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Oh Adelsmann

SongficFreundschaft, Schmerz/Trost / P6
Arthur Dagonet Galahad Gawain Lancelot Tristan
27.06.2016
27.06.2016
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Das Lied, oh Adelsmann ist von der Mittelalterband Versengold. Ich habe es mir nur geliehen. Ich kann nur jedem diese Band empfehlen sie ist wirklich toll. Ich hoffe Euch gefällt meine erste Songfic, ich habe soetwas noch nie geschrieben. Ich fand allerdings das dieses Lied, wie Arsch auf Eimer passt.



Voller Wut trat Galahad gegen den Holzeimer der seinen Weg kreuzte. Wie bei allen Göttern, konnte Arthur das von ihnen verlangen! In ihm tobte ein Sturm, wie wohl in jedem von ihnen. Dagonet hatte es ruhig aufgenommen, dass wunderte den Braunhaarigen immer noch. Wie konnte er so ruhig bleiben, während alle Anderen vor Wut schäumten. Gut, Dagonet war schon immer ein sehr ruhiger Mensch und ein Buch mit sieben Siegeln. Der Bogenschütze bemerkte wie Lancelot, wütend in den Stall marschierte, wohl um mit ihrem Anführer zu sprechen. Es war zwecklos, es war ja nicht Arthurs Schuld, da war sich Galahad sicher, es war dieser verdammte Bischof. Hätte er ihn doch erschlagen, dann wäre er in und dessen Spielchen los.


Tristan schloss zu ihm auf, legte ihm eine Hand auf die Schulter und drückte diese leicht. Galahad wandte sein Gesicht zu ihm, er sah in Tristans Augen, Wut, Traurigkeit, Angst und trotzdem Zuversicht. Bors würde wohl gerade mit Vanora streiten, anschließend einen Krug Wein nehmen und Dagonet zusammenbrüllen. Er wusste ja das die ganze Wut und Enttäuschung, ihnen allen nichts brachte, trotzdem fühlte man sich damit besser. Der Braunhaarige fuhr aus seinen Gedanken, als er ein Zungenschnalzen von dem Späher vernahm, sein Blick wanderte zu ihm und Tristan nickte hoch zum Hadrianswall. Dort stand Gawain, wehmütig sah er auf die Weiten der grünen Wiesen. Die langen blonden Haare peitschten im Wind, der Oberkörper war nackt, allerdings dampfte die Haut des Sarmaten. Auch Gawain war wütend, doch er zeigte es anders als Galahad. Meist schwieg er.



So seht, der Bauer sät die Saat des nahen Krieges aus
Kein Korn wächst dieses Jahr fürwahr zur Erntezeit daraus
Die Ernte wird gar andrer Arten eingeholt zu dieser Zeit
Statt golden Weizen steht ein Feld, ein Schlachtenfeld bereit



Gawain sang, dies tat er sehr selten, allerdings besser als jeder Andere. Er wirkte traurig und niedergeschlagen, das hörte man deutlich in seiner Stimme. Der Wind trug seine Wehklage weit und klar in das Kastell, Tristan und Galahad traten näher zu ihm, doch betraten sie den Hadrianswall nicht. Sie wollten Gawain nicht stören, nur seinem seltenen und schönen Lied lauschen.



Und seht die Mühle, stark im Wind, dreht fleißig Rund um Rund
Sie gibt mit ihrem steten Knarren schwere Arbeit kund
Der Müller will die große Schuld an seinen Herren zahlen
Doch wird statt feiner Feldesgaben lang schon Streit gemahlen



Sofort schossen Galahad die Streitigkeiten zwischen Arthur und Lancelot ein. War das Lied über sie? Über ihre Empfindungen? Die beiden bemerkten wie der große Dagonet zu ihnen trat. Den Kopf gesenkt, er empfand es nicht würdig, Gawain in seiner Traurigkeit auch noch anzustarren. Der große Ritter wusste das Gawain hin und wieder Lieder dichtete, allerdings waren diese froher Natur.



Oh Adelsmann, bedenke doch, wer dir einst all die Steine haute
Wer dir deine Mauern baute, dieser Feste dich umhüllt
Oh Adelsmann, bedenke doch, wer dir tagein das Mahle macht
Wer dir das Bett wärmt jede Nacht, den Becher dir mit Weine füllt
Oh Adelsmann, welch Narr du bist, wenn du glaubst, deine Hand sie hält
Die Zügel dieser großen und von Not geplagten Welt
Oh Adelsmann, ein Narr du bist, wenn du des Volkes Macht vergisst



Die Sarmaten waren mittlerweile vollständig vor dem Hadrianswall, auf etwas Abstand da stand Arthur. Sein Herz wurde von einer eisigen Hand ergriffen. Gawain klagte ihn an, er konnte es ihm nicht vorwerfen. Artorius wusste, dass seine Männer enttäuscht und traurig waren, doch sie wussten auch das er nur Befehle befolgte. Er kannte jeden seiner Ritter, für ihn waren sie Brüder. Gawain nun dort oben zu sehen, wie der Wind an ihm rüttelte und sein trauriger Gesang, über die weiten Ebenen getragen wurde, machte ihm zu schaffen. Doch er sagte kein Wort, es wäre Ketzerei.



So seht und hört den Schmiedeklang, der dröhnt nun Tag und Nacht
Der Schmied, er hat gar wochenlang sich um den Schlaf gebracht
Doch in der Esse nicht nur Erz, nein, auch sein Zorn dort siedet
Nebst Schwertern er hat gut versteckt auch Ränke dort geschmiedet



Bors sah zu Dagonet, ihn ergriff dieses Lied. Es tat ihm weh und gleichzeitig so unendlich gut. Gawain drückte in schönen Worten, Klängen und Tönen aus wie sie sich fühlten. Was Arthur vergaß, dass nicht sein Rom ihm schon oft das Leben rettete, sondern das gemeine Volk, seine Ritter. Die nichteinmal zu den Römern gehörten. Bors hatte aufgehört zu zählen, wie oft er ihren Anführer vor dem sicheren Tod bewahrt hatte. Es war ihm auch nicht wichtig, für ihn war es selbstverständlich. Doch er hatte sich ein bisschen mehr Glück für sich und seine Freunde gewünscht. Vanora lehnte sich an ihn und sah verzaubert zu dem Langhaarigen hoch.



Und seht, die dralle Weberin ist fleißiger denn je
Sie dreht das Rad sodenn geschwind und ohne Klag und Weh
Auch wenn seit langer Weile schon das Blut ihr von den Fingern rinnt
Sie voll Inbrunst und Genuss die Fäden der Intrige spinnt



Tristan musste leicht lächeln, er sah auf seine geschundenen Finger, die durch das ständige Spannen des Bogens aufgeschlitzt, blutig und wund waren. Erst jetzt bemerkte der Späher, das sie ihn schmerzten. Er war schmerzunempfindlich geworden, doch niemals an den Händen, was war er ohne sie? Was war er ohne seine Waffenbrüder? Er wäre tot, soviel war sicher. Seine Augen folgten seinem Falken der krächzend neben Gawain landete.



Oh Adelsmann, bedenke doch, wer dir einst all die Steine haute
Wer dir deine Mauern baute, dieser Feste dich umhüllt
Oh Adelsmann, bedenke doch, wer dir tagein das Mahle macht
Wer dir das Bett wärmt jede Nacht, den Becher dir mit Weine füllt
Oh Adelsmann, welch Narr du bist, wenn du glaubst, deine Hand sie hält
Die Zügel dieser großen und von Not geplagten Welt
Oh Adelsmann, ein Narr du bist, wenn du des Volkes Macht vergisst



Lancelot drehte den Kopf, bis er Arthurs Blick erwidern konnte. Er war immer noch fuchsteufelswild. Diese Wehklage, könnte auch die seinige sein. Allerdings würden dann selbst die Sachsen davonlaufen, seine Gesangsstimme war mehr als katastrophal. Gawains Stimme, war warm, leicht und trotzdem kraftvoll, Lancelot bewunderte ihn dafür. Der blonde Hüne, war eigentlich dafür bekannt, dass er nicht leicht aus der Haut fuhr. Das tat er auch jetzt nicht, doch man merkte seinen Zorn in jedem Wort und Lancelot gab ihm Recht.



So seht, die Knechtschaft eifert hart, um Hohen zu gefallen
Die merken eitel nicht mal mehr, was herrscht in ihren Hallen
Was vor sich geht, wenn kleine Meuten flüsternd über Plänen brüten
Und ganz unverhohlen so manch dunkles Wissen hüten



Gawain wandte sich um, er hatte die Blicke und die Anwesenheit seiner Freunde und Waffenbrüder gespürt. Sie sahen ihn ergriffen an, wandten den Blick nicht ab. Selbst Dagonet sah ihn erstarrt an. Die lange blonde Löwenmähne, wurde durch die Luft gewirbelt, wie todbringende Peitschen. Seine blauen Augen, waren so kalt wie das Eis eines Gebirgsgletschers, trotzdem stand er entspannt auf dem Hadrianswall.



Und seht, die Mägde streiten wer sich heut zum Herren legt
Und keiner weiß, daß jede hier ein Messer unter'm Kleide trägt
Auch in der Küche hinterm Salz ist gut manch andres Kraut versteckt
Kein Adelsmann sollt wundern sich, wenn bald das Mahle bitter schmeckt



Galahad grinste in eisiger Bitterkeit. Er wusste von Gawain das Arthur sich, lange Zeit einen Sarmaten als Bettgefährten genommen hatte. Er war aus dem selben Stamm wie der Blonde gewesen. Rochel war ein ruhiger, bestimmter und freundlicher Zeitgenosse gewesen. Vor ein paar Monaten war er gefallen, alle waren sie sehr betrübt gewesen. Es hatte einige Zeit gedauert, bis sie die Trauer über den Bogenschützen überwunden hatten. Erneut flammte die Wut in seinen Knochen auf.



Oh Adelsmann, bedenke doch, wer dir einst all die Steine haute
Wer dir deine Mauern baute, dieser Feste dich umhüllt
Oh Adelsmann, bedenke doch, wer dir tagein das Mahle macht
Wer dir das Bett wärmt jede Nacht, den Becher dir mit Weine füllt
Oh Adelsmann, welch Narr du bist, wenn du glaubst, deine Hand sie hält
Die Zügel dieser großen und von Not geplagten Welt
Oh Adelsmann, ein Narr du bist, wenn du des Volkes Macht vergisst



Als Gawains Lied endete, stand dieser genau vor seinem Anführer. Er sah traurig in die grünen Seelenspiegel seines Gegenübers. „Ich hoffe du nimmst dir meine Worte zu Herzen. Sie waren nicht nur Schelte, vielleicht verstehst du sie irgendwann und zeigst es uns.“ Arthur hielt ihn fest als er sich abwenden wollte und raunte: „Ich danke dir, Gawain.“


Der Blonde nickte und ging zu seinen Waffenbrüdern, er übergab Tristan seinen Falken und sah in dessen unergründliche Seelenspiegel. Der Späher grinste ihn leicht an, drückte ihn an sich und verschwand. Gawain verlies mit Galahad den Schauplatz


„Hast du ihm genau zugehört! Das war Gawain, nicht ich. Er würde sich niemals gegen dich auflehnen, doch nun hast du ihn gehört.“ Fauchte Lancelot und fuhr sich durch seine Locken. Arthur wollte gerade zu einem Satz ansetzen als Bors grollte: „Sag nichts! Es hat keinen Sinn. Wir wissen das du Befehle ausführst. Komm, Lancelot.“ Dagonet klopfte Arthur auf die Schulter und folgte den Beiden.


In diesem Moment schwor sich der schwarzhaarige Römer, besser zu ihnen zu sein. Sie noch mehr wertzuschätzen und sie zu beschützen. Er wollte es besser machen, nicht mehr dieses Ekel sein. Er dankte Gawain für das Augenöffnen. So ging er in seine Unterkunft und dachte noch die ganze Nacht über das Lied nach. Am nächsten Tag, Arthur trat zum Stall wo schon seine Ritter auf ihn warteten. Er sah in die Runde und er war dankbar. Dankbar, dass Gott ihm diese wunderbaren Menschen geschenkt hatte. Er hatte sie nicht verdient, niemand hatte das. Das wusste er nun.



So das war sie nun, ich hoffe sie hat Euch gefallen und hört Euch einfach mal dieses wunderschöne Lied, von Versengold an.

Liebe Grüße
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