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Hinter der Mauer

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Gaby Teller
01.06.2016
01.06.2016
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01.06.2016 200
 
Während Gaby aus dem Küchenfenster ihrer kleinen Wohnung mitten in Berlin direkt auf einen dunklen, grauen Hinterhof, leer stehende Häuser, Trümmerhaufen und die mit Stacheldraht gesicherte Mauer schaute, träumte sie davon endlich hier heraus zu kommen, die Welt zu bereisen, und auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs zu sein.

Als sie die dritte Tasse dünnen, bitteren mit Zichorie gestreckten Ersatzkaffee in der Autowerkstatt trank, konnte sie nicht umhin, an richtigen Kaffee, frisch gepressten Orangensaft, Champagner und vollmundigem Rotwein zu denken und ergänzte ihre mentale Liste gleich noch um all die Dinge, die sie gern einmal – wieder - essen wollte, die mit dem Krieg aber hier verschwunden waren.

Und in dem Moment, als der gut aussehende, perfekt in einen teuren, grauen Anzug mit Weste und passender Krawatte gekleidete Amerikaner die Autowerkstat betrat, wusste sie, dass er Ärger bedeutete. Gleichzeitig aber hoffte sie, dass er Ärger von der guten Sorte war. Der Sorte, die sie endlich hier hinaus in die weite, bunte Welt bringen würde, von der sie an grauen Tagen träumte.

„Ich kann Sie über die Mauer bringen, Fräulein Schmidt“, sagte Mister Anzug denn auch gleich zum Einstand.

Na bitte, das klang doch wie der Beginn einer sehr wünschenswerten Beziehung…
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