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Drabblesque

von Amaineko
Kurzbeschreibung
DrabbleAllgemein / P12 / Gen
James "Krone" Potter Lily Potter Lucius Malfoy Narzissa Malfoy Percy Weasley Theodore Nott
01.07.2016
06.11.2017
17
6.490
7
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
06.03.2017 524
 
Wichteln: „Winter-Drabbles 3“ von Nairalin

Vorgaben:
Drabbleform: 333 oder 456
Max. erwünschtes Rating: P18
Fandom: Harry Potter, The 100, Pretty Little Liars, The Royals, Chroniken der Unterwelt, Edelsteintrilogie
Sonstiges: Also bei Harry Potter würde ich gerne über die Malfoys lesen.

Liebe Mrs DiLaurentis,
viel Spaß beim Lesen dieses "kleinen" Drabbles, hoffentlich konnte ich dir damit eine Freude machen!
Liebe Grüße, Amaineko

*

Adieu

Leg‘ dich nicht in den Schnee, hatte Lucius‘ Vater früher immer gesagt. Du verschwindest darin. Ein Malfoy hat gesehen zu werden.
Doch Vater weilte nicht mehr in dieser Welt. Vor einer Woche hatte Abraxas Malfoy das Zeitliche gesegnet, ironischerweise mitten im Winter, als ein gewaltiger Schneesturm Malfoy Manor in seinem Bann gehalten und währenddessen sein Herz zu schlagen aufgehört hatte. Abraxas hatte noch am Abend zuvor darauf bestanden, während seiner Lektüre unter keinen Umständen gestört werden zu wollen und so wurde sein Ableben erst bemerkt, als er am nächsten Morgen nicht zum Frühstück erschienen war. Ein sofort herbeigerufener Heiler der Sankt Mungos hatte nur noch seinen Tod feststellen können.

Lucius konnte nicht von sich behaupten, groß um seinen Vater getrauert zu haben, auch wenn er sich dafür ein wenig schämte. In erster Linie war Abraxas sein Lehrmeister gewesen. Unter seiner Aufsicht hatte Lucius gelernt, sich wie ein Aristokrat zu benehmen. Unserem Stand angemessen, hatte Vater immer gesagt. Und Vater hatte allen Grund gehabt, stolz auf ihn zu sein. Schon in Hogwarts, diesem verweichlichten Internat, hatte er den Namen Malfoy hochgehalten und für seinen Vater mit schulischen Leistungen geglänzt. Lobeshymnen hatte er dafür freilich in den seltensten Fällen erhalten.
Lucius warf einen kurzen Blick neben sich. Narzissa hatte die Hände in ihrem Schoß gefaltet und sah so edel aus wie an dem Tag, an dem sein Vater ihre Verlobung bekanntgegeben hatte. Als wäre sie für ihn geschaffen worden. Als würde auch sie, obwohl sie der nicht minder angesehenen Familie Black entstammte, seit ihrer Geburt den Namen Malfoy tragen. Auch Narzissa würde im Schnee verschwinden…  
Vorsichtig, um sie nicht zu erschrecken, griff er nach Narzissas Hand. Er spürte den diamantenen Verlobungsring unter seinen Fingern, ein Erbstück seines Vaters. Abraxas‘ Blut würde in ihren Nachkommen weiterfließen. Ein beruhigender Gedanke.
„Kommst du mit?“
Narzissa sah ihn für einen Moment irritiert an, erhob sich dann jedoch anmutig und folgte ihm.
„Wir sollten weiter der Trauerfeier beiwohnen. Die Gäste werden sonst misstrauisch.“
„Ich weiß“, sagte Lucius beflissen. „Aber ich möchte etwas ausprobieren.“
Sie gingen noch ein paar Schritte weiter, schritten Spuren in den unberührten Schnee, der protestierend unter ihren Füßen knirschte, und blieben schließlich außerhalb der Sichtweite der zahlreichen Gäste stehen.
„Was hast du vor, Lucius?“, fragte sie erneut, inzwischen mit einer Spur Ungeduld.
Lucius antwortete nicht. Stattdessen legte er sich, unter den erstaunten Blicken Narzissas, mit dem Rücken in den Schnee, breitete die Arme aus und ließ die langsam einsetzenden Schneeflocken auf sich herabrieseln.
Ein letztes Mal verschwinden…
Zu seiner großen Überraschung gesellte Narzissa sich kurze Zeit später zu ihm und nahm seine Hand.
„Die verschwundenen Malfoys. Wie mysteriös.“ Sie kicherte leise. Feine Schneeflocken legten sich auf ihre bleichen Wangen. Sie war perfekt. Gemeinsam waren sie perfekt.
Perfekt im puderweißen Schnee.
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