Voyager - Virtuelle Staffel 8

GeschichteSci-Fi / P12
02.07.2016
11.10.2017
26
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Dies ist eine Übersetzung des VV8 Projekts (http://vv8.jetc.org). Die drei Produzenten, die ich erreichen konnte haben mir in der Zwischenzeit die Erlaubnis gegeben die Staffel hier zu posten. Die drei erreichbaren Autoren haben ebenfalls zugestimmt. War etwas aufwendiger das alles abzuklären - deswegen die lange Wartezeit.
Ich habe in der Zwischenzeit auch eine Möglichkeit gefunden die alte Formatierung automatisch aufzuheben und hoffe, dass es sich jetzt so besser lesen lässt. Danke für den Hinweis.

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To potential visitors of the VV8 project: Ten years ago you allowed me to translate VV8 to german.  At that time I posted it on a homepage belonging to the german virtual series project but that doesn´t exist anymore since years. The three producers I could reach - MaquisKat, SaRa and Thinkey - gave me the permission to repost it here. If you want to contact me you can do so by leaving a review here or speak to one of the producers on Twitter.
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! Disclaimer: Star Trek: Voyager, die Charaktere und alles, was dazu gehört, ist ein eingetragenes Warenzeichen von Paramount Pictures. Das Copyright von Paramount soll hiermit nicht verletzt werden, da mit der virtuellen 8. Staffel (Voyager Virtual Season 8 - VV8) kein Profit gemacht wird. Die hinzuerfundenen Charaktere und Umgebungen gehören den Produzenten von VV8 und den einzelnen Autoren. Diese Geschichte gehört dem Autor des englischen Originals (http://vv8.jetc.org) und eine Weiterverbreitung ohne Erlaubnis - betrifft das Original ebenso wie diese Übersetzung - ist nicht erwünscht. !



Episode 8-2 - Schlangen im Gras

Autor: Clare009 ( clare009 [at] ntlworld.com )
Übersetzung: OkuntinTenfeder



Seven of Nine hörte etwas tropfen. Sie wusste nicht, woher das Geräusch kam oder warum es da war, aber es schien beständig am selben Ort zu sein. Die schwache Beleuchtung warf scharfe Linien auf die metallisch braunen Wände und der Raum war scharfkantig. Wenn dieser Ort dazu konstruiert war eine Nachricht zu übermitteln, dann war diese Nachricht 'Schmerz'. Angst begann im Bauch der ehemaligen Borg zu brodeln und brachte ihre Muskeln dazu mit ungewohntem Adrenalin zu pochen.

Seit der Doktor die Sicherheitseinheit abgeschaltet hatte, die die Borg in ihrem Mikroschaltkreis eingebaut hatte, war es Seven möglich gewesen alle ihre Emotionen zu erleben. Die Kontrolle über sie würde schwierig sein. Angst war etwas, was sie schon zuvor erlebt hatte. Als der Admiral ihr erzählt hatte, dass sie sterben würde, war sie nicht auf die Intensität der Emotionen, die dies hervorgerufen hatte, vorbereitet gewesen, aber dies hier war völlig anders. Hier, mit den Händen über ihrem Kopf festgebunden, lernte sie die Angst vor dem Unbekannten sehr real kennen. Mörderische Visionen endloser Möglichkeiten gingen ihr durch den Kopf und riefen eine Irritation über ihre nutzlose Panik hervor. Die nächsten Stunden würden nicht besonders gemütlich sein.

Kantige Türen am anderen Ende des kalten Raumes öffneten sich. Ein großer knochiger Mann kam herein. Er war Cardassianer, Spezies 5731 - eine Rasse, die das Ausmaß der Grausamkeit und der Fähigkeit zum Betrug des Kollektivs vergrößert hatte. Der Mann, der auf Seven of Nine zukam und sie mit einem freudlosen Lächeln konfrontierte, schien die Personifikation dieser beiden Fähigkeiten zu sein. Als sie von dem Kontakt mit dem cardassianischen Schiff erfahren hatte, hatte sie  wie alle anderen den unfreiwilligen Schauer oder die erschütternde Wut empfunden. Aber jetzt, angesichts dieses Mannes, schien ihre Reaktion nicht unlogisch.

"Nochmals Hallo, Drohne", sagte er mit samtweicher Stimme, "ich habe nie bemerkt, dass Borg so... zum Anbeißen aussehen können." Er hob einen grauen Finger und fuhr damit über Sevens Wange.

Seven wich ihm aus und sah ihn mit Ekel an. "Ich möchte mit meinem Captain sprechen", erklärte sie kühn, obwohl ihr Bauch sich vor Angst zusammenzog.

Der Cardassianer schnalzte mit der Zunge. "Das ist unmöglich. Muss ich dir dass wieder sagen?" Ohne Warnung hob er seinen Arm und schlug ihr mit seinem Handrücken ins Gesicht. Seine raue Haut riss ihre Wange auf und Blut tropfte über ihre helle Haut nach unten.

Seven biss unter seinem Angriff die Zähne zusammen, aber der physische Schmerz, war noch am leichtesten zu ertragen.

"Wir können das mit oder ohne deine Kooperation tun, aber ich werde letzten Endes bekommen, was ich will." Der Cardassianer nahm ihr Gesicht in seine Hände und rieb seinen Daumen über die Wunde auf ihrer Wange. Er lehnte sich zu ihr, so dass sie den säurehaltigen Geruch seines Atems riechen konnte und flüsterte, "Ich würde es bevorzugen, wenn du nicht kooperierst."

Er war nicht im geringsten logisch. Seven wurde blass. Sie hatte gedacht, dass er sie dazu benutzen wollte um Wissen über die Borg-Technologie zu erlangen. Jetzt war sie sich nicht mehr sicher. Es sah so aus, als seien seine Motive viel dunkler.

Der Cardassianer zog sich abrupt zurück und ging hinüber zur Wand. Er legte seine Hand auf die Wand und ein Paneel drehte sich herum und ein Stahlbecken mit einem Wasserhahn erschien. Er winkte mit seiner Hand unter dem Wasserhahn und ein sauberer Wasserstrahl kam heraus, dann lief das Blut von seinem Daumen in das Becken.

Die Flüssigkeit auf Sevens Wange wurde kalt und der Schmerz ließ langsam nach.

"Es wird mir ein Vergnügen sein, diese Unterhaltung zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen, aber jetzt muss ich den Gentleman für deinen reizenden Captain spielen. Ich werde ihr jedoch nicht deine Grüße ausrichten." Das Lächeln des Mannes ließ ihre Haut vor Unbehaglichkeit prickeln. Er ging zur Tür ohne sich umzusehen und Seven wusste, dass sie die Zeit, die er brauchte zurückzukehren, mit unlogischer Angst darüber verbringen würde, was er ihr antun könnte.

Logbuch des Captains, Sternzeit 55006.2:

Es ist jetzt eine Woche her seit der Vorfall uns an diesen verfluchten Ort gebracht hat und wir wissen immer noch nicht, wo wir sind. Ich hatte Seven of Nine befohlen durchgehend an den astronomischen Daten zu arbeiten, aber ihre Kalkulationen und Diagramme ergeben keinen Sinn. Ich weiß nicht, ob wir uns in unserer Galaxie befinden oder nicht, aber bestimmt haben nicht einmal die Borg genügend lange Arme um sie bis in die fernen Teile des Universums zu strecken.

Abgesehen von Transwarp Korridoren ist unsere Situation hoffnungslos. Ich habe es noch vor mir der ganzen Crew mitzuteilen, wo wir sind, obwohl ich das selbst noch nicht einmal weiß. Die Leute, die wir von der Pleiades retten konnten, erholen sich von dem Verlust ihres Schiffes und ihrer Crewkollegen genauso wie von ihren Verletzungen. Ich möchte sie beruhigen und ihnen erzählen, dass alles gut werden wird, aber ich war zu oft in dieser Situation; leere Worte nützen nichts. Meine eigene Crew ist angespannt, aber ich hoffe, dass die Reparaturen, die die Voyager benötigt, sie ablenkt. B'Elanna hat Mutterschaftsurlaub bekommen, sorgt aber immer noch dafür, dass das Maschinenraumpersonal etwas tut. Alles außer den neuen Schutzschilden funktioniert wieder, sogar mit voller Effizienz.

Wir mögen verloren sein, aber wenigstens sind wir nicht alleine. Dem cardassianischen Kriegsschiff zu begegnen war unerwartet und für einige beunruhigend, aber ich denke, dass die unfeindliche Haltung des Captains ein gutes Omen ist. Ich bin vorsichtig damit Gul Jakat zu vertrauen, aber Ironischerweise beruhigt mich seine Anwesenheit etwas. Die Tatsache, dass ein cardassianisches Schiff hier draußen ist, könnte heißen, dass wir vielleicht nicht allzu weit vom Raum der Förderation entfernt sind. Der Gul wünscht die Dinge zivilisiert zu besprechen. Deshalb habe ich einem Treffen auf seinem Schiff zugestimmt. Entscheidungen werden danach getroffen, aber für den Moment warte ich einfach ab.

Logbucheintrag Ende

Janeway lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und dachte über die Ruhe in ihrer eigenen Stimme nach. Sie fragte sich, ob in vielen Jahren, Archivare diesen Eintrag finden und bewundern würden, wie sicher und kontrolliert sie klang. Untertreibung war eine grundsätzliche Regel für Einträge in das offizielle Logbuch, aber in Wahrheit war die Welt um sie herum verrückt geworden. Sie musste sich immer noch von ihrem letzten Treffen mit den Borg erholen und dem Sieg, der ihr zu gehören schien, den sie sich selbst auf einer silbernen Platte serviert hatte. Sie waren so nah an der Erde gewesen, dass sie fast das Salz der Meere hatte riechen können.

Hätte der Admiral sich geopfert, wenn sie gewusst hätte, wo sie enden würden? Aber wie hätte sie das wissen sollen? Ihre Entscheidung beruhte auf dem, was sie gewusst hatte und der Ort, an dem sie jetzt waren, hatte wahrscheinlich nicht zu der Zukunft des Admirals gehört. Oder war es die Vergangenheit?

Ihren Kopf über das Paradoxon schüttelnd, griff Janeway nach ihrer Tasse und nippte an der bitteren Flüssigkeit. Das Leben war wie eine bitter Tablette geworden, die man schlucken musste.Wenigstens hatte der Plan des Admirals ihre Familie zu retten in einigen Punkten Erfolg gehabt: Tuvok war nach der Gedankenverschmelzung mit seiner Frau auf dem Weg der Besserung. Seven of Nine würde nicht auf einer Außenmission im Delta Quadranten sterben und Chakotay... Seit sie dem destabilen Korridor entkommen waren, hatte sie ernste Zeichen von ihrem-ersten-Offizier-aus-dem-Weg-gehen gezeigt. Es gab einfach zu viele Fragen, mit denen sie sich im Moment nicht beschäftigen wollte und natürlich verlangte Chakotay von ihr der Crew eine offizielle Erklärung über ihren momentanen Status zu geben.

Sie wusste zur Hölle nicht, wie ihr momentaner Status war und sie konnte vor der Crew nicht zugeben, dass die Voyager verloren war. Schon wieder. Die Ironie brachte sie fast zum Lachen. Sie hatte nicht über den Witz von Paris gelacht, dass sie jetzt die 'Twilight Zone' betreten hatten.

Janeway drückte ihren Kommunikator. "Janeway an Seven of Nine." Sie wartete auf die Antwort der ehemaligen Borg, aber es kam keine. Mit Irritation in der Stimme sagte sie: "Computer, wo ist Seven of Nine?"

"Seven of Nine ist im Quartier von Commander Chakotay", antwortete die simulierte Computerstimme höflich.

Janeway runzelte die Stirn. Es war die eine Sache, dass sie ihre Beziehung nach dem Dienst führten, aber Seven sollte in der Astronomie arbeiten. Sie entschied sich dazu, dass sie mit beiden darüber sprechen musste, damit sie mit den Gedanken bei ihren Pflichten blieben. Jetzt war auf jeden Fall nicht der Zeitpunkt um seiner Selbsterfüllung nachzugehen, wenn es wichtigere Dinge zu tun gab. Sie konnte verstehen, dass Seven mit ihrer emotionalen Unreife nicht verantwortlich gemacht werden konnte, aber der Commander sollte es besser wissen.

Den restlichen Kaffee austrinkend, stellte Janeway die Tasse mit einem entschiedenen Knall ab und ging zur Seitentür ihres Bereitschaftsraumes, die zum Korridor führte, ohne dass sie über die Brücke gehen musste. Tuvok hatte dort die Verantwortung.

***

"Was kann ich für sie tun, Fähnrich", das Medizinisch Holografische Notfallprogramm der Voyager kam aus seinem Büro in den Hauptraum der Krankenstation. Harry Kim stand mit einem etwas abwesenden Blick mitten im Raum. "Noch eine Runde der vulkanischen Grippe, die herumgeht? Oder ist es ein Schmerz von der Feinschmecker Sorte?"

Harry zuckte leicht bei der Stimme des Doktors zusammen. Das MHN war nicht das beste Beispiel für korrektes Verhalten am Krankenbett, aber mit den Jahren hatte sich sein Programm so weit erweitert, dass er Mitgefühl und Taktgefühl zeigen konnte. Das waren die Subroutinen, die er in letzter Zeit scheinbar ignorierte.

"Eigentlich suche ich Seven."

Aus Billionen von Worten hatte Harry es geschafft genau die Falschen zu treffen, denn die heiteren Gesichtszüge des Doktors verdüsterten sich. "Ich bin ein Arzt, kein Hellseher.", sagte er, "Sie hatte vorhin einen Termin mit einem medizinischen Trikorder, aber ich nehme an, sie ist zu beschäftigt um sich um Höflichkeiten zu kümmern."

"Sie ist nicht gekommen?", fragte Harry.

"Nein, Fähnrich, ist sie nicht. Aber wer bin ich schon um sie zu kritisieren. Offensichtlich gibt es wichtigere Dinge, als einen Termin beim Doktor. Es tut mir leid Mr Kim, ich würde gerne mit ihnen Small Talk führen, aber ich muss mich um eine Krankenstation kümmern. Wenn Sie mich also entschuldigen würden..."Der Doktor drehte sich in Richtung seines Büros, aber Harry hielt ihn am Arm fest.

"Warten Sie einen Moment. Sie haben sie den ganzen Tag lang nicht gesehen?"

Das MHN sah Harry mit einer hochgezogenen Braue an. "Ich dachte, das hätte ich gerade gesagt."

Harry runzelte die Stirn, sein Gehirn arbeitete auf Hochtouren. "Das ist seltsam, Doc, ich könnte schwören, dass der Computer gesagt hat, dass sie hier wäre. Aber wenn sie den ganzen Tag lang noch nicht hier gewesen ist..."

Der Doktor hob die Schultern. "Woher soll ich das wissen. Machen Sie eine Diagnose oder so etwas."

"Selbstverständlich,", sagte Harry, "Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich das Computersystem von hier aus aufrufe?"

Der Doktor rollte die Augen in Resignation. "Warum sollte ich?"Sie werden es so oder so tun." Harry arbeitete bereits am Interface.

***

Chakotay verbrachte seine Freizeit damit Berichte über die Moral der Crew zu verfassen. Er bemerkte auf einmal wie viel besser Neelix seine Arbeit gemacht hatte mit seiner selbstbestimmten Position als Moraloffizier. Der eigenartige Außerirdische würde vermisst werden, obwohl Chakotay zugeben musste, dass Chells Kochkünste teilweise ein Heilmittel dagegen waren. Die Gerichte des Bolianers mit dem extravaganten Namen schienen genau seinem Geschmack zu entsprechen und Chakotay fragte sich, warum sie Chell niemals zuvor für die Messe verpflichtet hatten; seine Talente waren eindeutig an die Reparaturteams verschwendet worden. Wenn er bis zu seinem Tod niemals wieder Leola Wurzeln sehen würde, konnte er gar nicht lange genug leben.

Die Gedanken ans Essen erinnerten ihn an das fünfte Date, welches unterbrochen wurde. Er war immer noch verwundert über das, was zwischen ihm und Seven geschehen war. Chakotay hatte sich geschmeichelt gefühlt, als sie sich ihm das erste Mal genähert hatte und vorgeschlagen hatte, dass sie 'mehr soziale Kontakte' pflegen sollten. Er hatte gleich gewusst, dass ihre Bitte romantischer Natur war und es war ein Auftrieb für sein Ego gewesen. Er wurde nicht jünger und Chakotay war zu bescheiden um zuzugeben, dass er immer noch einem hübschen Fähnrich den Kopf verdrehen konnte, oder eben einer Borg Drohne.

Sevens 'mehr' hat sich schnell zu einem Wirbelwind entwickelt und Chakotay hatte sich einfach zurückgesetzt und die Fahrt genossen. Er wusste, dass ihr Interesse an ihm ein Experiment war - ein Teil ihrer Suche um ihre Menschlichkeit zurückzubekommen und er war zufrieden damit ihr dabei zu helfen, da es sicher und zeitlich begrenzt wirkte. Aber die Erde wieder zu sehen, selbst wenn es nur über Langstreckensensoren gewesen war, hatte einiges für ihn geändert. Die ganze Frage nach 'dem Rest seines Lebens' war wieder aufgetaucht und plötzlich konnte er sie nicht mehr darin sehen. Chakotay hatte begonnen seine Motive zu hinterfragen und was er gefunden hatte, beunruhigte ihn.

Aber nach der wahren Borg-Art und mit keinem Taktgefühl oder der Erkenntnis, dass dieses benötigt wird, war Seven sehr schnell zu ihrem eigenen Fazit darüber gekommen und hatte ihm bei der nächstbesten Gelegenheit davon erzählt. Sie brauche ihn nicht mehr, hatte sie offen gesagt, er würde sie nur zurückhalten. Aufgrund seiner Schuldgefühle und des Schmerzes der Zurückweisung, hatte Chakotay versucht ihr zu widersprechen, aber der Fluch seines Lebens war es, sich mit Frauen einzulassen, die höllisch stur waren. Sie hatte nicht zuhören wollen und jetzt ging sie ihm überall, wo es nichts mit ihrer Arbeit zu tun hatte, aus dem Weg.

Glücklicherweise, hatte er mit der Zeit gut zurückblicken können. Eine Beziehung zwischen ihnen hätte niemals lange gehalten. Chakotay war sogar erleichtert darüber, dass es nicht über Blumen und Küsse hinaus gegangen war. Im Laufe der Zeit war das leicht zu vergessen und es war kein großer Schaden entstanden.

Was passiert war, war... interessant, aber jetzt war es an der Zeit mit der Wirklichkeit fortzufahren.

Das Läuten der Tür holte ihn aus seinen Gedanken. "Herein", rief er.

Captain Janeway betrat mit gerunzelter Stirn und herab hängenden Mundwinkeln sein Quartier. Das verhieß nichts gutes.Ohne ihn zu beachten sah sie sich um. Als sie das Objekt ihrer Suche nicht fand, drehte sie sich zu ihm um und fragte kurz angebunden: "Wo ist Seven?"

"Captain. Ich weiß es nicht. Warum fragen Sie nicht den Computer?" Chakotay stand auf und legte das PADD, das er in seiner Hand gehalten hatte, beiseite.

Janeway warf ihm einen vernichtenden Blick zu. "Seien Sie nicht lächerlich. Der Computer hat gesagt, dass sie hier sei."

"Also, offensichtlich ist sie nicht hier", sagte er. Er wusste, dass er etwas leichtsinnig war, aber ihre Stimmung irritierte ihn. Wenn sie so wie jetzt war, dann gab es nichts, dass er sagen oder tun konnte um das zu ändern und das ärgerte ihn.Er wusste sehr genau, dass sie damit kämpfte Herr über die aktuelle Situation der Voyager zu werden, aber wenn sie sich bemühen würde, mit ihm darüber zu sprechen, dann könnten sie vielleicht gemeinsam einen Weg finden um damit fertig zu werden.Aber Kathryn Janeway war in gewisser Weise ein größerer Sturkopf als ihr Schützling und sein Treffen mit dem Admiral hatte ihn erkennen lassen, dass sich das nie ändern würde. Er hatte sich oft mit ihr in der Wolle gehabt, aber er wusste, dass er nur wegen ihrer Hartnäckigkeit als erster Offizier auf der Voyager war. Schon möglich, dass keiner von ihnen heute am Leben wäre. Manchmal musste man eben das Gute mit dem Schlechten nehmen.

"Das kann ich sehen, Chakotay.", sagte Janeway mit einem verärgerten Seufzer, "Ich brauche sie aus offensichtlichen Gründen in der Astronomie. Können Sie mir sagen, wohin sie gegangen ist?"

Entschlossen sie nicht weiter zu verärgern als nötig, sagte Chakotay: "Ich kann es Ihnen nicht sagen, weil sie überhaupt nicht hier war, Kathryn. Sie geht mir aus dem Weg. Ich glaube nicht, dass ich sie mehr als einige Male während der letzten Woche gesehen habe."

Kathryn hob eine Augenbraue. "Ich verstehe.", war ihre ausdruckslose Erwiderung.

Chakotay war sich nicht sicher, wie viel sie über seine 'Dates' mit Seven of Nine wusste. Er konnte sich nicht dazu bringen, es eine Beziehung zu nennen. Kathryn schien einiges mehr zu wissen, als er ihr erzählt hatte und er fragte sich, ob sie Sevens Vertraute war. Ihm wurde etwas unwohl bei dem Gedanken und er wandte seinen Kopf ab um ihrem Blick zu entgehen. "Wenn Sie es wissen wollen, es ist nicht richtig etwas passiert. Seven ist momentan in einer Experimentierphase."

"Was Sie in Ihrer Freizeit machen, geht mich nichts an Commander, aber Seven hatte es schon einmal, das Freizeitangelegenheiten ihre Produktivität beeinflusst haben. Ich brauche sie in der Astronomie und ich kann es nicht gebrauchen, dass sie abgelenkt ist. Ist das klar?"

Sein Kopf bewegte sich schnell zurück und er blickte sie mit Ungläubigkeit an. "Haben sie überhaupt zugehört, was ich gesagt habe?"

Mit einer nur all zu bekannten Geste hob sie die Hand um sie auf ihre Schläfen zu pressen. Ein schmerzlicher Ausdruck huschte über ihr Gesicht. "Chakotay, ich kann mich jetzt wirklich nicht darum kümmern. Ich habe ein Raumschiff im sprichwörtlichen Nirgendwo, eine Crew, die bereit ist mich durch eine Person zu ersetzen, die das Warpplasma Ventil schrubbt und eine Gruppe von schlauen Cardassianer auf der Türschwelle. Ich brauche im Moment wirklich Ihre Unterstützung."

"Die Crew ist nicht bereit, sie zu ersetzen."

"Was?"

"Sie hassen Sie nicht, Kathryn, wenn Sie nur mit ihnen sprechen würden." Er konnte manchmal ihre Gedanken lesen und er konnte sehen, dass sie Angst hatte. "Wir können damit fertig werden. Wir haben auf jeden Fall viel Übung", versuchte Chakotay diese Unterhaltung aufzuheitern. Unglücklicherweise fiel sein Humor auf unfruchtbaren Boden.

"Alles, was ich von Ihnen brauche, ist zu wissen, dass Seven of Nine ihre Arbeit macht, wenn ich sie brauche."

Chakotay seufzte. Die Unterhaltung, wenn man es so nennen konnte, wenn zwei Leute aneinander vorbei sprachen, drehte sich im Kreis. Wann hatten sie es so weit kommen lassen?"Das ist etwas, um das Sie sie selbst bitten müssen." Er seufzte, als er sah, wie sich ihre Lippen zu schmalen Linien zusammen pressten und ihre Hände auf ihren Hüften ruhten.

Gerade als Chakotay sich auf ihre Erwiderung vorbereitete, kam eine Stimme über das Comm System: "Kim an Janeway."

Harry, ich könnte Sie küssen für das gute Timing, dachte Chakotay.

Der Captain drückte ihren Kommunikator und antwortete harsch: "Janeway hier. Was ist los, Harry?"

"Ma'am, es gibt da etwas, was Sie sich ansehen sollten - könnten sie in die Krankenstation kommen?"

"Ich werde sofort da sein. Janeway Ende." Sie warf ihm einen letzten Blick zu, der sagte, dass sie noch nicht fertig waren, und verließ dann energisch sein Quartier.

***

"Es sollte besser wichtig sein, Harry, ich habe im Moment viel zu tun."

Janeway marschierte wie eine aufgeregte Wildkatze in die Krankenstation. Sofort läuteten die Alarmglocken in Harrys Kopf. Er musste ihr aber erzählen, was er gefunden hatte, denn ansonsten würde sie ihn einen Kopf kürzer machen. Der Doktor stand neben Harry, als er mit Janeways grimmigem Blick konfrontiert wurde.

"Irgendetwas sagt mir, dass ich das nicht mögen werde." Sie sah vom einen zum anderen.

Harry, der nicht mehr grün hinter den Ohren war, sah sie mit Besorgnis und Entschlossenheit an. Wenn sie die Erde erreicht hätten, wäre er jetzt Lieutenant. Sie hatte die Empfehlung zum Sternenflottenkommando geschickt und eine Überraschungszeremonie war als Teil ihrer Begrüßungsparty geplant gewesen. Mit Schuldgefühlen erinnerte sich Janeway daran, dass seine Eltern dort sein wollten.

Der Doktor drückte ebenfalls Besorgnis aus, aber in seiner Haltung war noch etwas anderes, wohinter sie einfach nicht kam. Beide verdienten mehr, als ihre schroffen Worte und deshalb schob sie das unsichere Gefühl, das ihr Gespräch mit Chakotay in ihr ausgelöst hatte, zur Seite und sagte in einem etwas freundlicheren Ton: "Was ist los?"

In Bewegung kommend aktivierte Harry den Terminal, an dem er gearbeitet hatte und deutete auf die Algorhythmen die über den Bildschirm liefen. "Sehen Sie sich diesen Code im internen Sensorennetz des Computers an."

Janeway näherte sich um auf den Bildschirm zu sehen. "Der sollte nicht existieren. Was macht er?"

Harry schaltete einen anderen Bildschirm ein. "Es sendet falsche Informationen zum Computerkern. Sehen sie sich das an." Er zeigte auf die wichtigen Daten.

"Sevens Biosignatur... Ihr Kommunikator Signal?"

"Genau. Das Programm ist ziemlich clever. Es wurde geschaffen um den Computer glauben zu lassen, dass jemand an Bord ist, obwohl das nicht der Fall ist", erklärte Harry, "es wurde zudem geschaffen um den Rest von uns in die Irre zu führen." Er sprach zum Computer: "Wo ist Seven of Nine?"

"Seven of Nine befindet sich in der Astronomie."

Bevor Janeway etwas sagen konnte, hob Harry seine Hand und fragte wieder: "Computer, wo ist Seven of Nine?"

"Seven of Nine befindet sich in der Messe."

"Sehen Sie, es benutzt die Computer Logbücher um die wahrscheinlichsten Aufenthaltsorte anzugeben. Es hat ebenso die Krankenstation, den Maschinenraum und die Brücke genannt. Seltsamerweise hat es auch einige Male Commander Chakotays Quartier angegeben."

Janeway unterbrach Harry, bevor er weiter sprechen konnte. "Ich verstehe, Harry, warum ist es hier?"

Der Doktor mischte sich ein und sagte: "Ist das nicht offensichtlich, Captain? Seven wurde gekidnapped!"

"Jetzt warten Sie einen Moment, Doktor.", Janeway hielt ihn am Arm fest, "Ich weiß, dass es schlecht aussieht, aber lassen Sie uns die Alternativen bedenken."

"Welche Alternativen?" explodierte der Doktor, "dass Seven verstecken mit Naomi Wildman spielt?"

"Ich sage nur, dass wir keine voreiligen Schlüsse ziehen sollten. Sehen wir uns die Fakten an. Wann hat sie zum letzten Mal jemand gesehen?"

"Ich habe in letzter Zeit mit ihr in der Astronomie gearbeitet", sagte Harry, "ich habe gesehen, wie sie gestern Abend zum Regenerieren gegangen ist."

Janeway warf dem Doktor einen fragenden Blick zu. "Ich habe sie heute nicht gesehen", sagte dieser schroff.

"Genauso wie ich", sagte Janeway, "zeigen Sie mir noch einmal diese Algorhythmen, Harry, ich habe da eine Ahnung."

Harry befolgte den Befehl seines Captains und sie untersuchten die Informationen auf dem Bildschirm.Janeway bat Harry mehrmals den Programmcode hoch und runter zu scrollen, bevor ihr etwas auffiel. "Dort", sagte sie und zeigte auf den Teil, den sie gesucht hatte.

"Was ist das?" Harry runzelte die Stirn. Für ihn sah es wie ein Teil des Codes aus.

"Wenn ich nicht falsch liege, ist das ein Zeichen; etwas, was der Programmierer hinterlassen hat. Lassen Sie den Computer nach Übereinstimmungen suchen."

Die Suchergebnisse zeigten Dutzende von Übereinstimmungen. Harry pfiff. "Das ist definitiv cardassianisch. Sie haben Seven."

"So sieht es aus", sagte Janeway grimmig, "nur gut, dass ich ohnehin nicht vorhatte ihnen zu vertrauen."

Der Doktor konnte sich nicht länger zurückhalten. "Captain! Wir müssen sie zurück holen! Sie wissen, dass die Cardassianer unorthodoxe Methoden haben um zu bekommen was sie wollen und ich kann nur raten, was sie von Seven wollen."

"Wir werden sie zurück holen... und Doktor, ich weiß sehr genau wozu sie fähig sind", sagte sie gepresst. Die Worte trafen ihn.

"Natürlich, Captain", stammelte er.

Harry drehte sich zur Tür. "Wir sollten jetzt besser ein Treffen der Senior Offiziere einberufen, Captain."

Janeways Worte hielten ihn zurück. "Einen Moment, Mr Kim. Ich habe einen anderen Plan. Ich möchte, dass sie Tom finden und ihn in einer Stunde in die Messe bringen. Abgesehen davon ist es Ihnen nicht gestattet auch nur ein Wort zu jemandem zu sagen, verstanden?"

Der Fähnrich sah sie überrascht an, aber der Reflex ließ ihn antworten: "Aye, Captain."

"Gut. Wir sehen uns dann in einer Stunde."

Harry wusste, wenn er entlassen war. Er verließ die Krankenstation mit einer starken Vorahnung und machte sich auf die Suche nach seinem Freund und Kollegen, Tom Paris.

Sobald Harry gegangen war, wandte sich der Doktor an Janeway.

"Sagen Sie, was Sie sagen wollen und lassen Sie mich dann in Ruhe", sagte sie, als sie seinen Gesichtsausdruck sah.

"Ich weiß nicht, wie ich es höflich ausdrücken soll, Captain, deshalb hoffe ich, dass Sie mir verzeihen, dass dem nicht so ist." Janeway nickte und das MHN fuhr fort: "Ich denke, dass ich Sie in der Zwischenzeit gut genug kenne um zu sagen, was auch immer Sie vorhaben, denken sie daran, dass es um Sevens Leben geht.

"Ich wusste nicht, dass sie zum ersten Offizier befördert wurden, Doktor", sagte Janeway sauer.

"Irgendjemand muss den Job tun, wenn Sie nicht zulassen, dass Chakotay ihn macht", sagte das Hologramm ruhig. Die Worte hingen zwischen ihnen und Janeways Gesicht wurde kalt. Sie wollte gerade etwas sagen, als der Doktor ihr zuvorkam: "Entschuldigen Sie, das geht mich nichts an."

"Da haben Sie verdammt recht!" Unter der Oberfläche kochte sie vor Wut.

"Das tut auch nichts zur Sache", seufzte der Doktor, "ich möchte nur ihr Versprechen, dass sie nicht zulassen, dass ihr etwas geschieht."

Die Verletzlichkeit in der Stimme des Doktors beruhigte Janeway. Sie schüttelte den Kopf und sagte: "Ich werde sie bis zum letzten Mann jagen, wenn sie ihr nur ein Haar krümmen, das ist ein Versprechen."

"Wir verstehen uns also."

"Wenn Sie mich kennen würden, Doktor, wüssten sie, dass ich für die Sicherheit meiner Schützlinge kämpfe." Der Doktor lächelte - wenn auch traurig - darüber. "Ich werde sie zurück holen, aber ich möchte, dass Sie sich auf den schlimmsten Fall vorbereiten, wenn Sie verstehen, was ich meine."

Der Doktor nickt, da er seiner Stimme nicht vertraute. Sie wandte sich zum gehen und er sah einen Moment ihren Gesichtsausdruck, bevor sie die Krankenstation verließ. Eine Nanosekunde lang, bemitleidete er die Cardassianer.

***

Tuvok ging Schulter an Schulter mit seinem Captain zur Messe. "Halten Sie es für Weise das vor der Crew geheim zu halten?"

"Ich weiß, was Sie denken, alter Freund, aber wir stehen bereits alle am Abgrund. So etwas wie das, könnte sie nach unten stoßen. Wenn wir schnell damit fertig werden, wird Seven wieder an Bord sein, bevor jemand anderes eine Chance hat sie zu vermissen und wir können dann entscheiden, was wir mit unseren 'Freunden' machen. Wenn es zum Kampf kommt, sind wir auf jeden Fall einem Galor Klasse Schiff gegenüber mehr als ebenbürtig.", Janeway lächelte trostlos, "Jakat wird es bereuen sich mit mir angelegt zu haben.

"Und was ist mit dem Commander?"

Janeway blinzelte und sah zu dem Vulkanier auf. Für einen Moment, war sie sich nicht sicher, worüber er sprach. Als sie erkannte, dass Tuvok sich auf seine vorherige Frage bezog, sagte sie mit leiser Stimme: "Ich bezweifle, dass der Commander rational auf diese Situation reagieren würde." Tuvoks Gesichtsaudruck blieb stoisch. "Stimmen sie nicht damit überein?"

Der Vulkanier blickte weiterhin auf ihr Ziel. "Der Commander hatte lang genug Zeit die Geister auszutreiben. Er ist nicht derselbe Mann, der er vor sieben Jahren gewesen ist."

"Vielleicht", war Janeways ausweichende Erwiderung, als sie den Eingang zur Messe erreichten. Die beiden betraten den halbleeren Raum. Einige Crewman aßen schnell zwischen ihren Schichten und saßen allein oder zu zweit in der Messe verteilt. Am anderen Ende der Messe war ein Tisch, als wäre es befohlen worden, ohne Zuhörer in der Nähe. Das Sternenlicht drang durch die Fenster und warf Licht auf die Tischplatte, da die Innenbeleuchtung herabgesetzt war. Drei Personen warteten in dieser Nische auf Janeways Ankunft.

Tuvok und Janeway gingen hinüber zu ihnen. Der Captain machte eine bestätigende Geste in Richtung der Crewman, die sie bemerkt hatten, als sie an ihnen vorbeiging und diese richteten ihre Aufmerksam wieder auf ihr Essen oder ihre geflüsterten Unterhaltungen.

"Tom, Harry, bitte setzen Sie sich", sagte Janeway, als sie bei ihnen ankam. Sie wandte sich zu Crewman Chell, der nach Neelix' Weggang die Verantwortung über die Messe übernommen hatte.

"Sie werden hier nicht gestört werden, Captain", sagte Chell.

"Danke, Crewman, ich lasse es Sie wissen, wenn wir etwas brauchen."

Der freundliche Bolianer hatte ihren Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden. "Ich habe auch etwas Besser-als-Schlafen-Kaffee für Sie vorbereitet."

"Lassen Sie ihn auf dem Tisch stehen, Chell."

"Und wenn Sie Hunger bekommen sollten, habe ich ein neues Gericht - die Wieder-verloren-Lasagne - die Sie mit den Wo-zur-Hölle-sind-wir-Waffeln und dem Eis abschließen können."

"Chell...", Janeways Stimme war ein tiefes Grummeln. Sie wusste, dass der Bolianer fröhlich war, aber sie konnte seinen Humor nicht schätzen."Okay, Captain, ich gehe. Sehen sie mich davon eilen." Der blaue Mann verschwand mit einem breiten Grinsen unter dem wütenden Blick seines Captains.

Nachdem Chell in die Schiffsküche zurückgekehrt war, die so lange Neelix gehört hatte, setzte sich Janeway zu ihrem versammelten Personal an den Tisch. "Gentleman, wir haben etwas zu erledigen, dass schnell und unauffällig erledigt werden muss."

***

Tom schlich an dem schlafenden Duo vorbei: Mutter und Kind. Es war die ruhigste Szene, die er je gesehen hatte, seit Miral geboren worden war. B'Elanna lag ausgebreitet auf der Couch und hatte ihre Uniformjacke auf den Boden geworfen, aber sie hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihre Schuhe auszuziehen. Auf dem Boden neben dem großen Stuhl schlief ihre Tochter auf einer Decke umgeben von Kissen. Miral war zwar erst eine Woche alt, aber sie hatte bereits bewiesen, dass sie ein sehr lautes Kind war. Manchmal musste man sie aufheben und mit ihr durch den Raum gehen, während man ihren Rücken streichelte um sie zu beruhigen. Am Anfang waren sie wegen ihrer Gesundheit beunruhigt gewesen, aber der Doktor hatte gesagt, dass sie gesund wie ein Kazon war und manche Babys eben einfach kolikartig waren.

Unglücklicherweise kostete Mirals Temperament ihre Eltern Kraft. Tom und B'Elanna machten Schichten. Er kümmerte sich den ganzen Morgen um sie und überließ sie dann B'Elanna um alles zu erledigen, was zu erledigen war. Für Schlaf schien dieser Plan keine Zeit eingeplant zu haben.

Aber jetzt, nachdem Miral sich selbst so erschöpft hatte, dass sie eingeschlafen war, nutzte B'Elanna die Ruhe. Tom mit seinen dunklen Ringen unter den Augen beneidete seine Frau. Ohne sie wecken zu wollen lehnte er sich vor und küsste sie sanft auf den Kopf.

Dennoch kam ihre Stimme von der Couch, als er den Ausgang erreichte. "Wo gehst du hin, Steuerjunge?"

"Entschuldige, B'Elanna, ich wollte dich nicht wecken", sagte Tom kläglich.

Sie setzte sich auf und rieb sich die Augen. "Das ist okay, ich habe es geschafft eine Stunde zu schlafen. Das sollte für die nächsten 48 Stunden reichen."

Tom wollte gerade vorschlagen, dass sie versuchen sollten jemanden zu finden, der ihnen mit Miral helfen würde, aber er wusste, wie das Gespräch verlaufen würde und er hatte im Moment keine Zeit dafür. "Ich bin in einigen Stunden zurück, denke ich. Vielleicht können wir später zusammen ein spätes Abendessen machen."

B'Elanna sah nicht begeistert von der Idee aus. "Wir werden sehen. Was will Janeway dich denn nun tun lassen?"

Tom zuckte zusammen. Er mochte B'Elannas Tonfall nicht. Sie war in letzter Zeit sehr besitzergreifend geworden, was seine Zeit betraf. "Ich darf es dir nicht sagen", sagte er ruhig, "nur, die Allernötigsten dürfen es wissen."

Sie stand auf und ging zum Replikator. "Das hört sich nicht gut an, Tom", sagte sie und bestellte ein warmes Getränk für sich.

"Es ist Befehl des Captains, B'Elanna, sie will nicht, dass die Crew Wind davon bekommt."

Sie warf ihm einen wilden Blick zu. "Ich bin nicht die Crew, Tom, ich bin der Chefingenieur! Wenn es um die Cardies geht, sollte ich davon wissen."

Tom sah Miral im Schlaf wimmern. "Du wirst das Baby wecken, sei etwas leiser."

Skepsis huschte über ihr Gesicht, aber ohne ihren Tonfall zu ändern, sagte sie: "Das ist es, oder? Janeway ist zufrieden damit, dass ich die schmutzige Arbeit im Maschinenraum mache, aber jetzt wo ich ein Kind habe, denkt sie, dass ich es nicht schaffe mit so etwas klar zu kommen."

Tom benutzte seine langen Beine um seine Frau mit einigen Schritten zu erreichen. Er wollte sie schütteln, aber statt dessen hielt er beruhigend ihre Schultern. "Das ist es auf keinen Fall! Sieh, Seven wurde gekidnappt und wir wollen sie zurückholen, ohne dass alle in Panik ausbrechen. Der Captain wird zu diesem diplomatischen Essen gehen und versuchen Seven zu lokalisieren. Wenn sie das getan hat, wird sie mir die Koordinaten übermitteln und ich werde sie da herausholen. Bevor jemand 'Wiederstand ist zwecklos' sagen kann, habe ich sie mit dem Flyer zurückgebracht."

Verschiedene Ausdrücke huschten über B'Elannas Gesicht bis sie schließlich grinste. "Wir sollten sie dort lassen."

Tom lachte und umarmte sie. "Denk an alles, was schief laufen würde, wenn wir das tun würden. Wie sollte die Voyager ohne Sevens Einfallsreichtum überleben?"

B'Elanna biss sich auf die Zunge um nicht die grausame Antwort zu geben, die sie im Kopf hatte. Sie lehnte sich zurück um Tom anzusehen. "Was ist das eigentlich für ein Rettungsplan? Die Cardassianer werden noch ein Ass im Ärmel haben um etwas gegen ein solches Szenario zu unternehmen. Du weißt wie hinterhältig sie sind. Was sagt Chakotay dazu?"Tom erstarrte bei dieser Frage. Er sah weiterhin unbehaglich B'Elanna an ohne etwas zu sagen. "Spuck es aus, Tom. Was geht hier wirklich vor?"

"Chakotay ist nicht auf der 'er muss es wissen' Liste", sagte er zögernd. Er wusste, dass B'Elanna es wahrscheinlich ohnehin aus ihm heraus geprügelt hätte.

Sie war dieses Mal still und das war schlimmer. Er konnte sich vorstellen, was sie dachte. Es waren wahrscheinlich ähnliche Gedanken, wie er hatte, als er seine Bedenken dem Captain gegenüber bei ihrem inoffiziellen Treffen in der Messe geäußert hatte.

Miral begann quäkende Laute von sich zu geben um ihre Eltern wissen zu lassen, dass sie wach war und B'Elanna nahm die Gelegenheit wahr um Toms fragendem Blick auszuweichen. Sie ging hinüber um das Baby auf den Arm zu nehmen. "Du lässt sie besser nicht warten", sagte sie ruhig, aber man konnte Sarkasmus dahinter hören.

"B'Elanna", sagte er in einem warnenden Tonfall, "wenn es dir etwas hilft, ich war nicht ihrer Meinung."

"Geh einfach", flüsterte sie.

Tom mochte ganz und gar nicht was er auf ihrem Gesicht sah, aber er ging trotzdem. Sollte Janeway jemals herausfinden, dass er es ihr erzählt hatte, würde sie ihn rösten.

***

Das Tropfen kam von irgendwo hinter ihr, da war sie sich sicher. Mit der auralen Schärfe einer Borg wäre Seven in der Lage gewesen die exakte Position des Geräusches herauszufinden, aber in den letzten Stunden war es ihr entgangen. Sie konnte durch ihre Füße die Vibrationen von jedem Tropfen spüren, der auf den Boden fiel. Jeder hatte eine andere Frequenz und Dauer - es gab kein zusammenhängendes Muster, das der Logik folgte. Es machte einen verrückt.

Sie versuchte das zufällige Geräusch zu ignorieren und arbeitete daran ihre Hände von den Fesseln zu befreien. Der Gul war nach ihrer ersten Begegnung nicht zurückgekehrt und hatte nur Untergeordnete geschickt um hin und wieder nach ihr zu sehen. Während dieser Zeit hatte sie es geschafft ihre Fesseln zu lockern, aber sie blieb in derselben Position in der sie ursprünglich gefesselt worden war um Misstrauen zu verhindern.

Sie wäre bereit für ihn, wenn er zurück kam.

Das Warten wurde zur wirklichen Tortur; nicht zu wissen, wann der Moment endlich kommen würde, aber dennoch alle Sinne in Alarmbereitschaft und alle Muskeln aktionsbereit zu halten.

Der Moment kam ohne Vorwarnung und er betrat wie zuvor anzüglich grinsend den Raum. Seven of Nine kannte ihre verwundbaren Stellen genau. Als er näher kam, nutzte sie ihr intimes Wissen über die cardassianische Physiologie und trat mit ihrem Fuß eine Stelle, die am meisten schmerzte. Als er sich vor Schmerz krümmte, rammte sie ihre Hand in sein Gesicht. Bevor er aufschreien konnte, hatte sie einen Fuß auf seinem Hals und einen Gesichtsausdruck, der sagte 'Schrei und ich werde deine Luftzufuhr abtrennen'.Sie beugte sich vor um seine Waffen zu holen, sie auf betäuben zu stellen und auf ihren Entführer zu feuern.

Das zumindest war ihr Plan, aber gerade in dem Moment, in dem sie auf ihn zielen wollte, packte eine Hand ihr Handgelenk und drückte zu. Als sie merkte, dass die Knochen und der Knorpel in ihrem Handgelenk anfing zu knacken, schrie sie vor Schmerz auf und feuerte ziellos. Die Energie der Waffe traf den Boden und der Cardassianer nutzte seine Kraft um ihr den Phaser abzunehmen.

Er war viel schneller, als sie erwartet hatte und vor allem viel agiler. Mit einer einzigen Bewegung, war er auf den Füßen. Er benutzte seinen Körper um sie gegen die nächste Wand zu drücken. Seven spürte, wie sich kalte Finger um ihren Hals legten und war für einen Moment paralysiert. Die Finger drückten immer fester zu und es wurde schwieriger für sie zu atmen.

"Das war keine gute Idee", sagte der Gul. Sein Tonfall war unheilvoll, aber sein Gesichtsausdruck war begierig, "es ist an der Zeit zu sehen, wie sehr der Captain deine Gegenwart schätzt, Seven of Nine. Nicht halb soviel wie ich, da bin ich mir sicher. Unglücklicherweise können wir dich nicht herumlaufen und den Plan verderben lassen, so gerne ich dich auch hier hängen lassen würde...". Mit einer plötzlichen Bewegung riss er ihren Kopf nach vorne und schlug ihn dann gegen die Wand. Er verwendete genug Kraft um sie bewusstlos werden zu lassen.

***Toms Worte hatten bei B'Elanna ein unbehagliches Gefühl hinterlassen, während sie sich um ihr Baby kümmerte. Sie war sich nicht sicher, was sie über das, was er ihr erzählt hatte, denken sollte. Sie beschloss, dass sie jemand objektives brauchte um darüber zu sprechen, Miral war da keine große Hilfe. Sie wickelte ihr Baby ein und verließ ihr Quartier um nach Tuvoks Frau zu suchen.

B'Elanna fand die vulkanische Frau in einer verlassenen Beobachtungslounge. Durch Mirals leises Wimmern wandte sich T'Pel von ihrer Betrachtung der Sterne ab um zu sehen, wer sie störte.

"Entschuldigen Sie", sagte B'Elanna. T'Pel imponierte ihr, da sie genauso weise erschien wie mysteriös, seit sie auf der Voyager war.

"Seien Sie gegrüßt, B'Elanna Torres", hieß T'Pel sie willkommen, "ich begrüße ebenfalls Ihr Neugeborenes.""Der Computer hat gesagt, dass ich Sie hier finden kann", B'Elanna wusste nicht genau, wie sie zum Thema kommen sollte.

T'Pel neigte ihren Kopf zur Seite. "Möchten Sie wissen, warum ich hier bin?"

"Ich denke schon", sagte B'Elanna, als sie Miral beruhigte. Aus irgendeinem Grund hatte T'Pels Anwesenheit auf beide eine beruhigende Wirkung.

"Ich habe den beschränkten Zugriff, den ich habe, genutzt um heraus zu finden, dass diese Lounge nicht oft von Crewmitgliedern genutzt wird. Es erscheint mir, dass sie für eine andere Funktion besser wäre." T'Pel wandte sich wieder zum Aussichtsfenster. "Die Aussicht ist so ruhig."

B'Elanna runzelte die Stirn. "Was sollen wir Ihrer Meinung nach mit ihr tun? Es ist nur eine Lounge."

T'Pel hatte fast einen sehnsüchtigen Blick. "Ich beginne es zu bereuen, meinen Garten auf Vulkan zurückgelassen zu haben, obwohl es unlogisch ist, wenn ich dafür meinen Ehemann zurückbekommen habe. Dennoch glaube ich, dass es nützlich wäre, etwas von dem, was wir zurück gelassen haben auf die Voyager zu bringen."

"Wenn Sie Pflanzen wollen, es gibt einen hydroponischen Garten."

Ihren offenen Blick zu B'Elanna wendend sagte T'Pel: "Die Funktion eines Gartens ist völlig anders im Vergleich zu einem hydroponischen Garten. Der eine wird als Vorrat für physikalische Bedürfnisse benutzt. Der andere kann die mentalen und spirituellen Kräfte verstärken."

B'Elanna hob die Schultern. "Haben Sie mit Tuvok darüber gesprochen?"

"Selbstverständlich, aber mein Ehemann sieht darin keine Logik." B'Elanna konnte schwören, dass sie die Vulkanierin fast lächeln sah.

Das Lächeln erwidernd, sagte sie: "Ich könnte es im Treffen der Senior Offiziere ansprechen."

T'Pel neigte ihren Kopf. "Ich würde es zu schätzen wissen, B'Elanna Torres. Aber  was ist es, worüber Sie mit mir sprechen wollen?"

Sich entspannter und vielleicht etwas manipuliert fühlend, begann B'Elanna T'Pel davon zu erzählen, was sie von Tom erfahren hatte. Sie hoffte, dass das Gespräch mit Tuvoks Frau ihr Klarheit bringen würde.

***

"Captain Janeway, es ist ein Vergnügen sie persönlich kennen zu lernen!"

Die Stimme ließ ihr kalte Schauer den Rücken hinunterlaufen, als sie von der cardassianischen Version einer Transporterplattform herabstieg. Das innere des Schiffes zu sehen, brachte alte Erinnerungen zurück. Es waren keine angenehmen und würden ihre Aufmerksamkeit nur von ihrer Aufgabe ablenken. Plötzlich hatte sie mehr Angst um sich selbst, als um Seven. Janeway hatte sich einmal dazu bereit erklärt, sich von den Borg assimilieren zu lassen, aber dass schien unbedeutend im Angesicht ihrer alten Angst. Die Cardassianer waren ein Albtraum aus ihrer Kindheit, der in ihrem jungen Erwachsenenleben zur Realität geworden war.

Ihren Rücken und ihre Entschlossenheit stärkend schob Janeway ihr Kinn nach vorne und blickte dem Cardassianer vor sich in die Augen. "Klären wir eines gleich zu Beginn: Es hat noch nie Freundschaft zwischen unseren Völkern existiert und ich hoffe, dass es nie dazu kommt."

Der Cardassianer hatte das unverschämte Lächeln seines Volkes. "Also, ich hoffe, dass wir unsere Differenzen beiseite lassen können, Captain. Ich sehe, dass sie genauso unverblümt sind, wie alle anderen Menschen, die ich getroffen habe."

Janeway neigte ihren Kopf. "Ich mag keine falschen Worte und beschönte Sprache. Es ist Zeitverschwendung und die könnten wir nutzen um unsere aktuellen Situationen zu besprechen."

"Vielleicht, aber ich glaube nicht, dass Sie unsere Bräuche umgehen, Captain. Es liegt nicht in der Natur der Sternenflotte die kulturellen Gepflogenheiten zu ignorieren."

Dieses Mal lächelte Janeway. Ihre Mundwinkel hoben sich, aber ihre Augen blieben kalt. Sie glaubte nicht, dass sie Gul Jakat beibringen würde, dass sie so lange so weit von der Sternenflotte entfernt gewesen war, dass das Gesetz jetzt Sie war. "Was ist den Cardassianern heutzutage schon kulturell wichtig?" Gul Jakat dachte, dass er einen kleinen Sieg errungen hatte und bot dem Captain seinen Arm an. "Beginnen wir damit nicht so schnell vorzugehen. Wir können uns bei einer Mahlzeit etwas besser kennen lernen. Es ist eine Regel, dass Cardassianer, keine Verträge mit Fremden abschließen."

"Führen Sie mich zu Ihrem Speisesaal. Ich sollte hinzufügen, dass ich hungrig bin." Sich an ihren Sicherheitsoffizier wendet, nickte Janeway. "Das ist Tuvok von Vulkan. Er wird uns begleiten."

Jakat verbeugte sich kurz. "Selbstverständlich."

Zögernd nahm Janeway den Arm des Guls. Tuvok blieb hinter ihr, als Jakat sie durch die Korridore seines Schiffes führte.

***

Harry behielt seine Augen auf der Ops Konsole. Janeway hatte ihm die Aufgabe übertragen, die Rettungsmission zu koordinieren und er war nicht glücklich darüber. Es war nicht, dass er befürchtete zu versagen, im Gegenteil, er dachte, dass der Plan gut sei, aber es waren die Augen des ersten Offiziers, die ihn verfolgten.

Nicht in der Lage in seinem Sessel zu bleiben, hatte Commander Chakotay beschlossen, dass es gut sei, der Brückencrew bei der Arbeit über die Schulter zu sehen. Das war kein Problem für Jenkins, deren Job am Steuer nichts weiteres verlangten, als die Voyager in Reichweite des cardassianischen Schiffes zu halten. Ayala hatte ebenfalls nicht viel zu tun, aber Harry wiederum versuchte Betrügerischerweise den Captain und Tuvok mit dem Transporter erfasst zuhalten, während er Berichte an Tom sandte, der im Moment mit dem Flyer draußen war.Das war noch etwas, was Harry vor Chakotays Spionage verbergen musste - Toms Start mit dem Shuttle und seine aktuelle Position hinter ihnen, verborgen vor den Cardassianern. Harry versuchte so gut wie möglich den Befehl des Captain, Chakotay da heraus zu halten, auszuführen, aber wenn die Hölle ausbrechen sollte, glaubte er nicht, dass der Commander erfreut über sein Tun sein würde.

Nicht zum ersten Mal fühlte sich Harry, als wäre er zwischen einem elterlichen Streit gefangen.

Chakotay beobachtete ihn ständig, aber er schaffte es Tom zu berichten, dass der Captain nun an Bord des cardassianischen Schiffes war und das er auf Sevens Koordinaten warten sollte.

"Torres an Chakotay", kam es durch das Kommunikationssystem.

Der Commander drückte seinen Kommunikator. "Was ist los, Torres?"

"Ich muss mit Ihnen sprechen."

Chakotay fuhr sich mit der Hand durch die Haare und sagte: "Kann das nicht warten? Wir sind hier mitten in etwas drin."

"Ich habe wahrscheinlich lange genug gewartet, Sir." B'Elannas Stimme klang nervös.

Chakotay zögerte, dann sagte er. "Kommen Sie in den Bereitschaftraum des Captain." Er wandte sich an Harry. "Halten Sie unsere Leute mit dem Transporter erfasst, ich vertraue diesen Schlangen nicht."

Harry versuchte seinen Kiefer davon abzuhalten auf seine Konsole zu fallen, als Chakotay in Janeways Bereitschaftraum ging.

***

Gul Jakat runzelte höhnisch die Stirn. Janeway saß ihm gegenüber an einem Block von Tischen in einem nüchtern ausgestatteten Raum. Die Ausstatter des Guls schienen schwarz und grau und ungemütliche Möbel zu bevorzugen. Der Stuhlrücken war hart und den Erzählungen über seine Heldentaten - einige davon waren gegen die Förderation - zuzuhören, war an sich schon eine Tortur.

"Sie haben Ihren Sem'hal Eintopf kaum angerührt, Captain. Wollen Sie vielleicht noch etwas Yamok Sauce dazu?" Jakat winkte einem Diener zu die Terrine zu Janeway zu bringen, aber sie schüttelte den Kopf.

"Der Eintopf ist gut. Ich habe mich nur gefragt, wann wir zu meinen Fragen kommen."

"Alles zu seiner Zeit, Captain. Wir haben noch nicht einmal mit dem fünften Gang begonnen." Jakat ignorierte offensichtlich Janeways irritierten Blick und wandte sich an Tuvok. "Commander, wie laufen die Dinge auf Vulkan? Ich habe die interplanetarischen Neuigkeiten hier draußen wirklich vermisst."

Eine von Tuvoks Augenbrauen zuckte ungewollte, während er damit fortfuhr sich das, was der Gul als Essen bezeichnet hatte, in den Mund zu schieben. Zwischen einigen Gabeln, sagte er: "Vulkan ist unverändert."

"Ja", sagte Jakat mild, "da bin ich mir sicher. Sagen Sie, was denken sie über die Allianz der Förderation mit uns?"

Janeway hob ruckartig den Kopf, aber glücklicherweise stocherte Tuvok weiter auf seinem Teller herum und Jakat beobachtete ihn. "Ich habe dazu keine Meinung."

"Selbstverständlich. Also, ich denke, dass es in gewisser Weise strategisch ist." Er warf einen Blick auf Janeway. "Ich denke, Sie haben ihre Meinung über uns sehr klar gemacht."

Ihre Gabel ablegend lehnte Janeway sich nach vorne. Sie würde diesem Cardassianer nicht erzählen, dass die Allianz zerrissen war und Cardassia Prime in Ruinen lag. "Meine persönlichen Ansichten sind unwichtig. Ich werde die Politik der Förderation vertreten. Aber nur aus Neugierde, wie lange sind Sie bereits hier draußen?" Wo auch immer 'hier' ist, fügte sie in Gedanken hinzu.

Jakat lehnte sich in seinem Stuhl zurück. "Nicht allzu lange, Captain, einige Monate. Und Sie?"

Wenn sie am Essen gewesen wäre, hätte sie sich verschluckt. Janeway machte schnell einige Kalkulationen, aber keine davon ergab etwas. Sie schob das Paradoxon für den späteren Gebrauch beiseite. "Wir sind gerade erst angekommen."

Die Augen des Cardassianers glühten. "Erzählen Sie mir von Ihrem Schiff. Es scheint einige interessante Modifikationen für ein Sternenflotten Schiff zu haben."

Janeway entschied, dass sie diesem Mann nichts erzählen musste. Mit übertriebener Mühe rollte sie mit den Augen und glitt von ihrem Stuhl auf den Boden. Sofort waren sowohl Tuvok als auch Gul von ihren Stühlen aufgesprungen. Tuvok eilte zu Janeway und kniete sich neben sie. Er holte eine Phiole aus seinem Ärmel und schüttelte sie vor ihrem Gesicht. Sekunden später hustete sie und versuchte aufzustehen.

"Was geht hier vor?" Jakat stand mit einem gequälten Gesichtsausdruck über ihnen.

Zu ihm aufsehend, sagte Tuvok: "Meinem Captain geht es nicht gut. Sie erlebt diese Ohnmachten seit wir hier angekommen sind. Ich habe darauf bestanden, dass sie auf der Voyager bleibt, aber sie hielt es für ungeeignet jemand anderen an ihrer Stelle zu diesem Treffen zu schicken."

Jakats Augen verengten sich. "Vielleicht sollten wir dies zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen."

Janeway schüttelte den Kopf und sagte: "Nein, mir geht es gut. Geben Sie mir nur einige Minuten um mich zu sammeln. Wir haben zu viele wichtige Dinge zu besprechen, als dass wir sie hinaus zögern können." Tuvok half ihr beim Aufstehen. Während er dies tat, gab er ihr unauffällig die Phiole.

"Selbstverständlich, Captain", sagte Jakat höflich, "möchten Sie die Toilette verwenden? Glinn Kajarel würde sie gerne begleiten." Er deutete auf einen der Offiziere, die stramm an der Wand standen.

"Ich wäre sehr dankbar, Gul. Ihre Gastfreundschaft ist sehr angenehm."

Der Gul lächelte darüber. "In der Zwischenzeit, kann Ihr Vulkanier mich unterhalten, während ich freudig Ihre Rückkehr erwarte."

Janeway nickte. Mit einem kurzen Blick auf Tuvok folgte sie Kajarel aus dem Raum. Betend, dass Harry und Tom ihre Augen auf ihnen hatten, wusste sie, dass sie schnell arbeiten musste.

***

Unruhig stand B'Elanna mit Miral im Arm vor ihrem Freund, der am Schreibtisch des Captain lehnte. Chakotay sah extrem ruhig aus, für das was sie ihm gerade erzählt hatte. Aber B'Elanna kannte ihn gut. Sie wusste, dass er innerlich vor Wut schäumte. Er war noch nie jemand, der seine Wut offen zeigte, außer wenn er extrem unter Stress stand, aber hin und wieder sah man das Feuer in seinen Augen.

Chakotays Augen loderten.

"Warum hast du mir das nicht früher erzählt? Du hättest sofort, nachdem du davon erfahren hast, zu mir kommen sollen", sagte er.

B'Elanna legte das Baby in ihrem Arm in eine bequemere Position. Miral war wach, aber zufrieden in der Nähe ihrer Mutter. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich das Recht hatte, mich da einzumischen. Sie ist der Captain, sie kann tun was sie verdammt noch mal will."

"Nein, B'Elanna. Das kann sie nicht!" Chakotay stieß sich vom Schreibtisch ab und begann im Raum auf und ab zu gehen. Er erreichte einen Grad der Beunruhigung, den B'Elanna nicht oft bei ihm gesehen hatte. "Wir haben ein System, eine Ordnung, in der die Dinge auf diesem Schiff erledigt werden. Sie existiert aus einem Grund. Sie war sehr lange an der Grenze davon, aber sie hat sich selbst unter Kontrolle gehalten. Jetzt ist sie endgültig auf sich alleine gestellt."

"Sie ist nicht alleine, Chakotay", argumentierte B'Elanna, "Tuvok ist dabei. Und auch Harry und Tom, obwohl Tom das Ganze auch nicht gefallen hat."

Chakotay hielt an und wandte sich ihr zu. "Ich kann nicht glauben, dass Tuvok das unterstützt. Er hat keinen Grund dafür, dass er mich übergehen will - er ist nicht auf meinen Posten aus. Es läuft darauf hinaus, dass sie sich entschlossen hat mir nicht mehr zu vertrauen."

"Das ist lächerlich!" explodierte B'Elanna, "wir haben den Marquis vor langer Zeit hinter uns gelassen. Sie täuscht sich ernsthaft, wenn sie denkt, dass man dir nicht zutrauen kann weise mit den Cardassianern fertig zu werden. Sogar ich weiß, dass es wichtig ist Seven dort heraus zu bekommen ohne durchzudrehen - so sehr es mir gefallen würde einige cardassianische Moleküle über ein paar Lichtjahre zu verteilen."

Zögernd rieb Chakotay sich die Augen. Plötzlich bekam er Kopfschmerzen - er fragte sich, ob er sich alleine durch seinen Aufenthalt in ihrem Bereitschaftsraum angesteckt hatte. "Ich glaube nicht, dass sie dabei an meine Abneigung gegen die Cardassianer gedacht hat." Kathryn hatte schon immer geglaubt, dass emotionale Verstrickungen das Urteilsvermögen beeinträchtigten.

"Was ist es dann?"

Er schüttelte den Kopf und erzählte eine Notlüge. "Wenn ich das nur wüsste. Die Frage ist, was ich jetzt tun soll."

"Was auch immer es ist, Chakotay, du weißt das ich hundertprozentig hinter dir stehe und die anderen auch", sagte B'Elanna mit Nachdruck.

Kläglich lächelnd streckte Chakotay seine Hand aus um ihr auf die Schulter zu klopfen. "Wir planen hier keine Meuterei. Ich werde sie nur dazu bringen müssen, darüber zu reden - so sehr sie mich auch dafür hassen wird." Er fuhr mit seiner Hand nach unten um Mirals Wange zu berühren. "Jedes Mal, wenn ich sie sehe, ist sie ein Stück gewachsen."

B'Elanna grummelte: "Du wechselst das Thema."

"Wir sind eine Familie, B'Elanna. Ich werde das nicht aufgeben. Jetzt wo sie mitten im Rettungsplan ist, gibt es nichts für mich zu tun. Wir können nur hoffen, dass sie die Leute mit denen sie es zu tun hat, nicht unterschätzt." Er meinte damit nicht nur die Cardassianer.

"Kim an Chakotay", unterbrach Harrys Stimme sie.

"Was ist, Harry?", erwiderte Chakotay.

"Es stimmt etwas nicht. Die Cardassianer haben gerade ihre Schilde aktiviert."

Chakotay warf B'Elanna einen erschrockenen Blick zu. "Ich denke, wir wissen, was das bedeutet. Geh mit Miral besser auf ein sicheres Deck", sagte er, während er schnell zur Brücke ging.

***

Sobald Kajarel sie ein Stück weit gebracht hatte, zerdrückte Janeway die kleine Phiole, die Tuvok ihr heimlich in die Hand gedrückt hatte. Es war keiner sonst in der Nähe und so drehte sie sich mit katzenartigen Reflexen um, um sie in das Gesicht des Cardassianers zu drücken. Die Phiole beinhaltete eine chemische Substanz, die Jakats ersten Offizier zum würgen brachte und seinen Blick vernebelte. Als Kajarel versuchte auf Janeways Attacke zu reagieren, nahm sie schnell seine Waffe, wich einige Schritte zurück und zielte auf ihn.

"Versuchen Sie nicht einmal zu atmen", drohte sie. Aber Glinn Kajarel hatte ohnehin genug Probleme damit. "Wenn Sie sich in die falsche Richtung bewegen, schieße ich. Sie wissen ja, ob dieses Ding auf Betäubung eingestellt ist oder nicht, also würde ich an Ihrer Stelle nichts riskieren."

"Wenn sie das tun, wird das ganze Schiff alarmiert", sagte Kajarel während er nach Luft schnappte.

Janeway hob die Schultern. "Sie wären trotzdem tot." Der Glinn schien sein Leben zu schätzen und schwieg. Mit der cardassianischen Waffe auf die Wand deutend sagte sie: "Öffnen sie das Paneel."

Zögernd behielt Kajarel den auf ihn gerichteten Phaser im Auge, aber er ging auf das Wandpaneel zu um zu tun, was Janeway wollte.

"Treten Sie jetzt zurück." Als Kajarel sich vorsichtig fort bewegte, griff Janeway mit einer Hand nach ihrem Trikorder. Sie scannte die Leitung und grinste dann. "Technologie aus der Zukunft ist doch manchmal sehr nützlich", sagte sie, "und Ihre Systeme sind ziemlich alt." Sie blickte weiterhin auf den Trikorder, mit dem sie die Umweltsysteme des Schiffes bediente.

Plötzlich glitzerten ihre Augen und sie drückte auf ihren Kommunikator. "Janeway an Paris.""Ich habe schon auf Sie gewartet, Captain", war die Antwort des Lieutenants.

"Ich habe ihre Position. Ich werde Ihnen die Koordinaten über die Komm-Verbindung schicken - halten Sie sich bereit um sie heraus zu beamen." Sie unterbrach die Audioverbindung zu Paris und bereitete sich darauf vor mit ihrem fortschrittlichen Trikorder den Kommunikator zu bedienen. Sie bemerkte nicht das Lächeln auf Kajarels Gesicht.

***

"Roter Alarm", rief Chakotay, als er auf die Brücke marschierte, "können Sie unsere Leute da heraus beamen?" Seine Frage war an Harry gerichtet."

"Nein, Sir, nicht wenn ihre Schilde oben sind." Harry trat unbehaglich von einem Fuß auf den anderen und sagte schließlich: "Commander, es gibt da etwas, was Sie wissen sollten..."

Der Commander unterbrach ihn mit seiner Hand. "Haben sie Seven lokalisiert?"

Harry wollte gar nicht wissen, woher er das wusste. Aus einem Reflex heraus antwortete er. "Tom hat die Koordinaten bekommen. Aber er konnte sie nicht heraus beamen - ihre Schilde haben ihn daran gehindert."

"Bitte frischen Sie meine Erinnerung auf, Fähnrich", sagte Chakotay mit einem dunklen Blick, "wo genau ist Mr Paris?"

"Uh, er ist mit dem Flyer draußen. Er versteckt sich hinter uns."

Chakotay nickte. "Natürlich tut er das. Sie sollten besser darauf antworten", sagte er und bezog sich auf das Piepen der Ops Konsole.

Kim errötete etwas, aber er schaffte es sich wieder zu fassen. "Wir werden von dem cardassianischen Schiff gerufen, Sir."

Seufzend sagte Chakotay: "Ich bin nicht wirklich in der Stimmung zu reden. Auf den Schirm."

Das Bild auf dem Schirm wechselte von der Außenansicht von dem Schiff der Galor Klasse zu einer internen Ansicht. Die Crew auf der Brücke der Voyager, mit Chakotay in der Mitte sah das Bild des Cardassianers Gul Jakat und ihres Sicherheitsoffiziers Lieutenant Commander Tuvok.

Bevor der Gul etwas sagen konnte, fragte Chakotay: "Wo ist Captain Janeway?"

"Sie wird bald hier sein", sagte Jakat mit einer Spur von Irritation, "Sie haben wirklich kein Benehmen, Commander, kein Wunder, dass Janeway Sie nicht hier haben wollte."

Die Augen des Commanders funkelten. Er wusste, dass es irrational war, aber er hatte den plötzlichen Wunsch sich auf den Schirm zu stürzen und dem Cardassianer sein Grinsen aus dem schuppigen Gesicht zu wischen.

"Es ist an der Zeit ernsthaft mit den Verhandlungen zu beginnen", fuhr Jakat fort. Er wandte sich an Tuvok, der grimmig neben ihm stand. "Was denken Sie, mein vulkanischer Freund?"

Anstatt dem Gul zu antworten, wandte sich Tuvok an Chakotay. "Versuchen sie nichts übereiltes, Commander. Es geht mehr vor, als sie wissen."

"Entschuldigen Sie, Tuvok, ich habe keine Zeit zu debattieren." Chakotay gab Kim ein Signal die Transmission zu unterbrechen. "Aktivieren sie die Schilde", befahl er, während er zielstrebig zur taktischen Station ging. "Jenkins, bereiten Sie sich auf Ausweichmanöver vor und Harry, ich möchte, dass sie Tom davon unterrichten, dass es da draußen stürmisch werden könnte."

Sowohl Kim als auch Jenkins, der Offizier am Steuer, sagten: "Aye, Sir."

Ayala verließ nach einem Blick von Chakotay seine Station. Ohne Vorwarnung machte Chakotay die mächtigen Waffen der Voyager bereit und feuerte auf die Cardassianer.

***

"Paris, haben Sie sie?" fragte Janeway über die Komm- Verbindung. Sie drückte noch einmal den Kommunikator, als sie keine Antwort bekam. "Paris? Tom sind Sie da?" Sie sah zu dem grinsenden Glinn Kajarel hinüber.

"Es scheint, als könnte Ihre Technologie nichts gegen unsere alte tun." Er stürzte sich auf sie.

Janeways Reflexe übernahmen und sie zielte mit dem Phaser auf den Cardassianer. Er war sehr nah, als sie feuerte.

Es ging etwas schief. Die Phaserenergie traf nicht wie gewollt den Cardassianer, sondern entlud sich über die disfunktionale Waffe, bis sie Janeways Hand traf. Zurückschreckend ließ Janeway mit einem Schmerzenslaut die Waffe fallen. Im nächsten Moment stieß der Cardassianer sie zu Boden.

Janeway schrie auf, als sein Gewicht ihre Brust zusammendrückte. Mit Leichtigkeit hielt er sie am Boden fest. Unerwartet bebte das Schiff unter ihnen. Die Gelegenheit nutzend begann Janeway sich aus dem Griff des Cardassianers zu befreien, aber er war schnell genug um ihre Handgelenke zu fassen. Schwerfällig aufstehend zerrte er sie mit sich.

Das Schiff schüttelte sich wieder und sie fielen beide fast wieder auf den Boden, aber Kajarel schaffte es sie weiterhin festzuhalten. Er zerrte sie durch die Korridore, aber dieses mal zur Hauptbrücke des Schiffes.

"Was zur Hölle geht hier vor, Jakat?" fauchte Janeway ihn an, als Kajarel sie auf die cardassianische Brücke zog. Eine Hand lag um ihre Hüfte, die andere hatte er wie einen Schraubstock in ihrem Haar und zog ihren Kopf zurück.

"Ich sehe, Sie haben sich von ihrer Krankheit erholt, Captain. Wollen Sie sich nicht setzen?" Jakat deutete spöttisch auf seinen Sessel, neben dem Tuvok mit gefesselten Händen stand.

Janeway schüttelte sich vor unterdrückter Wut. "Welche Art von Spiel spielen Sie?"

Mit der Zunge schnalzend, sagte Jakat: "Ich bin hier der Unschuldige - es ist ihr Abzugsfreudiger Commander, der sich entschlossen hat ohne Provokation unsererseits auf uns zu schießen. Ich habe keine andere Wahl, als mein Schiff zu verteidigen."

"Das hört sich nicht im geringsten, nach meinem ersten Offizier an. Sie haben ihn gereizt. Ich sollte Sie warnen, dass ihr Schiff nicht im geringsten der Voyager ebenbürtig ist. Sie werden diesen Kampf verlieren."

Jakat richtete seinen tödlichen Blick auf sie. "Wenn das der Fall sein würde, würden Sie ebenfalls verlieren, Captain. Wir werden beide mit diesem Schiff untergehen, wenn es sein muss."

Janeways Augen verhärteten sich. "Verlassen Sie sich nicht darauf, Jakat. Mein erster Offizier ist sehr einfallsreich."

"Genauso wie ich, Captain. Ich muss es sogar sein."

***

Harrys Nachricht erreichte Tom Paris gerade rechtzeitig im Delta Flyer. Mit scharfen Reflexen zog Tom den Flyer zurück, als die Voyager sank um dem Feuer des cardassianischen Schiffes zu entgehen. Wenn er sich weiterhin im Schatten der Voyager aufhalten würde, standen die Chancen gut, dass die Cardies überhaupt nicht bemerken würden, dass er da war. Tom hatte schon immer Überraschungsmomente in einem Weltraumkampf gemocht.

Tom bemerkt, dass die Voyager gut selbst zurecht kam. Die Schilde des anderen Schiffes würden nicht mehr lange halten, aber Tom ging nicht davon aus, dass der Commander das cardassianische Schiff sofort zerstören wollte.

"Harry", rief Tom seinem Freund über die Komm-Verbindung zu, "sag Chakotay, dass er den Hauptschildgenerator ausschalten soll. Ich werde hinein fliegen und Janeway, Tuvok und Seven da herausholen, bevor sie zu den Notfallgeräten umschalten können."

Nach einem Augenblick, antwortete Harry: "Er sagt, dass es das ist, worauf er zielt."

"Er hätte mich fast getäuscht", witzelte Tom.

Plötzlich wurde der Flyer von einem von hinten kommenden Phaserfeuer durchgeschüttelt. Schockiert beobachtete Tom, wie der Energiestrahl gerade so backbord an ihm vorbeiging und die Voyager traf. Tom erkannte, dass sie so mit den Vorderschilden beschäftigt gewesen waren, dass sie vergessen hatten, die Rückschilde zu verstärken.

"Was zur Hölle...?" murmelte er, als ein weiterer Strahl an ihm vorbeiging und das Heck der Voyager traf. Sich schnell von der Voyager entfernend, drehte Tom den Flyer um zu sehen, wer da schoss. "Harry, ihr habt ein weiteres Schiff der Galor Klasse hinter euch. Sie sind gerade aus dem Warp gekommen! Ich versuche ein Teil ihres Feuers auf mich zu ziehen."

"Ich möchte keine Heldentaten, Paris." Das war Chakotay über die Komm- Verbindung.

"Retten sie Ihren eigenen Hintern, Chakotay, ich komme schon alleine zurecht." Aber Tom war sich da nicht so sicher, als er auf den Neuankömmling herabblickte.

***

"Unsere Schilde sind bei 43%, Sir. Sie werden unter dem Phaserfeuer von zwei Schiffen nicht mehr lange halten", berichtete Ayala Chakotay, der sich wieder ins Zentrum der Brücke begeben hatte und den Lieutenant die Arbeit an der taktischen Station machen ließ.

"Das andere Schiff versucht unsere Schilde zu durchdringen um unsere primären Phaser Kopplungen auszuschalten. Tom tut sein bestes um sie abzulenken, aber wenn sie sich auf ihn konzentrieren, wird er keine Chance haben", fügte Harry hinzu.

Während er alle Informationen verarbeitete, drückte er auf seinen Kommunikator. "Maschinenraum", befahl er, "können wir die Borg Schilde aktivieren?"

"Entschuldigen Sie, Sir, ich bin mir nicht sicher, was Sie meinen", sagte Fähnrich Vorik mit ruhiger Stimme aus dem Maschinenraum.

"Die neue Bewaffnung, Vorik! Wir werden etwas zwischen den Cardassianern und unserer drohenden Zerstörung brauchen, sobald unsere normalen Schilde ausfallen." Chakotay ging unruhig auf dem Deck auf und ab.

"Wir konnten diese Schutzhülle noch nicht wiederherstellen, Sir", war Voriks Antwort.

"Das ist nicht das, was ich hören will", grummelte Chakotay, "holen Sie Sicoletti, ich möchte mir ihr sprechen."

"Sie ist zu sehr damit beschäftigt die Extraenergie in die Schildgeneratoren zu leiten und kann jetzt nicht mit Ihnen sprechen, Sir."

Harry sah den Blick von Chakotay nach diesen Worten und plötzlich war er froh, dass er nicht an Voriks Stelle war, auch wenn der Vulkanier den Blick nicht völlig verstehen würde.

Bevor der Commander Gelegenheit hatte etwas zu erwidern, kam eine andere Stimme über das Komm-System. "Es ist okay, Chakotay, ich bin jetzt hier. Es sollte möglich sein die normalen Schilde in einigen Minuten zu verstärken und ich soll verdammt sein, wenn ich die anderen Schilde nicht online bekomme."

Das hörte sich nicht nach Susan Sicoletti an. "B'Elanna! Ich dachte, ich hätte Ihnen gesagt, dass sie mit Miral auf ein sichereres Deck gehen sollen. Bei meinem letzten Check war das noch nicht der Maschinenraum.

"Sie ist in Sicherheit. Ich habe sie beim Doktor in der Krankenstation gelassen. Und jetzt habe ich zu arbeiten." B'Elanna beendete die Verbindung.

"Okay, Jenkins weichen Sie weiterhin dem Feuer des ersten Schiffes aus. Hoffen wir, dass Tom das zweite ablenken kann, bis B'Elanna ihre Magie wirken lässt.

Harry behielt den Flyer im Auge. "Commander, er hat auf jeden Fall ihre Aufmerksamkeit; er bereitet sich darauf vor sie zu rammen."

"Was?", explodierte Chakotay, "das wird uns auch nicht helfen. Paris? Was glauben Sie, was sie da tun?"

"Er ignoriert uns", sagte Harry.

"Schalten sie es auf den Schirm", befahl Chakotay.

Sie sahen beide zu wie der Delta Flyer, eigentlich eine kleine Störung für das zweite cardassianische Schiff, entschlossen auf es zuraste. "Er zielt auf die primären Energie Kopplungen", kommentierte Harry, "es ist keine Selbstmordaktion - er will sie nur zurückdrängen."

"Er wird aber umgebracht, wenn sie ihn zerschießen."

Ohne Vorwarnung ging das zweite Schiff in einem Feuerball auf. Der Flyer wurde von der Schockwelle zurückgeworfen und schnell verteilten sich Reststücke der Explosion um das Zentrum des lodernden Wracks. Der Ring von Trümmern breitete sich aus und traf auf ihre Schilde.

"Schildintegrität bei 27%... Sie halten", meldete Ayala.

"Tom", keuchte Harry, "was war das für ein Schuss?"

Die Antwort des Lieutenant war unsicher. "Ich wünschte, dass das auf mein Konto gegangen wäre. Sie müssen eine interne Fehlfunktion oder so etwas gehabt haben - das war mit Sicherheit nicht ich."

Jenkins drehte sich von ihrer Position am Steuer um. "Sir, das erste Schiff hat das Feuer eingestellt."

"Dann los", befahl Chakotay, "Paris, bereiten Sie sich darauf vor unsere Leute da herauszuholen. Harry, ich möchte, dass die Phaser feuern, was sie herzugeben haben - werden wir den Rest ihrer Schilde los. Schalten Sie sie wieder auf den Schirm."

Harry leitete Energie in die Phaserbänke, während Ayala zielte.

"Feuer!"

***

"Unsere Schilde sind ausgefallen, Sir", meldete ein cardassianischer Crewman ihrem Captain.

Jakat wirbelte herum um sie anzusehen. "Was ist gerade passiert? Ich dachte, dass wir im Vorteil wären."

"Ich bin mir nicht sicher, Sir. Unser anderes Schiff ist zerstört worden."

Er drehte sich zu Janeway, die sich das ganze von der cardassianischen Brücke aus angesehen hatte, und sagte: "Ihr Schiff ist nicht in der Lage das zu tun, Captain."

Janeway hob eine Augenbraue und merkte beiläufig an: "Es war ein Vergnügen Sie kennen zulernen, Jakat. Ich hoffe, dass..." Sie wurde unterbrochen, als das blaue Licht eines Transporters der Förderation sie und ihren vulkanischen Offizier umschloss.

"Wo ist die Borg Drohne?" fragte Jakat wütend.

Glinn Kajarel stieg zu einer Konsole um auf den Schiffscomputer zuzugreifen. "Sie haben sie ebenfalls mitgenommen, Sir", sagte er ängstlich.

Jakat presste seine Lippen aufeinander, als ihm klar wurde, dass er versagt hatte, aber er würde sich keine Vorwürfe für seine Gier machen, die ihn dazu veranlasst hatte nicht nur die Drohne, sondern auch die Voyager zu bekommen. "Es ist Zeit zum Rückzug."

"Sir, ein Schiff enttarnt sich über uns."

Ein nur allzu bekanntes Gefühl fuhr durch den cardassianischen Gul. Angst war nicht etwas, was Cardassianer gerne zugaben, aber das enttarnte Schiff, glatt und schwarz, würde selbst einen Klingonen das Fürchten lehren. "Fliegen sie uns hier heraus! Sofort! Lassen wir die Voyager damit fertig werden!"

"Es ist zu spät, Sir. Sie haben bereits einen Torpedo abgeschossen..."

***

Die verblüffte Brückencrew der Voyager sah zu wie das enttarnte Schiff einen roten Energieball auf das übriggebliebenen cardassianische Schiff schoss. Jakats Schiff absorbierte den Ball und explodierte dann genauso wie das andere Schiff. Zurück blieben Feuer und Trümmer.

Chakotay hielt nicht inne um den Anblick zu genießen. "Paris?"

"Ich habe sie, Commander. Ich bringe uns jetzt rein, aber wir sollten Seven in die Krankenstation beamen - sie ist in keiner guten Verfassung."

"Tun Sie es", befahl Chakotay und wandte sich an Harry, "rufen Sie das andere Schiff und senden Sie ihnen unseren Dank."

Harry nickte, während er an seiner Konsole arbeitete. Nach einem Augenblick sagte er: "Ich bekomme keine Antwort. Um genau zu sein können unsere Scanner keine Daten von dem Schiff bekommen - keine Lebenszeichen, keine Energiesignatur - nichts!"

"Aber wir können sie sehen?"

"Nur weil sie es so wollen, Commander. Sie waren vorher getarnt - und waren so in der Lage auf die Cardassianer zu feuern."

Chakotay betrachtete das Schiff auf dem Schirm - es sah aus wie ein Loch in der Sternenlandschaft. "Wenn sie in uns eine Bedrohung sehen würden, hätten sie mit uns dasselbe gemacht, wie mit den Cardassianern. Versuchen Sie weiterhin sie auf allen Frequenzen zu rufen. Ich bin in der Shuttlerampe. Sie haben die Brücke, Fähnrich."

Bevor Harry protestieren konnte, hatte Chakotay die Brücke verlassen.

***

Vor Sevens Augen war alles verschwommen, aber dann wurde ihre visuelle Wahrnehmung klar und sie sah die hellen Wände der Krankenstation. Sie empfand einen dumpfen aber erträglichen Schmerz an ihrem Hinterkopf und ihre Gliedmaßen schienen in einer zähflüssigen Flüssigkeit zu liegen. Sie versuchte ihre Verwirrung loszuwerden und ihren Körper dazu zu zwingen sich zu bewegen.

Eine Hand drückte sie sanft an der Schulter nach unten. "Legen Sie sich sofort wieder hin. Sie haben einige Torturen hinter sich."

Sie wollte sich nicht wieder hinlegen. Sie wollte sich frei bewegen und sich kontrollieren können. "Ich bin unbeschädigt, lassen Sie mich gehen."

Das Gesicht des MHN der Voyager bewegte sich in ihr Blickfeld. "Ganz im Gegenteil, Seven, Sie haben einige Prellungen und ich muss mich um den Schlag an ihren Kopf kümmern. Ich werde Sie nicht so bald aus den Augen lassen - oder auch für immer, falls sie weiterhin darauf bestehen, sich von fremden Leuten stehlen zu lassen."Er ging zu seinem fahrbaren Tisch und nahm den Hautregenerator. "Beginnen wir mit diesem schlimmen Schnitt auf Ihrer Wange, oder?"

Seven zuckte zusammen, als er das Gerät in die Nähe ihres Gesichts hielt. Der Doktor lehnte sich überrascht zurück und sah ihrem Blick an, dass sie etwas verfolgte. "Doktor, ich möchte, dass Sie mir die Sicherheitseinheit wieder in meinen Mikroschaltkreis einbauen."

Seufzend sagte der Doktor: "Die Prozedur ist nicht rückgängig zu machen, Seven."

"Sie müssen es tun! Ich kann so nicht funktionieren." Sevens Gesicht verzog sich, als sie versuchte ihre Angst zu verstecken.

Der Doktor fühlte Schuld und Schmerzen für sie und legte seine Hand zögernd auf ihre Schulter. "Was haben sie Ihnen angetan?"

Durch ihren schnellen Atem zeigte Seven, dass sie sich quälte. "Ich habe Angst...", flüsterte sie.

"Sie können Ihnen nichts mehr tun, Seven. Sie wurden zerstört."

Sie sah ihn hart an. "Das ist gut", sagte sie.

Trotz all der Anspannung, die in letzter Zeit zwischen ihnen geherrscht hatte und die er größtenteils selbst verursacht hatte, wusste der Doktor, dass er ihr alles vergeben konnte, sogar die Tatsache, dass sie seine Gefühle nicht erwiderte. Da war trotzdem etwas, weswegen er sie beschützen und trösten wollte. Er zog sie in eine mitleidvolle Umarmung, aber sie reagierte nicht auf seine Arme um ihre Schultern. In Gedanken hörte sie das Tropfen.

***

Chakotay wartete während der Druckanpassung vor der Shuttlerampe. Der Delta Flyer war gerade angekommen und er konnte es nicht erwarten mit seinen Captain zu sprechen. Ein Sturm braute sich unter seine Brauen zusammen. Sobald die Türen sich öffneten, marschierte er in die Shuttlerampe. Er ging auf den Flyer zu, als die Rampe des Shuttles sich öffnete.

Der erste, der ausstieg, war Tuvok glattgebügelt wie immer. Der vulkanische Sicherheitsoffizier sah den Gesichtsausdruck des Commanders und ging zur Seite.

Tom folgte Tuvok; durch ihn pumpte das Adrenalin. Ein Blick auf Chakotay stoppte jeglichen Kommentar, den er machen wollte und statt dessen sah er zu Tuvok und nickte in Richtung Ausgang. "Ich denke unsere Frauen fragen sich, was wir gemacht haben. Vielleicht sollten wir sie wissen lassen, dass wir in Ordnung sind."

Tuvok hob eine Augenbraue. "Ich stimme Ihnen zu, Mr Paris. Die Vaterschaft hat sie weise gemacht." Die beiden verschwanden schnell aus der Shuttlerampe, wobei sie von Chakotay fast nicht wahrgenommen wurden.

Nach einem Augenblick erschien Janeway. Sie wusste, dass er auf sie gewartet hatte und sie wusste, dass er wütend sein würde. Sie stieg zum Boden hinunter und sah zu ihm auf. Sie hatte keine Angst ihm unter die Augen zu treten - zumindest redete sie sich das ein. Sie war der Captain. Aber sie wusste bereits, dass es keine Möglichkeit gab ihre Handlungen ihm gegenüber zu rechtfertigen.

Die Zeit ging in ihrem Teil des Universums weiter, aber keiner von ihnen bewegte sich oder sprach.

Chakotay war der erste, der den Kopf abwandte. "Ich möchte nie wieder in dieselbe Situation gebracht werden. Sie hatten kein Recht das zu tun, Kathryn."

Janeways Gesicht wurde hart. "Ich hatte meine Gründe, Commander. Ich bin nicht über jeden Tadel erhaben, aber ich hoffe, dass ich immer noch Ihren Respekt habe."

"Wenn wir von Respekt sprechen, würde ich sagen, dass Sie den verspielt haben, als Sie ihr Vertrauen in mich verloren haben", sagte er bitter, "ich musste auf die Brücke gehen und die Verantwortung in einer Situation übernehmen, über die Harry besser informiert war als ich. Es war nicht nur erniedrigend, sondern es hat auch unsere Crew in Gefahr gebracht hat."

Ihre Stimme leise haltend, grummelte Janeway: "Und was hätten Sie getan, wenn sie von Sevens Entführung gewusst hätten? Wären Sie weggelaufen um sie wie ein fehlgeleiteter Held zu retten? Sie hätten Ihr eigenes Leben und ihres riskiert und hätten dabei die Voyager kompromittiert."

Chakotay schüttelte den Kopf. "Ich kann es nicht glauben, Kathryn. Das ist genau das, was Sie getan haben und jetzt werfen Sie mir vor..." Er sah sie verzweifelt an. "Ich weiß nicht einmal genau, was Sie mir vorwerfen."

Janeway spielte mit ihren Händen, während sie auf den Boden blickte. Sie biss sich auf die Zunge um nicht das zu sagen, was sie sagen wollte.

"Sie vertrauen mir nicht mehr", sagte er, "wir können kein effektives Führungsteam sein, wenn Sie mir nicht vertrauen. Ich kann so nicht meine Arbeit machen."

"Ich weiß, was sie für die Cardassianer empfinden", sagte Kathryn ruhig.

Er sah sie genau an. "Das hat eigentlich gar nichts damit zu tun, nicht wahr?"

Bevor Janeway antworten konnte, unterbrach Harrys Stimme sie. "Captain, Commander, Sie sollten besser zur Brücke kommen, wir erhalten eine Nachricht von dem fremden Schiff."

"Wir sind auf dem Weg, Harry", erwiderte Janeway. Sie ging an ihrem ersten Offizier vorbei zur Tür. Bevor sie sie erreichte, warf sie ihm einen fragenden Blick zu. "Kommen sie nicht mit mir?"

"Doch." Er nickte und schloss sich ihr an, aber es war kein Versprechen in seiner Stimme.

***

Janeway spazierte mit Chakotay dicht hinter sich auf die Brücke. Tuvok war bereits dort und hatte die taktische Station übernommen. Paris saß gemütlich am Steuer. Der Schirm vor ihnen zeigte ein Bild von ihren Rettern. Janeway nahm das elegante Design des Schiffes wahr - es war kleiner als die Voyager, kompakter; seine Hülle wahr nahtlos schwarz.Sie drehte sich zu Harry an der Ops. "Was wollen sie?"

"Ich bin mir nicht sicher, Captain", sagte Harry, "sie haben eine codierte Nachricht geschickt, aber ich werde nicht schlau aus ihr."

"Haben Sie versucht sie zu rufen?"

Harry nickte. Seine Versuche, das fremde Schiff zu rufen waren frustrierend gewesen. "Auf jeder erdenklichen Frequenz, sogar auf welchen, die ich nicht verstehe."

Janeway drehte sich wieder zum Schirm. Genau in diesem Moment wechselte das Bild von dem dunklen Schiff zu einem außerirdischen Gesicht."

"Das war nicht ich..." erklärte Harry, aber seine Stimme wurde immer leiser, als er auf den Schirm sah.

Ein ungewollter Schauer lief Janeways Rücken hinunter, als der Außerirdische auf dem Schirm sie ins Visier nahm. Seine Haut war grob und blau und da waren scharfe weiße Hörner die aus seinem Kopf herausstanden, als sei er ein altertümlicher Teufel. Die Augen, die sie ansahen, waren nicht mit menschlichen zu vergleichen: Schwarze Löcher mit gelben Spalten. Es war als würden sie sie verschlingen wollen.

Die Brückencrew war still; alle entsetzt über das Aussehen des Außerirdischen.

Dann sprach die Kreatur. Die hohlen Töne wurden irgendwie für sie übersetzt.

"Wir sind Sernaix, Verteidiger dieses Reiches."



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Beta-Leser: KateF & NiekeWing (engl.), Nenya (dt.)
Produzenten: Thinkey, Anne Rose und Coral
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