Bleib bei mir, Mommy!

von AmyValens
SongficDrama, Angst / P12
Lilly Rush OC (Own Character) Scotty Valens
02.06.2016
02.06.2016
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Song: Dashboard Confessional - Stolen

We watch the season pull up its own stakes
And catch the last weekend of the last week
Before the gold and the glimmer have been replaced
Another sun soaked season fades away


Sie wälzte sich im Schlaf von einer Seite ihres Bettes zur anderen, während ein Albtraum den nächsten jagte. Ihr blondes Haar klebte vor Schweiß an ihrer Stirn und ließ ihre Haut fiebrig glänzen. Wäre sie wache, hätte sie ihre schmerzenden Muskeln gespürt, die sich vor Angst immer wieder verkrampften. Die Schatten, welche sie in ihre Träume verfolgten, hatten sich schon bei Tag in Form eines unguten Gefühls in ihr breit gemacht.
Stöhnend vergrub sie ihr Gesicht in einem der unzähligen Kissen in ihrem Bett. Ihre Mutter zog sie immer wieder wegen der Menge der Kissen auf und meinte irgendwann würde sie mit einem steifen Genick aufwachen. Ihr Vater drehte sich dann immer lächelnd ab, um nicht Partei ergreifen zu müssen.
Sanft wurde an ihrer Schulter gerüttelt und eine vertraute Stimme rief immer wieder ihren Namen. Die Schatten zogen sich nur sehr widerwillig zurück und mit ihnen auch der Schlaf. „Amy Schatz, Du musst aufwachen.“ Nur langsam drang die Stimme in ihr Bewusstsein vor und ließ sie endgültig wach werden.
Verschlafen drehte sich der Teenager auf den Rücken und sah den besorgten Blick ihrer Großmutter. Müde rieb sie sich den Schlaf aus den Augen und setzte sich auf. „Yaya, was tust Du denn hier?“ Sanft strich Rosa Valens ihrer Enkeltochter über das verschwitze Haar. „Du musst aufstehen! Deine Mutter liegt im Krankenhaus.“ Mit einmal war Amy vollkommen wach und sprang aus dem Bett. „Was ist denn passiert?“  Panisch suchte das Mädchen nach seinem Bademantel, während sie nebenbei in ihre Hausschuhe schlüpfte. „Sie wurde angeschossen, mehr weiß ich auch nicht. Ich bring Dich jetzt zu ihr ins Krankenhaus.“ Zu mehr als einem Nicken war Amy nicht mehr fähig und folgte ihrer Großmutter die Treppe herunter.

You have stolen my heart
You have stolen my heart


An die Fahrt konnte sie sich im Nachhinein nur wie an einen Traum erinnern und an die schreckliche Kälte, die von ihr Besitz ergriffen hatte. Amy musste zu zittern begonnen haben, denn Rosa hatte die Heizung voll aufgedreht und ihre Hände zur Lüftung geführt. Aber nichts konnte sie im Moment wirklich wärmen und in ihren Gedanken betete sie inständig, dass ihre Mutter wieder gesund werden würde.
Warum musste sie heute auch so zickig zu ihr gewesen sein, dämliche Pubertät. Wegen einer Lappalie hatten sich gestritten und waren ohne ihren üblichen Abschiedskuss auseinandergegangen. Wenn ihre Mutter das hier überlebte, würde sie eine bessere Tochter werden das schwor sie sich.
Als sie endlich das Krankenhaus erreichten sprang Amy schon aus dem Wagen, bevor Rosa überhaupt gehalten hatte.

Invitation only grand farewells
Crash the best one of the best ones
Clear liquor and cloudy eyed, too early to say goodnight


Als Amy den Eingang der Ambulanz betrat, sah sie sofort die Kollegen ihrer Mutter und sah jedem von ihnen die Unsicherheit und Verzweiflung an. John Stillman, der Boss ihrer Eltern, saß der Eingangstür an nächsten und sah nachdenklich auf den Boden vor sich. Ein kleiner roter Fleck war auf seiner rechten Schulter zu sehen, was Amy vermuten ließ, das er selbst angeschossen wurde und trotzdem saß er hier. Sie empfand tiefe Bewunderung für diesen Mann und seiner Loyalität seinem Team gegenüber. Neben im saß Kat Miller, welche gedankenverloren mit ihrer Kette spielte und auf keinen genauen Ort zu schauen schien. Nick Vera, welcher neben ihr saß, starrte nur ernst, ja fast wütend an die gegenüberliegende Wand. Als könnte sie etwas dafür, was Lilly Rush zu gestoßen war. Seine Arme waren vor der Brust verschränkt und ließen ihn distanziert wirken. Will Jeffries saß als letzter Letzter vom Team in der Stuhlreihe und ließ unruhig seinen Blick durch den Raum gleiten. Er war auch der Erste, der sie erblickte, noch bevor ihre Großmutter eintrat. Sofort stand er auf und kam auf sie zu, nur um dann stumme ihre zitternde Hand zu nehmen.
Als die anderen vom Team sie entdeckten, taten sie es seinem Beispiel gleich.
„Wo ist meine Mom?“ Verlegen richten sie die Augen zu Boden, nur John Stillman sah sie fest an und gab ihr die gewünschte Antwort. „Sie ist im Untersuchungsraum 6 und wird noch behandelt.“ Ohne weiter auf irgendjemanden zu achten, rannte Amy den Flur hinunter. Sie hörte nur noch, wie ihre Großmutter ihr folgen wollte aber von Nick Vera zurückgehalten wurde.

You have stolen my heart
You have stolen my heart


Als sie um die nächste Ecke bog, sah sie ihren Vater im Flur unruhig auf und ab gehen. Sein Blick war gesenkt und mit der Hand fuhr er sich mehrfach über den Nacken und dann durch sein dickes schwarzes Haar. Seine Hemdärmel waren offen und nur leicht hochgeschoben. Am linken Ärmel hatte er etwas Blut und auch seine blau gestreifte Krawatte war mit einem Blutfleck versehen. Sein gequälter Gesichtsausdruck ließ Amys Herz sich schmerzhaft zusammenziehen. Sie hatte ihn noch nie so verzweifelt gesehen.
Scotty bemerkte seine Tochter gar nicht aber als er ihre brüchige Stimme hörte, fuhr sein Kopf sofort in ihre Richtung.
„Wo ist Mommy?“ Sie wusste nicht mehr, wann die Tränen gekommen waren aber sie liefen wie kleine Bäche aus ihren Augen. Sofort war er bei ihr und nahm seine Tochter fest in die Arme. Hoffentlich würde sie nicht das Letzte sein, was er von Lilly hatte. Immer wieder strich er ihr beruhigend über den Kopf und flüsterte ihr liebevolle spanische Worte ins Ohr.
Doch Amy hörte ihm gar nicht zu, denn über seine Schulter konnte sie durch das Beobachtungsfenster ihre Mutter sehen und was sie sah, brachte sie einem Nervenzusammenbruch näher.

And from the ballroom floor we are in celebration
One good stretch before our hibernation
Our dreams assured and we all will sleep well, sleep well
Sleep well
Sleep well
Sleep well
You have stolen (my)


Zwei Ärzte waren über ihre Mutter gebeugt, versorgten ihre Wunde, während eine Krankenschwester immer wieder frische sterile Tupfer brachte. Der Haufen von blutverschmierten Tupfern stapelte sich auf einem kleinen Tablett. Unterdessen lief eine Bluttransfusion in ihren Arm, zusammen mit noch ein paar anderen Flüssigkeiten. Amy hoffte inständig das es, Schmerzmittel waren, sie könnte nicht ertragen, wenn ihre Mutter Schmerzen hätte.
Aber was das Schlimmste für das junge Mädchen war der Anblick, den ihre Mutter bot.
Die sonst so starke Lilly Rush lag kraftlos auf dem Rücken. Die Hände neben ihrem zierlichen Körper, während ihre blasse Gestalt unter dem grauen Bettzeug geradezu, zu leuchten schien. Klar, war ihre Mutter immer blass gewesen aber jetzt war sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Lillys Blick war starr auf die Zimmerdecke gerichtet und ihre Augen wirkten vollkommen leer.
Amy konnte den Anblick kaum ertragen, hatte aber auch nicht die Kraft sich abzuwenden und dann nahmen die Augen ihrer Mutter plötzlich einen ängstlichen Ausdruck an. Panik stieg in den Teenager auf und sie riss sich von ihrem Vater los, rannte direkt in das Behandlungszimmer. „Mom! Mommy!“
Als sie das Bett ihrer Mutter erreicht hatte, berührte sie sanft ihren linken Fuß. „Mommy, Du musst bei mir bleiben! Mommy bitte!“ Für einen kurzen Augenblick flog Lillys verschleierter Blick zu ihrer Tochter und ein schwaches Lächeln trat auf ihre Lippen, bevor sie das Bewusstsein verlor. Ängstlich griff Amy nach den Füßen ihrer Mutter und begann sie sanft zu schüttelt, nur um immer wieder Mommy zu rufen.
Zwei starke Arme legten sich um sie und zogen sie vom Bett fort, worauf Amy anfing, um sich zu schlagen und zu schreien. Als wäre es demjenigen über sich mit einem hysterischen Teenager auseinanderzusetzen, wurde sie unsanft hochgehoben und aus dem Raum getragen.
Im Flur wurde sie auf ihre Füße gestellt, hart an den Oberarmen gepackt und leicht geschüttelt.
Diese Prozedur zeigte Wirkung, denn augenblicklich verstummte ihr Geschrei und sie sah in die ernsten Augen ihres Vaters. Vom Tumult schienen auch die Anderen angelockt worden zu sein, denn sie standen auf einmal neben ihnen im Flur. Die Tränen nahmen Amy die Sicht und sie warf sich schluchzend in die Arme ihres Vaters. „Daddy, bitte mach, dass Mommy wieder gesund wird.“ Scotty Valens wusste nicht, was er seiner Tochter darauf antworten sollte, daher festigte er seine Umarmung.
Es musste einfach alles wieder gut werden, sonst wüsste Scotty selbst nicht, wie weitergehen sollte für seine Tochter und sich selbst!

You have stolen (my)
You have stolen my heart
I watch you spin around in your highest heels
You are the best one of the best ones
We all look like we feel
You have stolen my
You have stolen my
You have stolen my heart