Sommergewitter

GedichtAllgemein / P12
21.06.2016
21.06.2016
1
158
 
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
21.06.2016 158
 

Stichwörter: 'leer' und/oder 'voll'


Sommergewitter


Hitze steht gestaut
knapp oberhalb des Asphaltes.
Manch einzelner Wind zieht durch die Straßen
als kontrolliere er, ob alles bereit sei:
Ob jeder bereit sei
zu geben,
zu opfern,
den Wolken, die nun das blanke Blau zu bedecken beginnen
Ehrerbietung zu erweisen.

Der Wind wird rasch, das Licht wird grau,
die Wolken atmen ein.
So fühlt man es, weiß schon genau
wie voll sie werden sein.

Voll von Frühsommer, vom grünen Land,
sie blähen sich, schwerstill wie Stahl.
Sie halten den Atem an, warten gespannt
lauernd über dem Tal.

Und endlich, endlich stürzt es hernieder,
es prasselt, es plätschert, es kracht.
Der Donner als Trommel dröhnt wieder und wieder;
Der Blitz das Bild einer Stimme, die lacht.

Nun ist es der Himmel, der sich entleert,
während die Erde sein Wasser begehrt.
Die grüne Heimat vollgesogen,
das tiefschwebende Grau wie für immer verzogen.
Review schreiben