Hurt Lovers

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Legolas Tauriel
28.05.2016
28.07.2016
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PROLOG





Tauriels Sicht

Leichtfüßig bahnte ich mir einen Weg durch das Unterholz  des Düsterwaldes. Der Wind ließ das Blätterdach Rascheln und die kalte Luft ließ meine roten Haare leicht hinter mir her wehen. Ein Lächeln huschte auf mein Gesicht. Ich liebte diesen Wald und ich liebte es seinen Geruch einzuatmen. Den Geruch von Baumharz  und feuchtem Moos.
Immer weiter lief ich, gefolgt von den Blicken der Tiere und dem Gesang des Windes. Ich  stieß ein helles  Lachen aus, welches ein Echo im Wald verursachte und sprintete nun den kleinen Pfad entlang. Umgestürzte Bäume, kleine Bäche, und große Wurzeln säumten meinen Weg, doch ich war meinem Ziel schon sehr nahe. Nur Momente später  spürte ich die Steigung und  verließ  die sicheren Pfade.
Ich kletterte auf einen alten Baum und von diesem immer weiter ins Innere des Waldes hinein. Kurze Zeit später erreichte ich eine kleine Lichtung. Von der Waldseite war sie kaum zu sehen, denn die hohen Bäume und das viele Gestrüpp schützten sie vor unerwünschten Gästen, die sich an ihrer Blumenvielfalt erfreuen würden. Die Lichtung durchzog ein kleiner Fluss, der eigentlich eher als Rinnsal bezeichnet werden konnte und tausend Blumen schienen ihre Köpfe dem Licht entgegen zu strecken. Auch eine große, alleinstehende Eiche zierte dieses kleine Versteck und nur ein paar Meter von dem Baum entfernt ging es  mehrere Meter in die Tiefe. Die Klippe war kaum zu sehen, denn hinter ihr ragten ebenfalls die Bäume hoch hinaus, sodass die Gefahr aus fehlendem Wissen eben diese herunterzustürzen hoch war. Selbst ich war durch sie dem Tod einmal unglaublich nahe gewesen.
Verträumt ließ ich meinen Blick über die Landschaft schweifen. Schon oft hatte mich mein Weg von allein hier her geführt und schon tausend Geheimnisse hatte ich der Nacht anvertraut, wenn ich  zu den Sternen hinauf gesehen hatte. Wie immer ging ich auf den alten Baum zu und griff nach dem untersten Ast um mich nach oben zu hangeln. Ganz oben in der Krone hielt ich Inne. Und strich behutsam mit meinen schlanken Finger über das helle Holz. Dann streckte ich meinen Kopf aus dem Blätterdach, atmete die frische Luft ein und genoss den Wind, welcher mir um die Nase wehte. Zwar tauchte die Sonne nur manchmal durch die dichte Wolkendecke auf, doch störte mich dies nicht im Geringsten. Alle meine Sorgen schienen verflogen, als ich so dasaß und auf den Schier endlosen Wald blickte. Wie war es wohl außerhalb der Grenzen?
Plötzlich vernahm ich dumpfe Geräusche von Schritten, die sich stampfend über den Wald Boden bewegten. In meine Richtung. Angespannt versuchte ich durch das dichte Gestrüpp zu blicken und zuckte Augenblicklich zusammen, als ich erkannte, dass es sich um Orks handelte, die sich grob den Weg zur Lichtung freischnitten. Schnell zog ich mich zurück und wartete von den Blättern getarnt in meinen Versteck. Immer deutlicher und lauter wurden ihre Stimmen, die dunkel und rau von dem Wind zu mir getragen wurden.
Als der Erste die Lichtung betrat hielt ich den Atem an. Auch wenn ich eine Elbin war, war ich doch immer noch ein Elbenkind, für Menschen zählte ich nicht mehr als zwölf Sommer.
Der Zweite trat auf die Lichtung und seine Bewegungen wirkten abgehackt und stockend. Ich hatte schon einmal ein paar Orks gesehen,  jedoch nur aus weiter Ferne und obwohl ich die Kunst des Bogenschießens durchaus beherrschte, hatte ich mich noch nie gegen einen Gegner beweisen müssen. Und dieser war nicht allein.
Ich musste kämpfen. Das stand fest, denn könnte ich nicht ewig versteckt im Laub verweilen. Fünf weitere der hässlichen Geschöpfe kamen aus dem Gebüsch gekrochen und sahen sich um.
Ich zog einen Pfeil aus meinem Köcher und spannte meinen Bogen. Immer noch sang der alte Baum sein einsames Lied und ließ mein rotes Haar leicht im Wind wehen. Mittlerweile hatten alle Orks die Lichtung erreicht und trampelten rücksichtslos das Gras und die Blumen nieder.
Meine Augen verengten sich zu Schlitzen. Dann erschien einer direkt unter meinem Standpunkt. Jetzt oder nie. Surrend löste sich der Pfeil von der Sehne.


Legolas' Sicht

Im vollen Galopp ritt ich auf meinem schönen, weißen Wallach durch den Wald. Meine blonden Haare flatterten im Wind und ich genoss die Kälte auf meinem Gesicht. Es war einer der wenigen Tage, an denen ich nicht meinen Pflichten als Prinz nachgehen musste. Trotzdem war ich aufmerksam und meine blauen Augen wanderten über den Wald.
»Legolas warte!«, hörte ich eine lachende Stimme hinter mir und ich wandte mich zu einer Elbin meines Alters um. Es war Lúthien, die auf ihrem schwarzen Pferd hinter mir herjagte. Doch konnte sie mich und meinen treuen Begleiter nicht einholen. Das konnte kaum jemand.
Lúthien und ich kannten uns schon seit unserer Geburt. Sie war eine gute Freundin für mich.
»Langsam mein Junge«, flüsterte ich meinem Pferd ins Ohr und er parierte zu einem langsamen Trab durch.
Ein paar Momente später hatte auch Lúthien uns erreicht. Ein Lächeln lag auf ihren Lippen und ihre blauen Augen glitzerte freundlich.
»Du bist unmöglich«, lachte sie und ritt neben mich. Ich zog nur amüsiert meine Augenbrauen hoch und lächelte kaum merklich.
Beim Reiten vergaß ich manchmal, dass ich begleitet wurde und lauschte nur dem  donnernden Hufschlag auf dem trockenen Laub.
»Es war nicht meine Absicht dich zurückzulassen«, erwiderte ich und lächelte etwas mehr.
»Ich weiß. Du und Tavaron seit einfach füreinander geschaffen.« Sie warf ihre schwarzen Haare zurück und ich strich Tavaron durch das reine Fell.
»Wo reiten wir heute hin?«, fragte Lúthien, doch gerade als ich antworten wollte ertönte ein spitzer Schrei und eine laute raue Stimme, die in der Ferne von dem Wind verzerrt wurden.
»Hörst du das auch?«, fragte meine Begleiterin und ich nickte.
»Wir müssen herausfinden, was dort geschieht«, entschied ich und trieb meinen Wallach vorwärts.
Er schlug vor Freude aus und preschte los, während ich im Galopp meinen Bogen von meinem Rücken schnallte und einen Pfeil anlegte.
Die Stimmen wurden lauter und deutlicher. Ich war mir sicher, dass es sich im Orks handelte.
Ich trieb mein treues Tier noch mehr zur Eile an, doch wurden die Stimmen bereits leiser.
Überrascht brachte ich Tavaron zum Stehen, welcher ungeduldig schnaubte. Er spürte meine Unruhe. »Sie müssen im Dickicht stecken«, flüsterte ich und sprang vom Pferd.
»Legolas, was-«, rief Lúthien mir hinterher,  doch ich beachtete sie kaum.
Meine Füße fanden sicheren Halt auch auf den moosbewachsenen Steinen. Ich spürte das Lúthien mir folgte. Ich orientierte mich an den rauen Stimmen, welche in meinem Kopf wiederhallte wie ein Echo.
Und dann lichtete sich plötzlich vor mir der Wald und ich stand nur von ein paar Büschen geschützt vor einer Lichtung. Zehn Orks standen dort mit erhobenen Waffen und blutrünstigen Augen.
Drei lagen tot auf dem Boden und in ihren Köpfen steckten Pfeile. Pfeile die nicht von Menschenhand gemacht wurden, sondern von Elben. Und schon erfasste mein Blick eine zierliche Gestalt, die auf dem Boden lag. Sie hatte rotes, langes Haar und war zweifelsohne eine Elbin. Sie war äußerlich geschätzt so alt wie Lúthien und ich. Was mich beunruhigte war, dass sie kaum noch zu atmen schien und ihr Gesundheitszustand wohl nicht gut stand
»Und was machen wir jetzt?«, hörte ich Lúthien neben mir flüstern. Ich drehte meinen Kopf zu ihr und schenkte ihr ein Lächeln.
»Legolas Nein!«
Ich ignorierte ihren Ruf, denn ich kannte meine Stärke und die von Lúthien auch.
Der erste Ork bekam nicht die Chance mich überhaupt wahrzunehmen, denn schon nach wenigen Momenten steckte einer meiner Pfeile in seinem Hinterkopf. Der Zweite bekam einen Pfeil zwischen die Augen, doch plötzlich war ich von acht Orks eingeschlossen.  
Doch lichtete sich der Kreis als ich Lúthiens schwarzen Haarschopf erblickte und Sekundenbruchteile später ein Dolch in dem Rücken einer der Kreaturen aus Mordor steckte.
Die letzten Vier lebten auch nicht mehr lange und als Lúthien dem Letzten ihren Dolch zwischen die Rippen rammte, sah ich zur Klippe hinüber, auf dessen Grund ebenfalls zwei tote Orks lagen. Wen auch immer sie angegriffen hatten, war wohl nicht zu unterschätzen. Da viel mir wieder die rothaarige Gestalt zwischen den vielen Orks ein und schnell trugen mich meine Füße zu der am Boden liegenden Elbin. Sie war sehr schön wie eigentlich alle Elben, jedoch konnte ich meinen Blick nicht von ihr wenden.
Mittlerweile war auch Lúthien bei uns angekommen und begutachtete ihre Verletzung.
»Sie verliert viel Blut Legolas. Wir müssen sie in den Palast bringen.«
Ich nickte nur und nahm die Rothaarige kurzerhand auf den Arm. Ich nickte Lúthien zu, welche die Waffe der Elbin aufgesammelt hatte und gemeinsam liefen wir zurück zu unseren Pferden.
Ich platzierte die Bewusstlose vorsichtig vor mich und flüsterte meinem treuen Tier kurz etwas ins Ohr, bis Lúthiens Rappe und Tavaron nebeneinander durch den Wald preschten. Ich konnte nur hoffen, dass es noch nicht zu spät für die Elbin in meinen Armen war.


Tauriels Sicht

Ein leises Plätschern von Regentropfen, die gegen eine Fensterscheibe tropften, gelang an mein Ohr, als ich wieder zu Bewusstsein kam. Mein Kopf schmerzte und meine Rippen brannten stark.
Ich wimmerte vor Schmerz leise auf, konnte mich jedoch nicht dran erinnern,  woher ich diese Wunden hatte.
Vorsichtig öffnete ich die Augen und bemerkte, dass ich in einem großen Bett lag. Der Raum war schlicht eingerichtet und hatte große Fenster.
Es war einfach,  jedoch zugleich wunderschön und hatte etwas majestätisches an sich.
Wo war ich hier?
Ich drehte meinen Kopf leicht zur Seite um den Raum weiter in Augenschein zu nehmen, jedoch stellte sich dies als Fehler heraus. Bunte Sterne fingen an vor meinen Lidern zu tanzen und die Schwärze der Bewusstlosigkeit drohte mich wieder zu überwältigen, doch drängte ich sie zurück.
Nach ein paar Momenten wagte ich wieder meine Augen zu öffnen.
Das erste was ich sah, war das Bild welches auf der kleinen Komode stand. Es zeigte drei blonde Elben. Einer war klein und lachte fröhlich, während er auf dem Schoss einer wunderschönen Elbin saß. Diese trug ein Gewand, welches den selben dunklen Blauton hatte, wie ihre Augen. Ihre leicht gewellten Blonden Haare fielen sanft über ihre Schultern und sie war eine wahre Schönheit. Selbst unter den Elben würde sie als außergewöhnliche Schönheit bezeichnet werden. Ihre Züge wurden von einem liebevollen Lächeln geziert. Der Künstler des Bildes hatte sich sehr viel Mühe im Detail gegeben, das sah ich sofort.
Nun glitt mein Blick zu der letzten Person. Ein stolzer Elb, welcher hinter seiner Frau und seinem Kind stand. Er trug ein dunkles Gewand, welches mit silbernen Fäden durchzogen war. Seine blauen Augen blickten etwas arrogant, doch ein kleines Lächeln lag auf seinen Zügen. Er trug eine silberne Krone auf dem Kopf, welche von lauter grünen Ranken umschlungen war. Die Krone des Frühlings. Sie befand sich im Palast des Elbenkönigs des Waldlandreiches.
Genau in dem Moment klopfte es und ein paar Augenblicke später hörte ich, wie sich die Tür öffnete.
Ich drehte meinen Kopf zur Tür und sah eine schwarzhaarige Elbin eintreten, die mich mit einem freundlichen Lächeln begrüßte. »Gut. Du bist wach. Du hast gut auf die Behandlung reagiert. Ich bin im übrigen Lúthien. Wie geht es dir?«
Ich blinzelte etwas verwirrt.
»Mein Kopf und meine Rippen schmerzen, jedoch geht es mir sonst gut. Wo bin ich hier?«, fragte ich schwach und sah sie müde an.
»Das freut mich zu hören. Ich werde Legolas darüber in Kenntnis setzten. Er wird dir deine Fragen beantworten«, mit einem letzten Blick huschte die Schwarzhaarige wieder aus dem Raum und ich wunderte mich etwas.
Legolas? Der Name kam mir bekannt vor.
Und gerade als die Tür erneut geöffnet wurde wusste ich auch woher.
Legolas Grünblatt war der Prinz des Grünwaldes. Erschrocken zuckte ich zusammen, als sich jemand auf meine Bett Kante setzte und ich blickte in ein paar strahlend blauer Augen.
Der Elb vor mir sah aus, wie eine ältere Version des Jungen auf dem Portrait, woraus ich schloss, dass es sich um den Prinzen handeln musste. Sein Blick musterte mich genau und ich fühlte mich etwas unwohl. Dann blickte er mich wieder an.
»Dir geht es also besser habe ich gehört. Du hast zum Glück gut auf die Behandlung reagiert. Du wärst beinahe gestorben.«
»Was ist passiert?«, wollte ich wissen und sah Legolas an.
»Lúthien und ich sind durch dem Wald geritten, als wir deinen Schrei hörten. Du wurdest von Orks angegriffen und Lúthien und ich haben dich gerettet, meinte er und unsere Blicke begegneten sich bei den letzten Worten.
Plötzlich erinnerte ich mich wieder. Die Lichtung. Die Orks. Alles war wieder da. »Vielen Dank, aber ich war durchaus in der Lage mich selbst zu verteidigen.«
Eine Augenbraue des Prinzen schoss Augenblicklich in die Höhe. »Nein warst du nicht«, meinte er und blickte mich herausfordernd und etwas arrogant an. Was bildete der sich eigentlich ein?
»Tut mir leid wenn ich euch enttäuschen muss, aber ich war sehr wohl in der Lage.«
»Du warst Ohnmächtig und verwundet.«
»Ich hätte das schon geschafft.«
»Nein, hättest du nicht.«
»Ich brauche eure Hilfe nicht.«
»Beim nächsten Mal bin ich klüger.«
Wir starrten uns wütend an. Mir reichte es. Dieser arrogante Schnösel mochte mich vielleicht gerettet haben, doch ich brauchte seine Hilfe nicht.
Legolas blaue Augen funkelten mich an und ein paar Momente später stand er auf und verließ wutentbrannt den Raum.
Endlich war er verschwunden. Ich beschloss ihn fortan nicht zu mögen und ich schwor mir, diese Meinung würde sich nicht ändern. Nicht in diesem Leben.
Doch ich hatte keine Ahnung.




Ein kleiner EINBLICK in das NÄCHSTE KAPITEL

Als ich morgens aufwachte, waren meine langen, schwarzen Haare verwuschelt und auch mein Gesicht sah verschlafen und nicht so gleichmäßig und rein aus wie es sonst immer der Fall war. Der Morgen war nun einmal für die meisten Elben keine gute Zeit. Müde rekelte ich mich, dann schwang ich meine schlanken Bein aus dem Bett und sah mich im Raum um. Überrascht stellte ich fest, dass es Legolas' Raum war. Dann fiel mir alles wieder ein.
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