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Controlling Emotions

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Aragorn Boromir Gandalf Gimli Legolas OC (Own Character)
25.06.2016
13.06.2021
38
107.172
26
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
22.03.2021 3.709
 
Disclaimer: Bis auf meinen OC gehören leider alle Figuren und allgemein alles was zu Mittelerde gehört nicht mir, sondern Tolkin und Peter Jackson. Ich verdiene kein Geld hiermit, auch wenn es schön wäre.





Boromir POV

Sie war hier. Direkt vor seinen Augen. Sie war gesund. Eine unendliche Schwere wich von ihm. Es geht ihr gut. Er wollte aufspringen und zu ihr gehen. Wollte sie in den Arm schließen, sie berühren. Wollte sie festhalten und nie wieder loslassen. Doch die Dunkelheit in ihm hielt ihn zurück. Seine Gedanken wurden von tag zu Tag dunkler und es gelang ihm nicht das Licht zu sehen, dass es zweifellos gab. Die Angst um seine Stadt, sein Land und die Menschen dort war stets da und bedrückte ihn. Sie wurde von Tag zu Tag stärker, je näher sie dem dunklen Reich kamen.

Ja, er kannte Angst, sie war sein ständiger Begleiter und er zwang sich jeden Tag aufs Neue sie zu überwinden, ihr nicht nachzugeben. Zwang sich dazu das leise Flüstern in seinem Kopf von sich zu schieben und der Anziehungskraft des Ringes zu widerstehen. Doch noch nie hatte er solch eine Angst gehabt. War so verzweifelt und verloren gewesen, wie in den letzten Tagen.

Sie zu verlieren hätte ihn in einen Abgrund gerissen tiefer als den, ihn den Gandalf gestürzt war. Und das hatte ihn in Schrecken versetzt. Er war verloren. Wusste nicht was das richtige war, doch die Bilder in seinem Kopf trieben ihn von der jungen Frau weg. Wortlos verließ er das freudige Wiedersehen und ging tiefer in den Wald.



Tara POV

Die nächsten Tage verbrachte ich ausschließlich mit den anderen. Ich genoss die ausgelassene, quirlige Stimmung die Merry und Pippin umgab. Die fantastischen Erzählungen über den Wald die Legolas nur zu gerne bereit war zu teilen. Ich genoss Aragorns Ruhe, während ich weiter an meiner Magie übte. Nur kleine Dinge, die wenig Energie brauchten. Mehr traute ich mir noch nicht zu. Nur Boromir ging mir bedacht aus dem Weg. Sein Gesicht war stets voller Sorge und Gram. Er interagierte kaum mit den anderen und wann immer ich versuchte auf ihn zuzugehen entzog er sich mir mit einer schwachen Ausrede.

Meine Augenbrauen zogen sich zusammen, während ich den hellhaarigen Mann beobachtete. Er war mir ein einziges Rätzel. Die Art und Weise, wie er mich im laufe unserer gemeinsamen Zeit behandelt hatte war so widersprüchlich und verwirrend. Ich wurde nicht schlau aus ihm, doch irgendetwas ließ meine Augen immer wieder zu ihm zurückwandern. Das viele Wundern bereitete mir Kopfschmerzen, und doch konnte ich nicht damit aufhören.

„Die Macht des Ringes vernebelt seine Sinne.“ Aragorn saß neben mir und Zog an seiner Pfeife. Sein Blick war dem meinen gefolgt und lag nun ebenfalls auf Boromir. „Er driftet in die Dunkelheit, kaum ein heller Gedanke bricht noch zu ihm durch. Ich fürchte um unseren Gefährten. Er wird der Schwärze nichtmehr lang widerstehen können.“ Er fuhr sich durch die Haare und seufzte tief.

„Aber wieso? Wieso hat der Ring so einen Effekt auf ihn. Wieso nur auf ihn?“

„Die Dunkelheit des Rings beeinflusst uns alle, doch sind die meisten stark genug, um dem Locken des Ringes zu widerstehen. Sieh dir die Hobbits an. Sie tragen eine Leichtigkeit und Hoffnung in den Herzen. Es ist schwer für den Ring dieses Licht zu überwinden. Boromir ist nicht schwach, solltest du dies nun vermuten. Sein Geist ist nur offener für… Zweifel. Die Sorge um seine Leute und der Druck der Verantwortung lasten schwer auf ihm. Er will das richtige tun, doch ist er nicht sicher was das sein soll. Es ist nach Gandalfs Tod stärker geworden. Ich glaube er hat in den Mienen seine Hoffnung verloren. Oder vielleicht eher danach…“

„Wie meinst du das, danach?“ Ich wandte den Blick von Boromir ab und sah den Schwarzhaarigen an.

„Er hat sich große Sorgen um dich gemacht. Ich denke er hatte Angst dich zu verlieren…“

„Aber, wieso…?“ Ich war nun endgültig verwirrt. „Aber er geht mir doch andauernd aus dem Weg?“ Fügte ich flüsternd hinzu. Aragorn zuckte daraufhin die Achseln und zog an seiner Pfeife.

„können wir denn nichts tun? Man kann sehen, wie er leidet?“ Wieder blickte ich auf den Gondorianer, wandte aber schnell den Blick ab, als er stahlgraue Augen kreuzte.

„Ich weiß es nicht Tara. Damit kenne ich mich nicht aus. Ich…Ich weiß nicht was wir tun können.“ Hilflos senkte der Waldläufer den Kopf. Ich nickte nur und stand auf. Er hatte mir viel zum Nachdenken gegeben.

Ich verließ den Pavillon und lief in den Wald. Weg von dem Zentrum der Elbenstadt. Ich war erst einige Meter gekommen, als ich jemand nach mir rufen hörte.

„Arien!“ sagte ich überrascht und lächelte die Halbelbin an die auf mich zu joggte. Sie trug eine graue Tunika, die aus mehreren Schichten Stoff bestand und mit einem Ledergürtel um ihre Taille befestigt war. Auf Höhe ihrer Oberschenkel teilten sich die Stoffbahnen und vielen seitlich an ihren Beinen bis knapp über die Knie. Ihre Füße steckten in dunklen Stiefeln und an ihrer Seite hingen sowohl ein Schwert als auch ein Dolch.

„Ich habe gehört es ist alles gut gegangen.“ Sagte sie grinsend und blieb neben mir stehen. Ihre Haare waren in ihrem Nacken zu einem Zopf gebunden und vielen ihr sanft über den Rücken. Ich nickte nur und räusperte mich.

„So gesprächig.“ Bemerkte sie, ihre Stimme triefend vor Sarkasmus. „Ich habe eine Nachricht für dich. Die Lady Galadriel möchte dich sehen. Heute Abend.“ Ich blickte sie überrascht an.

„Was will sie von mir?“ Ich hatte die Herrscherin der Elben noch nicht gesehen, doch Gimli und die Hobbits hatten von ihrer unsagbaren Schönheit berichtet.

„Das wirst du wohl erst heute Abend erfahren, denn ich weiß es nicht.“ Flötete Arien fröhlich. „Aber wieso fragst du sie nicht, ob sie dir mit deiner Magie hilft? Sie mag eine andere Magie besitzen als die Istari, doch sie ist sehr mächtig. Wer weiß, vielleicht kann sie dir tatsächlich helfen wieder nach Hause zu kommen.“ Ich blickte sie mit großen Augen an.

„Du hast recht. Ja, das ist genial.“ Rief ich erfreut und musste lächeln. Vielleicht gab es doch noch Hoffnung.

„Wieso bist du denn so überrascht. Natürlich ist es genial. Es ist meine Idee.“ Gab Arien spitz zurück und streckte ihre Nase in die Luft.

„Entschuldigung, ja natürlich.“ Nuschelte ich leise und sah nach unten.

„Nein, so macht das keinen Spaß, du musst das kontern. Das üben wir noch.“ Sie zeigte mit einem Finger auf mich und lief dann ein Paar Schritte voraus. „Ich habe meine Aufgaben für den heutigen Tag erfüllt und wollte trainieren gehen, willst du mitkommen.“

„Ahhhh… also ich weiß nicht…“ zögernd folgte ich ihr.

„Na komm schon, du musst ja nicht mit machen.“ Sagte sie neckend und zog mich mit sich. Sie erinnerte mich immer mehr an Kate. Na, zumindest manchmal.





Ich hatte mich an den Fuß eines Baumes gesetzt und sah zu wie Kate und Rúmil umeinander herumtänzelten. Sie hatte mich einigen Elben auf dem Trainingsgelände vorgestellt. Verlegen hatte ich die Begrüßungen erwidert.  Ich hatte erfahren, dass ihr jetziger Trainingspartner der Bruder ihres Ausbilders war. Dieser war zurzeit der Grenzpatrouille zugeteilt weshalb das Training von Arien von seinem Bruder übernommen wurde. Der Elb hatte dieselben Platinblonden Haare wie die meisten hier und sein Gesicht war von der Perfektion der Elben. Er hatte hohe Wangenknochen, einen schmalen Mund und perfekt geformte Augenbrauen.

In seinen Augen blitzte es immer wieder verspielt auf, während er und Arien versuchten den anderen zu überwinden. Sie bewegten sich mit einer solchen Eleganz und Grazie, ich konnte mich nicht von ihnen abwenden. Ihr Kampf schien wie ein einstudierter Tanz so wirbelten sie umeinander. Jede Bewegung ging fließend in die nächste über und ihre Waffen schienen nicht mehr als eine Erweiterung ihres Körpers zu sein.

Trotz ihrer Anmut zuckte ich bei jedem klang von Metall auf Metall zusammen. Unwillkürlich führte mich mein Kopf zurück in die Nacht als wir von den Wargs attackiert wurden. Zurück zu dem Moment als der Wächter vor Moria Frodo ins Wasser zog und in die Kammer in der Balins grab stand. Zurück zu dem Moment als ich vor Angst versteinert war und voller Horror die Schrecken dieser Welt hautnah erfuhr.

Ein Schauer lief mir über den Rücken. Das war die Welt, in der ich nun lebte. Voller Gewalt und Tot. Wie konnte ich auch nur hoffen das zu schaffen? Hier in Lorien war es angenehm und friedlich. Die grenzen waren gut bewacht. Doch wir konnten nicht ewig bleiben, das wusste ich. Irgendwann mussten die Gefährten aufbrechen und was dann? Sollte ich hierbleiben? In Sicherheit, umgeben von Fremden und ganz allein? Oder sollte ich mit ihnen gehen? Und was dann? Was wenn wir wieder kämpfen mussten? Wieso machte ich mir denn noch etwas vor, natürlich würden wir wieder kämpfen müssen. Immerhin war unser Ziel Mordor. Ich würde ihnen nur eine Last sein. Eine weitere Person, die sie beschützen mussten.  Konnte ich ihnen das wirklich zumuten?

Nein, wenn ich bei meinen Freunden bleiben wollte, dann musste ich lernen zu kämpfen. Ich musste lernen mich selbst zu verteidigen.  Entschlossen stand ich auf und ging auf Arien zu. Diese hatte gerade zu einem Schlag ausgeholt, jedoch ihre Flanke offengelassen und lag nun nach einer schnellen Bewegung Rúmils auf dem Rücken, ein Schwert an ihrer Kehle.

„Hey, Arien…“ sagte ich langsam, während der Elb sie wieder auf die Beine zog. „Kann ich dich um einen Gefallen bitten?“

„Nächstes mal krieg ich dich.“ Zischte sie den Elb an, der nur gutherzig lachte und legte ihr die Hand auf die Schulter.

„Jedes Mal derselbe Fehler, und das schon seit fast zwei Jahren.“ Sein Gesicht war entspannt und nicht ein Haar hatte sich aus der Frisur gelöst. Wie konnte man nach solchen Bewegungen so perfekt aussehen?

Arien zische nur leise, erwiderte aber sein Lächeln und drehte sich dann mit erhobener Augenbraue zu mir.

„Würdest du mir beibringen, wie man kämpft?“ Platze ich heraus, bevor ich es mir anders überlegen konnte. Nun gesellte sich ihre andere Augenbraue zu der bereits erhobenen.

„Du willst, dass ich die das Kämpfen beibringe?“

„Es kann gut sein, dass dieser Ort mein zu Hause wird, da sollte ich zumindest wissen, wie ich mich verteidige. Ich will den anderen keine Last sein, oder schlimmer noch, sie in Gefahr bringen.“ Nervös zupfte ich an den Ärmeln meines Kleides.

„Hmmmm…“ meine neu gewonnene Freundin sah mich lange an. „Ich könnte es dir zeigen. Haldir hat mich von den Patrouillengängen ausgeschlossen, nachdem ich ihm bei meinem letzten widersprochen habe“ überlegte sie laut.

„Mein Bruder würde das nicht gutheißen“ meldete sich Rúmiel nun zu Wort.

„Noch ein Grund es zu machen. Außerdem, Haldir ist nicht hier“ gab Arien zurück und ein teuflisches Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Ich bringe dir bei zu kämpfen. Morgen fangen wir damit an.“





Beim Essen musste mich Arien die sich einfach zu uns gesellt hatte und das mit lautem Protest Gimlis, regelrecht dazu zwingen etwas zu essen. Nervös stocherte ich in meinem Salat herum und zerkaute mir die Unterlippe. Währenddessen ließ sich Arien auf eine hitzige Diskussion mit Legolas ein über die Beschaffenheit von Bögen und dem Holz, aus dem sie gemacht waren. Als Arien irgendwann keine Argumente für ihren Standpunkt mehr einfielen streckte sie dem Waldelben die Zunge raus. Dies ließ Legolas erfolgreich verstummen und Aragorn nahm es als Zeichen um die beiden unauffällig auf ein anderes Thema zu lenken. Als ich es dann endlich geschafft hatte meinen Teller leer zu essen, verabschiedeten wir uns von den anderen und Arien zeigte mir den Weg zu meinem Treffen mit der Lady von Lothlorien. Beim Weggehen hörten wir Legolas´ empörten Ausruf: „Sie hat mir die Zunge rausgestreckt Aragorn. Hast du das etwa nicht gesehen?“ Ein Seufzen kam von dem Waldläufer und Arien begann neben mir zu kichern.

„Hast du sein Gesicht gesehen? Unbezahlbar!“ Grinsend zog sie mich weiter fort von den Gefährten.

Wir kamen in einen eher abgelegeneren Teil der Stadt. Dort traten wir auf eine Lichtung die Eng von Bäumen umringt war und den Eindruck eines Raumes machte. Am Eingang hielten zwei Statuen brennende Feuerschalen in Händen und eine Treppe führte auf den etwas tiefer gelegenen Boden. An der einen Seite plätscherte ein kleines Rinnsal aus dem Gestrüpp der Bäume und Wurzeln hinab in ein Becken. In der Mitte der Lichtung stand eine Schale auf einem Sockel. Die gesamte Lichtung war von blauen Elbenlichtern erleuchtet. Doch was meinen Blick sofort einfing, war die Gestalt, die an dem kleinen Rinnsal stand und dort eine Karaffe zu füllen schien. Noch nie hatte ich ein schöneres Wesen gesehen. Die Elbin hatte langes Hellblondes Haar, dass in weichen Wellen über Schulter und Rücken bis zu ihrer Taille viel.  

Ihr schlanker Körper war in ein leuchtend weißes Kleid gehüllt, dass, um ihre Figur zu umarmen schien. Ihr Gesicht war von himmlischer Perfektion und ihre blauen Augen waren voll Weisheit und Güte. Hatte mich jemand gebeten ihm einen Engel zu zeigen, ich hätte sie gewählt.

Fasziniert stand ich da und konnte nicht anders als dieses wunderschöne Wesen vor mir zu betrachten.

„Du schaust wie ein Schaaf“ riss mich Arien aus meiner Starre und ich lief rot an.

„Arien“ sagte die Lady des Lichtes tadelnd, doch in ihren Augen blitzte Belustigung auf.

„Ja, also ich werde anderweitig verlangt.“ Sagte Arien schnell und machte eine kleine Verbeugung vor der älteren Elbin. „Herrin. Viel Spaß Tara.“ Damit boxte sie mir in den Rücken, wirbelte herum und war verschwunden. Ich starrte ihr kurz hinterher, dann drehte ich mich wieder zu der Elbin in Weiß und versuchte krampfhaft nicht zu zappeln.

„Wilkommen Tara von der Erde. Ich habe dich erwartet.“ Ihre Stimme war tief und melodisch und samtweich.

„Hallo“, flüsterte ich mit kratziger Stimme. Ich räusperte mich verlegen und stockte. „Warte, Sie wissen, wo ich herkomme? Ich meine IhrIhr wisst, wo ich herkomme, Mylady? Ihr kennt die Erde?“

„Ich habe deine Ankunft gesehen und dein Schicksal gespannt verfolgt. Komm her Kind, lass mich dich von nahem betrachten.“ Ich schluckte schwer und ging dann die Stufen hinab, bis ich zwei Schritte von ihr entfernt stehen blieb.

„Was wisst ihr über meine Welt und mein Schicksal? Wie kann ich wieder nach Hause kommen?“ Die Altmodische Anrede viel mir noch immer schwer, doch ich wollte nicht unhöflich erscheinen. Diese Frau war vermutlich die einzige Person, die mir helfen konnte.

„Vieles in Mittelerde bleibt verborgen, doch anderes wird durch die Gnade der Valar offenbart. Galadriels Spiegel zeigt die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Dein Schicksal, meine Liebe, ist ein großes. Es wird den Lauf der Geschichte Mittelerdes beeinflussen. Wenn du auf deine Magie vertraust, wirst du Großes bewirken.“ Sie trat an das Becken und goss etwas Wasser hinein.

„Doch wie soll ich das anstellen. Ich habe noch nicht gelernt meine Magie zu kontrollieren. Jedes Mal, wenn ich sie benutze, könnte ich jemanden verletzen.“

„Hat dich Mithrandir denn nicht unterwiesen und gelehrt deine Magie zu nutzen?“

„Ja schon, doch wir waren noch mitten dabei als…“ Ich schluckte.

„Und was würde er jetzt sagen, Kind?“ Galadriel zog bei diesen Worten eine einzige perfekte Augenbraue in die Höhe.

Ich senkte den Blick und schlang meine Arme um mich. „Er würde sagen, ich solle auf mich und meine Magie vertrauen. Ich solle daran glauben und mich in ihr üben. Aber genau das ist doch das Problem. Meine Magie ist an meinen Emotionen gekoppelt. Sobald ich auch nur einen winzigen Fehler mache, gerät alles außer Kontrolle. Dinge schweben zu lassen oder Wasser in Eis zu verwandeln ist nicht schwer, aber wenn ich auch nur versuche etwas Schwierigeres zu vollbringen blockiert mich meine Angst. Gandalf hat meine Magie in Schach gehalten. Hat mich aufgehalten, wenn sie zu stark wurde. Ohne ihn bin ich verloren.“

„Tara, ich mag nicht wissen, wie du wieder in deine Welt gelangst, doch ich habe selbst Magie und weiß sie zu nutzen. Ich werde dir beibringen was ich weiß und verhindern, dass dir, oder einem anderen etwas passiert.“ Bei diesen Worten strahlte ihr ganzes Sein auf vor Magie und Macht. Meine Augen wurden weit und ich konnte meinen Ohren kaum glauben.

„I-Ich…wirklich? Wow, vielen Dank, ich würde sehr gerne von euch lernen.“ Sofort lief ich rot an als ich mein eigenes Gestotter hörte.

„Mir scheint ihr habt in der jungen Arien eine Freundin gefunden?“

„Oh, ja sie hat mir geholfen als ich es dringend nötig hatte und sie wird mir ab morgen das Kämpfen beibringen. Ich hoffe das bringt sie nicht in Schwierigkeiten?“ Fragend blickte ich zu der Blonden auf.

„Nicht doch, ich halte dies für eine recht kluge Idee. Sag ihr doch bitte morgen, dass sie von ihren Pflichten in den Häusern der Heilung entbunden ist. Ich werde ihren Ausbilder unterrichten. Sie soll sich ganz auf die deine und ihre eigene Ausbildung konzentrieren. Ich denke ihr könntet so einiges voneinander lernen.“ Verschmitzt lächelte sie mich an und ließ sich dann auf einer Bank am Rande der Lichtung nieder.

„Komm setz dich doch, und erzähl mir von deiner Magie.“ Sie lächelte gütig und ich folgte ihrer Aufforderung.





Spät abends, ich wusste nicht, wie lange ich mit Galadriel verbracht hatte, kehrte ich in den Pavillon zurück, in dem die Gefährten schliefen. Galadriel hatte mit mir lange über meine Erfahrungen mit Magie geredet, wie ich sie wahrnahm und was ich bisher erreicht hatte.

Sie hatte mir erklärt, dass wir uns vorerst auf das Heilen von Verletzungen konzentrieren würden. Dabei würde ich Energie von einem Organismus in einen anderen transverieren. Es war eine nützliche Fähigkeit und würde mir helfen meine Magie wahrzunehmen, zu spüren, zu bündeln und aktiv zu lenken. Ich würde lernen eine genau dosierte Menge an Energie zu nutzen um Wunden zu schließen und Brüche zu heilen.

Sie hatte mich gewarnt, dass es viel Konzentration und mentale Stärke erfordern würde, doch ich war noch viel zu aufgeregt, um mir darüber Sorgen zu machen. Ich hatte wieder eine Chance. Eine Chance das ganze doch irgendwie zu schaffen. Wer weiß, vielleicht musste ich mich doch nicht von meinen Freunden trennen, wenn diese aufbrachen. Oder noch besser, vielleicht fand ich ja einen Weg nach Hause.

Die kommenden Tage würden der Horror werden, aber ich freute mich jetzt schon unheimlich darauf. Ich hatte wieder ein Ziel vor Augen.





Ich hatte mir meine Waschsachen geschnappt und war mich frisch machen gegangen. Zurück im Pavillon schlüpfte ich dann auf meine Schlafmatte. Mir war zwar angeboten worden in einem eigenen Zimmer zu schlafen, doch ich hatte dankend abgelehnt. Ich hatte die Gesellschaft vermisst und wollte so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen. Zwar hatte der Elb, der mir den Vorschlag unterbreitet hatte, die Nase gerümpft, doch ich hatte ihn ignoriert. Ich weiß nicht, ob es die Ruhige Präsenz von Aragorn war, das Schnarchen von Gimli oder Pippins Gerede im Schlaf. Ob es vielleicht Frodos ruhige Atemzüge waren? Ich wusste es nicht, aber in ihrer Gegenwart konnte ich beruhigt einschlafen. Sogar die Albträume waren weniger geworden. Dachte ich jedenfalls.

Ich ließ meinen Blick über die schlafenden Männer gleiten und bemerkte dann, dass zwei von ihnen nicht schliefen. Boromirs Platz war leer und Aragorn lehnte an eine der Säulen und betrachtete den Wald.

„Ich habe auf dich gewartet.“ Flüsterte er ruhig, als ich wieder aus meinem Schlafsack kroch und mich zu ihm gesellte.

„Das wäre nicht nötig gewesen“



„Es war mir wichtig. Geht es dir gut? Ein Gespräch mit der Lady des Waldes kann zu Weilen recht verstörend sein.“ Er blickt mit besorgten Augen auf mich herab.

„Oh, nein. Ganz und gar nicht. Sie ist unglaublich. Ich war zu Anfang etwas nervös, doch sie hat so eine beruhigende, endlose weise Art. Sie ist eine sehr mächtige Elbin oder? Und das Beste ist, sie hat mir angeboten mich zu unterrichten. Sie wird mir zeigen, wie ich meine Magie nutze, um Wunden zu heilen. Oh, und Arien bringt mir das Kämpfen bei. Das wird sicher super anstrengen, aber dann bin ich immerhin nichtmehr komplett hilflos. Ich will euch keine Last sein.“ Das alles hatte ich in einem Atemzug runtergerattert und war nun etwas außer Atem. Verlegen rieb ich mir über den Nacken und für mir zittrig durch die Haare.

„Pass auf, behältst du dies Geschwindigkeit bei, kannst du bald mit Pippin konkurrieren“ erwiderte Aragorn leise lachend.

Meine Augenbrauen zogen sich zusammen. Machte er sich etwa über mich lustig? Grummelnd verschränkte ich die Arme, was ihn erneut leise auflachen ließ. Dann plötzlich drehte er sich ganz zu mir um, sodass er direkt vor mir stand und legte mir behutsam seine Hand auf die Schulter.

„Du bist, und wirst niemals eine Last sein. Du bist für uns alle unersetzlich und trägst einen besonderen Platz in unseren Herzen. Glaube niemals, dass du uns zur Last fällst.“ Seine Worte waren sanft und ehrlich. Sein Blick war eindringlich und ich musste unwillkürlich lächeln.

„Danke,“ flüsterte ich und schlang dann meine Arme um ihn. Seine Hände legten sich auf meinen Rücken und zogen mich an sich. Ich vergrub mein Gesicht in seiner Schulter und genoss die Wärme und Geborgenheit. Egal was passieren würde, dieser Mann war immer für mich da. Das wusste ich, ohne Worte. Bei ihm zu sein war wie in den Armen meines Vaters zu liegen, oder die Stimme meiner Mutter zu hören. Er war mein zu Hause in dieser Fremde.

„Na los Tara, ab ins Bett mit dir. Du hast einen aufregenden Tag vor dir.“ Damit löste er sich von mir und lächelte mir zu.

Ich nickte zustimmend und ging lächelnd zu meinem Schlafplatz. Voller Vorfreude auf den morgigen Tag kuschelte ich mich in meine Decken und sank in einen tiefen erholsamen schlaf. Weiß Gott ich würde ihn für den kommenden Tag brauchen.



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Und das nächste Kapitel ist fertig. Das Lernen hat endlich ein Ende. Ich habe so viel gelernt, wie ich nur kann und morgen ist dann tatsächlich meine letzte Prüfung. Kaum zu fassen.

Um aber vor Nervosität nicht wahnsinnig zu werden, dachte ich, ich tauch mal wieder in meine liebste Lieblingsgeschichte ein.

Ich liebe Arien jetzt schon. Das wird echt super in den nächsten Kapiteln. Ich liebe die Beziehung zwischen Aragorn und Tara. Er ist wie ein zweiter Vater für sie. Ihr Fels in der Brandung. Und ich hoffe ich schaffe es Arien so in die Gruppe zu integrieren, wie ich es mir vorstelle. Uhhhhhhhhhh das wird genial.

Nur Boromir tut mir echt leid. Bin gespannt was ihr zu dem Kapitel sagt.

Hab euch lieb,

Pig
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