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The End is the Beginning

von Polaria
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16
Newt OC (Own Character)
07.06.2016
27.12.2017
82
180.874
37
Alle Kapitel
121 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
07.06.2016 1.775
 
Hallo allerseits :D
Ich bin Polaria und habe beschlossen, jetzt auch einmal eine Fanfiktion-Geschichte zu schreiben. Ein Dank an chrissy45, von deren Geschichte ich so umgehauen wurde, dass ich es unbedingt auch mal versuchen wollte. :) Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, dass ich dir deine Idee geklaut habe, Zitate als Kapitelüberschriften zu nehmen...
Zu meiner Verteidigung für die Qualität meines Geschreibsels habe ich zu sagen, dass das hier meine erste Fanfiktion ist. :D
Über Reviews würde ich mich riiiiiiesig freuen!!!
Das Titelbild findet ihr bei mir als Profilbild (mittlerweile nicht mehr, weil da jetzt das vom zweiten Teil ist, aber wenn es noch jemand sehen möchte: Schreib mich gerne an ;D) und ich habe einen Trailer gebastelt und dazu ist das der Link:
https://m.youtube.com/watch?v=w9X8UrNKEUs
...Ich hoffe, ich enttäusche mit meiner Geschichte keine Erwartungen und jetzt viel Spaß beim Lesen, ich hoffe, es gefällt euch:)
(Ich habe jetzt garantiert irgendetwas vergessen hinzuschreiben, aber egaaaal :D)

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Von einem lauten Rumpeln um mich herum werde ich geweckt. Habe ich etwa geschlafen? Zögernd schlage ich meine Augen auf und das Erste, was ich bemerke, ist, dass ich nicht viel mehr sehe als vorher. Das Einzige, was ich wenigstens etwas erkennen kann, sind einige dunkle Umrisse neben mir, die wie Kisten aussehen.
Ich lege meine Hände auf den Boden und fühle unter mir eine Art metallenes Gitter. Langsam und vorsichtig vortastend bewege ich mich ein wenig vorwärts und stoße kurz darauf mit meinem Kopf gegen die Wand. Na toll. Ich fühle, dass sie ebenfalls ein Gitter aus Metall ist, hart und kalt. Langsam kann ich auch ein wenig mehr sehen, aber dunkel ist es immer noch. Ich drehe mich um und erkenne schockiert, dass die anderen Wände nicht anders aussehen als die vor mir. Sogar über mir ist bloß graues Metall. Plötzlich überkommt mich Panik. Ich bin eingesperrt. Gefangen in einem Käfig aus kaltem Metall, ganz alleine und es ist fast stockduster.
Erst jetzt bemerke ich, dass sich das Ding bewegt. Dadurch entsteht dieses schrecklich laute Rumpeln, durch das ich geweckt wurde. Hatte ich wirklich geschlafen? Es kommt mir unmöglich vor. Ich war so sehr damit beschäftigt, zu verstehen, wo ich bin, dass mir das stetige Geräusch bis jetzt gar nicht aufgefallen ist. Dafür kommt es mir nun umso lauter vor.
Ich schlage mir die flachen Hände auf meine Ohren, um sie vor dem furchtbaren Lärm zu schützen. Ich will hier raus, denke ich, was mache ich hier, wie bin ich verdammt nochmal hierher gekommen? Und warum zur Hölle weiß ich das nicht?
Ich versuche, mich an das Geschehene zu erinnern, doch da ist nichts, nur endlose Leere. Ich weiß weder, was passiert ist, noch warum ich hier bin. Das macht mir höllische Angst. Ich kann mich an überhaupt nichts mehr erinnern. Wer bin ich? Nicht einmal meinen Namen weiß ich. Nicht, was ich bin, nicht, wie ich bin.
Ich spüre, wie sich meine Arme und Beine mit einer Gänsehaut überziehen und meine Zähne beginnen aufeinanderzuklappern, ohne, dass ich sie dabei aufhalten kann.
Ich will schreien, um Hilfe rufen, doch ich kann es nicht. Etwas in meinem Inneren hält mich davon ab, die Angst ist zu groß. Immer panischer krieche ich schnell atmend rückwärts, solange, bis mein Rücken gegen das kalte Metall stößt. Dann ziehe ich meine Beine ganz eng an meinen Körper heran. Meine Arme legen sich um sie herum und ich lasse meinen Kopf auf meine Knie sinken. Völlig verkrampft sitze ich da, zittere inzwischen am ganzen Körper, ich will nur noch hier weg. „Was habe ich getan, dass ich es verdient habe, auf so eine Art und Weise eingesperrt zu werden?“, flüstere ich in die quälende Dunkelheit, eher zu mir selbst, statt zu irgendjemandem, mir ist klar, dass ich darauf keine Antwort erhalten werde, ich bin ganz allein.
Tränen beginnen, aus den Winkeln meiner geschlossenen Augen heraus und nach unten auf meinen Bauch zu tropfen. Ich kann spüren, wie sie dort auftreffen, mit einem leisen Platsch, das fast nicht zu hören ist, eine nach der anderen.
Eigentlich will ich nicht weinen. Ich komme mir unendlich schwach vor, aber ich rede mir ein, dass es in Ordnung ist und lasse den Tränen einfach freien Lauf. Es kann mich sowieso niemand sehen.
Ich versuche trotz dessen, irgendwie die Kontrolle über mich zu behalten, doch es gelingt mir nicht. Wie durch einen plötzlichen Impuls lassen meine Arme schnell meine Beine los und meine Finger krallen sich in das kalte Metallgitter zu meiner rechten Seite. Ich ziehe verzweifelt daran, versuche es auseinanderzureißen, zu zerstören, um von hier verschwinden zu können. Das bringt nichts, schreit mein Kopf gedanklich meinen Händen zu, aber ich kann nicht damit aufhören, ich tue es fast zwanghaft. Fluchtinstinkt.
Als auch endlich meine mittlerweile schweißnassen Hände verstanden haben, dass es sinnlos ist, krieche ich verzweifelt zurück in meine trostlose Ecke und kauere mich wieder auf dem harten Boden zusammen. Ich bin tot, denke ich. Und das ist der Weg in die Hölle.
Auf einmal ist der Boden weg. Der Käfig hat so abrupt angehalten, dass ich ein kleines Stück in die Höhe geflogen bin. Unsanft lande ich wieder auf dem Metall und frage mich, was passiert ist, dass es anhält, warum es nicht weiter geht.
Alles ist totenstill, nichts tut sich, nur meinen eigenen Atem kann ich hören. Das ist fast schlimmer als das beständige Rumpeln des Käfigs zuvor, das hatte wenigstens etwas an sich, das mir das Gefühl gab, ein Bewusstsein zu haben, geistig anwesend zu sein. Nun ist da gar nichts mehr.
Auch nach geschätzten fünf Minuten ist noch nichts geschehen.
Deprimiert sinke ich wieder in mich zusammen und weiß nicht, was ich tun soll, also sitze ich einfach nur da. Wieder beginne ich zu weinen, doch dieses Mal ist es mir egal. Nichts erscheint mir noch von Bedeutung, ich will nur noch hier weg. Raus aus diesem furchtbaren Käfig, doch ich kann es nicht. Wie lange bin ich schon hier? Zehn Minuten? Fünf Stunden? Ich weiß es nicht.
Plötzlich höre ich ein langes quietschendes Geräusch und sehe aus meinem linken Augenwinkel einen Lichtstrahl. Doch bevor ich Zeit habe, zu begreifen, was da gerade vor sich geht, dringen klare Stimmen an meine Ohren, vermutlich von über mir.
„Lass mich mal durch, du Neppdepp, was ist denn los?“ „Der Strunk da blockiert die ganze Sicht!“ „Jetzt geh' doch mal einer runter!“
Ich wage es nicht, aufzublicken, traue mich nicht, in die Gesichter der Sprechenden zu sehen. Sie scheinen mehrere zu sein, im Gegensatz zu mir. Ich bin ganz allein und außerdem habe ich geweint, das muss nicht unbedingt jemand sehen. Sie benutzen Wörter, die ich nicht verstehe, die ich noch nie zuvor gehört habe. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.
Auf einmal wackelt der Boden um mich herum ein wenig und das Metall poltert nur wenige Schritte entfernt von meinen Füßen, die ich nun noch enger an mich heranziehe. Jemand ist zu mir in den Käfig gesprungen. Das vermute ich zumindest. Er scheint einfach dort stehen zu bleiben und rührt sich nicht vom Fleck. Genauso wenig wie ich.
Meine Neugier scheint nun langsam doch meine Angst zu verdrängen und ich hebe ganz vorsichtig meinen Kopf. Als ich sehen kann, was um mich herum los ist, kriege ich fast einen Schock. Das Licht, das ich bemerkt habe, war das Tageslicht, hell fällt es in den Käfig, dessen Deckel nun geöffnet ist. Statt des Deckels stehen da nun etwa fünfzig Jugendliche schätzungsweise zwischen zwölf und achtzehn um die dadurch entstandene Öffnung und alle starren auf mich herunter.
„Kann jetzt mal irgendjemand sagen, was hier los ist? Wo liegt eigentlich euer beklonktes Problem?“, ruft ein Junge, den ich nicht sehen kann, da von einigen anderen die Sicht auf ihn verdeckt wird. Wieder ein merkwürdiges Wort, das ich nicht verstanden habe. Ich frage mich, ob zusammen mit meiner Vergangenheit auch einige Teile meines Wortschatzes verloren gegangen sind.
„Es ist ein Mädchen“, spricht der Junge vor meinen Füßen das für mich Offensichtliche aus. Was soll ich denn sonst sein?, frage ich mich, wobei mir klar ist, dass es für die allgemeine Verwunderung einen Grund geben muss, auf dessen Erklärung ich aber wohl noch warten muss. Anders kann ich mir die verwirrten Gesichter nicht erklären.
Ich wende dem Jungen vor mir langsam meinen Blick zu. Er sieht mich mit einem so erstaunten Ausdruck im Gesicht an, dass ich das Gefühl bekomme, das achte Weltwunder zu sein. Seine braunen Augen mustern mich von oben bis unten, mein Gesicht, meine Füße, meine Arme, die ich immer noch eng um meine Beine geschlungen habe. Ein Raunen geht durch die Menge und er wendet seinen Blick wieder von mir ab und der Menge zu. Plötzlich reden alle durcheinander.
„Der Frischling ist ein Mädchen?“ „Ist das dein Ernst?“ „Bist du dir sicher?“ „Was soll denn jetzt der Klonk?“ „Wie kann das denn sein?“ Und das ist nur das, was ich aus dem Stimmenwirrwarr heraushören kann.
Ich frage mich immer mehr, warum sie alle so merkwürdig auf mich reagieren, doch dann bemerke ich, dass sie alle ausschließlich Jungen sind. Es steht nicht ein einziges Mädchen da oben. Das vermutlich einzige Mädchen, das sich hier im Umkreis von zehn Metern befindet, sitzt in diesem verdammten Käfig und wird von allen angestarrt.
Ich fühle mich immer unwohler, was nun wohl auch der Junge vor mir zu bemerken scheint, denn er wendet sich, das Gerede unterbrechend, wieder mir zu und spricht mich mit einem freundlichen Lächeln an: „Hey, ich bin Newt. Ich bin nach Alby hier der Anführer und sozusagen der Beauftragte für diejenigen, die gerade mit der Box hier angekommen sind.“ Dabei weist er mit seiner rechten Hand nach oben und ich sehe kurz einem dunkelhäutigen Jungen ins Gesicht, der wohl Alby zu sein scheint.
„Versuch einfach, die ganzen Strünke da oben zu ignorieren, es ist für uns alle ungewöhnlich, dass nun ein Mädchen hier auftaucht, da wir sonst, wie du vermutlich schon bemerkt hast, nur Jungen sind.“
Er lächelt ein wenig gequält, aber ich bin froh darüber, dass er so nett zu mir ist, obwohl er mich nicht kennt und ich zudem irgendeine Art merkwürdiger Fehler in ihrem System zu sein scheine. Immerhin schon mal ein Mensch, der mir an diesem unbekannten Ort freundlich gesinnt ist. Das ist wenigstens etwas.
„Weißt du deinen Namen?“, fragt er mich. Ich will gerade verzweifelt den Kopf schütteln, da kommt mir ein Wort in den Sinn. Ein Name. Mein Name, da bin ich mir sicher. Es kann nicht anders sein.
„Frea“, versuche ich mit möglichst sicherer Stimme zu antworten, was mir leider nicht gelingt. Na toll, denke ich mir, ich bin ein eher schüchterner Mensch. Da habe ich ja schön die Arschkarte gezogen.
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