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Controlling Emotions

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Aragorn Boromir Gandalf Gimli Legolas OC (Own Character)
25.06.2016
13.06.2021
38
107.172
27
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Dieses Kapitel
1 Review
 
04.06.2020 1.883
 
Disclaimer: Bis auf meinen OC gehören leider alle Figuren und allgemein alles was zu Mittelerde gehört nicht mir, sondern Tolkin und Peter Jackson. Ich verdiene kein Geld hiermit, auch wenn es schön wäre.



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Ich blinzelte in die Schwärze. Kurz war ich mir nicht sicher ob ich wirklich wach war, oder meine Lieder noch geschlossen waren. Müde rieb ich mir die Augen und gähnte. Ich brauchte eine Weile bis ich in der Dunkelheit schwache Umrisse erkennen konnte. Die anderen schliefen noch. Gimli schnarchte und Pippin führte ein Selbstgespräch, das wohl reger Armtätigkeit bedurfte, da Merry übertrieben weit von ihm abgerückt war. Legolas Haare glänzten golden in der Finsternis und auch Gandalfs weißer Bart war zu erkennen. Wait! Hatte er seinen Hut noch auf. Ach, never mind. Ich schüttelte nur den Kopf.

Ich setzte mich auf und massierte meine schmerzende Schulter. Gerade als ich mich einigermaßen an das Schlafen auf Graß und Erde gewöhnt hatte, mussten wir erst auf einen Berg hinauf und nun in denselben hineinstiefeln. Hier gab es nur Steine und Felsen. Verdammt ungemütlich!

Die ewige Dunkelheit machte mich nervös. Ich erschrak vor Schatten, die sich beim Flackern unserer Lichter bewegten. Geräusche der anderen ließen mich zusammenfahren und ich hatte einen sehr unruhigen Schlaf. Ständig schrak ich hoch oder musste mich anders positionieren. Mir war dauerhaft kalt und zu allem Überfluss hatte ich auch noch meine Periode bekommen.

Mein Unterleib krampfte sich schmerzhaft zusammen und zog an meinem Rückgrat. Ich war froh, dass ich bisher von der Übelkeit verschont geblieben war, die meine Regel normalerweise begleitete. Durch den Mangel an Flussläufen in diesem Berg, fühlte ich mich jedoch mittlerweile unfassbar schmutzig und unhygienisch.

Aus dem Augenwinkel nahm ich eine Bewegung war. Ich sah Aragorn, der auf einem Stein saß, den Blick in die Dunkelheit gerichtet. Ich hatte ihn vorher einfach nicht bemerkt. Leise stöhnend stand ich auf und lief zu ihm. Ich ließ mich neben ihm zu Boden sinken.

„Du kannst nicht schlafen.“ Seine Stimmer war rau. Seine Worte eher eine Feststellung statt einer Frage.

„Die Dunkelheit und diese endlose Stille“ erklärte ich achselzuckend. Ich fuhr mir durch die Haare und ließ meinen Blick über den felsigen Boden gleiten, bis er sich in der Schwärze verlor. Ich versuchte ein Paar der Knoten aus meinem verfilzten Nest von Frisur zu lösen, gab aber schnell auf.

„Wie lange ist es wohl noch bis auf die andere Seite?“ Fragte ich Aragorn.

„Schwer zu sagen. Ohne Zwischenfall müssten wir drei oder vier Tage brauchen. Jedenfalls solange wir uns nicht verlaufen.“

„Länger würde ich es hier auch nicht aushalten.“ Ich erschauerte. „Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas einmal passieren würde.“ Ich zog meine Knie unter mein Kinn und legte meinen Kopf darauf ab. „Das ist alles einfach total verrückt. Zu Hause wollte ich nichts anderes tun, als Musik machen. Und jetzt bin ich in einem Fantasy-Horror-Abenteuer gefangen mit Zwergen, Elfen und Zauberern.“

„Elben,“ korrigierte mich Aragorn automatisch.

„Ja whatever,“ Ich lachte auf. „Hättest du je gedacht, dass du dich einmal auf so einer Reise wiederfinden würdest?“ Ich blickte ihn fragend an.

„Ich lebe schon lange und habe in meinem Leben viele Abenteuer erlebt, aber nein, ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages den Pfad nach Mordor beschreiten würde.“

„Warum tust du das hier? Warum du? Was hält dich davon ab einfach alles hinzuschmeißen und zu verschwinden? Das wäre leichter oder nicht?“

Aragorn blickte noch eine Zeit lang in die Schwärze bevor er sich zu mir drehte. Haare hingen ihm in die Augen und ich sah, dass er müde war. Diese Miene zehrte wohl an uns allen. Trotz allem hielt er sich aufrecht und stolz. Sein eher kantiges Gesicht ließ ihn maskulin wirken und in seinen Augen lag eine Weisheit, die über die von…. was? 40 oder 50?.... Jahre hinaus ging.

„Du hast Recht, es wäre leichter einfach zu verschwinden, jedoch löst sich die Gefahr nicht einfach in Luft auf, nur weil ich meine Augen davor verschließe. Sauron würde trotzdem den Krieg bringen und unsere Welt so wie wir sie kennen zerstören. Wäre es nicht unheimlich egoistisch nichts zu tun, wenn so viele Leben auf dem Spiel stehen?“ Er blickte mich von oben herab an.

„Hmmmm, ja schon, ich denke nur manchmal… manchmal wäre es leichter. All die Angst und den Schmerz hinter sich zu lassen.“ Ich rieb mir fröstelnd über die Beine.

Er seufzte tief und fuhr sich über das Gesicht. „Ich renne mein ganzes Leben schon davon und dennoch bin ich an der salben Stelle wie zuvor. Trotz allem laufe ich weiter, da ich keine Möglichkeit sehe in die andere Richtung gehen zu können.“ Seine Stimme klang überrascht, als hätte er die Worte das erste Mal ausgesprochen.

Ich legte den Kopf schief. „Wovor rennst du weg?“ Ich drehte mich zu ihm und faltete meine Beine in den Schneidersitz.

Er überlegte kurz und blickte mich dann an. „Vor meinem Erbe, meinem Schicksal und meiner Vergangenheit.“ Er lachte auf, „vor dem Ich dass ich sein sollte, jedoch nie sein kann.“ Er wandte den Blick erneut ab und starrte in die Finsternis.

„Und was wäre das? Was ist dein Schicksal?“

Er rutschte von seinem Felsen und kopierte meine Position mir gegenüber. Langsam hob er den Blick und in seinen Augen stand Angst und Zweifel. Was konnte so schlimm sein, dass Aragorn davor davonlief. Er war immer so stark und ruhig. Ein Fels in der Brandung. An ihm konnte ich mich stützen und das wusste ich. Das wussten wir alle.

„Ich bin Aragorn, Arathorns Sohn, Isildurs Erbe und der rechtmäßige König von Gondor.“ Seine Stimme wankte leicht und sein Gesicht war verzogen, als schmerzte es ihn die Worte auszusprechen.

Ich weiß nicht was ich erwartet hatte, doch das war es sicher nicht. Meine Kinnlade berührte sicher den Boden so überrascht war ich über seine Aussage. WHAT THE FUCK! Er ist einfach der verdammter König von ganz Gondor. Das war ein echt großes Land, von dem was mir Boromir erzählt hatte. Scheiße das war echt viel Verantwortung. Pffffffff kein Wunder, dass er davor weglief. Ich brauchte einen Moment, um mich wieder zu sammeln. Dann musterte ich mein Gegenüber. Er hatte den Blick gesenkt und seine Hand spielte mit einem kleinen Loch in seiner Hose. Selbst in dieser Position sah er noch stolz aus. Er war hier und kämpfte für die Menschen dieser Welt, aber hatte Angst sie zu regieren. Lieber eine Reise auf der der Tod so unglaublich wahrscheinlich war, als der Thron der rechtmäßig ihm gehörte.

Leise begann ich zu lachen. Überrascht blickte er auf, die Verwirrung in seinen Augen offensichtlich. „Du willst diesen Thron nicht, dabei setzt du dein Leben aufs Spiel, um genau die Menschen zu retten, die du regieren würdest. Ich kenne dich noch nicht lange Aragorn, doch ich weiß du bist der geborene Anführer. Du hast das Herz dafür. Und das ist das aller wichtigste. Du wärst ein ganz wunderbarer König Aragorn Arathorns Sohn.“ Lächelnd beugte ich mich vor und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht.

Seine Augen waren vor Überraschung weit aufgerissen und nun war er es, dessen Mund offenstand. „… Ich… Das… Es ist nicht so leicht.“ Es fiel ihm schwer die richtigen Worte zu finden. Sie hatte ihn mit dem Gesagten völlig aus der Bahn geworfen. Das alles hatte er noch kaum jemandem erzählt. Warum er mit ihr darüber sprach wusste er selbst nicht. Doch es fühlte sich so richtig an, endlich mal das auszusprechen was er fühlte, ohne sich zu schämen über seine eigene Schwäche. Nur Arwen gab ihm sonst noch das Gefühl einfach er selbst sein zu können.

Sie war so jung und überraschte ihn immer wieder. Am liebsten würde er ihren Worten Glauben schenken. Er wollte, dass sie Recht hatte. Aber ganz so leicht war das nicht, das wusste er.

„Du meinst wegen diesem Isildur?“ Ich zog meinen Mantel enger um mich. „Gandalf hat mir von ihm und dem Ring erzählt. Er hatte die Chance ihn zu zerstören. Doch er tat es nicht. Stimmt doch, oder?“

„Er war mein Vorfahre. Ich trage sein Erbe weiter. Und sein Versagen. Das ist mein Schicksal.“ Aragorns Stimme wurde leiser, bis sie kaum noch zu hören war.

„Aber du bist nicht er!“ Ich legte meine Hand auf seine Schulter. „Du bist stärker als er. Das weiß ich! Und wenn die Zeit kommt sich zu beweisen, dann wirst du richtig entscheiden. Glaub an dich. Wir alle tun das, wieso du nicht?“ Ich blickte ihn direkt in die Augen und lächelte. Es war als würde ich ihn schon ewig kennen, als könnte ich direkt in seine Seele schauen. Ich wusste genau wie er sich fühlte. Oh, ich wusste es so gut. Ich ließ einen kleinen Teil der Zuneigung die ich für ihn empfand in ihn überschwappen. Diese kleinen Spielereien mit meiner Magie vielen mir immer leichter.

Er musterte mich einen Moment. „Du bist sehr weise für eine so junge Frau Tara.“ Seine Stimme zitterte leicht, doch sein Blick war weiter auf mich gerichtet. Ich begann leise zu Lachen.

„Hahha, ja das ist die Zauberin in mir. Wir sind von Natur aus weiße und über die Maßen gutaussehend. Warte nur bis mir auch so ein wunderschöner langer Bart wächst.“ Ich kämmte meinen imaginären Bart und fächelte mir Luft zu. Auch Aragorn begann leise zu lachen und verlagerte sein Gewicht auf das eine Bein. Das andere stellte er auf und blickte mich schmunzelnd an.

„Ich denke eher, dass du das alles,“ er wies mit einer saloppen Handbewegung auf mich, „schon immer in dir hattest. Nur gab es nie die richtigen Gegebenheiten, für dich um dies zu sehen. Du bist eine starke, talentierte, überaus kluge und durchaus attraktive  Frau, mit einem sturen Kopf und feurigen Temperament. Ich kenne dich noch nicht lange Tara, doch du bist durch und durch gut. Und was sich auch immer als dein Schicksal erweist, du wirst es meistern und wir alle werden bei dir sein und stets hinter dir stehen.“

Ich war zu Tränen gerührt. Ohne nachzudenken schlang ich meine Arme um den Hals meines Gegenübers und vergrub mein Gesicht in seinem Nacken.

„Danke Aragorn, dass bedeutet mir wirklich viel.“ Seine Arme schlossen sich um meinen Körper und strichen sanft über meinen Rücken.

Er war so froh, diese Frau getroffen zu haben. Noch nie hatte er sich jemandem so geöffnet, wie ihr. Sie strahlte eine Ruhe und Gelassenheit aus die ihn mit Wärme erfüllten und ihm Angst und Zweifel nahmen. Trotz all der Dinge, die sie in den letzten Wochen erlebt hatte, war sie stets tapfer, freundlich und gut. Er konnte nicht beschreiben was sie verband. Was sie hatten ging tiefer als jede Bruder-Schwester-, oder Vater-Tochter-Beziehung. Sie wussten beide genau wie sich der andere fühlte und das war ganz und gar neu für ihn.

Sie löste sich lächelnd von ihm. „Ich bin so froh, dass ich dich kenne, dass du hier mit mir bist.“

„Das bin ich auch Tara,“ gab er lächelnd zurück.



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Wow! Ich liebe dieses Kapitel. Es besteht effektiv nur aus einem Gespräch, aber es hat so unglaublich viel Spaß gemacht es zu schrieben. Der Inhalt des nächsten Kapitels gehört eigentlich noch in dieses, würde jedoch den Ramen sprengen, deswegen werde ich das recht bald veröffentlichen. Ich könnt euch also freuen.

Schreibt gerne ein Review. Es interessiert mich brennend wie ihr die Story insgesamt und die einzelnen Kapitel findet.

Bis Bald,

Pigwidgeon
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