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don't make me your number one, make me your only one - an english love affair

SongficFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Luke Hemmings OC (Own Character)
18.06.2016
12.08.2019
23
32.421
3
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.08.2016 1.634
 
Ein Glück hatte ich schon die Hälfte von diesem Kapitel, sonst hätte ich das jetzt nicht hinbekommen :)
Viel Spaß bei Kapitel 12 und … ähm … Luvi … oder Vike? :D
Hört sich irgendwie beides doof an ;)


12.Kapitel

Als ich aufwachte, blickte ich in ein dunkles Zimmer. Ich wusste nicht, ob die schweren Vorhänge zugezogen waren oder ob es draußen noch finster war. Letztendlich war es mir egal. Seitlich an Luke gerollt lag mein Kopf auf seiner Brust. Sie hob und senkte sich in regelmäßigen Abständen, woraus ich schlussfolgerte, dass er tief und fest schlief. Sein einer Arm war fest um mich geschlungen, der zweite diente ihm als eine Art Kopfkissen. Er sah schon unendlich süß aus, wie er so dalag und schlief. Mein Kopf dröhnte und ich wünschte mir nichts sehnlicher herbei als eine Kopfschmerztablette. Was zur Hölle war gestern passiert? Warum lag ich hier auf einem oberkörperfreiem Luke?
Auf einmal spielte mein Magen verrückt und ich spürte, wie ein Würgereiz in mir ausgelöst wurde. Sofort sprang ich auf und hetzte Richtung Toilette. Gerade noch rechtzeitig.
Meine Lunge brannte und mein Magen wollte sich einfach nicht beruhigen. Mir standen schon Schweißperlen auf der Stirn. „Vivi?“ Ein verschlafener Luke stand hinter mir. Allerdings war er schon im nächsten Moment hellwach. Auf der Ablage fand er einen Haargummi, um meine zerzauste Mähne zurück zu binden. Beruhigend strich er mir über den Rücken, reichte mir Klopapier und spülte immer mal wieder runter. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich keinerlei Kleidung anhatte. Es war mir egal. In diesem Moment war es mir so egal, so egal als ginge es um einen Elefanten in Afrika. Endlich bekam ich wieder etwas Luft. Erschöpft rutschte ich die geflieste Wand hinunter, bis mein Po auf dem kalten Boden aufsaß. Luke stand kurz auf und ging ein paar Schritte weg. Ich fühlte mich elendig. Ausgekotzt und durchgefickt. Moment! Durchgefickt? Heilige Scheiße, da war ja was! Ganz wage konnte ich mich wieder an die Nacht erinnern. Aber waren wir wirklich so weit gegangen? Mein Gehirn fühlte sich wie Matsch an. Nur so ganz blasse Erinnerungen blitzten hin und wieder auf. Luke kam wieder und kniete sich neben mich. Er trug jetzt eine Boxershorts. Vorsichtig drückte er mich etwas nach vorne und legte mir einen Bademantel über die Schultern. Dann nahm er meine Arme und steckte sie in die Ärmel. So wie ein Vater seine kleine Tochter anziehen würde. Schließlich band er noch den Gürtel zusammen. „Damit du dich nicht verkühlst“, flüsterte er und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Ich lächelte nur schwach. Er war so süß, so fürsorglich, so … Luke.
Wenig später lag ich wieder in meinem Bett. Die Bettdecke bis an die Nasenspitze hochgezogen drückte ich meinen Kopf ins Kissen. „Leg dich seitlich hin, das hilft dem Kreislauf.“ Ich blickte ihn skeptisch an. „Glaub mir, ich war schon oft genug so dicht, dass ich danach kotzen musste“, beteuerte er. Luke öffnete das Fenster und kam wieder zu mir, um mich zu drehen. Obwohl ich das auch locker selbst geschafft hätte, war ich froh, dass er mir half, denn mich hatte jegliche Kraft verlassen. Er schlug ein wenig die Decke zur Seite und machte schon Anstalten, sich auf das Bett fallen zu lassen, als er stutzte. „Du warst noch Jungfrau?!“, fragte er entgeistert. Kaum merklich nickte ich. „Fuck.“ Ich schloss die Augen und wünschte mir nichts sehnlicher, als im Erdboden zu versinken. „Fuck“, kam es noch einmal. „Fuck. Fuck Fuck. Du bist so … so fucking unschuldig!“ Zaghaft öffnete ich ein Auge. Luke sah mich an. Ich konnte seine Blicke nicht deuten. Vielleicht war etwas von Mitleid dabei. Genau konnte ich es nicht sagen. Ich konnte es nicht einmal erkennen, so dunkel war es. „Ich … du ...“, setzte Luke an, „ich … scheiße, scheiße, scheiße!“
„Luke es ist...“ Ja, was war es? Egal? Nicht schlimm? Vielleicht sogar schön? Ich konnte mir selbst keine Antwort geben. Ich wusste nicht, ob es schön war. Ich wusste auch nicht, ob es weh getan hatte. Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern. Na hoffentlich haben wir wenigstens ein Kondom benutzt. Und wenn es mehrere Male waren? Wenn wir nicht nur ein mal miteinander geschlafen hatten? Na, eigentlich war es jetzt auch schon egal, ändern konnte nun sowieso weder Luke noch ich etwas. Geschehen ist geschehen und ich war zu erschöpft, um jetzt darüber nachzudenken.
„Vivi, ich … ich wollte wirklich nicht …“ Doch ich unterbrach ihn. „Wenn du noch neben mir pennen willst, dann tu es jetzt. Es wird langsam kalt so ohne Decke und ich kann jetzt eh nicht klar denken. Lass uns später reden.“ Wow, das war doch mal eine Ansage. Ich glaube, ich habe noch nie zu vor in meinem Leben so klar gewusst, was ich wollte und was ich sagte. Und anscheinend war es wirklich nicht so viel Stuss, da Luke sich brav wie ein kleiner Welpe neben mich legt, seinen Arm unter meinen Kopf schob und meine Wange streichelte. „Du hast Recht, schlaf gut, Mäuschen.“ Mäuschen?! Ich konnte nicht einmal mehr darüber nachdenken, mir fielen schlagartig die Augen zu und ich versank im tiefen Land der Träume.


Gefühlte Jahrtausende später wachte ich auf. Mein Schädel brummte, meine Augenlider waren schwer wie Blei und meine Beine fühlten sich an wie der Wackelpudding, den es bei dem chinesischen Restaurant zu Hause in München gleich um die Ecke gab. Zusammengefasst ging es mir beschissen, weshalb ich beschloss, nur kurz den Kopf zu heben, um wenigstens eine Bewegung in meinen Körper zu bekommen. Naja, aus dem einmal-kurz-den-Kopf-heben wurde dann doch nichts, da ich feststellte, dass ich nicht in meinem Bett lag. Ich war mir doch zu hundert Prozent sicher, dass ich dort eingeschlafen bin. Naja, nach dem kurzen Zwischenstopp auf der Toilette. Stattdessen lag ich im Wohnzimmer auf der Couch, eingehüllt in die dunkelblaue Wolldecke, mein Kopf eingebettet in einem Stapel von Sofakissen, ebenfalls in dunkelblau. Komisch. Ich hätte schwören können, dass ich mich ins Bett gelegt hatte. Luke hatte doch noch das Fenster aufgemacht und gesagt, ich solle mich seitlich hinlegen. Apropos, wo war Luke?
„Hey Kleine“ Da kam er auch schon aus meinem Zimmer heraus. Er trug eine ausgebäulte Baggy und ein einfaches T-Shirt, und darin sah er so verdammt gut aus. Er kniete sich vor die Couch und strich eine Strähne, die mir ins Gesicht hing, hinter mein Ohr. „Wie geht’s dir?“ Ich war froh, dass er leise redete, alles andere hätte meinen Kopf zum Platzen gebracht. Ich stöhnte nur leise auf und rollte die Augen. Luke klopfte vorsichtig auf meine Taille und stand auf. Während er weg war schloss ich die Augen und versuchte, das beständige Pochen zu ignorieren. „Hier“ Luke reichte mir eine Tablette und ein Sektglas mit Wasser. „Wo hast du das denn her?“
„Das Glas?“ Ich nickte.
„Aus dem Kühlschrank.“ Hier gibt es einen Kühlschrank?
Er reichte mir beides. Brav schluckte ich die Kapsel runter. Es schmeckte scheußlich, aber was nicht schmeckt, das hilft. Sagte zumindest mein Opa immer.
„Aber das Glas ist doch gar nicht kalt“, wunderte ich mich. Auf die Idee, dass über dem Kühlschrank ein Fach mit Gläsern war, kam ich nicht.
„Wer bitte stellt Gläser direkt in den Kühlschrank rein?“, Luke schmunzelte und strich über meine Haare. Vorsichtig massierte er meine Schläfen. Anscheinend war er wirklich schon oft genug betrunken genug, um zu wissen, wo's danach weh tut. Ich lächelte schwach. „Kann ich vielleicht duschen?“ „Bitte. Nur zu. Ist dein Badezimmer.“ Luke machte eine Geste, richtete sich endgültig auf und reichte mir seine Hände. Ich hatte immer noch den weißen Bademantel an. „Das Bett habe ich im übrigen schon abgezogen.“ Ich schämte mich. Hoch rot senkte ich den Kopf, nickte und schlurfte ins Bad. Luke folgte mir. „Vivi, das gestern … ich wusste nicht …“ „Ist schon gut, Luke“, unterbrach ich ihn abrupt, „irgendwann musste es doch geschehen.“ Er lehnte sich an den Türrahmen. „Aber doch nicht so. Ich mein, kannst du dich überhaupt irgendwie daran erinnern?“ Ich schüttelte kaum merklich den Kopf. Anstatt irgendetwas zu antworten, stellte ich ihm eine andere Frage.
„Hast du schon geduscht?“ Jetzt war er an der Reihe zu verneinen. Ich hingegen zeigte mit dem Kopf auf die Tür. Luke lehnte immer noch mit verschränkten Armen an der Tür. „Ich glaub nicht, dass das so eine gute Idee ist“, meinte er. Scheiße Vivi, was hast du dir dabei gedacht. Innerlich gab ich mir selbst eine Ohrfeige. Jetzt bloß nichts anmerken lassen. Bitte, lieber Gott, lass mich nicht wie sonst rot anlaufen. Anscheinend wurde mein Stoßgebet erhört, denn auf einmal überkam mich eine Welle mit kostenlosem Mut, den ich dankend annahm. „Bitte“ Ich setzte einen Schmollmund und machte ein paar Schritte auf Luke zu, bis ich direkt vor ihm stand. Vorsichtig zog ich ihn an seinem Kragen näher an mich heran, schob die Unterlippe vor und zog die Augenbrauen zusammen, damit die Augen noch größer wirkten. „Sag mal, bist du immer noch dicht, oder woher hast du auf einmal das Selbstvertrauen?“ Ha! Ich hatte gewonnen! Zufrieden grinste ich, drehte mich um, lies den Bademantel auf halber Strecke fallen und stolzierte in die Dusche. Ich stellte das Wasser an und genoss das heiße Nass auf meinen Schultern. Fast schon hatte ich eine böse Ahnung, dass Luke doch nicht zog, doch dann spürte ich zwei große Hände auf meiner Hüfte, die mich näher zu ihm zogen. Ich ließ meinen Kopf nach hinten auf seine Brust fallen. Allmählich begann ich, Gefallen an der Situation zu finden. Auch, dass ausgerechnet Luke meine Unschuld auf dem Gewissen hatte, störte mich nicht sonderlich. Ich vergaß den Moment, ich vergaß die Zeit, ich vergaß mein Umfeld. Es gab nur Luke und mich. Und eine Flasche Shampoo, die Luke sich angelte, als er sich über meine Schulter beugte. Und dann gab es eine wunderbare Kopfmassage von dem Jungen, in den ich mich so mächtig verknallt hatte.
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