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Ein unerwartetes Wiedersehen

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Oikawa Tooru Ushijima Wakatoshi
19.06.2016
19.01.2018
42
107.527
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19.06.2016 1.460
 
Er joggte.
Wie immer joggte er seinen Weg, ganz allein. Keiner konnte auf Dauer mit ihm mithalten. Für eine kurze Weile waren einige etwas schneller als er. Doch nach und nach ließ dann ihre Kraft nach und ihnen fehlte die nötige Ausdauer. Wenn keiner mit ihm mithalten konnte, dann musste er eben alleine seinen Weg entlang joggen. Es störte ihn nicht, alleine zu sein, er war es gewohnt…
Weiße Wolken verhüllten den klaren, blauen Himmel. Einige Sonnenstrahlen schienen durch die Wolkendecke hindurch. Das Wetter war recht angenehm. Nicht zu kalt und nicht zu warm. Es eignete sich gut um joggen zu gehen. Die Luft war noch ein wenig feucht von den kurzen Regenschauer. Doch auch das störte den jungen Mann nicht. Er konzentrierte sich auf seinen Weg, auf sein Tempo…
Alles andere um sich herum nahm er kaum wahr, wenn er unterwegs war. War er an einen Baum vorbei gelaufen oder an einer Wiese? Waren Personen auf dieser Wiese oder waren es doch nur Kühe? Diese Fragen stellte er sich erst gar nicht. Den Weg, den er lief kannte er gut. Schon so oft war er ihn entlang gelaufen. Mal nur für einen Spaziergang, mal zum Joggen. In und auswendig kannte er ihn. Der steinige Boden, der graue Asphalt. Es blieb immer die selbe Strecke. So oft er Lust hatte, ging er ihn entlang. Immer wieder und wieder. Manchmal nahm er auch einen anderen Weg, der entlang der Stadt her führte. Doch dieser Weg, völlig entfernt von der Stadt, gefiel ihn am meisten.
Seine dunkel oliv-braunen Haare wurden oft vom Winde durcheinander gebracht. So wie auch an diesen Tag. Sie waren kurz. Oft fragten sich andere Personen in welcher Farbe sie waren. Waren sie dunkel braun oder mehr grün? Der junge Mann wusste genau wie man seine Haarfarbe nannte. Nur wenige wussten es. Solange er wusste, dass sie dunkel oliv-braun waren, reichte es. Mehr Personen mussten es gar nicht wissen. Es war ihn egal ob sie seine Haare braun oder auch anders nannten. Viele Personen sprachen auch nicht über seine Haare. Weil sie für diese Personen undefinierbar waren. Was spielte es schon für eine Rolle welche Farbe seine Haare hatten? Es interessierte niemanden wirklich… Somit musste sich der junge Mann darüber auch keine Gedanken machen. Wenn jemand dann doch nach seiner Haarfarbe fragte, dann würde er sie ja wissen.
Während er joggte, konnte er gut von der Welt abschalten. Er musste nicht an seine Arbeit denken, nicht an zuhause und auch nicht an die Erinnerungen aus seiner Vergangenheit. Nur auf das Joggen konzentrierte er sich. Das war seine Methode um wieder klare Gedanken zu bekommen. Jeder hatte so seine Methode. Es gab Personen die hörten dann einfach Musik, andere Zeichnen, andere machen ein Puzzle… Fast jede Person hatte eine Methode. Ob es auch Personen gab die ihre Methode zum Abschalten noch nicht gefunden haben? Die mit Problemen kämpfen? Die sie nicht aus den Kopf bekommen? Wahrscheinlich…
In dem Moment, in dem er sich dazu entschlossen hatte Joggen zu gehen, gab es aber keine Probleme, die er aus seinen Kopf bekommen wollte. Er wollte einfach nur raus und das machen, was er gerne machte. Er wollte frei von allen Gedanken sein, die in seinen Kopf umher kreisten. Denn immer wieder dachte er an vergangene Momente. Momente die in seinen Gedanken hängen geblieben sind. Sie waren weder besonders wichtig, noch besonders schrecklich. Es waren viel mehr Erinnerungen an eine Person, die er schon lange nicht mehr gesehen hatte. An diese Person hatte er oft denken müssen, sie beschäftigte ihn einfach. Doch seit ungefähr 2 Jahren hatte er diese Person nicht mehr gesehen. Nicht dass sie umgezogen, gestorben, verschwunden oder sonst was war. Eigentlich hätte er diese Person sehen können, wenn der Zufall es gewollt hätte... Aber dazu war es nicht gekommen. Nach dem letzten Volleyballturnier hatte er sie nicht mehr gesehen. Im Anschluss folgte auch der Schulabschluss, so dass er und diese Person von der Schule gingen. Ihre Zeit hatten sie dort abgesessen. Länger brauchten sie nicht mehr zur Schule gehen. Das Leben ging weiter. Der Weg in die Arbeitswelt stand offen. Neue Möglichkeiten boten sich ihnen. Jeder wählte seinen Weg. So wie es schien, gingen die beiden nicht den selben Weg. Sie waren ja auch auf einer völlig anderen Schule gewesen. Auch wenn der junge Mann immer wollte das die andere Person zu seiner Schule kommt. Immer hatte sie abgelehnt. Kein mal hatte sie seiner Worte zugestimmt. Somit gingen sie schon seit dem Schulbeginn getrennte Wege. Doch die gemeinsame Interesse an Sport, lies die Wege von den beiden hin und wieder aufeinander treffen. Beide entschieden sich dem Volleyballteam der Schule beizutreten. Wenn es besondere Spiele gab, gerieten ihre Wege aneinander. Sein Team spielte gegen das Team der anderen Person. Immer wenn dies mal vorkam, gewann sein Team. Er hatte ein starkes Team, welches mal als unschlagbar galt. Doch auch sein Team wurde mal besiegt. Aber nicht von den Team der Person… Er mochte es gegen diese Person zu spielen. Nicht nur weil sein Team gewann, sondern weil die Person einfach ein sehr guter Spieler war. Weil sie so gut war, wollte er diesen Spieler auch in seinen Team haben. Doch wenn die Person nicht zustimmte, konnte er die Entscheidung von ihr nicht ändern. Immer wieder hatte er es versucht sie umzustimmen, doch es half nichts. Die Person blieb ihrer Meinung treu. Somit hatten die beiden nie die Gelegenheit gehabt einmal gemeinsam in einem Team zu spielen. Immer nur traten ihre Teams gegeneinander an. Der junge Mann empfand dies zwar als schade, aber er sah es auch als Chance, selbst zu sehen wie gut die Person auf den Feld ihre Mannschaft unterstützte.

Weiter joggte der junge Mann. Völlig frei von Gedanken. Er war noch immer nicht am Ende seines Weges angelangt. Erst wenn er am Anfang der Runde ankam, hatte er endlich das Ende erreicht. Doch bisher hatte er gerade mal die Hälfte des Weges hinter sich gebracht. Seine Kraft ließ ihn weiter laufen. Ausdauer hatte er immer noch. Das wöchentliche Training zu der Zeit, wo er noch in den Volleyballteam war, zahlte sich aus. Auch wenn er nicht mehr regelmäßig Volleyball spielte, das gelegentliche Joggen trainierte seine Ausdauer. So Stolz wie er auf seine Ausdauer war, wollte er sie auch weiterhin beibehalten. Auch wenn sie nicht unbedingt von Nöten war. An der Stelle wo er joggte, ging der Weg eine Weile nur geradeaus. Der Boden war hart und grau. Die leichte Steigung bemerkte er. Aber da er den Weg gut kannte, wusste er dass sie genau an dieser Stelle war. Plötzlich konnte er Umrisse erkennen. Es schien wohl eine Person zu sein, die auch den Weg entlang ging. Da die Person noch weit von den jungen Mann entfernt war, konnte er die Umrisse nur wage erkennen. Je weiter er joggte, um so besser konnte er die Person sehen. Die Umrisse wurden klarer, das Bild vor seinen Augen wurde größer. Nach einigen Metern erkannte er braune Haare. Ein Gesicht war auch zu erkennen, also lief die Person wohl in die entgegengesetzte Richtung. Nach weiteren paar Metern erkannte der junge Mann, dass die Person eine dünne Stoffjacke trug und eine Jeanshose. Die Person wirkte als sei sie in Gedanken. Er wurde von ihr nicht beachtet. Die Geräusche seiner Füße, die auf den Asphalt aufkamen, schienen die andere Person nicht zu interessieren. Als der junge Mann nur noch wenige Meter von der Person entfernt war, begannen die Erinnerungen in ihm hoch zu kommen. Er kannte die Person, sein Aussehen verriet es ihm. Das er genau diese Person einmal beim Joggen treffen würde, hatte er nicht erwartet. Es wunderte ihn ein wenig. Plötzlich blieb der junge Mann stehen, direkt vor der Person und sah sie neutral an. Als die andere Person bemerkte das jemand vor ihr stand, erhob sie ihren Blick. Anfangs schaute sie verwundert. Doch schnell fasste sich die Person und schaute viel mehr fragend wie verwundert.
„Ushiwaka-chan...?“ Gab die Person mit hoch gezogener Augenbraue von sich.
„Oikawa, lange nicht gesehen.“ Der junge Mann betrachtete die Person welche vor ihm stand. Das braune Haar von ihr war gestylt, so wie er es aus seinen Erinnerungen kannte. 2 Jahre lang hatte Ushijima, Oikawa nicht mehr gesehen. Es gab so viel was er wissen wollte, so viel was er ihn fragen wollte... Doch warum begegnete er ausgerechnet Oikawa? auf diesen Weg? Beim Joggen?
Er hatte das Joggen beendet. Vielleicht würde Tooru ja mit ihm reden, dachte er sich. Auch wenn er dies bezüglich seine bedenken hatte. Denn sie hatten in all den vergangenen Jahren meist nicht viele Worte miteinander gewechselt.
War diese Begegnung nur ein gewöhnlicher Zufall? Oder war diese Begegnung vielleicht der Anfang eines neuen Abschnitts…?
Ushijimas Gedanken waren nun voll, von Erinnerungen… Doch was spielte sich in Oikawas Kopf ab?
 
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