Mein Glück in deinen Händen

GeschichteDrama, Romanze / P16
Aria Montgomery Hanna Marin Jason DiLaurentis Spencer Hastings
26.05.2016
03.07.2016
8
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5
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Jede einzelne Stufe knarrt leise, als Aria mitten in der Nacht die Treppe hinunter schleicht. Sie ist noch nicht ganz unten angekommen, als sie aus der Küche das leise Murmeln von Stimmen hört. Sie bleibt stehen, um besser hören zu können, zu wem sie gehören.

Sie ist nicht in ihrem eigenen Haus. Diese Nacht wollten sie alle fünf bei Alison übernachten. Aria liebt es, Zeit mit ihren Freundinnen zu verbringen, doch sie schläft schlecht auf wackelnden, schlecht aufgepusteten Luftmatratzen.

So auch diese Nacht. Nachdem sie sich lange Zeit von einer Seite auf die andere gewälzt hat, ist sie auf dem Weg in die Küche, um sich ein Glas Wasser zu holen.

Nachdem sie genau hingehört hat, erkennt sie die Stimmen von Alisons Bruder Jason und dessen Freund Ian. Langsam und möglichst leise läuft sie die Treppe weiter runter.

In der Küche ist es dunkel. Aria kann allerdings den Umriss eines männlichen Körpers erkennen, der auf dem Hocker sitzt und seinen offenbar völlig betrunkenen Kopf auf der Kücheninsel abgelegt hat. Da sie in dem Umriss, der hinter ihm steht Ian erkennen kann, geht sie davon aus, dass es sich um Jason handelt.

Sie weiß nicht viel von Jason. Aber sie spricht gerne mit ihm, wenn sie ihm zufällig begegnet. Sie mag ihn. Sie sieht ihn nicht nur als Alisons Bruder so wie die anderen Mädchen, die fast Angst vor ihm zu haben scheinen, weil Alison ihn bei jeder Gelegenheit schlecht macht.
Aria glaubt Alison ihre Schauergeschichten nicht. Sie passen nicht zu dem Jason, den sie kennt.  

Erschrocken sieht sie, dass Ian Jason alleine in der Küche sitzen lässt und aus der Hintertür über den Garten verschwindet. Schnell rennt sie ihm nach. „Ian, du kannst ihn doch hier nicht so sitzen lassen“, ruft sie ihm von der Schwelle der Tür aus hinterher. Ian dreht sich nur um. „Siehst du doch“, antwortet er ihr sorglos lachend und läuft dann weiter zur Straße. Wütend dreht Aria sich um und blickt zu Jason. Tolle Freunde hat er, denkt sie nur verächtlich.

„Jason?“, zaghaft rüttelt sie ihn an seiner Schulter. „Bist du wach?“, fragt sie ihn. Jason dreht seinen Kopf, um zu sehen, zu wem die Stimme gehört, die ihn geweckt hat. „Hmm?“, mehr bringt er nicht heraus. Aria ist froh, dass er wenigstens nicht bewusstlos ist. Sie nimmt ein Glas aus dem Schrank, füllt es mit Wasser und hält es ihm hin. „Hier trink das“, fordert sie ihn mit einem schüchternen Lächeln auf.

Jason dreht wieder seinen Kopf. „Aria?“, fragt er. Erst jetzt hat er erkannt, zu wem die Stimme gehört. „Ja, ich bin es. Trink jetzt“, bestätigt sie ihm und fordert ihn erneut auf, Wasser dem Alkohol nachzugießen. Langsam richtet er sich auf. Als er das Glas ansetzt, trinkt er es in einem Zug leer, bedankt sich bei ihr und schenkt ihr ein kleines Lächeln, das Aria rot werden lässt.

„Kannst du laufen?“, fragt Aria ihn. „Ich glaub schon“, antwortet Jason. „Ich kann dich ja stützen“, schlägt sie ihm vor. Bevor Jason protestieren kann, legt Aria seinen Arm um ihre Schulter und ihren eigenen Arm um seinen Rücken und steuert mit ihm auf die Treppe zu.

Ein Glück ist Jason einigermaßen in der Lage selbst zu gehen, denn durch seinen muskulösen Körper ist er ziemlich schwer und Aria ist froh, als sie sein Zimmer erreichen und sie ihn an seinem Bett absetzt.

Sie wartet noch bis er sich hinlegt bevor sie zögernd zwei Schritte zurückgeht. „Ich gehe dann mal wieder. Gute Nacht“, sagt sie, als sie sich schon umdreht, um aus seinem Zimmer zu gehen.

Doch dann hört sie seine Stimme „Aria?“, sagt er leise. „Ja?“, antwortet sie schüchtern, nachdem sie sich wieder zu ihm gewendet hat. „Warum hast du mir geholfen?“, fragt er verwundert.

Aria starrt ihn einige Zeit stumm an. „Ich weiß nicht. Ich hab mir Sorgen um dich gemacht“, antwortet sie schließlich ehrlich. „Um mich?“, fragt er ungläubig. Jason Augen sind geweitet. „Um mich macht sich niemand Sorgen“, sagt er und wendet dabei seinen Blick von ihr ab. Doch ihr ist der verletzte Ausdruck in seinen Augen nicht entgangen.

„Doch ich. Ich mag dich“, sagt sie ganz aufrichtig. „Ehrlich?“, fragt Jason erstaunt. „Ja, natürlich. Wieso denn nicht?“, fragt Aria, die nicht versteht, was so unglaublich daran sein soll, dass sie ihn mag.

„Ach, ich weiß nicht. Vielleicht weil Ali euch Geschichten über mich erzählt oder weil ich jedes Wochenende total betrunken und zugekifft zu Hause ankomme“, antwortet er.

Aria kann in seiner Stimme die Abscheu gegen sein eigenes Verhalten hören. Für einen Moment weiß sie nicht, was sie sagen soll. Mit so viel Ehrlichkeit hat sie nicht gerechnet und auch er hat nicht vorgehabt, sich ihr so zu öffnen.

„Jason, warum machst du das?“, fragt sie ihn. Er weiß, was sie meint. Er hat sich die Frage schon selbst einige Male gestellt. „Ian und Garrett machen es. Und ich halte eben mit. Außer ihnen gibt es wohl niemanden, der Zeit mit mir verbringen würde“, erklärt er ihr ehrlich sein Verhalten.

„Ich würde“, widerspricht Aria schneller als sie selbst darüber nachdenken kann. „Was?“,  fragt er erstaunt. „Ich würde gerne Zeit mit dir verbringen“, bestätigt sie, selbst erschrocken von diesem Bekenntnis. Doch sie mag ihn wirklich.

„Du bist fünfzehn und die Freundin meiner Schwester“, sagt er. „Ja und?“, fragt Aria unbeeindruckt.  Sie war selbst erstaunt über ihr Selbstbewusstsein. Eigentlich würde sie einem 21 jährigen nicht vorschlagen, Zeit mit ihr zu verbringen. Doch jetzt hat sie es ausgesprochen und meint es auch so.

„Meinst du das ernst?“, fragt er immer noch ungläubig. „Ja, wie wär es, wenn du ab jetzt immer, wenn Ian und Garrett mit dir trinken oder kiffen wollen oder du einfach gerne etwas Gesellschaft hättest, mich anrufst“, schlägt Aria ihm ganz selbstverständlich vor.

Jason sagt erstmal gar nichts. „Ich denke darüber nach“, kommt dann leise aus ihm heraus. Aria lächelt ihm noch einmal zu und verlässt dann das Zimmer.

Ohne das er es selbst bemerkt, bereitet sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus, nachdem Aria aus seinem Zimmer gegangen ist. Damit hatte er wirklich nicht gerechnet. Obwohl er es nicht gedacht hätte, rief Jason seit dieser Nacht immer Aria an, wenn er einsam war und irgendwann auch, weil er sie ständig vermisste.
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