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Wie Spuren im Schnee

von Nuwanda
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Charlie Dalton John Keating Knox Overstreet Neil Perry Richard Cameron Todd Anderson
25.05.2016
02.08.2016
4
8.927
4
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Dieses Kapitel
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25.05.2016 455
 

***


“I went to the woods because I wished to live deliberately,
I wanted to live deep and suck out all the marrow of life,
To put to rout all that was not life and not when I had come to die
Discover that I had not lived.”

Henry David Thoreau

***




Kalt war es an diesem Freitag im Januar.
Die ganze Welt schien in einen weißen Umhang aus Schnee eingehüllt zu sein.
Der Himmel hatte schon früh am Tag dieses eisige Blau zur Schau getragen, den selbst die größten Maler nicht auf die Leinwand ihrer Bilder pinseln konnten.

Die klirrende Kälte hatte sogar Bäume und Sträucher zu erstarrten Eisskulpturen gemacht. Selbst die Geräusche der Natur wurden von den kühlen Fingern des Winters erdrosselt.
In mitten dieser Winterstarre, sah das Gelände der Welton Academy sonderbar fehl am Platze aus. Groß und grau passte es zwar gut zu der Jahreszeit, doch die kargen Mauern aus Stein standen im harten Gegensatz zum frisch gefallenen weichen Weiß des Schnees, der alles bedeckte, was er finden konnte.

Auch innerhalb der starken Mauern der alt ehrwürdigen Schule war es still zu dieser frühen Stunde. In der imposanten Empfangshalle krochen die Zeiger der großen Schuluhr unbarmherzig und zielsicher auf die Sechs zu.
Man hätte das Voranschreiten der Zeit vermutlich mit eigenen Ohren hören können, wenn die bleierne Stille nicht plötzlich durch ein schrilles Klingeln unterbrochen worden wäre.
Das Telefon im Büro des Schulleiters Mr Nolan gab keine Ruhe.
Als schließlich energische Schritte aus dem anliegenden Zimmer zu hören waren, gefolgt von einem bellenden "Ja, hier Nolan?" , hallte die Stimme des Schulleiters von den Wänden wider.

"Was sagen Sie da? Das kann nicht sein. Hören Sie, ich...verstehe..."
Seine Stimme die sonst immer dieser harsche und gefühllose Ton begleitete, war nur noch als raues Flüstern zu hören. "Ich verstehe! Oh mein Gott. Ja. Ich Danke für den Anruf!"


Kraftlos fiel sein Arm herab und der Telefonhörer baumelte an der Schnur.
Hin und her. Hin und her.
Nolan konnte nicht umhin festzustellen, dass er diese Partie wohl falsch gespielt hatte. Dass das Schicksal an diesem Morgen im Januar unbarmherzig zugeschlagen hatte.
Die wieder eingekehrte Ruhe war mit den Fingern zu greifen.

Und während er noch neben seinem Schreibtisch stand, hatten die Zeiger der Uhr endlich die Sechs erreicht.

Hinauf in den eisigen Himmel erhob sich, zur gleichen Zeit, in der die Glocken der Welton Academy zu läuten begannen, ein Schwarm Vögel.
Die wilden Schläge der Flügel dröhnten so laut wie das Brummen von Motoren.
Fast schien es so, als wäre es ein letztes Aufbegehren der Natur, gegen die glasklare Ruhe dieses Wintermorgens.



Und zur gleichen Zeit, an einem ganz anderen Ort, war es stiller geworden denn je.
 
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