Ŋow I’m a Ŵarrior

GeschichteTragödie / P12
Xerxes Break
07.06.2016
29.09.2016
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Blut…
Rot tropfende Flüssigkeit in voller Schwärze. Kälte umzingelte meinen kämpfenden Körper. Leben, eine Verständlichkeit, die mein Körper zu erlangen versuchte. Wunden, quer über meine Haut. Tiefe Schnitte zierten mich, wie die Sterne am seidenblauen Himmelszelt.
Ich spürte die Kälte des Winters, die Väterchen Frost aussandte, wie kleine Ameisen zerfraßen sie mich, schlich sich unter meine Kleidung und brachte mich vollkommen zum Beben. Hier unten lag ich, mitten in der Nacht auf dem reinen Schnee, welches von meinem Blut getränkt wurde. Unaufhörlich sog es alles auf, beinahe wie ein hungriger Egel, der mir den letzten Gnadenstoß verpassen wollte. Gar mein Kopf glich dem schwersten Stein, konnte mich kaum rühren.
Verloren, ja, so konnte man es wohl nennen, wenn der Tod an der Wand lehnte und wartete, dass die letzten Atemzüge gelebt worden waren. Die Zeit meines Daseins neigte sich dem Ende, je mehr ich den Schmerz zu spüren bekam. Erneute Schwärze, bei jedem Wimpernschlag, bis meine Lider vor Erschöpfung zufielen. Die Stunde war gekommen, um den Tod zu begrüßen.

„Welch eine arme Puppe, zugerichtet wie vom Fleischer. Die reine Haut gezeichnet vom Akte einer Schandtat…“ Eine leise Stimme, klar und schneidend, wie die Klinge eines Schwertes durchbrach die einsame Stille. Ermüdet schlug ich ein Auge wieder auf, erblickte niemanden in meiner Sichtweite. Begann mein Kopf  bereits mit den Hirngespinsten?
„Ein frohes Leben hättest du noch führen können, junge Jahre hattest du vor dir…“ Die Worte, von wem sie auch kamen, legten sich wie glühende Asche auf mein wundes Herz. „Jedoch lebt nun jemand sein Leben, der eigentlich gar nicht mehr existieren sollte…“ Mit meiner letzten Kraft ballte sich meine Hand zu einer Faust. Plötzlich verschwammen die hohen Wände der Gasse, bildeten eine Einheit mit dem Schwarz, der Boden begann sich unter mir zu lösen und ich lag in tiefster Finsternis. „So etwas lässt man doch nicht ungestraft.“ Allmählich zeigte sich der Besitzer der Stimme. Eine blasse Silhouette erschien in der dunklen Unendlichkeit, die zu deutlichen Konturen wechselten. Ein junges Mädchen, ihre Haut so weiß wie Schnee, das Kleid beinahe entsprungen aus dem reinsten Schnee und die Haare so weiß und lang wie der Nebelschleier am kalten Herbsttage.

Ein Kichern. Sanfte fuhr sie die Statur meines Körpers nach, befleckte ihre blasse Hand mit meinem dunklen Blut und betrachtete es, als sei es ein Kunstwerk der Antike. „Ich spüre Stärke und Willenskraft. Doch deine Augen spiegeln tiefen Hass. Du willst Rache verüben, bist nicht in der Lage.“ Sie legte eine kunstvolle Pause ein und strich mit ihren Fingern über meine frischen Wunden. „Pflegen werde ich dich, wie meine kostbarste Puppe, genesen wirst du und deine Kräfte werden wachsen.“  Allmählich schien mir dies alles nach einem Traum, meine Schmerzen zeigten  mir dennoch das Gegenteil. Beinahe wie ein schlechter Scherz meines Selbst kam mir dies alles vor, eine Welt geschaffen aus meinen eigenen Ängsten, Hirngespinsten. Eine Art Spiegel meines Inneren, meiner verdorbenen und befleckten Seele.
„Wieso?” Verständnislos sah das junge Mädchen in mein Gesicht, bevor sie herzerwärmend zu lächeln begann. Hinter dem freundlichen Lachen verbarg sich aber Hinterlist. „Weil wir das Gleiche anstreben…“



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Hei, willkommen zurück ^^
Spontan Idee, was haltet ihr davon ^^? Würde mich über Rückmeldung freuen :D
Glg ich~
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