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Blinde Augen weinen nicht

GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Aang Iroh Ozai Zuko
12.06.2016
26.11.2020
6
22.013
6
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
12.06.2016 2.346
 
Soo...ich hätte nicht gedacht, nochmal an diesem Punkt anzukommen...xD
Ich bin eigentlich davon ausgegangen, nicht wieder in diesen Avatar-Hype zu kommen xD Aber ein erneutes Ansehen der Serie und mehrere Stunden mit dem anhören der Soundtracks verbringen, bewirkt wahre Wunder xD
Deswegen heiße ich euch herzlich Willkommen zum Reupload von 'Blinde Augen weinen nicht' :) Hoffentlich schaffen wir es diesmal weiter als nur bis zum Prolog xD ;) Ich entschuldige mich jetzt schon mal, falls die Protagonisten sich etwas OOC verhalten, ich muss mich hier erstmal wieder etwas reinschreiben :)
Ich höre deswegen jetzt auch auf zu reden, nicht, dass das Vorwort länger wird, als der eigentliche Prolog ;) Über Rückmeldungen, Kritik, Meinungen, Ansichten, Morddrohungen, Brieftauben etc. oder einen Klick auf's Sternchen würde ich mich sehr freuen ^^
Und jetzt viel Spaß beim Lesen
GLG, Kristallfeuer
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Die Nacht war hereingebrochen, der Mond hielt sich versteckt hinter einigen dunklen Wolken und nur ab und zu gelangte mal einer seiner Lichtstrahlen durch sie hindurch. Es herrschten Ruhe und Stille, gespenstische Stille, denn nicht mal das Zirpen einer Grille war zu hören. Als würde die ganze Welt den Atem anhalten…

Das Licht der Fackeln warf schaurige Schatten verhüllter Gestalten an die Höhlenwände. Es waren zu viele, als dass man sie hätte zählen können. Es schienen immer mehr zu werden. Und obwohl sich in der Höhle niemand befand, der scheinbar nicht zu ihnen gehörte, nahm keiner die Kapuze seines Umhangs ab. Das Knistern der Fackeln und das leise Gemurmel waren die einzigen Geräusche, die zu hören waren, zwischen den stetig ertönenden Schritten derer, die sich noch der Versammlung in der Höhle anschlossen. Langsam formten alle Anwesenden einen großen Kreis um eine Person herum, deren Gesicht im Schatten der dunkelroten Kapuze lag.
„Ich danke euch, dass ihr gekommen seid, meine Brüder und Schwestern“, begann eine Stimme zu sprechen, die eindeutig einem Mann gehörte, nachdem das leise Gemurmel letztendlich verstummt war.
„Ihr wisst, wieso ich euch heute hier zusammengerufen habe. Wir haben lange genug auf diese Zeit gewartet. Die Feuernation wieder zu dem zu machen, was sie einst war, und auch immer sein sollte, das ist unsere Aufgabe! Eine unbesiegbare, stolze Nation, die dazu bestimmt ist, über die anderen Völker zu herrschen! Wir lassen uns nichts vom Erdkönig oder dem Avatar vorschreiben, wie Feuerlord Zuko es tut, nein! Wir sollten den anderen Nationen vorschreiben, was sie zu tun haben! Die Feuernation wurde schließlich nicht grundlos mit so viel Macht und Stärke geboren! Es ist unser Schicksal, die Welt zu beherrschen!“ Der scheinbare Anführer machte eine Pause und ließ die Menschen um ihn herum kurz miteinander tuscheln, ehe er sich räusperte und die Geräusche sofort wieder erstarben. Er sprach weiter: „Der neue Feuerlord ist, wie ihr wisst, unfähig und nicht in der Lage, unsere Nation zu führen. Es ist nun an der Zeit, dass der rechtmäßige Feuerlord wieder an die Macht kommt!“
Anstatt von leisem Getuschel ertönten nun laute Rufe: „Befreit Feuerlord Ozai!“, oder, „Lang lebe der Phönix-König!“ Wieder wartete der Mann in der Mitte der Menge ab. Diesmal dauerte es länger, bis er die Stimmen mit einer Handbewegung erneut verstummen ließ.
„Ihr habt es alle schon richtig erfasst. Zu lange haben unser Land und alle Bürger unter der neuen Herrschaft gelitten! Wir müssen den rechtmäßigen Herrscher unserer Nation befreien! Und dafür werdet ihr alle gebraucht!
Ein Raunen ging durch die Menge, Blicke wurden ausgetauscht und man wartete auf die nächsten Worte.
„Wie es euch allen bekannt sein sollte, ist unser König im Gefängnis und wird strengstens bewacht. Der Avatar nahm ihm seine Fähigkeiten zu Bändigen, und ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich dies anfangs für unser größtes Problem gehalten habe. Aber wenn der Avatar jemandem das Bändigen nehmen kann, wird er es ihm auch zurückgeben können. Ihr habt euch in den letzten Monaten unter das Volk gemischt und wisst, dass dieses eine Jahr seit dem Ende des Krieges nicht gereicht hat, um die Herrschaft von Feuerlord Zuko zu stärken. Noch können wir etwas gegen ihn ausrichten, ohne das gesamte Militär der Feuernation bekämpfen zu müssen. Noch können wir handeln! Mit der Hilfe von euch konnte ich einen Plan entwickeln, wie wir unserem König zu neuer Macht verhelfen können. Also folgt mir in den Kampf, für Phönix-König Ozai!“
Diese Worte wurden mit lautem Jubel gefeiert, lärmende Stimmen erfüllten die Höhle: „Tod Feuerlord Zuko! Tod Feuerlord Zuko! Lang lebe Phönix-König Ozai!“

Nun hatte der Anführer kurz Zeit, sich seinen eigenen Gedanken zu widmen. Die Ansprache war gut gelaufen, er hatte auf Anhieb alle seine Brüder und Schwestern mitreißen können. Schon seit so langer Zeit bereiteten sie sich darauf vor, die Feuernation zu ihrem alten Glanz zurückzuführen. Es war ihr Schicksal, wie er bereits gesagt hatte. Ihr Land hatte was Besseres verdient als einen Herrscher, der noch ein Teenager war und dem zumal die nötige Erfahrung fehlte. Er zog sich die Kapuze vom Kopf, seine grünen Augen stachen nun funkelnd hervor.
Monate waren vergangen, seit sie begonnen hatten, verschiedenste Pläne Schritt für Schritt in die Tat umzusetzen, die alle nur auf diesen einen Plan zuarbeiteten. Es war schwierig gewesen, keine Frage. Mit dem ehemaligen Feuerlord in Kontakt zu treten, hatte sich als ernste Herausforderung erwiesen. Viel Zeit und Arbeit hatte es gekostet, eines ihrer Mitglieder in dessen Gefängnis einzuschleusen, um Informationen zu überbringen. Aber all die Mühen würden sich letztendlich lohnen, sobald Feuerlord Zuko vom Thron gestoßen wurde. Dann würde alles wie früher werden. Er schmunzelte. Nun ja, für ihn würde sich wohl eher einiges ändern, aber wie auch immer sich alles veränderte, für ihn, seine Brüder und Schwestern und die gesamte Feuernation würde es sich nur zum Guten wenden. Er holte Luft und bat nun um Ruhe, um seine Rede fortführen zu können.

„Vergesst nicht: Noch haben wir nicht gewonnen! Wir müssen weiterhin auf der Hut sein und aufpassen, dass uns niemand auf die Schliche kommt!“ Sein Blick schweifte über die Menge und fixierte ab und zu einige Personen, hauptsächlich etwas neuere Mitglieder. Eine von ihnen hob die Hand. „Feuerlord Zuko hat sich mit den anderen Nationen verbündet und das volle Vertrauen von vielen Bürgern der Feuernation. Wie sollen wir gegen ihn vorgehen?“, fragte eine weibliche Stimme. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des grünäugigen Mannes. „Auch da habe ich einen Plan, also lasst das mal meine Sorge sein. Ihr wisst aber, dass uns in geraumer Zeit nur eine Nation wirklich gefährlich werden könnte, und das ist das Erdkönigreich. Starke Soldaten, viele und vor allem große Armeen… Vor ihnen müssen wir uns in Acht nehmen. Aber ihre größte Schwäche ist ihr Herrscher. Der Erdkönig ist ein Feigling, das wissen wir. Ihm liegt viel an dem Frieden in seiner Nation. Auf keinen Fall würde er unnötig einen Krieg anfangen oder sein Volk in einen hineinziehen, wenn es sich vermeiden lässt. An diesem Punkt ist er angreifbar, und mit ihm auch seine Armee! Außerdem gab es in den letzten Wochen, wir ihr sicher mitbekommen habt, einige Auseinandersetzungen zwischen der Feuernation und dem Erdkönigreich, bezüglich der Kolonien. Wir werden die noch gespannte Stimmung nutzen, dann kann uns auch nichts und niemand mehr in die Quere kommen!“ Er sah die Person an, die die Frage gestellt hatte. „Nicht einmal der Avatar“.
Mit einem Handzeichen bedeutete er seinen Leuten, dass die Rede beendet war und setzte sich die Kapuze wieder auf. Die Menge teilte sich, als er hindurchschritt und ein Großteil von ihr folgte ihm dann, bis die Höhle schließlich wieder leer war, als wäre nie jemand dort gewesen…

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Die Sonne stand hoch am wolkenlosen Himmel und ließ ihre warmen Strahlen alles in ein beruhigendes Licht tauchen. Das Land war grün und machte einen friedlichen Eindruck. Von der inneren Mauer Ba Sing Ses hatte man das gesamte Land und die Stadt, die sie umkreiste, im Blick. Der Ausblick war überwältigend. So etwas gab es nur noch vom Rand des Vulkankraters der Palaststadt in der Feuernation zu sehen, dort nur eben mit Blick auf das Meer. Er fuhr sich mit der Hand durch die schwarzen Haare. Kaum zu glauben, dass er jetzt wirklich hier war, anstatt in der Feuernation, wo er vermutlich gebraucht wurde. In den letzten Wochen war viel geschehen, und überhaupt war es erst ein Jahr her, seit der Krieg beendet wurde. War es richtig, dass er seine Heimat jetzt trotzdem verlassen hatte? Auch wenn er eigentlich nicht damit rechnete, dass irgendwas Schlimmes in der Zeit passieren würde, hasste er es, nicht immer alles im Blick haben zu können, was in der Feuernation vor sich ging, seit er Feuerlord geworden war.

„Zuko? Ist alles in Ordnung?“, hörte er dann eine Stimme neben sich fragen. „Du wirkst so bedrückt“. Aang sah ihn an und wartete sichtlich auf eine Antwort. Zuko erwiderte den Blick stumm. Warum mussten ihn nur immer alle gleich auf sowas ansprechen? Wie kam es, dass scheinbar jeder wusste, was er dachte oder es bemerkte, wenn er sich Sorgen um etwas machte? War er manchmal wirklich so leicht zu durchschauen?
„Ja, alles okay“, antwortete er schließlich und richtete den Blick wieder in die Ferne, in der stillen Hoffnung, der Avatar würde gar nicht erst weiter nachfragen. Auch wenn der es nur gut meinte, behielt Zuko seine Gedanken und Sorgen immer am liebsten für sich. Doch wie üblich schien Aang ihm nicht zu glauben. Lügen war ja auch nicht gerade seine Stärke. Der Mönch trat wieder in sein Blickfeld und setzte ein kritisches Gesicht auf. „Was ist eigentlich los mit dir?“
„Was soll schon mit mir sein?“, gab Zuko schroff zurück.
„Seit wir vor einigen Tagen hier in Ba Sing Se angekommen geht das schon so! Glaub mir, jeder hat bemerkt, dass du dir wegen irgendwas Gedanken machst, aber trotzdem weigerst du dich, darüber zu reden. Du bist noch verschlossener als sonst, und das will bei dir schon was heißen!“.
„Na und? Es geht keinen von euch etwas an, um was ich mir Gedanken mache!“, zischte der Feuerlord ärgerlich.
Aang seufzte. „Wirklich, Zuko?“
„Wirklich!“, kam es genauso unfreundlich wie zuvor zurück. Aang trat daraufhin einen Schritt zurück und hob abwehrend die Hände. „Sachte, sachte“.
„Ja, sachte“, wiederholte der Feuerbändiger.
Die beiden sahen sich einen Moment lang an und fingen dann an zu lachen. Normalerweise war Zuko ja nicht die Person, der immer zum Lachen zumute war, nicht mal im Beisein seiner Freunde, aber bei Aang war das nochmal was anderes. Der Avatar hatte einfach immer gute Laune und die schien irgendwie ansteckend zu sein.
Sogar für den Feuerlord.

„Weißt du, wenn du es unbedingt für dich behalten willst, dann tu das, aber vergiss einfach nicht, dass man seine Sorgen nicht immer für sich behalten soll“, sagte der Luftbändiger irgendwann.
„Ich weiß, es ist ja auch nur…“, Zuko suchte nach den richtigen Worten, „…ich bin mir nicht sicher, ob es so gut ist, dass ich die Feuernation verlassen habe… Es gibt immer noch zu viele Unruhen im Volk. Immer noch sind zu viele Menschen unzufrieden mit meiner Herrschaft. Wer weiß, was dort während meiner Abwesenheit alles passieren könnte?“, gab er seine Bedenken preis. Aang nickte verstehend. „Mir ist klar, was du meinst, aber wenn du meine Meinung dazu hören willst, sage ich, du solltest dir nicht zu viele Gedanken machen. Der Großteil des Volkes steht garantiert hinter dir und außerdem…“, er lächelte von einem Ohr zum anderen und sah damit irgendwie einem Honigkuchenpferd ähnlich, „sind es doch nur zwei Wochen. Höchstens drei. Was soll da schon passieren?“
Es kam keine Antwort. –Er hat doch eigentlich Recht-, dachte Zuko. –Was soll schon passieren? Du wirst ständig auf dem Laufenden gehalten, was in deiner Nation passiert. Notfalls kannst du sofort zurückkehren. Und du hast den Avatar auf deiner Seite, niemand wäre so blöd, sich jetzt mit dir anzulegen-. Doch er wusste, dass er nur wieder versuchte, sich selbst zu beruhigen und seine Sorgen zu unterdrücken.
„Mach dich deswegen nicht verrückt“. Aang legte ihm einen Arm um die Schulter. „Kommt schon, eure Majestät, Euch stehen zwei entspannte Wochen mit euren Freunden bevor. Da kann man ruhig mal glücklich sein, sogar als Feuerlord“, sprach er dann mit gehobelter Stimme. Zuko lächelte falsch, aber darauf achtete sein bester Freund nicht. „Komm, lass uns zurück zum Jasmindrachen gehen“.  

Die nächste Woche verging wie im Flug. Und obwohl Zuko nach wie vor mit den Sorgen um seine Nation zu kämpfen hatte, schaffte er es doch, sich wirklich zu entspannen. Bis dann dieser eine Tag kam…

                                                                                      ---
Da war nichts als Finsternis um ihn herum, leere, unendliche Dunkelheit. Oder war es überhaupt Dunkelheit? Es war nicht einfach schwarz, was er sah… Richtig…er konnte nichts mehr sehen… Seine Augen brannten, als würden sie immer noch vom Feuer eingehüllt. Wie lange war es her, dass er diesen Schmerz verspürt hatte? Als wäre auch sein anderes Auge nun von einer Narbe gezeichnet. Aber er wusste, es war viel schlimmer…
„Katara, du musst doch irgendwas tun können, um ihm zu helfen“, ertönte Aangs besorgte Stimme.
„Ich tue doch schon, was ich kann!“ Katara klang gereizt, oder war es einfach die Müdigkeit in ihrer Stimme, die er hörte? Gedanklich seufzte er. Wieso war er nur so naiv gewesen? Wie hatte er glauben können, es würde nicht wieder Ärger geben? Von allen Menschen auf der Welt wusste er doch am besten, wie machtgierig sein Vater war. Ich hätte die Feuernation wirklich niemals verlassen dürfen, dachte er verbittert… All das wäre dann nicht passiert!
Und eine vorwurfsvolle Stimme schien ihm zuzuflüstern: Wenn ein neuer Krieg ausbricht, ist es alles deine Schuld…
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(Der letzte kleine Absatz spielt etwas weiter in der Zukunft, wie man vermutlich merkt xD Die nächsten Kapitel werden sozusagen Rückblenden sein, die die Geschehnisse der Tage davor beschreiben :) )
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