Eingeständnis

OneshotAllgemein / P12 Slash
Dantalion William Twining
07.06.2016
07.06.2016
1
1729
3
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
hey, ho :D
ich musste einfach mal etwas in diesem fandom hinterlassen, da es einfach zu wenig ff's gibt und ich die mangas einfach liebe *-*
deswegen auch spoilergefahr bei meinem os...
tut mir leid xD

trotzdem viel spaß beim lesen und würde mich über reviews, favos und empfehlungen freuen

[Rechtschreib- und Grammatikfehler könnt ihr behalten]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Eingeständnis

Der extraordinäre Dämonenfürst ergriff mein Handgelenk, so dass ich in der Bewegung inne hielt und mich seufzend zu ihm umdrehte. Wieso konnte Dantalion nicht endlich aufhören mir zu folgen? Ich wollte doch nur mal alleine in Ruhe nachdenken, war das denn so schwer zu verstehen? Wahrscheinlich schon.
„Kannst du mich nicht kurz mal in Ruhe lassen?“,fuhr ich ihn an und mein Blick fiel dabei bestimmt nicht freundlich aus, aber ich hatte es langsam satt. Dauernd wurde ich in Dinge hineingezogen, wogegen ich mich vehement gewehrt hatte oder gar mein Verstand gänzlich ablehnte. Ich wollte einfach wieder in meine normale realistische Welt zurück, wo ich alles mit der Wissenschaft erklären konnte. War das wirklich so schwer zu verstehen? Oder wollten sie es einfach nicht?
„Nein, kann ich nicht bis wir darüber geredet haben.“ Sein Griff um mein Handgelenk wurde noch fester. Langsam setzte sich ein leicht brennender Schmerz ein. Ich glaubte, dass Dantalion es gar nicht wahrgenommen hatte und ich ließ es mir auch nicht anmerken, dazu war ich einfach zu Stolz. Aber Mensch, er war schon echt stark. Wie nicht anders von einem verdammten Dämonen zu erwarten.
„Worüber denn?“, fragte ich ihn und starrte ihn direkt in seine purpurroten Augen, die mich immer ein zu fingen drohten, überrascht darüber ließ er mein Handgelenk los und seine Augen weiteten sich leicht. Ich unterdrückte den Drang mein Handgelenk zu kreisen und zu reiben um die Steifheit loszuwerden. Dies konnte ich auch noch später tun, wenn ich endlich von ihm los kam.
„Über den Grund, warum du mich nicht endlich mal beschwören, wie Camio oder diesen verfluchten Sitri, willst oder das du es leugnest Salomons Seele in dir zutragen“,meinte er ärgerlich und ich zuckte innerlich zusammen. Deswegen wollte ich nicht mit ihm reden und wollte meine Ruhe haben. Er traf mich immer an einer verwundbarsten Stelle. Ich war nicht Salomon, da war ich mir sicher. William Twining war ich, nicht Salomo. Warum verstand das keiner? Wieso musste ich mich immer rechtfertigen? Wieso nahm mich keiner so war wie ich war?
„Ich habe genug von diesen Schwachsinn. Ich bin William Twining und mehr brauche ich nicht zu wissen, wer ich gewesen sein soll oder wessen Seele ich in mir trage, ist weder wissenschaftlich begründbar noch relevant für mein jetziges Dasein. Und warum ich dich nicht beschwöre? Ganz einfach...“ Ich stockte, denn ich wollte gerade wirklich den wahren Grund sagen, was ich aber nicht zulassen durfte. Nein, es wäre zu peinlich, zu demütigend für mich und ich hatte es mir selbst bisher nicht mal richtig eingestanden. Er durfte den Grund niemals erfahren, denn das wäre mein Ende.
„Das geht dich nichts an“,sagte ich stattdessen, drehte mich wütend über mich selbst und Dantalion um. Bevor ich aber nur einen Schritt weg von ihm machen konnte, wurde ich auch schon wieder festgehalten.
„Wílliam, warte.“ Er wollte noch etwas hinzufügen, aber ich riss mich brutal von ihm los. Ich wusste, dass ich mich dumm verhielt und ihn dabei verletzte, aber das war nun mal mein Selbstschutz, meine Sicherheit.
Immer noch wütend, stampfte ich in Richtung Kirche um dort ein stillen Ort zu finden, wo ich nachdenken und vielleicht etwas Schlaf nachholen konnte.
Ich bemerkte, wie er mir hinterher sah, bis ich um die nächste Ecke bog. Froh darüber, seufzte ich einmal auf. Schnellen Schrittes, um so viel Abstand wie möglich zwischen uns zu bringen, eilte ich zur Kirche. Dort angekommen, legte ich mich auch gleich auf die letzte Bankreihe.
Verdammt, wie ich die Dämonen und Engel hasste! Ich wusste einfach nicht mehr, was ich tun sollte. In dieser Welt, welche für mich plötzlich kein Sinn mehr ergab. Selbst Kevin war nicht der Kevin für den ich ihn jahrelang gehalten hatte. Alle näherten sich mir nur wegen einem Grund und wollten mich in eine Rolle hineindrängen, die ich nie wollte.
Ich legte einen Hand an meine Stirn und rieb sie. Langsam bekam ich Kopfschmerzen von diesem langen nachdenken, welches zu nichts führte.
Dantalion war von allen am Schuldigsten. Er drang in mein Leben, spielte mit mir, beschützte mich und zwang mir Gefühle auf, die ich nie haben wollte und um die ich nie gebeten hatte. Wieso kamen sie trotzdem in mir auf? Wieso konnte ich sie trotzdem nicht bezwingen?
„William?“, vernahm ich von der Kirchentür und ich stöhnte. Konnte ich nicht einmal in Ruhe sein? Ich setzte mich auf und sah zu Kevin.
„Was willst du, Kevin?“ Es klang ziemlich barsch, aber es war mir gerade alles herzlich egal. Verwundert hob er eine Augenbraue, aber gleich darauf riss er sich zusammen und zauberte ein Lächeln auf seine Lippen.
„Ich habe dich hier hereinlaufen sehen und wollte einfach nur sehen, ob es dir gut geht, junger Herr.“ Er sah trotz seinen Lächeln besorgt aus. So war er schon immer gewesen und hatte sich nichts geändert, seit ich wusste, dass er eigentlich der Engel Uriel war.
„Keine Sorge, ich wollte einfach nur nach denken und vielleicht ein wenig schlafen“, und winkte ab.
„Ihr sollt doch nicht in einem Haus Gottes schlafen“, mahnte er. Dies interessierte mich jedoch herzlich wenig. „Außerdem sehe ich es euch doch an, dass ihr irgendwelche Sorgen habt, junger Herr. Ihr könnt euch mir ruhig anvertrauen.“ Anvertrauen, lachhaft. Das, was mir am meisten Kopfschmerzen bereitet, konnte ich niemanden anvertrauen, weil ich es einfach nicht aussprechen wollte oder gar mir selbst eingestehen wollte.
„Es ist nichts“, und stand auf. Irritiert sah mir Kevin hinterher, als ich an ihm vorbei ging. „Wo wollt ihr hin?“, fragte er mich auch gleich. „Ein ruhigen Platz suchen“, murmelte ich und er ließ mich mit einem verwunderten Blick ziehen.
In einem schattigen Platz unter einem Baum, legte ich mich hin und schloss meine Augen.

„Salomon, wie oft habe ich gesagt, dass ich nicht dein Diener bin“, knurrte er und knallte mir die Stapel Bücher vor die Nase. Ich lächelte freudig, nahm das erste und schlug es auch sofort auf.
„Und hör auf mich zu ignorieren. Ich bin immerhin ein Großherzog der Hölle und führe 36 Dämonenlegionen an!“, meinte er aufgebracht und knallte dabei auch seine Hände auf den Tisch, was den Bücherstapel gefährlich zum wackeln brachte. Mein Grinsen wurde breiter, was er zum Glück nicht sehen konnte, sonst würde er wahrscheinlich noch wütender werden.
„Aber, aber. Ich habe nun mal niemand anderen, der das für mich macht“, erwiderte ich unschuldig. „Oh. Und danke für die Bücher“, fügte ich noch hinzu.
„Argh. Ich wollte kein Dank hören! Wollt ihr nicht mal lieber irgendetwas gegen euren Vater unternehmen? Oder die Welt an euch reißen? Ihr habt so viele Dämonen unter euch und ihr tut nichts!“, verzweifelt sah er mich. Er verstand es nicht. Er würde es vielleicht auch nie verstehen.
„Keine Lust“, entgegnete ich ihm. „Ich will lieber bei dir sein.“
Röte belegte seine Wangen und sein Mund klappte für einen Moment auf.
„Salomon“, knurrte er beschämt und ich lachte los. Es war schon niedlich wie er reagierte, wenn ich so etwas sagte. Würde es doch für immer so sein können. Für immer mit Dantalion hier zusammen sein, Bücher lesen und Späße treiben. Es gab allerdings keine Zukunft für uns.


Mit einem stark klopfenden Herzen, wachte ich auf. Was war das gewesen? Ein Traum? Ein Albtraum? Oder vielleicht doch eine Erinnerung? Angst überkam mich, denn wenn dies wirklich einer Erinnerung war, dann hieß das, dass ich Salomon war? Nein, das konnte nicht sein. Ich wollte es nicht.
Gerade als ich meine Augen öffnen wollte und spürte ich wie sich eine Hand an meine Wange legte. Diese Berührung kam mir bekannt vor und sie fühlte sich so unendlich gut an. Mein Herz wurde leichter.
„Es tut mir leid, William“, murmelte Dantalion, zu dem wahrscheinlich auch die Hand gehörte. Vor Schreck hätte ich fast meine Augen geöffnet. Doch irgendetwas hielt mich davon ab. Vielleicht mein Herz? Mein Verstand war nämlich nicht gerade glücklich.
„Wieso drängst du dich auch so sehr in mein Herz, welches ich eigentlich nicht mehr besitzen sollte“, murmelte er und strich mir zärtlich mit dem Daumen über die Wange. Ich konnte nicht mehr an mich halten und riss vor Überraschung meine Augen auf. Dantalion schreckte zurück und zog dabei seine Hand weg.
„W-william“, stotterte er und sah mich mit schreckgeweiteten Augen an. „Seit wann bist du wach?“, fragte er mich auch gleich.
„Seit gerade eben erst. Wieso? Hast du etwas angestellt, was ich wissen sollte, Dantalion? Und weshalb hast du über meine Wange gestrichen?“, kam mir die Lüge leicht von den Lippen. Ich hörte ihn vor Erleichterung seufzen.
„Dreck war an deiner Wange“, erklärte er, „und ich wollte mich für vorhin entschuldigen“, murmelte er missmutig.
„Kekse und ein Tee“, meinte ich und stand von der Wiese auf. Verwirrt sah mich der extraordinäre Fürst an.
„Kekse? Tee?“, kam es leicht dümmlich von ihm. Ich seufzte.
„Ich verzeihe dir, mit ein paar lecker zubereitenden Keksen und einem grünen Tee von Baphomet“, erklärte ich ihm und lächelte ihn versöhnend an. Er erwiderte das Lächeln und gemeinsam gingen wir Richtung Schule. Ich würde einfach alles vergessen, was er vorhin gesagt hat. Um seinetwillen und meinetwillen. Egal, wie schnell mein Herz geklopft hatte. Egal, wie sehr sich meine Brust zugeschnürt hatte.

Auch, wenn er mich lieben sollte. Auch, wenn ich ihn lieben sollte. Auch, wenn wir beide ineinander verliebt sein sollten.
Es würde keine Hoffnung für uns geben also gleich die aufkeimenden Gefühle, in den tiefen des Herzens einschließen und niemals herauslassen. Egal, wie schmerzhaft es sein sollte.
Ein Dämon, welcher nicht in mein realistisches Weltbild passte, durfte ich nicht weiter eindringen lassen.
Ich war ein Realist und Realisten denken an die Zukunft, planen voraus,  gingen keine Risiken ein und vermieden ausweglose Situationen.
Für einen Realisten und einem Großherzog der Hölle würde es niemals eine gemeinsame Zukunft geben können.
Ein Mensch und ein Dämon könnten niemals zusammen sein.
Review schreiben