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Sirenen

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Dr. Helen Magnus Dr. Will Zimmerman Henry Foss Kate Freelander Nikola Tesla OC (Own Character)
30.05.2016
22.06.2016
4
9.858
 
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Sirenen

Eine Sirene ist in der griechischen Mythologie ein weibliches Fabelwesen (Mischwesen aus Frau und Fisch), das durch seinen betörenden Gesang die vorbeifahrenden Schiffer anlockt, um sie zu töten.
(Quelle: Wikipedia)

Eigentlich wollte ich nie wieder singen...

Ich stand am Rand des Daches meines Schulgebäudes. Ich sah hinunter. Ich wäre sicherlich auch gesprungen, wenn ich nicht im letzten Moment zu mir gekommen wäre. Naja und wenn Joel mich nicht festgehalten hätte. Ich wusste nicht, wie ich hier hochgekommen war oder was vor 5 Minuten gewesen war. Ich sah auf die Uhr. Gleich begann die letzte Stunde für heute. Musik. Mein absolutes Hassfach. Joel zog mich ohne ein Wort zum Raum und platzierte mich auf meinen Stuhl. Unsere Aushilfslehrerin Miss Freelander betrat den Raum. Ich kritzelte in meinem Block herum, aber sie starrte mich förmlich an. Ich spürte ihren Blick auf mir. Dann begann sie den Unterrocht mit einem Song. Ich sang nicht mit, ich kann einfach nicht singen. Sie sah zu mir. Als die stunde fast vorbei war, stand sie vor mir.
„Lesley, komm bitte nach der Stunde zu mir. Ich würde gern noch mit dir sprechen.“
Ich nickte nur. Nach der Stunde ging ich nach vorn zum Lehrertisch. Miss Freelander sah mich an.
„Warum singst du nicht mit Lesley?“
„Weil ich nicht singen kann. Meine Stimme hört sich einfach komisch an.“
„Wir können doch zusammen trainieren.“
„Nein, ich will ihnen nicht zur Last fallen.“ Ich sah aus dem Fenster.
„Weißt du was? Ich lad dich ein. Hier ist die Adresse und wir sehen uns um 16 Uhr dort.“
Ich sah meine Musiklehrerin entgeistert an. Doch bevor ich etwas erwidern konnte, war sie weg. Verdutzt hielt ich den Zettel in der Hand.  Ich kannte die Adresse. Jeder kannte sie. Das große Gebäude am Fluss.

Eine Stunde später war ich da. Wie besprochen. Ich klingelte und wartete, als das Tor sich vor mir öffnete. Ich nahm meine Tasche und betrat den riesigen Innenhof. Meine Lehrerin kam auf mich zu. Sie führte mich in das Gebäude und bot mir etwas zu trinken an.
„Einen Sencha“, sagte ich leise.
Das Haus konnte doch unmöglich ihr allein gehören. Ich sah mich um. Tatsächlich gab es genug, dass für mindestens 6 oder 7 Personen sprach. Schuhe, Jacke, Schirme. Meine Lehrerin kam mit dem Tee auf mich zu. Ich nahm einen Schluck, als ich Schritte auf der Treppe hörte. Meine Lehrerin sah in die Richtung.
„Hallo, Helen, ich habe jemanden mitgebracht.“ Sie zeigte auf mich. Die Frau, die sich zu uns gesetzt hatte, hatte lange dunkelbraune Haare und smaragdgrüne Augen. Ihre Haut war nur leicht gebräunt, die schwarzen Sachen ließen sie trotzdem ein bisschen blass wirken, zumindest meiner Meinung nach.
„Lesley, das ist Helen Magnus, Helen, das ist Lesley Stirling. Ich habe dir von ihr bereits berichtet.“
„Hallo.“ Die Frau – Helen – sah mich freundlich an. Ihrem Akzent nach zu urteilen, war sie Britin. Sie sah mich an und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Ich hörte jemanden niesen und gleich darauf leise fluchen. Ich sah mich um und wünschte einem weiteren Gast auf Serbisch ‚Gute Besserung‘. Er starrte mich an. Genau wie Helen und Miss Freelander. Ich schlug mir die Hände vor den Mund.
„Sind sie aus Serbien?“, fragte er. Ich verneinte. Genauso die Frage, ob ich schon mal da gewesen wäre. Was war bloß los mit mir? Dass ich in andere Sprachen redete, war ich ja langsam gewöhnt. Aber dass ich meine Sprachen meinem Gesprächspartner anpasste? Shit, es nahm langsam, aber sicher Überhand. Ich sah mich um. Er setzte sich zu uns.
„Hey, ich bin Nikola“, sagte er.
„Lesley, aber alle nennen mich Lee.“
Er war groß, blass und seine Augen waren schiefergrau. Er trug eine graue Anzughose und ein dazu passendes  ein paar Töne helleres Hemd. Auch ihn ließ diese ungewöhnliche Kombination blass wirken. Meine Lehrerin sah mich an.
„Du kannst mich Kate nennen.“
Ich nickte abwesend. Die anderen beiden faszinierten mich. Augenblicklich wusste ich, dass die beiden ein Paar waren. Und ich war mir auch ziemlich sicher, der Frau – Helen – schon mal begegnet zu sein. Ich wusste nur nicht, wo und wann. Ich sah auf meine Armbanduhr.
„Oh, ich muss langsam nach Hause. Joels Eltern warten sicher schon.“
Ich wollte aufstehen, doch Miss Freelander – Kate – hielt mich zurück.
„Du kannst auch hier wohnen. Oder, Helen?“
„Ja, genug Zimmer haben wir frei.“ Sie sah mich an. Unmöglich. Das ging auf gar keinen Fall. Ich kannte die doch alle gar nicht. Und der Mann – Nikola – sah mich immer noch an. Die waren mir alle unbekannt. Verdammt, wo war Joel, wenn man ihn mal brauchte? Ich stand auf und wollte zur Tür, doch bevor ich dort ankam, wurde alles schwarz um mich herum.

„Wie geht es ihr?“, drang eine Stimme an mein Ohr. Kate.
„Soweit gut.“ Helen. Ganz sicher.
„Ich habe bei Joels Eltern angerufen und ihnen gesagt, dass Lesley umgekippt ist. Sie denken, sie sei bei mir.“ Kate. Ich spürte eine harte Unterlage, auf der ich lag. Ich roch ganz deutlich einen leichten Anflug von Desinfektionsmittel. Ich stutzte. Irgendjemandes Hand lag auf meiner Stirn. Und ein vertrauter Geruch umgab mich. Ich schlug die Augen auf. Neben mir stand ein junger Mann mit weißblonden Haaren und sehr heller Haut. Ähnlich wie die anderen, trug auch er schwarze Sachen. Seine strahlend blauen Augenmusterten mich. Ich kannte diese Augen, da war ich mir sicher. Jetzt fiel es mir siedend heiß ein.
„Lesley, warum bist du hier?“ Ich sah ihn verwundert an. Er kannte mich noch?
„Wegen ihrer Stimme, Lean.“ Als ich seine Namen hörte, spürte ich, wie sich mein Herz zusammen zog. Lean. Lean Seneschall, der Junge mit den eisblauen und dich so klaren Augen.
„Helen sie ist wach. Jetzt musst du es ihr erklären.“ Lean wandte seinen Kopf in die Richtung, aus der Stimme gekommen war. Helen beugte sich über mich. Ihre smaragdgrünen Augen glitzerten. Ich konnte nicht wegsehen. Ich wollte mich aufsetzten, Lean hielt mir den Rücken. Irgendwie war er ja schon immer süß gewesen. Ich fragte mich, was es wohl mit meiner Stimme auf sich hatte und sah von Helen zu Lean und wieder zurück. Sie lächelte, das machte mir dann doch Angst. Lean legte mir eine seiner kalten Hände auf die Stirn. Die andere lag auf meiner Schulter.
„Du hast eine außergewöhnliche Fähigkeit, Lesley. Ist dir das schon mal aufgefallen?“ Helen sah mir in die Augen.
„Ich glaube, ich kann ihnen nicht ganz folgen.“ Meine Stimme zitterte. Sie lächelte wieder.
„Deine Stimme. Ist dir da mal was aufgefallen?“
„Außer, dass ich nicht singen kann?“
„Du kannst singen. Du musst dich nur darauf konzentrieren. Versuch es. Irgendwas.“
Ich dachte kurz nach. Klar, mir fielen tausende Songs ein. Aber singen wollte ich sie hier nicht.
„Wenn du willst, helfe ich dir.“
Leans Stimme jagte mir einen Schauer über den Rücken. Er sah zu Helen und sie nickte. Dann nahm er mich hoch und trug mich durch dieses Gebäude. Kate lief vorne weg, dann Lean mit mir auf den Schultern und zum Schluss Helen und Nikola. Kate öffnete eine riesige Flügeltür und wir betraten einen riesigen Ballsaal. Links im Raum stand etwas, war jedoch mit einem Tuch zugedeckt. Nikola entfernte das Tuch und zum Vorschein kam ein tiefschwarzer Flügel. Lean setzte mich vorsichtig ab und setzte sich dann an das edle Instrument. Nikola, Helen und Kate setzten sich auf ein paar Kissen auf der rechten Seite Lean sah mich an.
„Kannst du ‚Shatter Me‘ von Lindsey Stirling?“
Er nickte. Ich atmete tief durch und er begann zu spielen. Ich wusste, wo mein Einsatz war und begann.
„I pirouette in the dark
I see the stars through me
Tired mechanical heart
Beats until the song disappears

Somebody shine a light
A frozen battlefield in me
Somebody make me feel alive
And shatter me
So cut me from the line
Dizzy, spinning endlessly
Somebody make me feel alive
And shatter me!

If only the clockworks could speak
I wouldn't be so alone
We burn every magnet and spring
And spiral into the unknown

Somebody shine a light
A frozen battlefield in me
Somebody make me feel alive
And shatter me
So cut me from the line
Dizzy, spinning endlessly
Somebody make me feel alive
And shatter me!

If I break the glass, then I'll have to fly
There's no one to catch me if I take a dive
I'm scared of changing, the days stay the same
The world is spinning but only in rain

If I break the glass, then I'll have to fly
There's no one to catch me if I take a dive
I'm scared of changing, the days stay the same
The world is spinning but only in rain

Somebody shine a light
A frozen battlefield in me
Somebody make me feel alive
And shatter me
So cut me from the line
Dizzy, spinning endlessly
Somebody make me feel alive
And shatter me!”

(Quelle: http://www.songtexte.com/songtext/lindsey-stirling-feat-lzzy-hale/shatter-me-734542a5.html)
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Erstes Kapitel ist zu Ende. Ihr wisst ja, wie das ist… Reviews?
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