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Controlling Emotions

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Aragorn Boromir Gandalf Gimli Legolas OC (Own Character)
25.06.2016
13.06.2021
38
107.172
27
Alle Kapitel
95 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
12.04.2021 6.189
 
Disclaimer: Bis auf meinen OC gehören leider alle Figuren und allgemein alles was zu Mittelerde gehört nicht mir, sondern Tolkin und Peter Jackson. Ich verdiene kein Geld hiermit, auch wenn es schön wäre.



LEUTE!!!! Ich habe meine Prüfung bestanden!!!! Yeahhhhhhhh! Endlich bin ich ausgelernt und das bedeutet…. Ich habe wieder mehr Zeit zu schreiben… bzw. keine Ausrede mehr es nicht zu tun

Danke an „niemand“ für dein Review, ich hoffe dieses Kapitel erfüllt deine Hoffnung was Boromir angeht. Wenn nicht, dann wird es das nächste definitiv.



Fettgedruckt im Text ist Elbisch

Kursiv ist weiterhin Gesang, Gedichte, Zitate oder Gedanken.



Viel Spaß beim Lesen.



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Tara POV

Ich erwachte, weil mir jemand die Hand vor den Mund hielt und in die Nase kniff. Erschrocken riss ich die Augen auf und blickte auf das Gesicht einer gewisse Elbin, das über mir schwebte. Als ich meinen Schrecken verwunden hatte machte ich mit der Hand eine wischende Handbewegung und zog die Decke enger um mich. Was wollte sie do früh am Morgen? Es war noch nicht mal richtig hell.

„Hey!“ Zischte sie, sichtlich empört über meine Reaktion. „Aufstehen. Wir wollen trainieren.“

„Uhhhh“ gab ich stöhnend zurück und versuchte sie auszublenden. Das war wirklich nicht meine Tageszeit.

Mit einem nicht sehr elfenhaften Schnauben richtete sie sich auf und ich hoffte, dass sie einfach weg ginge und mich weiterschlafen ließ.

Pah! Wunschdenken. Mit einem Ruck wurde meine Decke von meinem Körper gerissen. „Arien!“ Wimmerte ich. Nein, definitiv nicht meine Tageszeit.

„Komm schon!“ Flüsterte sie und… nein! Das hatte sie nicht wirklich getan.

„War das dein Fuß? Hast du mich etwa grade getreten?….Du warte!“ Leise fluchend rappelte mich auf und blinzelte, um den Schlaf aus meinen Augen zu vertreiben. Mit einem hinterhältigen kichern hielt mir meine neue Freundin aka Drill Sergeant (Ich würde im Laufe der nächsten Tage erfahren wie gut diese Bezeichnung tatsächlich passte) einen Stapel Kleidung hin.

„Hier, zieh das an“ sagte sie und lächelte dabei zuckersüß. Ich warf ihr einen mörderischen Blick zu, schnappte mir die Kleider und ging mich umziehen.

So sehr ich mich auch freute mit dem Training zu beginnen, zu dieser Uhrzeit und ohne auch nur eine Tasse Kaffee… Da war ich einfach noch nicht funktionsfähig.

Ich tauschte meine Schlafklamotten gegen Hose und Oberteil aus… war das Leinen? Die Kleidung war jedenfalls unglaublich bequem.

Arien wartete schon auf mich. Sie sah wie immer umwerfend aus. Ihre graue Tunika schmiegte sich eng an ihren Oberkörper und ihre Haare waren in einen festen Zopf im Nacken gebunden. Um ihre Hüften lag ein Gürtel mit einem Schwert und mehreren kleinen Taschen. Um ihren Knöchel war ein kleiner Dolch geschnallt.

„Komm schon!“ Rief sie mir zu als ich müde auf sie zu trottete.

„So früh morgens so gut auszusehen sollte illegal sein.“ Gab ich mürrisch zurück und warf ihr einen finsteren Blick zu.

„Danke“ flötete sie fröhlich und deutete mir mit einem Nicken an mir zu folgen.

„Was machen wir als erstes? Zeigst du mir Bogenschießen? Oder Mit dem Schwert zu kämpfen?“ Neugierige folgte ich ihr.

„Aufwärmen“ Sagte sie nur und begann zu meinem Entsetzen zu joggen.

Stumm stand ich da und starrte auf Ariens Rücken. Ich hasste joggen. Von allen sportlichen Aktivitäten war Joggen die mit Abstand schlimmste. Nicht mal Basketball fand ich so unheimlich grauenvoll und meine Hand Fuß Koordination war unterirdisch.

„Na los!“ Rief Arien von weiter vorne. Sie hatte sich umgedreht und joggte nun auf der Stelle.

„Aber…“ Versuchte ich, doch wurde von ihr unterbrochen.

„Kein aber. Laufen! Jetzt!“ Sie war zu mir zurück gejoggt und stieß mir nun leicht gegen die Schulter. Mürrisch grummelnd begann ich zu rennen. Ich bereute jetzt schon sie gefragt zu haben.



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Laufen war noch viel schlimmer als ich es mir vorgestellt hatte. Nach fünf Minuten begann ich zu hecheln und musste mein Tempo drosseln. Nach 10 Minuten war ich langsamer als Schrittgeschwindigkeit. Jedes Mal, wenn ich versuchte, stehen zu bleiben scheuchte Arien mich weiter Meine Waden begannen höllisch zu brennen, ganz zu schweigen von dem fiesen Seitenstechen, dass mein Körper sofort entwickelte.

Arien jagte mich unerbittlich für eine halbe Ewigkeit durch den Wald bis wir endlich am Trainigsgelände ankamen. Dort brach ich keuchend zusammen und versuchte mein rasendes Herz und die brennenden Lungen zu besänftigen.

Wortlos hielt mir Arien einen Schlauch mit Wasser hin und ich inhalierte das Wasser fast schon. Langsam wurden die Stiche in meiner Seite besser und meine Atemfrequenz wurde langsamer. Joggen war einfach schrecklich.

„Deine Ausdauer ist miserabel. Der Grund, dass du in einem Kampf getötet wirst, wird zuallererst deine Kondition sein.“ Erklärte Arien ruhig. Sie lehnte lässig gegen einen Zaunpfosten ohne auch nur ein bisschen außer Atem zu sein. „Deswegen beginnt das Training ab jetzt täglich mit einem Lauf. Jeden Tag werden wir die Strecke verlängern oder das Tempo anziehen.“ Sie trat vor mich und bot mir eine Hand an.

„Ich hasse dich.“ Stöhnte ich und ließ mich von ihr auf meine wobbligen Beine ziehen. Als nächstes folgten Dehnübungen die mir vor Augen führten, wie unbeweglich ich war. Während Arien locker im Spagat mit der Nase den Boden berührte kam ich im Sitzen bei ausgestreckten Beinen nicht an meine Zehen. Langsam kamen immer mehr Elben auf das Trainingsgelände. Am Anfang waren es nur ein paar vereinzelte gewesen, doch jetzt füllte sich das Gelände.

Nach den Dehnübungen grummelte mein Magen so doll, dass wir eine Pause einlegten, um zu frühstücken.

Aragorn und Legolas leisteten uns beim Essen Gesellschaft. Boromirs Schlafmatte war leer, doch der Mann war nirgends zu sehen was mich die Stirn runzeln ließ. Wo war er? Es ging ihm offensichtlich nicht gut, aber warum redete er dann nicht mit uns? Wir könnten ihm doch vielleicht helfen. Ich wollte ihm helfen doch immer, wenn ich auf ihn zu ging blockte er mich ab. Es war als würde er mich meiden. Wieso? Seit wir in Lorien waren hatten wir noch keinen Satz miteinander gesprochen und das ließ mir keine Ruhe.

Grüblerisch kaute ich auf meinem Brot. Der Geruch nach essen hatte bald die Hobbits aufgeweckt, die sich verschlafen zu uns gesellten. Leider konnte ich mich nur kurz mit Frodo unterhalten, da Arien mich vom Tisch scheuchte so bald mein Teller leer war.

Wieder auf dem Trainingsgelände erklärte sie mir eine Grundlage von Selbstverteidigung und Nahkampf. Sie seigte mir wie ich meine Füße positionieren musste und Körper und arme einsetzt musste, um mich gegen einen Angreifer zu wehren.

Nach einer Pause verkündeten wir würden nun mit Muskeltraining weiter machen würden und wenn ich gedacht hatte, dass Joggen sein hart gewesen hatte ich mich bitter getäuscht. Als Arien mir endlich eine Pause gönnte brannte mein gesamter Körper wie Feuer. Ich ließ mich ins Gras fallen und beschloss liegen zu bleiben und nie wieder auch nur einen Muskel zu bewegen.

„Geh dich jetzt lieber baden. Nach dem Essen will die Lady Galadriel mit dir sprechen.“ Sagte Arien und schnappte sich einen Bogen. Ich sah ihr nach, während sie zu den Zielscheiben lief und rappelte mich stöhnend auf. So würden nun also meine Tage aussehen. Worauf hatte ich mich hier nur eingelassen?



Das warme Wasser tat wunder für meine wunden Muskeln und ich genoss den Duft der Seifen und Körperöle. Nachdem ich mich abgetrocknet und frische Kleidung angezogen hatte lief ich zu den anderen um mit ihnen zu essen.

Aragorn und Legolas waren wohl irgendwo unterwegs. Die Hobbits saßen bereits am Tisch und diskutierten eifrig über Personen (wohl Hobbits aus ihrer Heimat), die mir absolut nichts sagten. Jedes Mal wenn der Name Rosi viel wurde Sam jedoch Tomaten rot und vergrub sich in seinem Essen.

Gimli fragte mich wie es gelaufen sei und ich erzählte ihnen von meinem Training mit Arien. Zugegeben jammern trifft es besser, aber hey! Ich musste joggen! Ich durfte jammern. Während die Hobbits mit Sympathie nickten lachte Gimli mich eis kalt aus, als ich erzählte wie sehr mein Hintern schmerzte.

Viel zu früh musste ich mich von den anderen lösen und lief zu Galadriels Lichtung wo die Elbin schon auf mich wartete. Schön wie eh und je strahlten ihre Haare im Sonnen licht und ich staunte erneut über ihre transzendente Erscheinung.

Sie winkte mich zu ihr und ließ sich mit mir auf einer Bank nieder.

„Was ich dich von nun an lehren werde ist, deine Magie zu visualisieren. Sie für dich sichtbar zu machen und genau zu kontrollieren wie viel von ihr du nutzt. Wir werden versuchen deine Energie auf andere Lebewesen zu übertragen und damit zu heilen ohne deinen Gegenüber zu verletzten oder dir selbst zu schaden.“ Erklärte sie mir sanft. Ich nickte und ließ mir ihre Worte erneut durch den Kopf gehen.

Meine Energie zu visualisieren hatte ich schon etwas drauf. Aber das Dosieren lief noch gar nicht und ich hatte noch nie versucht meine Magie auf andere zu übertragen. Ich hätte nicht mal gedacht, dass das möglich wäre. Nervös kaute ich dabei auf meiner Unterlippe und zupfte an meinem Ärmel.

„Wie du deine Emotionen dafür nutz kann ich dir leider nicht sagen, doch ich werde dich so gut ich kann leiten. Hab keine Angst meine Liebe.“ Dabei legte sie ihre Hände auf die meinen und ich lächelte sie dankbar an.

Wir verbrachten den Nachmittag damit meine Magie zu visualisieren und dabei mit verschiedenen Emotionen zu arbeiten. Ich muss zugeben die Meditation und das Fokussieren auf meine Magie viel mir sehr schwer, doch es tat so gut etwas von der konstanten Angst, die meine Magie begleitete ablegen zu können. Ich wusste, wenn ich die Kontrolle verlor, würde Galadriel verhindern, dass ich jemanden verletze, und das entspannte mich enorm.

Gegen Abend hatte ich ein grobes Konzept von dem was Galadriel versuchte mir zu vermitteln, war jedoch vollkommen erschöpft. Nein nicht nur erschöpft, ich war vollkommen fertig. Beim Abendessen mit den anderen konnte ich kaum die Augen offenhalten und beim Zähne Putzen war ich ein paar Mal eingenickt. Als mir irgendwann die Zahnbürste aus der Hand gefallen war hatte ich aufgegeben. Ich war auf meine Schlafmatte gekrochen und sofort eingeschlafen.

Die amüsierten Blicke der anderen waren mir dabei völlig entgangen.



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Am nächsten Tag musste ich feststellen, dass Arien es absolut ernst gemeint hatte, mit mir nun jeden Tag joggen zu gehen. Es war genauso anstrengend wie gestern, hinzu kam der schlimmste Muskelkater meines Lebens. Auch der Rest des Morgens lief identisch zum Gestrigen. Arien schien mein Leid regelrecht zu genießen und die anderen fanden es wohl lustig als sie mich erneut vom Frühstückstisch wegzerrte. Mittlerweile verfluchte ich mich bei jedem Situp und jeder Liegestütz. Ich hatte mir das selbst zuzuschreiben.

Das Training mit der Lady Galadriel war mein Lichtblick. Es war verdammt anstrengend über eine so lange Zeit hinweg fokussiert zu bleiben, aber mit meiner Magie zu arbeiten und mehr darüber zu lernen fühlte sich einfach so richtig an.

Ich saß im Schneidersitz auf der Lichtung, die Augen geschlossen und tiefe Atemzüge nehmend. So hatte ich die Zeit seit dem Mittagessen verbracht und ich spürte wie meine Magie in mir wirbelte.

„Spüre wie die Energie in deinem Körper zirkuliert. Alles in dieser Welt besteht aus Energie und ist so miteinander verbunden. Folge dem Strom deiner Magie durch deinen Körper und versuche die Kontaktstellen mit deiner Umwelt zu spüren.“

Ich versuchte mich auf die Stimme der Elbin zu konzentrieren und ihre Anweisungen zu befolgen, doch ich hatte das Gefühl ich stünde auf einem Drahtseil in großer Höhe. Verlor ich meine Konzentration auch nur für eine Sekunde, würde mir meine Verbindung entgleiten.

Krampfhaft versuchte ich mir die Farbige Masse in meinem Inneren vorzustellen, doch ich sah nur Schwarz hinter den Lidern meiner Augen. In meinem Kopf kreisten tausende Gedanken. Wann immer ich versuchte mich zu zentrieren und nur auf meine Magie zu konzentrieren prasselten sie auf mich ein. Gedanken über meine Familie, über diese Welt und unsere Mission, und zu meinem Frust Gedanken über einen Gewissen Gondoriander. Ich konnte diese Gefühle, die Sorgen und Zweifel einfach nicht abschütteln und das machte mich wahnsinnig.

„Tara, du kannst das nicht erzwingen. Du musst es fühlen musst es einfach geschehen lassen, ohne Kontrolle. Du musst dich fallen lassen.“

„Das versuch ich ja, aber ich kann mich nicht konzentrieren. Da ist alles schwarz und ich kann meine Magie einfach nicht sehen. Ich spüre sie aber so wie immer, als dieses Wirbeln im Bauchraum. Ich weiß nicht, wie ich ihr folgen soll, wenn ich sie nicht sehe. Ich hab das doch schon geschafft, warum klappt es denn nicht?“ Frustriert rupfte ich etwas Gras aus und schmiss es zur Seite.

„Tara du musst deinen Geist frei machen, sonst werde ich dir nicht helfen können.“ Galadriel war mit einer fließenden Bewegung aufgestanden und stand nun vor mir.

„Ich weiß“ seufzte ich leise. „Es will irgendwie nicht funktionieren.“

„Gehe ein Stück mit mir.“ Sagte die Elbin lächelnd und ging in Richtung der Bäume. Hastig stand ich auf und eilte ihr nach.

„Alles in dieser Welt ist eins. Wir sind alle verbunden und bestehen aus ein und derselben Energie, wenn du das verstehst, wirst du deine Magie mit anderen Augen sehen.“ Sie hielt mir ihren Ellenbogen hin und ich legte meine Hand auf ihren Unterarm.

„Ich kann es mir vorstellen, aber ich sehe es nicht.“ Versuchte ich ihr zu erklären. Ich konnte es mir wirklich vorstellen, aber wenn ich versuchte es zu visualisieren dann war da nichts.

„Du glaubst nicht. Nicht an dich und nicht an deine Magie. Du hast Angst und das blockiert dich. Dein Blick wird von Sorgen und Zweifel getrübt. Sag mir, was fürchtest du?“ Wir waren stehen geblieben und ihr Blick lag nun auf mir.

„I…Ich…“ verlegen senkte ich den Blick und begann nervös an meinem Ärmel zu zupfen. Meine Gedanken gingen sofort zu meiner Familie und ich strich mir zittrig die Haare aus dem Gesicht. Ich wollte nicht über meine Ängste reden, wollte nicht meine Sorgen aussprechen, nicht schon wieder jammern. Mit Arien war das anders. Mich bei ihr über das Training zu beschweren war nichtmal richtig ernst gemeint, aber vor Galadriel wollte ich nicht schwach erscheinen. Diese wunderschöne, mächtige Elbin, die so viel Güte und Weisheit ausstrahlte. Ich war mir nicht sicher wieso, aber ich hatte das Gefühl mich beweisen zu müssen. Dass sie ihre Zeit mit mir nicht verschwendete. Das ich nicht nutzlos war, keine Last für meine Freunde sein würde.

„Ich verstehe.“ Riss mich die Stimme der Lady aus meinen Gedanken. Verblüfft blickte ich zu ihr auf und sah Verständnis und Mitgefühl. „Verzeihe mir meine Liebe, ich wollte dich nicht unter Druck setzen.“ Ein sanftes Lächeln erschien auf ihren Lippen.

„Äh..mm, ich…“ stammelte ich und spürte wie meine Wangen rot wurden. Hatte sie meine Gedanken gelesen?

„Nur weil du in dem was du tust, noch nicht überragend bist, heißt das nicht, dass du keinen Wert hast. Selbst ohne Magie, wärst du ebenso wertvoll und unersetzlich wie mit ihr. Deine Fähigkeiten definieren dich nicht. Sondern dein Innerstes. Der Mensch der du bist ist einzigartig und nur du kannst die Rolle spielen die die Valar für dich angedacht haben. Wenn du deine Freunde fragst, werden sie dir das sicherlich bestätigen.“ Sanft legte sie mir eine Hand an die Wange und ich genoss die Berührung.

„Was ist, wenn sie wegen mir verletzt werden? Weil ich zu schwach bin? Ich könnte es nicht ertragen noch jemanden zu verlieren.“ Flüsterte ich leise und spürte wie meine Augen sich mit Tränen füllten.

„Und erneut unterschätzt du deine Fähigkeiten. Du bist nicht schuld an Gandalfs tot und wirst auch keinen der anderen verletzen. Doch das hat Estel dir bereits gesagt.“ Ein belustigtes funkelt lag in ihren Augen. „Aragorn ist nicht nur ein erfahrener Krieger, er ist auch ein guter Mann. Er würde nicht zulassen, dass du sie begleitest wenn das die anderen Mitglieder gefährden würde. Und er würde sich nicht mindern und dir etwas vortäuschen. Das würden keiner von ihnen. Jeder einzelne in der Gemeinschaft hat seinen Platz und seine Aufgabe. Das gilt auch für dich.“ Ihre Stimme war sanft, aber bestimmt. In ihren Augen lag nur Wahrhaftigkeit. Ruhig nahm sie meine Hand und strich mir über den Handrücken.

„Und ist nicht dies der Grund wieso Arien dich das Kämpfen lehrt? Um dich und die anderen besser verteidigen zu können. Wie kannst du also noch zweifeln? Du bist unersetzlich, ob mit oder ohne Magie, kämpfend oder nicht. Sie alle werden dich brauchen früher oder später wirst du das Erkennen. Du kannst Frodo seine Bürde nicht abnehmen, denn es ist an ihm sie zu schultern, doch du kannst ihm helfen die Last zu tragen, kannst ihm helfen der Dunkelheit zu entfliehen.“

Ihre Worte schlossen sich sanft um mein Herz und ich merkte wie mir die Tränen stumm über die Wangen rollten. Tränen der Dankbarkeit und Freude. Ein warmes Gefühl breitete sich in mir aus und ich merkte, wie ich begann ihre Worte zu verinnerlichen. Die Art wie sie sprach erinnerte mich an den grauen Zauberer und mischten etwas bittersüßes in den Moment, doch das erste Mal war der Gedanke an Gandalf nicht dominiert von Schmerz und Trauer.

„Was du zu lernen versuchst ist keineswegs einfach, lass dir die Zeit die du brauchst um deine Gedanken zu Ordnen und deinen Geist zu klären. Alles was du brauchst, ist dir bereits inne. Du musst es nur finden und an dich glauben.“ Sie lächelte mich an und führte mich langsam zurück zu Lichtung.

„Am besten du denkst noch etwas darüber nach. Und solltest du Zweifel haben, so sprich mit den anderen, sie werden meine Worte bestätigen, glaub mir.“ Dabei schenkte sie mir ein wunderschönes Lächeln und ich konnte nicht anders, ich schlang meine Arme um ihren Hals und umarmte sie.

„Danke, vielen Dank“ flüsterte ich, während ich mein Gesicht in ihrem Haar vergrub. Ein melodisches Lachen, glockenhell und wunderschön erklang, während sie ihre Arme um meinen Körper legte. Ich blieb einen Moment so stehen und genoss ihre Wärme, dann trat ich etwas verlegen zurück.

„A…Also ich geh dann mal“ sagte ich leise und wandte mich zum Gehen.

„Ruhe wohl kleine Magierin.“

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Auf dem Weg zu den anderen umspielte die ganze Zeit ein Lächeln meine Lippen. Meine Gedanken kreisten um die Worte Galadriels wodurch ich nicht merkte, dass jemand auf mich zu kam, bis dieser mit mir zusammen stieß.

Mit einem erschrockenen Aufschrei strauchelte ich nach hinten nur um eine Hand an meinem Arm zu spüren, die mich auf den Füßen hielt. Als ich aufblickte, traf mein Blick sturmgraue Augen und ich stockte. Mein Mund öffnete sich wie, um etwas zu sagen, doch kein Laut kam heraus.

Eine Sekunde blieben wir regungslos stehen und sahen einander nur an. Diese Augen waren faszinierend und unergründlich.

Ebenso plötzlich wie er begonnen hatte endete der Moment. Bevor ich reagieren konnte, war die Hand verschwunden und er hatte sich ruckartig abgewand.

„Boromir!“ rief ich. Keine Reaktion.

„Boromir warte!“ Wieder nichts, er lief einfach weiter. Ich begann ihm nachzulaufen.

„Lass uns doch bitte reden. Boromir?“ Ich musste fast schon rennen, um zu ihm aufzuholen.

„Hey, warte doch mal. Was hab ich denn gemacht. Ich dachte wir… also… Boromir bleib doch bitte stehen!“ Ich stolperte über meine eigenen Worte. Als ich ihn endlich eingeholt hatte griff ich nach seiner Schulter um ihn zu stoppen.

„Können wir denn nicht rede…“

„Nein! Das können wir nicht!“ Blitzschnell fuhr er herum und ich zog erschrocken meine Hand zurück.

„Wir können nicht reden“ fauchte er. Über seinem Gesicht lag ein düsterer Schatten und seine Augen waren dunkel. „Halt dich fern von mir.“ Ich stand da wie versteinert. Was war geschehen? Was war nur los mit ihm?

„A…Aber ich will mich nicht fern halten.“ Ich hatte Schwierigkeiten meine Stimme wieder zu finden.

„Ich kann dich nicht sehen. Es geht einfach nicht. Ich…“ Er fuhr sich durch die Haare. Was er sagte machte absolut keinen Sinn. Was meinte er denn damit?

„Boromir ich…“ Er zuckte zusammen als ich seinen Namen nannte. „Ich weiß nicht was du mein…“

„Du bist da. Immer bist du da. Verstehst du nicht. Ich sehe dich wieder und wieder.“ Seine Stimme klang hart und bitter.

„Ich habe ihre Stimme in meinem Kopf gehört. Die der Elbin in Weiß. Sie sprach von meinem Vater und dem Fall Gondors. Sie sagte zu mir, selbst jetzt besteht noch Hoffnung. Doch ich sehe sie nicht. Es ist lange her, dass wir hoffen konnten. Mein Vater ist ein edler Mensch, aber er ist ein schwacher Herrscher und unser Volk verliert das Vertrauen. Ich soll für ihn alles zum Guten wenden, ich würde es tun. Aber wie kann ich das unmögliche vollbringen. Jede Nacht sehe ich wie die Gemeinschaft versagt, wie Gondor fällt und die freien Völker Mittelerdes brennen.“ Seine Stimme hatte einen verzweifelten Tonfall angenommen, seine Augen waren erfüllt von Kummer und Schmerz.

„Und ich sehe dich. Immer sehe ich dich, wie du vor meinen Augen den Tod findest…Wie das Leben aus deinen Augen weicht und deine Magie erlischt.“ Meine Brust zog sich bei seinen Worten zusammen. „Und wenn ich die Augen öffne, dann bist du wieder da. Gesund und lebendig…“ Er streckte die Hand nach mir aus, als wolle er sie mir auf die Wange legen.

„Doch ich sehe nur den Tod.“ Die letzten Worte kamen nur geflüstert hervor. Verzweifelt sank er auf die Knie und starrte auf seine Hände. Erneut liefen mir Tränen über die Wange, während ich regungslos zusah, wie der Mann vor mir zerbrach. „I…Ich kann nicht…Meine Gedanken sind derzeit stets in Dunkelheit gehüllt. Kein Licht dringt durch diese unendliche Finsternis. Es gibt nur Schwärze. …Sag mir, wie kann ich noch hoffen? Wie noch kämpfen? Wie kann ich…?“ Seine Stimme klang gebrochen und leer. Und plötzlich konnte ich mich nicht mehr zurückhalten, ich viel vor ihm auf die Knie, schlang meine Arme um seinen Hals und zog ihn an mich.

Kurz rührte er sich nicht, doch dann schloss er die Arme um meinen Körper und vergrub seinen Kopf in meinem Nacken. Wie ein ertrinkender der sich an das Leben klammert hielt er mich fest in seinen Armen. Meine Hand wanderte automatisch zu seinem Kopf und strich ihm sanft über die Haare.

„Ich bin hier, und ich lebe“ flüsterte ich ihm ins Ohr und ich spürte wie er die Arme enger um mich legte.

Ich wusste nicht, wie lange wir in dieser Position verharrten. Doch ich rührte mich nicht. Ich war hier und ich würde bei ihm bleiben. So wie er da gewesen war, als wir Moria verlassen hatten, würde ich nun für ihn da sein. Ich wusste nicht genau wie, aber ich würde ihm helfen. Eins wusste ich jedoch genau. Was er gerade brauchte war Hoffnung. Hoffnung und Licht.

Ich konzentrierte mich auf mein innerstes und ließ etwas von meiner Magie frei. Ich formte den wirbelnden Strom zu goldenem Licht, dass meinen Körper einhüllten. Ich dachte nicht darüber nach was ich tat, sondern ließ mich von meinen Gefühlen leiten. Bunte Rauchschwaden tanzten um unsere Beine und warmes Licht erhellte meine Haut.

Langsam löste ich mich aus der Umarmung und hob mir meiner Hand sanft seinen Kopf an. In seinen Augen spiegelte sich meine Magie und etwas, nur ein winzig kleines Bisschen von dem Schmerz und der Verzweiflung verschwand.

„Lass mich dir helfen“ flüsterte ich leise und erwiderte dabei sanft seinen Blick. Für einen Moment reagierte er nicht, doch dann gab er ein kaum wahrnehmbares Nicken von sich.

Erleichtert atmete ich auf und erhob mich. Ich hielt Boromir die Hand hin und nach kurzem Zögern ergriff er sie. Zwar wäre ich wohl kaum in der Lage gewesen ihn hochzuziehen, was diese Aktion mehr oder weniger sinnlos machte, aber hey, der Wille zählt.

„Wir sollten zu den anderen gehen, es ist schon spät“ sagte ich in die entstandene Stille. Erneut ein Nicken.

Gemeinsam liefen wir die Strecke durch den von Elbenlichtern erhellten Wald bis zum Pavillon. Dort hörten wir schon von weitem die Stimmen der anderen. Gimlis tiefes Lachen und die hellen Stimmen von Pippin und Merry. Allein ihr Klang zauberte mir ein Lächeln auf die Lippen. Ich wünschte der Mann neben mir könnte das fühlen. Es war viel zu lange her, seit ich ihn lächeln gesehen hatte.

Doch immerhin kannte ich nun das Problem. Und ich würde ihm irgendwie helfen. Es musste eine Lösung geben, wie ich verhindern konnte, dass die Macht des Ringes ihn so beeinflusste.

Gemeinsam betraten wir den Pavillon. Meine Freunde hatten in einem Kreis um das Feuer Platz genommen und unterhielten sich fröhlich. Dabei waren Merry und Pippin wie immer die Hauptredner. Doch auch Gimli und Sam, ja sogar Frodo waren in ein Gespräch vertieft. Aragorn saß wie immer ruhig da und schmunzelte still in sich hinein. Zu meiner Überraschung saß auch Arien mit in der Runde und war augenscheinlich in eine hitzige Diskussion mit Legolas vertieft.

Lächelnd ließ ich mich neben Arien nieder, die mich mit einem nicken begrüßte und weiter in der Sprache der Elben auf Legolas einredete. Dieser sah zunehmend hilfloser aus, obwohl er ebenso hitzig konterte.

Zu meiner Freude hatte Boromir mir gegenüber zwischen Aragorn und Gimli platz genommen. Aragorn hatte ihm zur Begrüßung zugenickt und mir dann ein feines Lächeln geschenkt. Ich wusste nicht genau was das zu bedeuten hatte, doch ich erwiderte es ohne zu zögern. Sofort bekamen wir von Sam eine Schüssel Eintopf und ein Stück Brot in die Hand gedrückt, welches sie wohl für uns aufgehoben hatten. Gierig begann ich das Essen zu vertilgen.

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Boromir POV



„Langsam Tara, das Essen läuft dir nicht davon.“ Rief Pippin quer über das Feuer.

„Das kommt ausgerechnet von dir Pip!“ Gab Merry zurück und knuffte den jüngeren Hobbit in die Seite. Sofort plusterte Pippin die Backen auf, bevor er empört ein Merry einzureden begann.

Boromirs Blick blieb jedoch auf der jungen Frau liegen, mit der er den Pavillon betreten hatte. Diese Frau… Das erste Mal seit Tagen, nein Wochen hatte er wieder einen Hauch von Hoffnung. Konnte wieder einigermaßen klar denken. Sie hatte seine Welt aus Schatten und Finsternis mit ihrer Magie durchbrochen und ihm etwas Licht geschenkt. Noch immer konnte er diese dunkle Präsenz spüren, doch sie war lang nichtmehr so dominant und allumfassend. Für einen kurzen Moment konnte er aufatmen.

Langsam aß er und ließ dabei das zarte Gefühl der Hoffnung durch sich strömen. Er wollte nicht an die Nacht denken, nicht an das Morgen. Da würde ihn die Dunkelheit erneut einhüllen. Jetzt jedoch, in diesem Augenblick gab es Licht, und Wärme. Alles andere war unwichtig. Die Gespräche um das Feuer herum waren langsam verstummt als Gimli angefangen hatte zu erzählen.

Gebannt lauschten alle der Geschichte des Zwergs, doch Boromir achtete nicht auf seine Worte. Sein Fokus lag weiter auf der jungen Magierin. Es war als würde er jede Regung, jedes Wort und jedes Lachen von ihr in sich aufnehmen. Ihre Mimik war so offen und aufrichtig. Jede Emotion, jedes Gefühl war auf ihrem Gesicht zu lesen. Die Begeisterung für die Geschichte des Zwergs, die Zuneigung zu den Mitgliedern der Gemeinschaft und das feine Stirnrunzeln, wenn sie nachdachte. Wann immer sich ihre Blicke kreuzten, begann sie zu lächeln, bevor ihre Wangen sich etwas rot färbten und sie den Blick wieder abwandte.

All das nahm der Gondoriander in sich auf und versuchte es so gut er konnte zu verinnerlichen. Schon jetzt merkte er wie die Schatten seiner Welt wieder dunkler wurden und das Licht langsam schwand. Schon bald würde die Finsternis seine Gedanken wieder vernebeln und er würde der Stimme nichtmehr widerstehen können.

Als sich sein Blick wieder auf Tara fokussierte sah er, wie sie grübelnd ins Feuer starrte und dabei abwesend auf ihrer Unterlippe kaute.



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Tara POV



Ich genoss die Gegenwart der Hobbits. Sie waren stets so positiv und redselig. Die Zeit in Lorien tat ihnen sichtlich gut, sogar Frodo sah schon viel besser aus. Es war einfach angenehm bei ihnen zu sein. Seit Gimli mich in der Gruppe akzeptiert hatte genoss ich auch seine Gegenwart immer mehr. Seine Geschichten waren fesselnd und ich liebte es, wenn er Abenteuer und Legenden mit uns teilte.

Ich lauschte gespannt seinen Erzählungen über eine Gruppe Zwerge die mit Frodos Onkel wohl einige Abenteuer erlebt hatten. Irgendwie schienen alle außer mir dies Geschichten zu kennen, da immer wieder Kommentare von den anderen kamen, worüber sich Gimli immer tierisch aufregte.

Ich fand das ganze ziemlich amüsant und genoss das leichte Gezänk der anderen. Immer wieder wanderte mein Blick zu Boromir, der mich ruhig musterte. Verlegen wandte ich dann meinen Blick ab. Warum wurde ich immer so nervös, wenn sich unsere Blicke trafen? Die Gedanken kreisten in meinem Kopf und ich verlor irgendwann den Faden in Gimlis Geschichte.

Mit fortschreitendem Abend bemerkte ich jedoch, dass die Schatten über Boromirs Gesicht wieder tiefer wurden und der Glanz langsam aus seinen Augen wich. Mein Licht hatte wohl weniger als erwartet geholfen. Wie sollte ich ihm helfen, wenn meine Magie so wenig Wirkung zeigte? Es musste irgendwie möglich sein.

Vor lauter Gegrübel merkte ich nicht dass Gimli seine Geschichte beendet hatte und das Gespräch zu ernstere Themen geschwankt war. Wie lange wir wohl noch hier bleiben konnten und was der nächste Schritt unserer Reise sein würde. Keiner dachte gern über dieses Thema nach und ich sah wie die Mienen der Hobbits wieder ernst wurden. Ja, die Zukunft. Daran wollte ich gar nicht denken. Dafür war ich nicht bereit. Definitiv nicht.

„Tara, sing uns ein Lied.“ Durchbrach plötzlich Merrys Stimme die unbehagliche Stille.

„Ja ein Lied, Tara!“ Stimmte Pippin zu, das Lächeln wieder auf dem Gesicht. Auch von Sam kam ein freudiges Nicken. Ich blickte zu Merry, der mich schief angrinste. Seine Augen waren jedoch ernst: dann glitt sein Blick zu den anderen Hobbits und sein Lächeln vertiefte sich.

Merry, Merry, dachte ich kopfschüttelnd, du bist um einiges Weißer als man denken würde. Ihm war nicht mal bewusst, dass er mein Problem gerade gelöst hatte. Ich wusste nun was ich tun musste, um etwas Zeit zu gewinnen. Zeit, um herauszufinden wie ich Boromir helfen konnte. Ein Lächeln umspielte meine Lippen.

Ich setzte mich aufrecht hin und konzentrierte mich auf das Lied, das ich singen wollte. Ja, das war einfach perfekt. Ich summte ein Paar Takte, um meine Tonlage zu finden. Dan nahm ich einen tiefen Atemzug. Ich griff in mich und versuchte mich an Gandalfs und Galadriels Übungen zu konzentrieren. Ich wusste, diesmal würde ich es schaffen. Es fühlte sich einfach so richtig an. Ich griff in mich und ließ das Wirbeln in meinem Bauch zu. Meine Haut begann zu kribbeln und ich ließ mich fallen.

In meinem Geist formte sich endlich wieder die bunte, wirbelnde Masse. Ich ließ die Energie in mir zirkulieren und begann dann leise zu singen:

Fear not this night. You will not go astray.Though shadows fall still the stars find their way.

Ich stellte mir eine Schleuse vor, die ich langsam öffnete und die Magie hinausströmen ließ. Dabei fokussierte ich mich auf bestimmte Farbstränge und versuchte die anderen so gut ich konnte zurückzuhalten. Bilder flogen durch meinen Kopf, Erinnerungen und Gefühle, die ich mit offenen Armen empfing und mich davon ausfüllen ließ.

Awaken from a quiet sleep. Hear the whispering of the wind.Awaken as the silence grows in the solitude of the night.

Mein Körper hatte angefangen zu leuchten und ein sanfter Wind umspielte uns. Bunte Rauchschwaden tanzten über den Boden und pulsierten im Takt der Musik. Das war das strahlende Grün der Hoffnung. Ein warmes Orange und das Strahlende Gelb von Freude, Glück und Spaß. Immer wieder schlich sich eine blaue, oder graue Faser dazwischen, die jedoch sofort in den helleren Farben verpuffte. Hier gab es keinen Platz für negative Gefühle.

Darkness spreads through all the land and your weary eyes open silently.Sunsets have forsaken all and must open their eyes now.Nightmares come when shadows grow... Ice glows and heartbeats slow.”

Meine Stimme war wurde langsam lauter und es war als würde meine Magie darauf reagieren. Die Farben wurden intensiver und ihre Bewegung folgte dem Takt der Musik. Ich spürte wie meine Energie, meine Gefühle nach außen strömten und in hellen Wogen meine Freunde umhüllten. Ich wusste nicht, ob sie es sehen konnte, doch ich konnte es ganz deutlich spüren.

Fear not this night. You will not go astray. Though Shadows fall still the stars find their way.

Goldene Ranken wuchsen aus dem Licht das mich umgab und Kletterten in die Luft über unseren Köpfen. Sie verzweigten und verästelten sich und ließen feinen Funken durch den Himmel Tanzen. Der Wind war stärker geworden und umspielte nun sanft meine Haare.

And you can always be strong.Lift your voice with the first light of dawn.Dawn is just a heartbeat away. Hope is just a sunrise away.

Als ich diese wechselte mein Blick zwischen Boromir und Frodo hin und her. Ich wollte, dass sie Die Hoffnung und Freude spürten, die in mir wirbelte und mit jedem Wort, dass ich sang, stärker wurde. Als ich in die zweite Strophe einstieg, hörte ich zu meiner Überraschung ein Summen von meiner Rechten. Als ich zu Arien blickte, lächelte diese mich an, während sie die Akkorde zu meiner Melodie summte. Dankbar griff ich nach ihrer Hand.

Distant song of melody scoring through the night to your heart.Auroras make circumstance in the solitude of our life.Pleading silent arias gently grieving in captive misery.Darkness sings a violent song, yet our hope can still rise up.

Unsere Stimmen wurden lauter und Arien wechselte zu einem Oh. Das Licht hatte nun auch sie umhüllt und strahlte hinaus in die Nacht.

Nightmares come where shadows grow.Lift your voice lift your heart.

Die goldenen Ranken füllten das Dach des Pavillons aus und bildeten Knospen, die sich zu strahlenden Blüten öffneten. Die Energie strömte durch mich hindurch und ich musste nichtmehr nachdenken. Ich wusste genau was ich tat, es geschah alles wie von selbst. Nein, ich tat es nicht, ich fühlte es.

In den Refrain stimmte Arien dann mit dem Text ein und sang eine zweite Stimme auf die meine. Unsere Stimmen harmonierten und bildeten mit meiner Magie einen wunderschönen, vollkommenen Klang.

Fear not this night. You will not go astray.Though shadows fall still the stars find a way.

And though the night skies fill with blackness.Fear not risen, hold out and take my hand!

Fear not this night! You will not go astray.Though shadows fall still the stars find a way!

Ich griff noch ein Mal in mich und ließ meine Magie aufs mir herausströmen. Das Lichte wurde Heller und unsere Stimmen lauter, während der Pavillon aufstrahlte im Licht meiner Magie.

Fear not this night! You will not go astray. Though shadows fall still the stars find a way!And you can always be strong.Lift your voice with the first light of dawn!

Abrupt verstummten unsere Stimmen. Und die Wogen aus licht verschwanden langsam. Stück für Stück verblassten die Ranken und der bunte Nebel wurde schwer und träge. Meine Stimme klang hell und klar durch die Nacht als ich die letzten zwei Zeilen ausklingen ließ.

Dawn is just a heartbeat away...Home is just a sunrise away...

Als der letzte Ton verstummte verschwanden auch die Ranken endgültig und das Licht, das mich und Arien umgab, erlosch. Nur das Knistern des Feuers drang durch die Stille, die sich über unseren Kreis gelegt hatte. Ich hatte die Augen noch geschlossen, zu überwältigt von den Gefühlen die in meinem Körper zirkulierten.

Als ich es endlich schaffte die Augen zu öffnen, merkte ich, dass es den anderen ähnlich ging. Ihre Blicke waren in die Ferne gerichtet, alle tief in Gedanken und Erinnerungen versunken. Jeder von ihnen hatte ein Lächeln auf den Lippen und ihre Augen waren erfüllt von purem Glück. Aragorn s Hand lag auf einer Kette die er um den Hals trug. Merry hatte einen Arm um Pippin gelegt und Gimli drehte eine Perle aus seinem Bart zwischen den Fingern.

„Das war wunderbar.“ Flüsterte Sam der mich durch Freudentränen hindurch anblickte. Ich lächelte bei dem Anblick. Diese Nacht, würde kein Albtraum den weg zu uns finden. Da war ich mir sicher.



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Wow Leute. Ich liebe, liebe, liebe dieses Kapitel. Es hat mir so viel Spaß gemacht das zu schreiben. Vor allem das Ende. Ich denke ich wird noch einiges ändern, wenn ich die Geschichte nochmal überarbeite, weil mir manche Situationen nicht ausführlich genug sind, aber ich bin rund um total Glücklich. Eigentlich wollte ich noch mehr reinpacken, aber das ist gerade so ein schöner Schluss.



Ich habe nicht so viel Ahnung von Training, Muskelaufbau und Kampfsport, also weiß ich nicht wie realistisch meine Beschreibung nun war. Falls einer von euch da Tipps und Verbesserungsvorschläge hat freue ich mich auf jeden Fall über etwas Hilfe.



Allgemein, wenn ihr denkt, ich sollte etwas verändern. Dann her mit euren Ideen. Die kann ich immer brauchen. Zumal Tara wenn sie nun heilen lernt und ihre Magie hoffentlich langsam stärker wird echt Gefahr läuft viel zu perfekt zu werden.

Da es mein Charakter ist bin ich da leider sehr voreingenommen und absolut grottig, wenn es darum geht Makel einzubauen. Also falls ihr Vorschläge habt… Ihr wisst schon :D

Die Inspiration für die Ranken hat Tara natürlich von dem Disneyfilm Rapunzel.

Das Lied ist Fear not this night von Jeremy Soule. Von Guild Wars 2 glaub. Ich liebe es. Ich finde es passt hier super. Mit dem Dunkelheit- und Licht- und Hoffnungs-Aspekt. Hoffe ihr findet es genauso geil wie ich. Am besten ihr hört es euch mal an, dann wisst ihr was ich meine <3
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