Angelic Burden

von Asera
GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Genji McCree Mercy Reaper Soldier:76 Sombra
11.06.2016
06.03.2019
31
92940
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So, hier jetzt etwas mehr in die Richtung "lore"-bezogen ;) .. man beachte das "etwas", da es sicherlich nicht 100% sein wird und trotzdem noch mein eigener Gehirnschmalz mit rein fließt :)

Viel Spaß beim Lesen und lasst doch ein Favorit und/oder Review da.

- Asera
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Die Sonne senkte sich langsam über den Baumkronen des Waldes hinab, der ein Schreingebäude umgab und der Himmel wurde langsam in verschiedene Orange- und Rottönen gefärbt.
Genji betrat das Gebäude und musterte den Raum, dessen Decke von vier großen Säulen getragen wurde. Kerzen, die über den Tag hinweg für Gebete angezündet wurden, waren die einzige Lichtquelle. Natürlich war der ganze Schrein aus Holz und er wunderte sich, warum es nicht schon lange abgebrannt war. Sein Weg führte ihn weiter geradeaus auf einen Balkon. Dort lehnte sich der Schwarzhaarige gegen das Gelände und richtete seinen Blick gen Himmel. Den Geräuschen des Waldes und des Flusses, der unter dem Balkon am Schrein entlang floss, lauschend, wartete er. Auf der Einladung seines älteren Bruders hin, hatte er sich an diesen abgelegenen Ort begeben, freiwillig wäre er wohl nie hier her gekommen. Gebete und Traditionen interessierte ihn kaum. Wahrscheinlich würde er sich nur wieder eine Predigt von Hanzo anhören müssen, wobei Genji das kaum annahm und etwas anderes befürchtete.

Sein Blick fiel über die Schulter zu seinem Schwert. In dem Moment vernahm er ein Geräusch von der anderen Seite des Gebäudes. Er erkannte die Gestalt von weitem, löste sich vom dem Gelände und schritt langsam auf sie zu. „Du hast dir sehr viel Zeit gelassen“, begrüßte er seinen Bruder und setzte ein Lächeln auf. Als der Jüngere den Bogen in der Hand seines Gegenübers und das Schwert auf dem Rücken erblickte, erstarb sein Lächeln und der ernste Blick von Hanzo, bestätigte seine Befürchtungen. Er war wohl zuweit gegangen. „Du weißt“, wollte der ältere Bruder beginnen „Mir war schon von vornherein klar, was du wolltest, als du mich nicht nach Hanamura sondern hier her gebeten hast“, sagte der jüngere Bruder geradewegs heraus und unterbrach seinen Bruder damit. „Ich will unsere Ehre wieder herzustellen, ganz allein deswegen bin ich hier“, versuchte sich Hanzo zu erklären „Du willst? Wolltest du nich eher ‚du musst‘ sagen?“, lächelte Genji schief. „Schließlich war es nur eine Frage der Zeit, wann dieser Tag gekommen wäre, nachdem Vater gestorben war“, fügte er noch an und legte seine Hand um den Griff seines Schwertes, um es langsam aus der Scheide zu ziehen. „Dafür, dass du ihn überhaupt erwähnst, sollte ich“ „Dann tu es“, fiel ihm der jüngere Bruder erneut ins Wort. Langsam hatte auch Hanzo genug, festigte den Griff um seinen Bogen und bewegte seine andere Hand in die Richtung seines Köchers, während Genji nur da stand und wartete.

Den ersten Pfeil blockierte der Jüngere gerade zu perfekt mit seinem Schwert und wich auch dem Nächsten aus. Den darauffolgenden Schwerthieb von seiner Seite aus wehrte der andere mit seinem Bogen ab und stoß seinen Angreifer somit zurück, um sich genug Zeit zu verschaffen den nächsten Pfeil zur Hand zu nehmen. Genji kannte Hanzos Taktiken zu gut, um zu wissen, was jetzt passieren würde. Er müsse sich sofort Deckung suchen und empfand eine Säule in seiner Nähe, als den besten Platz dafür. Gerade als er sie erreichte, hörte er mehrere Pfeile durch den Raum fliegen und das etwas zu Boden stürzte. Langsam und lautlos versuchte er sein Schwert zurück zu stecken, um sich nun mit seinen Wurfsternen zu bewaffnen, die er so gut wie immer dabei hatte. Ein kurzer Blick verriet ihm, dass der Kerzenständer zu Boden fiel und dieser schnell Feuer fing. Es musste ja so kommen, dachte er sich.
„Wir wurden in diesen Clan hineingeboren. Es ist unsere Pflicht gegenüber Vater“, hallte die Stimme des älteren Bruders durch den Raum und Genji konnte kaum ausmachen, wo er sich befand. „Es ist niemandes Pflicht“, antwortete der Jüngere und eilte zu einer anderen Säule, um den herbei fliegenden Pfeil auszuweichen. Die Säule, die seine letzte Deckung war, knickte durch die Wucht des Pfeils leicht ein. „Das ist deine Auffassung des Ganzen“, sagte Hanzo mit gesenkter Stimme. Aus seiner Deckung hervor, warf Genji drei Shuriken in die Richtung seines Bruders. Mit Leichtigkeit wehrte er die fliegenden Wurfsterne seines Bruders, dank seines Bogens, ab und zielte sofort in die Richtung aus der sie kamen. Der Pfeil flog haarscharf an ihm vorbei und blieb in der Wand stecken. Das Holz zersplitterte förmlich durch die Kraft des Schusses. Im Schutz der Schatten versuchte der Jüngere seinen Bruder über seinen Aufenthaltsort so zu verwirren, bis er nicht mehr wusste, wo er sich befand. Ein Balken des Schreines, der Feuer gefangen hatte, fiel auf den Boden und blockierte den Weg auf den Balkon und zog die Aufmerksamkeit Hanzos auf sich, dies war seine Gelegenheit die Position zu wechseln. Kurz darauf versuchte der ältere Bruder durch einen weiteren Splitterpfeil seinen jüngeren Bruder zu erwischen. Sofort spürte der Schwarzhaarige von seiner rechten Schulter aus, wie ein Schmerz seinen Körper durchzuckte. Er drückte sich gegen ein andere Säule, die er zu seiner jetzigen Deckung auserkoren hatte und war froh, dass sie groß genug waren um sich dahinter zu verstecken. Sein Blick fiel auf dem Pfeil, der tief in der Schulter steckte und ohne zu zögern zog er ihn ruckartig mit schmerzverzerrten Gesicht heraus. Er biss sich auf die Unterlippe um einen Schrei zu unterdrücken. Wahrscheinlich hatte er die Wunde nun schlimmer gemacht, als sie eigentlich war.
Genji vernahm nur noch seinen eigenen Atem und Herzschlag, der raste vor Adrenalin. Er unterdrückte ein Husten, welches durch das Einatmen des beißenden Rauches verursacht wurde, der sich im Raum rasch verteilte. Atmen fiel ihm immer schwerer und seinen Bruder ging es ähnlich, als er dessen Husten vernahm. Das Feuer fraß sich durch das Holz und breite sich weiterhin ungezügelt aus. Es wurde verdammt warm und unangenehm. Sein Blick fiel auf den Eingang des Schreins. Er schüttelte gedanklich den Kopf, unmöglich. Dort draußen wäre er ein leichtes Ziel für Hanzo. Der Balkon, sein einzig wirklich Fluchtweg, war nun versperrt. Zwecklos, er saß jetzt schon in der Falle. Er wagte einen Blick in dem brennenden Raum des Schreins und sah seinen Bruder den Raum nach ihm durchsuchen und einen Pfeil in seinem Bogen angelegt. Der Jünger müsste nur auf den richtigen Moment warten, der dann gegeben war, als der Ältere ihm den Rücken zu drehte. Er zog sein Schwert und stürmte auf ihn los.
Als er mit gezückten Schwert auf seinen Bruder zu stürmen wollte, der mit dem Rücken zu ihm stand, spürte er plötzlich einen stechenden Schmerz in einen seiner Beine und stürzte zu Boden. Sein Blick auf das verletzte Bein ließ ihn fluchen. Ein Splitterpfeil, er hätte es sich denken können. Hanzos hätte ihm nie die Chance gegeben sich ohne Gegenwehr auszuliefern. Er schulterte seinen Bogen und drehte sich um, seines Sieges bewusst. Die Nacht war schon lange herein gebrochen und die Flammen der Kerzen verzehrten das Holz des Schreingebäudes Stück für Stück. Er hatte den eisenhaltigen Geschmack von Blut im Mund und schaut hoch in die Augen seine Bruders. Genji konnte nur noch an den Verstand seines Bruder appellieren. „Die Kriminalität der Shimadas haben uns entzweit und das weißt du genau“, keuchte er und hielt sich seine verletzte Schulter. Er spürte die warme Flüssigkeit die durch seine Finger lief. „Nein, das war allein dein Verdienst“, schaute der Ältere auf hin herab und Genji bemerkte einen Hauch von Abscheu in den Augen des blauen Drachen. Er blickte gen Boden und hörte nur wie sein Bruder das Schwert zog. Der Schwarzhaarige spürte die Kälte des Stahls an seiner Wange. Das Knistern des Feuers unterstreichte die Stille, die sich zwischen den beiden Drachen hervor tat. „Du musst das nicht tun, Bruder“, sagte er und ließ mit seinem Blick nicht vom Boden ab. „Ich habe keinen Bruder mehr“ Die Worte durchzuckten seinen Körper genauso wie der Schmerz, der ihn durchfuhr, als das Schwert seinen Oberkörper durchzog. Vor seinen Augen legte sich ein Schleier und er sah nur noch den Boden näher kommen, worauf sich sein Blut ausweitete.

Er steckte Schwert schnell wieder weg und nahm seinen Bogen zur Hand. Schnellen Schrittes verließ Hanzo das Gebäude, welches fast gänzlich von den Flammen verschlungen wurde. Er versuchte dem Drang zu unterbinden sich umzusehen. Er hatte die Ehre wiederhergestellt und doch war es Hanzo, der sich entehrt fühlte, als er sich vom brennenden Schreingebäude entfernte und im Wald verschwand. Auch wenn er es zu Beginn nicht wahr haben wollte, sondern nur greifbare Macht vor Augen hatte.

Das Einzige was man in der vom Feuer erhellten Nacht sehen konnte, war eine Person, die sich krampfhaft ihren Weg durch die Flammen auf den Balkon des Gebäudes bahnte, selbst Feuer fing, und sich in den Fluss stürzte, der neben dem Schrein verlief.
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