Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Controlling Emotions

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Aragorn Boromir Gandalf Gimli Legolas OC (Own Character)
25.06.2016
13.06.2021
38
107.172
27
Alle Kapitel
95 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.02.2018 3.045
 
Disclaimer: Bis auf meinen OC gehören leider alle Figuren und allgemein alles was zu Mittelerde gehört nicht mir, sondern Tolkin und Peter Jackson. Luke Skywalker gehört natürlich George Lukas. Ich verdiene kein Geld hiermit.


--------------------------------------

Kapitel 11

Wir hatten uns um das Feuer versammelt und jeder hielt eine Schüssel mit Eintopf in der Hand. Sam hatte den Hasen, den Legolas geschossen hatte mit ein Paar Kartoffeln – er nannte sie Tüften - und Gewürzen in einen ganz fabelhaften Eintopf verwandelt. Ich konnte gar nicht genug davon bekommen. Ich hatte aus meiner Tasche eine Holzschale und einen Löffel aus demselben Material gezaubert. Pippin und Merry waren mir gegenüber in eine Diskussion vertieft, wer von ihnen der Größere war. Neben mir sprach Aragorn leise mit Gandalf.

„Wir werden Wald in einigen Tagen hinter uns lassen. Auf dem Weg in die Berge werden wir ungeschützt sein. Für jeden sichtbar.“ Raunte der Dunkelhaarige. Die Hobbits hatten mir erzählt, dass er ein Waldläufer war und sie ihn als Streicher kennen gelernt haben. Ich musste zugeben, das Wort „Waldläufer“ passte recht gut zu ihm. Zu seinem Äußerlichen und seiner verwegenen Art.

„Wir werden keine Wahl haben. Ich werde uns so gut ich kann vor dem Auge des Bösen verstecken, doch wir müssen auf der Hut sein. Sarumans Blick reicht weit über Isengard. Orthank ist hoch und Die Sicht gut.“ Und wenn wir eine andere Route wählen,...“ Ich verstand nicht mal die Hälfte von dem was sie sagten. Also blendete ich das Gespräch aus und starrte gedankenversunken in die Flammen des Feuers vor mir. Ich merkte nicht, wie mich Boromir von der anderen Seite des Feuers beobachtete.

Nach dem Essen half ich Sam beim Abspülen des Geschirrs. Als er mich nach meiner Suppenschüssel zum abspülen fragte, musste ich feststellen, dass diese sich bereits in Luft aufgelöst hatte. Ich nuschelte eine schwache Ausrede und war heilfroh, als mich Gandalf plötzlich zu sich rief.

Ich blickte Sam entschuldigend an. Dieser winkte nur ab und sah mir interessiert hinterher, als ich meine Tasche schnappte und auf den Zauberer zulief. Dieser stand etwas abseits von unserem kleinen Camp und hatte seinen braunen Stab in der Hand.

„Tara. Nun  gut, dann wollen wir uns mal etwas mit deiner Magie beschäftigen.“ Bei seinen Worten wurde mir schlagartig übel. Natürlich freute ich mich, dass ich lernen würde, mit meiner Kraft umzugehen. Ich meine je schneller ich lernte, desto schneller konnte ich wieder nach Hause. Dennoch, war der Gedanke, diese Kraft wieder hervorzurufen ein schlimmer.

Ich holte tief Luft und nickte tapfer.

„Gut, gut.“ Meinte Gandalf nur und ließ sich auf einen Baumstumpf sinken. Ich setzte mich im Schneidersitz ihm gegenüber auf den Boden.

„Bitte, erzähl mir erneut von deinen früheren Erfahrungen mit deinen Kräften.“ Ich wusste nicht wozu dies gut sein sollte, da ich ihm bereits alles erzählt hatte, tat aber, was er von mir verlangte. Es wurde immer leichter darüber zu reden.

Gandalf hörte ruhig und geduldig zu, stellte ab und zu ein paar Fragen. Als ich geendet hatte, sah er mich nachdenklich an.

„Hattest du seit du hier in Mittelerde bis einen Ausbruch der gleichen? Hast du Magie angewandt?“

„Nein, ich meine… ich habe diese Tasche von den Valar bekommen. Sie braucht Magie wenn ich sie benutze. Aber sonst nichts.“ Ich gab Gandalf meine Umhängetasche und dieser musterte sie neugierig.

„Wie überaus interessant.“ Er schien absolut faszinier von meiner Tasche. „Ein überaus nützliches Geschenk.“ Fügte er dann hinzu. „Sag mir, hattest du seit deiner Ankunft hier einen stark Emotionalen Ausbruch? So wie den mit der Gruppe von Männern?“

Ich blickte ihn verwirrt an. „Ich… also, nun vielleicht als ich hier angekommen bin, aber das könnte auch an der… Reise gelegen haben. Nein ich denke in diesem Ausmaß, nicht wirklich. Wieso?“ Ich sah den Zauberer fragend an. Dieser brummte nur und nickte zustimmend.

„Ich denke…“ meldete er sich nach einiger Zeit wieder „…dass deine Magie an deine Gefühle und Emotionen geknüpft ist. Emotionsmagie.“

„Emotionsmagie?“ fragte ich skeptisch.

„Eine sehr starke Form von Magie. Mächtig, aber auch gefährlich. Sie ist an deine Empfindungen gebunden und wird von ihnen gespeist. Daher trat deine Magie bei starken Gefühlsausbrüchen hervor. Panik, Angst und Furcht. Vor allem diese negativen Gefühle sind nur schwer zu kontrollieren und somit die Magie, die an sie geknüpft ist. Die Automatische Reaktion unseres Körpers erschwert die Konzentration, Beherrschung und Bündelung unserer Macht. Dein Ziel muss es sein, deine Gefühle komplett von allem zu trennen. Sie abkoppeln von Körper und Geist.“

„Ich… was? Wie stelle ich so etwas an.“

„Dazu kommen wir. Ist unser Training erfolgreich, wirst du in der Lage sein, den Zugriff der Magie zu deinen Gefühlen zu dosieren und so konkrete Zauber zu wirken und dein Umfeld zu beeinflussen.“

Ich lies seine Worte im Kopf nochmal abspielen. „Du meinst also, meine Gefühle sind die Batterie für die Magie. Ich muss die Kabel trennen und sie neu verkabeln. A-Als setzte ich einen Schalter in den Schaltkreis um diesen zu öffnen, oder zu schließen?“ Ich sah den Alten erwartend an, froh es verstanden zu haben.

„Es tut mir sehr Leid Tara, ich konnte deinen Erläuterungen nicht folgen… Wörter wie Batterie und Kabel sind mir fremd.“

„Oh entschuldige, ich… jedenfalls ich denke ich habe es verstanden… So grob.“

„Nun Gut. Als erstes werden wir versuchen deine Magie aktiv hervor zu rufen und sie auf eine Aktion zu bündeln.“ Er hob die Hand und hielt sie waagerecht über einen Stein. Dieser wackelte leicht und ich spürte wie die Luft um ihn herum zu vibrieren begann. Pure Macht ging von ihm aus. Langsam stieg der Stein nach oben und blieb mitten in der Luft stehen. Er schwebte dort und drehte sich langsam um die eigene Achse, als wäre es das selbstverständlichste der Welt. Ich starrte auf das kleine Objekt, dass einfach so in der Luft schwebte.

Gandalf nahm seine Hand weg und der Stein fiel zu Boden. Mit ihm verschwand das Gefühl der Macht in der Luft. Ich starrte auf den Stein der nun auf dem Laubboden des Waldes lag.

„Und jetzt du.“ Ich starrte Gandalf an. Wie sollte ich das machen. Man konnte nicht einfach dinge schweben lassen. Das war nicht möglich.

Und doch hast du es gerade erlebt. Erinnerte mich eine Stimme in meinem Kopf. Genauso wie du einen Feuerball geformt hast, der einen Mann ins Krankenhaus befördert hat. Ich erinnerte mich an das Gefühl, als sich der Ball aus Licht von meinen Händen löste. Die Macht, die durch meine Venen pulsiert war. Erschrocken wich ich von Gandalf zurück.

„Nein, i-ich kann das nicht. Das in mir, diese Kraft. Ich kann sie nicht kontrollieren. Ich kann das nicht.“ Ich schlang meine zitternden Hände um meine Knie.

„Tara, diese Magie wird dich verzehren, wenn du sie nicht zu kontrollieren lernst. Sie wird dich und alles um dich herum zerstören. Vertrau mir. Ich helfe dir. Du bist nicht alleine. Ich bin bei dir. Ich werde nicht zulassen, dass dir etwas passiert Tara. Du musst es versuchen. Hab keine Angst. Ich bin hier. Tara, du kannst das.“

Ich hob zaghaft meinen Kopf. Er hatte recht. Ich musste es lernen. Dafür was ich hier. Ich war in diese Welt gekommen und hatte Mithrandir gefunden. Er könnte und würde mir helfen. Ich musste es versuchen.

Ich nickte und rutschte etwas nach vorne. Zaghaft hielt ich meine Hand über den Stein. Ich atmete tief ein… und wieder aus. Dann stellte ich mir vor, wie der Stein sich nach oben bewegte. Ich setzte all meinen Willen in diesen Befehl. Hoch!

Nichts passiert. Der Stein blieb ruhig auf dem Waldboden liegen. Ich versuchte es erneut. Wieder nichts. Verzweifelt sah ich zu Gandalf. „Konzentrier dich darauf was passieren soll. Es liegt an dir, wie du dir vorstellst was passiert. Du musst es vor Augen sehen. Nicht nur das Endergebnis, sondern jeden einzelnen Schritt. Du musst es fühlen“

Ich dachte nach. Was sollte passieren? Der Stein sollte anfangen zu fliegen. Er musste also leichter werden als Luft. Ich stellte mir vor, wie der Stein an Gewicht verlor. Als wäre er nur eine Illusion, ein Spiel des Lichtes aus nicht als Luft und Gedanken. Nichts. Ich versuchte es wieder. Nichts. Und wieder. Nichts.

Ich weiß nicht wie lange ich dort schon saß und auf den Stein starrte, als Gandalf wieder sprach: „Wir versuchen etwas anderes. Vielleicht sollten wir ein Gefühl als Basis nehmen. Wie fühlst du dich gerade?“

„Ich…was?“

„Wie fühlst du dich gerade?“

„I-ich… also. Keine Ahnung. Ich bin Müde?“

„Was noch? Was für Emotionen fühlst du?“ Welche Emotionen? Keine Ahnung. Woher sollte ich das wissen. Ich war todmüde, ich war frustriert über diesen verdammten Stein. Ich hatte auch etwas Angst denke ich. Vor dem was noch kommen würde.

„V-Verzweiflung und Angst… denke ich.“

„Gut.“ Gandalf nicht. „Konzentriere dich auf diese Gefühle. Stell dir vor wieso du so fühlst. Wie sind diese Gefühle entstanden. Das wird sie verstärken. Spüre sie tief in dir. Und dann stell dir vor, all die Energie und Kraft, mit der du sie fühlst geht über in diesen Stein. Du musst ihn dazu bringen, dass er schweben will.“

Ich hatte Gandalf eindringlich beobachtet, während er sprach. In seinen Augen lag eine Weisheit und Erfahrung. Als wisse er genau, wie ich gerade fühlte. Ich nickte langsam und versuchte seinen Worte so gut ich konnte Folge zu leisten.

Ich schloss meine Augen und konzentrierte mich auf meine Empfindungen. Ich spürte das Gras unter meinen Fingern, hörte das Rascheln des Windes in den Blättern und das knistern des Feuers. Ich hörte die Stimmen der Gefährten, wie sie sich leise unterhielten. All das versuchte ich nun auszublenden. Meine Hand tastete nach dem Stein. Ich spürte seine glatte Oberfläche. Er war flach, aber fast perfekt rund. Nur eine einzige Rille an der seit durchbrach die Perfektion. Er lag kalt und schwer in meiner Hand. Ich horchte in mich hinein. Versuchte mich auf das zu konzentrieren, was mir durch den Kopf ging. Nichts die Wörter, nicht die Fragen. Nichts was man erkennen, greifen konnte. Sondern auf Gefühle. Ich stellte sie mir vor wie farbige Wolken, die mich einhüllten, die in meinem ganzen Körper waren. Nun stellte ich mir vor, dass all die Wolken aus mir heraus in den Stein flossen, ihm Energie verliehen und ihn leicht wie eine Feder in die Höhe trieben.

Ich spürte, einen Sog, der Stein in meiner Hand wurde warm und plötzlich spürte ich ihn nicht mehr. Erschrocken riss ich die Augen auf. Ich war umgeben von Licht. Von Farben. Anders konnte es nicht beschrieben werden. Graue und blaue Nebelschwaden wogten um meinen Körper. Manche kringelten sich in die Höhe, bevor sie wieder auf den Boden sanken. Der Stein strahlte in Blau- und Grautönen, die von einigen schwarzen Strahlen unterbrochen wurden. Und er lag nichtmehr in meiner Hand. Er schwebte Auf Höhe Gandalfs Kopf, welcher aufgestanden war und von mir zum Stein und wieder zurückblickte. Sein Blick der Überraschung wechselte jedoch schnell in ein freundliches Lächeln.

„Gut gemacht.“ Sagte er leise. Ich spürte wie sich auch meine Lippen zu einem Lächeln verzogen. Ich hatte es geschafft. Ich hatte es tatsächlich geschafft. Ich konnte es kaum fassen. Ich würde das hinbekommen. Ich konnte es schaffen. Diese Erkenntnis machte mich so unendlich glücklich, dass ich nicht merkte, wie sich Orangetöne unter die Farben mischten. Ich merkte nicht, wie der Stein immer höher und höher stieg, wie die Luft anfing stark zu vibrieren und der Stein immer stärker leuchtete.

Erst Gandalfs Stimme, die meinen Namen rief holte mich ins Hier und Jetzt zurück. Ich riss die Augen auf und zog meine Hände erschrocken an die Brust. Das Licht und der Nebel strömten im Bruchteil einer sekunde wieder in mich hinein und waren verschwunden. Ich sah Gandalf entsetzt an.

Dieser seufzte nur und sein Lächeln wurde schmäler. „Ich denke, das war genug für heute.“ Damit ging er zurück zu den anderen, seinen Stab in der einen, seinen Hut in der anderen Hand. Er sagte es nicht, doch ich wusste es. Noch ein kleines stück und der Stein wäre explodiert. Ein Stein! Wie konnte denn ein Stein explodieren. Diese Kraft in mir ängstigte mich. Ich hatte mich nicht unter Kontrolle und das war definitiv zu gefährlich.

Ich zog die Knie an die Brust und vergrub meinen Kopf in meinen Armen. Ich war so endlos müde, als wäre all meine Energie aus mir geflossen. Ich sah den Stein vor mir liegen. Ich streckte meine Hand nach ihm aus. Er war noch warm. Winzig kleine Risse überzogen seine Oberfläche und machten ihn Rau. Ich blickte auf den kleinen Stein in meiner Hand. Was wenn Gandalf mich nicht gestoppt hätte? Wie weit wären die Splitter geflogen. Was hätten sie getroffen? Wen? Ich richtete mich auf.

Ich konnte nicht zulassen, dass ich wieder die Kontrolle verlor. Ich musste das kontrollieren. Ich würde so lange trainieren, bis ich keine Gefahr mehr war. Nicht für mich und nicht für andere. Ich würde es schaffen. Und dann würde ich wieder nach Hause zurückkehren.

„Mylady?“ Eine Stimme ließ mich herumfahren. Vor mir stand Boromir. Sein Blick war genervt. Na toll, was wollte er denn?

„Die anderen gehen nun schlafen. Ich soll euch holen. Ihr solltet bei Nacht, näher beim Feuer bleiben.“ Seine Stimme war kalt und ausdruckslos, als wären ihm seine Worte absolut egal. Waren sie wahrscheinlich auch. Dachte ich grimmig. An ihn würde ich mich wahrscheinlich nie gewöhnen. Sein eisiger Blick jagte mir einen Schauer über den Rücken.

„Oh,… ähm… j-ja… sofort.“ Stotterte ich jedoch verlegen und sprang auf. Sobald ich jedoch auf den Beinen war, versagten diese. Ein stechender schmerz Zog sich durch meinen ganzen Körper, jeder Muskel brannte und meine Beine geben nach. Ich hatte keine Kraft mehr. Ich spürte noch wie sich starke Arme um mich schlossen, bevor meine Augen zufielen und alles Schwarz wurde.

---------------------------

Ich wachte auf, weil mich jemand sanft an der Schulter rüttelte. Ich blinzelte verschlafen. Vor mir tauchte Pippins Gesicht auf.

„Lady Tara. Wie geht es euch? Ihr habt uns ganz schön erschreckt gestern.“ Pippins Stimme klang ernsthaft besorgt. Ganz anders als seine sonst so fröhliche, ausgelassene Stimme. Was war denn passiert.

„Wieso denn? Was…“ Ich kam nicht weiter, da nun Merrys Kopf in meinem Sichtfeld auftauchte und er mich unterbrach: „Ihr seid ohnmächtig geworden. Nachdem ihr mit Gandalf geübt habt.“

„Was sehr beeindruckend war.“ Warf Pippin ein.

„Ja, sehr beeindruckend.“ Merry nickte zustimmend. „Ihr solltet aufstehen. Gandalf meint, wir werden bald aufbrechen und ihr solltet noch etwas essen.“ Fügte er dann hinzu und folgte Pippin, der bei dem Wort „Essen“ sofort aufgesprungen war.

Langsam richtete ich mich auf und stöhnte sofort auf. Das einzige was ich wahrnahm war Schmerz. Jede Zelle meines Körpers schien davon durchzogen. Mir wurde kurz schwarz vor den Augen und ich konnte mich nur mit Mühe in der sitzenden Position halten. Was war denn gestern nur losgewesen? Ich war einfach so zusammengeklappt. Ich erinnerte mich nun ganz genau. An die Übung mit Gandalf. Den Stein, den ich fast in die Luft gejagt hätte, wortwörtlich. Boromir hatte mich aus den Gedanken gerissen und die Beine unter mir hatten versagt. Plötzlich kam mir ein schrecklicher Gedanke. Wer hatte mich auf diese Schlafmatte gelegt? Wessen Schlafmatte war das? Insgeheimen wusste ich es, doch ich gruselte mich vor dem Gedanken. Hatte wirklich er…? Nein bitte nicht. Ich vergrub das Gesicht in den Händen. Wieso ausgerechnet er? Wieso hatte es er sein müssen, der mich trug. Immerhin war ich nicht die leichteste und ich schämte mich endlos.

Wenigstens hatte er mich nicht liegen lassen.  Sagte eine Stimme in meinem Kopf. Langsam hob ich den Kopf. Tatsächlich! Wieso? Er hasste mich doch. Oder vielleicht war es doch nicht er gewesen. Ich blickte mich um.

Die Sonne war gerade erst aufgegangen und Tau lag auf dem Gras der Wiese und den Blättern der Bäume. Die ersten Vögel hatten angefangen zu zwitschern und in der Ferne hörte man das Rauschen eines Baches. Ich hörte das Knistern des Feuers, über dem Sam die Reste der Gestrige Suppe erwärmte. Es war wunderschön. Pippin und Merry unterhielten sich mit Gimli während sie alle am Feuer saßen und aßen. Auch Legolas und Gandalf saßen dabei. Aragorn war noch dabei seine Schlafmatte einzurollen, ebenso wie Frodo, direkt neben mir.

„Frodo…“ Der schwarzhaarige Hobbit blickte zu mir auf und lächelte.

„Miss Tara! Geht es euch besser?“

„I-ich… ja,… mir geht’s gut. Ich wollte dich fragen. Also gestern… wie… also wer hat mich…?

„Oh... es war Boromir, der euch zum Feuer gebracht hat. Er sagte ihr seid einfach ohnmächtig geworden. Wir habe uns ziemliche Sorgen gemacht, aber Gandalf meinte es sein nur die Erschöpfung nach dem Benutzen von so viel Magie. Das war ungemein faszinierend muss ich sagen. Obgleich es etwas anders aussah, als Zauber die Gandalf benutzt. Bunter.“ Er lächelte mich nochmal an und widmete sich dann seiner Schlafmatte.

„Hrhm“ räusperte sich jemand vor mir. Ohne ihn anzusehen wusste ich, wer es war. Sofort stieg mir die Röte ins Gesicht. Ich wollte etwas sagen, doch mein Hals war wie so oft wie zugeschnürt.

„Würdet ihr bitte aufstehen, wenn es euch keine Umstände macht. Ich würde gerne meine Sachen packen.“ Boromir blickt mich erwartend an. Natürlich war es seine Matte auf der ich geschlafen hatte. Mein Gesicht wurde wenn möglich noch röter und ich rappelte mich hastig auf.

„i-ich,… j-ja,… also…. ähm… V-verzeiht m-m-mir.“ Gott ich war so armselig. Wieso konnte ich mich nicht einmal zusammenreißen? Ohne mich weiter zu beachten begann er die Decken zusammenzulegen.

Ich nahm all meinen Mut zusammen und versuchte meine Stimme so gut es ging zu stabilisieren. „Ich… lasst mich euch helfen…“

„Nein.“ Er fauchte das Wort beinahe. Erschrocken machte ich einen Schritt zurück. Hatte ich ihm etwas getan.

„Alleine bin ich schneller“ fügte er noch hinzu und drehte sich dann ganz weg. Was war das denn gewesen? Hatte ich ihm etwas getan. Du meinst außer zu existieren? Fragte mein Unterbewusstsein. Ich nickte zustimmend. Er konnte mich wohl wirklich nicht ausstehen. Zwar beruten diese Gefühle auf Gegenseitigkeit, doch ich versuchte zumindest noch freundlich zu sein.

Ich atmete tief durch und versuchte die Röte aus meinem Gesicht und die Nervosität aus dem Rest meines Körpers zu treiben. Ich steckte meine noch immer zitternden Hände in die Taschen meiner Tunika und ging langsam in Richtung Feuer. Auf dem Weg nahm ich meine Tasche auf, die an einen Stein lehnte.

----------------------------

Naja, ich finde das Kapitel toll,
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast