Vergessen

KurzgeschichteRomanze, Angst / P18
Amanda Rollins Detective Olivia Benson Nick Amaro
30.05.2016
30.05.2016
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hörte den Knall, ganz Laut, sie schloss die Augen, ganz fest. Sie zitterte am ganzen Körper, ihr war schwindelig und eiskalt, in ihren Ohren hörte sich alles dumpf an, als währe dass alles ganz weit weg von ihr, als währe dies nur ein mieser Alptraum. Bald, dachte sie, würde es aufhören und sie würde auf ihrer beigen Couch im Wohnzimmer wieder aufwachen. Vielleicht würde Brian sie aufwecken und hätte seine Meinung geändert und sie würden an diesem Sonntag Abend doch noch ausgehen.
Aber es war kein Traum. Kein Brian und kein Museumsbesuch, denn sie roch altes Holz, das Blut dass in ihrem Gesicht klebte und den sauren Angstschweiß an ihrem Körper. Sie öffnete langsam die Augen. Aus Reflex kniete sie sich rasch auf den kalten Steinboden und schob ihre Hände in die rechte Hosentasche der Leiche und den Schlüssel für die Handschellen zu holen, doch da war er nicht. Liv versuchte es in der linken und spürt einen kalten kleinen Gegenstand und ein Stück Papier. Sie nahm sich den Schlüssel, befreite sich und packte das Stück Papier in Trance in ihre Hosentasche. Plötzlich hörte sie hinter sich ein wimmern, das Mädchen!
"Hey Schatz alles wird gut. Du bist in Sicherheit. Mach deine Augen ganz fest zu, ich helfe dir." Sie befreite die kleine von ihren Fessel und sie viel in ihren Armen, da das kleine Mädchen quasi mit den Armen an die Decke hin. Liv drückte sie ganz fest in den Armen und beruhigte sie. Tränen durchnässten den Pullover ihrer rechten Schulter. Das kleine Mädchen war schweiß durchnässt und zitterte am ganzen Laib. "Alles wird gut mein Schatz. Ich hab dich." Sie starrte das Blut beschmierte Ding vor sich während sie die kleine fest in den Armen hielt und etwas wiegte. Die rote Masse verteilte sich auf dem ganzen Gesicht, im Haar. Lewis, der einst ein gut aussehender Sadist, lag nun wie eine lebensgroße Puppe mit einer massiven Schusswunde vor ihr, doch dass sie nicht los ließ, war das Grinsen in seinem Gesicht.

Rasche Schritte kamen hinter sie zu. "Olivia!"
Sie bemerkte nicht dass Ihr Team hoch die Treppen hinauf liefen, sie, das Kind und die Leblose Gestalt auf dem Boden fanden.

Für Olivia Benson schien nun alles in Zeitlupe ab zu laufen, dass einzige was sie nun spürte war Panik, Eckel vor dem Schaubild der Leiche und dem verspritzen Blut in ihrem Gesicht und perverser Weise Freude, Freude das dieses Mistschwein endlich Tot war und vor allem dass das kleine zehn Jährige Mädchen in Sicherheit war.
Sie hörte nur in der Ferne Stimmen die ihre Namen riefen und spürte Hände die sie sanft berührten, Liv  wusste dass es  Rollins war.
Als Sie im Revier waren brachte Amaror ihr eine Decke und eine Tasse Apfeltee.
"Möchtest nu heute hier schlafen?" Rollins stand nun bei ihnen und sah besorgt aus. Liv hatte kein Wort ausgebracht als sie ins Firmenauto stiegen. "Wo ist das Mädchen?" Rollins holte tief Luft "Im Krankenhaus, sie wird dort auch therapiert. Sie ist sicher." "Kann ich ein wenig alleine sein?" "Ja klar, wenn du etwas braucht sind wir da." Amaro strich ihr über den Rücken und stand neben ihr von dem Bett im  Ruheraum auf und ging mit Rollins hinaus. Bevor sie die Tür schlossen sahen sie die Frau auf der Matratze wie sie auf den Boden starrte. So kannten sie sie nicht. Olivia Benson war niemals schwach gewesen, nie hatten sie Tränen in ihren Augen sehen können. Doch jetzt sah Rollins dass sie etwas zu zittern schien. Als Amanda neu anfing schien Liv sie nicht so zu mögen, obwohl sich das Neuling vieles von ihr abgeguckt hatte. Manchmal war sie etwas neidisch auf Amaro dass sie Partner waren, doch dass wusste keiner. Diese Gestalt, die verkrümmt da saß, war nicht Olivia Benson sondern ein Mensch der gedemütigt und verletzt wurde.

Liv hörte wie sich die Tür schloss, trank einen Schluck Tee und stellte sich die Tasse neben ihr auf dem Boden ab. Geistesabwesend nahm sie diesen Zettel aus ihrer Hosentasche und faltete das Stück Papier auseinander.

Wir sehn uns unten, Sunshine :)

Sie fing an noch mehr zu zittern und holte tief Luft. Doch sie konnte es nicht länger halten. Liv ballte ihre Hände zu Fäusten, so dass der Zettel zerknüllte und fing an innerlich zu beben. Womit hatte sie diese scheiße verdient?

Olivia hoffte dass das, die Entführung, die Demütigung und die Erfahrung selbst das Opfer zu sein, dass einzige und letzte schlimme war, was ihr passieren konnte. Doch es war nicht so. Brian verließ sie ein paar Wochen später. Er meinte, dass er es nicht mehr aushielt, die Alpträume die Liv öfter hatte, dass lange fort bleiben in der Arbeit und ständig Angst um sie zu haben, da sie immer noch allein Initiative ergriff ohne auf ihr Team zu warten.

Nach fünf Monaten war sie wieder ganz die alte Olivia Benson. Sie schien die ganze Sache vergessen zu haben. Doch niemand wusste genau wie es in ihr drin aussah. Doch nun sahß sie in ihrem eigenen Büro und arbeitete wieder, war mitten im Geschehen. Das einzige was sich verändert hatte, war ihr Abzeichen. Olivia Benson war trotz Demütigung, Schmerzen und Angst Sargent geworden. Nicht einmal sie wusste wie es dazu kam. Vielleicht hatte sie das meiste schon vergessen, oder auch nicht, da sie dieses Stück Papier immer noch bei sich trug.

Natürlich wollte der ein oder andere ein Date mit Liv, doch sie lehnte ab, hatte nicht dass große Bedürfnis auf eine neue Beziehung. Lieber arbeitete sie, dass war Ablenkung genug. Doch eines was sie unbewusst tat, war an Lewis zu denken. s waren keine intensive Gedanken. Manchmal dachte sie an sein breites freundliches Lächeln oder wie verdammt groß er war, mit seinen 1.95 cm. Liv schmiss diesen Zettel auch wieder weg, dieser Satz hatte sich sowieso in ihren Kopf eingebrannt. "Wir sehn uns unten, Sunshine."
"Von wegen Lewis". Dachte sie sich und fing wieder an zu leben.