innocence lost (virgin pure)

von Ava
OneshotDrama / P16
Catherine de' Medici King Henry II of France
19.06.2016
19.06.2016
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Charas/Pairing: Catherine (Catherine x Henry :: Catherine x Richard)
Word Count: ~900
Warnung: rape
Geschrieben: August 2014
Prompt aus dem Waisenhaus :: Ihre Spucke vermischte sich mit Blut, ihre Träume mit ihrer Angst und die Gesichtszüge vor ihr waren plötzlich verzerrt.

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innocence lost (virgin pure)

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Du bist die Liebe meines Lebens.

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Wen kümmert es schon, sie wird immer noch behaupten können, sie hätte ihre Jungfräulichkeit bei einem Ausritt verloren, so vielen reichen Mädchen passiert das selbe, und niemand wird sich je am Vermögen ihrer Familie, am Papst, vorbeitrauen um zu fragen, ob sie entehrt wurde, als sie noch ein Kind war, oder erst als sie schon erblüht war.

Und ohnehin, sie werden es bereuen, noch lange bevor Catherine gekrönt wird und höchstpersönlich nach ihren Köpfen verlangen kann. Sie werden alle bestraft werden und sterben, und Catherine wird für eine Zeit lang die eine Frau sein, die der Mann, der einmal König Frankreichs sein wird, liebt.

(Eine winzige kurze Zeit lang liebt er sogar nur sie. Aber später wird die Erinnerung daran so verblasst sein, dass sie zwangsläufig mit der Befürchtung, Catherine könnte keinen Erben gebären, verbunden sein wird.)

Niemand will je wissen, was ihr angetan wurde, und als sie Mary Jahre später mehr darüber erzählt, als jeder sonst von ihr erfahren hat, spielt es schon lange keine Rolle mehr.

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Sie mögen Kinder gewesen sein, aber sie hat ihn trotzdem geliebt.

(Oder gerade deswegen, weil sie noch Kinder waren. Ein Dutzend Männer und mehr hat ihre Beine auseinander gedrückt und sich von ihr genommen, was es zu nehmen gab, aber ihr Herz war trotzdem noch so jung, so hoffnungsvoll, und sie glaubte wirklich, in Henrys Armen würde alles ungeschehen werden.)

(Sie glaubte, sie könnte an seiner Brust vergessen, dass sie einmal, als es noch verzeihlich war, es zu sein, schwach und hilflos gewesen ist.)

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Er ist so schön, schiesst es ihr durch den Kopf, so stark, so lebendig.

Sie will mit ihm verschmelzen, in eine Tiefe fallen, die endlos ist und sie nie wird erreichen können; sie will ihn.

Henry hat nur Augen für sie, kein einziges Mal blickt er zur Seite, er scheint sie gar nicht zu bemerken, all jene vor dem Bett, die bezeugen sollen, dass diese Ehe vollzogen wurde (in einer anderen Geschichte gab es ebenfalls Zeugen, und was haben sie gelacht).

Er flüstert ihren Namen, und falls er merkt, dass er nicht der Erste ist, lässt er es sich nicht anmerken (vielleicht sind sie gerade noch Kind genug, um daran zu glauben, dass wenn er der Erste ist, den sie will, der Erste, den sie liebt, es vor ihm darum nie etwas gab, nicht wirklich).

Catherine, und sie schliesst kurz die Augen, atmet scharf ein, als sie ihn sich spürt, und zwingt sich schliesslich, zu lächeln. Es ist Henry, der sie küsst, Henry, der sie betrachtet, das Gesicht, das so dicht über ihrem schwebt, dass sie nichts anderes sieht, ist das ihres Mannes.

(Eines Tages, denkt sie, wird sie sein Gesicht mit den Händen umfassen und ihn allein sehen, ihn und nicht gleichzeitig die anderen.)

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Vor dem Hohngelächter, dem Spott, dem Keuchen, als heisser Atem ihre Haut befleckt, ist sie bloss dieses junge Mädchen names Catherine de’ Medici, das ihre Eltern früh verliert und zum Mündel des Papstes wird, um ihren Wohlstand beneidet und dafür gehasst wird, voller Träume ist und doch nie (zu) naiv.

Danach ...

Sie spuckt das Blut aus, strafft die Schultern, und lernt die Worte, die zu ihrer Wahrheit werden.

Mir geht es gut. Ich wurde rechtzeitig befreit. Mir ist nichts geschehen.

Geschichte wird von den Überlebenden geschrieben, und niemand schafft es, Catherine daran zweifeln zu lassen, dass sie genau das ist.

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Wenn sie keinen Erben gebären kann, ist ihr Leben ohne Wert, ist ihr Leben ein Hindernis.

Henry, Dauphin jetzt, lässt sich nicht gerne davon aufhalten, sich zu nehmen, worauf er Anrecht hat (oder glaubt, Anrecht zu haben; für eines Königs Sohn und Nachfolger gibt es da keinen Unterschied). Catherine wird ihren Kopf verlieren, ihr eigener Tod rückt mit jeder Monatsblutung näher, und es gibt nichts, das sie dagegen unternehmen kann. Je inniger sie versucht, ein Kind zu empfangen, desto weniger will Henry von ihr wissen. Er hat seine Mätresse, die weder Arbeit noch Pflicht sondern reines Vergnügen für ihn bedeutet, und er hat seine Bastarde von früheren Huren, die jedes für sich ein Beweis dafür sind, dass nicht der Prinz sondern seine italienische Braut das Problem ist.

Er wird mich töten, in diesen Jahren ist die Angst grösser als ihr Stolz, und die Angst macht sie dumm, jung, töricht, so verletzlich und offen für Zuneigung. Ihre Stimme zittert, als sie es ausspricht, ihre Augen brennen, er wird mich töten, und Richard Delacroix zieht sie an sich, schwört, dass er das nicht zulassen wird.

Er ist weder Arbeit noch Pflicht für Catherine, er ist das selige Vergessen und die Wärme, an die sie sich vage als einstigen Traum zu erinnern glaubt.

Aber er kann sie nicht beschützen.

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Sie gibt dem Mädchen keinen Namen und sieht ihnen nicht nach, als sie es fortbringen, das Kind und sein weinrotes Mal, in dem Henry sofort den Samen seines besten Freund erkennen würde.

Das Mädchen überlebt nicht.

Wenigstens weiss Catherine jetzt, dass sie einen Erben gebären kann. Das alles hat also doch etwas Gutes.

Sie weint nicht.

(Es gibt Schmerz und es gibt das. Sie ist keine Mutter, die ein Kind verlieren kann.)

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Bald darauf kommt Francis.

Drei Jahre später werden Henry und Catherine gekrönt.

Henry verbringt die Nacht mit Diane. Catherine mit Ängsten, die sie schon lange anstelle von Träumen hat.

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Und sie meint es trotzdem so, als sie sagt: Du bist die Liebe meines Lebens.

(Dann spricht er von Diane, wie kann sie das überraschen? Ihm ist keine Liebe genug, er hat sich immer mehr nehmen müssen, als jeder sonst gebraucht hat. Und Catherine wäre nicht Catherine, wenn sie es ihm nicht verzeihen würde. Um sich im passenden Moment zu rächen.)

(Wenn man die Unschuld erst einmal verloren hat, ist es eigentlich ganz leicht.)

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