The Elder Scrolls V: SKYRIM Unter Wölfen

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
13.06.2016
11.07.2018
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Hallo ihr Lieben,

ich freue mich, dass ihr den Weg zu meiner Fanfiktion gefunden habt. Leider haben sich bei meiner Geschichte viele Fehler eingeschlichen, die ich neben meiner anderen Fanfiktion noch ausmerzen möchte. Das braucht allerdings ein bisschen, da ich mir nur Kapitel für Kapitel vornehmen kann.

Ich würde mich aber trotzdem freuen, wenn ihr in meine Welt eintauchen könnt und ich euch ein bisschen die Zeit vertreiben kann. ^^

Eure Pan

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Kapitel 1
Die Ankunft


Die Sonne ließ den dichten Nebel vor ihm nur langsam schwinden. Alles um ihn herum war grau. Die Straße unter seinen Füßen war unregelmäßig und ließ ihn immer wieder stolpern. Bleierne Müdigkeit lag auf seinen Gliedern. Er konnte sich fast nicht mehr bewegen. Seine Kleidung war fleckig, löchrig und hing nur noch an einzelnen Fäden auf seinem Körper. Ihn fror unglaublich… und doch war er unendlich froh überhaupt noch am Leben zu sein.
Jurmond, so sein Name, war ein junger Nord aus der Nähe von Markarth im Westen von Himmelsrand. Er hatte Zeit seines Lebens mit seiner Familie auf dem Hof in Reach gelebt und die letzten Jahre aktiv gearbeitet. Sie waren niemals reich gewesen… doch auch nicht so arm, wie andere Bauern es waren. Sie waren gut über die Runden gekommen… bis sie eines Tages von den Abgeschworenen überfallen wurden… Alle seine Verwandten, die zu dieser Zeit auf dem Hof gewesen waren,  waren abgeschlachtet worden und gerade als er geglaubt hatte, dass sie sich nun ihm zuwenden wollten, hatten sie ihn einfach mit sich gezogen. Er hatte nicht gewusst, was sie mit ihm vorhatten und hatte laut um Hilfe geschrien, doch niemand war gekommen um ihm zu helfen…
Jurmonds Vater und sein ältester Bruder waren gerade nicht auf dem Hof, so waren sie den Abgeschworenen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert gewesen.
Sie hatten ihn bis tief in die Berge gezogen und ihn mit ihren rauen Stimmen immer wieder beschimpft. Er hatte schon geglaubt, auf irgendeinen Opferaltar zu landen, doch dann war plötzlich seine Rettung in Gestalt eines riesigen, laut brüllenden Nord erschienen. Er war blond, riesig groß und unendlich stark gewesen. Wie ein Bär war er unter sie gefahren und hatte drei von ihnen mit seinen Waffen nieder gestreckt und zwei weitere noch in der Flucht erschlagen. Nur einer von ihnen hatte fliehen können.
Jurmond hatte unsicher zu dem blonden Hünen empor gestarrt und leise vor sich hin gestammelt, was ihn einen herablassenden Blick des Mannes eingebracht hatte.  Er hatte schnell den Blick gesenkt und wäre am liebsten vor Scham im Erdboden versunken, weil er es nicht einmal zu Wege gebracht hatte, sich selbst zu verteidigen, oder von seinen Häschern fort zu laufen. Oder seinem Retter ordnungsgemäß zu danken...
Er war nie ein Junge großer Worte gewesen und obwohl er nun schon achtzehn Sommer war, hatte er noch immer die Statur eines Halbwüchsigen. Seine Arme waren schmal und seine Schultern die einer Frau, hatte sein Vater immer zu ihm gesagt. Er hatte dunkelblondes Haar, dass ihm halblang bis zum Kinn reichte, große blaue Augen und kam von der Statur als einziger seiner übrigen Geschwister von der Sippe seiner Mutter. Auch seine Mutter war eine sehr zierliche und hübsche Frau gewesen… So war auch er nicht wirklich Männlich. Er war ein zierlicher, hübscher Junge... Kein Krieger… Kein Bauer… Kein Händler… Ein wertloser, schwacher Bursche, wie sein Vater immer zu ihm gesagt hatte.  
Der Mann hatte sich als  Torvar vorgestellt. Er war ein Gefährte aus Weißlauf, hatte er gesagt und Jurmond war der Mund offen stehen geblieben. Deswegen konnte er so gut kämpfen, hatte er sich gedacht und ihn aus großen Augen angestarrt, bis der Mann ihn finster entgegengeblickt  und Jurmond Angst bekommen hatte.
»I...Ich danke euch für meine Rettung, Herr Torvar… Ich… Ich habe es nicht verdient gerettet zu werden...« hatte Jurmond gestammelt. Der Mann hatte schallend gelacht und sich das Blut von seinem Schwert und dem Schild gewischt, dass er mit sich führte.
»Wie heißt du, Jungspund?« hatte er gefragt und der Junge antwortete zögerlich:
»Mein Name ist Jurmond… aber ihr könnt mir Juri nennen… So machen es die meisten...«
Torvar hatte als Antwort nur genickt und sich abgewandt um wieder seiner Wege zu gehen. Juri hatte ihm einige Zeit lang nachgesehen und schließlich tief geseufzt. Er hatte versucht zu überlegen, was er denn nun machen sollte, doch ihm war nichts eingefallen.
Er hatte an seine Familie gedacht… alle waren bei dem Überfall gestorben… Zumindest so weit er gewusst hatte. Er hatte an den Hof zurück gedacht, der lichterloh gebrannt hatte… Tränen waren in seine Augen getreten und ließen ihn laut schluchzend zusammen fahren. Sein ganzer Körper hatte sich geschüttelt, so verzweifelt war er gewesen.
Juri hatte geglaubt, er wäre allein… bis ihn ein lautes Räuspern aus seinen traurigen Gedanken riss. Erschrocken hatte er aufgesehen und dem Gefährten direkt ins Gesicht geblickt.
»Kommst du?« hatte der Mann ohne Umschweife gefragt und Juri ohne mit der Wimper zu zucken einfach mit sich genommen. Er hatte gar nicht fassen können, dass er tatsächlich mit diesem Mann gehen durfte. Dass etwas ihn einfach so aus seiner Verzweiflung riss...
Sie waren ohne viele Worte von Markath nach Westen gegangen, immer einen breiten, wilden Fluss entlang. Während der Nacht, als sie ihr Lager aufgeschlagen hatten, hatte Juri bereits bemerkt, wie viel Torvar trank. Und Juri sprach nicht von Wasser… Der Gefährte hatte sich jedem Abend eine unglaubliche Menge Bier und Met in den Rachen geschüttet. Es war unglaublich…
Es war ein schicksalshafter Abend gewesen, als Torvar schwankend aufgestanden war und sich mit einem kurzen Brummen verabschiedet hatte.
Es war schon drei Nächte lang das gleiche gewesen. Torvar hatte sich Unmengen von Alkohol in den Mund geschüttet, hatte  fünfmal an einem Abend austreten müssen und Juri hatte anschließend aufpassen müssen, damit der Mann nicht aus versehen ins Feuer rollte.
So auch dieses Mal. Torvar war an ihm vorbei gegangen und hatte leise irgendetwas gemurrt. Juri hatte ihn nicht weiter beachtet. Er hatte gefunden, dass die Tatsache, dass er die ganze Nacht wach bleiben und auf seinen Retter achten musste, genug Einsatz für ihre Gemeinschaft war.
Zornig hatte er den Wasserschlauch genommen und daraus getrunken. Es war nur noch ein kleine Menge, warmes Wasser in der Ziegenhaut gewesen und dieser Schluck hatte mehr nach Ziege geschmeckt, als Juri es für möglich gehalten hatte. Mit einem Schaudern hatte er das Wasser einfach weg geleert.
Es war einige Zeit vergangen, in der Torvar fort gewesen war. Lange Zeit, in der sich Juri irgendwie Sorgen um den Krieger machte. Immerhin war dieser Mann der einzige Grund, warum er noch lebte… Mit einem tiefen Seufzen war Juri aufgestanden und Torvar nachgegangen. Er hatte ihn nicht gesehen… erst als er über seine Beine gestolpert war. Torvar war reglos auf dem Boden gelegen… Mit dem Kopf im Wasser!
Mit einem lauten Schrei hatte Juri den Kerl umgedreht und so gut er konnte aus dem Wasser gezogen. Voller Panik hatte er am Arm des Kriegers gezerrt, bis Torvar nicht mehr im Wasser gelegen hatte. Aus reinem Instinkt hatte er auf die Brust des Mannes eingeschlagen und ihn, so gut er es vermochte, beatmet, bis Torvar hustend und keuchend wieder zu sich gekommen war. Würgend und Wasser ausspeiend rollte sich der Gefährte zur Seite.
Juri war enttäuscht gewesen. Er hatte sich die Gefährten immer als stählerne Krieger und kühle, starke Männer vorgestellt… Nicht als Trunkenbolde, die zu betrunken dazu waren, um auf sich selbst aufzupassen. Mit tränenden Augen war er am Feuer gesessen und hatte Torvar beobachtet, der sich ohne ein Wort des Dankes einfach zur Seite gerollt hatte um zu schlafen.
Die Tage danach war der Gefährte eigenwillig distanziert und mürrisch gewesen. Juris Stimmung hatte sich immer weiter gesenkt und als dann noch begonnen hatte wie aus Kübeln zu schütten, war er knapp daran gewesen, einfach in eine andere Richtung fort zu gehen.

Die Ebene im Nordwesten, in der die Stadt Weißlauf lag, war voller Nebel. Alles war grau in grau. Es schüttete auf sie nieder. Juri war kalt und er war todmüde… und er wusste nicht, was er in Weißlauf machen sollte. Wie es weitergehen soll… Wohin er gehen sollte…
Juri sah auf und wollte eigentlich in die entgegengesetzte Richtung nach Rorikstatt und vielleicht Einsamkeit weiterzugehen, als direkt vor ihnen einer der Wachtürme von Weißlauf aus dem Nebel auftauchte. Torvar lächelte und wollte etwas sagen, als sich seine Augen weiteten. Er riss die Waffe aus der Halterung und schreckte plötzlich herum.
Eine Gestalt kam direkt auf sie zu. Zuerst erkannte Juri nur einen schwarzen Schatten, der sich nur träge aus dem Grau zu schälen begann. Unschlüssig blieb er stehen, als er eine brünette Nordfrau erkannte, die direkt auf sie zukam. Ihre grünen Augen schienen im dumpfen Licht zu leuchten. Die dunkelgrüne Kriegsbemalung, die in Streifen quer über ihr Gesicht lief ließ sie unglaublich gefährlich wirken. Sie trug eine abgewetzte Lederrüstung und hielt einen Langbogen in der Hand.
Juri schreckte zurück, was Torvar bellend auflachen ließ.
»Du machst den kleinen Jungspund Angst, Aela...« lachte der Gefährte heiter. Juri sah ihn unsicher an, ehe er sich wieder Aela zuwandte. Aela die Jägerin… die bekannteste Frau der Gefährten… Eine wahre Kriegerin.
Torvar kam zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter. Juri mochte die Aufmerksamkeit nicht, die ihm gerade zuteil wurde. Ihn schauderte, er wollte sich hinter dem Krieger verstecken, doch das ließ der Mann nicht zu.
Aela musterte ihn mit unverhohlener Verachtung. Sie kniff die Augen zusammen und sah ihn von oben bis unten an, ehe sie seufzend den Kopf schüttelte. Ihr kalter Blick versteckte ihre Abscheu nicht.
»Was willst du mit diesem Milchtrinker?« fragte sie Torvar vorwurfsvoll und warf Juri noch einen verachtenden Blick zu, der ihn zusammen zucken ließ. Ihm sank der Mut. Mit traurigem Blick sah er zu Boden. Er fühlte sich schäbig. Er wusste, dass die Frau Recht hatte. Er war ein Nichtsnutz… Zeit seines Lebens musste er sich damit schon auseinander setzten und immer wenn er dachte, die acht Göttlichen würden ihm einen Ausweg zeigen, schienen sie ihn mit schallenden Lachen nur noch tiefer in seine Schmach zu treiben. Er hatte schon einige Male versucht sich umzubringen, um seinem Leben ein Ende zu setzten… doch irgendeine Macht schien ihn immer wieder daran zu hindern, nur um ihn dann erneut einen Denkzettel zu verpassen.  
Torvar zuckte nur mit den Schultern. Er schien nicht einmal zu bemerken, wie schlecht es Juri erging. Doch die Jägerin schien dem jungen Mann bis tief in die Seele zu blicken.  Jurmond sank weiter in sich zusammen.
»Hab ihn gefunden… Wollte ihn nur die Stadt zeigen«, sagte der Krieger leichthin, ließ ihn los und ging mit Aela zusammen in Richtung Weißlauf davon. Juri sah ihnen nach. Jetzt wäre der beste Zeitpunkt gewesen, Torvar zu verlassen… doch ehe er sich versah, sah sich Aela noch einmal zu ihm um.
»Komm schon, oder hast du Wurzeln geschlagen!« sagte sie schroff. Juri schluckte und ging ihnen nach. Irgendwo musste er ja hin… und sich dieser Frau zu widersetzen war sicherlich keine gute Idee.
Wie ein geprügelter Hund ging er ihnen nach. Er konnte die Stadtmauern von Weißlauf vor sich erkennen. Sie kamen an den Ställen der Stadt vorbei, in denen er prächtige, schwarze Pferde erkannte. Vielleicht konnte er ja hier nach Arbeit fragen… doch der Blick auf die mit Muskeln bepackten Stallburschen ließ ihn schnell wieder von seinem Vorhaben ablassen. Wahrscheinlich würde ihn eines der Rösser bereits nach wenigen Augenblicken quer über den Hof hinter sich herziehen… Nein… Solche Betriebe konnten ihn nicht gebrauchen… Um ehrlich zu sein war er zu gar nichts zu gebrauchen.
Ohne auf den Weg zu achten, ging er Aela und Torvar nach, bis er vor dem Stadttor zu stehen kam. Die Wache hielt ihn an.
»Halt! Niemand kommt hier herein… Banditen und Obdachlose haben wir schon genug hier!« sagte die Wache brüsk. Juri stammelte etwas, doch ihm wollte nichts wirklich einfallen. Der Wachmann sah ihn aus seinem geschlossenen Helm unbarmherzig an. Die Kettenrüstung mit den goldenen Rock der Stadt Weißlauf ließ ihn nur noch härter und autoritär aussehen. Er trug ein langes Schwert an der Seite und einen Schild mit dem Wappen der Stadt. Einem schwarzen Pferdekopf auf goldenen Grund. Jurmond wollte keinen Streit. Gerade nicht, als er erkannte, dass eine weitere Wache auf sie zukam und zornig die Arme vor der Brust verschränkte. Unsicher schwankte er zurück, als Torvar neben ihm erschien.
»Er gehört zu mir, Elgin… Lass ihn schon rein kommen. Er tut keiner Fliege was zu Leide...« sagte der Krieger lächelnd. Die beiden Wachen lachten bellend auf.
»Er könnte es wohl gar nicht, selbst wenn er es wollte!! Sieh dir nur seine Ärmchen an!« sagte der hintere Wachmann lachend und winkte sie hindurch. Elgin prustete noch einmal los. Juri spürte wie ihm die Röte ins Gesicht schoss. Er biss die Zähne zusammen. Torvar lachte schallend auf, tat jedoch nichts, um Juri irgendwie zu helfen. Warum sollte er dies auch tun? Warum sollte ihm überhaupt jemand helfen?
Nun war er also in Weißlauf. Juri sah nach vor. Die Straße erstreckte sich vor ihm. Er sah zahlreiche, mit Stroh gedeckte Holzhäuser. Direkt nach dem Tor, auf der rechten Seite sah er eine Schmiede und ganz hinten einen Markt. Die Straße führte stetig bergauf, sodass Juri jetzt schon die Füße brannten.
Juri wurde plötzlich unsicher. Viele Menschen sahen ihn direkt an. Er war ein Fremder in dieser Stadt und jeder sah ihm seine beschwerliche Reise an. Es wurde getuschelt und durch den Helm einer anderen Wache schien er das unterdrückte Grinsen förmlich zu spüren. Am liebsten wäre er im Erdboden versunken. Torvar zerrte ihn weiter.
»Komm mal mit, Junge. Ich zeig dir die Schenke!! Es ist gut, in jeder Stadt die Schenke zu wissen! Das ist das erste und wichtigste, was du aufzusuchen hast!!« sagte der Nord laut und zog ihn einfach mit sich. Juri wehrte sich so gut er konnte, doch der Mann war einfach zu stark. Aela die Jägerin war fort und Juri fragte sich für einen kurzen Moment, wohin sie verschwunden war…
Er wurde von ihm förmlich zum Markt gezogen. Sofort erkannte er das Gasthaus, die Beflaggte Mähre. Alles in ihm sträubte sich, da hinein zu gehen, doch der Gefährte war einfach zu stark. Er hatte kein Geld und wollte sich diese peinliche Situation wirklich ersparen… Er wollte nicht wie ein Bettler dastehen, oder weiter Torvar auf der Tasche hängen. Er wollte… nein… Er MUSSTE ein neues Leben beginnen… außerdem trank er so gut wie nie.
Seine Brüder hatten sich früher immer einen Spaß daraus gemacht, ihn mit so wenig Alkohol wie möglich sturzbetrunken zu machen und hatten ihn dann immer gehänselt. Sie hatten ihm alle möglichen Brände ins Wasser gemischt und ihn gezwungen es zu trinken, wenn er nicht von ihnen verprügelt werden wollte… Nun Verprügelt hatten sie ihn natürlich trotzdem, dann hatte er sich oft erbrochen… und dann wurde ihm natürlich noch das Fehlen des Brandes in die Schuhe geschoben, wodurch er von seinem Vater noch einmal verprügelt worden war. Es waren Erfahrungen, die ihn für sein Leben geprägt hatten und ihn nun jede Schenke meiden ließen. Der Geruch von Bier und Met allein erinnerten ihn daran.
Auf dem Markt standen zahlreiche Männer und Frauen und sahen ihnen entgegen. Juri wäre am liebsten in irgendeine Gasse verschwunden. Er erkannte viele Alte, einige Bauern… Ein blonder Mann lehnte an einer Säule des Gemischtwarenhandels und grinste ihn an. Juri suchte nach Hilfe, doch niemand schien sich einmischen zu wollen.
Er erkannte eine alte Frau, die Torvar glücklich lächelnd grüßte und etwas zu ihm sagen wollte. Sie hatte links und rechts von ihr zwei große, prall gefüllte Körbe stehen. Juri erkannte seine Chance. Mit einer schnellen Bewegung tauchte er unter Torvar weg, ging zu der Alten hin, ehe der Krieger sich auch nur umgedreht hatte und sprach sie an.
»Kann ich euch mit den Körben helfen?« fragte er schnell und sah sie leicht unsicher an. Die alte Frau betrachtete ihn einige Zeit mit einem schelmischen Blick, ehe er sie sich Torvar zuwandte.
»Siehst du, Torvar? So macht man das? Man rennt nicht einfach bei der Dame vorbei, die einem das Essen kocht, nur weil man schnell ein Bier im Rachen spüren will!!« tadelte sie ihn scharf und wandte sich Juri zu.
»Danke, mein Junge… Ja, eine helfende Hand würde ich nicht ausschlagen!« sagte sie leise und Juri ergriff die beiden Körbe. Sie waren ziemlich schwer, aber er war harte Arbeit gewohnt. Torvar bedachte ihn mit einen mürrischen Blick, dann wandte er sich der alten Frau zu.
»Hör auf, Tilma… Wir wollen in die Schenke!« sagte er zornig, doch die Alte winkte ab.
»Er hilft mir, und damit ist die Diskussion zu Ende! Du trinkst sowieso für zwei, da wird sich in der Beflaggten Mähre schon niemand beschweren!« sagte sie hart und ging vor Juri die Treppen hoch, die weiter in die Stadt hinein führten.
Juris Arme brannten, doch er war froh Torvar entronnen zu sein. Er war wirklich müde und keuchte bereits auf halben Weg die Treppe hinauf, sodass sich die alte Frau mit besorgtem Blick umwandte.
»Wie heißt du, Junge?« fragte sie und sah ihn unsicher an. Juri kam zu ihr und lächelte.
»Mein Name ist Jurmond… aber alle nennen mich Juri…« sagte er grinsend und hoffte, dass es nicht allzu falsch aussah.
»Jurmond… Ein schöner Name… Mein Name ist Tilma. Mich nennt man Tilma, die Sorgenvolle… Ich achte auf die Gefährten und versuche Jorrvaskr so sauber wie möglich zu halten, was in meinem Alter nicht immer leicht ist… Diese Jungspunde wissen ja gar nicht, wie schwer es ist, hinter ihnen aufzuräumen...« sagte sie besorgt, doch in ihrem Gesicht lag ein warmes Lächeln. Juri konnte nur mit den Schultern zucken. Sie kamen zu einem großen Platz in dessen Mitte ein gewaltiger, abgestorbener Baum stand. Es machte Jurmond irgendwie Traurig, den Baum zu sehen.
Tilma wandte sich bei dem Baum nach Rechts und Juri sah zum ersten Mal die sagenumwobene Methalle Jorrvaskr vor sich. Er schluckte. Sie sah aus wie ein umgedrehtes Schiff. An den Wänden hingen die Schilde der Krieger. Und sie war riesig… So ein großes Gebäude hatte Juri noch nie gesehen… Rauch stieg aus dem Rauchabzug an der Decke. Juri blieb stehen und sah ehrfurchtsvoll zu der Halle empor. Er bedachte jeden Balken und jedes Brett mit weit aufgerissenen Augen. Die verzierten Türen, die silbernen Beschläge. Tilma lächelte ihn aufmunternd an und riss ihn aus seinem Staunen heraus.
»Komm schon, Junge… Die Sachen tragen sich nicht von selbst da hinauf...« sagte sie schelmisch und ging voran. Juri folgte ihr und sah weiterhin zu dem gewaltigen Gebäude empor.
Er hatte zahlreiche Geschichten von Jorrvaskr gehört, doch dass diese Halle so gewaltig war, hätte er sich niemals träumen lassen. So schnell er mit den beiden Körbe konnte, ging er Tilma nach, als plötzlich die Türen zur Methalle aufgestoßen wurden und ein großer, dunkelhaariger Nord auf sie zueilte.
Der Mann trug eine eigenwillige, schwer aussehende, Rüstung aus dunkelgrauen Metall und schwarzen Fell. Ein Wolfskopf prangte auf seiner Brust. Sein Haar war pechschwarz und seine  Augen mit dunkler Kriegsbemalung noch mehr betont, damit ihr Grau förmlich zu leuchten schien. Er trug sein halblanges Haar offen und einen Dreitagesbart.
Sein Blick war zornig und noch ehe Juri etwas sagen konnte, baute er sich vor ihm auf.
»Wer bist du denn? Was willst du hier?« fragte der Mann zornig, er schien Tilma gar nicht zu sehen, die neben Jurmond stand.
Juri sank zurück und sah ehrfurchtsvoll zu dem Krieger empor. Er stammelte etwas und hätte am liebsten die beiden Körbe fortgeschleudert und wäre wild schreiend aus der Stadt geflohen. Er taumelte zurück und wäre fast die Stufen hinuntergefallen. Den Göttern sei Dank fing er sich gerade noch rechtzeitig.
Ein zorniges Funkeln lag in den stahlgrauen Augen des Mannes, der ihn voller Misstrauen und Abscheu musterte. Juri spürte wie sein Herz vor Angst fast aufhören wollte zu schlagen.
»Er hat mir geholfen, die Sachen vom Markt hierher zu tragen, Vilkas… Torvar wollte ihn in die Schenke zerren und der kleine Mann war so umsichtig um meine Not zu erkennen!« sagte Tilma wohlwollend. Vilkas sah sie kurz an, dann wandte er sich wieder Juri zu und sein Blick verfinsterte sich weiter.
»Lass das Zeug hier und geh… Hier haben wir keine Verwendung für so jemanden wie dich...« sagte er kalt und baute sich vor Juri auf. Er war wie ein Wachhund, der ein Haus bewachte.
Jurmond nickte nur und stellte die Körbe ab. Tilma verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte Vilkas wie eine aufgebrachte Mutter an, sagte jedoch nichts. Der Gefährte schien dies nicht zu bemerken. Er sah Jurmond starr entgegen.
Juri nickte der alten Frau zum Abschied zu, als er sich auch schon abwandte und fort ging. Er spürte die bösen Blicke des Mannes noch im Rücken und hörte leise Worte, die Tilma sprach, doch er war bereits außer Hörweite. Vollkommen erschöpft setzte er sich auf eine Bank unter dem abgestorbenen Baum und sank in sich zusammen. Niemand beachtete ihn weiter, jeder schien irgendeiner Tätigkeit nachzugehen.
Juri wurde abermals von Verzweiflung übermannt. Er legte sich zur Seite und sah einige Zeit zu der Krone des riesigen Baumes empor. Er seufzte leise und krümmte sich auf der Bank zusammen. Die Arme legte er über sein Gesicht. Regen fiel als eisige Tropfen auf ihn nieder. Es war eisig kalt, doch das machte ihm nichts mehr. Er spürte, wie ihm die Augen zufielen. Er war wirklich am Rande seiner Kräfte. Es dauerte nicht lange und er dämmerte in einen tiefen, traumlosen Schlaf hinüber.

Er wurde durch ein kräftiges Rütteln geweckt. Seine Augenlider schienen ihm plötzlich viel zu schwer zu sein. Stöhnend sah er hoch und erkannte Tilma, die ihn besorgt ansah. Auch Torvar war bei ihr und hielt Juris Schulter noch immer mit einer seiner Pranken umfangen.
»Jurmond? Geht es dir gut?« fragte die alte Frau besorgt. Juri nickte nur und schloss wieder die Augen. Er spürte wie alles um ihn herum eigenwillig Leicht wurde und konnte einfach nicht anders, als sich fallen zu lassen. Alles drehte sich in seinem Kopf. Er stöhnte und fühlte, wie er erneut in eine tiefe Ohnmacht hinüber dämmerte.
Das nächste was er bemerkte, war das Prasseln eines Feuers und die schwere einer warmen Decke auf sich. Er rollte sich zur Seite und stöhnte leise, als jemand sachte seine Schulter berührte. Juri hatte keine Kraft um zu dem jemand empor zu sehen. Er seufzte und sagte leise.
»Ich kann nicht mehr… Ich… ich brauche Medizin… Ich brauche B...Bärenklauen… oder Blaue Bergblumen...« sagte er schwach und rollte sich zusammen. Seine Gedanken kreisten. Seine Mutter hatte ihm so vieles über die Heilkräuter und Zutaten von Himmelsrand beigebracht… doch nun, da er dieses Wissen endlich brauchen konnte, wollte ihm nichts mehr wirklich hilfreiches einfallen. Tränen traten in seine Augen, doch er war zu schwach um zu schluchzen.
Um ihn herum waren Schritte und Gemurmel zu hören. Plötzlich war jemand neben ihm. Es war die alte Tilma.
»Hier… Blaue Bergblumen...« sagte sie und drückte ihm die getrockneten Blüten in die Hand. Juri schob sie sich schnell in den Mund und kaute sie gründlich. Sie schmeckten bitter und erdig, doch je länger er sie im Mund behielt, desto mehr konnte er spüren, wie endlich die Kräfte in ihn zurück kehrten. Es war wie ein Kribbeln, dass durch seinen Leib fuhr. Er  entspannte sich etwas und spürte, wie er plötzlich immer ausgeruhter wurde. Er konnte endlich die Augen öffnen.
Tilma saß bei ihm und sah ihn ängstlich an. Sie schien überglücklich darüber zu sein, ihn wieder etwas mehr bei Kräften zu sehen. Ein warmes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. Sie trug ihr langes graues Haar zu einem festen Knoten am Hinterkopf zusammen gebunden. Ihre alten, braunen Augen sahen ihm aus ihrem runzeligen Gesicht entgegen. Sie trug ein orangefarbenes Kleid, dass definitiv schon bessere Tage gesehen hatte.
»Bei Maras Gnade… Du bist wieder bei uns… Ich habe mir schon Sorgen um dich gemacht...« sagte sie und legte ihm die Hand auf die Wange. Er grinste schwach und nickte.
»Verzeiht mir, Tilma… Ich… Ich wollte gehen, aber ich war so müde… Ich wollte euch nicht belasten...« sagte Juri leise. Die alte Frau schüttelte missbilligend den Kopf.
»Vilkas hätte das nicht sagen dürfen. Er ist immer unglaublich misstrauisch Fremden gegenüber… Du hast mir geholfen, die Sachen vom Markt hierher zu tragen, da ist es das mindeste, dass ich dir zumindest etwas zu essen dafür gebe! Ich habe ihn schon geschimpft, dich wie einen nervigen Bettler davon gejagt zu haben! Dieser Stahlklotz!!« sagte sie dann fest und stand auf. Juri setzte sich auf. Alles in ihm schien noch eigenwillig verspannt, doch die Medizin half schnell. Er war nicht oft krank, oder dergleichen. Bei ihm halfen stets kleine Mengen einer Zutat um die gewünschte Wirkung zu erzielen…
Er sah sich um. Er lag auf dem Boden einer kleinen Kammer. Wahrscheinlich Tilmas Schlafraum. Beschämt sah er, dass er wohl in ihrem Lager schlief. Unsicher sah er auf und wollte aufstehen, als sich plötzlich etwas im Schatten zu bewegen schien. Erschrocken fuhr er herum.
Tief rote Augen sahen ihm entgegen. Aus dem Schatten wuchs ein dunkelgraues Gesicht mit weißer Kriegsbemalung. Das Gesicht sah ihm entgegen und wurde plötzlich von einem bösartigen Lächeln verzerrt. Gelbliche Zähne leuchteten hervor. Das Gesicht war sehr schmal und sah einfach nur bösartig auf.  Juri schrak zurück.
Es war ein Dunmer… Ein Dunkelelf aus Morrowind… Er hatte noch nie in seinem Leben einen Dunkelelfen gesehen. Panisch sah er dem Mann entgegen, der bei Juris entsetzten Blicken immer mehr zu grinsen begann. Der Dunkelelf kam langsam näher, bis Tilma plötzlich neben ihm erschien.
»Athis!! Was machst du da? Sieh dir das an, der Junge hat ja Todesangst!!« sagte sie vorwurfsvoll und der Dunkelelf lachte bösartig.
»Verzeiht mir, Tilma!!! Ich wollte nur sehen, wer der Neuankömmling ist… Torvar sagte mir, dass er eine halbe Portion sei… aber so halb, habe ich ihn mir nicht vorgestellt!! Und diese Angst… Tut mir Leid, ich konnte nicht widerstehen… Achja… und ich soll dich fragen, wann das Essen fertig ist…« sagte der Dunmer lachend und  ging einen Schritt zurück. Tilma verschränkte ihre Arme vor der Brust.
»Könnt ihr eigentlich noch an etwas anderes Denken, außer Essen und Saufen?« fragte sie brüsk. Der Dunmer lachte auf und verschwand wieder im Schatten. Tilma schüttelte den Kopf.
»Die tun ja gerade so, als wärst du ein bunter Hund, oder so etwas! Ich werde dich schon noch auffüttern! Diese Kerle bringen mich noch um den Verstand. Fressen und Saufen… wenn sie sich nicht gerade Prügeln! Kodlak sollte ihnen wahrlich mehr Aufträge erteilen!« sagte sie kopfschüttelnd und stellte ihm ein großes Teller voller Fleisch und Käse hin. Auch ein Stück frisches Brot hatte sie dabei. Er nahm es dankbar und begann zu essen. Es schmeckte köstlich… doch ob er die ganz Portion, die ihm Tilma verabreichen wollte, schaffte, bezweifelte er stark.
Plötzlich wurde die Tür aufgeschlagen und Vilkas, der Krieger der ihn vorhin so rüde fortgescheucht hatte, stand vor ihm. Auch dieses Mal sah er ihn misstrauisch, ja fast sogar zornig an. Juri schluckte das Essen hinunter und versuchte sich so klein und unauffällig wie möglich zu machen, doch Vilkas sah ihn weiterhin an.
»Kodlak möchte dich sehen, Tilma!!« sagte er kalt und sah sie auffordernd an. Die alte Frau zog eine Augenbraue in die Höhe, ging jedoch mit Vilkas hinaus. Er hörte sie draußen Reden.
Juris Herz wurde schwer. Er hoffte, dass er die arme, alte Frau in keine Schwierigkeiten gebracht hatte. Das letzte was er wollte, war jemanden in Schwierigkeiten zu bringen, nur weil man ihm bei allen Dingen helfen musste.
Ihm war die Lust auf das Essen vergangen. Verzweifelt sah er zur Tür, traute sich jedoch nicht hinaus zu gehen. Sein Herz machte einen plötzlichen Satz, als er Schritte vernahm. Er stand auf, als auch schon die Türe aufgemacht wurde und Tilma, Vilkas und ein alter Mann in das Zimmer kam.
Der alte Mann trug die selbe Rüstung, wie Vilkas sie trug. Sein Haar und sein Bart waren schneeweiß und auf seiner linken Wange war ein dunkles Muster aufgezeichnet worden. Seine grellen, fast weißen Augen sahen Juri leuchend entgegen. Tilma stellte sich zu ihm und grinste ihn an.
»Das ist Kodlak Weiß-Mähne, der Herold der Gefährten...« sagte sie wohlwollend und Juri nickte ehrfürchtig und erhob sich hastig. Das er jemals vor dem ehrwürdigen Herold stehen würde, hätte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht gedacht. Er sah kurz zu Vilkas, der ihn weiterhin zornig musterte, und sah schnell wieder zu dem alten Herrn hin. Der Herold musterte ihn neugierig. Er sah ihn nur einige Zeit stumm an, nickte dann und wandte sich Tilma zu.
»Ich bin einverstanden… Wenn du sagst, dass du es so willst… und wenn ER es will, habe ich persönlich nichts dagegen einzuwenden… Aber wir werden abstimmen müssen… Beim nächsten Zusammentreffen, wen Farkas wieder bei uns ist, wird abgestimmt...« sagte der Alte nur, wandte sich ab und ging hinaus. Juri sah unschlüssig zwischen Tilma und den Gefährten hin und her. Vilkas bedachte ihn noch einmal mit einem mürrischen Blick.
»Wenn du Ärger machst, dann wirst du meine Klinge spüren, Mehlwurm!« sagte der Krieger kalt, wandte sich ab und schlug die Türe hinter sich zu. Juri zuckte bei dem Schlag zusammen und sah dann ängstlich zu Tilma hin, die nur den Kopf schüttelte.
»Er wütet ja, wie ein wilder Drache mit einem Dorn im Fuß...« sagte sie unverständlich.
»Was hatte das zu bedeuten? Was war das gerade?« fragte Juri leise. Tilma seufzte.
»Vilkas? Er macht sich wohl Sorgen um seinen Bruder. Farkas ist schon einige Zeit weg...« sagte die alte Frau wohlwollend. Juri schüttelte den Kopf.
»Das meinte ich nicht… Was meinte der Herold?« fragte er leise. Tilma lachte auf.
»Torvar erzählte mir, dass er dich gerettet hat… Er hat erzählt, du seist von den Abgeschworenen gefangen genommen worden… Und dass du niemanden mehr hast, zu dem du gehen kannst…« sagte sie leise. Juris Herz raste.
»Und weiter?« fragte er ängstlich. Er sah sie aus großen Augen an, was sie warm lächeln ließ.
»Ich habe Kodlak gefragt, ob du nicht als Kämmerer hier bleiben kannst. Die Gefährten brauchen jemanden, der ihre Rüstungen putzt und ich brauche jemanden, der schwere Dinge für mich erledigt… Außerdem bist du ein Alchemist oder hast zumindest eine Ahnung von solchen Dingen… und bei den ganzen Verletzungen, die sie sich in ihren Kämpfen zuziehen, ist ein Heiltränkebrauer sicherlich keine schlechte Wahl. Deswegen war Kodlak hier. Er wollte dich sehen… Er wollte dir in die Augen sehen…« sagte sie lächelnd. Juris Gedanken überschlugen sich. Konnte dies denn wahr sein? Konnte dies tatsächlich ein Wink der Götter sein?
»Du meinst ich kann bleiben?« fragte er überwältigt und Tilma zuckte mit den Schultern.
»Natürlich nur, wenn du willst...« sagte sie lächelnd und Juri nickte eifrig.
»Natürlich will ich!! Ich… Oh Tilma… Ich bin euch so dankbar… Ich weiß gar nicht was ich sagen soll… Ich stehe auf ewig in eurer Schuld!!« sagte er und kniete vor ihr nieder. Die alte Frau lachte hell auf.
»Hör auf damit! Du machst mich noch verlegen!!« sagte sie lachend und schüttelte den Kopf. Juri nickte nur und spürte plötzlich Tränen in den Augen. Er hasste es, wenn ihn diese Gefühle so übermannten, doch er konnte nicht anders, als zu weinen. Schluchzend und wimmernd kniete er auf dem Boden. Er konnte nicht fassen, was soeben passiert war. Er konnte nicht glauben, wie sich sein Schicksal gewandelt hatte. Alles ging so schnell…
Tilma legte ihm plötzlich die Hand auf die Schulter.
»Komm… Lass uns schlafen. Die Sonne ist schon untergegangen und morgen müssen wir früh aufstehen… Außerdem bin ich sicher, dass Kodlak noch einmal mit dir sprechen will…« sagte die alte Frau glücklich und legte sich auf ihr Bett. Juri sah zu dem Lager hinab und musste lächeln, obwohl ihm noch immer Tränen über die Wangen liefen. Es war wahrlich eine Fügung des Schicksals.
Mit Tränen der Freude legte er sich in sein Lager und schloss die Augen. Sein Herz raste noch immer. Er seufzte leise und rollte sich ein. All dieses Glück war für ihn fast nicht mehr fassbar… er hoffte inständig, dass dies alles nicht nur ein böser Traum war…
Die Halle um ihn herum war vollkommen ruhig. Ab und wann vernahm man leise Schritte, wenn einer der Gefährten ebenso zu Bett ging. Juri sah zur Decke empor. Sein Herz schlug laut in seiner Brust. Er war unendlich froh, ein Dach über den Kopf zu haben und hoffte inständig, dass er endlich eine Chance auf ein besseres Leben haben würde.
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