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don't make me your number one, make me your only one - an english love affair

SongficFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Luke Hemmings OC (Own Character)
18.06.2016
12.08.2019
23
32.421
3
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8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
17.07.2016 2.320
 
Happy Happy Birthday, Lukey-Wookey :***
Gut, vielleicht bin ich da einen Tag zu spät dran, aber mit der Zeitverschiebung nach Australien haut das schon hin :P


6.Kapitel

„Wo ist Molly?“, fragte ich Luke. „Im Zimmer. Ich wollte sie nicht mitschleppen, wer weiß, was unsere Eltern wieder alles vorhaben.“ Mit einem augenverdrehendem Blick deutete er auf die vier und lachte. Luke lachte sowieso fast die ganze Zeit. Und wenn er mal gerade nicht lacht, dann tut er es im nächsten Moment. Man könnte meinen, dass das total nervig ist, ich allerdings empfand es nicht so. Ich fand es beeindruckend, dass Luke immer fröhlich war. Zumindest schien es so. „Wenn wir leise sind, bekommen unsere Eltern vielleicht gar nicht mit, dass wir uns absondern. Ich will nicht die ganze Zeit Mum und Dad hinterherlaufen müssen“, raunte ich Luke zu. „Also wenn ich mir das da vorne mal anschaue, könnte hier eine Elefantenherde aufkreuzen und die würden das nicht mitbekommen, so wie die sich unterhalten“, dramatisierte Luke die Lage. Ich kicherte. „Dann sag ich noch schnell Nick Bescheid, der kann die Klappe halten, wenn's drauf ankommt.“ Ich machte ein paar längere Schritte und erreichte meinen kleinen Bruder. Dieser unterhielt Jack und Hemmings Nummer 3 und bemerkte mich erst, als ich ihm ins Ohr flüsterte: „Nick? Wenn Mama und Papa fragen, dann sind Luke und ich auf einem Alleingang. Wir kommen dann wieder zum Hotel, okay? Aber vorher nichts sagen.“ Jack drehte sich zu Luke um, der hinten geblieben ist, und zog eine Augenbraue vielversprechend nach oben. Auch der andere stichelte los: „Ach, ein 'Alleingang' also?“, witzelte er. „Halt die Klappe, Ben!“, kam es von hinten gekontert. Ben hieß er also, der Hemmings Nummer 3. Ich nahm an, dass er der älteste war, zumindest sah er so aus. Ich wuschelte meinem Bruder noch einmal durch die Engelslocken, dann eilte ich zu Luke zurück. „Und was machen wir jetzt?“, fragte ich, als wir außer Sichtweite waren. „Weiß nicht. Ich kann dir ein bisschen was von London zeigen. Wir könnten zum Big Ben oder so“, schlug Luke vor. „Wobei, da könnten wir auch einfach zu meinem Bruder, der ist auch groß!“ Habe ich schon einmal erwähnt, dass Luke Hemmings den schlechtesten Humor aller Zeiten hat? Trotzdem freute ich mich riesig. London, Big Ben und Luke, damit ließ es sich tatsächlich gut leben.
Als wir aus der U-Bahn an der Westminster Station ausstiegen, schien sogar die Sonne, wenn auch nicht stark, aber sie schien. Wir kamen in ein großes Gedränge, das sich direkt am Ausgang befand. Luke reichte mir seine Hand und lächelte mir zu. Dankend nahm ich sie an. So konnte man immerhin uns nicht trennen. Wir quetschten uns durch die Menschenmassen und als wir endlich aus der Menschentraube waren, hatte Luke anscheinend schon längst vergessen, meine Hand loszulassen. Ich hatte nichts dagegen, also beließ ich es dabei. Seine Hände fühlten sich rau und warm an. Sie waren groß, sehr groß sogar, so wie er selbst ja eigentlich auch. „Schau mal, dort drüben sind ein paar Cafés an der Themse. Von dort hat man einen super Ausblick auf das Westminster Abby, auf den Big Ben und zum London Eye kann man auch noch schauen.“ Er zeigt mit seiner freien Hand auf eine Reihe an Cafés und Restaurants. Ich nickte. Das hörte sich doch vielversprechend an. „Krieg ich ein Eis?“, fragte ich mit meinem berüchtigtem Hundeblick. „Ein Eis? Es ist doch gar nicht so warm für ein Eis. Es hat ja gerade mal so 15°C.“ Er blickte mich erstaunt an. „Ja und? Eis kann man bei jeder Temperatur essen“, verteidigte ich mich. „Hast Recht. Lass uns ein Eis holen“, gab Luke schließlich schmunzelnd nach.
Ich bestellte mir ein Schokoladenbecher und Luke sich fünf Eiskugeln Cookies. „Spinnst du? Du kannst doch nicht fünf Kugeln Eis auf einmal essen! Noch dazu fünf mal die selbe Sorte!“ Kopfschüttelnd sah ich in an. „Warum nicht? Du bist doch mit deinen drei Kugeln Schokolade auch nicht besser.“ Er steckte sich genüsslich den Löffel in den Mund. „Ja aber du hast zwei Kugeln mehr!“ Ich verstand die Welt nicht mehr. „Wird dir da nicht schlecht?“ „Ach Quatsch. Ich hab schließlich auch die Eis-Wette gewonnen. Nach siebzehn Kugeln hat Mikey dann gekotzt“, erzählte er mir stolz. „Siebzehn Kugeln?! Dein Ernst?!“ Jetzt sagte ich nichts mehr. Luke lachte. Nachdem Luke gezahlt und ich mich bei ihm bedankt hatte, setzten wir uns auf eine halbhohe Mauer und ließen die Füße zum Fluss runter baumeln. Man hatte einen genialen Ausblick.
Ein paar Tauben pickten um uns herum Krümel vom Boden auf.
„Erzähl mal. Wie ist das jetzt genau bei dir zu Hause? Du reitest einfach das Pferd von deiner Freundin?“, fragte mich Luke auf einmal. Ich verschluckte mich erst einmal und musste husten. Luke klopfte mir auf den Rücken.. „Geht's wieder?“ „Ja“, lachte ich und wischte mir die Tränen aus den Augen.
„Also, ja, ich reite Amelies Pferd Diana. Anfangs hatten wir so unsere Schwierigkeiten, aber inzwischen könnte ich mir kein anderes Pferd mehr vorstellen.“ „Und warum reitet sie ihr Pferd nicht selbst?“ „Amelie hatte einen Reitunfall vor zwei Jahren. Seitdem ist ihr Knie so kaputt, dass sie nicht mehr reiten kann. Ihre Eltern wollten ihr Pferd verkaufen, aber wir haben es geschafft, sie doch zu überreden. Wir haben eine Frist von einem halben Jahr bekommen. Bis dahin mussten wir Diana fit bekommen. Keine einfache Aufgabe, wenn das Pferd vorher sechs Jahre lang nur als Freizeitpferd hergenommen wurde. Inzwischen ist sie top trainiert. Wir sind aber auch fast jeden Monat auf einem Turnier“, erzählte ich Luke. „Und was ist in diesem halben Jahr passiert?“, fragte mich dieser. „Naja, wir haben ein Intensivtraining gestartet. Muskeltraining, Ausdauertraining, alles, was dazugehört.“ „So wie bei Menschen?“, hakte Luke ungläubig nach. „Ne, eher in der Gegenstromanlage reiten, Hügel rauf und runter traben, Rennstrecken abstecken, auf Zeit galoppieren, sowas halt.“ „Aha“, machte Blondie, sah dabei aber nicht so aus, als hätte er es verstanden. „Und was passiert jetzt mit dem Pferd? Deine Freundin kann doch nicht mehr reiten, soweit ich verstanden habe.“ Anscheinend hatte Luke gut aufgepasst. „Diana wird jetzt nicht geritten. Jeder, der jetzt einen anderen Reitstil einbringt, kann sie auf dem Niveau versauen. Sie wird nur longiert. Bodenarbeit kann manchmal auch nicht schaden.“ Ich machte eine kurze Pause. „Ich hoffe, wir kriegen das bis zur Meisterschaft wieder hin. Jetzt ist es Mai. Drei Monate lang bleiben wir hier in London, das heißt, bis ich wieder in Deutschland bin, ist es bereits August. Ende September starten die ersten Turniere. Das wird eine harte Zeit.“ „Halt, stopp“, Luke schien verwirrt, „hast du nicht gesagt, die Meisterschaft ist im Herbst?“ „Äh, ja...?“ „Aber dann hast du doch noch ewig Zeit.“ Jetzt war ich verwirrt. „Äh, nein...?“ „Doch natürlich. Wenn du wieder zu Hause bist, dann hast du immer noch ein halbes Jahr.“ „Ach Luke“, lachend gab ich ihm eine Backpfeife. „Du Hirnie. In Australien ist im September vielleicht erst Frühling, in Deutschland haben wir bereits Herbst“. Er lachte laut auf. „Oups, hab ich total vergessen“, kicherte er, doch plötzlich wurde er leise und atmete laut aus. Ich sah ihn an. Was hatte er denn auf einmal? „Alles okay?“ „Ja...ja...es ist nur … ach egal“, stotterte Luke vor sich hin. Ich nahm seine Hand und schloss meine um seine. „Nein, nicht egal. Was ist los?“ Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter. „Ich … als ich von Sydney weg musste“, fing er an, „da haben Ashton und Michael sich auch ständig Hirnies genannt. Irgendwie vermiss ich sie total. Manchmal gehen sie mir so auf die Nerven. Ihr ewiges kindisches Verhalten und immer einen auf Kleinkind tun und dieses 'lass uns streiten, ich habe grade nichts besseres zu tun' -Getue, das kann schon sehr anstrengend sein, aber sobald auch nur einer von den drei Chaoten fehlt, stimmt schon wieder irgendetwas nicht.“ Luke seufzte. Und ich überlegte, bis mir spontan etwas einfiel. „Haben deine Jungs Skype?“ „Ashton, soweit ich weiß. Wieso?“ „Mit Skype kannst du durch die halbe Welt chatten. Okay, das war gelogen. Durch die ganze Welt und ...“ „Vivi, ich weiß, was Skype ist“, unterbrach er mich, dann ging ihm ein Licht auf und er verstand, was ich meinte. „Ach so, du meinst, wir können mit den Jungs skypen? Hast du denn überhaupt Skype?“ „Würde ich sonst fragen?“ Ich knuffte ihm in die Seite. Luke lachte beschämt. „Hey, kein Grund rot zu werden“, neckte ich ihn. „Dir geb ich gleich ein 'rot werden'“, lachte Luke und kitzelte mich. Ich quietschte auf, sprang von der Mauer und rannte los, dicht gefolgt von einem Riesen mit mega langen Beinen. Bald schon hatte er mich eingeholt und hielt mich von hinten eng umschlungen an der der Hüfte fest. Ich blieb stehen und wurde von ihm vorsichtig gedreht. Unsere Köpfe kamen einander immer näher. Ich musste mich strecken, so groß war Luke. Er beugte seinen Kopf ein Stück zu mir runter. Seine Hände wanderten von meiner Hüfte weg, bis er irgendwann vorsichtig meinen Kopf in seine Hände nahm und zärtlich meine Wangen streichelte. In mir löste sich ein Kribbeln aus. Es zog vom Herzen hin bis hin in alle meine Gliedmaßen. Ich konnte nicht mehr denken. Mein Verstand war wie vernebelt, doch während Luke meinem Kopf gefährlich nah kam, entschied sich mein Unterbewusstsein auf einmal dagegen und ich wendete rasch meinen Kopf ab. Ich wusste nicht, wie mir geschah, schon war es passiert. Ich senkte meinen Blick und sah verlegen auf meine Schuhe. An den Spitzen hatte sich ein bisschen Dreck angesammelt, den ich versuchte, mit den Füßen abzukratzen. Erfolglos. Alles, was ich erreichte, war, dass ich den Schlamm noch mehr verschmierte. Ich fühlte mich grausam. Das Herzklopfen hatte sich geändert. Es war mehr zu einer abrupten Leere in mir geworden. Ich wusste, dass mein Kopf mindestens so rot wie eine überreife Kirsche war. Ich sah mich schon als warnende Hindernisstange auf den Boden fallen, da Diana ihr Füße nicht hoch genug bekommen hatte. In meinem Kopf spielte sich ein Kino. Es war spannend, geradezu fesselnd.
Ich ritt im versammelten Galopp das Hindernis an. Es war hoch. Sehr hoch. Eine echte Herausforderung. Ich trieb das Pferd unter mir an. Immer schneller wurden wir. Schweiß perlte von dem Pferdehals und meiner Stirn. Kurz vor dem Absprung drückte ich noch einmal kräftig meine Sporen in die Flanken der Stute. Sie schnaubte aufgebracht auf, setzte zum Sprung an. Ich spürte, wie sie mit der Hinterhand alle Kraft ausübte. Für einen kurzen Moment fühlte ich mich frei. Dann krachte es. Und noch einmal. Und ein drittes Mal. Alle Stangen waren zu Boden gefallen. Keine Einzige war geblieben.
„Vivi! Schnell!“, riss mich Lukes Stimme energisch, aber auch irgendwie angstvoll in die Realität zurück. Das Pferd war verschwunden, ebenso der Hindernisparcours. Dafür stand der Junge vor mir, der gerade versucht hatte, mich zu küssen. Und ich bin ihm ausgewichen, obwohl er der Typ ist, der mich immer wieder zum Lachen bringt, egal, wie ernst die Situation gerade ist. Ich schämte mich so. Am liebsten hätte ich mich umgedreht und wäre weggerannt, damit ich ihm nie wieder in die Augen sehen muss. Doch da hatte mir der Australier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er packte mich grob am Arm und zog mich mit ihm.
„Was ist denn los? Hast du nicht mehr alle Tassen im Schrank?! Aua, du tust mir weh!“ Ich stolperte mehr hinter ihm her als dass ich laufen würde, so wie er es mir befohlen hatte. Immer noch hielt mich Luke fest am Handgelenk. „Hör auf zu motzen, wenn wir uns nicht beeilen, dann kommen wir in ein Unwetter, du Stadtgurke!“, rief er über seine Schulter zu mir nach hinten. „Stadtgurke?! Wenn hier einer eine Stadtgurke ist, dann bist das du. Ich bin vom Land!“ Als ob er meine reiterliche Ehre verletzen könnte! Soweit kam es noch!
„Ich habe gesagt, du sollst aufhören zu motzen!“ Allmählich wurde Luke ungeduldig. Seine Stimme bebte leicht und ein gewisser Unterton hallte in meinem Gehirn nach. Lag das an mir? Hatte ich ihn verärgert? 'Natürlich liegt das an dir, du Stadtgurke!' rief mir eine innere Stimme entgegen. Auf einmal krachte es fürchterlich laut. Ich schrie wie am Spieß los und fing an zu rennen. Ich legte einen Turbosprint hin, als wäre eine komplette Herde an Pferden hinter mir her. Schon mischt sich diese verflixte Stimme in mir wieder ein: 'Pferde sind Fluchttiere, du Stadtgurke!' Immer wieder dieses Wort 'Stadtgurke'. Es hörte sich mit jedem Mal verächtlicher an. Hilfe, was hatte ich getan?! Luke, rette mich! Oh Gott, was denke ich denn da schon wieder? Als ob Luke mich vor meinen Gedanken retten könnte!
Da krachte es schon wieder. Ich versuchte, noch schneller zu laufen. Meine Füße trugen mich in ein kleines Waldstück, doch mit einer Wurzel hatten sie nicht gerechnet. Ich flog der Länge nach hin. Ich spürte, wie meine Nase darunter litt. Es donnerte erneut. Dann spürte ich eine Hand auf meinem Rücken. „Alles gut?“, hörte ich Lukes sanfte Stimme. Er setzte sich neben mir auf den Boden und zog mich auf seinen Schoß. „Deine Nase blutet“, stellte er trocken fest, „warte.“ Er zog ein Taschentuch aus seiner Hosentasche. „Keine Sorge, ganz frisch“, er lächelte mir ermutigend zu. Kein breites Grinsen, nur ein leichtes, vorsichtiges Lächeln. Dankend nahm ich es an und hielt es mir unter die Nase. „Komm, lass uns den Bus nehmen. Der fährt hier zu jeder Zeit zu jedem Ort.“ Er stand auf und zog mich in die Höhe. Ich rechnete ihm hoch an, dass er mich nicht auf meine Angst vor Gewittern ansprach. Da wäre ich wahrscheinlich fast ausgerastet. Ich hasste es, wenn jemand auf den Fehlern anderer herumtritt.
Das Nasenbluten ließ schnell nach, schließlich ist sie auch extremst abgehärtet. Wer reitet, muss mit Stürzen rechnen, so ist das nun einmal im Sport. Auf den Bus mussten wir auch nicht lange warten und so waren wir schneller zu Hause als erwartet.
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