Wachgeküsst

von Matty
OneshotRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Felix Brummer / Kummer
20.06.2016
20.06.2016
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Hey; ^^
Ich melde mich wieder mal mit einer Fanfiktion im Kraftklub-Fandom zurück und ich will kurz erwähnen, dass ich diese FF der lieben Little Bird schenken möchte. Einfach, um mich dafür zu bedanken, dass sie meine FF's ständig betaliest und mir sowohl bei den Titeln als auch bei den Kurzbeschreibungen hilft. Danke dafür. <3
Und jetzt viel Spaß beim Lesen; ^^
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Felix saß im Backstagebereich einer der Bühnen fürs Kosmonaut herum und beobachtete das rege Treiben der Leute.
Sein Blick blieb immer mal wieder an verschiedenen Personen seiner eigenen Band, aber auch an denen der Casper-Bande hängen. Alle waren mit Arbeiten beschäftigt, da heute der letzte Tag war, den sie für die Vorbereitung nutzen konnten. Deswegen bemerkten sie gar nicht, wie Felix sie mit Argusaugen betrachtete. Dafür waren sie alle zu beschäftigt, schließlich musste das alles heute fertig werden.
Aus dem Grund war die Casper-Bande auch gestern Morgen schon in Chemnitz angekommen.

Zusammen hatten sie letzte Nacht vor der Bühne gezeltet, was vielleicht nicht die beste Idee gewesen war. Denn darauf, dass sie endlich mal wieder zusammen saßen, musste natürlich angestoßen werden. Und das nicht nur mit einem Bier.
Felix rieb sich die Stirn. Er war froh, dass er von dem exzessivem Alkoholkonsum letzte Nacht keine Kopfschmerzen bekommen hatte. Das einzige, was ihm wirklich wehtat, war sein Rücken. Die Nacht auf der harten Erde zu verbringen, hatte sich als ziemlich ungünstig herausgestellt.
Da hätten sie lieber mal Felix ersten Vorschlag angenommen und den Boden der Wohnung von ihm und Karl mit Matratzen ausgelegt, damit alle dort übernachten konnten.
Aber die Mehrheit hatte Zelten als lustiger befunden.

Dafür, dass der Alkohol in ihm keine Kopfschmerzen ausgelöst hatte, tat er jedoch etwas anderes. Nicht etwa, dass seine Erinnerungen an letzte Nacht, Lücken aufwiesen. Nein, nein, er war sich ziemlich sicher, dass er noch alles wusste.
Aber er wusste nicht, wer ihn heute Morgen aufgeweckt hatte. Das wäre für Felix nun wirklich nicht tragisch gewesen… hätte man ihn nicht mit einem Kuss geweckt.

Felix war noch im Halbschlaf gewesen und hatte kaum bemerkt, wie jemand den Reißverschluss seines Zeltes geöffnet hatte, um zu ihm hineinzuklettern. Selbst den langen Kuss hatte er nicht wirklich wahrgenommen. Hatte nur das sanfte Kitzeln in seinem Gesicht gespürt, welches ihn schlussendlich geweckt hatte.
Jedoch realisierte er erst, was gerade passiert war, als die Person schon wieder verschwunden war. Felix hatte die Augen zu spät geöffnet, zu spät bemerkt, dass ihn jemand küsste und würde deswegen wohl nie erfahren, wer genau es gewesen war.
Er würde es aber gerne wissen, denn der Kuss hatte ihm gefallen. Immer noch kribbelte sein Bauch, wenn er daran dachte.

Deswegen saß er auch hier und beobachtete, anstatt zu helfen. Dieser Kuss ließ ihm einfach keine Ruhe. Es war nicht grundlos, dass er die verschiedenen Leute immer noch mit seinen Blicken verfolgte. Er schätze bei jedem ab, ob er es vielleicht war, der ihn beim Aufwachen geküsst hatte.
Ein paar Leute konnte er schon von Anfang an ausschließen. Auch wenn er noch halb geschlafen hatte, hatte er das leichte Kitzeln in seinem Gesicht bemerkt, als er geküsst wurde. Daher vermutete er, dass ihn ein Mann mit Bart geküsst haben musste. Somit fielen Karl, Konrad, Mishbeck und Danny schon mal aus dem engeren Kreis der Verdächtigen.

,,Morgen, Felix.”

Till lief an der Couch vorbei, auf welcher er saß, und klopfte ihm kurz auf die Schulter, bevor er raus auf die Bühne lief und ihn wieder mit seinen Vermutungen alleine ließ.
Felix schaute ihm hinterher und stützte frustriert den Kopf auf seiner Hand ab. Sein kleiner Bruder konnte es auch nicht gewesen sein. Weder trug er Bart, noch würde er ihn wach küssen. Er kannte durchaus gemeinere Methoden, um ihn zu wecken.

Ein unzufriedener Laut verließ Felix’ Mund, bevor er seinen Kopf in den Nacken legte. Er wollte die Augen schließen und seine Gedanken für einen Moment ordnen. Jedoch kam er nicht dazu, da Ben, welcher hinter ihm stand und ihn angrinste, in sein Blickfeld geriet.
Er hatte gar nicht bemerkt, dass sich der Ältere zu ihm gesellt hatte.

,,Na Felix, alles klar?”, fragte Ben und lehnte sich noch ein bisschen weiter nach vorne, so dass sich ihre Gesichter genau übereinander befanden. Der Angesprochene stotterte nur ein kurzes “Ja”, worauf sich Ben auch schon wieder abwendete. Sich einfach neben ihn aufs Sofa fallen lief und ebenfalls anfing, die Leute zu beobachten. Felix hatte jedoch gerade nur Augen für Ben.
Er realisierte mit hüpfendem Herzen, dass durchaus die Möglichkeit bestand, dass Ben es gewesen war, der ihn an diesem Morgen geküsst hatte. Zumal Ben nun wirklich kein Problem damit hatte, ihn zu küssen.

,,Sicher, dass alles okay bei dir ist? Du wirkst so abwesend.”

,,Sehr sicher. Ich denke nur über was nach.”

,,Willst du mir vielleicht auch erzählen über was?”, fragte Ben ehrlich interessiert. Drehte sich etwas zur Seite, um Felix besser betrachten zu können. Dieser begann nur zögerlich zu erklären, was sich heute Morgen in seinem Zelt ereignet hatte. Dass er vermutete, dass Ben ihn geküsst hatte, ließ er bewusst einfach weg. Denn falls er falsch liegen würde, wäre ihm das ziemlich unangenehm.
Auf den Lippen seines Gegenübers machte sich ein Grinsen breit, was Felix in seiner Erzählung stocken ließ und ihn fragend anschaute.

,,Ich glaube, ich weiß wer dich geküsst hat.”

,,Wie du weißt das? Ich sitze seit einer Stunde hier herum und grüble und du wusstest es die ganze Zeit, sagst mir aber nichts?”, rief Felix entrüstet aus. Schließlich hatte er den kompletten Morgen damit vergeudet, während Ben mindestens schon genauso lange wach war wie er und sehr wohl mitbekommen hatte, dass er sich über irgendetwas den Kopf zerbrach.
In Ben rührten sich allerdings keine Schuldgefühle durch Felix’ kleinen Ausbruch. Er lachte nur leise, bevor er sagte:

,,Es war einfach viel zu süß, wie du alles ganz genau beobachtet und analysiert hast. Da wollte ich dich lieber nicht stören und hab noch was gewartet.”

Felix boxte seinem Freund schmollend gegen die Schultern. So leicht, dass er es vermutlich nicht mal wirklich gespürt hatte. Dann fragte der Jüngere mit einem leisen Nuscheln:

,,Willst du mir dann auch sagen, wer es war?”

,,Es war Timur”, beantworte Ben seine Frage sofort und hing sogar noch eine genauere Erklärung hinten dran: ,,Wir haben gestern noch weiter getrunken, nachdem du schlafen gegangen bist. Und dann meinte er irgendwann, dass er dir noch einen Gute Nacht-Kuss schuldet und ist verschwunden… Anscheinend hat er ziemlich lange gebracht, um dein Zelt zu finden.”

Verwirrung machte sich in Felix breit. Er wusste nämlich nicht, warum Timur ihm einen Kuss schuldete. Weiter darüber nachdenken wollte er aber nicht. Verbuchte es einfach unter einer spontanen Aktion eines Betrunkenen und kümmerte sich lieber um die Enttäuschung, die sich gerade in seinem Bauch breit machte.
Der Kuss war so schön gewesen, auch wenn er es nicht mochte, vor dem Aufstehen geküsst zu werden, da hatte sich einfach die kleine Hoffnung in ihm breit gemacht, dass Ben an diesem Gefühl schuld war. Umso trauriger stimmte es ihn, dass er sich da gewaltig verschätzt hatte. Gut, dass er seine Vermutung zuvor nicht geäußert hatte. Wahrscheinlich hätte Ben ihn dann ausgelacht.

Seufzend rutschte Felix auf der Couch etwas tiefer, so dass er mehr oder weniger lag und an die Decke starren konnte. Ben warf ihm darauf nur einen fragenden Blick zu, während er anfing zu reden:

,,Was ist Felix? Du siehst so enttäuscht…”, auf einmal unterbrach der Ältere sich selbst und stellte fest: ,,Du hattest gehofft, dass ich dich geküsst habe…”

In Felix’ Gesicht machte sich ertappte Röte breit. Leugnen brachte sowieso nichts viel, weshalb er einfach unmerklich nickte. Er wusste nicht, woher Ben so genau wusste, was er gedacht hatte. Aber er nahm das einfach mal so hin. Vielleicht hatte der andere es an den vielen Blicken, die Felix ihm zugeworfen hatte, ausgemacht.
Mittlerweile schaute Felix ihn nicht mehr so direkt an. Beobachtete ihn immer nur kurz aus dem Augenwinkel heraus, bis Ben leise seufzte. Darauf wandte sich Felix gänzlich ab und blickte zur anderen Seite. Zumindest war das sein Vorhaben. Ben verhinderte dies aber, indem er eine Hand auf seine Wange legte und ihn sanft in seine Richtung dirigierte.
Kurz betrachtete Ben ihn. Wartete einen kleinen Moment ab, bevor er ihm einen winzigen Kuss auf die Lippen drückte.

Felix genoss das Kribbeln, welches sich in seinem Bauch breit machte. Spürte, dass sein Herz erneut einen kleinen Hüpfer machte, nur um dann in doppelter Geschwindigkeit weiter zu schlagen. Und es hörte auch nicht damit auf, als Ben sich wieder von ihm löste.

,,Jetzt besser?”

Kurz zögerte Felix mit seiner Antwort. Er könnte nun nicken, dann würde Ben wieder von ihm wegrücken und Distanz zwischen sie bringen, aber… er wollte das nicht. Er würde gerne nochmal einen so sanften Kuss von Ben bekommen, weswegen er kurzentschlossen anfing zu schmollen und den Kopf schüttelte.
Ben schaute ihn belustigt an, bevor er ihn ein weiteres Mal küsste. Länger diesmal. Intensiver, weswegen Felix ohne Bedenken eine Hand in Bens Nacken legte, damit dieser den Kuss nicht wieder so schnell lösen konnte.

Erst nach mehreren Minuten löste sich der Ältere wieder vollkommen von ihm. Felix legte sich darauf quer auf die Couch, um seinen Kopf in dem Schoß des Anderen bettet zu können. Dabei ließ er seine Beine von der Couchlehne baumeln. Wurde langsam wieder etwas lockerer. Stand weniger unter Strom, jetzt wo er nicht mehr so viel über den morgendlichen Kuss nachdenken musste.
Viel lieber dachte er jetzt an Ben, der vorsichtig anfing durch seine blonden Haare zu streicheln, so dass Felix sich nur noch mehr entspannte.
Er mochte seine Beziehung zu Ben. Es war irgendwas zwischen Freundschaft und Beziehung, was herrlich unkompliziert war. Und sie beide wussten, dass das durchaus etwas Festes werden könnte, wenn sie dieses Thema einmal ernsthaft besprechen würden.
Momentan gefiel es ihnen jedoch so, wie es war. Keine Verpflichtungen gegenüber dem anderen, aber trotzdem große Freude, wenn man sich mal wieder sah. Das war während den Touren viel angenehmer… Aber momentan war keiner von ihnen auf Tour. Vielleicht sollte Felix nach dem Festival einfach mit Ben nach Berlin fahren. Vielleicht war ein Gespräch angebracht, jetzt wo sie Zeit füreinander hatten.
Ändern würde sich ohnehin nicht viel zwischen ihnen. Dann hätten sie nur endlich ein Wort, um das zu definieren, was sie miteinander teilten.

Ein zufriedenes Seufzen entkam Felix, während er die Augen schloss und sich weiter auf Bens vorsichtige Berührungen konzentrierte.
Sein Entschluss stand fest und er war davon überzeugt, dass er keine falsche Entscheidung traf.
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Danke an Nakarem, die diese FF ausnahmsweise Mal für mich betagelesen hat. Los, geht, lest ihre FF's und lasst Liebe da. Das hat sie verdient! o/
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