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Die Schule der Besessenen

GeschichteMystery / P18 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character) Rachel Corrigan
30.05.2016
30.05.2016
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Gedankenverloren sah Belial vom Balkon des Palazzos in Venedig auf das muntere Treiben auf dem Canale Grande. Mit einem leisen Seufzen dachte er an die Zeit zurück, als ihm die Gegend um das Mittelmeer herum wirklich gefallen hatte: Die Antike. Irgendwie sehnte er sich nach einem blutigen Gladiatorenkampf. Die Kaiser Nero und Domitian hatten spektakuläre Christenverfolgungen geleitet und schmorten deswegen auch in der Hölle... Aber natürlich konnte er zu einem Spektakel im Kolosseum in Rom – zu seiner Glanzzeit – seine liebevolle, weichherzige Frau Selvaggia nicht mitnehmen. Anders als die Römerinnen vor 2000 Jahren würde sie wenig Begeisterung für ein blutiges Gemetzel zeigen. Auch seine Patentochter Kat war zu warmherzig.
Unten am Anleger erklang Gelächter. Mit einem Lächeln sah Belial, dass die treue Mathilde gerade angekommen war. Hagiel, ihr Verlobter, half ihr aus der Gondel, dem traditionellen Boot auf venezianischen Kanälen. Die Köchin des Boulevard Haussmann hatte beschlossen mit ihrer besten Freundin – als solche betrachtete sie Selvaggia – nach Venedig zu kommen um die Schwangere zu unterstützen. Dafür hatte sie sogar ihre Hochzeit zurückgestellt. Hagiel begleitete seine Verlobte natürlich. Der Engel – immerhin einer der Fürsten der Dynameis – nahm das Gepäck, dankte dem Gondoliere und bezahlte ihn großzügig. Mit einer Handbewegung ließ Belial die Koffer in die beiden nebeneinander liegenden Gästezimmer verschwinden. Hagiel und Mathilde waren ein wenig konservativer und – anders als Metatron und Cassandra – wollten sie mit ihrer ersten gemeinsamen Nacht bis nach der Hochzeit warten. Überrascht sah Hagiel hoch, erblickte seinen mächtigen – wenn auch gefallenen Bruder – und winkte ihm zu. Mathildes Blick folgte seinem und sie rief fröhlich: „Hallo Lucian, hier sind wir!“ Er lachte. „Das sehe ich, Tilly, herzlich willkommen ihr zwei.“
Die Tür öffnete sich auf einen Wink von ihm und die beiden betraten den Palazzo. Selvaggia kam vorsichtig die Treppe herunter und schloss sie glücklich in die Arme. „Wie schön, dass ihr da seid, meine Lieben. Fühlt euch wie zuhause!“
Als die beiden Damen schon im Bett waren und Hagiel und Lucifer es sich bei einem Glas Wein bequem machten, hörte Lucifer Metatron in seinem Kopf. "Lucifer? Wo bist du? Ich... würde mal gerne mit dir reden. Ich..." "Ich bin in Venedig, komm einfach her!" antwortete er in Gedanken. Kurz darauf erschien Metatron im Wohnzimmer des Palazzos. "Hallo, Lucifer, Hagiel..." "Hallo Bruderherz." grüßte Hagiel. "Was ist denn so wichtig, Kleiner?" erkundigte sich der Höllenfürst. "Also... ich... ähm... ich denke ich schiebe gerade sowas wie Panik." meinte er ernst. "Vor was?" grinste Belial, der fast schon ahnte worum es geht. "Cassie... es könnte ja jetzt jederzeit soweit sein und... ich habe irgendwie echt Angst. Sie will, dass ich bei der Geburt dabei bin." Belial lächelte. "Du brauchst keine Angst zu haben. Vater passt auf Cassie und Jan auf, schon seit Anfang an. Und egal wie die Geburt abläuft wirst du bald Vater eines ganz tollen kleinen Jungen sein. Es gibt nichts schöneres als die Geburt seines eigenen Kindes zu erleben Metatron." Dieser nickte. "Und was ist danach? Ich meine, wenn ich kein guter Vater bin? Ich war schließlich auch nicht immer ein guter Engel und  du hast mich gehasst! Und ich ...sehe dich wie toll du mit den Kleinen umgehst, egal mit welchem Kind aus der kleinen Rasselbande und..."
"Halt Kleiner, jetzt beruhig dich erst mal. Erstens hast du dich geändert und zwar zum Besten. Ich habe dir das noch nie gesagt, aber ich mag dich mittlerweile sehr, seit wir zusammenarbeiten. Oder was glaubst du, wieso möchte ich dich als Pate von Luca haben? Selvi sagte, dass sie Cassie gerne für Sophia Aurora haben möchte... woraufhin ich vorschlug dich dann an ihrer Seite für Luca zu nehmen. Ich habe dich gefragt weil ich es wirklich will und mir sicher bin, dass du ein toller Vater und Onkel bist. Du kannst jetzt wickeln und... ich habe dich vor einer Weile beobachtet wie du dich um Luciano gekümmert hast, als Selvi geschlafen hat. Selbst die Rayne-Zwillinge mögen dich und... Derek und Rachel lassen dich machen. Ich habe schon öfter festgestellt, dass Luciana gerne mit dir spielt wenn ich nicht da bin - oder gerade beschäftigt. Mach dir also nicht so viele Gedanken, ich helfe dir/euch wann immer ihr Hilfe braucht. Frag einfach... ich stehe dir mit Rat und Tat zur Verfügung."
Der höchste Engel der himmlischen Seraphim lächelte den höllischen Seraphen dankbar an. "Vielen Dank Lucifer, du hast mir sehr geholfen, jetzt fühle ich mich schon viel besser." An Hagiel gerichtet sagte er. "Als Vizebotschafter von uns beiden - mach dich schon mal auf die Zusammenarbeit mit Lucifer gefasst, denn ich werde sobald es bei Cassandra soweit ist erst mal Urlaub nehmen - und wenn mir das Vatersein so sehr gefällt, dann übergebe ich dir auch den ganzen Fall, falls einer reinkommt, denn du bist dann ohnehin schon drin. Und glaub mir die Zusammenarbeit mit Lucifer macht echt Spaß!" Hagiel grinste. "Glaub ich gerne und freu mich auch schon sehr, ich mochte Lucifer eigentlich schon immer. Er hatte nie meinen Respekt verloren, selbst nach seinem Fall." sagte er zu Metatron und zwinkerte seinem höllischen Bruder zu. Dieser lächelte. "Wer hätte das damals gedacht, dass wir mal wieder zusammen stehen und zusammen arbeiten. Vor allem du Großer... "
Metatron verschwand wieder und tauchte im Boulevard wieder auf, wo er seine Frau hechelnd an der Küchentheke stehen sah. Erschrocken eilte er zu ihr.
"Cassie!" rief Metatron besorgt. Sie atmete aus als die Wehe vorüber war und lächelte. "Jan möchte endlich seine Eltern und seinen Patenonkel kennenlernen." Er nickte. Angst überkam ihn. Er atmete einmal tief ein und dachte an das was Lucifer gerade eben gesagt hatte. "Dann sollten wir Raphael rufen? Sariel hat Dienst." Sie nickte. Der Erzengel mit den heilenden Kräften erschien sofort, nachdem Metatron ihn gerufen hatte. Gemeinsam begaben sie sich in das Schlafzimmer der beiden. Cassandra kämpfte ein weiteres Mal gegen den Schmerz an. Raphael der seine Hand auf ihrem Bauch hatte wirkte konzentriert und besorgt, was Metatron nicht entging. "Was ist los Raphael? Ist etwas mit Jan?" fragte er in Gedanken um seine Frau nicht zu beunruhigen. "Es geht ihm gut!" kam die knappe Antwort.
"Ich möchte einen kurzen Ultraschall machen, wenn die nächste Wehe weg ist. "Was? Warum? Mein Kind ...?!" Raphael atmete tief ein um selbst zur Ruhe zu kommen. "Beruhige dich Cassandra SaintCyr! Es bringt nichts wenn du jetzt in Panik ausbrichst! Eurem Kleinen geht es gut!" antwortete er streng. "Aber ..." Er hob den Zeigefinger und sah die junge Frau streng an. Cassandra schwieg und sah mit Tränen in den Augen ihren Mann an. "Es wird alles gut, Raphael weiß was er tut." Versuchte er seine Frau zu beruhigen. Er schloss kurz die Augen, alser auf den Monitor blickte, da ihn ein so intensives Gefühl überkam wie er es bisher nicht kannte. "Es ist wie befürchtet habe. Cassandra, dein Kind hat sich - aus welchen Gründen auch immer wieder gedreht, der Kopf zeigt nach oben. Das kommt ganz selten vor, dass sich ein Kind kurz vor der Niederkunft nochmal dreht, was jetzt an sich nicht schlimm ist nur ..." Cassandra stöhnte auf vor Schmerz. "Nicht pressen! Einfach nur gegen den Schmerz atmen!" wies Raphael sie an. "Wir müssen uns in die Klinik zaubern. Ich muss mit Sariel reden, da wir dein Kind nur mit einem Kaiserschnitt zur Welt bringen können."
"Sariel? Ich komme mit Cassandra und Metatron, es gibt Komplikationen." informierte er seinen Bruder."Gut, ich habe gerade Pause, ich begebe mich sofort in die Gynäkologie und informiere Dr. Rocalli, dass ihr kommt."
Der Gynäkologe untersuchte die hochschwangere noch einmal und bestätigte Raphaels Diagnose. Eine Hebamme trat herein und brachte Cassandra in den OP. "Sie sind...?" fragte der Arzt. "Met ... Merlin SaintCyr." Der Arzt wandte sich an Raphael. "Dr.?" "Nennen Sie mich einfach Raphael." "Ah, gut, mein Kollege Sandro - oder Sariel... er hat mir gesagt, dass Sie auch ein Heiler sind... Lust auf eine OP? Ich könnte Hilfe gebrauchen." der Erzengel nickte. "Warten Sie bitte draußen Signore SaintCyr! Wir holen Sie dann rein wenn wir soweit sind." befahl der Arzt. Sariel zog Metatron vor die Tür. "Mach dir keine Sorgen, Dr. Rocalli ist gut und Raphael ist auch dabei. Ich muss nur gleich zu einer OP in die Chirurgie. Ich rufe Lucifer um dir beizustehen." Sagte er als er merkte, dass Bruder total durcheinander war. Dieser erschien sofort. "Hallo, könntest du bitte bei Metatron bleiben solange er hier wartet ich muss nämlich wieder an die Arbeit."
"Sicher, setz dich." Noch ehe der Erzengel es mitbekam hatte der Höllenfürst zwei Kaffee in der Hand und reichte einen davon seinem Bruder. "Ich trinke doch keinen Kaffee, Lucifer." Dieser grinste. "Heute schon!" Gehorsam nahm er einen Schluck. "Das ist echt nervenaufreibend. Ich habe irgendwie echt Angst, Lucifer." Der Höllenfürst lächelte. "Brauchst du nicht. So viel ich weiß, kannst du auch bei einem Kaiserschnitt dabei sein. Cassie wird jetzt vorbereitet und unter Teilnarkose gesetzt und dann kannst du wieder rein und ihr könnt beide miterleben wie euer Kind auf die Welt kommt. Wenn ich das vorher von Sariel richtig verstanden habe." Der Erzengel nickte. "Bleibst du jetzt hier? Ich glaube Cassandra würde sich auch freuen dir gleich deinen Patensohn zu präsentieren." er lächelte abermals. "Mal sehen." Raphael trat in den Flur. "Hallo Lucifer. Metatron du kannst reinkommen, wir legen jetzt los. Lucifer, falls du nachher da sein willst um deinen kleinsten Patensohn gleich zu sehen, es dauert etwa ein halbe Stunde." "Danke, dann bis später. Genieße es Metatron, sein eigenes Kind zu halten gehört zu den schönsten Dingen der Welt." zwinkerte er seinem Bruder aufmunternd zu. Dann verschwand er.
Wieder in seinem Palazzo in Venedig angekommen berichtete er Hagiel die Neuigkeiten.
"Bleibst du bei den beiden Damen, wenn ich nachher nochmal in die Klinik gehe? Metatron hat mich darum gebeten." Hagiel nickte. "Natürlich, Metatron hält mittlerweile schon viel von dir, du bist für ihn sein einzigster Freund den er hat." Lucifer schmunzelte. "Mmmh, dann wäre das schon der Zweite der mich als seinen einzigsten Freund sieht." Hagiel sah ihn fragend an. "Samyaza. Gadreel hat es mir mal gesteckt. Dass der treue Samyaza mir jederzeit beistehen würde egal was passiert und er in mir mehr sieht als nur seinen Chef. So ähnlich hat er sich ausgedrückt und... beim nachdenken, ist mir das auch klar geworden."
Nach etwa einer halben Stunde war er wieder im Krankenhaus. "Hallo Lucifer. Du hast einen gesunden kleinen Neffen. Cassandra geht es auch gut. Sie muss nur noch ein paar Tage hier bleiben. Nach einem Kaiserschnitt dauert das immer etwas länger. Komm mit sie sind schon auf ihrem Zimmer."
Als er eintrat bedeutete ihm die frischgebackene Mutter still zu sein. Er nickte und beugte sich über den kleinen Jan, der friedlich in seinem Bettchen schlief. Anschließend klopfte er Metatron auf die Schulter und sagte: "Glückwunsch Kleiner, das hast du gut gemacht!" Der Erzengel platzte fast vor Stolz. Dann setzte sich der Höllenfürst neben Cassandra auf das Bett umarmte sie fest und gab ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange. "Glückwunsch, ich freu mich so für dich, dass dein sehnlichster Wunsch endlich in Erfüllung gegangen ist." flüsterte er ihr ins Ohr. "Danke Lucifer, ich bin auch überglücklich." antwortete sie und strahlte die drei Männer die sich im Raum befanden an.
Nach einer Weile verabschiedete Lucifer sich. "Ruht euch aus. Morgen werdet ihr Besuch ohne Ende haben.
Am nächsten Morgen traf er in der Kita auf Catherine, die gerade seinen kleinen Neffen in die Krippe brachte. "Ontel Luficer!" rief der kleine junge erfreut und umarmte ihn kurz als dieser sich nach unten gebückt hatte. "Lucia, Lucin nicht da?" fragte der kleine Luciano. Die Kinderpflegerin schüttelte den Kopf. "Die beiden sind etwas krank, ihr Papa hat vorher angerufen und die beiden für heute entschuldigt." Said-Angelo nahm die Hands seines Cousins und zog ihn mit sich. "Said, Lucio pieln!" "Süß!" sagte Catherine. Belial nickte. "Ja, das ist es wirklich." Gemeinsam verließen die Gruppe. "Kommen Sie gut zurecht bei Sariel?" erkundigte er sich höflich, da er ja versprochen hatte sich zu bemühen mit ihr auszukommen.
"Ja Monsieur Rayne, Sariel ist ein guter Arbeitgeber und ein sehr netter Engel." "Da gebe ich Ihnen Recht. Einen schönen Tag noch Madame Dubois!" sagte er und verschwand.
 
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