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Geschaffen zum Leben

GedichtHorror, Liebesgeschichte / P16 / Gen
10.06.2016
10.06.2016
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Tief verloren in finstrer Stund
Scheint ein Feuerchen in Kellers Schlund
Blut'ge Schattenspielerei
Hör' das Knacken der Knochen
Lachen, wo nur Stille sei
Summende Schreie in der Nacht
Der Wahnsinn eingebrochen
Bis das Morgengrauen erwacht!

Wühlend in gebrochenen Rippen
Organe, durch seine Finger glitten
Dampfend triefendes Fleisch
Suhlend im Blut
Auf endloser Suche
Durch die Toten der eigenen Brut

Die Wirbelsäule hier,
Das Herzchen da
Der Mensch ist eh nur Tier
Berstende Körper, ja
Die Augen im Glase
Reflektieren das grelle Licht
Elektrisierende Ekstase
Die Forschung endet nicht!

Schneide das Bein
Schneide das Hirn
Bohre ein Loch
In das leere Gestirn
Nähe Haut
Flechte Haar
Wir spielen Gott
Wie sonderbar!

Leber, Darm und Knorpel
Heiteres Lachen anstelle von weisen Worten
Das Ding sei Schiff eines Meisterwerks
Ein haariger Klumpen von einem fleisch'gen Berg
Ein Flickwerk aus Vater, aus Mutter, aus Tochter und Sohn
Er nimmt ein, einen abgöttischen Thron
Geboren aus Zahn, Fleisch und Eiter
Tod in lebendiger Funktion
Das Produkt ist nicht gescheitert
Ein Geschöpf, wie aus krankester Fiktion!

So siegte der Wahnsinn ein weitres Mal
Tiefste Erregung ihn durchfuhr
Das Provisorium
Seine größte Liebe
Im Laboratorium geschaffen
Doch erinnert er sich an jenes Lachen
Das Lachen der Kollegen
Doch was kann 's schöneres geben
Als den Triumph zu erleben?

Die Euphorie fraß ihn in einem Stück
Er will es spüren
Sein geschaffenes Glück
Er will es berühren
Sein Kind
Seine Frau
Das Ding
Benetzt mit des Blutes Tau

Nun lass Energie den Körper durchfließen
Es beleben
Den toten Kadaver erhalten am Leben!

Doch er vergaß,
Leben braucht Nahrung
Und so wurd' ihm klar,
Was es aß.

Als die Zähne seine Haut durchbohrten
Konnt' er es nicht fassen in Worten
Seine Gefühle blieben für immer da
Muss er es nicht mal sagen
Es wurd' ihm klar;

Liebe geht durch den Magen
Wie sonderbar!


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