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Die Reise der Draufgänger

von Yavia
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Auron Braska Jekkt
19.06.2016
24.09.2016
15
27.338
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19.06.2016 2.943
 
Interview mit den drei Reisenden

Wie alt seid ihr?
Braska: 27
Auron: 25
Jekkt: 25 ein halb, ich bin älter als du!
Auron: Na und?

Habt ihr Kinder?
Braska: eine Tochter, Yuna, die bestimmt so schön wie ihre Mutter werden wird.
Jekkt: mein Dreikäsehoch Tidus, die Heulsuse
Auron: Nein

Welchen Beruf habt ihr?
Braska: Ich bin ein Summoner auf der Pilgerreise
Jekkt: Ich bin der großartige Jekkt, Star-Blitzballspieler der Zanarkand Apes!
Auron: Guardian – nach einer Pause, in der beide ihn ansehen, kleinlaut – ehemaliger Tempelkrieger

Wo kommst du her?
Braska: Aus Bevelle
Jekkt: Aus Zanarkand
Auron: Aus Bevelle

Wen oder was liebst du?
Braska: Yuna
Jekkt: Blitzball spielen
Auron: Sir Braska – nach fraglichen Blicken – im Sinne von dienen, nicht von Liebe...  – sie lachen – Idioten!

Wem vertraust du?
Braska: Meinen Guardians
Jekkt: Mir selbst, denke ich
Auron: Braska
Jekkt: mir etwa nicht?
Auron – trocken – wohl kaum

Was ist dein Lieblingsessen?
Braska: Gern etwas süßes
Jekkt: – schmollt –
Auron: Fleisch und Brot

Was ist dein Lieblingsgetränk?
Braska: Tee
Jekkt: Das trägt Auron bei sich.
Auron: Sake? Warte mal... Du trinkst aus meiner Flasche?!

Magst du Musik?
Braska: Ja, gern mal hin und wieder.
Jekkt: Ja, ich liebe das Lied der Asthra
Auron: – schmollt, murmelt dann – Ab und zu

Welches Tier bist du?
Braska: Adler
Jekkt: Bär
Auron: Wolf

Hat einer von euch jemals einen Menschen getötet?
Braska: nicht direkt, wenn man bedenkt, dass die Monster unbesendete Seelen sind, dann schon
Jekkt: nee, noch nie
Auron: ja

Bist du ein Spieler?
Braska: Nein
Jekkt: Auf jeden Fall, lass uns spielen! Eine Wette? Ein Wettkampf? Komm, lass und wetten...
Auron: –  ermahnend – Jekkt!

Warum machst du diese Reise?
Braska: Ich verlor meine Frau an Sin. Ich möchte das Leid auslöschen, das er über Spira bringt.
Jekkt: Ich will zurück nach Zanarkand
Auron: Ich beschütze Braska auf seiner Reise

Glaubst du an Yevon?
Braska: Ja
Jekkt: Nö
Auron: Ja

Was hast du bei dir?
Braska: Meinen Zauberstab, etwas zu essen, eine Decke, äh, nein, die hat Auron
Jekkt: Mein Schwert! – lacht und beschaut es –
Auron: Essen, Trinken, Medizin, Schwert, Rüstung, Decke

Vermisst du deine Heimat?
Braska: Ich weiß nicht so recht. Ich bin nirgends daheim
Jekkt: Ja, und wie! Deswegen will ich ja zurück!
Auron: Nein

Wo hältst du dich gern auf?
Braska: Im Tempel
Jekkt: Im Blitzballstadion
Auron: hm, da wo nicht so viel los ist.
Braska: Also auch im Tempel!
Auron: Ja, vielleicht.

Wo wärst du jetzt gern?
Braska: In einem ruhigen kleinen Dorf, vielleicht in Besaid, mit meiner Tochter, ohne Sin
Jekkt: – denkt nach –
Auron: Am Ende unserer Reise, damit es vorbei ist
Jekkt: Wenn die so was sagen, zählt meine Bitte um das Blitzballstadion in Luca wohl nicht.

Bist du lieber unter Menschen oder lieber allein?
Braska: Ich bin gern unter Menschen die ich mag und liebe
Jekkt: Es könne nie genug Menschen sein, Paraden, Feiern, Jubel
Auron: – guckt Jekkt an und schüttelt den Kopf – Ich bin lieber allein

Deine schönste Erinnerung?
Braska: Oh, da sind einige. Viele habe ich mit Yuna erlebt, aber es war sehr ergreifend, meine erste Bestia zu erhalten.
Jekkt: Der Gewinn der Meisterschaft mit 12 zu 0, ich bin der großartige Jekkt!
Auron: Als Braska mich gerettet hat

Deine schlimmste Erinnerung?
Braska: Als ich erfuhr, dass meine geliebte Frau in einem Flugschiff auf dem Weg von den Al Bhed durch Sin getötet wurde
Jekkt: Ein verlorenes Spiel, keine Ahnung, ich weiß nichts dazu
Auron: Jede Erinnerung ist gut und schlecht auf ihre Art.
Jekkt: Was soll das denn heißen?
Auron: Ich hatte bisher keine schlimmste Erinnerung. Nur welche, die mich etwas gelehrt haben.
Jekkt: Dann sag das doch! Angeber!

Was würdest du gern noch vor dem Ende der Reise machen?
Braska: Yuna die Kraft zu geben, falls ich es nicht schaffe, dennoch ein gutes Leben zu führen. Da ist immer ein Weg, egal wofür sie sich entscheidet
Jekkt: Ist das Ende gefährlich, oder warum fragst du so? Wir kriegen Sin schon klein, keine Sorge!
Auron: Nichts, ich beschütze Braska bis zum Ende.


Die Reise der Draufgänger

Begrüßungen und Abschiede

Sein Schädel dröhnte. Langsam drehte er sich auf die andere Seite. Der Ausblick war wenig erfreulich. Durch Gitterstäbe sah er auf einen Hof hinaus auf dem zwei Wächter standen. Sie blickten ihn nicht an. Jekkt rieb sich den Kopf und versuchte eine andere Stellung. Der Kater war ungeheuerlich. Nur dunkel erinnerte er sich daran, was passiert war.

Klar, er war hier hierher gelangt. Er war schwimmen gewesen, trainieren für ein Blitzballturnier und dann, plötzlich war da eine Art Sturm und er befand sich ganz woanders. Er hatte sich umgesehen und gefragt und war angeeckt. Aber es gab einen Mann, der Schnaps verkaufte und mit ihm hatte er getrunken. Dann war da nichts mehr.

Schritte näherten sich. Ein Mann in einem langen Gewand blieb im Gegenlicht stehen, sah hinein. Neben ihm kam ein anderer Mann zu stehen. Jener war groß, breitschultrig und trug einen langen roten Mantel. Er sprach.
„Aber, Lord Braska...“
Der andere Mann räusperte sich und begann zu sprechen: „Du bist der Mann aus Zanarkand?“
„Und wenn dem so ist?“, fragte Jekkt selbstsicher.
„Ich hole dich da raus, wenn du mit mir kommst. Ich bin Lord Braska, Summoner und das ist mein Guardian Sir Auron.“

Jekkt hob den Kopf ein wenig. Der Lord hatte eine komische Kleidung an. Sie bestand aus vielen dunkelroten Schuppen, die wie Blätter wirkten, welche recht groß waren und ihn in einer lange Robe bis zum Boden einhüllten. Sein Gesicht war durch eine Lücke aus lockerem blauem Tuch sichtbar das komplett seine Haare und den Hals bedeckte. In der Hand fasste er einen gebogenen Stab.

Sein Guardian Auron trug einen langen roten Mantel, der in der Taille mit einem breitem Gürtel zusammengefügt war und hinten geschlitzt.  An diesem Gürtel hing eine runde Tonflasche in der höchstwahrscheinlich Alkohol war.
Taumelig erhob Jekkt sich, stand auf und trat an das Gitter. „Wo ist der Harken?“
„Du hast mich schnell durchschaut“, sagte Braska ruhig. Er warf Auron einen Blick zu, wandte sich dann wieder Jekkt zu. „Ich gehe auf eine Pilgerfahrt nach Zanarkand.“
„Wirklich?!“, rief Jekkt erfreut aus. Schließlich fühlte er sich hier vollkommen verloren und wollte wieder zurück. Zanarkand war die Stadt, aus der er kam.
„Ich möchte, dass du mitkommst. Aber sei gewarnt, es ist ein gefährlicher Trip. Wenn wir ankommen ist meine Reise beendet und du kannst deine Heimat erreichen. Was sagst du?“
„Okay!“, schoss Jekkt heraus, trat dichter an das Gitter heran.
„So schnell hast du dich entschieden?“
„Ich tu alles um hier rauszukommen!“

„Lord Braska!“, protestierte der dunkelhaarige Mann neben ihm. Das lange Haar war ihm hinten zum Zopf gebunden. „Dieser Mann als Guardian? Habt ihr nicht gehört, was er gemacht hat?“
„Was soll das heißen: ‚Dieser Mann’?“, empörte Jekkt sich von drinnen.
„Was macht das schon, Auron?“, sprach der Summoner. „Braska, ein Summoner mit einer Al Bhed vermählt, von dem keiner glaubt, dass er Sin besiegen kann? Das ist es doch, was die Leute sagen, er wird niemals Sin besiegen. Niemand setzt seine Hoffnung auf uns.“

Auron sah den Mann direkt an und sprach protestierend seinen Namen aus, versuchte sich zu Wort zu melden. Doch er gab klein bei, sobald der andere fort fuhr.
„Zeigen wir ihnen, dass wir es schaffen können! Ein Taugenichts-Summoner, ein Mann aus Zanarkand und ein Ex-Tempelkrieger, der die Tochter des Generals abblitzen ließ. Wäre es nicht lustig, wenn wir Sin besiegen?“
„Hört auf zu sabbeln und holt mich hier endlich raus!“, schimpfte Jekkt.
Noch immer sah Auron Braska an, er senkte den Kopf und fügte sich der Entscheidung.

Zwei Wachen kamen auf den Wink Braskas heran und öffneten die Tür zu Jekkts Gefängnis.
Der Mann kam heraus ins Licht. Er hatte vom Schwimmen nur eine weitere dunkelgraue Hose an, die bis über seine Knie reichte. Am linken Arm trug er ein Rüstungsteil, welches zu seiner Ausrüstung als Blitzballspieler gehörte. Ansonsten war er nackt, was auch die Füße mit Einbegriff.
Jekkt legte die rechte Hand in den Nacken und knetete dort die Schulter. Braska und eine Wache gingen voraus, Jekkt folgte, zuletzt kam Auron, der zu Boden sah. Er fragte sich, was sich Braska nur dabei gedacht hatte.

Sie gelangten in einen hohen Raum, der eine weitere Öffnung hatte. Die Längsseite des Raumes war mit einer Brüstung versehen, die an einer Stelle durchbrochen war. Dort ragte der Boden ein Stück hinaus, darunter war dunkles Wasser. Die Fläche besehend begann Jekkt zu reden.
„Frei, letztendlich.“
„Nun, Jekkt, bis wir in Zanarkand ankommen liegt mein Schicksal in deinen Händen.“
„Geht klar, kein Problem. Äh, was ist eigentlich ein Summoner?“
Braska sah Auron an, der leicht genervt den Kopf schüttelte, grinste darüber und sah zum Fenster auf. Es war Nacht draußen und sie sollten bald los. Braska sprach:
„Wir sollten sehen, ob wir eine Waffe für dich finden. Du wirst sie brauchen auf dem Weg. Das andere wird sich dir schon erklären, wenn wir erst mal unterwegs sind. Komm mit mir.“

Braska trat durch die Tür in einen Gang. Jekkt sah Auron erwartungsvoll an, da er schwieg, folgte er dem Mann. Der Wache einen kurzen Blick zuwerfend ging Auron ihnen nach, fragte sich, warum Braska den ausgewählt hatte. Wozu brauchten sie überhaupt noch jemanden? Reichte er nicht? Braska wusste, dass er gut war, warum brauchte er noch jemanden? Dann auch noch jemanden, den sie nicht kannten und der den Aussagen zu Folge aus Zanarkand kommen soll. Eine Stadt, in der seit 1000 Jahren keiner mehr lebte. Ein jähzorniger Mann, der eine Schlägerei angefangen hatte. Zwar hatte er sich gut geschlagen, aber war das ein guter Umgang?

Sie gingen nebeneinander die Straße entlang. Jekkt sah sich um, blieb wie angewurzelt stehen, als er fremdartige Wesen sah und gab einen Laut des Erstaunens von sich. Es schien, er kannte keine Guado, Ronso oder Hypello. Aufschriften schien er nicht lesen zu können.

Verwirrt schwieg Jekkt lange, versuchte das neue Bild in seinem Kopf zu vereinigen. Wo war er nur gelandet? Er war doch eben noch schwimmen gewesen und dann?

Bei Braskas Wohnung traten sie ein. Es waren zwei Räume, einen zum Aufhalten und einen Schlafraum. Aus jenem kam ein kleines Mädchen gelaufen. Die siebenjährige Yuna blieb auf dem Flur stehen und besah die drei. Ihr Vater strahlte über das ganze Gesicht, kam heran und nahm sie auf den Arm. Auron blieb bei der Tür stehen während Jekkt das Kind anlächelte und herankam. Braska setzte sie nach einer kurzen Begrüßung ab, ging in das Schlafzimmer. Neugierig besah Yuna den Fremden. Er hatte überall Narben und wirkte mit dem struppigem Haar und Bart unheimlich. Seine Stimme war tief.
„Hallo, Kleine. Ich bin Jekkt, wer bist du?“
„Yuna“, sagte sie dünn, legte die Hände auf den Rücken. Jekkt sah sich im Zimmer um, sprach.
„Ich habe einen Sohn, dort in Zanarkand. Etwa in deinem Alter.“
„Du kommst aus Zanarkand?“, fragte das Mädchen und beugte sich vor. „Wie ist es da?“
Jekkt gab ein paar Lacher von sich, ehe er zu sprechen begann. „Zanarkand ist viel größer als das hier. Es ist auch viel mehr los. Die Stadt schläft nie. Da ist ein Blitzballstadion, hell erleuchtet und immer voll mit Menschen. Die Massen feiern das Spiel bis in die Nacht. Ich bin Star-Blitzballspieler der Zanarkand Abes!“

Yuna starrte ihn beeindruckt an. Hinter ihm blickte Auron ihn ausdruckslos an. Sport hatte ihn noch nie richtig interessiert. Vom Blitzball verstand er nicht viel. Es wurde unter Wasser gespielt, dauerte 10 Minuten und man musste mehr Tore als der Gegner erzielen um zu gewinnen. Ein Ereignis, das gerade zu Zeiten Sins das Volk zufrieden stellte und amüsierte. Es gab sechs Teams. Keines hatte das Wort Zanarkand im Namen.
„Zanarkand Abes?“, fragte Auron nach.
Jekkt besah ihn, streckte die Brust raus und lachte.
„Kennst du etwa die Zanarkand Abes nicht? Es ist das beste Team! Ich bin ihr bester Spieler! Nur ich kann den Jekkt Spezialschuss Nummer 3!“
„Zanarkand liegt in Ruinen“, meinte Auron trocken. Leise sprach Yuna den Namen des Spezialschusses nach. Jekkt hörte sie nicht. Er starrte Auron an.
„In Ruinen? Wie...“
„Sin“
„Sin? Was ist das eigentlich?“
„Sin ist die Bürde, die uns auferlegt wurde“, sprach Yuna hinter Jekkt. Er drehte sich zu ihr um und sie fuhr fort. „Wenn die Menschen genug gebüßt haben, wird ein Summoner kommen und ihn vernichten. Es gab erst drei, die es geschafft haben, die Stille Zeit zu erreichen, aber mein Vater wird es schaffen. Er wird der vierte sein, der Sin besiegt. Und diesmal bestimmt für immer.“

Auron sah auf, da Braska zurückkehrte. Er hatte zu seinem Stab eine kleine Umhängetasche geholt. In ihr waren Nahrungsmittel und Medizin. Der verstörte Jekkt blickte das Mädchen an, jenes hüpfte einige Male, ehe es wieder zu sprechen anfing.
„Zeigst du mir den Jekkt Spezialschuss Nummer 3?“

Während Jekkt mit Yuna auf den Hof ging, folgten die zwei Männer ihnen und blieben an der Seite stehen. Zögerlich suchte Auron nach Worten, Braska musterte ihn, sprach, ehe er die Frage gestellt bekam.
„Es wird richtig sein, ihn mitzunehmen.“
„Aber er weiß überhaupt nichts! Er kennt nicht einmal Sin!“, fuhr Auron auf. Braska lächelte, wie er es häufig tat, betrachtete den Mann an seiner Seite.
„Er wird sich schon einleben.“
„Aber er sagt, er käme aus Zanarkand, spielt dort Blitzball für ein Team, dass es nicht gibt...“
„Du kennst dich mit Blitzball aus?“, neckte Braska. Auron senkte leicht den Kopf, erhob ihn wieder.
„Nein, aber die Stadt soll ein Brachland sein, nur noch Ruinen, wo sollen dort Menschen leben?“
„Wir werden es sehen. Vielleicht kommt er ja aus einer anderen Zeit, von damals, als alles noch in Ordnung war“, endete Braska, sah Auron an. „Ich erwarte dich dann später. Geh, sage deinen Freunden auf wiedersehen.“
Leicht ungläubig starrte Auron seinen Freund und Meister an. Er nickte einmal, dass er verstanden hatte, dass er nicht mehr gebraucht wurde. Braska würde keinen Schutz brauchen hier in der Stadt.
Auron trat die Stufen hinunter, sah nicht zurück.

Er fragte sich, was das für ein Kerl war, der nicht wusste, wer Sin war. Das Monster, das Tod und Verderben brachte. Wie konnte er es nicht kennen? Wieso wusste er nicht, dass ein Summoner Sin mit der hohen Beschwörung bekämpfte? Was wusste er überhaupt von dieser Welt?
Nun meinte Braska auch schon, dass der Mann von einem Zanarkand aus der Vergangenheit kam. Jekkt war nicht so glaubwürdig! Er wirkte wie ein Trunkenbold, der sich eine neue Lüge gezimmert hatte.
Auron blieb stehen. War er vielleicht ein Abtrünniger, der Braska etwas antun wollte? Würden die Al Bhed so weit gehen? Cid? Eher nicht. Und der Orden? Wohl auch nicht. Es war ihnen egal, solange Braska seine Tätigkeiten als Summoner ausübte und nicht auffiel. Auron bezweifelte, dass sie ihn umbringen würden. Also war Jekkt nur ein durchgeknallter Typ, der keine Erinnerung an dieses Spira hatte. Na toll, und den hatten sie nun am Hals.
Auron ging weiter, senkte den Kopf und grummelte vor Ärger.
Braska war einfach zu gutmütig für diese Welt.

Kaum später erreichte Auron die Akademie und blieb auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen. Er zögerte, hineinzugehen. Eigentlich wollte er Wenh Kinoc aufsuchen, um sich von ihm zu verabschieden. Auch wollte er sich bei ihm bedanken. Kinoc war es, der ihm nach der ausgeschlagenen Hochzeit helfen konnte. Er gab den Rat, ein Guardian zu werden, nachdem Auron seinen Dienst hier quittieren musste. Er war kein Tempelkrieger mehr und durfte auch nicht mehr die Akademie ohne Erlaubnis betreten. Und die hatte er nicht.

Den Kopf gesenkt fragte er sich, wie lange er hier stehen musste, um von Kinoc bemerkt zu werden. Er hatte keine Ahnung, wo er stecken mochte. Langsam ging er um das Gebäude herum. Singende Menschen gingen vorbei, einige Betrunkene suchten ihren Heimweg, ein Hund lief die Straße hinunter. Den Blick hinauf richtend, vernahm Auron ein Geräusch bei den Türen. Eine wurde einen Spalt geöffnet, ein Mann mit Bart blickte hinaus. Er trug einen Helm, der seinen Augen verdeckte. Doch Auron erkannte ihn und kam bereits näher, als er heran gewunken wurde.
Im Inneren blieb Auron an der Wand stehen. Ein Gitter war zu seiner rechten, die Tür zu seiner linken. Der bärtige Mann trug die Kleidung des Tempelkriegers und lächelte. Sie nickten sich zur Begrüßung kurz zu.
„Kinoc, hab Dank für alles“, begann Auron.
„Ich brauche es dir eigentlich nicht zu sagen, aber pass gut auf Lord Braska auf.“
„Das werde ich. Pass du auch auf dich auf. Ich habe gehört, du bist zum ersten Offizier befördert worden!“
„Du weißt selbst, das der Posten für dich bestimmt war“, murmelte Kinoc, senkte das Haupt. Auron schmunzelte wortlos darüber. „Du warst immer der bessere von uns. Ich konnte dich bis zum Schluss nicht übertreffen“, endete Kinoc sah wieder auf.
„Du hörst dich ja an, als ob ich schon gestorben wäre!“, sprach Auron, wollte nicht hören, dass er besser war. Kinoc war ein guter Krieger. Das Amt war ihm zu Recht gegeben worden. „Wir werden uns wiedersehen!“
Kinoc richtet sich wieder auf, nickte und gab ein deutliches ja von sich.
„Also...“ begann Auron erneut.
„Brecht ihr auf?“, sprach Kinoc für ihn.
Nun gab Auron ein „Hm“ als Bestätigung von sich.
„Du erzählst mir von Zanarkand, wenn du zurück bist, ja?“
Wieder nur sprach Auron ein „Hm“ aus. Er blickte seinen Kollegen an. Sie kannten sich aus der Akademie, sie waren nie zusammen trinken oder sonst was. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Auch Kinoc erging es so. Sie sahen sich eine Weile an, ehe Auron sprach.
„Auf Wiedersehen.“ Das war das einzige, was ihm einfiel. Kinoc erwiderte den Gruß, verneigte sich vor Anerkennung und sah Auron nach, der durch die Tür zurück auf die Straße hinaus verschwand. Schnell schritt Auron voran. Er war nicht der Typ für lange Abschiede.
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