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Trust is like a Mirror, you can fix it if its broke

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16
12.06.2016
13.06.2016
3
2.152
 
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12.06.2016 384
 
11. September 2013

Die Tage verschwinden ineinander. Meine Mutter, mein Vater, mein Bruder. Alle besuchen sie mich, alles Gesichter die ich nicht kenne. Man spricht mit mir, umarmt mich, bringt mir Blumen. Rosen. Rote Rosen. Sie sein doch schließlich meine Lieblingsblumen sagt meine Mutter immer und hält sie mir unter die Nase, in der Hoffnung ihr Duft würde Erinnerungen aufblühen lassen. Doch da ist nichts. Nichts greifbares, alles kommt mir so fremd vor. Der Arzt meint mein Verhalten sei normal. Mein starrer Blick, meine Emotionslosigkeit, mein Verlust an Erinnerungen. Alles würde mit meiner Kopfverletzung zusammenhängen, welche ich mir bei einem Unfall zugezogen haben muss.

Ich liege eingeklemmt auf etwas Weichem. Ich will mich rühren, doch spüre nichts. Ich versuche zu schreien, doch es erklingt nichts. Etwas nasses läuft an meinem Gesicht entlang, warm und dickflüssig fühlt es sich an. Stimmen, die in meinem Kopf wiederhallen erscheinen immer wieder: "Ich muss es tun."
Dieser Satz ist in meinem Ohr und will nicht verschwinden. Doch im Moment ist er unwichtig, nein, er ist nicht wichtig. Meine Lider werden schwerer und schwerer. Ich will schlafen und einfach nur schlafen. Es fühlt sich an als ob ich schwebe, so leicht wie eine Feder.
Doch wieder der Satz in meinem Ohr: "Ich muss es tun."
Und dann wurde alles schwarz um mich herum.

"Mein Schatz, ist alles ok mit dir?", fragte mich der ältere Mann, mein Vater. Die Frau, meine Mutter strich mir sanft eine Strähne meines rotblonden Haares aus dem Gesicht und sah mich ebenso liebevoll und gleichzeitig erschrocken an wie mein Vater. Ich nickte geistesabwesend, noch immer unfähig einen Ton von mir zu geben und gab mit einem leichten Schütteln vor, dass mir doch einfach nur kalt sei. Die drei blieben noch etwa eine weitere Stunde. Zeigten mir Bilder, erzählten Geschichten über mich. Nachdem ich brav den von meiner Mutter gebackenen Kuchen aufgegessen hatte, gaben mir alle drei noch einen Kuss auf die Stirn. Alle nacheinander. Erst Mum, dann Dad, dann mein Bruder. Sie verließen mein Krankenzimmer in dem bereits leicht das Mondlicht herein schien. Nun war ich allein. Allein wie damals im Auto, so erzählte man mir immer. Und wieder wurden meine Lider schwer, ich schloss sie langsam, immer noch mit dem Satz vor Augen.

Ich muss es tun.
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