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FFXII - Fanfic (Titel Unbekannt)

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Balthier Basch Fran OC (Own Character) Penelo Vaan
25.05.2016
25.05.2016
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An den Wänden der Mine hallten Kampfgeräusche wider. Totenschädel rollten krachend über den harten Boden, bis sie schließlich liegen blieben. Ein junges Mädchen mit spitz zulaufenden Ohren war umzingelt von Skeletten mit Helmen und Speeren. Sie schlugen nach ihr aus, doch die meisten Angriffe wehrte sie mit Leichtigkeit ab. In ihrer Hand hielt sie einen Stab, um den sich ihre Finger fest geschlossen hatten. Ein leichtes Lächeln lag auf ihren Lippen.
„Immer wieder ein wunderbares Training.“, flötete sie und drehte sich einmal, wobei sie den Stab schwungvoll und kräftig hinterher zog und gleich ein paar Skelette auseinander riss.
Die vermoderten Knochen krachten auf den Minenboden. Es amüsierte sie immer wieder mit anzusehen, wie die Skelettkrieger auseinander fielen. Erst als auch der letzte Schädel über den Boden rollte, wischte sie sich das blonde Haar aus dem Gesicht und lächelte. Den Stab hatte sie auf dem Boden abgesetzt und lehnte sich etwas dagegen.
„Hach ja. Skeletons: Null. Ich: Sechsunddreißig.“, lachte sie.
Das blonde Mädchen steckte den Stab zwischen das Band, was sie um die Hüfte trug, und Rücken. Dann wandte sie sich um, streckte sich ausgiebig und machte ein paar Schritte gen Süden.
Hier hatte sie fast jede freie Minute zum Trainieren verbracht. Die Lhusu-Minen gehörten früher zu den reichsten Minen Ivalice', doch heutzutage wird hier nichts mehr gefördert. Es war auch für die Minenarbeiter zu gefährlich, da hier viele Monster lungerten. Umso besser für Azori, die junge Ilura, die gerade die Ortam-Brücke der Mine betrat. Hier lief sie eine kleine Treppe hinunter und hielt sich an einer Säule fest, schwenkte den leicht bekleideten Oberkörper nach vorne und sah nach unten. Hier, an der Ortam-Brücke und in der Nähe von Flöz zwei konnte man in die Wolken schauen. Die Lhusu-Minen lagen auf der Himmelsstadt Bhujerba, ein fliegender Kontinent. Und Azori träumte von nichts Anderem, als endlich mal von dieser fliegenden Stadt wegzukommen. Sie war ihr riesiger Käfig. Ein Käfig, der nicht aus einem Gitter bestand und ihr dennoch die Flügel stutzte. Seufzend und leicht sehnsüchtig starrte die blonde Ilura in die Wolken und in die Tiefe. Wie weit es wohl bis zum Meer war? Irgendwer hatte ihr das mal erzählt, doch hatte sie es leider vergessen. Sah ihr nicht ähnlich, etwas zu vergessen, immerhin war sie eine Ilura, ein humanoides Wesen, die man nur durch die Ohren von Menschen unterschied. Ilura galten als Geschichtenerzähler. Unglaublich neugierige Wesen, heilige Wesen. Ähnlich wie die Nu Mou in Bur-Omisace. Allerdings hatten sie keine besonderen Fähigkeiten, außer ihr erstaunliches Wissen und das lange Leben, was ihnen geschenkt wurde.
„Azori!“
Beinahe hätte sie das Gleichgewicht verloren und wäre in die Tiefe gestürzt. Die Blonde sah sich um und erblickte einen grünen Bangaa – Echsen ähnliche Wesen - , der auf sie zuschritt.
„Ah hallo, Ba'Gamnan.“
„Dachte ich mir, dass du hier steckst. Ich suche dich schon überall! Wir wollen nach Rabanastre, also komm!“, sagte der Bangaa namens Ba'Gamnan.
Azori blinzelte.
„Nach Rabanastre?“
Ba'Gamnan war ein gemeiner Kopfgeldjäger. Sein Team bestand aus fünf Mitglieder. Ihn ausgeschlossen waren da noch drei andere Bangaas; Rinok, Bwagi und Gijuk. Und Azori. Sie war, seit sie denken konnte, bei Ba'Gamnan und seiner Bande und deshalb auch eine begnadete Kopfgeldjägerin. Er hatte sie damals aufgenommen, als sie noch ein Baby war, was er ihr allzu oft vorhielt. Dennoch gab es Dinge, die er ihr verschwieg. Und es gab Dinge, die sie ihm verschwieg. Obwohl er eine Art Vater für sie war.
„Wir werden uns endlich den Kopf dieses vermaledeiten Luftpiratens holen.“, sagte Ba'Gamnan und stand nun direkt vor ihr.
„Na, das klingt doch fantastisch.“, meinte Azori lächelnd und sprang von dem Absatz hinunter, auf dem sie gestanden hatte.
Der Bangaa winkte ab.
„Diesmal kann er sich sein schmieriges Grinsen sonst wohin schieben!“, giftete er.
Azori nickte. Natürlich war sie gespannt auf diesen Luftpiraten, der Ba'Gamnan schon so lange ein Dorn im Auge war. Er war ihm so oft entkommen, doch bisher wollte der Kopfgeldjäger nie Azori bei dieser Mission dabei haben.
„Was hat dich umgestimmt? Mich mit zu nehmen?“, fragte Azori und machte sich mit ihrem Ersatzvater auf den Weg durch die Mine nach draußen.
„Nun, weil du meine Geheimwaffe bist, Schätzchen. Er kann hübschen Frauen nicht widerstehen und da kommst du ins Spiel.“
„Ich soll ihn verführen?“
Azori hob eine Braue und schaute leicht angewidert zu Ba'Gamnan.
„Das wird für dich wohl kein Problem sein. Immerhin schuldest du mir was.“
Ja, sie schuldete ihm etwas. Das sagte er immer wieder. Zuerst durfte sie nie etwas von ihrem erbeuteten Kopfgeld behalten. Danach musste sie als Spionin fungieren. Und jetzt auch noch den Luftpiraten verführen?
„Vielleicht ist das ja gar nicht nötig.“, fuhr Ba'Gamnan fort und schritt durch den Stolleneingang.
„Jaa, vielleicht.“, sagte Azori und strich sich das Haar aus dem Gesicht.
Der Bangaa blickte zu ihr und seufzte.
„In drei Tagen ist ein Fest in Bhujerba.“
„Ich weiß.“
„Wirst du hingehen?“
„Natürlich. Auf den Festen erwartet man mich. Ich erzähle dort doch immer Geschichten.“
Azori lächelte Ba'Gamnan an.
„Du etwa nicht?“
„Erstmal haben wir einen Auftrag zu erledigen. Wir müssen uns Balthier schnappen und der hält sich gegenwärtig in Rabanastre auf.“, sagte er streng.
Balthier, der Luftpirat, auf dessen Kopfgeld Ba'Gamnan es abgesehen hatte, wurde von einigen diversen Kopfgeldjägern gejagt. Doch Ba'Gamnan war der Schlimmste von ihnen, denn er würde nicht aufgeben bis er Balthier geschnappt hatte. Azori hatte Balthier noch nie gesehen. Es würde sie interessieren, wie er so war.

Azori verabscheute Flugschiffe. Sie reiste lieber per Telepo-Kristall. Allerdings war ihr Vorrat an Telepo-Steinen sehr begrenzt, da Ba'Gamnan es nicht gerne sah, wenn Azori sich außerhalb Bhujerba bewegte. Deswegen kam es ihr vor, als wäre der Kontinent ihr großer Käfig.
Als sie am Südtor Rabanastre's vor dem Telepo-Kristall auftauchte, streckte sie sich erst einmal. Ihr blieb noch etwas Zeit, sich ohne Ba'Gamnan und den Anderen in der Stadt zu bewegen, bis diese mit dem Flugschiff hier ankamen. Sie schlenderte durch das Südtor und lief die Treppen zum Platz an den Toren hinauf. Dabei traf sie die verschiedensten Leute. Sie lief an Vieras vorbei, lauschten kurz den Gesprächen von Hume und sah hier und dort einen Bangaa oder Seek. Azori wusste genau, wo sie hin wollte, bevor Ba'Gamnan per Luftschiff Rabanastre erreichte. Also folgte sie einem kleinen Weg, der sie in die Oststadt führte. Hier gab es viele Geschäfte. Waffen, Rüstungen, Magie, Techniken... Alles, was man zum Kämpfen brauchte. Azori kannte den Weg zum Muzzur-Bazar auswendig, denn auch wenn Ba'Gamnan meinte, er hätte der Ilura ihre Telepo-Steine weggenommen, so hatte sie doch ein paar aufbewahrt. Wenn Ba'Gamnan sich nicht in Bhujerba aufhielt, machte sie gerne einmal einen Abstecher nach Rabanastre. Und was Ba'Gamnan nicht weiß macht ihn nicht heiß.
Der Bazar war heute mal wieder total überfüllt. Ein blonder Junge rempelte sie beim Vorbeirennen an und sie warf ihm nur einen bösen Blick zu.
„Whooh“, hörte sie ihn sagen.
„Gruselig.“
Azori lief an den Ständen des Bazars vorbei. Hier gab es alles, was man als Kopfgeldjäger brauchte. Auch Telepo-Steine und diese brauchte sie dringend. Also kaufte Azori drei Stück und ließ sie in ihrer Tasche verschwinden.
„Danke.“, sagte der Bangaa am Clan-Stand.
„Komm bald wieder, Azori.“
„Werde ich. Bis dann.“
Azori lächelte dem Bangaa kurz zu und lief dann wieder zurück, nahm einen kurzen Schlenker und rannte eine lange, breite Treppe hoch. Erneut lief sie an einem Bangaa vorbei und öffnete eine Tür, die sie direkt ins Hauptquartier des Clans Centurio führte. Ein Mogry saß oben auf dem Geländer und überschaute alles herrisch. Azori lief die Treppen zu ihm hoch.
„Schönen Tag, Montblanc.“, sagte sie.
Der Mogry wandte sich zu ihr um.
„Hallo, welch seltener Gast, kupo. Möchtest du dir die neuen Mobs ansehen?“, sagte er.
Sie nickte. Mobs waren die Monster auf denen Kopfgelder ausgesetzt waren. Azori nahm allerdings nur welche für Bhujerba an, was viele im Clan extrem nervte, weil sie immer alle wegschnappte. Montblanc überreichte ihr einige Steckbriefe.
„In den Lhusu-Minen ist ja mal wieder kupo was los. Wirst du dich darum kümmern?“
„Mit Vergnügen.“, sagte Azori lächelnd und faltete die Steckbriefe zusammen.
„Du weißt ja, wie es läuft, kupo?“
„Jupp.“
Und schon lief sie die Treppen wieder hinunter, an zwei sich kloppenden Seeks vorbei und nach draußen. Ba'Gamnan müsste auch bald in Rabanastre sein, also lief Azori wieder in die Oststadt und betrat eine Taverne, in der sie sich treffen wollten. „Zum Sandmeer“. Die Ilura schmunzelte, als sie sich in der recht dunklen Taverne umsah. Am Ende des Raumes führte eine Treppe zu einer Art Loge. Azori ging die Treppen hinauf und setzte sich auf einen Platz ganz hinten. Ein gutaussehender Mann kam zu ihr.
„Hallo, schöne Frau. Ihr seid aber kein gewöhnlicher Mensch.“, sagte er und wies dabei auf ihre Ohren.
„Nein, ich bin eine Ilura.“
Er pfiff anerkennend.
„Aah, eine Ilura habe ich noch nie gesehen.“, sagte er und grinste breit.
Schließlich hielt er ihr die Hand hin.
„Mein Name ist Tomaj. Ich bin der Besitzer des Sandmeers.“
„Freut mich, ich bin Azori.“, sagte Azori und lächelte.
„Darf ich Euch etwas zu Trinken bringen, Mylady?“
„Roll deine sabbernde Zunge wieder ein, Kleiner.“, rief Ba'Gamnan und kam auf die Beiden zu.
Rinok, Bwagi und Gijuk lechzten schon vor Freude. Doch der Wirt wollte keinesfalls auf einen Streit mit Bangaas hinaus. Er hob nur die Hände und zwinkerte Azori nochmal zu, bevor er wieder die Treppen hinunter ging. Ba'Gamnan ließ sich auf den Stuhl gegenüber der Blonden sinken.
„Hast du schon irgendwas von Balthier gehört?“, fragte er Azori sofort.
Sie schüttelte leicht den Kopf.
„Nein, bist du dir denn sicher, dass er noch in Rabanastre ist?“
„Auf jeden Fall!“
Azori zuckte mit den Achseln.
„Warst du auch in der Unterstadt und hast dich umgehört?“, fragte Bwagi.
„Sehe ich aus wie eure Schnüfflerin? Nein, ich war noch nicht da unten. Viel Zeit hatte ich ja nicht.“, sagte Azori hitzig und stand auf.
„Wo willst du hin, Schätzchen?“, fragte Ba'Gamnan.
„Ich mache mich auf die Suche nach Balthier. Wie gut, dass ich auch weiß, wie er aussieht.“, meinte sie fauchend und stieg die Treppen hinunter.
Sie winkte dem Wirt kurz zu und verließ dann die Taverne. Die Bangaas folgten ihr.
„Wir sollten uns beim Clan aufhalten, dort gehen doch die meisten Informanten ein und aus.“, sagte Rinok.
„Gijuk, hol' meine Waffe im Laden ab. Wir treffen uns dann beim Clan.“, forderte Ba'Gamnan.
Gijuk gehorchte und trennte sich von der Gruppe. Azori lief zu einer Art Aufzug, doch Ba'Gamnan hielt sie am Handgelenk fest.
„Was hast du vor?“
„Vertrau mir doch endlich. Ich will Informationen sammeln, oder sollte ich das etwa nicht?“, sagte sie. Der Bangaa ließ sie los und nickte. Azori schnaubte und schob die Gittertür zur Seite, die den Weg zur Treppe versperrte. Sie war noch nie in den Slums von Rabanastre gewesen. Doch je weiter sie die Treppe hinunter stieg, desto kälter wurde es. Es roch nach Kanalisation und es war feucht. Azori schüttelte sich, als sie in der dunklen Unterstadt stand.
Die junge Ilura war Meisterin im Informationen sammeln. Sie musste nur die Ohren spitzen, oder richtig ein Gespräch anfangen und schon hatte sie das, was sie wollte. Azori war wirklich sehr hübsch. Sie war schlank, blond und hatte helle, grüne Augen. Das Haar trug sie offen und lang, lediglich ein Teil des Deckhaars war zusammengebunden. Ihre Haut war von der Sonne Bhujerba's gebräunt. Männer waren kein Problem für sie, Azori wickelte sie schnell um den Finger. Und dann sprachen sie. Deswegen war Azori auch so wertvoll für Ba'Gamnan. Denn wer würde einem dreckigen Kopfgeldjäger mehr anvertrauen als einer hübschen jungen Frau?
Und so machte sie sich auf die Suche nach Infos, die ihr mehr über den Aufenthaltsort von Balthier verrieten.

Am Abend befanden sich alle in der Unterstadt, versteckt hinter einem Vorsprung. Ba'Gamnan saß auf einem Fass und wartete. Azori stand an der Wand und blickte hin und wieder hervor, um sich zu vergewissern, was hier vor sich ging.
Heute war in Rabanastre der neue Konsul Vayne Solidor aus Archadia eingereist. Er sollte von nun an über Dalmasca herrschen. Vor zwei Jahren tötete Sir Basch fon Ronsenburg, ein Soldat aus Nabudis, der den dalmascanischen Truppen angehörte, König Raminas von Dalmasca. Seine Tochter Lady Ashelia B'nargin nahm sich nach der Niederlage gegen Archadia das Leben. So stand Dalmasca ohne Herrscher da und nun übernahm Archadia die Führung. Deswegen fand heute im Palast von Rabanastre ein Fest statt.
Eine Meute Soldaten war soeben in die Kanalisation, in der sich laut Azori's gesammelten Informationen Balthier aufhalten sollte, geeilt. Dort unten sollten sich wohl auch Diebe aufhalten. Ob Balthier dazugehörte, wusste Azori nicht. Also beobachteten die Kopfgeldjäger die Situation vor dem Eingang der Kanalisation nur.
Stimmengewirr ertönte und Rinok und Azori sahen hinter der Mauer hervor. Der Blonde von vorhin, eine Viera, eine Frau und ein Mann wurden in Handschellen aus der Kanalisation geführt. Sie hörten nicht, worüber sie redeten, doch ein blondes, junges Mädchen rannte an ihnen vorbei und lief auf den Blonden zu.
„Er wusste doch nicht, was er tat!“, rief sie und wurde von den Wachen festgehalten.
Ba'Gamnan horchte auf und sprang von dem Fass hinunter. Er sah ebenfalls hinter der Mauer hervor, als ein gutaussehender Mann auf das Mädchen zuging und ihr ein Tuch reichte. Azori betrachtete den Luftpiraten.
„Ist das Balthier?“
„Jaa. Hässlicher Kerl, nicht?“
Sie sah erneut zu Balthier, der gerade abgeführt wurde und lächelte. So schlecht sah er doch gar nicht aus?
„Diese imperialen Blechbüchsen nehmen sich wohl alles heraus! Schnappen uns unsere Beute vor der Nase weg.“
Azori wandte sich ab, als Balthier, der Blonde und die Viera von den Imperialen abgeführt wurden.
„Wo willst du hin, Schätzchen?“
„Nach Nalbina.“
„Gutes Kind!“
Die Bande folgte ihr.
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