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Sei frei

GeschichteAllgemein / P12 Slash
Gawain Tristan
27.06.2016
27.06.2016
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1.744
 
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27.06.2016 1.744
 
Es ist meine Erste Geschichte zu King Arthur und ich hoffe sie gefällt dem einen oder anderen. Ich habe lange überlegt, sie hochzuladen, doch trotzdem durchgerungen. Ich wünsche Euch viel Spaß und ich freue mich über jedes Review.
     


Holprig zockelte der hölzerne Wagen in dem er saß vorwärts. Der Schnee wehte hinein und lies ihn frösteln. Seine dunklen Augen musterten die Sarmatischen Reiter die nebenher ritten. Sie waren mutige Männer, die unerschrocken schon so manche grausige Schlacht geschlagen hatten.
Dagonet saß vor ihm und überprüfte den Gesundheitszustand des kleinen Jungens, Lucan. Der kleine Junge war sehr schwach und Fieber beutelte ihn. Alecto hielt es in dem wackeligen Gefährt nicht weiter aus und sprang hinaus, seine Mutter bedachte ihn mit einem liebevollen Blick. Der junge Römer bemerkte wie sich Lancelot und Arthur stritten, er runzelte die Stirn und ging stur weiter.

Er wusste das Arthur und der Sarmate sich sehr nahe standen, deshalb verstand er es nicht, dass sie sich andauernd Zanken mussten. „Denk dir nichts, das tun sie ständig.“ hörte er eine Lachende Stimme links von sich. Er bemerkte den blonden Ritter, der auf seinem treuen Schimmelhengst saß und ihm einen belustigten Blick schenkte. „Es ist wirklich mutig von euch mit den Bauern zu reisen. Ihr hättet sie sterben lassen können.“ „Das ist Arthurs Werk nicht unseres.“ entgegnete der Langhaarige und sah zu dem braunhaarigen Späher, dessen Falke kam krächzend zurückgeflogen.

Alecto blickte zu Boden, zog seinen Umhang fester um sich und lief stur weiter. Er wusste nicht einmal den Namen des Ritters mit dem er sich unterhalten hatte, er kannte bloß die Namen von Lancelot und Dagonet. Nach einiger Zeit schwang er sich wieder in den Wagen und stupste den Sarmaten an. „Wer ist das?“ fragte der junge Römer und Dagonet folgte seinem Blick. „Das ist Gawain, der links von ihm ist Tristan unser Späher und hinter ihnen das ist Galahad. Der Andere Schlächter das ist Bors. Wieso?“ „Ich kannte ihre Namen nicht.“
Dagonet grinste schief, klopfte auf Alectos Schulter und sprang aus dem Wagen. Er stieg auf sein Pferd und gesellte sich zu Galahad der sich zweifelnd umsah. Die Keltin schlief, ebenso Lucan, seine Mutter kühlte die Stirn des Jungen und so langweilte sich Alecto. Wieder verließ er den Wagen und ging daneben her, er bewunderte die Natur und fuhr zusammen als er Gawain neben sich erblickte. „Dir ist langweilig, das rieche ich von 1000 Metern Entfernung.“ lachte der Sarmate und zog damit Tristans Aufmerksamkeit auf sich.

Der Braunhaarige lies sich zurückfallen und gesellte sich zu den Beiden. „Kannst du wirklich mit dem Falken sprechen?“ „Möglicherweise.“ Alecto musste lachen, Gawain stieg mit ein und Tristan verdrehte die Augen. „Was macht man so als Römisches Kind?“ fragte der Späher interessiert und fixierte Alecto mit seinen Habichtaugen. „Ich bin kein Kind. Naja ich lese sehr viel, lerne viel über Rom und unseren Glauben.“ „Du kannst lesen? Beeindruckend. Kannst du auch reiten oder kämpfen?“ entgegnete der Blonde und sah ihn aufmerksam an. „Nein, das war nicht Teil meiner Ausbildung, ein Geistlicher muss dies nicht können. Obwohl ich es gerne könnte.“ „Wenn wir rasten, dann zeigen wir dir etwas. Das belustigt uns und dir lehrt es etwas.“ schlug Gawain vor und Tristan nickte zustimmend.
„Arthur wird euch umbringen.“ hörten die drei Galahads Stimme. „Ach das ist Galahad, unser positivster und freundlichster Ritter. Er ist immer gut gelaunt und wirft mit Scherzen um sich.“ neckte der blonde Sarmate seinen Waffenbruder und hörte wie Arthur den Befehl gab zum Halten. Alecto folgte den beiden Reitern, setzte sich auf einen Baumstumpf und wartete bis sie Zeit hatten, ihn etwas zu lehren.

Tristan kam als Erstes auf ihn zu in einer Hand einen Dolch. „Los wirf ihn, in die Mitte von diesem Baum.“ Der Jüngere nahm ihm die Waffe aus der Hand und warf ihn auf den Baum. Tatsächlich blieb er stecken und Tristan sah ihn erstaunt an. „Nicht schlecht, wirf ihn so wie ich es dir zeige, dann nimmt er an Geschwindigkeit auf und ist auf jeden Fall tödlich.“ Alecto fixierte Tristans Hand und ahmte sie immer und immer wieder nach.
„Geh weg von ihnen, sie sind Heiden und unter deiner Würde.“ erklang die nervige Stimme seines Vaters. „Lass mich! Ich möchte von Ihnen lernen.“ „Lass ihn, Marius.“ warf die wohlige Stimme seiner Mutter ein und Marius schnaubte. Sie wandten sich um und Gawain warf Alecto ein Schwert zu. Zu den Dreien gesellte sich auch Dagonet und Lancelot, die beeindruckt waren wie schnell der Römer von ihren Gefährten lernte. „Bringt ihm nicht zuviel bei, sonst bringen wir Gawain nach Rom.“ lachte Lancelot schallend, die Anderen stiegen mit ein.

Beim Abendmahl blieb Alecto bei Gawain und Tristan, sie erzählten ihm viele Geschichten von ihren Erlebnissen und er war zu gefesselt um sich schlafen zu legen. „Erwartet dich in Rom eine Frau?“ fragte Tristan und strich über das weiche Gefieder seines Falken. „Nein, ich werde im Zölibat leben und den fleischlichen Sünden abschwören und ihr Beide? Habt ihr Frauen?“ „Sei froh das sie keine haben, Gawain ist schon fast eine!“ brüllte Bors und die Sarmaten lachten laut auf. „Nein bis auf diesen Verrückten, hat keiner von uns ein Weib.“ erzählte Tristan und sah in den Nachthimmel. Alecto nickte und verabschiedete sich von ihnen.
Er fühlte sich gut, er mochte die Ritter und fand sie faszinierend. Der Braunhaarige beobachtete wie er sich im Wagen zusammenrollte, zog Gawain mit sich und sie suchten einen Schlafplatz. Alecto fuhr aus dem Schlaf, er hatte einen schrecklichen Albtraum durchlitten und war nun Schweiß gebadet. Er sprang leise aus dem Wagen und wusch sich das Gesicht mit dem frischgefallenen Schnee. Das Lager war sehr ruhig, seine Augen suchten die beiden Sarmaten von denen er so viel gelernt hatte. Er fand sie nicht, Lancelot lehnte an einen Baum und schlief tief und fest. Dagonet lag bei Lucan, Bors hielt Wache, Galahad ruhte nahe Bors, auch Arthur schlief.

Er war verwirrt dass er das helle Haupt von Gawain nicht ausmachen konnte. Tristan war ein Späher und niemand sah ihn, wenn er es nicht wollte. Alecto beschloss sich ein wenig die Beine zu vertreten, er ging leise und dann sah er die Beiden. Sie lagen eng umschlungen beieinander und küssten sich verlangend. Er wollte beschämt wegsehen, doch er konnte es nicht, er verfolgte mit den Augen, Tristans Mund der Gawains muskulöse Brust liebkoste. Die lange blondbraune Mähne floss dem Reiter über den Rücken, das Gesicht war von Lust gezeichnet und Alecto konnte sich nicht abwenden.

Der Späher zuckte zusammen, hielt seinem Geliebten den Mund zu und horchte. Schnell versteckte sich der Römer leise hinter einem Baum und er hörte Tristan lachen: „Das ist ein sehr schlanker Baum, mein Freund.“ Erst jetzt bemerkte das er sich hinter einem kleinen dünnen Baum versteckt hatte und lief rot an. Gawain kletterte von Tristans Schoss und winkte den Schwarzhaarigen zu sich. „Kannst du nicht schlafen oder haben wir dich mit unseren Machenschaften geweckt?“ „Ich konnte nicht schlafen und habe mir die Beine vertreten.“ „Dagonet schnarcht wie ein abgestochenes Schwein, da könnte ich auch nicht schlafen.“ Der Braunhaarige stieg in Gawains Lachen mit ein und gleich kam sich Alecto nicht mehr so erwischt vor.
„Wie nah sind die Sachsen?“ fragte Alecto und Tristan sah ihn aus unergründlichen Augen an. „So nah das ich ihren Atem schon fast hören kann.“ „Wir werden alle sterben.“ „Unfug. Wir sind die glorreichen Ritter von Arthur, das muss doch schon etwas heißen.“ Gawain legte sich zurück auf ihr Lager, er machte sich nicht die Arbeit, die Tunika ordentlich anzulegen. „Ich will nicht nach Rom.“ Die Ritter sahen ihn verwirrt an.

„Ich will nicht mehr in diesem Käfig leben. Ich will selbst entscheiden dürfen was mit mir geschieht, wo ich lebe und was icht tue. Ich will kein Geistlicher werden.“ „Wieso sagst du es deinen Eltern nicht?“ „Das geht nicht, mein Vater ist verblendet und meine Mutter unterwürfig. Ich muss tun was sie sagen, so wie ihr Arthurs Befehle befolgen müsst.“ Gawain sah Tristan traurig an, sie kannten das Gefühl in Ketten gelegt zu sein und es tat ihnen Leid das Alecto das wohl länger erdulden müssen würde als 15 Jahre.
„Ich weiß das ihr kein leichtes Leben habt. Das ihr in jedem Kampf fallen könntet, für ein Reich für das ihr nichts empfindet, trotzdem beneide ich Euch. Ihr dürft wenigstens sterben, entscheiden was ihr esst und trinkt, wann ihr zu Bett geht und wann ihr euch das Bett mit Frauen teilt. Ihr habt einander und eure Waffenbrüder, ich beneide euch.“ Jetzt sah auch Tristan betroffen aus, die Ritter hatten falsch von Alecto gedacht. Sie dachten er hätte ein schönes Leben, in Reichtum und freiem Geleit.

Schnee legte sich auf Gawains blonde Strähnen und auf seine nackte Brust. Der Späher zog den Römer an sich und schenkte diesem eine liebevolle Umarmung, die Erste die Alecto je erfahren hatte, neben seiner Mutter. Die braunen Augen des Ritters musterten Gawain der zu ihnen rutschte. Auch er streichelte Alecto, fuhr mit seinen rauen Fingern durch das weiche und volle Haar des Römers.
Tristan lehnte sich entspannt an den Baumstamm, strich mit den narbenüberzogenen Händen über den schlanken Oberkörper. „Sei frei und gib dich uns hin. Niemand wird es bemerken. Sei frei.“ Flüsterte der Blonde in Alectos Ohr. Der Schwarzhaarige überlegte kurz, doch er tat es.

Als er am nächsten Morgen aufwachte, fand er sich in dem Wagen wieder und hörte Geschrei. Der Schwarzhaarige sah einen Pfeil fliegen und seinen Vater tot zusammenbrechen.
Hatte Alecto alles nur geträumt? Er suchte mit seinen Augen wieder einmal die Beiden Sarmaten, doch er fand sie nicht. Nur ein paar Augenblicke später preschte Tristan mit seiner Stute herein und unterhielt sich mit Arthur.

Der junge Römer zuckte zusammen als er Gawain hinter sich bemerkte, er hielt die Zügel seines Hengstes und raunte: „Na gute Nacht gehabt?“ Alecto sah ihn verwirrt an, der Blonde zwinkerte ihn schelmisch an und ging zu Tristan.
Er hatte das nicht geträumt, Tristan musste ihn wieder in den Wagen gebracht haben, er war ein Späher und lautlos. Er hatte sie an Bors vorbeigeschmuggelt und so war niemandem aufgefallen das Alecto nicht die ganze Nacht im Wagen geschlafen hatte. Er grinste und sprang wieder in das wackelige Gefährt. Nun konnte er nach Rom, er hatte etwas erlebt das ihn auf ewig in Erinnerung bleiben würde, das ihm niemand mehr nehmen konnte und was niemand vor ihm je erlebt hatte. Er war für einen Moment frei gewesen.




So das war jetzt mein kleiner Oneshot, ich hoffe er hat Euch gefallen.
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