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Controlling Emotions

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Aragorn Boromir Gandalf Gimli Legolas OC (Own Character)
25.06.2016
13.06.2021
38
107.172
27
Alle Kapitel
95 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
23.04.2021 5.731
 
Disclaimer: Bis auf meinen OC gehören leider alle Figuren und allgemein alles was zu Mittelerde gehört nicht mir, sondern Tolkin und Peter Jackson. Ich verdiene kein Geld hiermit, auch wenn es schön wäre.

Fettgedruckt im Text ist Elbisch

Kursiv ist weiterhin Gesang, Gedichte, Zitate oder Gedanken.



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Tara POV

Ich wachte auf als mir die Decke vom Körper gezogen wurde. Erschrocken fuhr ich hoch nur um Arien vor mir zu sehen. Die Hände hatte sie in die Hüfte gestemmt und eine Augenbraue war hochgezogen.

„Weißt du wie schwer es ist dich wach zu bekommen ohne einen riesen Lärm zu machen?“ Fragte sie mit gespielter Empörung.

Ich stöhnte nur und ließ mich zurück ins mein Kissen fallen. Ich wollte schon die Augen wieder schließen, als mir der gestrige Tag einfiel. Boromir! Ich blickte zu dem Mann hinüber und musste lächeln, als ich das erste Mal seit Wochen seine friedlich schlafende Form sah. Seine dunkelblonden Haare glänzten in den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne und er hatte die Decke eng um sich geschlungen.

Nach meinem und Ariens Lied, waren alle nacheinander schlafen gegangen, alle mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Das hatte mich so glücklich gemacht, dass ich erst gemerkt hatte, wie viel Energie ich benutzt hatte, als meine Beine beim Aufstehen versagten. Arien hatte mich fast zu meinem Schlafplatz tragen müssen und ich war eingeschlafen noch bevor mein Kopf das Kissen berührte.

Mein Schlaf war erholsam und voller warmer, freundlicher Träume gewesen, nur leider zu kurz dank einer gewissen sklaventreibenden Elbin. Ich schnaubte bei dem Gedanken und rappelte mich auf. Ich hatte keine Zeit zu vertrödeln. Das Training würde einen Großteil meiner Energie brauchen und ich musste immer noch herausfinden wie ich Boromir helfen konnte.

Gedankenverloren lief ich mich frisch machen und umziehen und bemerkte Ariens verwunderten Blick nicht. Während dem Joggen und den Dehnübungen war ich tief in meine Gedanken versunken und Arien begann irgendwann kleine Stöcke nach mir zu werfen, wenn ich schon wieder ins Nichts starrte, was zu einem empörten Aufschrei meinerseits und einem Augenrollen ihrerseits führte. Das wiederholten wir bis mich Arien zum Frühstücken schickte, da ja „eh nichts mit mir anzufangen sei“.

Als ich mit Aragorn und Legolas am Tisch saß – die anderen schliefen noch – mussten die beiden immer wieder Fragen, die an mich gerichtet waren, wiederholen, weil ich nicht mitbekam, wie sie mich ansprachen.

Meine Gedanken kreisten immer wieder um den gestrigen Tag. Galadriels Worte spielten sich immer wieder in meinem Kopf ab. Ich ging immer wieder den Abend durch und versuchte meine Magie zu analysieren. Warum hatte es am Feuer so gut funktioniert und das genau gleiche nicht, als ich es aktiv versucht hatte. Doch am meisten grübelte ich über Wege nach, wie ich Boromir helfen konnte die Macht des Ringes zu überwinden. Im Prinzip bräuchte er eine mini Sonne in seinem Kopf die die Dunkelheit Saurons erhellt. Doch dafür hatte ich weder die nötige Energie, noch war ich in der Lage das praktisch umzusetzen.  Nicht ohne ihn vielleicht zu verletzen.

Als Arien mir nach dem Frühstück, dann das dritte Mal hintereinander sagen musste, wo ich meinen Fuß platzieren solle, hatte sie wohl endgültig genug.

„Hinsetzen!“ Befahl sie und zeigte auf einen Baumstamm am Rande des Training Geländes. Ihr ton ließ keine widerrede zu und ihr Blick ebenso wenig.

Betreten ließ ich mich auf das Stück Holz fallen und hob erwartungsvoll den Blick.

„Was ist los?“ Fragte sie, die Arme vor der Brust verschränkt.

„Nichts“ Antwortete ich etwas zu schnell und eine Oktave über meiner normalen Stimmlage. „Ähh, also nichts alles gut. Ich war nur kurz abgelenkt.“ Korrigierte ich schnell.

„Kurz? Ich habe weniger als 5 Minuten gebraucht, bis du aus dem Bett warst. Keine einzige Beschwerde über das Wecken, oder während dem Laufen und ich muss alles, einfach ALLES fünf Mal sagen, bis es endlich ankommt.“ Bei jedem Punkt streckte sie einen weiteren ihrer perfekt geformten Finger in die Höhe. „Ich frage also nochmal, was… ist… los?“ Und damit betonte sie jedes Wort einzeln.

Seufzend stellte ich einen Fuß auf den Baumstamm und umschlang mein Knie mit meinen Armen.

„Ich habe einfach grade viel im Kopf“ Flüsterte ich leise.

„Was du nicht sagst“ antwortete Arien in bestem Sarkasmus. „Und das wäre?“

Kurz überlegte ich, doch ich hatte von Anfang an das Gefühl gehabt, dass ich mich ihr anvertrauen konnte und wenn ich eines in dieser Welt gelernt hatte, dann war es, dass mein Bauchgefühl oft klüger war als mein Kopf. Außerdem hatte ich die leise Ahnung, dass sie sowieso nicht lockerlassen würde.

Also erzählte ich ihr alles. Den gesamten gestrigen Tag von dem Moment an, als mein Unterricht bei Galadriel begonnen hatte. Ich erzählte ihr war die Elbin über meine Magie gesagt hatte und und erzählte ihr von meinem Treffen mit Boromir. Okay, ein Paar Details ließ ich aus… wie die Umarmung…und das Kribbeln in meinem Bauch, wann immer ich an ihn dachte, aber sie musste je nicht alles wissen. Ich erzählte ihr von meinem Vorhaben ihm zu helfen und dass ich an nichts anderes denken konnte.

Arien hörte stumm zu. Als ich fertig war, setzte sie sich neben mich.

„Deswegen das Lied gestern.“ Es war eine Feststellung und ich nickte nur zustimmend.

„Das war tatsächlich recht beeindruckend“ fügte sie lächelnd hinzu. „Ich habe lange nicht mehr so gut geschlafen, oder geträumt. Und deine Stimme ist ziemlich fantastisch.“ Sagte sie grinsend.

„Danke.“ Gab ich lächelnd zurück. „Du singst aber auch nicht schlecht. Die zweite Stimme war ja der Hammer. Das müssen wir unbedingt wiederholen.“

„Ja, nur vielleicht ohne diese Menge an Magie, ich musste dich fast ins Bett tragen. Deine Magie wird dir sicher noch viel nutzen, aber nicht, wenn du vor Erschöpfung zusammenbrichst“ sagte sie ernst.

„ja, daran arbeite ich.“ Gab ich zähneknirschend zurück. „So weit wie gestern bin ich noch nie gekommen.“ Gab ich lächelnd zu. „Es war unglaublich. Ich kann das gar nicht in Worte fassen, all die Empfindungen, die durch meinen Körper geflossen sind.“

Wir beide versanken in der Erinnerung an den gestrigen Abend, bis meine Gedanken wieder zu meinem derzeitigen Problem zurückkehrten. Wie konnte ich Boromir helfen.

„Arien, was würdest du machen, um dich gegen einen Feind zu wehren?“

„Ich würde ihn töten“ gab sie mit einem Achselzucken zurück. „Aber das geht hier nicht richtig?“ fuhr sie fort.

„Nope.“ Antwortete ich nickend.

„Wenn der Gegner nicht getötet werden kann, dann sorgt man dafür, dass er einen nicht findet.“ Überlegte sie weite.

Ich dachte kurz nach, schüttelte jedoch dann den Kopf: „Neee, geht auch nicht. Was gibt es sonst noch?“

Arien überlegte kurz. Dann breitete sich ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht aus. „Ein Schild!“ Rief sie begeistert und sprang auf die Füße. „Du musst ihn abschirmen, sodass die Dunkelheit des Ringes nicht zu ihm vordringen kann.“

Ich blickte sie kurz an, während ich über ihre Aussage nachdachte. Dann breitete sich auch auf meinen Zügen ein großes Lächeln.

„Das…das könnte tatsächlich funktionieren. Arien du bist genial!“ rief ich freudig.

„Natürlich bin ich das, dennoch: danke.“ Sie fakte eine Verbeugung und ich musste lachen.

„Ich weiß nur nicht, wie ich das am besten umsetzen kann. Vom Prinzip her, wäre das was wir gestern gemacht haben ein guter Ansatz, oder?“ Überlegte ich laut.

„Was du gestern gemacht hast, ich habe lediglich mitgesungen. Aber wieso fragst du nicht die Herrin Galadriel, sie wird eine Antwort haben.“ Gab Arien zurück, „Komm ich bringe dich zu ihr.“

Damit nahm sie meinen Arm und zog mich in Richtung des Herzens der Elbenstadt.



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Wir fanden Galadriel im Krankenflügel, wo wir ungeduldig warteten, bis sie aus einem der Zimmer kam. Freundlich lächelnd begrüßte sie uns und keine Sekunde später sprudelte es aus uns heraus. Ich weiß nicht wer von uns dabei begeisterter war.

„Und deswegen brauche ich eure Hilfe, könnt ihr Boromir helfen?“ Schloss ich etwas außer Atem und Arien nickte wie, um meine Frage zu unterstreichen.“

Galadriel schenkte uns ein sanftes Lächeln, dann wandte sie sich an Arien: „Arien meine Liebe, wieso geleitest du Lord Boromir nicht zu meinem Spiegel und du Tara, erzählst mir von mir genaustens, wie du deine Magie gestern gewirkt hast. Dies zu reproduzieren wird der Schlüssel für dein Vorhaben sein.“

Sofort sprintete Arien los und ich begann den gestrigen Abend stück für stück wiederzugeben. Ich versuchte nichts auszulassen, auch meine Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen, was mir zwischendurch nahezu unmöglich erschien, doch Galadriel schien es zu verstehen. Ruhig lauschte sie meiner Beschreibung, stellte immer wieder eine Rückfrage oder ließ mich noch weiter auf meine Gefühle eingehen.

Als wir auf der Lichtung ankamen, wartete Arien bereits mit einem verunsicherten und etwas mürrischen Boromir.  Was hatte sie gemacht, um ihn so schnell hier her zu bekommen? Ihn mit ihrem Bogen bedroht? Jetzt wo ich darüber nachdachte, erschien mir das gar nicht so abwegig.

Als er mich erblickte verschwand der grimmige Blick jedoch und wich Verwunderung und einem Hauch Sorge. Ich lächelte und ging ein Paar Schritte auf ihn zu und versuchte das komische Gefühl in meiner Magengegend zu ignorieren.

„Boromir, wir haben vielleicht eine Möglichkeit deine Gedanken vor dem Einfluss des Ringes zu schützen.“ Erklärte ich vorsichtig. Bei meinen Worten weiteten sich seine Augen und weitere Gefühle mischten sich in seinen Blick. Unsicherheit und Misstrauen, aber auch ein winziges bisschen Hoffnung.

Ich drehte mich zu Galadriel um welche uns bedeutete Platz zu nehmen, sodass wir in Richtung des anderen blickten. Ich ließ mich auf den Boden plumpsen und faltete meine Beine in den Schneidersitz.

Boromir zögerte kurz, nahm jedoch dann langsam mir gegenüber Platz. „Was habt ihr vor?“ Fragte er vorsichtig wandte dabei den Blick aber nicht von mir ab.

„Tara wird eine Mauer voll positiver Energie um euren Geist legen Boromir Sohn von Denethor. Dies wird den Einfluss der Dunkelheit auf Euer Selbst mindern. Doch seid gewarnt, Sauron wird nicht kampflos weichen und ihn zu überwinden wird schmerzvoll für Euch Boromir.“ Ihre Stimme war ruhig wie immer und ihr Blick eindringlich.

„Warum könnt ihr nicht die Barriere errichten? Ich bin noch nicht bereit für diese Art von Magie.“ Fragte ich nervös. Ich hatte plötzlich panische Angst meine Magie auch nur zu ertasten.

„Aber du bist bereit kleine Magierin. Gestern hast du, ohne zu überlegen eine schwächere Version des Zaubers verwendet, den du hier anwenden wirst. Meine Magie ist eine andere, nur du kannst ihm helfen“ antwortete die Elbin lächelnd.

Plötzlich wurde mir schlecht. Was wenn ich etwas falsch machte? Wenn ich ihn verletzte? Galadriel hatte gesagt es würde schmerzhaft für ihn werden. Verdammt ich wusste nicht mal, wie ich vorgehen sollte. Meine Hände begannen zu zittern und kalter schweiß bildete sich in meinem Nacken. Meine Atmung wurde immer schneller und ich steuerte zielsicher auf eine Hyperventilation zu.

Plötzlich spürte ich zwei Hände, die sich um meine schlossen und das Zittern stillten. „Tara“ hörte ich Boromirs Stimme durch das Rauschen in meinen Ohren. „Tara, du kannst das.“ Seine Worte ließen meinen Atem stocken und holten mich mit einem Schlag wieder auf den Boden zurück. „Du kannst das“ wiederholte er und blickte mir dabei tief in die Augen. Boromir vertraute mir so weit, dass er mich mit Magie an seinem Kopf rumpfuschen ließ. Diese drei kleinen Worte warfen mich total aus der Bahn und ich merkte, wie plötzlich ein winziger Teil in mir anfing sie selber zu glauben.

„Du kannst das Tara“ wiederholte er erneut und eine wohlige Wärme breitete sich in mir aus.  Ich nahm einen tiefen Atemzug und nickte. Ohne seine Hände loszulassen blickte ich zu Galadriel auf und fragte: „Was muss ich tun?“

In den Augen der Elbin sah ich Stolz als sie nähertrat. „Schließe deine Augen. Löse dich von allen Gedanken und sorgen und befreie deinen Geist. Du musst auf deine Fähigkeiten vertrauen und dich vollkommen für sie öffnen.“ Ich nickte und versuchte ihre Anweisungen auszuführen.

„Konzentriere dich auf dein Innerstes, deine Magie, die Energie, die in dir wohnt“ fuhr Galadriel mit ruhiger Stimme fort.  „Du musst dein Ziel stets vor Augen haben. Dein Vorhaben lässt dich deine Emotionen fokussieren. Visualisiere nun deine Magie vor deinem inneren Auge und lasse sie durch deinen Körper strömen. Kannst du sie sehen?“ Ich konzentrierte mich auf das allzu bekannte Wirbeln in mir. Bunte Ströme aus Energie zogen durch meine Körper und ich musste Lächeln.

„Sehr gut“ lobte mich die Elbin. „Werde Eins mit der Magie. Spüre sie in jedem Teil deines Körpers. Sie ist ein Teil von dir, nimm sie als solchen an.“

Ich nickte und konzentrierte mich auf meine Empfindungen und das Gefühl der fließenden Energie in meinem Körper.

„Was siehst du?“ Fragte Galadriel.

„Einen Strom auf Farben der durch meinen Ganzen Körper fließt.“ Antwortete ich, ohne zu zögern.

„Sehr gut. Nun Blicke über deinen Körper hinaus. Was siehst du?“

Ich zögerte kurz. Über meinen Körper hinaus Blicken? Vorsichtig tastete ich mich durch die Farbigen Wirbel hindurch, bis eine Wand aus hellem Licht vor mir erschien.

„Ich sehe eine Art Barriere aus Licht die meine Magie umgibt.“

„Nun blicke tiefer. Fokussiere dich auf dieses Licht, dass dich umgiebt.“ Ich trat näher an die Wand. Dort sah ich wie dünne Ströme aus Energie durch winzige Öffnungen in der Wand hindurch strömten. Dies geschah in beide Richtungen. Kleine strähnen auf bunter Energie wechselten die Seite.

Ich beschrieb was ich sah und tastete vorsichtig nach einer der Öffnungen. Das war unheimlich faszinieren.

„Gut gemacht. Nun versuche eine der Öffnungen zu erweitern. So kannst du deine Magie kontrolliert an die Außenwelt freigeben und sie damit gezielt verändern. Bisher hast du das unbewusst gemacht und somit wenig Kontrolle über die Menge an Energie gehabt, die verwendet wurde. Auf diese Weise hast du nun mehr Kontrolle über die Emotionen, die benutzt werden und wie viel von deiner Energie dafür verwendet wird.“

Vorsichtig schob ich dir Ränder des Loches auseinander und vergrößerte es stück für stück.



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Arien POV

Gespannt sah Arien zu was auf der Lichtung geschah. Tara saß regungslos mit vor sich gefalteten Beinen, Boromir ihr gegenüber. Die beiden hielten sich noch immer an den Händen und sein Blick war auf Tara gerichtet. Er hatte Mut, das musste man ihm lassen. Einer Magierein, und dazu einer sehr jungen und unerfahrenen, zu gestatten einen Zauber auf ihn zu wirken… Das Vertrauen zwischen den beiden war um einiges inniger, als sie es erwartet hatte. Wie genau sah die Beziehung der beiden aus?

Nachdenklich betrachtete Arien den Nebel der in Rosa- und Grüntönen um die beiden herumtanzte und sich an ihren Körpern hinaufschraubte. Die Luft vibrierte vor Energie und der Körper der jungen Frau schien zu leuchten, während sie weiter Boromirs Hände hielt. Fasziniert betrachtete Arien das Schauspiel, dass sich ihr bot. Noch nie hatte sie etwas Vergleichbares gesehen. Diese Magie war aufregend und neu und sie konnte gar nicht genug davon bekommen. Was Tara vollbringen konnte war wunderschön und unheimlich zugleich, doch für Arien war es vor allem überaus beeindruckend.

„Nun gehe aus dir hinaus und ertaste deine Umwelt. Suche nach Boromirs Aura, sie müsste der deinen ähneln.“ Fuhr Galadriel langsam fort.

„Ich sehe sie. Das Licht ist dunkler, aber ich kann sie erkennen. Dann sehe ich da noch mehr Farben, sie kommen nicht von mir, sondorn von Boromir. Ich sehe vor allem schwarze Bereiche, aber auch grün und Rosa sehe ich viel. Es ist alle sso Bunt. Ein Wirbel aus Gefühlen und Emotionen. Es ist unglaublich..“ Antwortete Tara mit fester Stimme.

„Gut gemacht Tara. Nun ist es wichtig, welche Art von Emotionen du benutzt. Konzentriere dich rein auf positive Gefühle. Du musst dich noch nicht auf ein Gefühl alleine fokussieren, doch es ist essentiell, keine negativen Emotionen mit einzubringen.“

Tara nickte knapp und setzte sich etwas aufrechter hin. „Also im Prinzipe versuche ich einen Filter einzubauen, mit dem ich die Emotionen filtern kann?“

„Je konzentrierter und reiner die Emotionen die du benutzt, desto stärker ihre Macht. Eine reine Emotion benötigt außerdem weniger Energie. Normalerweise kannst du Energie aus jeder Emotion ziehen. Hier jedoch, ebenso wie beim Heilen ist die Nutzung von lichten Energiequellen Grundlage und Voraussetzung zugleich. Nur das Licht kann die Schatten abhalten.“

Tara nahm einen tiefen Atemzug und drückte ihre Schultern zurück. Langsam begannen sich die Farben des Rauches zu ändern. Gespannt betrachtete Arien, wie sich zu dem Grün und Rosa, auch ein helles Orange und strahlendes Gelb mischte.

„Nun lass die Magie aus dir hinausströmen und webe sie um Boromirs Aura. Achte darauf, deine Magie stets zu führen und sie nicht unkontrolliert aus dir hinausströmen zu lassen. Schließlich sollte ein Netzt aus Magie entstehen."

Arien musste ihre Augen zusammenkneifen als auch Boromirs Körper zu leuchten begann. Erst jetzt bemerkte sie, dass Boromir die Augen geschlossen hatte und hin und her rutschte, als hätte er Schmerzen. Sie fokussierte ihre Augen auf dem Gondoriander und sah seine gerunzelte Stirn und die Lippen, die zu einem Dünnen Strich zusammengepresst waren. Er hatte definitiv Schmerzen.

Besorgt sah die Halbelbin zu wie das Gesicht des Mannes immer schmerzverzerrt wurde, bis die ersten Laute des Schmerzes seinen Mund verließen. Sobald das erste Stöhnen aus seinem Mund drang, zuckte Tara sichtlich zusammen und das Licht um die beiden wurde schwächer. „Borormir…“ begann sie, doch wurde von Galadriel unterbrochen: „Tara, du musst weiter machen.“ Ihre Stimme war ruhig, jedoch eindringlich.

„Konzentriere dich auf dein Ziel, egal was passiert. Er wird es aushalten.“ Zögernd nickte Tara und das Licht kehrte langsam zu seiner ursprünglichen Helligkeit zurück. Was zuerst nur ein Stöhnen und gelegentliches Wimmern war, wandelte sich bald zu Schmerzensschreien bei denen es Arien kalt, den Rücken hinab lief. Sie hatte begonnen nervös sie von einem Bein auf das anderer zu wippen und musste sich zwingen nichts zu sagen.

„Gut Tara, achte darauf nur helle Gefühle zu benutzen. Angst und Sorge haben keinen Platz in dieser Magie.“ Galadriel hatte ihre Arme ausgebreitet und ein weiß schimmerndes Licht legte sich um die Lichtung. Besorgt stellte Arien fest, dass das Licht die Geräusche auf der Lichtung dämpfte, sodass kaum ein Ton nach außen drang. Eine solche Maßnahme…

Tara hatte angefangen zu zittern, doch arbeitete trotz Boromirs Schmerzenslaute weiter. Tränen hatten begonnen über ihre Wangen zu laufen und ihr Gesicht war kreidebleich.

Noch einige Minuten sah Arien stumm zu, bevor sie ein Schritt auf Galadriel zumachte. So konnte das nicht weiter gehen. Irgendwas lief sicherlich schief. Sie wollte gerade den Mund öffnen, um etwas zu sagen, als die Elbin ihre Hand hob, den Blick weiter auf Tara geheftet.

Plötzlich wurde das Licht schwächer und zog sich wieder in Taras Körper zurück. Mit einem Stöhnen kippte Boromir zur Seite, doch Tara hatte sich vorgebeugt, um ihn zu halten. Sofort lief Arien zu den Beiden und stütze den Mann von hinten, während Tara ihn vorsichtig auf den Boden sinken ließ.

„Tara, geht es dir gut? Hat es funktioniert?“ Besorgte griff Arien Taras Schulter. Lächelnd blickte Tara zu der Halbelbin auf. „Ich denke schon, ja. Ich denke ich hab es geschafft.“ Damit lenkte sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Mann vor ihnen. Arien atmete auf. Den Valar sei Dank.



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Tara POV



„Borormir? Borormir kannst du mich hören?! Geht es dir gut?“ Vorsichtig legte ich meine Hand auf Boromirs Wange. Seine Haut war mit einer dünnen Schicht von kaltem Schweiß bedeckt und sein Körper zitterte etwas. Oh Gott, was hatte ich nur getan? Was wenn ich etwas falsch gemacht hatte? Nein, ich war mir sicher, dass es geklappt hatte. Das musste es einfach. Zuerst kam keine Reaktion und mir wurde langsam schlecht, dann jedoch öffnete er langsam die Augen und blickte mich direkt an. „Boromir kannst du mich hören?“ meine Stimme zitterte etwas und ich räusperte mich.

„Danke“ flüsterte er heiser. Erleichtert atmete ich aus. Ich hatte es geschafft! Ein Stein viel mir vom Herzen und ich musste lächeln. Ich hatte ihn nicht verletzt, sondern ihm geholfen. Tränen der Freude rannen mir über die Wangen und ich konnte nicht umhin zu schluchzen, so froh war ich.

Langsam hob Boromir seine Hand an und legte sie auf meine Wange. Seine Berührung war warm und hinterließ ein Kribbeln auf meiner Haut. Mit seinem Daumen wischte er sanft die Tränen von meiner Wange. Meine eine Hand legte sich über die seine, die andere strich ihm weiterhin über die Wange. In diesem Moment spürte ich erneut eine tiefe Zuneigung für den Mann vor mir. Seine Berührung allein hob mich in den Himmel und mein Körper begann zu kribbeln. Ich konnte gar nicht aufhören zu lächeln.  Wir blickten uns in die Augen und ich hätte mich in der grauen Iris verloren, wenn sich nicht plötzlich seine Lieder darübergelegt hätten.

„Müde“ flüsterte er leise. „So…müde.“  

Galadriel ging neben mir in die Hocke und berührte sanft Borormirs Schulter. „Schlaf, Sohn Gondors. Du bist nun sicher. Mögen deine Träume erfüllt sein von Licht.“ Sagte sie sanft.

Ohne nachzudenken beugte ich mich nach unten und presste meine Lippen leicht an seine Wange. „Ich bleibe bei dir“ hauchte ich ihm ins Ohr. Seine Lippen formten sich zu einem Lächeln, bevor er die Augen schloss und sein Kopf zur Seite kippte.

Sanft strich ich ihm eine Strähne der dunkelblonden Haare aus dem Gesicht, als sich eine Hand auf meine Schulter legte.

„Ich helfe dir ihn zurückzutragen“ sagte Arien, die mir gegenüber kniete. In ihrem Gesicht zeichnete sich Mitgefühl und Erleichterung.

„Ich denke wir bleiben lieber hier“ sagte ich nach kurzem Überlegen. Er würde nicht wollen, dass die anderen ihn so sehen. Nicht nach den letzten Tagen, da war ich mir sicher. „Wäre das ok?“ Fragte ich mit einem Blick zu Galadriel, die uns stumm betrachtete. Sie nickte und schenkte mir ein Lächeln. „Ein einzigartiges Schicksal erwartet dich kleine Magierein. Du wirst großes Vollbringen.“ Mit diesen Worten wandte sie sich zum Gehen. Überrascht blickte ich ihr nach, während ihre Worte in meinem Kopf nachklangen. Was meinte sie wohl damit?

Ein Räuspern von Arien riss mich aus meinen Gedanken und ich sah sie an. Sie war aufgestanden und hatte die Hände in die Hüften gestemmt. Ihre Augen funkelten und ihr Mund verzog sich zu einem Grinsen als ihr Blick von mir zu Boromir und wieder zurückwanderte. Ich war dankbar, dass sie kein Kommentar machte, doch meine Wangen wurden dennoch rot.

„Morgen, Training wie immer!“ sagte sie leise und gab mir dabei einen: ´darüber reden wir noch´ Blick. Ich verzog mein Gesicht und streckte ihr die Zunge raus. Leise lachend verließ sie die Lichtung. Ich seufzte, aber musste dennoch lächeln. Ich war Arien dankbar, dass sie dageblieben war. Leise positionierte ich mich so, dass ich an eine der Treppenstufen lehnte und legte, Boromirs Kopf vorsichtig auf meinem Schoß ab.

Sanft strich ich ihm durch die überraschend weichen Haare und betrachtete sein schlafendes Gesicht. Er sah friedlich aus, ja sogar glücklich. Seine Stirn war entspannt, seine Mundwinkel etwas nach oben gezogen. Was er wohl gerade träumte. Ich ließ meine Finger vorsichtig über seine Wange bis zu seinem Bart wandern. Er war länger als sonst, aber nicht unattraktiv. Ganz und gar nicht unattraktiv. Er gab ihm dieses verwegene Aussehen. Langsam kletterten meine Finger an seinem Kinn hoch bis zu seinen Lippen. Wie es wohl war sie zu küssen.

Seufzend legte ich den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Verdammt Tara, dich hat es ganz schön erwischt. Die Schmetterlinge in meinem Bauch flatterten fröhlich vor sich hin und wann immer ich ihn ansah, zauberte dies mir auf Lächeln auf die Lippen. Was tat ich hier nur? Dieser Mann war nicht einfach out of league für mich. Uns trennten Welten. Wortwörtlich! Gut gemacht Tara, wirklich sehr clever. Ich schnaubte. Eigentlich sollte ich mich von ihm fernhalten, ihn in die friendzone abschieben und mich auf mein Ziel konzentrieren.

Schon in dem Moment als ich das dachte, wusste ich, dass das nicht passieren würde. Bei ihm zu sein fühlte sich einfach so richtig an. Ich wollte mehr über ihn erfahren, und ihm nahe sein. Dieses Gefühl hatte ich noch nie in meinem Leben gespürt und zog mich in seinen Bann. Ich hatte nicht gewusst, dass ich etwas vermisst hatte, doch nun wollte ich mehr. Ich wollte herausfinden was dieses Gefühl war und wie so es mich zu ihm trieb.

Meine Gedanken schweiften zu dem Kuss in den Mienen. In der Aufregung der letzten Wochen hatte ich ihn fast vergessen. Hatte er ihm etwas bedeutet? Empfand er denn etwas für mich? Dummkopf Tara, er wollte nur verhindern, dass du stirbst! Ich schüttelte den Kopf. Und dennoch… Wie er mich manchmal angesehen hatte… konnte ich mir das nur eingebildet haben?

Vor ein paar Wochen wäre das was ich eben getan hatte ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Er hätte mich nicht mal in seine Nähe gelassen. Doch sobald er erfahren hatte, dass ich allein das Schild errichten würde, hatte er zu 100% mitgemacht. Dieses Zeichen des Vertrauens ließ mich sprachlos.

Ich wusste nicht, wohin mit den Gedanken und Gefühlen, die in mir wirbelten. Mein Blick kehrte zurück zu seinem Gesicht. Erneut musste ich lächeln und der Sturm in mir beruhigte sich. Ich wusste nicht, warum er diese Wirkung auf mich hatte, aber ich war gewillt mich darauf einzulassen.

Leise begann ich zu summen, mein Finger wanderte dabei erneut über seinen Wangenknochen zu seinem Hals.



You know just what to say, things that scare me

I should just walk away, but I can't move my feet

The more that I know you, the more that I want to

Something inside me's changed

I was so much younger yesterday



Meine Stimme war mehr ein flüstern als tatsächliches Singen, was dem Ganzen eine sehr luftige Note gab. Ich blieb in meiner Kopfstimme, um ihn nicht zu wecken. Ich lieb um einiges langsamer als das Original und lies Verkünstelungen weg.



I didn't know that I was starving till I tasted you

Don't need no butterflies when you give me the whole damn zoo

By the way, right away, you do things to my body

I didn't know that I was starving till I tasted you



Die Worte sprachen mir aus der Seele und ließen die gesamte Situation klarer erscheinen. So war es immer. Musik war mein Weg Probleme zu lösen und mit meinen Gefühlen umzugehen. So war es immer gewesen.



You know just how to make my heart beat faster

Emotional earthquake, bring on disaster

You hit me head on, got me weak in my knees

Something inside me's changed



Mein Blick glitt über die Lichtung und wieder zurück zu ihm. Ich betrachtete seine Lippen und wie die Haare um sein Gesicht vielen.



I was so much young Ich stockte, als meine Augen die seinen erreichten und mir Aschgraue Iris entgegenblickten. Sofort riss ich meine Finger von seiner Haut und presste meine Lippen fest aufeinander.

„Hör nicht auf.“ Seine Stimme war heißer und er räusperte sich vorsichtig. „Deine Stimme, klingt wunderschön.“ Ich spürte wie mir die Röte ins Gesicht stieg. Wie lange war er schon wach? Wieso hatte er nichts gesagt? Und wieso hatte ich nicht darauf geachtet?

Verlegen begann ich auf meiner Unterlippe zu kauen. Das fand er anscheinend belustigend, denn seine Mundwinkel zogen sich etwas nach oben. Dann hob er langsam die Hand und führte sie zu meinem Gesicht. Sanft legten sich zwei Finger auf meine Lippen, was mich erstarren ließ. Sofort löste sich meine Lippe aus meinem Biss und mir entfuhr ein zittriger Atemstoß.  

Meine Wangen glühten, doch mein Blick war gefangen in dem Grau seiner Augen. Nach einigen Sekunden, in denen ich zu keiner Reaktion fähig war, schaffte ich es, mich irgendwie aus meiner starre zu lösen und nahm seine Hand vorsichtig von meinen Lippen. Statt sie loszulassen umschloss ich sie mit beiden Händen ließ sie sanft auf seiner Brust ruhen.

„Wie geht es dir?“ Meine Stimme kam nur als flüstern heraus und ich versuchte krampfhaft meine Gedanken zu ordnen. „Hast du Schmerzen?“

Er schüttelte den Kopf und begann sich aufzusetzen nur um stöhnend zurückzufallen und sich auf seinem Ellenbogen abzustützen. „Boromir!“ Entfuhr es mir besorgt. „Vielleicht solltest du lieber liegen bleiben, ich kann jemanden holen…“

Ein Kopfschütteln von ihm ließ mich verstummen. Erneut versuchte er sich aufzusetzen, diesmal langsamer. So gut ich konnte, versuchte ich ihn zu stützen, bis er aufrecht neben mir saß und wie ich an eine Treppenstufe lehnte.

„Ich fühle mich als hätte mich ein Heer von Orks überrannt…mehrmals“ stöhnte er und ließ seinen Kopf in den Nacken fallen und rieb sich mit den Händen über das Gesicht. Ich denke er hatte es als Scherz gemeint, was definitiv ein gutes Zeichen war, aber ich konnte darüber nicht lachen. Immerhin war es meine Schuld.

„Verzeih mir“ flüsterte ich und senkte den Blick. Ich hielt es nicht aus, dass ich jemandem Schmerzen zugefügt hatte. Und dann auch noch einem Freund.

„Sag das nicht.“ Finger schoben sich unter mein Kinn und drehten meinen Kopf, sodass ich ihn direkt ansah. „Sag das niemals. Was du für mich getan hast…ich werde auf ewig in deiner Schuld stehen. Ich wäre von der Dunkelheit verschlungen worden, doch du hast mir das Licht zurückgebracht. Bitte bereue das niemals.“

Ich konnte nicht anders als zu nicken. Seine Worte wärmten mein Innerstes. „Ich bin froh, dass ich dir helfen konnte“ nuschelte ich. „Das erste Mal hatte ich so eine enge Verbindung mit meiner Magie. Noch nie zuvor konnte ich sie so visualisieren.“ Verlegen fuhr ich mir durch die Haare. Ich wusste nicht genau was ich sagen sollte, also verstummte ich und musterte Boromir.

Er hatte den Blick abgewandt und starrte ins Nichts, seine Hände lagen ineinander verschränkt auf seinen Knien.

„Du bist deswegen nicht schwach weißt du?“ sagte ich in die entstandenen Stille. Er reagierte nicht auf meine Worte.

„Wie hat Galadriel es beschrieben…?“ Überlegte ich laut. „Der Ring hat auf jeden von uns einen Einfluss, doch er benutzt negative Gefühle, um Macht über uns zu erlangen. Das ist wie bei den Dementoren in Harry Potter. Bei dir nimmt die Sorge um dein Volk einen Großen Teil deiner Gedanken ein. Das ist nichts schlechtes, doch darüber hat die Dunkelheit eine größere Angriffsfläche. Dass du so reagiert hast, wie du es hast, heißt lediglich, dass du dich mehr sorgst als die anderen. Sie haben dem Schatten mehr Licht entgegenzusetzen. Was ich um deine Aura gelegt habe ist weniger ein Schild als ein Netz. Wenn der Ring wieder versucht Einfluss auf dich zu nehmen, reagiert mein Netz und erinnert dich, positive Gedanken zu denken. Quasi eine Alarmanlage.“

Sanft beugte ich mich vor und legte meine Hand auf seinen Unterarm.  Er zog seinen Arm etwas nach Hinten, sodass Seine Hand, in die meine glitt. Sanft drückte er sie und als er den Kopf zu mir Wandte zierte ein wunderbar süßes Lächeln seine Lippen.

„Vielen Dank.“ Sagte er, ohne den Blick von dem meinem zu lösen. „Auch wenn ich nicht weiß, was Dementoren oder ein Harry Potter ist.“ Fügte er dann hinzu und verzog sein Gesicht zu einem schiefen Grinsen und ich musste selbst kichern.

„Ja, das erklär ich dir irgendwann mal.“  

Nach einer kurzen Stille sprach er erneut: „Tara, ich werde dir auf ewig dankbar sein, für dass, was du für mich getan habe. Ich habe dennoch einiges über das ich nachdenken muss…Ich sollte meine Gedanken ein wenig sortieren, es ist zurzeit alles recht viel…“

„Oh natürlich.“ Hastig entzog ich meine Hand seinem Griff und sprang auf die Beine. Er wollte allein sein, natürlich. Ich hätte mich ihm nicht aufdrängen sollen. „Ich…Also wir sehen uns dann.“ Damit drehte ich mich um und wollte die Lichtung so schnell ich konnte verlassen.

Eine Hand an meinem Arm stoppte mich jedoch und ich dreht mich unsicher um. Boromir hatte sich erhoben und war mir gefolgt. Seine Linke Hand hatte nach meiner rechten Gegriffen und seinen Gesichtsausdruck war ernst, jedoch nicht unfreundlich.

„Ich war noch nicht fertig.“ Sagte er mit ruhiger Stimme. „Ich brauche in der Tat etwas Zeit zum Nachdenken, aber ich würde mich sehr freuen, wenn wir unser Gespräch weiterführen könnten. Vielleicht morgen…bei einem Spaziergang? Ich empfinde deine Gegenwart als überaus angenehm.“ Bei seinen Worten hatten die Schmetterlinge in meinem Bauch wieder angefangen zu flattern und ich musste mich zwingen ein nervöses Zappeln zu unterdrücken. Bei seinem letzten Satz meinte ich einen Rosa Schimmer auf seinen Wangen gesehen zu haben, doch vielleicht hatte ich mich da auch getäuscht. Plötzlich ging mir auf, dass er auf eine Antwort wartete.

„Ja klar… also ich meine sehr gerne, ja.“ Mein Kopf musste der Farbe einer Tomate gleichen, so fühlte es sich jedenfalls an als ich verlegen eine Antwort stotterte.

„Morgen also.“ Sagte er mir tiefer Stimme und hob meine Hand zu seinen Lippen. „Bis dahin.“ Mit geweiteten Augen sah ich zu wie er einen Kuss auf meine Knöchel hauchte. Dann ließ er meine Hand los, neigte kurz den Kopf und verließ damit die Lichtung.

Ich bleib stocksteif stehen, nicht in der Lage mich zu bewegen. Meine Hand kribbelte noch wo seine Lippen mich berührt hatten. Tara! Reiß dich zusammen! Du warst ihm schon viel näher, kein Grund zu einer Salzsäule zu erstarren. Aber irgendwie war diese Geste sehr viel intimer, als erwartet. Kopfschüttelnd riss ich mich aus meinen Gedanken und verließ die Lichtung. Ich war noch nicht bereit für Gesellschaft, weshalb ich nicht den Weg zum Pavillon einschlug. Gedankenverloren lief ich durch die Stadt der Elben, bis ich mich auf der Plattform wiederfand von wo aus mir Arien ganz zu anfangs die Stadt gezeigt hatte.

Erst spät abends kehrte ich zu den anderen zurück. Aragorn war wie immer noch wach und in seinen Augen lagen unendlich viele Fragen. Ich lächelte nur und nickte ihm zu, wie um zu sagen: ´Es geht mir gut und wir reden morgen´. Das schien ihm zu reichen, denn er ließ sich leise auf seinen Schlafplatz sinken.

Auch ich legte mich hin und kuschelte mich in meine Decken. Mit einem letzten Blick zu Boromirs schlafender Form und dem Geräusch des Feuers und des Waldes in den Ohren sank ich in einen erholsamen Schlaf.

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Tadaaaaaaaaa

Das nächste Kapitel Leute.

Vielen Dank für die Reviews meine Lieben, da macht es gleich doppelt so viel Spaß zu schreiben.

Das Lied war Starving von Hailee Steinfeld. Dabei hatte ich eine sehr langsame und leise Akustik Version im Kopf, natürlich auch ohne Begleitinstrumente. In meiner Vorstellung passt das Lied einfach super zur Situation und hilft Tara bissle was von der Nervosität und Unsicherheit loszuwerden.

Jedenfalls freue ich mich auf die nächsten Kapitel, da wird jetzt einiges passieren und ich weiß noch nicht so genau wie ich das alles gleichzeitig aufgreifen soll ohne dass es zu viel wird.

Lasst mir gerne ein Kommentar da wie euch das Kapitel gefallen hat.

Bis zum nächsten Mal.

Pigwidgeon
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