Ein Abenteuer wider Willen

von Torbr
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Drachen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
26.05.2016
17.09.2018
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Hallöchen allerseits,
Und willkommen bei dieser kleinen Geschichte. ^^
Sie spukte mir nun schon etwas länger im Kopf umher, doch ich hatte nie wirklich Zeit mich großartig mit ihr zu beschaffen. Allerdings hatte ich bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt seeeeehr viel Zeit zum nachdenken, weswegen ich endlich dazu kam, endlich einmal alles ins Rollen zu bringen. Ich mag hier nun nicht lange rumerzählen, bzw. quatschen, deswegen hier noch ein paar wichtige Hinweise: Die Drachen in dieser Geschichte sind anthropomorph (auf deutsch: menschenähnlich, wer immer noch nix damit anfangen kann: Google ist dein Freund und Helfer ^^). Sprich, wer soetwas nicht unbedingt leiden kann, ist somit gewarnt. ;)
Außerdem wird es nur sporadisch neue Kapitel geben, da ich bereis eine andere FF am laufen habe, die momentan meine Priorität genießt.
Alle Charaktere und Landschaften dieser Geschichte sind mein geistiges Eigentum, allerdings steht es euch frei sie zu nutzen, solange ihr es nicht als eigene Idee darstellt. =)
In diesem Sinne, wünsche ich euch nun viel Vergnügen mit dem Prolog:





Einst gab es eine glückliche Familie.

Ein Vater, stark und liebevoll.
Eine Mutter, gütig und wunderschön.
Und eine Tochter, verspielt und ohne Sorgen.

Sie alle lebten glücklich zusammen in einem großen Haus in einem kleinen Dorf, fernab jeglicher Art von Zivilisation.
Es war ein einfaches, aber gutes Leben.

Bis jener Tag über sie kam.

Die wilden Bestien aus dem Norden kamen und griffen das Dorf an. Personen und Gebäude verbrannten gleichermaßen in ihrem Feuer. Sie waren gigantisch, gehörnt und besaßen Flügel. Ihr Atem bestand aus Feuer, so heiß, dass man das Gefühl hatte, die Luft selbst würde anfangen zu brennen. Eine der Kreaturen zerschlug das Haus indem sich die Familie bisher verschanzt hatte und der Vater wurde wie eine Puppe durch die Luft gewirbelt. Er schlug hart auf dem Boden auf, wobei er sich sämtliche Knochen in seinem Körper brach und zu allem Überfluss wurden seine Beine unter einem riesigen Steinbrocken zerquetscht. Ein Teil von dem Keller des Gebäudes, das er einst Zuhause nannte.

Voller Schmerz und Panik musste der Vater hilflos mit ansehen, wie eines der Biester seine Frau und seine Tochter mit der Pranke auflas, sie hoch zu seinem Maul hob und bei lebendigem Leibe verschlang.

Sein Herz gefror in genau diesem Moment.

Das panische Schreien seiner kleinen Tochter erreichte niemals seine Ohren.

Er schrie.
Er schrie so laut, dass seine Stimmbänder einfach rissen und somit den weinenden Mann verstummen ließen, als er mit ansah, wie diese Kreatur einfach weiterzog, nachdem es seine Familie verschlungen hatte.

Als wäre nichts gewesen.

Diese Folter fand schließlich ein Ende, als der Vater von einem Ziegelstein am Kopf getroffen wurde und er das Bewusstsein verlor.

Irgendwann, wachte er jedoch wieder auf, nur um von den rauchenden Ruinen in seinem Sichtfeld an das Massaker erinnert zu werden. Er versuchte zu schreien, doch seine Stimmbänder waren immer noch gerissen, weshalb nichts als ein trockenes Krächzen aus seiner Kehle drang.

Also weinte der Vater im Stillen.
Immer noch eingeklemmt unter dem riesigen Steinbrocken verfluchte er sich selbst zu schwach gewesen zu sein, nicht tot zu sein, wie seine Geliebten.

So verbrachte er die nächsten zwei Tage und Nächte weinend, immer an den Tod seiner Familie denkend.

Dann jedoch, am dritten Tag, erschien ein seltsamer Gast im nach wie vor rauchenden Dorfruinen. Als der Vater ihn bemerkte, schenkte der Fremde ihm ein freundliches Lächeln mit strahlendweißen Zähnen und trat geschmeidig zu ihm herüber. Sein Anzug war edel, seine Schuhe aus dem besten Leder geschnitten und sein Haar hätte vom Friseur eines Königs gemacht sein können.

Mit einer melodischen Stimme fragte der Edelmann: „Halli-hallo mein Bester! Ist alles in Ordnung?“
Der Vater versuchte zu antworten, doch nichts kam ihm über die Lippen.
„Ah, ich verstehe. Hier, lass mich dir helfen!“ sagte der Edelmann freundlich und schnippte mit den Fingern.
„Wer bist du?“ krächzte der schwer verwundete Mann und hielt sich überrascht die Hand vor den Mund, als ihm die Worte über die Lippen kamen.

„Wer ich bin?“ gluckste der Fremde amüsiert. „Das ist eigentlich eine ganz interessante Frage mein Freund. Sagen wir einfach, mein Name ist Cuthriel, stets zu Diensten.“
Der Vater starrte ihn mit verschwommenen Augen an. „Was willst du von mir? Ich habe bereits alles verloren! Verschwinde! Oder gib mir zumindest einen Messer oder Dolch, damit ich meinem jämmerlichen Leben ein Ende bereiten kann!“

„Ah, aber ich werde dich hier nicht sterben lassen, mein Freund. Ich bin hier, um dir ein Angebot zu machen. Sag, würdest du nicht gerne Rache an diesen blutrünstigen Bestien nehmen?“

Der verwundete Mann hörte auf zu weinen.

„Wie?“ war das einzige, was er wissen wollte.

Cuthriel lächelte. „Ich werde dir die Kräfte verleihen gegen diese riesigen Echsen kämpfen zu können. Eine Macht, die jenseits deiner Vorstellungskraft liegt.“

„Was ist der Preis dafür?“
„Hah! Ich mag dich! Direkt zur Sache! Die einzige Sache, die ich von dir will, ist dein Tod.“

„Meinen Tod?“
„Deinen Tod.“

Der Edelmann streckte seine Hand zum Handschlag aus, in der Erwartung, dass der halbtote Mann akzeptieren würde.

Angetrieben von seinem brennenden Hass akzeptierte der Vater. Sein Tod war nur ein kleiner Preis, der er willig war zu bezahlen, um seine Rache zu bekommen.
Er ergriff die Hand, die ihm der Fremde gereicht hatte und mit einem Mal wurde sein Körper von einer Stärke durchflutet, die er nicht verstand.

Aber sie fühlte sich so großartig an!

Der riesige Steinbrocken flog von seinen Beinen und mit einem einfachen Ruck zog Cuthriel den Vater wieder auf die Beine, als wäre nichts geschehen.
Die Verletzungen waren einfach verschwunden!

Dann wurde der Körper des rachesüchtigen Mannes von pechschwarzem Metall überzogen und auch ein Helm schob sich über seinen Kopf, wodurch seine Sicht eingeschränkt wurde. In seiner Linken erschien ein tränenförmiges, gigantisches, schwarzes Schild, während in seiner Rechten ein Schwert, so dunkel wie die Nacht selbst, Gestalt annahm. Ganz davon zu schweigen, wie sein Körper an sich verformte und anwuchs. Schließlich kam seine Verwandlung zu einem jähen Ende. Dichter Nebel begann sich überall um seinen gepanzerten Körper herum zu formieren, aber es war nicht seine Körperwärme die verursachte. Vielmehr war es so, dass die ihn umgebende Luft begann in seiner Präsenz zu Eis zu erstarrren!

Als der Vater sich umsah, konnte er Cuthriel nirgends mehr sehen, aber das interessierte ihn nicht. Er hatte bekommen, was der Edelmann ihm versprochen hatte und sein Tod war nun sicher. Mit nichts als zügelloser Rache im Kopf zog der einsame Mann endlich los, um jene abzuschlachten, die ihm alles genommen hatten.

Die Feuerdrachen aus dem Norden!

Es war nicht schwer ihren Spuren zu folgen, welche die riesigen Echsen im schlammigen Boden hinterließen und mit seiner neugewonnen Stärke folgte er ihnen Richtung Süden, dort wo sich die nächstgelegene menschliche Siedlung befand. In nur wenigen Tagen brachte er den langen Weg hinter sich und kam an der kleinen Siedlung an.

Doch es war bereits zu spät.

Die Drachen waren bereits hier gewesen und hatten nichts als brennende Ruinen und Aschehaufen zurückgelassen. Er war wütend auf sich selbst, zu spät gekommen zu sein und in seiner Wut überzog er glatt die Hälfte des Dorfes mit einer dicken Schicht aus kristallblauen Eis.

Dann schnellte sein Kopf gen Himmel, als er einen großen Schatten unter sich hinweg gleiten sah.
Der Vater musste nur eine Millisekunde auf die Kreatur blicken, um zu wissen um was es sich handelte. „Drache!“ brüllte er so laut, dass der Boden unter ihm leicht zu zittern begann.
Natürlich bemerkte ihn der Drache und drehte in der Annahme um, dass der Mann eine leichte und dumme Zwischenmahlzeit wäre. „Du bist größer, als die Menschen, die ich kenne, Fremder! Aber nichtsdestotrotz genauso dumm wie die kleinen Ratten, die sie sind!“ gab der Drache siegessicher zurück und stürzte sich auf den Vater.

Es war der letzte Satz, den er in seinem Leben sprach.

Mit unnatürlicher Kraft schnellte der Vater der Echse entgegen in den Himmel und rammte sein Schwert in deren Kopf. Augenblicklich erstarrte der Drache mitten in seiner Bewegung, während blaues Eis seinen Hals entlangwanderte. Als das Biest endlich zu Boden krachte, hatte sich das Eis über den gesamten Körper ausgedehnt und die Echse zersplitterte in Abermillionen Splitter.

Dies war der erste Sieg des Vaters und viele weiter würden folgen.

Die nächsten Jahrzehnte durchstreifte er die Lande immer auf der Suche nach den gehörnten Kreaturen und tötete jede, auf die er stieß.

Er war so unaufhaltsam wie eine Naturgewalt.

Erst waren es nur wenige Dutzend Drachen, doch schließlich hatte er weit über 200 Drachen erlegt.
Auf seinem blutigen Marsch durch die Länder gaben ihm die Gehörnten vielerlei Namen.

Der Schlächter, der Schwarze Tod, der Schwarze Ritter, der Blaue Frost, der Vernichter, Unsterblicher, Fluch der Drachen.

Ihn kümmerte es nicht. Das einzige worauf er aus war, war es diese verfluchten Ungetüme zu töten. Und mit dieser einen Sache vor Augen, war er überglücklich von einem sterbenden Drachen zu erfahren, dass eine ganze Drachenarmee auf dem Weg war, ihn aufzuhalten. Doch das Beste daran war, dass der Rat selbst diese Armee anführen würde!

Endlich war der lang erwartete Moment da!
Er würde seine Rache bekommen, indem er diejenigen tötete, die überhaupt erst verantwortlich für den Angriff auf sein Dorf waren.

Von jedem menschlichen Dorf, Stadt und Siedlung kamen ihm laute Jubelrufe entgegen, als er sich auf dem Weg zur Drachenarmee befand  und der Vater dachte glücklich über den bevorstehenden Kampf und seinen unausweichlichen Tod nach. Endlich würde diese alte Rechnung belgleichen können und danach seine Familie im Jenseits wiedersehen.

Ein paar Tage später kam er auf dem gewählten Schlachtfeld an und lächelte, als er 100 Drachen vor sich erblickte. Am meisten stachen die fünf Ratsmitglieder aus der Masse hervor, da sie allesamt weit über 90 Fuß großen waren.
Es würde ein wahrhaft glorreicher Kampf zum Sterben sein!

Beide Parteien kamen dutzende Fuß voneinander entfernt zum Stehen und eines der Ratsmitglieder, eine Drachendame mit strahlend gelben Schuppen, sagte laut: „Schwarzer Ritter! Bei der Autorität durch den Drachenrat, werden wir dich für all die Verbrechen gegen unsere Art zur Rechenschaft ziehen! Hier, auf den Feldern von Kaentelun wirst du dein Ende finden! Hast du noch irgendwelche letzten Worte?“

Der Vater grinste nur amüsiert. „Sobald die Nacht heraufzieht, werde ich eure Köpfe und ihr meine Leiche in Händen halten, Drache! Wie du sagtest, es endet hier und Gerechtigkeit wird uns widerfahren!“ Mit diesen Worten auf den Lippen stürmte er vor in ihre Reihen, während die Drachendame ihrerseits den Befehl zum Angriff gab.

Die Schlacht war ein blutiges Massaker.

Niemand konnte den Vater aufhalten. Selbst wenn sich fünf Drachen gleichzeitig auf ihn stürzten, ließ er sie allesamt zu Eis erstarren und zertrümmerte sie einfach in winzige Splitter. Dann, nachdem er sich regelrecht durch die Reihen der Drachen gemäht hatte, stand er schließlich vor den fünf Ratsmitgliedern, die stärksten und größten unter ihrem Volk.

Mit über sechsmal der Höhe des Vaters ließen sie selbst noch den größten ihrer Artgenossen klein neben sich erscheinen.

Es war ein heftiger Kampf.

Magie erfüllte die Luft, Schwerter krachten ineinander und Feuer loderte überall. Sie kämpfte knapp eine Stunde auf gleicher Augenhöhe, doch schließlich schien der Vater sie zu übermannen.

Dem ersten Ratsmitglied schlug er den rechten Arm ab, das zweite verlor seinen linken Flügel, das dritte büßte eines seiner Augen ein, dem vierten riss er den halben rechten Flügel und den gesamten Arm heraus und das fünfte verlor beide Beine.

Aber, bevor er sich ihre Köpfe, seine Rache holen konnte, schien die Schlacht für einen Moment anzuhalten.
Es war, als würde er nach langer aus einem tiefen Schlaf erwachen.

Dort, einige hundert Fuß entfernt, standen zwei Drachen die einander die Hände hielten. Mit Schrecken in seinen Augen bemerkte er die klaffende Wunde, die sich über den gesamten Bauch samt Unterleib der Drachendame zog und zwei ovale Gegenstände in den Händen ihres Gemahls.

Die Eier waren zerbrochen, zerschnitten und mit Blut überzogen. In diesem einen Moment erkannte der Vater was er eigentlich getan hatte, was er in seiner blinden Suche nach Rache zerstört hatte!

Mit großer Abscheu warf er sein Schwert und sein Schild zur Seite, sank auf die Knie und wartete auf seinen herannahenden Tod.

Er spürte den Stahl, wie er durch seine Brust drang, den brennenden Schmerz als das Schwert sein Herz zerteilte, doch sein Körper wollte nicht sterben! Die Qualen waren nicht zu ertragen, aber er wollte einfach nicht bewusstlos werden!
Daraufhin fühlte er einen weiteren Schmerz, der durch seinen gesamten Schädel drang.
Er schrie sich die Seele aus dem Leib, aber sein Körper weigerte sich immer noch zu sterben.

Und da erinnerte er sich plötzlich an das, was Cuthriel ihm vor all diesen Jahren gesagt hatte.

„Die einzige Sache, die ich von dir will, ist dein Tod.“

Dieser Mann, nein, dieser Dämon hatte nicht gemeint, dass der Vater schlussendlich sterben musste.

Er hatte ihm den Tod genommen und zwar wortwörtlich!

Der verfluchte Mann begann zu weinen.

Die Drachen hielten für einen Moment inne, als sie in Verwirrung und Panik sahen, wie ihr Feind immer noch lebte und weinte, obwohl ein riesiges Schwert in seiner Brust und eine Lanze in seinem Kopf steckten. Keiner von ihnen wusste, was der Vater soeben begriffen hatte.

In seiner kopflosen Suche nach Rache, war er selbst zu demselben Monster geworden, für dessen Tod er einst ausgezogen war.




So, dass wars soweit erstmal vom Prolog, ich hoffe es hat euch gefallen. ;)
Das erste richtige Kapitel wird auch noch im Laufe des Tage hochgeladen. ^^
Ich freue mich natürlich schon sehr auf eure Reviews!

mfg Tobi

P.S.: Falls es dem ein oder anderen aufgefallen sein sollte: Ja, dieser Prolog existiert schon auf einer anderen Seite, allerdings nur auf Englisch. Ich dachte mir, es wäre wohl passender, es zu übersetzen, da FF.de nur deutschsprachigen Kontent zulässt. ;)
Nichtsdestotrotz hier der Link zum Orginal.
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