Die Wächter von Leben und Tod

GeschichteFantasy, Übernatürlich / P16
Davina Claire Elijah Mikaelson Hayley Marshall Niklaus Mikaelson OC (Own Character) Rebekah Mikaelson
08.06.2016
11.06.2016
2
1942
 
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Prolog



Es ist leicht über ein Königreich zu herrschen, aber schwer, die eigene Familie zu regieren.

Der Morgen schien so ernüchternd wie der vorherige Abend, als die junge Emily Lane ihre Augen aufschlug und träge gegen das gleißende Sonnenlicht anblinzelte , welches erbarmungslos durch den freien Spalt ihres Vorhangs strömte und kleine, leuchtende Kugeln vor ihren Augen aufblitzen ließ. Das dunkelhaarige Mädchen schüttelte träge den Kopf, was ihr allerdings nicht sonderlich zu Gute kam, denn schon machte sich wieder der Schwindel und die Übelkeit breit.
Sie lebte das Leben eines stoischen Teenagers seit einer gefühlten Ewigkeit, doch nie- so schwor sie auf ihren heißgeliebten, übergewichtigen Kater Scherlock- hatte sie sich so elend gefühlt. Selbst als es wage an der Tür ihres Zimmers klopfte, war sie nicht in der Lage mehr als ein seltsames Murren hervor zu bringen, was doch stark an ein angefahrenes, sterbendes Opossum erinnerte. Doch das Klopfen ließ nicht nach, wurde lauter und hektischer. „Verschwinde Mom, hörst du nicht das ich gerade elendig verrecke und einfach in Ruhe dahin scheiden will?!“
Eine kurze Pause erfolgte hinter der Tür begleitet von einem frustrierten Seufzen. Emily hingegen schnaubte leicht, wandte sich vom Lichtspektakel ab und schloss erneut still leidend ihre Augen. Unglücklicherweise ging ihr Plan den trotzigen Teenie zu mimen nicht auf, denn auch ihre Mutter lebte schon viel zu lange mit ihrem Dasein, um nicht langsam alle Tricks und Spielchen zu kennen. Die weiße, robuste Eichenholztür schwang knarrend auf, ehe Mikayla Lane den Raum betrat und abwartend die Hände in die schlanken Hüften stemmte. Ihre Tochter gab abermals einen gequälten laut von sich und öffnete dann missbilligend ein Auge um sie zu mustern. Es war zum heulen. Hier lag sie nun, völlig verkatert, die eisig blauen Augen blutunterlaufen und träge, das lange schwarze Haar zerknautscht und verfilzt in der ehemaligen Partyfrisur untergegangen und immer noch die Klamotten vom gestrigen Abend an, welche nach Bier, Wodka und kaltem Rauch stanken und ihre Mutter? Stand das wie ein Engel von Gott gesandt. Die Wangen leicht gerötet von ihrem morgendlichen Lauf, das hellblonde Haar noch feucht vom Duschen, doch akkurat glatt und glänzend. Sie rocht nach einem Hauch Vanille und Mandeln. Für einen kurzen Moment schloss Emily erneut die Augen und verlor sich in dem warmen, heimischen Geruch, ehe ihr wieder einfiel das sie ja eigentlich völlig entnervt war und einen leichten, spitzen Schrei hervor stieß. „Mom! Raus mit dir!“
Doch Mikayla ließ sich nicht beirren, wanderte um das Bett ihrer Tochter herum, stellte ihr ein Glas Orangensaft und Aspirin hin und zog ein- zwei Mal beherzt an ihren schlammigen Bikerboots, die sie scheinbar ebenfalls mit ins Bett genommen hatte. „Aufstehen, in einer halben Stunde beginnt das Training.“ Damit zog sie die Vorhänge auf und verschwand wieder aus dem Zimmer... auch eine Art mütterlicher Liebe. Das junge Mädchen seufzte hart, drehte sich einmal um die eigene Achse und drückte dann das Gesicht so hart sie konnte in die weißen, frisch gewaschenen Kissen. „Bitte Gott, lass mich sterben!“ ... Unglücklicherweise wusste sie zu dem Zeitpunkt noch nicht, wie sehr sie diese Aussage noch bereuen würde.


Der Tag war wunderschön und ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit, als Kassandra aus dem Fenster blickte, um ihrer Schwester und ihrer Nichte noch ein mal nach zu schauen, während diese teils beschwingt, teils scheintot im Wald verschwanden. Hinter ihr klapperte sachte die Tür, ehe ihr jüngerer Bruder schmunzelnd im Raum erschien. Sie drehte sich mit hochgezogener Augenbraue zu ihm um und stemmte die Hände in die Hüften. „Harte Nacht?“
Der blonde Drustan hingegen grinste nur frech und zuckte mit den Schultern. „Spitzen Nacht. Emily war so voll das sie sonem Möchtegern- Aufreisser- Typen volles Rohr in den Schoss gekotzt hat und ich hab das Taxi und drei Handy Nummern spendiert bekommen, weil ich ja so ein fürsorglicher Onkel bin und gleich alles stehen und liegen gelassen habe um mich um sie zu kümmern.“
Kassandra rümpfte leicht die Nase und schüttelte dann den Kopf. „Du meinst nachdem du sie flux abgefüllt hast, was?“ Er zuckte abermals mit den Schultern. Ein leichter Windzug wehte durch die lichtdurchflutete Küche, zupfte an seinem verstrubbelten, blondem Haar und ließ ihn noch eine Spur verwegener erscheinen. „Du weißt das deine Schwester heute einiges mit ihr vor hatte. Nun kann sie sich mit einem missgelaunten, trägen Teenie rum ärgern.“ Der großgewachsene, tattoowierte Mann konnte nicht viel mehr als schmunzeln, tätschelte seiner ‚großen‘, kleinen Schwester leicht unbeholfen die Schulter und stibitzte ihr dann unverfroren den noch dampfenden Kaffee. „Kay wird’s schon verkraften und Emily auch... da mussten wir alle mal durch.“ Damit verschwand er wieder und Kassandra blieb kopfschüttelnd und ohne Kaffee zurück. Sie liebte ihre Geschwister und ihre Nichte abgöttisch, doch manchmal raubte ihre Familie ihr den letzten Nerv. Die zierliche Brünette setzte sich erneut heißes Wasser auf, schnappte sich ein Buch und ließ sich dann auf einen der großen alten Küchenstühle fallen. Ein oder zwei Stunden pure Ruhe waren Luxus in diesem Haushalt. Sie würde sie ordentlich genießen ehe sie sich daran machte das Essen vorzubereiten.
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