Die U.S.S. Hemlis

von Schatana
GeschichteSci-Fi / P12
OC (Own Character)
27.05.2016
15.03.2018
20
26438
 
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Prolog
2381
„Willkommen zu unserer ersten Versammlung! Es freut mich, dass so viele gekommen sind.“ Obwohl der Raum, in dem sie sich befand, relativ klein war, glaubte sie ihre Stimme unendlich weit wiederhallen zu hören, was vermutlich an der Totenstille lag. Alle starrten sie gespannt an. Es waren drei vielleicht vier Dutzend Leute erschienen. Die meisten waren Menschen, doch auch Bajoraner, Vulkanier und Bulianer waren darunter. Viele von ihnen älter als sie selbst, was ihre sowieso schon vorhandene Nervosität noch steigerte.
„Heute Abend möchte ich das Ziel einer noch jungen Organisation präsentieren, die zum Teil von ehemaligen Marquis gegründet wurde“, fuhr sie fort.
Einige schauten sie verwundert an, andere zweifelnd.
„Und ich rede hier nicht von denen, die mit der Voyager vor vier Jahren wieder zur Erde zurückgekehrt sind, sondern von denen, die fliehen konnten, bevor der Marquis ausgerottet wurde. Darunter auch bekannte Gesichter, die Sie aber erst kennenlernen werden, wenn wir sicher sein können, dass Sie nicht spionieren, sondern sich wirklich für die Ziele unserer Organisation einsetzen wollen.“
Zwei Frauen und ein Mann verließen den Raum, was ihr einen kleinen Dämpfer verpasste, obwohl das zu erwarten gewesen war. Sie konnte nur hoffen, dass diese Personen dieses Treffen vor der Sternenflotte nicht auffliegen lassen würden.
Doch als einige ihr ermutigend zulächelten, fuhr sie fort.
„Unsere Organisation nennt sich Sloboda, was aus dem Bosnischen stammt und so viel bedeutet wie Freiheit. Freiheit von der Sternenflotte. Unser Ziel umfasst hauptsächlich Forschung, doch auch die Hilfsbereitschaft für andere Völker, denen die Sternenflotte aufgrund ihrer geheiligten Obersten Direktive nicht helfen kann bzw. will. Außerdem wollen wir durch Handel mit unserer Technologie an neue Technologie gelangen, wobei wir aber selbstverständlich auf den Einsatz von Gewalt verzichten. Mein Mann wird sie jetzt noch genauer darüber informieren.“
Begleitet von Applaus verließ sie die Bühne. Sie hatte ein gutes Gefühl bei der Sache. Sie hatte das Gefühl etwas Gutes und Großartiges zu erschaffen. Doch damals ahnte sie noch nicht, wie groß diese Organisation einmal werden sollte.
36 Jahre später
„Jake?“, erklang eine Stimme hinter ihm.
Ein Mann Mitte dreißig mit breitem Rücken drehte sich um und schaute den jungen Bajoraner mit hochgezogen Augenbraue an. „Was?“
„Die U.S.S. Hemlis, Sir!“
„Was ist mit ihr?“
„Sie haben den Start festgelegt.“
Der Mann wirkte sofort viel aufmerksamer. „Wann?“
„Ungefähr Mitte nächsten Jahres.“ Der Bajoraner schien sich unwohl zu fühlen, denn er verlagerte ständig das Gewicht von einem Bein auf das Andere.
„Die Sternenzeit, Zej“, presste der andere mit zusammengebissenen Zähnen hervor.
„886401,0“, stammelte dieser.
„Geht doch. Und jetzt zisch ab.“
Zej zog den Kopf ein wenig ein und verschwand.
Eine Silhouette löste sich aus den Schatten des Zimmers. „Ich hab dir doch gesagt du sollst die Finger davon lassen! Das ist eine Nummer zu groß, Jake.“
Er zuckte zusammen. „Und ich hab dir schon tausend mal gesagt, dass du dich nicht immer so anschleichen sollst!“
Sie zog nur die Augenbrauen hoch und sah ihn verächtlich an. „Klar doch. Aber ansonsten bekomme ich ja nichts mehr mit, da mir ein gewisser Herr ja alles verschweigt.“
Er verdrehte die Augen. „Stimmt überhaupt nicht“, brummelte er.
„Natürlich.“ Sie seufzte. „Ich hab dir doch schon erklärt, dass die U.S.S. Hemlis eine Nummer zu groß ist.“
„Wir haben schon genug Leute, die auf dieses Schiff kommen werden, um sie zu überwältigen. Darunter übrigens auch ich. Was soll da schon schief gehen?“
„Etwas weniger Selbstvertrauen würde dir auch nicht schaden.“
Er lachte. „Ich liebe dich auch.“
„Jaja. Deswegen hörst du ja auch auf mich.“
Obwohl sie mies gelaunt wirkte, nahm er sie in die Arme und strich ihr mit der Hand über den Rücken. „Ich hab dir aber auch gesagt, dass die U.S.S. Hemlis unsere große Chance ist. Mit ihr bekommen wir die neueste Technologie der Sternflotte. Nicht einmal Zej hat bisher viel über die Konstruktion und den Antrieb in Erfahrung bringen können. Und das obwohl er der Maschinenraumchef sein wird.“
„Maschinenraumchef.“ Sie lachte in sich hinein.
„Hey.“ Er hielt sie eine Armeslänge von sich entfernt. „Du lachst ja wieder.“
Sie schaute gespielt ernst. „Gar nicht wahr. Sie müssen sich das eingebildet haben. Ich lache nie.“
„Sorek?“, riet er.
Sie grinste. „Das war doch offensichtlich, oder?“
„Tzz.“ Er grinste zurück.
„Ach ja, was ich dir noch mitteilen wollte. Vielleicht solltest du mal etwas netter zu Zej sein. Er ist noch so jung und strengt sich wirklich an. Außerdem ist er der beste Ingenieur den wir haben. Du solltest ihn nicht verschrecken. Damit riskierst du nur, dass er die Seiten wechselt.“
„Heißt das du stimmst der Aktion mit der U.S.S. Hemlis zu?“ Er schien sich wie ein Kind an Weihnachten zu freuen.
„Nur um das klarzustellen!“ Sie hob ihren Zeigefinger. „Ich heiße die Aktion nicht gut, aber du hast mich von ihrer Wichtigkeit und den möglichen Vorteil gegenüber der Sternenflotte überzeugt.“
„Yes!“ Er wollte sie küssen, doch sie schaffte es ihn auf Abstand zu halten.
„Aber“, holte sie aus.
„Och nö. Bitte keine Bedingung!“, nörgelte er.
„Du nimmst mich mit.“ Zufrieden lächelte sie und tätschelte seine Wange.
„Was?“ Er schien entsetzt. „Aber wie soll ich das machen? Selbst wenn du dich jetzt bei der Sternflotte einschleichst, lassen die dich doch noch nicht mit auf das Schiff!“
„Ich dachte du hast so mächtige Freunde?“ Abwartend sah sie ihn an.
„Naja… Soo mächtig sind sie jetzt auch nicht…“ Er kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Außerdem würde das auffallen. Und die Sternenflotte steht sowieso kurz davor uns auffliegen zu lassen…“
„Ausreden über Ausreden.“ Sie lachte. „Ich hab ja auch gar nicht gesagt, dass du mich so mitnehmen sollst. Wir machen einfach einen Treffpunkt aus, ich warte dort mit einem Shuttle auf euch und ihr nehmt mich mit an Bord und dann nichts wie weg hier!“
Jake schien nachzudenken. „Na gut… Einen Versuch ist das wert. Aber wir sollten das erst mit den anderen absprechen.“
„Yes!“, ahmte sie ihn mit tiefer Stimme nach, bevor sie ihre Hände um seinen Hals schlang und ihn zärtlich küsste.
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