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Dracula die wahre Geschichte

GeschichteAllgemein / P16
Graf Dracula Mina Murray / Harker R. M. Renfield
02.06.2016
03.11.2017
42
33.221
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02.06.2016 1.184
 
"Sag mir das, das nicht wahr ist Jonathan!", rief Mina mit tränenerstickter Stimme.
Jonathan sah sie schuldbewusst an und griff nach seinem Morgenmantel und Lucy, ihre beste Freundin zog sich erschrocken die Bettdecke über ihre nackte Haut.          
"Sag mir, das du nicht mit Lucy geschlafen hast, Jonathan!", krächzte Mina nochmals.                                                                      
"Mina", begann Jonathan doch ihm viel nichts ein.                                                
Tränen liefen über Mina's Wangen und sie zog sich den Verlobungsring vom Finger und warf ihn auf den Boden.                                                                                  
 "Mina!", rief Jonathan entsetzt.                                                                                
"Komm mir nicht zu nahe, nein, noch besser, komm mir nie wieder vor die Augen!", schrie Mina ihn an und rannte aus dem Zimmer.
"Mina!", rief Jonathan ihr hinterher, doch Mina hörte ihm nicht zu.
Sie gab James bescheid, er solle ihre Kutsche einspannen lassen und packte schnell ein paar Sachen in ihren Koffer. Dann nahm sie sich ihren Mantel und ihren Hut.
Jonathan kam in ihr Zimmer und flehte sie an: "Mina, bitte, ich kann das erklären.". "Erklären? Du musst mir gar nichts erklären, allein der Anblick hat mir alles erklärt. Geh mir aus dem Weg und komm mir nie wieder zu nahe!".
Jonathan wollte sie festhalten doch Mina riss sich los und rannte aus dem Haus.
Die Kutsche stand bereit und Mina sagte zum Kutscher: "Zu meinen Eltern, ans andere Ende von London.".
Mina stieg ein und die Kutsche fuhr los. Wieder begann Mina zu weinen.
Ihr Verlobter hatte sie betrogen, mit ihrer besten Freundin seit Kindheitstagen!
Nein, nun war er nicht mehr ihr Verlobter. Nie wieder.
Sie wischte sich die Tränen ab und sah aus dem Fenster, das lenkte sie ab. Sie musste aus dieser Stadt raus, am besten sogar aus England. Doch zuerst sollte sie sich rat holen bei ihren Eltern. Sie wussten immer was zu tun war.

Die Kutsche hielt vor Mina's Elternhaus. Es lag in einer ruhigen und ländlichen Gegend.
Mina bezahlte den Kutscher und klopfte an die Tür.
Ihre Mutter öffnete die Tür und schlug die Hände vor dem Mund zusammen: "Mina! Mein kleiner Engel was ist denn passiert?".
Die Bilder stiegen wieder in Mina hoch und sie begann zu schluchzen.
Ihre Mutter zog sie ins Haus und brachte sie in den Salon wo ihr Vater saß und genüsslich seine Pfeife rauchte, doch als er Mina weinen sah sprang er auf und rief: "Mein Mädchen, was ist denn passiert? Komm, komm setzt dich.".
Unter Tränen erzählte Mina was an diesem Morgen vorgefallen war. Als sie endete herrschte Stille. Ihrem Vater stieg die Zornesröte ins Gesicht und ihre Mutter war bleich geworden.
"Du fährst nicht mehr zurück.", stellte ihr Vater mit vor Wut bebender Stimme klar.
Mina schüttelte den Kopf: "Nein, ich will einfach nur weg.".
"Richard, wollte nicht einer deiner Patienten nach Rumänien um dort sein Erlebnis zu verarbeiten? Wie hieß er noch gleich?".
"Rennfield. Ein begnadeter Anwalt, der dort ein Unfall hatte. Rumänien... ja das wäre doch mal eine Willkommene Abwechslung. Die Natur soll dort sehr schön sein und du könntest auf andere Gedanken kommen. Rennfield kommt gleich nochmal vorbei ich könnte ihn ja fragen, ob es in Ordnung wäre, wenn du Mitreißen würdest, wie wäre das Mina?".
"Das klingt sehr gut.", stimmte Mina zuversichtlich zu.

Rennfield war ein Mann Mitte 30.
Er trug einen braunen Anzug und seine Haare, waren zu  Mina's Überraschung schon leicht ergraut. Doch er hatte ein freundliches Lächeln. Was nicht verbarg das seine Hände zitterten. Minas Vater legte ihm sein Anliegen vor und Rennfield hörte zu.
Als ihr Vater geendet hatte überlegte Rennfield eine Weile, dann antwortete: "Ich würde mich um etwas Gesellschaft sehr freuen und ich glaube Fräulein Mina wird es in Rumänien sehr schön finden. Die Natur ist unglaublich und die ganzen alten Schlösser die dort stehen, fantastisch.".
Mina lächelte, auch wenn in ihrem Herzen der Schmerz noch unglaublich stark war.
"Wann geht die Reise denn los?", fragte Mina neugierig.
"Morgen früh. Zuerst mit dem Zug zum Hafen, dann mit dem Schiff hinüber nach Belgien und von Belgien aus mit dem Zug weiter nach Rumänien.", erläuterte Rennfield. Mina nickte. Dann musste sie ja noch einiges Packen.
"Keine Sorge, mein Kind.", flüsterte ihre Mutter ihr zu, "Wir haben für einen überraschenden Besuch von dir, immer einige Kleider von dir im Schrank.".
Mina musste lachen. "Dann verabschiede ich mich", sagte Rennfield als er sich erhob, "ich werde sie morgen früh mit der Kutsche abholen, Fräulein Mina. Bis dahin werde ich alle anderen Formalitäten, bezüglich ihrer Mitreise erledigen.".
Er lächelte uns noch einmal zu und verließ dann das Haus.
"Was ist ihm denn in Rumänien zugestoßen?", fragte Mina ihren Vater.
"Ich weiß es auch nicht so genau. Er war dorthin gereist, weil ein hoher Rumänischer Adeliger gerne ein Haus hier in England kaufen wollte, um etwas Abwechslung in seine Umgebung zu bringen. Alles war wunderbar, soweit mir Rennfield es versicherte. Auf dem Rückweg muss es wohl geschehen sein. Irgendein schrecklicher Unfall mit Wölfen oder Räubern. Der arme Mann. Sein ganzer Rücken und Nacken, furchtbar einfach furchtbar. Was auch immer ihm das Angetan hat, muss ein kaltblütiges Monster gewesen sein.".
Mina musste schlucken, na hoffentlich würden sie keinen Wölfen begegnen.
Wie Rennfield es angekündigt hatte, holte er Mina am frühen Morgen mit seiner Kutsche ab. Sie wurde von wir kräftigen Braunen gezogen.
Mina übergab ihr Gepäck dem Kutscher und dieser Verlud es. Mina hingegen stieg zu Rennfield in die  Kutsche.
"Wo werden wir eigentlich übernachten?", fragte Mina, nachdem sie losgefahren waren.
"Bei meinem Auftraggeber. Ihr Vater hat ihnen sicherlich den Grund für meine Reise nach Rumänien erklärt, Fräulein Mina. Deshalb fahre ich jetzt auch wieder hin, damit ich ihn abschließen kann. Ich habe ihn schon in Kenntnis gesetzt, das ich in Begleitung erscheinen werde.".
Mina nickte und sah hinaus aus der Kutsche. Dann schloss sie die Augen.
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