Die letzten Minuten in Sotoba

von Sickness
OneshotRomanze, Fantasy / P12
Megumi Shimizu Natsuno Yuuki
12.06.2016
12.06.2016
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In Sotoba war das Chaos ausgebrochen. Ab und zu wurde die Nacht von Schreien durchschnitten, Schreie, die Megumi nur all zu gut zuordnen konnte. Sie wollte nicht wie die anderen enden. Sie wollte frei sein und wissen wie es ist, nicht mehr kontrolliert zu werden. Ihr war es egal was aus Sunako oder Tatsumi wird. Dennoch... Eine Person gab es, die ihr nicht egal war. Aber wer wusste schon, ob er noch lebte. Wahrscheinlich wurde er schon längst von Menschen gepfählt. Wenn nicht, hatte das Tatsumi schon erledigt. Megumi versuchte ruhig zu bleiben, doch es gelang ihr nicht sonderlich gut. Ihre Hände zitterten stark und sie versuchte vergeblich ihre Atmung zu beruhigen. Sie saß im Geäst nahe einer Straße. Diese Straße war das letzte Hindernis auf dem Weg zur Freiheit. Jedoch hielten ein paar Menschen auf der Straße Wache, in der Hoffnung noch einige Shikis zu fangen. Doch so leicht würde sie sich nicht geschlagen geben. Plötzlich wurden die Menschen abgelenkt. Megumi ergriff ihre Chance. Sie rannte quer über die Straße auf ein großes flaches Feld zu. Sie hatte es geschafft. Bestimmt hatten die Menschen sie nicht bemerkt und sie war so gut wie frei. Noch nie war sie so glücklich, sie rannte und rannte. Noch nie hatten sich ihre Füße so leicht angefühlt. Plötzlich durchzog ein dumpfer Schmerz ihren ganzen Körper und sie brach zusammen.

Ihr wurde für einen kurzen Moment schwarz vor Augen. Als sie zu sich kam sah sie nur noch helles Licht. Bei genauerem Hinsehen handelte es sich um die Scheinwerfer mehrerer Traktoren, die sie umzingelt hatten. Warmes Blut lief ihre Schläfe herunter und Tränen begannen ihre Sicht zu benebeln. Sie konnte nicht so enden. Mehrere Stimmen riefen einander etwas zu, jedoch konnte Megumi sie nicht genau verstehen. „Ich bins doch, Megumi!“, rief sie mit tränenerstickter Stimme. Niemand sagte etwas. Die Stille dauerte ewig an und Megumi verlor jegliche Hoffnung. War dies ihr Ende? Plötzlich sah sie wie einer der Traktoren näher kam. Wie ironisch, sie würde zerquetscht werden. Von einem Traktor, den es nur in abgelegenen Löchern wie Sotoba gab. Megumi schluchzte nur noch. Sie war alleine, immer alleine. Und nun würde sie auch alleine sterben. Sie schloss die Augen und bereitete sich vor. Das Motorengeräusch kam immer näher und so auch ihr Tod. Doch plötzlich schrie jemand und das Motorengeräusch stoppte. Waren sie doch der Meinung eine Pflählung sei effektiver? Sie blickte ins Scheinwerferlicht. Als sich ihre Augen an das Licht gewöhnten, sah sie, dass der Fahrer bewusstlos oder tot auf dem Boden neben dem Traktor lag. Weitere Schreie ertönten und die Motorengeräusche stoppten nach und nach. Es war zu schnell, als dass sie hätte reagieren können. Hinter sich hörte sie Schritte. Sie drehte sich langsam um und ihre Augen weiteten sich.

Violettes Haar, bleiche Haut und tiefblickende, violette Augen. Schweigend blickte er sie an. An seinen Lippen sah sie ein paar Tropfen Blut, was die Schnelligkeit und Kraft erklärte. Er kniete sich nieder und sah sie an. Megumi war sprachlos. Der Schreck schien nicht nachzulassen. „Beweg dich nicht, ich werde dich tragen“, sprach Natsuno sanft und hob Megumi auf. Seine Hände umfassten sie sanft und sie spürte wie die Angst ein wenig von ihr abfiel. Er blickte in Richtung Sotoba. Auf dem Berg bildeten sich Flammen und Rauch stieg in den mit Sternen gefüllten Himmel. Dann drehte er sich um und lief mit Megumi in den Armen in Richtung Freiheit.
„Ich werde dich beschützen.“