Der legendäre Kirin

KurzgeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
28.05.2016
28.05.2016
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Kalt scheint der Mond auf den hellen Schnee herab, während weiße Flocken sanft zu Boden fallen. Wieder einmal führt dich deine Arbeit als Jäger in das Schneegebirge. Du warst schon oft an diesem kalten und unwirtlichen Ort und hast dich auch diesmal gut auf deine heutige Mission vorbereitet.

Staunend betrachtest du das helle, grüne Nordlicht, welches sich am Himmel entlangzieht. Dieser Anblick fasziniert dich jedesmal aufs Neue. Bei Nacht ist dieser Ort einfach wunderschön, trotz der vielen Gefahren, die hier lauern, denkst du dir. Zusammen gehst du mit Sarah, deiner treuen Felyne, den provisorischen Weg entlang.

Du kommst an einem See, der sich am Fuße des Berges befindet. Dort grasen einige Antekas und scheinen dich nicht einmal zu bemerken. Selbst ein paar Fische tummeln sich im Wasser. Von hier aus hast du einen guten Ausblick auf dem Berg, welcher dein Ziel ist. Eine Weile lang beobachtest du noch die elchartigen Wesen aus sicherer Entfernung und machst dich dann mit Sarah auf den beschwerlichen Weg zum Gipfel, wo sich das legendäre Biest aufhalten soll.

Ihr beschließt den kürzeren Pfad durch die Eishöhle zu nehmen. Dort werdet ihr auch gleich von klirrender Kälte begrüßt. Du nimmst sofort einen deiner Heißgetränke und verleibst ihn dir ein. Dabei merkst du, dass du am liebsten ein genauso dickes Fell haben würdest wie Sarah.

Aufmerksam siehst du dich um. Von der Decke hängen sehr dicke Eiszapfen. In einer kleinen, verstecken Ecke befindet sich sogar ein Bienennest. Wie die hier wohl überleben können, fragst du dich. Wachsam geht ihr beide weiter. Ihr kommt an einem großen Abgrund an. Du erinnerst dich, dass es nicht mehr weit bis zum Gipfel ist.

Auf einmal hörst du die Rufe einer kleinen Gruppe von Giaprey. Ihr schleicht euch hinter einem Felsen, damit ihr nicht entdeckt werdet und du dieser sinnlosen Konfrontation aus dem Weg gehen willst. Leider versperren sie den Ausgang aus dieser Höhle. Irgendwie musst du sie da weglocken und dir kommt auch gleich eine Idee! Du nimmst einige der Steine, die am Boden liegen und wirfst sie so weit wie du konntest weg. Dies erregt die Aufmerksamkeit der kleinen, weißen Vogelwyvern und sie laufen auch gleich zu der Stelle wohin die Steine flogen. Bevor sie euch bemerken rennt ihr beide aus der Höhle.

Eine starke Schneeböe weht dir ins Gesicht. Der Wind ist sehr stark und hier oben ist es noch kälter. Ihr seid fast am Gipfel. Du siehst dich um. Auch hier hängen Eiszapfen von den Wänden, besonders in der Nähe vom Höhleneingang. Langsam und Vorsichtig gehst du an den Rand der Klippe. Die Aussicht ist wirklich wunderschön und unter dir erstreckt sich eine gewaltige Schlucht. Überall wo du hinsiehst erstrecken sich Berge, nichts anderes ist zu sehen.

Plötzlich hörst du ein leises Wiehern. „Hast du das auch gehört?“ fragst du. Sarah nickt nur und sagt: „Ja, es kam von dort hinten!“ Das kleine Fellwesen zeigt mit der Pfote auf einem Felsvorsprung. Doch da ist nichts. Ihr tut es als eine Einbildung ab und geht weiter. Bevor ihr jedoch dieses Gebiet verlasst schlägt ein Blitz direkt neben euch ein. Erschrocken könnt ihr noch zur Seite springen. „Was zum...!“ sagst du und siehst dich sofort um. Dir ist so, als ob du für einen Moment etwas weißes, leuchtendes gesehen hast.

Ohne euch weiter darum zu kümmern geht ihr weiter bis zum Gipfel. Endlich seid ihr da. Doch noch immer keine Spur von diesem unbekannten Monster, was sich hier befinden soll. Von hier oben konntet ihr nur weitere Berge und Wolken sehen. Zumindest hat der Wind etwas nachgelassen. Das einzige und gleichzeitig beeindruckendste was es hier zu sehen gibt, ist die abgeworfene Hülle eines Kushala Daoras, die wohl schon eine ganze Weile auf der Spitze liegen muss.

Erneut hörst du dieses Wiehern und siehst wie etwas leuchtendes den kleine Weg hinabläuft. Ihr habt euch nicht getäuscht und eilt auf der Stelle hinter her und landet an einem alten Lagerplatz, der schon vor langer Zeit aufgegeben wurde. Grade als ihr euch umdreht taucht wieder ein Blitz vor euch auf und es ist erneut ein Wiehern zu hören. Augenblicklich lauft ihr beide zu der Richtung, woher das Geräusch kam. Du hast das Gefühl, dass die Luft plötzlich von Elektrizität geladen ist. So etwas hast du noch nie zuvor gespürt. Selbst die elektrischen Monster, die du bereits gejagt und zur Strecke gebracht hast, konnten dies nicht. Dir kommt ein leiser Verdacht, um was es sich handeln würde.

Du traust deinen Augen nicht, als du auf einem Felsvorsprung siehst, was euch die ganze Zeit an der Nase herumgeführt hat. Es ist der legendäre Kirin, ein Drachenältester, obwohl er nicht grade wie ein Drache aussieht! Noch nie hast du einen mit eigenen Augen gesehen. Das weiße Biest bäumt sich auf und ließ Blitze auf euch herab fallen. Im letzten Moment könnt ihr ausweichen. Du packst dein Langschwert, das 'K.O.-Drachenschwert', und siehst zu dem Untier hoch. Doch es ist bereits wieder weg. Wie sollt ihr so die Mission erfüllen, denkst du dir.

Er muss hier sein, denkst du dir, während du die Waffe mit einem festen Griff umklammerst. Aus heiterem Himmel schlugen Blitze um euch auf die Erde ein. Vor euch ein besonders kraftvoller und gleißender. Du hältst dir die Augen bedeckt. Als du sie wieder runter nimmst siehst du den kleinen Drachenältesten ein paar Meter vor dir ruhig stehen.

Diese Gelegenheit willst du dir nicht entgehen lassen und prägst dir sein Äußeres genau ein, um später der Gilde davon zu berichten. Der Kirin hat einen hellblauen, pferdeähnlichen Körper. An den Seiten hat er dunkelblaue Streifen. Seine Mähne, der Schweif und die Stellen an seinen Beinen sind von weißem, leuchtendem Fell bedeckt. Die Hufe haben 3 Zehe und das lange Horn ist ebenfalls sehr hell.

Jederzeit mit einem Angriff rechnend machst du dich bereit. Das Untier bäumt sich auf und um ihn herum schlagen Blitze ein. Ihr lasst euch nicht mehr davon beeindrucken. „Jetzt ist Schluss mit den Spielchen!“ rufst du zu dem Biest. Als würde es dich verstehen läuft es mit donnernden Hufen und gesenkten Kopf auf dich zu. Im letzten Moment kannst du noch ausweichen.

Der Kirin dreht sich wieder zu dir um und startet einen erneuten Angriff. Diesmal ist er nicht so leicht auszuweichen. Seine Sprünge sind viel zu unvorhersehbar. Das macht es auch nicht wirklich einfacher ihn zu treffen. Eine ganze Weile überlegst du dir, wie ihr ihn angreifen könnt. Sarah kommt auch eine Idee. „Ich werde ihn ablenken und du versuchst auf ihn draufzuspringen und ihn umzuwerfen.“ schlägt die kleine Felyne vor. Dir gefällt die Idee.

Sarah läuft auf das Monster zu und lenkt es ab, während du einen der Felsvorsprünge hochkletterst. Auf den richtigen Moment wartend siehst du zu wie Sarah es schafft den Kirin zu dir zu locken. In diesem Augenblick springst du hinunter und landest auf seinen Rücken. Sofort versucht dich das weiße Biest mit wilden Bewegungen wieder abzuwerfen. Mit aller Kraft hältst du dich an seine Mähne fest, die elektrisch geladen ist.

Der Drachenälteste fängt an mit großer Geschwindigkeit rumzuspringen. „Ich glaube nicht, dass das so eine gute Idee war!“ rufst du und versuchst dich weiterhin festzuhalten. Doch dies gelingt dir nicht mehr und lässt los. Fast wärst du die Klippe hinab gestürzt, wenn du nicht rechtzeitig losgelassen hättest. „Hier her, Jäger!“ ruft Sarah dir zu. Sie hat einige Bomben aufgestellt. Sie will das Untier damit sicher hochjagen.

Eilig läufst du zu ihr, während der Kirin dich mit seinem Horn jagt. Im richtigen Moment kann Sarah die Bomben zünden und es gibt eine große Explosion, die eine Lawine verursacht. Rechtzeitig könnt ihr euch aber in Sicherheit bringen. Nachdem es wieder ruhig ist seht ihr euch um. Der Kirin steht nicht mehr da. Vorsichtig seht ihr euch um. Ein schwaches Wiehern verrät, dass er noch am Leben ist, aber nicht mehr lange!

Mit nicht mehr ganz so kraftvollen Sprüngen flieht der Kirin vor euch. Ihr lauft hinter ihm her. In der Nähe von dem Höhleneingang, aus dem ihr gekommen seid, habt ihr das weiße Biest endlich eingeholt. Kraftvolle Blitze schlugen überall ein. Mit Mühe konntet ihr ihnen ausweichen. Mit großer Vorsicht versuchst du so nah wie möglich an das Monster ranzukommen. Es fängt jedoch an nach allen Seiten auszutreten, während weitere Blitze einschlugen.

Du beschließt eine Blitzbombe vor das wütende Monster zu werfen. Rechtzeitig können Sarah und du die Augen vor den grellen Licht verdecken. Diese Aktion hat Wirkung gezeigt. Der Kirin kann nichts mehr sehen und fängt erneut an Blitze zu rufen. Sie schlagen alle ziellos ein. Dann fängt das Biest an panisch rumzurennen. Du weichst den kommenden Angriff aus und kannst das Untier an einem der Beine treffen. Eine weitere Attacke trifft ihn an der Seite.

Nach einer kurzen Weile fängt der Kirin an seinen Kopf zu schütteln und fixiert dich. Er scharrt mit den Hufen im Schnee und kommt mit schwachen Sprüngen auf dich zu. Diesmal wird es viel einfacher sein ihn zu treffen. Das Phantom-Biest bäumt sich so gut es geht auf, um mit seiner letzten Kraft Blitze herbeizurufen. Du rennst auf ihn zu, während du die Blitze mit großer Vorsicht ausweichst und rammst ihm deine Waffe in seinem weißen Leib. Der Kirin gab einen letzten Schmerzensschrei von sich und bricht leblos zusammen.

„Das war wirklich ein sehr aufregender Auftrag.“ sagt Sarah und schließt sich dir an. Die Sonne fängt bereits an aufzugehen. Ihr seid wirklich sehr lange weg gewesen. Das erste was du machen wirst, wenn ihr wieder im Dorf seid, ist der Gilde Bericht zu erstatten. Doch nun heißt es erstmal abwarten bis man euch abholt.

~*~


Ich habe es bereits seit einigen Jahren rumlieben, aber habe es erst vor kurzem fertig geschrieben. Vielleicht werde ich bald noch einmal so etwas schreiben. Für Wünsche wäre ich offen.

Außerdem hoffe ich, dass es euch gefallen hat und ich würde mich auch sehr über ein kleines Review freuen. :)
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