Hidans ❀ Gartenbedarf

OneshotDrama, Thriller / P18 Slash
27.05.2016
27.05.2016
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„Ich brauche einen Gärtner für zwei Mal die Woche. Für die erste Zeit unter Umständen täglich, da der Garten hergerichtet werden muss. Er sieht nicht nur katastrophal aus, sondern apokalyptisch“, sagte Sasuke gelangweilt und betrachte die Seite von Hidans Gartenbedarf eingehend. Ein wenig hinterließen die Worte bei ihm einen fahlen Nachgeschmack. Hidans Gartenbedarf, das klang infantil. Und wenn Sasuke Uchiha eine Sache nicht mochte, dann waren es infantile Dinge.

Wieso auch immer er mit seinem Freund zusammen war, aber Sasuke hatte schon viele fragwürdige Dinge in seinem Leben getan, also würde es wohl weiter in Ordnung sein Naruto zu ficken. Oder an beschissenen Tagen sich ficken zu lassen.

Ein Uchiha brauchte auch seine Entspannung und Massagen konnte er sich nicht einfach um vier Uhr morgens leisten.

Also, an sich schon.

Aber er wollte nicht um vier Uhr morgens einen Masseur in sein neu gekauftes Haus, etwas außerhalb der Stadt kommen lassen. Naruto ließ er hingegen gerne kommen. Und das mehr als einmal. Aber genug davon, der Gärtner hatte gerade Vorrang.

Das war das Problem, wenn man in eine sehr prestigehaltige Nachbarschaft zog. Man musste sich um so einen Scheiß kümmern, wie… den Garten. Für ihn persönlich nichts weiter als Zeitverschwendung, wenn er ehrlich sein durfte. Wenn es nach Sasuke ging, dann könnten durch seinen Garten verdammte Steppenläufer rollen und er könnte keine zwei Fucks geben. Aber die Nachbarn würden die Nase rümpfen und hinter seinem Rücken über ihn reden.

Und das wollte er dann doch nicht.

Sasuke war eitel.

Und?

Aber er würde sich sicher nicht selbst um den gigantischen Garten kümmern, dafür fehlte ihm auch schlichtweg die Zeit. Und die Lust. Aber vor allem die Zeit. (Nein, noch mehr die Lust. Er war kein Mann, der gerne Dreck unter seinen Fingernägeln wegkratzte.) Aber das Gute daran war: Die Beförderung bei der Arbeit brachte zu seinem eh schon erheblichen Erbe einen sehr netten Zuschlag, was das Geld anging. Ergo: Er konnte sich einen Gärtner leisten und dieser Hidan schien der richtige für den Job zu sein.

Er war der erste Treffer gewesen, als er bei Google nach Gärtnern in seiner Nähe gesucht hatte.

Die Seite war ganz nett aufgemacht. Das musste er zugeben. Wenngleich etwas kitschig. Hatten die Rosenranken an der Seite wirklich sein müssen? Oder die kleine lachende Sonnenblume am unteren Bildschirmrand, die ihm anbot ihn über die Seite zu führen? Wirklich?

Aber gut.

Die Preise schienen vernünftig.

Und es war Sasuke – wie bereits gesagt – scheiß egal.

„Natürlich. Das Honorar von 15$ die Stunde ist Ihnen bekannt?“

„Ja. Bei guter und sauberer Arbeit bin ich gerne bereit einen Zusatz zu zahlen. Alias: Wenn ich nicht vom Gärtner genervt werde, ich habe relativ viel zu tun.“ Sasuke klang nicht nur wichtig, er war es auch noch. Als leitender Ermittler der Spurensicherung hatte er nicht nur einen recht schweren Job, sondern einen verdammt wichtigen.

„Sie sind der Boss. Ich kann morgen direkt vorbeikommen und Sie sagen mir, wie Sie sich den Garten vorstellen.“ Der Mann am anderen Ende der Leitung war es nicht gewohnt leise zu sprechen, das fiel Sasuke direkt auf. Seine Stimme war laut und dröhnend, aber wenigstens würde er bei der Gartenarbeit nicht sonderlich viele Leute haben, mit denen er reden konnte.

Vorteil.

Außer er war einer der Spinner, die dachten, dass es half, wenn man mit Pflanzen redete. So ein verdammter Öko-Bullshit.

„Klingt gut. Seien Sie um 10 Uhr hier, meine Adresse…“ Sasuke gab seine Daten durch und legte mit einem selbstgefälligen Grinsen auf. Das war ja besser gelaufen als angenommen. Das würde wirklich verdammt gut aussehen. Und wer weiß, vielleicht konnte er schon in wenigen Wochen an seinem Pool liegen, umgeben von einer grünen Oase. Mit Narutos Kopf zwischen seinen Beinen.

Das Leben war gut.

Und Sasuke war zufrieden.





Hidans Händedruck war feste, auch wenn man an den rauen Händen deutlich spüren konnte, dass er schon so manche Gärten bearbeitet hatte. Aber das sprach für ihn, oder? Er war ein wenig größer als Sasuke und deutlich breiter gebaut. Kam wahrscheinlich von der harten, körperlichen Arbeit. Sein Kreuz war wirklich fucking gigantisch und seine Oberarme hatten die Größe von kleinen Kindern. Babys. So war das Wort. Von fetten Babys.  

Sasuke war mehr der Ausdauer-Mensch. Seine Muskeln waren definiert, aber nicht aufgepumpt. Schlank, sportlich, so würde man ihn am ehesten beschreiben. Und er sah atemberaubend in Armani aus.

Hidan trug nur ein weißes Shirt und schwarze Jeans, sah aber ganz gut darin aus. Gut die grau gefärbten Haare waren nicht so vollkommen Sasukes Ding, aber er musste seinen Gärtner ja auch nicht ficken.

Auch wenn er nicht soooo viel dagegen hätte.

Er führte den Mann durch das Haus hin zu seinem Garten, der gerade mehr wie eine Wüstenlandschaft aussah, als wie etwas, wo wirklich Pflanzen überleben konnten. Eine dreckige Wüstenlandschaft mit Dornenbüschen. Keine Rosenbüsche. Die Rosen waren schon lange tot, noch bevor Sasuke das wundervolle Haus aufgekauft hatte.

„Das wird fucking viel Arbeit“, murmelte Hidan neben Sasuke und stemmte die Hände in die Hüften. Gott, er schob ein wenig den Unterkörper vor, als wollte er von Mutter Natur einen Blowjob bekommen. „Irgendwelche Wünsche mit dem Garten?“, fragte er und seine Stimme klang noch rauer, als am Telefon. Sasuke hörte die Stimme nicht gerne und er betete, dass er nach diesem Gespräch keine weiteren Dialoge mit Hidan führen müsste.

„Irgendwas. Machen Sie es grün, lebendig. Hübsch. Die Nachbarn sollen drauf sehen und sich denken, dass das ein solider, guter Garten ist. Vielleicht einen Ticken besser als ihrer.“

Hidan gab ein bellendes Lachen von sich, nickte.

„Ein Angeber-Garten? Das schaffe ich, Boss. Irgendwelche Limitationen bei dem Geld für die Pflanzen?“

Sasuke schüttelte den Kopf. „Nein. Wenn das alles ist, ich muss zur Arbeit. Wenn es Probleme gibt, Sie haben meine Nummer. Aber ich denke nicht, dass die Pflanzen Probleme machen sollten.“

„Noch hab ich keine fleischfressende Pflanze gepflanzt, Boss…“ Hidans Lächeln war… unheimlich. Das musste Sasuke zugeben. Ein kleiner Schauer lief seinen Rücken herunter, aber er schob es darauf, dass er im Allgemeinen nicht sonderlich gut auf Menschen zu sprechen war. Er war immer mehr der einsame Wolf gewesen. Nicht, weil es #cool und #edgy war, sondern weil es einfach mehr seiner Persönlichkeit entsprach.

Aber das war hier nicht wichtig.

Er verabschiedete sich mit einem knappen Nicken von Hidan und ging zurück in sein Haus, schnappte sich seine Schlüssel und verließ das Haus nach vorne hin. Hidans Lieferwagen stand direkt neben seinem BMW und er hatte auch die lächerliche gigantische Sonnenblume auf der Seite aufgemalt. Sie trug sogar eine Sonnenbrille. Lächerlich.

Sasuke schloss seinen Wagen auf und rutschte auf den Fahrersitz, einen letzten Blick auf den Lieferwagen werfend. Seltsam… die Fenster waren getönt, aber gut… das waren sie auch in Sasukes Wagen, wer war er also, dass er sich beschweren durfte.





Als er am Abend von der Arbeit zurückkam, packte Hidan gerade seine Utensilien ein. Besonders die mannshohe Sense fiel Sasuke dabei auf. Gott, er hatte einen Rasenmäher, die beschissene Sense musste er nicht benutzen, aber vielleicht war das einfach Hidans Stil? So lange die Arbeit erledigt wurde, war alles gut. Und ein kurzer Blick in den Garten sagte ihm, dass er die Arbeit gut erledigt hatte. Er hatte das meiste Gestrüpp beseitigen können, hatte die Hecken am Rande des Gartens bereits zugeschnitten und doch… Sasuke gab zu, dass er beeindruckt war.

Er selbst hätte Jahre auch nur für einen Dornenbusch gebraucht.

Hidan wirkte auch sehr zufrieden, wenngleich…

„Sie bluten“, stellte Sasuke neutral fest und nickte in Richtung der aufgekratzten Arme. Über und über waren sie von kleinen, feinen Schnitten. „Wollen Sie sich drinnen ein Pflaster holen… oder hundert?“ Sasuke zog eine Augenbraue leicht hoch, aber Hidan winkte nur ab.

„Nah, ist schon gut, Boss. Morgen zur selben Zeit? Ich bring dann die ersten Blumen mit.“

„Zur selben Zeit.“





Hidan war wirklich gut, was die Gartenarbeit betraf, das musste Sasuke einfach zugeben. Auch wenn er verdammt nervig war. Einen Tag hatte Sasuke sich Arbeit mit nachhause genommen und Hidan sang die ganze verdammte Zeit, während er ein breites Beet aushob.

Die ganze… beschissene Zeit.

Jetzt würde Sasuke für die nächsten Monate verdammte Spice Girls Songs in seinem Kopf haben, so viel war klar.

Wenigstens hatte Hidan irgendwann sein Oberteil ausgezogen und das war dann doch ein guter Anblick gewesen. Starke, solide Muskeln, die sich unter gut gebräunter Haut bewegt hatten. Ja, Sasuke hatte vielleicht ein wenig gestarrt und auch wenn er vergeben war… ein wenig Schauen hatte noch niemanden das Leben gekostet, was?

Genau.

Und was gab es schöneres als muskulöse Männer bei der Arbeit zu beobachten? Sasuke fielen nicht viele Dinge ein.





Zum Glück hatte er nicht sonderlich oft Zeit die Arbeit in den eigenen vier Wänden zu erledigen. Wobei, nein… Leider… Leider für die anderen Menschen, zum Glück für die eigenen Ohren. Jedenfalls wurde er zu erstaunlich vielen Tatorten gerufen. Also wirklich… erstaunlich vielen. Und sie alle hatten etwas gemein. Sehr viel Blut, aber sehr wenig Leiche.

Um genau zu sein, absolut gar keine Leiche und das war… beunruhigend.

Das Vorgehen war meistens ähnlich. Von den Blutspritzern an Wänden, Decken und den Böden konnte er sagen, dass es sich meistens um stumpfe Gewalteinwirkung auf den Hinterkopf handelte. Aber ab und an waren es auch Spritzer, die darauf schließen ließen, dass den Opfern die Kehlen aufgeschnitten worden waren. Aber wie gesagt. Nie ein Zeichen von einem toten Körper. Sie tauchten nirgendwo auf und als die sechste Person auf diese Art verschwunden war… Nun, Sasuke wurde schon anders im Bauch.

Der Gedanke, dass wahrscheinlich in irgendeinem Keller sechs Leichen – oder mehr – lagen und langsam vor sich hin faulten, das erregte bei ihm nicht nur Übelkeit.

Aber er würde den Mistkerl finden. Wer so viele Morde in so kurzer Zeit beging, der musste irgendwann einen Fehler machen.

Irgendwann.





„Nein, Naruto. Ich habe nicht ‚Mal wieder einen von meinen Kontrollzwängen‘“, seufzte Sasuke. Naruto schaffte es wirklich auf seinen so oder so schon dünnen Nerven einen Drahtseilakt zu vollführen, den man nur als lebensmüde beschreiben konnte. Wütend warf Sasuke die Türe zu seinem Auto zu und lehnte sich schwer seufzend gegen die Türe, massierte sich die Nasenwurzel.

Er war müde.

Er war unbeschreiblich müde.

Die Presse hatte von dem Mörder Wind bekommen und nachdem nun reißerische Artikel aufgetaucht waren, die den ‚Phantom-Killer‘ der Öffentlichkeit präsentierten, war die halbe Stadt in heller Aufruhr. Mittlerweile waren die bestätigten Opfer auf eine solide Acht gekrabbelt und Sasuke, wie auch die Sonderkommission ruderten mit den Armen.

Aber sie hatten nichts weiter als Stohhalme nach denen sie griffen. Und selbst die brachen unter ihren Fingern weg.

„Aber da draußen treibt sich ein Mann oder eine Frau herum, der Menschen umbringt und ihre Leichen irgendwo versteckt. Und ich will dich sicher wissen. Also tu mir nur ein Mal den Gefallen und bleib mit deinem fetten Hintern in deinem Bett und geh nicht zu der Party in diesem absolut undurchsichtigen Teil der Stadt.“ Wo Sasuke die letzte Leiche gefunden hatte. Oder eben nicht gefunden hatte.  

Erstens: Hast du gerade meinen atemberaubenden und wundervoll geformten Arsch fett genannt? Rat mal, wer an den in den nächsten Wochen nicht mehr kommen wird. Zweitens: In New York gibt es sicherlich mehr als einen Killer und wir sind acht Millionen Menschen oder so. Die Chancen, dass ich erwischt werde sind gering!“

Wieso… wieso war Naruto so dumm und uneinsichtig und… dumm.

Wenigstens war er hübsch.

Sasuke gab ein noch sehr, sehr viel schwereres Seufzen von sich, wischte sich über die müden Augen. Das letzte Mal Schlaf war schon verdammt lange her. Länger, als es ihm lieb war, wenn er ehrlich war und… Fuck, er hatte wirklich keine Energie für den Streit.

„Ich weiß, ich weiß… Aber ich darf mir Sorgen machen. Wenn du meinen Job hättest, würdest du dir auch welche ma…“

Sasuke stockte, als sein Blick auf die hintere Tür von Hidans Laster fiel, der noch immer in seiner Einfahrt stand. An sich war sie normal, schlichtweg wie immer, aber unten, dort wo die Laderampe ansetzte war etwas Rotes… Etwas verschmiert, aber an sich relativ eindeutig:

Blut.

Er hatte genug gesehen, um getrocknetes Blut zu erkennen.

Sasuke zog die Augenbrauen ein wenig weiter zusammen, wie ein drohendes Gewitter, als er zu dem Laster ging und Naruto kaute ihm am anderen Ende der Leitung weiter ein Ohr ab, dass er ein verantwortungsvoller Erwachsener war und er ging so oder so mit Sakura und ihrer Freundin Ino dahin und die beiden waren doch eher Opfer für einen Mörder und…

Sasuke hörte gar nicht mehr zu, ging vor dem Laster in die Hocke und betrachtete die rote Farbe eingehend, bevor er seinen Aktenkoffer auf den Boden stellte, schnell aufklappte und ein paar Handschuhe auspackte. Er zog sich einen Handschuh über und berührte das Rot.

Rieb ein wenig ab.

Brachte es an seine Nase.

Und in der Tat.

Es roch nach Blut.

„In Ordnung, Naruto. Schreib mir aber bitte, wenn du sicher wieder in deinem Bett bist“, sagte Sasuke fahrig und legte auf, schob sich das Handy in die Jackentasche, während er Hidan hörte, wie er näher kam. Lauthals Posh Spice nachmachend.

Fuck.

Fuck!

Sasuke richtete sich schnell auf und schloss seinen Aktenkoffer, nachdem er den Handschuh hineingeworfen hatte, lief um den Wagen herum und beinahe in Hidan hinein, der verwirrt eine Augenbraue hochzog, bevor er grinste. Das Lächeln erreichte nicht seine Augen.

„N’abend Boss. Schon wieder da?“

„Ja, heute gab es wenig zu tun.“ Sasuke versuchte seinen Ton so neutral wie möglich zu halten, was verdammt schwer war. Wenigstens konnte er nicht noch blasser werden, als er so oder so schon war. Ein Vorteil hatte es dann doch, dass der größte Teil seines Jobs drinnen war. Hidan schwieg einen Moment und er ließ seine aufmerksamen Augen kurz über Sasukes Gesicht huschen. Hoffentlich sah er nicht zu angespannt aus.

„Klingt gut. Wollen Sie sehen, wie der Garten voran geht? Noch kann ich Kram ändern.“

Sasuke wollte nein sagen, aber er ertappte sich dabei, wie er knapp nickte. Hidan stellte seine Sense neben dem Auto ab und bedeutete Sasuke ihm zu folgen. Schnell überprüfte Sasuke ihn. Er hatte nirgendwo Blut an seiner Kleidung, also war das Blut am Wagen wahrscheinlich nicht von ihm. Sasuke überlegte fieberhaft, was für Erklärungen es noch geben konnte. Eine Menge, wenn er ehrlich war. Eine verdammte Menge, aber sie alle wurden hinfällig, als er den Garten betrat.

Acht Beete.

Acht verdammte Beete zierten seinen Garten und die Blumen auf den bereits angelegten blühten in wunderschönen Farben.

„Ich hab einen ganz besonderen Dünger benutzt“, sagte Hidan stolz, als er Sasukes Blick bemerkte, und klopfte ihm lachend auf die Schulter. Das war… Sasuke würde keine voreiligen Schlüsse ziehen, er war ein klarer, analytischer Mensch und der Angeklagte war unschuldig, bis eben ein triftiger Beweis ihm die Beine brechen würde. Das waren alles nur Indizien, aber er hatte keinen Beweis. Ein kleines Bisschen normalisierte das wieder seinen rasenden Puls, aber nicht genug.

Sasukes Blick blieb an einem leeren Beet hängen, das gerade erst ausgehoben worden war. „Ich fülle das Beet dahinten morgen mit guter Erde auf und pflanze dann einige Blumen. Soweit alles zur Zufriedenheit, Boss?“

Sasuke nickte nur, schluckte schwer.

Acht Beete.

Ein Neuntes lag offen da.

Vielleicht sollte er es eher als Gräber bezeichnen, aber das war… nein, das war lächerlich.

„Wunderbar, ich kümmere mich noch um die Hecken, die will ich heute noch schaffen.“ Noch ein Schlag auf seine Schulter, der beinahe alles an Luft aus Sasukes Lungen presste, bevor Hidan munter pfeifend sich an das Grünwerk machte. Und Sasuke? Nun, Sasukes Hände zitterten vielleicht ein wenig mehr, als es normal war.

Besonders als er die gigantische Heckenschere sah.




Hidan hatte länger als sonst an den Hecken gearbeitet und Sasuke konnte sich keine Sekunde auf die Arbeit konzentrieren. Die ganze Zeit beobachtete er den Mann durch die hohen Fenster, wie er munter die Hecken in eine solide Form brachte. Die Sonne küsste bereits den Horizont und der Himmel war nichts weiter als ein blutrotes Gemälde, das langsam der Schwärze der Nacht unterlegen war, als Hidan sich verabschiedete und mit seinem Wagen davon fuhr.

Sasuke wartete noch einige Minuten länger und die Dunkelheit hatte sich bereits über das Haus gesenkt, bevor er den Mut aufbrachte und hinab ging.

Es war frisch im Garten und eine leichte Gänsehaut stellte sich auf seinen Armen auf, als er über den Rasen zu seinen Beeten tappte. Das ungute Gefühl in seinem Magen verstärkte sich nur noch und er spürte die Übelkeit langsam seine Kehle hinauf krabbeln. Er sollte gehen. Er sollte einfach weg von hier gehen und die Polizei rufen… Aber er wollte sie nicht ohne Grund rufen… Am Ende würde sich das in seiner Abteilung rumsprechen, dass er ein paranoides Stück Scheiße war und da hatte er wenig Lust drauf. Also, wenn er sich irren sollte.

Unsicher ging er neben dem neusten Beet in die Knie und überlegte einen Moment, ob er sowas wie eine Schaufel besaß, aber… nein. Das waren Dinge, in die er nie Geld investiert hatte. Also musste er wohl oder übel seine Hände dreckig machen…

Er atmete ein, zwei Mal sehr tief durch, bevor er die erste Blume packte und aus dem frischen Beet riss, sie neben sich ablegte.

Es folgten zwei, drei, vier weitere Blumen, bevor er eine Fläche freigeschaufelt hatte, die groß genug war, um zu buddeln. Und das tat er. Zuerst unsicher und stockend, aber je dreckiger seine Hände wurden, umso einfacher fiel es ihm. Die Anspannung in seinem Bauch wuchs, breitete sich auf jeden Muskel aus und er schluckte schwer.

Mit jeder Hand vor Erde, die er neben sich auf den Rasen warf, war er erleichtert und panisch zugleich. Erleichtert, weil er noch nichts gefunden hatte, was man im Allgemeinen nicht in seinem Beet haben wollte, aber panisch, weil… es ging tiefer.

Er grub wie ein besessener, das Loch wurde groß und größer und er musste mittlerweile tief in die Erde greifen, um weiter buddeln zu können. Sasuke warf eine weitere Hand voll Dreck neben sich, langte wieder in die Dunkelheit hinab, als er etwas Kaltes berührte.

Etwas, das zu weich war für einen Stein und zu hart für einen weiteren Klumpen Erde.

Etwas, das sich verdammt nach einer Nase anfühlte.

Sasukes Magen zog sich zusammen und er schob die Erde in dem Loch ein wenig hin und her. Im fahlen Licht der aufkommenden Dunkelheit konnte er… ein verdammtes Gesicht sehen. Ein… ein Gesicht, das eindeutig menschlich war, oder es einmal gewesen war, bevor der natürliche Prozess der Zersetzung eingesetzt hatte. Er war noch nicht weit fortgeschritten, aber…

Sasuke riss die Augen auf, holte zitternd Luft. Er kannte den Anblick von Leichen und er wusste, wie Verwesung aussah, ansonsten hätte er wahrscheinlich gebrochen. Er… er musste die Polizei rufen und das sofort. Sich nicht darum kümmernd, dass er seinen Armani-Anzug dreckig machte, flogen seine Hände zu seiner Hosentasche, aber er sollte niemals sein Handy greifen können, weil just in diesem Moment ihn etwas schweres, hartes am Kopf erwischte.

Sasuke konnte gar nicht mehr die Sterne zählen, die vor seinem inneren Auge aufleuchteten, als sein Körper kraftlos zur Seite wegbrach. Aber er konnte noch einen sehr klaren Gedanken fassen…

Fuck.





Sasuke wachte von einem stetigen Geräusch auf, das sich durch seine Kopfschmerzen kämpfen konnte. Es war das Geräusch von einer Schaufel, die in die Erde gestoßen wurde, gefolgt von einem dumpfen Aufprall. Es dauerte einige Sekunden, bis Sasuke begriff, dass die Erde auf seine Beine geschaufelt wurde und bereits eine ziemliche Schicht auf seinem Unterkörper verteilt lag.

Um seinen letzten Gedanken aufzufassen:

Fuck.

Er gab ein Stöhnen von sich, versuchte seine kraftlosen Glieder irgendwie zu bewegen, aber es war eine größere Anstrengung, als angenommen, vor allem als ihm aufging, dass seine Glieder mit Kabelbinder gefesselt waren und ein beschissener Knebel mit Duct Tape auf seinem Gesicht befestigt worden war.

„Ah, Boss. Wieder wach?“, hörte er Hidans penetrant nervige Stimme über sich und Sasuke öffnete blinzelnd die Augen. Wie bereits vermutet lag einiges an Dreck auf seinen Beinen, breitete sich leicht über seine Brust aus und die Panik schoss heiß und glühend in seinen Körper.

Vor allem als ihm aufging, dass er selbst in dem neunten Grab lag.

Beet wollte er es wirklich nicht mehr nennen.

„Wissen Sie, Boss… Oder darf ich Sasuke sagen? Ich darf Sasuke sagen.“ Er redete mit ihm in einem lockeren Plauderton. Als würden sie sich über das Wetter unterhalten. „Ich dachte wirklich, dass ich damit noch eine Weile davonkomme, aber nein, dieser dämliche Kiba musste ja wie ein abgestochenes Schwein bluten. Das Blut an der Türe habe ich übersehen. Uups, mein Fehler.“ Er grinste zu Sasuke hinab, der seine Kräfte mobilisierte und irgendwie versuchte sich aus dem Scheiß zu befreien.

Aber die Karten standen nicht nur gegen ihn… Sie hatten sich vollkommen von ihm abgewandt.

Selbst wenn er den Dreck von seinem Körper wegbekommen könnte, er war immer noch gefesselt und lag in einem knapp einem Meter tiefen Loch! Er keuchte erschrocken, bewegte sich nur noch härter, panischer.

„Sh sh sh… Alles wird gut, du musst nicht so zappeln… Naja, wo war ich? Achja. Kiba. Er liegt ein Grab weiter im Übrigen, nicht dass dich das noch lange interessieren dürfte, aber ich denke ein paar Infos können nicht schaden.“

Eine besonders große Ladung an Dreck traf Sasukes Gesicht und er hustete, kniff die Augen zusammen und versuchte irgendwie die Erde von seinem Gesicht zu schütteln. Schreien wäre sinnlos, das wusste er. Die Häuser standen zu weit auseinander, niemand würde ihn hören… Eigentlich hatte er das Haus genau deswegen gekauft. Damit er seine Ruhe hatte und niemanden hörte.

Im Gegenzug hatte er auch nicht gehört werden wollen.

Super gemacht, Sasuke.

„Und ich wusste, dass du das Blut gesehen hast. Gott, dafür, dass du so eine Poker-Fresse hast, sind dir die Gesichtszüge ziemlich entgleist, als du Eins und Eins zusammengezählt hast. Spätestens als du die Beete gesehen hast.“ Hidan kicherte. Dreckig und gemein. Wurde lauter. Das Kichern wuchs zu einem Lachen, das er aus vollster Kehle in die Nacht bellte. Sasuke lief es eiskalt den Rücken runter. Er zappelte intensiver, wollte sich irgendwie befreien, aber Hidan machte ihm einen Strich durch die Rechnung, warf eine weitere Ladung in Sasukes Gesicht.

Etwas Dreck kam in seine Nase, er schnaubte, holte rasselnd Luft.

Keuchte.

Die Panik wuchs in ihm, immer weiter, immer heller. Die Instinkte in seinem Körper nahmen überhand, keinerlei Eleganz war in seinen Bewegungen, kein Bisschen Vorsicht. Nur der Flucht-Instinkt, der alles andere überschattete.

„Oh, Sasuke, Sasuke, Sasuke. Nein. Es tut mir Leid, aber ich kann dich nicht entkommen lassen.“ Sasuke zuckte zurück, als er die raue, warme Hand von Hidan an seiner Schläfe spürte, merkte wie er ein wenig Dreck von seinem Gesicht weg drückte. „Ich dachte wir beide hätten hier echt was Tolles am Laufen, aber du musstest ja das Blut bemerken. Schade. Wirklich Schade.“ Hidan klang nicht so, als würde es ihm leid tun und Sasuke zuckte unter seiner Berührung zusammen.

„Du fragst dich vielleicht, wieso ich das mache… Und weißt du, es gibt eine verdammt einfache Erklärung.“ Er grinste wieder, stützte sich mit dem Arm auf seinem Oberschenkel ab und sah beinahe schon liebevoll zu Sasuke hinab, der weiter und weiter versuchte sich zu befreien. „Es war immer der Gärtner.“

Er lachte wieder, als hätte er einen besonders schönen Witz gerissen, bevor er aufstand. „Ja, ich habe eine Gärtnerei aufgemacht, nur für diesen Witz und du bist der Erste der ihn hört, toll oder?“ Er sah Sasuke an, als sollte er lachen, aber noch nie in seinem Leben war Sasuke weniger nach Lachen zumute gewesen. Und das sollte was heißen.

„Aber so gerne ich auch mit dir plausche, mein Freund, ich muss weitermachen. Noch viel zu tun, noch viel zu tun und so wenig Zeit. Du hast mein schönes Alibi mehr oder weniger kaputt gemacht. Leute werden dich hier suchen kommen und ugh. So viel Arbeit, ich muss verschwinden. Naja… War lustig.“

Hidan stellte sich über das Grab, die Schaufel hoch erhoben und Sasuke gab hohe, protestierende Laute von sich, die von seinem Knebel gedämpft wurden. Aber alles half nichts mehr, als die Schaufel auf ihn nieder fuhr und ein stechender Schmerz das Letzte sein sollte, was er jemals spüren sollte.

Es war wirklich immer der Gärtner.





Naruto Uzumaki:
Yooooo :D Bin im Bett! Sicher und wohlbehalten. Musste zwölf Mörder abwehren, aber habs geschafft. Sehen wir uns morgen? :D Bin mal pennen!
Gesendet: 03.47 Uhr





( ƅ°ਉ°)ƅ

Hidan als Butler wäre auch heiß gewesen, aber ich wollte verschwitzte Muskeln beschreiben. U feel me kidz? Ich hab euch in der Kurzbeschreibung gewarnt, also…  Ich gebe -Zerschmetterling- alles an Schuld hierfür. ALLES.

Hochachtungsvoll,

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