Helden, Freaks und Nerds

von Meyi-chan
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
Genos OC (Own Character) Saitama Sonic
03.06.2016
11.04.2019
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Schwer. SCHWER! Wieso konnte eine scheiß Entscheidung nur so schwer sein?! Eigentlich sollte man es doch wissen, oder? Aber es war so zum heulen schwer! Pikard oder Janeway, Enterprise oder Voyager, STAR TREK oder STAR TREEEEK?! Oder doch Star Trek? Nein, Kirk war nicht so mein Fall... aber eins DAVON MUSS ich einfach NEHMEN! Auf dem einen T-Shirt Earl Grey Tee mit nem´ flotten Spruch drunter auf dem anderen die gesamte Crew der Voyager... Nein, ich kann mich nicht entscheiden, nein nein NEIN! JESUS, ERLÖSE Mi-HIIICH!!!

Mit einem kurzen Ruck kehrte ich in die Realität zurück. Ich stand immernoch vor dem Schaufenster des Nerdladens, wie ich ihn getauft hatte. Mein Atem ging panisch und erst nachdem ich mich überwand die Hände von meinen Wangen gleiten zu lassen und auch die Welt wieder weitwinkelig wahrzunehmen, erkannte ich, dass einige Passanten in sicherer Entfernung stehengeblieben waren, um mich verwirrt anzustarren. Ups, ich muss wohl meinen Gedanken wieder freien Lauf gelassen haben und hatte die gesamte Umwelt von meiner misslichen Lage in Kenntnis gesetzt. Eine Frau nahm ihr Kind hastig bei der Hand und flüsterte ihm mit verächtlichem Unterton irgendetwas zu, bevor sie energisch ihren Weg fortsetzte.

„ S-Sorry..!“

War so ziemlich das einzige, was ich herausquetschen konnte, bevor sich auch die restlichen Fußgänger wieder umdrehten und ihren Geschäften nachgingen. Ich konnte die Schamesröte quasi meine Wangen hochfließen hören. Verdammt, ich sollte sowas wirklich versuchen in Zukunft zu unterdrücken, wenn ich nicht die Absicht hatte, dass mich alle für noch freakiger hielten, als ich eh schon war.

Ein letzter Seuftzer in Richtung des Schaufenstermerchs und ich wandte mich wieder dem Rest der Welt zu. Naja, jedenfalls mein Körper. Ich selber bevorzugte ´ne tiefsitzende Kaputze und meine Hände in Hosentaschen vergraben zu halten. So konnte mich keiner unnötig nerven und ich ihn nicht. Also um es zusammenzufassen: Überflüssige soziale Kotakte waren einfach nicht so mein Ding. Und um es komplett zusammenzufassen: Ja, ich war ein abgeschiedener, freakiger Nerd.

Eine ganze Weile schlenderte ich durch die Innenstadt. Schaute mal hier und mal da, aber entdeckte nichts großartiges. Kaum wollte ich den Rückweg nach Hause antreten, wurde mein Blick auf ein Schaufenster direkt neben mir gelenkt. Ich konnte es nicht fassen. Ich war im Kreis gelaufen und stand vor genau dem selben Nerdshop, vor welchem ich mir zu Beginn schon den Kopf zerbrochen hatte. Ich könnte auch einfach beide T-Shirts nehmen... nein, ich kann doch nicht mein ganzes verdammtes Geld immer nur für Merch ausgeben! Oder doch? War schließlich Schicksal, dass ich letztendlich wieder vor diesem Laden gelandet bin.

Wie automatisch bewegten sich meine Beine auf die Eingangstür zu. Nein. Ich wollte mein Geld nicht wieder rauswerfen. Nein! Doch es half nichts. So sehr ich auch versuchte mich selber aufzuhalten, mein Körper steuerte wie hypnotisiert auf die Tür zu. Immer weiter. Meine Hand glitt aus meiner Hosentasche und kämpfte sich ihren Weg zu der Klinke.

„...nein...“, quetschte ich zwischen den Zähnen heraus.

Ich wusste, dass wenn ich einmal im Laden war mich nichts mehr aufhalten konnte. Doch irgendetwas oder irgendjemand musste es tun! JETZT! Ich kniff die Augen zusammen und versuchte meinen letzten Willen zum letzten finalen Schlag zusammenzusammeln. Mein gesamter Körper stand unter Strom.

„Kkrrrrkkk -“

Was war das?

Mit einem ohrenbetäubenden Schäppern barst die gesamte Scheibe. Scherben flogen umher. Ich duckte mich und blickte erschrocken mit vorgehaltenen Armen umher, um zu sehen, was passiert war. Alle Scheiben und Fenster in der Stadt schienen zersplittert zu sein. Die Scherben flogen überall. Eine gewaltige Windfront riss mich aus meiner schützenden Position, ich legte eine Pirouette hin und landete hart auf meinem Hinterteil.  Was zur...?! Der Himmel ist blau, also woher kam aufeinmal der Wind? Soll ich das etwa gewesen sein?! Ich konnte meine Gedanken kaum zu Ende denken, da war der Sturm wieder vorbei. Passanten blickten verwirrt umher, Kinderschreie, entsetzte Ausrufe von Ladenbesitzern. Da sah ich ihn. Ein Typ stand mitten auf dem Marktplatz auf dem kleinen Springbrunnen. Er hielt sich die Hand vor die Augen und spähte angestrengt in der Menschenmenge umher, die sich um ihn gebildet hatte. Kein Wunder so wie er aussah. Hautenger, schwarzer Anzug, Stahlriehmen um die straffen Gliedmaßen gespannt und eine Art Kriegsbemalung im Gesicht. Und, oh, netter Arsch!

„Saitama!“ Hä?

„Saitama, du Held!“ Ok, das klang mehr als herablassend. „Komm schon, ich bin extra für dich dabei die Stadt zu verwüsten! Als Berufsheld, oder wie auch immer, ist es doch also deine Pflicht gegen mich anzutreten. Auge um Auge, KATANA UM KATANA!“ Blitzschnell griff er sich an die Hüfte und zog ein frisch poliertes Ninjaschwert aus einer Scheide. Wtf ich wusste gar nicht, dass die Dinger überhaupt noch produziert werden. Was für ein Freak...

„Ich hab ja nicht mal n´ Katana.“, klang eine Stimme aus der Menge.

„Ich hab dir extra eins mitgebracht!“  Ein Schwer flog durch die Menge und wurde von irgendjemandem aufgefangen.

„ Mal sehen, ob du dich gegen den Meister des  Ninjaschwerts genau so gut behaupten kannst, wie mit Fäusten. Sicher nicht! Niemand ist so gut wie ich! Seit ich in einem Ninjadorf aufgewachsen bin, hab ich trainiert. Jeden Tag bis zum bitteren Ende! Mit meinen einzigartigen Skills, kann ich dich nun endgültig besiegen, Saitama! Stell dich mir, oder ergib dich sofort! Du hast du Wahl!“

Kurze Zeit war alles still. Dann begann sich die Menschenmenge zu regen und ein kleiner, glatzköpfiger Mann schritt hervor. Kurz hinter ihm betrat noch eine Gestalt die freie Fläche um den Brunnen. Beide voll bepackt mit Einkaufstüten. Sie hatte auch das Katana in der Hand. Mehr konnte ich aus so weiter Entfernung auch nicht erkennen. Stolz verschränkte der Mann auf dem Brunnen seine Arme und blickte auf die Personen herunter. Ich glaubte ein Grinsen in seinem Gesicht ausmachen zu können. War das dieser Saitama oder was?

Wer auch immer er war, er schien nicht besonders interessiert an dem Freak auf dem Brunnen zu sein, denn er schlenderte geradewegs an ihm vorbei.

„Danke, dass ihr uns ein bisschen Platz gemacht habt. Ihr wisst ja wie sperrig diese Einkaufstüten sein können.“, sagte der Glatzenmann freundlich zu der Menschenmenge. Der  Brunnenmann fand das aber anscheinend gar nicht so witzig.

„Saitama! Du kannst nicht ewig vor mir fliehen! Stell dich mir im Duell, oder... ODER DIESE STADT WIRD BIS AUF DIE GRUNDMAUERN  ZERSTÖRT!“

Das schien selbst den Glatzkopf zum Stehenbleiben bewegt zu haben.

„Oi Genos.“, wadte sich Saitama zu dem anderen, der ihm schon die ganze Zeit gefolgt war. Moment mal... doch nicht DER Genos?

„Sensei?“ Og, jetzt konnte ich ihn erkennen. Es war wirklich DER Genos! Woher ich ihn kannte? Naja, als jemand, der sein Leben Science Fiction gewidmet hatte, war es unausweichlich, dass ich den einzigen lebenden Cyborg der Welt wohl oder übel vergötterte.

„Bock auf n´ Wettrennen? Ich nehm alle Einkaufstüten und du musst dich dafür um... eh... Creed of-, nein, Panic...“

„Ich glaube sein Name war -„

„SPEED OF SOUND SONIC!“, quiekte der Ninjatyp gereizt.

“Wie auch immer… Wer zuerst zu Hause ist!” Und damit schnappte Saitama sich Genos´ Tüten, rannte los und ließ Genos und Sonic verblüfft in einer Staubwolke zurück.

„Sensei!“ Genos blickte kurz in Richtung Sonic, dann in Richtung Saitama und wieder Sonic.

„Ich weiß nicht, was du von meinem Meister willst, aber entweder lässt du ihn jetzt in Ruhe oder du wirst mit mir kämpfen müssen. Mein Meister ist ein vielbeschäftigter Mann!“

„Gegen Langweiler wie dich trete ich nicht an. Saitama ist mir als Einziger ebenbürtig!“ , entgegnete Sonic hochmütig und verschränkte die Arme vor der Brust wie ein stures Kind. Damit schien das Gespräch für ihn beendet und er sah sich prüfend in der Gegend um, bis sein Blick auf ein kleines, dunkeles Bündel am anderen Ende des Platzes fiel.

Dann ging alles ganz schnell. Sein Körper verschwand auf der Stelle. Mit einer eben so heftigen Böe wie vorhin tauchte etwas aus dem Schatten hinter mir auf, ergriff mich und ich wurde in die Höhe gerissen. Wind peitschte mir ins Gesicht. Etwas drückte mir die Luft aus den Lungen. Was...?! Aber kaum, dass ich über meine Situation nachdenken konnte, landete ich unsanft auf hartem Untergrund. Ich war auf einem Dach. Neben mir der Ninjafutzi. Er griff mir in die Haare und riss meinen Kopf in die Höhe, dass mein Blick an den sehr weit unten liegenden Marktplatz gefesselt war.

„Du kannst deinem vielbeschäftigten Meister ausrichten, dass wenn er nicht gegen mich kämpft, dieses Menschenleben hier“, er riss mich noch ein wenig höher „ auf SEINE Kosten zu Grunde gegangen ist!“

Schön, dass du das alleine entscheidest, Freak!  „HE! Ich hab da ja wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden!“

Eiskalte Augen fixierten mich. War vielleicht doch keine so gute Idee... Doch ruckartig blickten sie wieder Richtung Marktplatz und weiteten sich. Genos ließ das Schwert, dass er schon die ganze Zeit gehalten hatte, fallen, begann auf einmal zu glühen, ging ein wenig zu Boden und schoss plötzlich mit einem Knall, der den gesamten Platz erschütterte, los. Panisch begann die Menschenmenge sich aufzulösen und verstreute sich in alle Himmelsrichtungen. Wow, warte, heißt das Genos wollte mich retten, mich?!

Die Augen fixierten den unglaublich schnell näher kommenden Cyborg und plötzlich verzog sich sein Gesicht zu einem Grinsen, wie ich es noch nie gesehen hatte. Es war so unglaublich psychomäßig... mit dem stimmte eindeutig etwas nicht. Er riss mich an den immernoch gegriffenen Haaren komplett zu sich hoch. Wow, ok, das war eindeutig zu nah an dem Grinsen. Ich spürte nur kurz Hände an meiner Hüfte, dann wurde ich mit einem Ruck hochgehoben und fand mich über die Schulter gelegt wie ein nasser Sack wieder.

„Hast du vergessen Blechbüchse? Ich bin SPEED OF SOUND Sonic!“, schrie der Typ an meinem Bauch. Die Schockwelle, die dann folgte raubte mir den Atem und auch fast alle Sinne. Ich sah nurnoch, wie alles an mir vorbeirauschte. Genos schien noch kurze Zeit mithalten zu können, doch auch er fiel bald hinter einem Hochhaus zurück. Genos... hilfe...