Lost Child Darya

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Selma Jung Sophie Koch Sören Petersen Susanne Kaspary
19.06.2016
22.04.2019
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DARYA
Es war mitten in der Nacht und ich lag im Bad am Boden. Meine Beine schmerzten und waren Blut verschmiert.
Draußen hörte ich Stimmen und Autotüren schlagen, dann den Motor und Reifenquietschen.
Danach war wieder alles still. Jetzt hatten sie mich alle komplett allein gelassen.

„Darya? Hörst du mir überhaupt zu?“
Kim stieß mich an. „Hä? Was?“
„Ich hab dich gefragt was du heute Abend anziehst?“
„Auf den Ball?“ „Ja wo denn sonst?“
Ich hatte für eine kurze Zeit den Ball im JUZ komplett vergessen.
„Ich hab mir ein Kleid bestellt.“
Kim verdrehte die Augen. „Geht’s auch genauer?“
„Das geht bis zur Mitte meiner Oberschenkel, ist weiß und der Rücken ist frei.“
Bevor Kim antworten konnte, wurden wir von Herrn Keil unterbrocken.
„Ich will euren Plausch ja nicht unterbrechen, aber Darya kommst du bitte vor und rechnest die Aufgabe vor?“
Seufzend stand ich auf und ging nach vorne. Mathe war so ziemlich mit Abstand mein schlechtestes Fach. Ich verstand nichts. Weswegen ich auch vor der Tafel stand und die Aufgaben nur anstarren konnte.
„Kein Plan…“
„Darya wir haben solche Aufgaben schon bis zum Umfallen geübt.“
Ich zuckte nur mit den Schultern.
„Wenn du so weiter machst, sackst du in Mathe komplett ab.“
Ich zuckte wieder nur mit den Schultern.
Herr Keil seufzte und schickte mich zurück auf meinen Platz.
Ich war mega erleichtert, als ich die Schulglocke war nahm, die zur Pause klingelte.
Bevor Herr Keil mich zu sich rufen konnte, huschte ich durch die Tür und verschwand auf den Pausenhof zur Raucherecke.
Ich zog eine Kippe hervor und zündete sie an. Gerade als ich die Augen schloss und an ihr zog spürte ich, wie jemand vor mich trat. Ich machte meine Augen wieder auf.
„Hey.“
„Hi Yannick.“
„Hättest du Lust vielleicht mit mir zu diesem Ball zu gehen?“ Er grinste mich an.
„Ich geh mit Kim aber sie hat sicher nichts dagegen, wenn du mit dabei bist. Wenn du Lust hast?!“
„Okay cool. Dann bis heute Abend.“
„Ciao.“ Yannick drehte sich um und verschwand wieder im Schulgebäude. Ich genoss den Rest meiner Zigarette, bis ich wieder zurück in den Unterricht musste.
Jetzt war Physik an der Reihe.
Ein Fach das noch langweiliger war als Mathe…
Mitten im Unterricht kam eine Durchsage. Ich wurde in den Raum B.1.14 gerufen.
Verwirrt stand ich auf und suchte den Raum auf. Dort wartete Herr Keil mit zwei weiteren Personen. Ein Mann. Groß mit braunen Haaren. Noch nicht allzu alt. Und eine Frau. Sehr jung und blond.
„Was gibt’s?“
„Ich möchte dass du dich mit den beiden hier unterhältst. Deine schulischen Leistungen sind sehr gesunken und wenn du nicht die Kurve bekommst solltest du über einen Schulwechsel nachdenken. Vielleicht ist das Gymnasium nichts für dich.“
Ich zog eine Augenbraue nach oben und schaute Herrn Keil entgeistert an.
„Ist das Ihr ernst? Meine schulischen Leistungen sind normal außer Mathe vielleicht.“
„Du stehst in jedem Fach außer in Kunst auf 4 und in Mathe auf einer schlechten 5! Geh jetzt bitte mit den beiden mit und rede mit ihnen.“
Ich schüttelte wütend den Kopf, folgte den Beiden jedoch trotzdem in das Zimmer.
„Das Vorstellen ist ja etwas zu kurz gekommen. Ich bin Sören Petersen und das ist Sophie Koch. Wir sind Schulsozialarbeiter.“
Ich sah verunsichert von Sören zu Sophie.
„Hören Sie. Egal was Herr Keil gesagt hat, er hat komplett übertrieben. Ich muss nicht vom Gymnasium. Ich schaff das.“
Die Blonde, Sophie, war die ganze Zeit ruhig gewesen. Jetzt meldete sie sich zu Wort.
„Herr Keil hat und alles sehr genau erzählt. Von deiner Entwicklung hin bis zu deinen jetzigen Noten. Ich muss sagen, dass er recht hat Darya. Deine Leistungen sind nicht gerade berauschend. Das musst du doch einsehen.“
„Jeder hat mal eine schlechte Phase.“ Ich schaltete komplett auf stur.
„Hast du schon mal über Nachhilfe nachgedacht?“
„Sowas brauch ich nicht. Dafür hab ich auch gar keine Zeit. Es tut mir leid aber ich denke ich sollte wieder zurück in den Unterricht. Vom Fehlen werden meine Noten auch nicht besser.“
Mit diesen Worte stand ich auf und ging.
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