu fixieren. Ayala hatte das Phaserfeuer beenet und das Licht wurde langsam wieder zum roten Glühen des Feuers. Die anderen drehten sich mit gezogenen Phasern zum Eingang, weil sie annahmen, dass er vor etwas wegrannte. "Nein, nein, da draußen ist nichts. Aber hier - Harry, werfen sie mir eine dieser Lampen - dort es etwas auf der Wand." Harry warf ihm eine der Handgelenk- Lampen, die sie abgenommen hatten.

Chakotay schnallte die Lampe um sein Handgelenk und schaltete sie ein. Ein schwacher Strahl kam über seinen Handrücken und er fuhr damit über die Wand ein Stück über seinem Kopf.Oben waren Zeichen, die in dem weißen Licht wie Reliefs wirkten. Er konnte sie geradeso erreichen und streckte seinen Arm aus um Ritzen im Felsen nach zu fahren. Es waren saubere, scharfe Kanten.  Es hing geradeso viel Moos daran um ihn davon zu überzeugen, dass sie nicht in letzter Zeit gemacht worden waren.

"Harry, Ayala, kann einer von Ihnen mit einem Tricorder herkommen - ich möchte das hier kopieren."

Harry kam zu ihm und scannte den Bereich, den Chakotay mit seiner Lampe beleuchtete. "Glauben Sie, dass sie von den Sernaix sind?" fragte er und ganz schwach klang Nervosität in seiner Stimme mit. Der Gedanke, dass die Sernaix diese Höhle, in der sie gerade standen, kennen könnten, war beunruhigend.

"Keine Ahnung", sagte Chakotay über seine Schulter, "es gibt keine Zeichen auf dem Schiff, mit denen man sie vergleichen könnte. Ich kann nicht sagen, dass es wie irgendetwas auf der Uniform von dem, den wir gesehen haben, aussieht. Sie scheinen eher zu Kurven zu neigen und diese bestehen alle aus geraden Linien und Punkten." Die Zeichen sahen eher wie eine Keilschrift aus, eine einfache Schrift. Die Punkte waren möglicherweise wahllos gesetzt worden, obwohl sie Chakotay an die Zeichen auf seinem Medizinrad erinnerten. Und diese zeigten die Sterne der nördlichen Hemisphäre über Dorvan V, vielleicht waren diese etwas ähnliches - eine Karte.

"Harry, sieht das aus, wie eines der Sternenmuster, die wir, seit wir hier sind, sehen?" Harry sah wieder zu den Zeichen und scrollte dann durch die Informationen, die der Tricorder gesammelt hatte.

"Das ist schwer zu sagen, Commander. Es gibt keine direkte Übereinstimmung, aber ich kenne sie noch nicht genau - ich werde das überprüfen, sobald wir zurück sind."

"Hmm. Was immer sie auch sind, sie sind definitiv nicht wahllos verteilt worden." Chakotay fuhr abermals über die Linien und ließ sich die Muster durch den Kopf gehen, um zu versuchen eine Vergleichsbasis zu finden. Plötzlich bemerkte er, dass eine der Linien viel weiter nach unten ging, als die anderen und scharf nach innen ging am Ende. Er sah sie sich genauer an und legte den Kopf zur Seite, als ihm etwas in den Sinn kam. "Das ist die Klippe draußen", sagte er und wandte sich an Harry, "das Profil ist dasselbe. Da sind Zeichen hier entlang, um die Eingrenzung der Sensorenlücke. Vergleichen Sie es mit den Daten auf dem Tricorder - falls wir sie haben. Ich denke, dass es das stabile Gebiet um die Klippe darstellt. Haben wir irgendetwas um das zu überprüfen?"

Harry überprüfte den Tricorder und ging die Daten durch. Da ist etwas über die Oberfläche - es ist nicht der Hauptteil der Daten, die wir gesammelt haben, aber es sieht so aus. Hier ...", er gab ihm den Tricorder, "das sieht so aus, als wäre es dieselbe Kurve hier - und es folgt dieser Linie."

Die beiden blickten eine Weile von der Wand zum Tricorder um die Zeichen mit den Daten zu vergleichen. "So", sagte Harry schließlich, "es sieht so aus, als seien wir nicht die einzigen, die diese Höhle gefunden haben - ich frage mich, warum sie diese Zeichnung zurück gelassen haben über eine stabile tektonische Gegend ..."

"Das ist nicht so überraschend - vielleicht sollte es jedem, der hierher kommt versichern, dass einem die Höhle nicht auf den Kopf fällt. Ich möchte die Zeichen durch den Computer laufen lassen, wenn wir zurück kommen um zu sehen, ob man sie übersetzen kann." Harry nickte und überprüfte, ob er jedes Detail der Zeichen aufgezeichnet hatte.

Chakotay entfernte sich von der Wand und dachte über die Entdeckung nach, als er zum Eingang ging. Die Luft war immer noch rein; nichts ungewöhnliches war am Himmel zu sehen. Sich zu den anderen umdrehend sagte er: "Ich werde den Flyer überprüfen und nachsehen, ob wir eine bessere Aussicht bekommen. Warten Sie hier, ich werde bald zurück sein."

Er verließ die Höhle halb rennend, wobei er sich an die Wände des Überhangs hielt, als er um die Ecke zum Flyer ging. Er griff nach oben, als er auf der Seite des Schiffes angekommen war und wiederholte langsam den Code um durch die Sperre zu kommen, die sie hinterlassen hatten, als sie gegangen waren. Die Rampe wurde leise hinunter gelassen und er eilte zum Steuer. Ein schnelles durchspielen der Aufzeichnungen der visuellen Sensoren ergaben nichts, was er nicht bereits gesehen hatte - den Schatten, dann das langsame kreisende Weggleiten des Sernaix Schiffes. Er überprüfte noch einmal die visuellen Sensoren - nichts. Er würde draußen, außerhalb der Sensorenlücke nachsehen müssen, bevor er wissen würde, ob sie sicher waren.

Er nahm seinen Phaser und hielt ihn locker in der Hand. Er bezweifelte sehr, ob er ihm Schutz bieten konnte, wenn die Sernaix immer noch in der Gegend waren, aber es war einen Versuch wert.Er verließ den Flyer wieder, aktivierte die Sperre und ging. Vorsichtig - sehr vorsichtig - schlich er zu der äußeren Seite des Schiffes. Die Klippe hing noch weiter über ihm und er verließ langsam den schützenden Schatten. Es war nichts vor ihm, also sah er nach oben und nach außen und hoffte, dass er nicht den Schatten oder gar das unergiebige Schwarz des Schiffes selbst an den Wänden der Klippe über ihm zu sehen.

Er atmete erleichterte aus, als er blinzelnd in das Sonnenlicht stieg. Nichts. Es gab kein Anzeichen für die Sernaix.

***

Auf dem Holodeck gingen Tom und Naomi immer noch die Programme durch, als Miral anfing lauter zu jammern. Schließlich hielt Tom bei einem Programm an. "Dieses hier", sagte er und deutete auf eine Reihe. Naomi sah etwas genauer hin.

"Route 1?", fragte sie, "was ist das?"

"Die offensichtliche Antwort", sagte Tom lachend, "daran hätte ich vorher denken sollen - ich habe oft genug davon gelesen. Computer, starte Programm Route 1, Autorisation Paris-Alpha-731-Sigma."

Das silberne Gitternetz des Holodecks verschwand wieder und wurde von einer dunstigen Landschaft ersetzt. In der Nähe breitete sich der schwarze Teer einer Straße bis zum Horizont aus. Im Dunst direkt bei der Straße stand ein Fahrzeug.

"Was ist das?" fragte Naomi und sah die Maschine neugierig an. Sie fuhr mit dem Finger über eine lange Naht.

"Ein 1966er Cadillac DeVille Cabrio", sagte Tom stolz. Das Auto schimmerte in der Nachmittagssonne, die schwarze Farbe reflektierte die Hügel in der Ferne.Die rote Lederinnenausstattung glühte schwach im Licht der Sonne. "Das perfekte Auto für eine nachmittägliche Spazierfahrt. Ich habe irgendwo gelesen, dass die einzige sichere Art ein Baby zu beruhigen eine Autofahrt ist - versuchen wir es!" Er sah einen Moment nach oben. "Computer, füge einen ... uh ... Kindersitz auf dem Beifahrersitz ein. Rückwärts und festgemacht."

"Verstanden." Ein kleiner Stuhl erschien auf dem Beifahrersitz. Er war in den Primärfarben, was Tom Tränen in die Augen trieb.

"Computer, ersetze das Muster des Babysitzes auf rot - dieselbe Farbe wie die Autositze."

"Verstanden."

"Das ist besser", sagte Tom grinsend. Naomi lachte.

"Sie tragen leuchtendere Hemden als dieses Muster war, warum haben Sie sich beschwert?"

"Ich trage keine Hemden, die so wenig zu meiner Umgebung passen. Naja, zumindest nicht oft - und seit wann bist du die Modekritikerin der Voyager, hmm?", zog Tom sie auf.

Naomi grinste nur wieder. "Ich achte nur darauf, was die Leute sagen. Es ist interessant."

"Ich wette, dass es das ist", murmelte Tom.

"Also, wo sind wir und was ist ein ... was immer Sie gesagt haben, was das ist?" fragte Naomi und deutete auf das Auto.

"Es ist ein Cabrio - ein Haupttransportmittel des 20. Jahrhunderts ohne Dach. Perfekt für Tage wie diese und wir sind auf der Erde, ein Ort namens Californien in den USA. Wir sind etwa 160 Kilometer von San Francisco entfernt - du weißt, wo die Sternenflotten Akademie ist?" Naomi nickte."Ok, also wir sind auf Route 1, eine der alten Highways, die die Leute verwendet haben um in ihren Autos von einem Ort zum anderen zu kommen. Die meisten Autos waren nicht ausgerüstet für Querfeldeinfahrten, deshalb haben sie Straßen gebaut um das Fahren zu vereinfachen. Dies ist eine von ihnen - sie ist entlang der westlichen Küste von Californien. Steig ein, wir fahren. Du sitzt hinten. Die Sicherheitsprotokolle sind aktiviert, deshalb musst du nicht den Sicherheitsgurt anlegen - außerdem, wenn ich dieses Programm richtig im Kopf habe, gibt es hier in der Gegend keine anderen Autos."

"Wozu braucht man einen Sicherheitsgurt?" fragte Naomi und berührte das schwarze Band an der Seite des Sitzes, als Tom sie hochhob und über die Kante ins Auto setzte. Tom befestigte die immer noch jammernde Miral im Babysitz und sprach über die Schulter.

"Die Leute haben ihn als Sicherheit benutzt - falls es zu Unfällen kommt. Wenn viele Autos auf der Straße sind - und natürlich Leute - dann sind die Autos manchmal zusammen gestoßen. Dabei konnte man sich schlimm verletzen und der Gurt hat verhindert, dass man zu viel hin und her geworfen wird.

"Wir könnten sie manchmal auf dem Schiff gebrauchen", sagte Naomi und erinnerte sich an einige Beulen und blaue Flecken, die sie bei harten Schlachten abbekommen hatte.

Tom lachte. "Das ist keine schlechte Idee. Nicht wahr, Miral, du bist befestigt - ich möchte nicht, dass du aus dem Sitz rollst, Sicherheitsprotokoll hin Sicherheitsprotokoll her. Shush - hör auf zu jammern, wir fahren jetzt los. Ja, ja, ich weiß, dass du lieber bei jemandem im Arm bist, aber das hier ist besser, das verspreche ich. Naja, vielleicht nicht besser, aber anders genug um interessant zu sein.

Tom ging um das Auto herum und sprang in den Fahrersitz. Er stellte den Sitz und die Spiegel ein und fragte sich dabei, wann er das letzte Mal gefahren war. Dann machte er den Motor an. Das Auto reagierte sofort und drehte wendig, als er das Gaspedal berührte. Er löste die Handbremse, ging in den ersten Gang und fuhr dann erleichtert darüber, dass er noch immer ein Gespür für diese Autos hatte, los.

Naomi grinste fröhlich, als der Wind über das Auto wehte und mit ihrem Haar spielte. "Das macht Spaß! Und Miral mag es auch!" teilte sie ihm ausgelassen mit. Tom sah seine Tochter an - sie hatte endlich aufgehört zu jammern und sah sich statt dessen mit großen Augen erstaunt um. Und er konnte schwören, dass sie lächelte. Erleichterung erfasste ihn; endlich hatte etwas ihre Aufmerksamkeit erweckt und schien das, was sie gequält hatte, verschwinden zu lassen. Es war außerdem keine harte Arbeit weiter zu fahren.

"Nicht wahr?" stimmte Tom ihr zu, "das hinter uns ist Monterey. Wir fahren nach Süden Richtung Big Sur. Wenn du Glück hast, könnten wir einige Wale beim Füttern im Ozean sehen, wenn wir vorbei fahren. Dies ist ihre Fütterstelle."

"Wale?" fragte Naomi verwirrt, "so wie die Buckelwale? Mom hat mir etwas darüber erzählt, dass sie fast auf der Erde ausgestorben sind, aber dass sie vor fast 100 Jahren zurückgekommen sind. So in etwa."

"Ja das stimmt - Captain Kirk hat zwei zurück zur Erde gebracht. Im 20. Jahrhundert gab es immer noch einige von ihnen, obwohl sie bereits in Gefahr schwebten aus zu sterben."

"Ich frage mich, wie sie sich gefühlt haben - die beiden, die zur Erde zurück gekommen sind", Naomis Stimme war ruhig und Tom drehte sich zu ihr um.

"Ich bin sicher, dass es ihnen gut gegangen ist", sagte er, "warum?"

Naomi seufzte leise. "Ich - naja, ich denke, ich fühle mich schuldig. Alle sind traurig, dass sie nicht nach Hause gekommen sind, aber ich ... ich nicht. Ist das falsch?"

"Nein, natürlich ist das nicht falsch - warum wolltest du nicht nach Hause?"

"Weil ich Zuhause bin. Ich kenne die Erde nicht - und Mom war sehr aufgeregt meinen Vater wieder zu sehen und ich weiß nicht einmal, ob er mich mögen wird. Aber ich wollte das Mom nicht erzählen, weil ich sie nicht traurig machen wollte und sie vielleicht gedacht hätte, ich wäre nur ein dummes Kind..."

Tom hielt das Auto an und drehte sich in seinem Sitz um. "Shush - du bist nicht nur ein dummes Kind. Es ist eine große Veränderung, deshalb ist es natürlich, dass du nervös davor wärst, deinen Vater zu treffen und auf die Erde zu kommen. Die Voyager ist für viele von uns ein Zuhause und die Erde ist so anders, dass - naja, dass ich bezweifle, dass viele von uns es noch als Zuhause ansehen. Auf jeden Fall für B'Elanna und mich ist die Voyager Zuhause. Wir haben hier unsere Familie, genau wie du - und glaub mir, ich war mindestens genauso nervös meinen Vater zu treffen wie du warst, bei dem Gedanken deinen zu treffen." Naomi sah auf.

"Das waren Sie. Warum? Sie kannten Ihren Vater."

"Das ist eine lange Geschichte, aber in gewisser Weise kannte ich ihn nicht - denke einfach an deinen Vater als neuen Freund, sobald wir zur Erde zurückkehren. Es wird sich alles ergeben, da bin ich mir sicher - du weißt, genau wie Neelix dein Freund war?" Naomi nickte. "Also dann denke an deinen Vater als einen Freund wie Neelix es war. Sie sind nicht dieselbe Person, aber du kannst so tun, als ob."

"Ich vermisse Neelix", sagte Naomi. Sie schien etwas abgelenkt von ihrem Heimatproblem und ihrem Vater zu sein.

"Ich denke, wir alle vermissen ihn - wir könnten ihn auf jeden Fall jetzt brauchen. Ich bin sicher, er hätte tausend Vorschläge, wie wir Miral aufheitern könnten!" lachte Tom und Naomi grinste ihn an.

"Obwohl, diese Idee hat offenbar gewirkt - sie ist ruhig. Ups", sagte Naomi. Sie hatte zu früh gesprochen, denn Miral wählte genau diesen Moment um wieder anzufangen zu weinen, womit sie dagegen protestieren wollte, dass sie sich schone eine ganze Weile nicht mehr bewegt hatten.

"Ist ja gut, Schatz, wir bewegen uns wieder - ich muss ihn nur anwerfen!" Er zog seine Tochter auf und zog eine Grimasse, während er das Auto wieder startete. Sobald sie wieder fuhren, hörten Mirals Schreie wie zuvor abrupt auf. Tom grinste, während er das Auto weiter die Straße hinunter fuhr und die Sonne zu ihrer Rechten langsam im Ozean versank.

***

Chakotay brachte den Flyer wieder nach unten und landete es nah an der Klippe. Harry blickte aus dem Höhleneingang heraus und rannte zu dem Schiff, als die Rampe sich öffnete.

"Irgendein Zeichen von ihnen, Commander?" fragte er.

"Nein, es sieht so aus, als seien sie gegangen - zumindest für den Moment. Nichts von der Voyager und ich möchte sie auch nicht über die Kommunikation rufen - ich warte lieber darauf, dass sie mich wissen lassen, dass alles in Ordnung ist. Wenn die Sernaix sie gefunden haben, möchte ich ihnen keine Com-verbindung geben, die sie verfolgen können. Ich habe das Schiff dieses Mal weit genug draußen gelassen, damit es nicht verdeckt ist. Wir werden sie hören, wenn sie -", er verstummte und lauschte aufmerksam.

Einem Knistern in der Kabine folgte Janeways Stimme. "Voyager an Deltaflyer, Bericht."

Chakotay grinste Harry an. "Wenn man vom Teufel spricht", sagte er, als er zurück zum Steuer ging. Harry schüttelte den Kopf und lächelte erfreut darüber, etwas von der Voyager zu hören. "Deltaflyer, fahren Sie fort, Voyager. Ich nehme an, die Sernaix sind weg."

"Sie haben das System verlassen - haben Sie sie überhaupt getroffen?" kam die schnelle Antwort.

"Sie haben sich umgesehen, aber das war alles. Wir sind bei Ihnen, sobald wir Boylan an Bord haben -"

Chakotay wurde wieder von Janeway unterbrochen. "Das ist nicht nötig, Commander. Ein Transporter wurde repariert. Wir werden ihn mit den Mineralien, die Sie bis jetzt haben, an Bord beamen. Der Rest von Ihnen kann dort unten bleiben und den Rest beschaffen - wir werden tun, was wir können, um ihnen mit den Sensoren beim Aufspüren der Venen zu helfen, die Sie brauchen. Ich würde lieber nicht länger als nötig hier bleiben. Voyager Ende."

Harry und Chakotay blinzelten beide bei der Reihe von Befehlen und dem abrupten Ende der Kommunikation.Chakotay erholte sich und wandte sich an Harry. "Also, Harry, es sieht so aus, als hätten wir unsere Befehle. Sagen Sie Baxter und Ayala, dass sie Boylan heraus bringen sollen, damit die Transporter ihn erfassen können."

Harry verschwand und Chakotay beschäftigte sich mit dem Steuer. Ein Datenstrom kam bereits über die Verbindung. Die Voyager hatte ihre Sensoren so eingestellt, dass sie den Planeten genauer abtasten konnte. Chakotays Kommunikator signalisierte eine hereinkommende Nachricht.

"Commander, ich würde es bevorzugen, wenn Sie sicher stellen, dass alle Bergbauoperationen so schnell wie möglich abgeschlossen werden." Sevens Stimme hallte durch das Schiff. "Die Sensoren sind von der Astrometrie abgezweigt worden und es ist nötig, dass wir ihre Funktionen so schnell wie möglich wieder herstellen können, wenn wir Fortschritte bei unserer Lokalisierung machen sollen."

"Verstanden, Seven", sagte Chakotay müde. Er war nicht in der Stimmung sich zwischen die Egos von Seven und Janeway zu werfen und hielt sich davon zurück zu sagen, dass er nicht verlangt hatte, dass die Sensoren abgezweigt wurden. Er hatte Lust ihr vorzuschlagen, dass wenn sie im Moment nichts zu tun hatte, sie doch auch hinunter kommen könnte und bei der Materialbeschaffung zu helfen. Aber er war sich nicht sicher, ob er ihre Gesellschaft wollte - aus verschiedenen Gründen. Nicht nur, dass er schon genug Probleme mit dem Captain hatte und nicht darauf vorbereitet war ihr noch mehr Treibstoff für ihre Missverständnisse zu geben. Es kam ihm ein Gedanke.

"Seven, ich sende ihnen Informationen über einige Zeichen, die wir hier in einer Höhle gefunden haben - vielleicht sind sie hilfreich. Chakotay Ende." Er lud die Daten vom Tricorder. Selbst wenn sie nicht nützlich waren, wäre sie für eine Weile beschäftigt.

***

Im Maschinenraum war es endlich ruhig. Die Schilde funktionierten wieder - die neuen aber nicht - und ein Transporter ging. Der Warpkern benahm sich, auch wenn er wenig Delithium hatte. Alles, was sie reparieren konnten, war repariert, zumindest bis sie das Material bekamen, das sie zum weiterarbeiten brauchten.B'Elanna nutzte die Gelegenheit um nach Tom und Miral zu sehen - sie hatte schon eine ganze Weile nichts von Tom gehört und fragte sich, wie er jetzt zurecht kam.

"Computer, wo ist Tom Paris?"

"Lieutenant Paris befindet sich auf Holodeck Eins."

Also gut, das war nicht sonderlich überraschend. B'Elanna fragte sich, mit was Tom Miral jetzt verdarb - er versuchte sicherlich nicht ihr bereits Glücksspiele beizubringen, oder? Sie grinste bei diesem Gedanken und machte sich auf in Richtung Holodeck.

Hinter der Tür war eine Szene eines Spätnachmittags; ein Ozean, der gerade Ebbe hatte auf ihrer linken Seite und auf sie zu kam eines von Toms geliebten Autos. Sie trat zur Seite, als er neben ihr hielt.

"Fährst du mit?" fragte er mit einem müden Lächeln. Naomi grinste sie an.

"Wir haben Wale beobachtet", sagte sie aufgeregt, "und sehen Sie, Miral ist eingeschlafen!"

B'Elanna blinzelte bei diesen Neuigkeiten und sah sich das Bündel im Sitz rechts neben Tom genauer an. Miral war ruhig, ihre Augen fest geschlossen und eine winzige Faust an ihrem Mund."Oh, Tom ... danke. Oh, Schätzchen", flüsterte sie und lehnte sich über Tom zu dem Baby, "du siehst entzückend aus."

Im Rücksitz wippte Naomi fröhlich. "Kommen Sie, setzen Sie sich, es macht Spaß."

"Tom fährt?" B'Elanna sah ihren Mann an und grinste. "Da bin ich mir sicher, dass es Spaß macht ... wie war die Geschwindigkeitsbegrenzung in dieser Zeit, Tom, hmm?"

Tom hob die Schultern und lächelte. "Das ist egal - es gibt keine Polizei in dieser Simulation. Außerdem war die Nacht zu schön, um die Straße aufzureißen." B'Elanna lachte.

"Warum nicht - sie werden es mich wissen lassen, wenn alle Mineralien gesammelt wurden. Ich habe noch etwas Zeit übrig." Sie war dabei in das Auto einzusteigen, als Naomis Kommunikator summte und Sam Wildman sprach.

"Naomi, es ist Zeit nach Hause zu kommen - ich habe das Abendessen fertig. Tom, danke, dass du dich um sie gekümmert hast."

"Es war mir ein Vergnügen, Sam, sie ist eine nette Gesellschaft."

Naomi lehnte sich vor um sich von Miral zu verabschieden. Ganz vorsichtig fuhr sie mit dem Finger über die Faust des Kindes. "Bye, Miral, wir sehen uns bald." Sie grinste Tom und B'Elanna an. "Danke! Das hat Spaß gemacht!" Sie sprang zu Toms Unterhaltung aus dem Auto und schoss halb rennend aus dem Holodeck. Es sah so aus, als wäre sie bereit langsamer zu werden, sobald sie jemanden sehen würde, der so aussah, als würde er sie für das Rennen bestrafen.

Die Tür schloss sich hinter ihr und schloss damit den Korridor aus. Womit der Frieden eines ruhigen californischen Sonnenuntergangs wieder hergestellt war.B'Elanna lehnte sich zu Tom und küsste ihn. "Hallo", murmelte sie. Tom hob den Arm und legte ihn sanft in ihren Nacken um sie noch näher ans sich heran zu ziehen.

"Selbst Hallo."

"Mmm. Frieden und Stille. Nur wir drei und keiner von uns ist am Schreien. Ich mag das", sagte B'Elanna leise.Sie war nicht bereit zu riskieren, dass Miral aufwachte. Tom lachte ebenso leise und legte dann seine Hand auf B'Elannas Hüfte.

"Hier, steig ein." Er öffnete die Tür. "Du kannst dich auf meinen Schoß setzen. Er versuchte ein anzügliches Grinsen, aber schaffte nur ein sehnsüchtiges müdes Lächeln. B'Elanna lächelte etwas breiter; er sah entzückend aus. Müde, zerknittert und eine Hand über seiner Tochter ausgestreckt, die seinen Finger fest in ihrer Faust hielt.

B'Elanna glitt auf seinen Schoß und lehnte sich gegen das Lenkrad. Nicht sehr bequem, aber sie konnte sich den Luxus zu schlafen jetzt ohnehin nicht leisten, sie musste auch Miral sehen. Etwas kam ihr in den Sinn. "Wann hat sie das letzte Mal etwas gegessen? Ich musste vor einigen Stunden eine Pause machen um den Vorrat aufzufüllen - war replizierte Milch für sie okay?"

Tom bewegte B'Elanna etwas, da sein Bein vom Fahren etwas eingeschlafen war; man benutzte dazu Muskeln, die er nicht oft am Steuer der Voyager verwendete."Es war okay für sie - es war ohnehin etwas von vorher übrig, da sie da nicht so viel Hunger gehabt hat. Ich habe es als Muster für den Replikator verwendet."

"Gut. So", fragte B'Elanna gähnend, "worüber hast du mit Naomi gesprochen? Übst du etwa das Reden mit Kindern, damit du weißt, wie du mit Miral zurecht kommen kannst?"

Tom lächelte. "So in etwa - Naomi wollte üben, wie man sich um Miral kümmert; sie will Babysitten. So schnell, wie sie wächst, dauert es auch nicht lange, bis sie dazu fähig ist. Ich denke, sie musste zudem einfach mit jemandem reden - sie war besorgt darüber, dass sie sich nicht auf Zuhause und ihren Vater gefreut hat - ich denke, dass ich sie beruhigt habe, aber ich frage mich, ob ich mit Sam darüber sprechen sollte. Ich denke, sie fühlt sich etwas schuldig, weil sie erleichtert ist, während jeder andere enttäuscht ist. Ich muss sagen, ich verstehe, was sie fühlt."

B'Elanna sah nachdenklich in die Ferne. "Also, es sieht nicht so aus, als würden wir bald nach Hause kommen und ja, vielleicht solltest du mit Sam sprechen. Der Captain hat schon in der Vergangenheit genug seltsame Hasen aus ebenfalls ungewöhnlichen Hüten gezogen, also sind wir vielleicht morgen Zuhause. Man weiß nie. Und du steckst mich mit deinen altertümlichen Ausdrucksweisen an! Hasen aus Hüten ... " Sie stieß Tom an. "Komm, Steuerjunge, lass mich in den Rücksitz und fahr los

!Tom lächelte über ihr Lachen und ließ sie auf den Rücksitz klettern, wobei er ihr mit einer Hand auf ihrem Bein half - weshalb er einen weiteren Stoß und ein Lachen erhielt. Er startete das Auto und fuhr wieder los, wobei B'Elanna neben ihm über dem Stuhl hing und auf Miral hinabsah. "Sie ist großartig, nicht wahr?", murmelte B'Elanna und war auf einmal wieder völlig begeistert über ihre Tochter.

"Mmm, das ist sie", sagte Tom und sah B'Elanna an.

***

"Der Deltaflyer ist sicher in der Shuttlerampe. Chakotay Ende." Janeway stand in der Mitte der Brücke und sah auf den Planeten hinunter, als Chakotay die Verbindung beendete. An der taktischen Station scannte Tuvok nach Zeichen von den Sernaix. Sie hatten eine schwache Spur gefunden, nicht unähnlich der Warpspur und er versuchte sie zu verfolgen. In der Zwischenzeit musste der Captain entscheiden, in welche Richtung sie fliegen würden.

Sie ging die Informationen, die sie zuvor von Seven erhalten hatte noch einmal durch und war sich immer noch nicht sicher, ob sie glaubte, dass sie sich in einem statischen Universum befanden, aber jeder erdenkliche Test bestätigte es. Die seltsame Sternenkarte, die Chakotay und Harry in der Höhle auf dem Planeten gefunden hatten, war vielleicht nützlich.Seven hatte heraus gefunden, dass die Zeichen mit einer Gruppe von Sternen etwa 200 Lichtjahre entfernt übereinstimmten, wenn man sie  in einem Winkel von 47 Grad zur galaktische Ellipse betrachtete.

Nach dem kurzen Bericht von Chakotay, sah es eher nicht so aus, als hätten die Sernaix die Zeichnungen hinterlassen - und ihre Spur führte von diesem Raumgebiet weg. Außerdem waren 200 Lichtjahre ein langer Weg. Außer sie hätten Maschinen, die weitaus leistungsfähiger waren, als die der Voyager, wären die Sterne zu weit entfernt für die Sernaix - und sie schienen nicht so viel schneller in dem Kampf gewesen zu sein. Aber war es wiederum nicht so selten, wie sie sich wünschte, dass ein Schiff so weit von Zuhause gestrandet war.

Fähnrich Jenkins war am Steuer. Janeway fragte sich, wie Paris mit Miral zurecht kam.

Der Fähnrich drehte sich um. "Soll ich uns in eine bestimmte Richtung fliegen, Captain?" fragte sie.

Sie dachte wieder nach; vielleicht war es es wert in Richtung dieser Gruppe von Sternen zu fliegen. Sie hatte keine bessere Idee und der Vorteil war, dass es weg von den Sernaix war - von diesem Schiff von ihnen zumindest. Sie nickte und sah Jenkins an.

"Setzen Sie Kurs - Kurs 000, Punkt 47. Warp zwei, Fähnrich. Ich bevorzuge es, die Maschinen jetzt nicht zu sehr zu belasten."

Janeway drehte sich zu ihrem Sessel und hielt dann inne. "Mr Tuvok, Sie haben die Brücke. Ich bin in meinem Bereitschaftsraum."

"Aye, Captain." Tuvok nickte und verließ seine Station, während Janeway durch die Tür in den Bereitschaftraum verschwand.

***

Persönliches Logbuch des Captains, Sternzeit 55011.7. Wir sind hier gefangen - wo immer hier ist - seit 10 Tagen. Bis jetzt habe ich ein Crewmitglied verloren und beinahe sechs weitere; nicht mit eingerechnet, alle die von der Pleiades auf dem Weg hierher. Es ist Ironie, dass der Admiral dadurch, dass sie uns in den Alphaquadranten gebracht hat um 20 Leuten das Leben zu retten, verantwortlich für den Tod von mehr Leuten ist. Es sieht immer noch so aus, als würde ich immer den schweren Weg wählen - dies ist keine Ausnahme; nur eine nicht erwartete Auswirkung davon, dass ich mich entschlossen habe auf die Station des Fürsorgers zu schießen. Ich war dumm genug, um zu glauben, dass die schlimmsten Konsequenzen dieser Entscheidung hinter mir liegen.

Die Crew geht mir nicht aus dem Weg. Noch nicht. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Mein erster Offizier wird einem Gespräch auf keinen Fall aus dem Weg gehen, aber das war zu erwarten. Was hätte ich seiner Meinung nach denn tun können. Seine Akte ist so, dass es nicht unglaublich schien zu erwarten, dass er sich in die cardassianische Höhle des Löwen begibt um Seven zu befreien. Aber irgendetwas ist seltsam mit den beiden, irgendetwas stimmt nicht zwischen ihnen. Ich überlasse es ihnen, damit zurecht zu kommen, ich habe nicht die Zeit mich darum zu kümmern.

Die Situation, in der wir uns befinden, ist genug, um mir Sorgen zu machen. Die These, dass wir in einer statischen Universumsblase gefangen sind, Beweis für eine obskure 400 Jahre alte Theorie, scheint einfach zu viel zu sein. Es ist zu viel. Die Daten der Sensoren scheinen die eines Models, das ein durchfallender Erstsemester-Student der Astrophysik gemacht hat, zu sein. Von einem, der vergessen hat die roten Standardverlagerungen mit zu berechnen, etwas, was selbst zehnjährigen beigebracht wird. Ein Albtraum.

Ein Albtraum übertrifft den anderen; die Sernaix. Wie etwas aus Großmutters Märchen, die Grimm Variante. Es ist schwer sie nicht nur nach dem Äußeren zu beurteilen, aber ihre anschließende Handlung hat jegliche kulturellen Vorteile, die mich erfasst haben, als ich sie gesehen habe, bestätigt. Warum haben sie angegriffen? Warum haben sie das Team auf dem Planeten nicht gefunden - und woraus bestehen ihre Schilde? Selbst die Schilde, die der Admiral mitgebracht hat, haben nicht dieselbe Kapazität. Tuvok arbeitet daran, aber ich habe nicht viel Hoffnung, dass er bald eine Antwort hat. Ein Crewmitglied ist tot - von der Pleiades, ich hatte nicht einmal mehr die Gelegenheit ihn zu treffen. Einer zu viel und es ist meine Entscheidung, die ihn umgebracht hat - meine Entscheidung an der Station des Fürsorgers, meine Entscheidung in 23 Jahren in einer Zukunft, die nun nicht passieren wird.

Albträume. Ich habe die seltsamsten Träume in letzter Zeit; der Doktor hat in einem Briefing erwähnt, dass es anderen ebenfalls so geht. Es scheint eine Reaktion auf den Stress zu sein. Das wäre passend. Diese Träume lassen mich fragen, wann Q auftaucht - es scheint einer seiner Charaktere aus seiner Bürgerkriegsvariante zu sein. Eine Frau auf einem Balkon. Ich wache auf und das erste, was ich tue, ist zu sehen, wo er erscheint. Ich glaube, jetzt wäre ich wirklich ganz froh das weiße Licht und seinen arroganten Ausdruck zu sehen. Es würde auf jeden Fall alles um einiges besser erklären, als irgendjemand von uns es kann.

Logbucheintrag Ende.



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Beta-Leser: Jemima (engl.), Nenya (dt.)
Produzenten: Thinkey, Anne Rose and Coral
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