Please come back to me

von PrinceRa
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 Slash
Jibanyan Nathan Adams Whisper
21.06.2016
21.06.2016
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Ist eine Mischung aus Anime und Spiel und entstand vor der Folge, wo man mehr über Whispers Vergangenheit erfährt. Ich bitte das zu berücksichtigen, alles passt nicht, sobald man die Folge kennt xD Ich benutze übrigens die japanischen Namen, hoffe, das ist nicht schlimm^^ (Keita = Nathan, Fumi = Katie, Kanchi = Freddie, Bär = Kuma) <- Für die, die nicht wissen, wer wie im japanischen heißt^^
Pairings: Whisper/Keita, if you squint (kann man aber wirklich nur als Freundschaft sehen, wenn man will xD)

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„Und wieder cheatet er, nya~“
„Das tut er immer“, kicherte Keita, wurde allerdings aus seinem Gespräch mit Jibanyan gerissen, als er ein schepperndes Geräusch hörte. Verwirrt drehte er sich um, sah zu Whisper, der die Hände in die Hüfte stemmte und ihn ernst ansah. Das Yokai-Pad lag irgendwo am Boden und hatte sehr wahrscheinlich das Geräusch von sich gegeben.
„Whisper?“
„Komm mir nicht mit 'Whisper?'“, fauchte der Yokai seinen Meister sofort an. „Verzeih die Ausdrucksweise, aber ich habe die Schnauze voll. Im Gegensatz zu deinem kleinen Freund“, dabei deutete er auf Jibanyan, „war ich 190 Jahre in einer Kapsel eingesperrt und hatte keine Möglichkeit, da raus zu kommen. Die Yokai waren in dieser Zeit nicht untätig und haben sich weiterentwickelt, sich den Menschen weiter angepasst. Auch wenn ich es nur ungern zugebe, aber ich bin nicht allwissend, für mich ist auch vieles neu.“
Er schwieg für einen Moment, aber nicht lange genug, um Keita die Möglichkeit zu geben, seine Sprache wiederzufinden und zu antworten.
„Was ich allerdings sehr gut weiß ist, dass du damals nicht wirklich zufrieden mit deiner Ausbeute des Yokai-Maten warst. Und da du ja offensichtlich besser ohne mich klar kommst, werde ich mich jetzt verziehen.“
Keita war sprachlos. Normalerweise kam er sehr gut mit der wenigen Geduld klar, die Whisper aufbrachte. Dass dem Yokai nun allerdings der Geduldsfaden riss, so etwas war neu für ihn. Meist hatte sich Whisper nach diesen kurzen Gefühlsausbrüchen schnell wieder gefasst und kehrte zu seinem normalen Butler-Dasein zurück. Doch nun?
„Ach ja, als Entschädigung für deine 100 Yen von damals, vielleicht hast du ja dieses Mal mehr Glück.“ Während der Geist das Zimmer verließ, warf er noch etwas über seine Schulter, bevor er durch die Wand verschwand und eine erdrückende Stille hinterließ. Unsicher fing Keita das Objekt auf, was Whisper ihm hinterlassen hatte.
„Eine Münze für den Yokai-Mat?“, fragte der Junge in die Stille hinein, ehe er Jibanyan spürte, der auf seinen Rücken gesprungen war und über dessen Schulter blickte.
„Wenn du Glück hast, kannst du einen Yokai des Stammes der Glitschiga bekommen, nya~“
„Ich... ich weiß. Ich habe mit Whisper schon einmal solche Münzen benutzt.“ Unsicher schaute Keita zum Fenster, aus dem er seinen Butler, oder Ex-Butler, vor ein paar Augenblicken noch ausmachen konnte. Nun war der Geist nicht mehr zu sehen.
„Meinst du, er kommt wieder?“
„Aber natürlich“, sprach Jibanyan und sprang auf das Bett, streckte sich. „Inzwischen kennst du Whisper doch gut genug. Er hat nur, wie nennt ihr das? Seine fünf Minuten, sobald er sich abreagiert hat, kommt er wieder, nya~“
„Ich hoffe es, Jibanyan, ich hoffe es.“

Die ersten wenigen Tage war es ungewohnt. In der Schule fühlte er sich nicht mehr beobachtet und etwas unsicher. Traf er auf einen Yokai, dauerte es immer einen Moment, bis er verstand, dass sein leise gesprochenes „Whisper“ keine Antwort erhielt und er selbst auf dem zurückgelassenen Pad nachsehen musste, um welchen Yokai es sich handelte.
Zu Hause fühlte er sich allein. Jibanyan war nicht immer bei ihm und so saß er meist in seinem Zimmer und las ein paar Manga. An den Wochenenden, manchmal auch nach der Schule, traf er sich mit seinen Freunden, um sich abzulenken. Dies funktionierte am Anfang recht gut, doch je mehr Zeit verstrich, desto stiller wurde er. Auch wenn er es nicht zugeben wollte, aber er vermisste Whisper. Der Yokai war jetzt schon sehr lange sein Begleiter und plötzlich ohne ihn zu sein, war tatsächlich etwas anderes. Dennoch war er sich sicher, dass er sich früher oder später daran gewöhnte, hoffte aber noch mehr, dass Whisper eines Tages in seinem Zimmer auf ihn warten würde, wenn er von der Schule kam.
Seine Stille wurde nicht nur von seinen Freunden bemerkt. Auch seine Eltern spürten, dass mit ihrem Sohn etwas nicht stimmte und versuchten, ihn zum Reden zu bewegen. Doch alles was er ihren verriet war, dass er einen Streit mit einem Freund hatte. Mehr mussten und sollten seine Eltern nicht wissen. Sie würden es doch eh nicht verstehen.
Wieder war so ein Abend, an dem Keita noch lange am Fenster stand und heraus sah. Jibanyan saß neben ihm und blickte hinaus, schwieg. Was sollte er schon sagen? Er wusste, was in Keita vorging und er hatte nicht erwartet, dass Whisper tatsächlich länger als zwei Wochen wegbleiben würde. Was, wenn er falsch lag? Was, wenn der Yokai wirklich nicht mehr wiederkam?
„Haben wir es wirklich so sehr übertrieben?“, fragte Keita leise, wandte seinen Blick nicht von der Nacht ab.
„Vielleicht, nya~“, antwortete Jibanyan leise. „Ich wusste nicht, dass er das so ernst nimmt, nya~“
„Ich auch nicht. Eigentlich dachte ich, dass er uns, ...dass er mir das nicht übel nimmt. Ein Spaß unter Freunden.“
„Weißt du was, Keita? Wir gehen morgen in den Wald und benutzen die Münze am Yokai-Maten. Vielleicht hat er sich dort eingesperrt und du kannst ihn mit der Münze wieder befreien, nya?“
„Meinst du?“
„Kann doch sein? Wenn er die Münze mit einem Zauber belegt hat, dass diese Münze genau eine bestimmte Kapsel freigibt? Wir sollten es auf einen Versuch ankommen lassen, nya~“
Keita schwieg einen Moment, ehe ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen erschien.
„Ja, ich denke, du hast Recht. Lass es uns versuchen.“

Am nächsten Morgen stand Keita früh auf, um sich fertig zu machen. Es dauerte ein wenig, bis Jibanyan und er am Automaten waren und deshalb wollte er so früh wie möglich los, damit er herausfand, ob Whisper nun dort war oder nicht.
Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Wald und durchliefen das Geäst, das den Weg versperrte. Von Meter zu Meter, die sie dem heiligen Baum näher kamen, wurde Keita nervöser. Die Münze hielt er sicher in seiner Hand und zitterte leicht. Wenn sich Whisper wirklich in dem Automaten eingesperrt hatte, konnte er ihn jetzt endlich wiedersehen. Er musste sich bei ihm entschuldigen. Alles tat ihm leid. Er wollte nie, dass Whisper das persönlich nahm. Natürlich wusste er, dass der Yokai alles nachschlug, was möglich war. Aber doch nur aus dem Grund, um Keita keine falschen oder nicht ausreichende Informationen zu geben. Er hatte nicht unrecht. Whisper war eingesperrt. Für eine lange Zeit, die sich Keita in seinem Alter wohl kaum vorstellen konnte. Wie musste es wohl sein, 190 Jahre nichts von seiner Umgebung mitzubekommen? Alles veränderte sich, man wusste nichts davon und letztendlich wurde man von einem kleinen, unwissenden Jungen befreit. Schwor diesem die Treue und half ihm in jeglichen Lebenslagen, obwohl er selbst doch kaum etwas von dieser Welt und den Neuerungen kannte.
Whisper hatte eigentlich seinen Respekt verdient. Dafür, dass er alles hinten anstellte, um seinem Meister zu helfen. Aber was er für ihn übrig hatte, war Spott, weil er eben nicht alles wusste. Keita sollte sich schämen und tat dies auch.
„Keita, wir sind da, nya~“, sprach der rote Kater und sprang durch das letzte Gestrüpp, um auf die Wiese mit dem großen Baum und dem Yokai-Maten zu gelangen. Der Junge folgte ihm mit etwas Abstand. Mit jedem Schritt wurde er unsicherer. Sollte er es wirklich wagen? Neben dem Pad und seinen Erinnerungen war diese hellblaue Münze alles, was er von Whisper noch hatte. Doch die Chancen standen gleich. Entweder, Whisper war mit dieser Münze verbunden und würde aus der Kapsel erscheinen, oder eben nicht.
Leise seufzte er, dann steckte er die Münze mit zittrigen Finger in den Automaten. Es dauerte noch einen Moment, bis er das Rad drehte und die Glitschiga-Münze in dem Gerät verschwand. Es ratterte und klapperte, während Keita und Jibanyan gespannt beobachteten, welche Kapsel wohl fiel. Nur wenige Augenblicke später lag eine der grauen Kapseln in dem Ausgabefach.
Vorsichtig hob er die Kapsel hoch und betrachtete sie.
„Was sagst du, nya~?“
„Es fühlt sich nicht anders an, als sonst.“
„Dann mach sie auf. Los, nya! Ich vermisse diesen komischen Yokai auch schon. Also, ein bisschen, nya“, sprach Jibanyan mit einem Lächeln und Keita nickte, drehte die Kapsel, um sie zu öffnen.

Zapfi und Pascha blickten sich an. Sie kannten Whisper schon eine ganze Weile und hatten ihn schon lange nicht mehr so gesehen, vor allem nicht, seit er sich mit Keita angefreundet hat.
„Wie lange ist das jetzt her?“, fragte der kleine Tropfen und legte den Kopf schief.
„Keine Ahnung, ich glaube, etwas mehr als zwei Wochen“, sprach Whisper und kippte ein Glas von er wusste nicht was es war, hinunter.
„Und seitdem warst du nicht mehr bei ihm?“, fragte nun Pascha, der neben Whisper an der Bar saß. Zapfi stellte ihnen indes neue, gekühlte Getränke vor die Nase.
„Nein, was soll ich auch bei ihm? Ich habe mir das lange genug gefallen lassen. Ständig beschuldigt und geschlagen zu werden, nein, darauf habe ich wirklich keine Lust. Ich habe ihm zwar meine Treue als Butler geschworen, aber ich muss mir auch nicht alles gefallen lassen.“ Vorsichtig nahm er einen Schluck seines Getränks, war froh, noch immer keinen Alkohol darin zu schmecken. Er hatte Zapfi darum gebeten, weil er nicht wollte, dass er womöglich doch dem Drang nicht widerstehen konnte, zu Keita zurückzukehren. Da ertrug er lieber seine mehr als schlechte Laune in einer der Bars der Yokai World.
„Das stimmt wohl, aber was, wenn er mal auf einen wirklich üblen Yokai trifft. Du weißt, was hier momentan los ist und das es von Tag zu Tag schlimmer wird.“
„Ich weiß, Pascha, aber er hat das Pad und ein paar wirklich starke Freunde. Was soll ich da? Nachschlagen, um welchen Yokai es sich handelt, kann er selbst und gekämpft habe ich auch nie so wie die anderen Yokai.“
„Aber du warst und bist ihm ein Freund, oder?“, warf Zapfi ein. „Und wenn du plötzlich von einem Freund verlassen wirst, ist das richtig schlimm. Ganz ehrlich, du solltest nach ihm sehen. Wenigstens schauen, ob es ihm gut geht. Wenn es ihm gut geht, schließe mit dem Kapitel ab und suche dir einen neuen Meister, wenn du unbedingt weiter als Butler unterwegs sein willst. Wenn es Keita aber schlecht geht, dann geh zu ihm zurück. Einen Freund zu verlieren ist eine Erfahrung, die er nicht in diesem Alter machen sollte.“
Es wurde ruhig zwischen den drei Yokai. Keiner der drei sagte etwas und so konnten die Worte von Zapfi gut sacken. Und Whisper musste ihm eigentlich recht geben. Ein letzter Blick auf Keita würde nicht schaden.
„Ich glaube, du hast recht. Ich mache mich am Besten sofort auf den Weg.“

Ein Talisman. Die Kapsel hatte sich nach dem Öffnen aufgelöst und hinterließ einen Talisman in den Händen von Keita. Einen einfachen Talisman. Das war nicht Whisper!
Eigentlich hätte er es wissen müssen. Hätte es ahnen sollen, denn wie dumm sollte Whisper sein, sich jetzt wieder in den Automaten einsperren zu lassen? Das würde der Yokai sicher nicht tun nach seiner neugewonnen Freiheit. Vielleicht hatte er sich schon einen neuen Meister gesucht und arbeitete für jemanden als Butler.
Allein der Gedanke daran versetzte Keita einen Stich ins Herz. Er wollte nicht, dass Whisper jemanden anderes so behandelte wie ihn. Er fühlte sich auf gewisse Art und Weise immer besonders. Würde sich jetzt ein anderer Junge oder ein Mädchen in seinem Alter darüber freuen, von Whisper so behandelt zu werden?
Ein Seufzen entkam dem Jungen und er erhob sich, kehrte dem Automaten den Rücken zu. Was sollte er noch hier? Am Besten fand er sich mit dem Gedanken ab und lebte sein Leben weiter, aber eben ohne Whisper an seiner Seite. Er hatte doch so viele Yokai-Freunde, aber alle hatten ihr eigenes Leben und so war es schwierig, einen zu finden, der Zeit mit ihm verbrachte.
Jibanyan verließ ihn auf dem Rückweg. Wohin der Kater wollte, wusste Keita nicht, im Moment war er mehr froh, etwas Zeit für sich zu haben. Er musste sein Leben jetzt wieder in geregelte Bahnen bekommen. Am Besten verbrachte er einfach wieder mehr Zeit mit seinen Freunden. Das befand er als gut und war auch sehr zufrieden, als er die drei im Dreikantpark vorfand. Er schloss sich der kleinen Gruppe an und verbrachte den restlichen Tag mit ihnen, ohne zu wissen, dass er von wachsamen Augen beobachtet wurde.

„Keita, willst du noch nicht nach Hause?“, fragte Fumi und blickte den Jungen mit schief gelegtem Kopf an. Der Junge seufzte nur und ließ sich auf einer der Schaukeln nieder.
„Nein, ich bleibe noch einen Moment hier.“
„Kuma und Kanchi sind schon gegangen. Wir machen uns übrigens noch immer Sorgen um dich. Du bist in letzter Zeit so anders.“ Jemand wurde hellhörig.
„Mir geht es nur im Moment nicht so gut, dass ist alles. Ich denke, es geht mir bald besser, also macht euch keine Gedanken, ok?“
Leise seufzte Fumi, dann nickte sie.
„Wenn du jemanden zum Reden brauchst, sag Bescheid. Egal, worum es geht. Und bleib nicht mehr so lange, es wird bald dunkel“, sprach Fumi und verabschiedete sich, ließ Keita allein im Dreikantpark zurück.
Als ob sie ihm helfen konnte. Wenn er ihr sagte, er hatte sich mit einem Freund gestritten, würde sie sofort denken, dass es gelogen war. Er verbrachte nur Zeit mit ihnen, sonst hatte er in seiner Klasse nur ein paar Bekanntschaften. Aber von den Yokai konnte er ihr nicht erzählen, sie würde es nicht verstehen, solange sie keinen mit ihren eigenen Augen sah. Und ob die Linse nur bei ihm oder auch bei anderen funktionierte, dass wusste Keita nicht. Genaugenommen wollte er es auch gar nicht wissen. Es war sein Privileg, die Yokai zu sehen und in diesem Fall war er so egoistisch und wollte es für sich behalten.
Noch lange überlegte er, ob und wie er Whisper finden konnte. Gab es eine Möglichkeit, herauszufinden, wo sich der Geist aufhielt? Welcher Yokai konnte das wissen? Er ging im Geiste seine Medaillen durch und dabei fiel ihm kein einziger Yokai ein, der womöglich eine Ahnung hatte, wo sich Whisper aufhielt. Keita wusste ja nicht einmal, ob er überhaupt noch in der Menschenwelt war, oder sich in seine eigene Welt verzogen hatte.
„Whisper...“, seufzte er leise.  
Aus seinen Gedanken wurde er gerissen, als sich seine Umgebung veränderte. Kurz konnte er erkennen, dass es wohl schon etwas länger dunkel war, dann legte sich Nebel in die Straßen und um den Dreikantpark. Leise schluckte Keita. Verdammt, das hatte ihm gerade noch gefehlt. Nun war er auch noch allein auf sich gestellt.
Still stand er auf und schlich sich zum Ausgang des Parks. Vielleicht hatte ihn Gargaros noch nicht entdeckt. Es war nicht weit bis nach Hause. Aber er hatte sich zu früh gefreut, als er die Straße überquert hatte, hörte er bereits das Grollen und der Dämon stand direkt vor ihm. Verdammt. Deshalb lief er los, einen Umweg, um zu seinem Haus zu kommen, doch egal, wie er rannte, der Dämon versperrte ihm immer den Weg zu seinem Haus. Es war, als wüsste er, wo Keita hin wollte.
Er war erschöpft. Gargaros hatte erreicht, was er wollte. Keita hatte jeden erdenklichen Weg versucht und kam einfach nicht zu seinem Haus. Gargaros hielt Wache. Nun war er so erschöpft, dass er für den Dämon leichte Beute war, was dieser wohl auch merkte. Nun würde er wohl erfahren, was passierte, wenn der rote Dämon ihn erwischte. Gargaros kam immer näher und ängstlich schloss Keita die Augen.
„Hey, such dir gefälligst jemanden von deinem Kaliber!“
Diese Stimme. Keita öffnete die Augen und erkannte wenig später, wie Whisper um den Dämon herumflog. Gargaros fand dies wohl nicht so lustig und ließ sich von dem Yokai ablenken, schlug nach ihm und verfolgte ihn. War das seine Chance? Als er sich sicher war, dass sich der rote Dämon nicht mehr um ihn scherte, rannte er zur seinem Haus und öffnete die Tür.
„Keita, wir haben uns schon Sorgen gemacht“, sprach seine Mutter und schloss den Jungen in ihre Arme.
„Tut mir leid, ich war noch etwas unterwegs und habe wohl die Zeit vergessen“, flüsterte er, löste sich von seiner Mutter und blickte hinaus. Der Nebel hatte sich gelichtet. Hatte er es geschafft? Und was viel wichtiger war, ging es Whisper gut?
Es dauerte nicht lange, da stieg er die Treppe hinauf und stand etwas unschlüssig vor seiner Tür. Was erwartete ihn nun? War Whisper nun zu ihm zurückgekehrt? Warum hatte er ihm geholfen?
Zitternd öffnete er die Tür und blickte in sein Zimmer. Es war dunkel und er konnte nichts erkennen. Als er den Lichtschalter betätigte, fand er sich allein wieder. Er verstand es nicht. Warum hatte Whisper ihm geholfen? War ihm etwas passiert? Er wollte eigentlich nach draußen, wollte nachsehen, ob es seinem Freund gut ging, doch er bezweifelte, dass seine Eltern ihn jetzt noch einmal nach draußen lassen würden. Seufzend stellte er sich an sein offenes Fenster, versuchte, irgendetwas auszumachen, doch er konnte in der Dunkelheit nichts erkennen. Also war er wohl doch wieder allein.
„Das war ganz schön knapp“, ein Lachen drang an seine Ohren.
Verwirrt drehte sich Keita um und blickte Whisper an, der in seinem Zimmer schwebte. War das eine Illusion? Bildete er sich das gerade ein, oder war der Yokai wirklich hier?
„Warum so sprachlos, Keita?“, schmunzelte der weiße Yokai.
Das war keine Einbildung. Er war wirklich hier. Dieses Grinsen, der vertraute Blick. Es dauerte nur einen kurzen Augenblick, dann hielt er den Yokai in den Armen, drückte ihn an sich. Seine Emotionen überwältigten ihn und er begann zu weinen, sank auf die Knie und zog Whisper einfach mit sich.
„Whis~?“
„Es tut mir leid, Whisper“, flüsterte Keita mit erstickter Stimme. „Lass mich bitte nicht mehr allein.“
„Na na, kein Grund zu weinen“, sprach der Yokai leise mit einem Lächeln und strich seinem Meister sanft über den Haarschopf. „Ich werde immer an deiner Seite bleiben, versprochen.“

Als Keita die Augen aufschlug, war es dunkel. Sofort hatte er Angst, das dies alles ein Traum war und Whisper noch immer fort war. Doch seine Angst war unbegründet. Nur wenige Moment später, nachdem er sich auf seine Umgebung konzentrierte, hörte er direkt neben sich dieses vertraute, leise Atmen, was man nicht mal als Schnarchen bezeichnen konnte. Leicht richtete er sich auf und beobachtete den Geist neben sich, bis plötzlich dessen Atmung stoppte. Zumindest hörte Keita nichts mehr.
„Keita, es ist spät, du solltest nicht mehr wach sein“, flüsterte Whisper und blickte über seine Schulter.
„Ich weiß“, antwortete der Junge leise, bemerkte im Augenwinkel, wie sich der weiße Yokai aufrichtete.
„Du machst dir viel zu viele Gedanken.“
„Ich habe nur Angst, dass so etwas wieder passiert. Und dass es dann dieses Mal nicht so gut ausgeht.“
Whisper schüttelte mit dem Kopf und schmunzelte. „Soll ich etwas gegen diese Angst unternehmen?“
Mit großen Augen blickte Keita den Yokai an, dann nickte er. Natürlich, was für eine Frage! Warum hatte er nicht schon viel früher gefragt?
„Vertraust du mir nicht? Als ich dir sagte, dass ich immer an deiner Seite bleibe?“
„Doch, schon. Aber was, wenn ich etwas tue, was dich nicht zurück kommen lassen wird?“ Leicht schmunzelte Whisper, dann hob er seine rechte Hand an, die trotz des blassen Mondlichts von selbst zu leuchten schien.
„Dann gebe ich dir mein Wort und das hier.“ Nur einen kurzen Augenblick später hielt er Keita eine Medaille vor. Whisper selbst war darauf abgebildet, mit seinem Yokai-Pad und erhobenem Zeigefinger. Unten in der Mitte zeigte sich das Symbol der Stammes der Glitschiga.
„So kannst du mich immer rufen, wenn wir getrennt sind. Ich werde keine Beschwörung von dir verweigern, solange ich dazu in der Lage bin. Ganz egal, warum wir uns getrennt haben.“ Kaum hatte er die Worte gesprochen, legte er die Medaille in Keitas Hand und umschloss diese mit seiner eigenen.
„Und jetzt schlaf“, flüsterte er und legte sich hin, schloss die Augen.
„Danke Whisper. Für alles“, sprach Keita mit einem Lächeln, nachdem er sich gelegt hatte. Die Hand und die Medaille des Yokai ließ er die ganze Nacht über nicht los. Endlich konnte er beruhigt schlafen.
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