Nur ein Spiel? - Das 92. Jahr

von Herania
MitmachgeschichteAllgemein / P18 Slash
07.06.2016
20.08.2018
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Gegen Kräfte

Wenn du gegen etwas schlägst, dann schlägt es automatisch zurück.



Ein helles Platschen erklingt, als der nächste Stein die Oberfläche des Wassers trifft. Das Geräusch ist vertraut. Wasser ist eben immer Wasser, aber das macht einen See noch lange nicht zum Meer. Zumindest ist das hier immerhin etwas. Es ist ein Ort, der sich ein kleines bisschen nach Zuhause anfühlt und auf alle Fälle ist es ein Vorteil, wenn jemand kommt. Denn jetzt wird Kallix ihn brauchen, diesen Vorteil, wenn er sich über Wasser halten möchte. Über Wasser. Früher hätte er sich über diesen Witz vor Lachen nicht mehr halten können, vielleicht hätte er es sogar gestern noch getan und gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Nun ist es anders. Es gibt niemanden mehr, vor dem man stark sein muss. Niemand außer den Kameras. Das Karrierebündnis nach gut vier Tagen zerschlagen, die Zweier tot. So hat Kallix sich seine Hungerspiele nicht vorgestellt. Wann ist die gesamte Sache so sehr aus dem Ruder gelaufen? Er weiß es nicht. Nicht bei Damien, der sich so einfach provozieren ließ. Nicht bei Silver, der einfach mitmachte. Nicht bei Chrysopas, der einfach tut und lässt, was er will. Aber bei sich selbst, da weiß Kallix ganz genau, was geschehen ist. Wann es begonnen hat. Es hat angefangen, bevor er überhaupt im Justizgebäude war, als er Yorrike gesehen hatte und wie sie auf das gleiche Gebäude zu gerannt ist. Diese verdammte Ziege denkt jetzt sicher auch, dass sie etwas Besseres ist. Offensichtlich denken das jetzt alle, Kallix die Lachnummer, der aus dem vierten Distrikt in den fünften wechseln musste. Der Karriero, der kein Karriero mehr ist. Vielleicht war der Witz irgendwann einmal lustig, zumindest für irgendjemanden, aber inzwischen hat es sich ausgelacht, spätestens als Chrysopas den letzten Rest Respekt verloren hat. Es wäre anders gewesen, wenn er noch im vierten Distrikt wäre. Vielleicht hätte Damien dann auf ihn gehört, dieser verdammte Idiot, für dessen Tod Kallix anscheinend verantwortlich ist. Dann hätte Chrys keinen Grund gehabt, ihm etwas zu tun. Wäre Yorrike nur ein bisschen langsamer gewesen, hätte alles gut sein können. Wäre sie schneller gewesen, hätte es gar nicht erst dazu kommen können. Und überhaupt, warum hat diese dumme Kuh sich angestrengt, wenn sie am Ende noch nicht einmal ganz durchzieht? Es hätte wirklich eines von beidem sein können, inzwischen ist es ihm völlig gleich, aber das hier ist das letzte und garantiert ihre Schuld!
Ein großer Stein landet weniger Meter entfernt. Ein paar Tropfen des spritzenden Wassers erreichen sein Gesicht. Es ist nicht viel, aber zumindest kühlt es sein Gemüt ein wenig ab. Genug, um sich an den See zu setzen und in Ruhe darüber nachzudenken, wie es weitergehen könnte. Das Geld ist knapp, aber für ein paar Tage wird es noch reichen. Wahrscheinlich wird Kallix sich jetzt zu einer Aufgabe anmelden müssen, auch wenn er nun wirklich keine Lust darauf hat, den ganzen Scheiß noch einmal zu machen. Die anderen Tribute werden sich versteckt haben oder so viel Sicherheit haben, dass man alleine nicht gegen sie ankommt. Hätte Kallix noch ein Bündnis, könnte er die Sache anders angehen. Der Ort der Quest ist allen Tributen zugänglich, da bietet es sich an, den Tag über am Eingang zu warten. Sobald ein Tribut sich für die Aufgabe angemeldet hätte, hätte man ihn ohne Probleme ausschalten können. Alleine begegnet man zu vielen anderen Tributen auf einmal, das lässt den Plan sogar für einen Karriero zu gefährlich werden. Aber natürlich musste Chrysopas das Bündnis zerstören, bevor man eine Taktik aufbauen konnte, sodass Kallix jetzt wie ein Idiot dasteht, ein Karriero, der zu blöd ist, um sich eine ordentliche Strategie auszudenken. Und ja, vielleicht ist er auch ein bisschen selbst an seiner Lage schuld. Offiziell war er es, der das Bündnis aufgekündigt hat, aber mit einem Tribut, der seine eigenen Verbündeten im Schlaf tötet, kann man nicht zusammenarbeiten. Noch so ein Witz, der nicht lustig ist.
Ein paar letzte kleine Kiesel, segeln in das Wasser. Kallix ballt die mit Dreck verklebten Hände zur Faust zusammen. Er hätte es riskieren müssen! Was ist schon eine verdammte gebrochene Rippe? Er hatte eine Rüstung, Chrys war praktisch nackt. Das ist auch ein Vorteil und dem Einser muss das gewusst gewesen sein, sonst hätte er doch garantiert nicht versucht, den Kampf zu verschieben. Wahrscheinlich sucht der Kerl gerade nach irgendeinem Gift, das er auf sein tolles neues Schwert schmieren kann. Silvers Schwert, der einen direkt konfrontiert und nicht im Schlaf erstochen hätte. Und Kallix? Jetzt steht er dumm da. Wahrscheinlich sagen die Menschen im Distrikt, oder zumindest die Arschlöcher aus der reichen Schicht, dass er in den fünften gehört und für den eigenen Ort eine Schande ist. Wahrscheinlich feuern sie in diesem Augenblick Yorrike an. Yorrike, die ja auch so stark und toll ist, die Privattraining hatte und im vierten Distrikt bleiben durfte. Und vielleicht drehen sich Kallix Gedanken im Kreis, immer wieder im Kreis, einen frustrierenden Teufelskreis, doch was soll er machen, wenn es stimmt? Er ist gerade eine kleine Nummer, jemand, den man nicht unbedingt beachten muss. Er hat sich noch nicht bewiesen und bisher nur Niederlagen erlebt. Ja, das ist es, das ist das Problem! Es ist etwas, das man beheben kann.
Der Holzsteg knarzt, als Kallix aufspringt. Er wird es beenden. Am liebsten hier und jetzt. Es ist absolut möglich, diese ganze Blamage zu beenden. Er muss sich nur beweisen und zeigen, dass er genauso gut, wenn nicht sogar besser als die anderen Karrieros ist. Den Kampf mit Chrys hat er ausgeschlagen? Na und? Es ist nicht so, dass man keinen anderen suchen könnte. Die anderen Tribute verstecken sich oder sind zu viele? Gut, dann muss man sich etwas arrangieren.
Mit neu gewonnenem Mut öffnet, Kallix sein Menü und betrachtet die noch lebenden Tribute. Nein, Chys wird er nicht anschreiben, der kann ihm mal mit seinem beschissenen Finalduell. Da wartet Kallix lieber, bis das Arschloch von selbst gestorben ist, hoffentlich auf eine schmerzhafte und absolut sinnlose Art. Bleiben nur noch zwei andere Tribute, aber Jared zählt nicht wirklich, der Kerl hat auf den Stegen trainiert. Nein, es gibt eine bessere Möglichkeit. Es so bald wir nur möglich beenden, das ist das Ziel. Ein kleines Lächeln umspielt seine Lippen, als er auf Yorrikes Namen drückt.



„Eine Mail“
Alon schreckt auf, als Yorrike die kurzen Worte ausspricht. Meena starrt sie über einen der Holztische interessiert an. Dieses eine Mal haben alle ihre Essensgutscheine gleichzeitig eingelöst und trotzdem isst kaum jemand etwas. Aber zur Quest wollten die Drei gestärkt sein und dieses Mal haben die beiden Kampfhähne es zumindest geschafft, die Nachtwachen aufzuteilen und ein wenig Schlaf zu finden. Was die beiden garantiert nicht davon abgehalten hat, sich fast an die Gurgel zu gehen. Jetzt ist es wiederum fast zu still. Die Ruhe vor dem Sturm, gepaart mit einer Henkersmahlzeit. So wie sie gerade hier sitzen, kann man schon daran glauben, dass die Spielmacher aus reinem Prinzip einen der drei umbringen werden und so weit ist das sicher nicht hergeholt, wenn man bedenkt, dass es tatsächlich Menschen vor den Bildschirmen gibt, die das hier wie eine Show genießen. Man darf ihnen keine zu große Oberfläche bieten, aber was bleibt den Dreien übrig, wenn sie sich in Höchstform zur nächsten Aufgabe begeben wollen?
„Kallix will, dass ich mich mit ihm duelliere.“
„Und?“, fragt Meena nach, während sich auf ihrer Stirn kleine Falten kräuseln. Sorgenfalten. Heute sieht man sie besonders oft, allerdings sind sowohl Yorrike als auch ihm selbst heute auf die Stirn geschrieben.
„Ich werde ihm schreiben, dass ich jeden Moment an einer Quest teilnehmen könnte und mich daher gerade nicht mit ihm befassen kann.“
„Gut.“
Als Yorrike sich wieder dem Menü zuwendet, stößt die Neunerin einen kleinen erleichterten Seufzer aus. Die Karriera wirkt hingegen so ruhig und konzentriert wie eh und je, während sie einen Kampf auf Leben und Tod mit dem anderen Karriero ablehnt. Alon muss bei dem Anblick schlucken. Mit einem Mal ist er noch ein bisschen weniger hungrig und dabei hat er schon wirklich nicht erwartet, dass das noch der Fall sein kann. Eigentlich wäre es besser für ihn, wenn Yorrike den Kampf annimmt. Es wäre die perfekte Gelegenheit, um sich von der Frau losreißen zu können. Außerdem würde so ein Kampf bedeuten, mindestens einen der drei stärksten Spieler dieses makabren Spiels loszuwerden und einen anderen potentiell zu schwächen. Das ist auch nicht unbedingt etwas Schlechtes. Meenas Reaktion nach zu urteilen, sieht das seine eigene Verbündete das spätestens seid ihrer schlaflosen Nach ein bisschen anders. Was auch immer da vorgefallen ist, es hat die beiden Frauen zusammengeschweißt. Und Alon freut sich für sie, er tut es wirklich, aber ganz rational betrachtet kann er sich einfach nicht sicher sein, ob dieser Gedanke ihm behagen sollte. Er muss doch mit Meena so schnell wie nur möglich von der Karriera loskommen! Gut, die beiden haben das nie wirklich abgemacht, aber einen anderen Plan kann es gar nicht geben. Sie spielen beide auf ein Zeitlimit. Wenn Yorrikes Karrte kommt, dann sind die beiden erledigt. Für Sympathien bleibt da einfach keine Gelegenheit. In der Theorie. Natürlich sind die Streitereien witzig und vielleicht, ja vielleicht könnte die Frau aus Vier die beiden verschonen. Doch das hier sind die Hungerspiele und Hungerspiele bedeutet Tod. Es bedeutet das Ende aller Freundschaft, das wurde Alon bereits bei der Ernte auf schmerzhafte Art klargemacht. Wenn die gesamte Arena so bleiben könnte, Alon würde mit Freuden jedes Gezeter über sich ergehen lassen. Doch das wird nicht der Fall sein. Heute ist die Quest und wer weiß schon, was dort passiert? Schiffe versenken. Am Abend hatte sich die Gruppe darüber unterhalten, wer von ihnen eigentlich schwimmen kann. Meena ist passabel, was auch immer das bedeutet. Yorrike hat sofort das gleiche behauptet, aber wer kann schon wissen, was das für jemanden aus dem vierten Distrikt bedeutet. Alon selbst war selbst kaum im Wasser. In seinem Gebiet gibt es keine Bewässerungsseen, wie Meena sie im neunten Distrikt beschrieben hat, der normale Regen reicht. Wasser, das man abfangen kann, oder auch zu trinken, wenn das Geld knapp wird. Man hätte vielleicht ein großes Loch graben und es dann mit dem Wasser zulaufen lassen können. Das wäre dann eher ein Schlammbad gewesen, das klingt vielleicht nicht nach dem perfekten Schwimmunterricht, dafür aber nach einer Menge Spaß. Vielleicht sollte er das mal probieren, wenn er wieder nach Hause kommt. Falls er nach Hause kommt.
„Kallix hat zurückgeschrieben.“
„Und? Was sagt er?“ Während Meena die Frage stellt, beugt sie sich zu ihrer Verbündeten, als könne sie selbst in das Menü der anderen Blicken, bis ihr Kopf sich an die Schulter der anderen lehnt. Erst als Yorrike sie irritiert anstupst, bemerkt die Frau ihren Fehler und entfernt sich mit hochrotem Kopf ein Stück. Alon unterdrückt ein Kichern. Vielleicht ist Meenas Zuneigung wirklich nicht gut, aber dafür umso niedlicher. So viel zu dem Versprechen, das eigene Liebesleben in den Griff zu bekommen. Da leistet jemand aber vorzügliche Arbeit. Naja, zumindest das mit der Sexualität sollte sich bei ihr geklärt haben, also ist sie Alon schon einmal ein Stück voraus, aber die Abmachung gilt sowieso erst nach der Arena. Was für eine Streberin!
„Er…“ Die Karriera muss sich noch einmal räuspern, bevor sie weiterspricht. Auch ihr Kopf ist rot angelaufen, während ihr Blick an Meena haften bleibt, bevor sie sich wieder dem Menü zuwendet. Was für hoffnungslose Fälle hat Alon sich denn da bitte eingebrockt? „Er sagt, dass der Kampf in diesem Fall auf den Morgen des siebten Tages verschoben werden kann. Sein Vorschlag ist es, sich bei Sonnenaufgang vor dem Hotel zu treffen.“
„Ha, da kann er lange warten“, grinst Meena. Yorrike blickt die andere Frau mit ihrem üblichen irritierten Blick an.
„Wieso?“
„Wie, wieso?“
Mit einem Mal ist Meena von der Bank aufgesprungen. Alon beeilt sich, die Reste vom Mittagessen von seiner Verbündeten und in seine Richtung zu rücken. Gerade rechtzeitig, bevor sie beginnt, mit den Armen zu gestikulieren.
„Du hast doch nicht ernsthaft vor, zu dieser Schnapsidee ja zu sagen?“
„Natürlich habe ich das vor.“
„Das ist doch eindeutig eine Falle! Die wollen einfach nur ihre größte Konkurrenz ausschalten!“
„Na und? Ich kann das schaffen, genau dafür habe ich jahrelang geübt. Und außerdem-“
„Es ist lebensmüde zu gehen“, fährt die Neunerin unbeirrt fort. Alon versucht nach dem Ärmel ihres ledernen Oberteils zu greifen, wird aber sofort abgeschüttelt. „Warum solltest du das überhaupt tun? Es ist viel zu riskant.“
„Darauf kommt es doch gar nicht an.“
„Doch, darauf kommt es sehr wohl an. Es geht hier um dein Leben.“
„Es geht um mehr als das, aber das verstehst du nicht.“
Meena beginnt tief Luft zu holen. Alon greift sich ein paar von ihren Kartoffelecken.
„Ach, ich verstehe das nicht, ja? Du glaubst wirklich, dass ich das nicht verstehe? Nee, ich verstehe wirklich nicht, warum ihr Karrieros so scharf darauf seid, euch die Köpfe einzuschlagen. Warum ihr es für toll haltet andere zu verletzen, ohne dabei selbst verletzt zu werden, das verstehe ich tatsächlich überhaupt nicht. Und willst du wissen warum? Weil das Leben so nicht funktioniert. Das verstehen bei uns sogar die Kinder, aber bei euch ist da offensichtlich Hopfen und Malz verloren. Schon mal etwas von Aktion gleich Reaktion gehört? Das lernt man bei uns mit zwölf, da wo sich manche von euch das erste Mal für die Spiele melden. Wenn du gegen etwas schlägst, dann schlägt es automatisch zurück. Nenne es Physik. Karma. Ironie des Schicksals. Mir egal, aber es ist nie eine gute Idee, wild auf etwas einzudreschen, also nein, ich habe keine Ahnung, warum du es tun willst, bitte kläre mich auf, damit ich die Idee ein für alle Mal aus deinem offensichtlich sehr klein geratenen Schädel dreschen kann!“
Alon schiebt sich eine weitere Ecke in den Mund, während er auf die Erwiderung wartet. Erstaunlicherweise bleibt es eine Weile lang still in der Yorrike die Frau nur zwischen den beiden Verbündeten hin und her blickt und sichtbar nach Worten zu ringen scheint, dabei sogar mehrfach den Mund öffnet und wieder schließt.
„Wenn ich das hier absage“, beginnt sie schließlich betont langsam. „Dann werden die Karrieros kommen, um uns zu suchen. Sie werden sich das nicht gefallen lassen.“
„Na und? Dann haben wir zumindest versucht, ihnen aus dem Weg zu gehen.“
„Ich. Ich habe das dann versucht. Und dich in die gesamte Sache mit hineingezerrt. Willst du dir unbedingt den Kopf einschlagen?“
Jetzt ist es die Neunerin die keine Worte findet. Das nennt man dann wohl einen Gleichstand.
„Wir können uns gemeinsam besser verteidigen“, kommt es schließlich als Antwort.
„Nein, können wir eben nicht.“
„Wir können-“
„Ich will nicht, dass sie uns alle angreifen. Ich kann das alleine schaffen, ich muss das nicht zulassen.“
„Und ich werde dich nicht alleine in die Gefahr rennen lassen.“
„Ich werde da hingehen.“
„Dann komme ich mit.“
„Das ist die schlechteste Idee, von der ich je gehört habe.“
„Das ist mir so was von egal.“
„Du bist so ein Idiot!“
„Du bist so ein Sturkopf“
„Okay, das reicht! Könnt ihr euch jetzt bitte eure Liebe gestehen, übereinander herfallen, euch einen Heiratsantrag machen und kleine kitschige Kinder adoptieren? Die Reinfolge ist mir sogar egal, aber wenn ich eure sexuelle Frustration noch eine Sekunde länger ertragen muss, dann bin ich es, der auf die Karrieros zurennt! Habt ihr verstanden?“
Grimmig starrt Alon zwischen den zwei Frauen hin und her, die inzwischen beide einer Tomate Konkurrenz machen. Das nennt man dann wohl Sieg durch technisches K.O.
„Halt… halt die Klappe Alon!“
„Du machst es gerade nicht besser.“
„Du bist so ein Arschloch! Und außerdem geht es mir nur um das Prinzip.“
„Ja, ist klar.“
„Ich meine das Ernst.“
„Ja ja. Ich verstehe das total. Das Prinzip. Ist mir auch immer total wichtig, wenn ich-“
„Ich habe keine Ahnung, was du sagen möchtest Alon, aber ich werde dich davor unterbrechen.“
„Aber ich wollte dich doch nur darauf hinweisen-“
„Oh, sieh mal, da sind ja noch Kartoffelecken, möchtest du nicht noch ein paar haben, wenn du schon so versessen darauf bist, mir in regelmäßigen Abständen mein Essen zu-“
„Ich habe Kallix jetzt zugesagt.“
„Du hast was?“
Sofort hat Meena sich wieder ihrer neuen Freundin zugewendet, die demonstrativ mit den Schultern zuckt und die Arme vor der Brust verschränkt hat. Ein paar Mal atmet die Neunerin betont ruhig ein und wieder aus.
„Schön. Das heißt aber noch lange nicht, dass du gehen wirst.“
„Das werden wir ja dann sehen.“
„Ja, das werden wir.“
Und schon ist es an Alon zu seufzen. Es wäre zu schön, wenn die neue Aufgabe niemals kommen könnte.
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